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Der Schlichtungsausschutz der Provinz Oberhessen.

2. Ten Arbeitern der BudbacherFwborsab^k ist mit Wirkung vom 1. April der ügn Jg L-dhnklasse 3 des Reichstanss für dve Industrie zu zahlen und ab 3. Mn der selben Lvhnklasse nach der Ergänzmig des ÜaW abkorninens der chemischen Industrie.

3. Ten Arbeitern der Firmen SW® I u. Gietzing, Stöcker u. Kunz, bc5 Rhemrsch.^

stigen trüb sittlichen Kultur- r gleichen Anteil haben. Gebiete können keine Knltur-

Stadtverwaltuna hat sich an den Regiecungs prändenten von Wiesbaden gewandt, um ein Ver

Sitzung vom 26. Mai 1920.

1 Ter Antrag des Fabrillarbttterverbo-Ü» gegen' die Firma R. Oppenheimer Sohni M Wiedereinstellung der Auguste Fuchs tn Gretzern

Vermischte».

* Berlin, 29. Mai. (Priv.-Tel.), Wie tet Abendblätter aus Breslau melden, ereignete fo auf der Glückhilf-Friedenshofsnungsgrube te- Hermsdorf eine schwere Schlagwetterkato- ft r o p he. Bis jetzt wurden sieben Tote wu> drei Schwerverbrannte ans Tageslicht befördert

Breslau, 29. Mai. (WTB.) Dce Breslauer Neuesten Nachrichten melden ans Waldenburg: Gestern nachmittag wurde tn bu Nähe des Bahnschachtcs ein zur Abschlagszatz- lung gehender Assistent der fürstlichen örühmt von zwei Männern ü b e r f a l l e n. Die«- ber entrissen dem Beamten 30000 bis 40 0w Mark und entkamen unerkannt.

Montag, 31. Mai: Cafe Leib, ösfentlicl>e Beamtenversamntlung der Demokrat!» scheu Partei. Gießener freiwillige Feuerwehr, 8 Uhr, Hauptübung. Lichtspieltheater wie geftern.

Aus Statt und Land.

Gießen, den 31. Mai 1920.

Die neuen Milch-, Butter- und Küsepreise.

Auf Beschluß der Städtischen Lrbensmittel- Teputation sind die Milch-, Butter- und Käsepreise mit Wirkung vom 1. Juni wie folgt erhöht worden:

Vollmilch 1 Liter 2 Akk., Magermilch 1 Liter 1 Mft, Butter 1 Pfd. 19,20 Mk., Käse 1 Psd. 6,40 Mk.

Veranstaltungen.

Kein ze dahin, daß sich für die Zeit nach br~ Wahlen die Deutsche Bolkspartei freie Han» Vorbehalten habe. In ähnlichem Sinne sprach sttz Strescmann aus. Aus beiden Kundgebunger so sagt die Deutsche Allgemeine Zeitung, flehe ye> vor, daß die genannte Partei grundsätzlich berrm sei, in eme Koalition einzutreten, daß sie aber cus taktischen Gründen diese Bereitwilligkeit vor den Wahlen nicht in den Vordergrund schieben nukörc

stelle, Marktlauben, kommen täglich frische Spar­gel, Grüngemüse, Erbsen und Bdhnen zum Verkauf.

** Wann die Holzbezugskarten (bis 1. Mai 1921 gültig) ausgegeben werden, ist aus dem Anzeigenteil ersichtlich.

** DieDeutsche Wehrerschaft", deren Ausgabe sein soll, die ehemaligen Mehr­jährig-Freiwilligen für den Wirtschaftskampf zu schulen, hielt, wie man uns schreibt, am 27. v .M. imGroßherzog" ihre erste Vollversammlung ab, um aus sachkundigem Munde über die Zweck­mäßigkeit derBundeswirtschaft" unterrichtet zu werden. Vol^vertreter, die dasfreie Spiel der Kräfte" begehren, scheinen in der Wehrerschaft keine Anhänger zu finden. Die äußerst fesselnden Ausführungen des Genossenschaftssekretärs Kirch­ner über das Genossenschaftswesen lösten nämlich in der Versammlung keinen Widerspruch aus. Inwieweit die Nöte unseres heutigen Wirtschafts- lebens durch die Bundeswirtschaft gemildert wer­den können, wird Frage eines Vortrags sein, den dieDeutsche Wehrerschaft" rm 3. Juni, abends 8 Uhr, imGroßherzog" halten läßt. Kein ehe­maliger Ober- und Unteroffizier insbesondere keiner der älteren Herren sollte versäumen, den Vortrag zu besuchen.

** Alle Neichs-, Staats- und Kom- munal-Beamte werden nochmals zu der heute abend 8 Uhr im Cafe Leib stattsindenden Beamten­versammlung der Deutschen demokratischen Parker eingeladen.

** Der Zentralverein deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens schreibt uns:Im Verlaufe der letzten Wahl­kämpfe sind so viele ungeheuerliche, die Ehre aller Juden verletzenden Vorwürfe erhoben worden, daß wir als Vertreterin des größten Teiles, der jüdi­schen Bürgerschaft das Bedürfnis fühlen^diese An­schuldigen in "der Oesfentlichkeit zurückzuweifen. Zu diesem Zwecke wird Herr Dr. Jcwvb-Dvrt- mnnd in einer am Dienstag, 11 .Juni, abends 8 Uhr, imEinhorn" stattfindenden Versamm­lung über das Thema Judentum und Re- v v l u t i o n" sprechen. Angehörige aller Parteien, einerlei welcher Konfession, sind freundlich ein­geladen. Besondere Einladung erhielt die Deutsch- nationale Volkspartei und deren Führer, Dr. Wer- rrer. Freie Aussprache ist zngesichert."

Landkreis Gießen.

** Hungen, 31. Mai. Morgen Dienstag, 1- Aum^nachmittags 21/o Uhr, findet in Hungen m der Wirtschaft zumSolmser Hof" eine große Bauernvcrsammlung statt. Es sprechen Landtags­abgeordnete Dorsch und Fenchel.

Kreis Büdingen.

Protestverfannn ung d;r Landbewerber.

** Büdingen, 31. Mai

Unter dec ParoleTas Landgesetz in Geßthr \" hatte der Landbewerl>?r-Vercin gestern nadjimittag auf den Büdiuger Marktplatz eine groß- Zrottsb- versammlung emberufeu, die von etwa 2000 bis 3000 Personen besucht war. Hauptredner waren der DokkSkammerabgeordnetc Bornemann, der über das Zuslxrndekommen des Landgcs^tzes sprach und Vvlltzl'ammecabgeordnetec Lux, her l'anpd- Nchlich über die Beiratssitzung im Landcssrsdluitgs. amt Dom 21. April Bericht erstattete Weiter

sprachen noch der Vorsitzende des Landbewnber- kreisvereins Büdingen, ÄrnisgerichtssekreiLr W al- t e r und Vorstandsmitglied Reinhardt von Geiß-Nidda. Wenn die meisten Redner auch be­tonten, daß das Landgesetz nicht von l-eute aiu morgen verwirklicht werden könne, so hätte nach ihrer Ansicht doch bedeutend mehr erreicht wervcn tonnen, wenn es den ausführenden Organen nicht allzu oft am guten Willen üi schneller und gründ­licher Durchführung des Landgesetzes gemangelt hätte. Als Niederschlag der Stimmung der Ver- ammlung wurde einstimmig eine an das Staats- Ministerium in Darmstadt gerichtete Ent s chl te- jung angenommen, in der es u. a. feibt daß der Kreisverein aller Landbewerber des Krnies Büdingen um Mitteilung aller Beschlüsse.und' Ent- cheidungen bittet, die die Durchführung des Land­gesetzes im 'hiesigen Kveise betreffen. Ter Ge­samt Vorstand sei bereit, über alle örtlichen Ver­hältnisse und Wünsche der Landbewerber i (-derzeit Auskunft zu erteilen. Weiter wird beantragt,

1. den wirtschaftlich schwaäien und in brs- herigem Umfange nicht existenzfähigen Kleinbetrie­ben sofort Land in solcher Größe zu ang^ mesjenem Pachtpreise zu überweisen, daß sie ihre ländlichen Betriebe festigen und lebensfähig ge­stalten können:

2. Dir Staatsdomänen bei,Ablaus der Pachtverträge den örtlichen Zweigvereinen zu ^an- gemessenen Pachtpreisen zur Verteilung an wirklich bedürftige Landbewerber zu überweisen, die ge­nügend Gewähr für eine ordnungsmäßige Bewirt­schaftung bieten. Die öffentlichen Verpach­tung e n des Staates müssen unbedingt zur Unter­bindung von unvernünftigen Geboten aus- ge schalt et werden.

3. Die Durchführung des Landgesetzes Nicht von der F e l d be r e i n i g u n abhängig zu machen.

4. Das von einzelne nZweig verein en zu Sied­lungszwecken verlaiigte Waldgelände (Donti- nalwaldungen usw.) rascher zur Verfügung zu stel­len und mit der Abholzung umgehend zu beginnen.

5. Geeignete Bestimmungen zu treffen, daß das btt Auflösung der Fideikommisse zum Ver- kanse kommende Gelände restlos zu Siedlungs­zwecken zur Verfügung gestellt und jeder spekiüa- tive Ankauf durch Großkapitalisten verboten wird. Baldige Erledigung dieser Anträge sei im Inter­esse der schwierigen Volksernähnmg und der Exi- stienzmöglichckeit aller Landbewerber dringend ge­boten.

Berlin, 31. Mai. Erne gestern in Schöne- berg-Berlm abgehaltene große Wählerv-wsammlung der Deutschnationalen Volkspartei wurde von Unabhängigen gesprengt. Graf Westarp sprach über die Herrschaft der Sozial Demokratie, die uns in den Abgrund treibe. Sofort ivurden über den Wpfen der Menge zwei rote Fahnen entrollt und nicht nur Schimpfwort« und Sckflnähworte gegen die Rednertribüne gerich­tet. sondern auch Stöcke und Biergläser als Wurf- geschosst beirutzt. Es kam zu zahlreichen Verwun­dungen. Ta die Deutschnationaleu erkannten, datz an einen ordnungsmäßigen Verlauf der Versamm­lung nicht mehr zu denken war, räumten sie das Feld.

Berlin, 31. Mai. In einer vor einig« Tagen in Mecklenburg abae'ballenen Wähleroer- sammlmig der Deutsch-Nationalen itnitit dem Abgeordneten dieser Partei, o. Gr äse, cm Bierseidel an die Brust geschleudeiu und verschieb tuen anderen Teilnehmern B^rsttzuv-

national werden im Sinne eines tiefe« inneren Erlebnisses, daß wir Wesenswerte in unA tragen, die sonst keinem anderen Volke in dem Maße eigen sind, das Pflichtgefühl und das 33er« anttvortungsgefuhl. Ties sei das Ergebnis einer Jahrhunderte langen 33olkszucht. Ten Krieg hätten wir verlieren müssen unserer kulturellen Zukunft willen, die nur aus der Not herauswachsen könne. Ter zweite Pfeller sei der et hische Sozialis­mus. Man müsse unterscheiden zwischen dem Ge-> nuhkapital der Schieber und Werte schaffendem Kapital. Tas wertschaffende Kapital müsse indi­viduell wirtschaften können, 'habe aber Verpflich-, tungen gegen die Gesamtheit, wirtschaftlicher und kultureller Art. Tie Deutsche Bolkspartei habe dem Gedanken des Rätegesetzes zugestimmt, als einem Ausgleich zwischen Arbeitgeber und Arbeit­nehmer, nicht aber als politisches Kampf- und Machtmittel. Tie wirtschaftliche Arbeitsgemeinschaft werde den Sieg über die politischen Betriebsräte davontragen. Der ethische Sozialismus fbetye aber noch höher. Tie Arbett sei heute nur mehr eine käufliche Ware, sie müsse wieder eine sittliche Lei­stung werden, die die sittliche Verpflichtung ent­halte, daß jeder in die Lage komme, seine persön- lichon, geistigen und kulturellen Werte zur Gel­tung zu bringen. Tie fast yveiftihtbige Rede wurde mit langanhaltendem Beifall ausgenommen. In der Diskussion, die der frühen Abreise des Redners wegen beschränkt wurde, erkannte Herr Klotz als Demokrat an, daß auch ein Gegner vieles der Rede des Referenten anerkennen könne. Tie Sozialisierung sei aus prakttschen Gründen eingeschränkt Worten. Tas Betriebsrätegesetz sei. bei vernünftiger Durchführung wesentlich von der Arbeitsgemeinschaft nicht verschieden. Nationalis­mus führe wieder zum Kriege. Im Schlußwort wies der Referent darauf hin, daß der Kapp-Putsch von der Regierung als WcMchimmel aufgezäumt worden sei. Tie Deutsche Bolkspartei habe in den Kommissionen fleißiger mitgearbeitet, als irgend eine Partei, besonders Abg. Becker in der Steuer­gesetzgebung. Sodann betonte er noch einmal, daß nur der Liberalismus die notwendigen Kräfte zum Wick>erausbau frei machen könne.

** Der Bericht über die Zentrums­versammlung am gestrigen abend mußte wegen Platzmangels für morgen zurückgestellt werden.

F r iedbe r g, 29. Mai. Nachdem in der letzten Woche die Me y rhei 1 s so zial isten und öie U.S.P. stark besuchte Versammlungen abgehal­ten hatten, fand gestern im Saale des Hotel Trapp unter dem Vorsitze des Buchhändlers Seriba die erste größere Versammlung der Deutschen Volkspartei statt. Der Redner des Abends, Universitätsprofessor Graf zu Dohna aus Hei- bdtierg, verstand es durch seine großzügige Art die Aufmerksamkeit seiner Zuhörer aufs äußerste zu fesseln. Er gab ebnen geschichtlichen Rückblick auf die Entwicklung Deutschlands vor dem Kriege, während des Krieges und seit 33eginn der Revo­lution und zeigte, Ivelche Stellung die Deutsche Bolkspartei, die er als eine nationale, soziale und Kbierale Partei bezeichnete, zu den wichtigsten Fragen der Gegenwart einnimmt. Reicher Beifall wurde dem Redner zu Teil; in der Aussprache ergriff ein Mehrheitssozialist Bauer das Wott, dessen Ausführungen teilweise stürmische Heiterkeit hervorriefen, da er offenbar den Rürner teiTlüdfc fillsch oder überhaupt nicht verstanden hatte. In den nächsten Tagen wird noch F in an Minister a. D. Becker hier sprechen; am Sonntag findet eine Ver­sammlung der Zentrumspartei statt.

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werte mehr geschaffen werden, wenn man durch Sozialisierung den SteucrzäAer abschuffe. Für die Staatsethaltung sei die Privatwirtschaft not­wendig. Fünfviertel Jahr fei die demokratische Bahn für die Tüchtigsten frei, jetzt möge man sie sich ansehen. Tie Parteiminister hätten das Beste des Vaterlandes gewollt, aber nicht gekonnt, well ihnen die Voraussetzungen fehlten. Wir müßten Männer haben, bte ihr Ressort verstehen, ganz gleich, von welcher Partei sie kommen, nur müßten sie Reichsminister und feine Partei beamte sein; sie dürften nicht nach dem demokratischen Grundsatz ..Freie Bahn demDran"strn"ans Ruder kommen, sondern als die wirklich Tüchtigsten. Wir brauchten für den Aufbau leitende Ideen, von denen man bei den M Einheitsparteien noch nichts gesehen habe. Leitende Ideen, die auch Zielpunkte für die Zu­kunft erhielten. Tie Deutsche Bolkspartei habe zwei derartige Pfeller, die aus ihr als selbstver- I stündlich heranSgcwachsen seien: Wir müssen

Als nach Annahme der Entschließung einzelne parteipolitische Agitatoren die Versammelten in ihrem Sinne zu bearbeiten versuchten, wurde die Versammlung, die ohnehin durch die Hauptredner schon einen starken Einschlag einer sozialdemokra­tische Wahlversammlung bekommen.hatte, von dem Versammlungsleiter, Amtsgerichtssekretär Wal­ter, geschlossen.

Btt Beginn der Versammlung erklärte der Versammlungsleiter ausdrücklich, daß den in Bü­dingen umlaufenden tollen Gerüchten jegliche Begründung fehle. Die Landbewerber seien nicht zusammengekommen, ihre Forderungen gewaltsam zu erzwbigen. Er ermahne aber die Anwesenden Ruhe unD Besonnenhttt zu wahren.

In diesem Zusammenhang erfahren wir noch daß sich in Büdingen seit einiger Zeit eine starke Erregung bemerkbar machte, wegen der vor kurzem erfolgten Erschießung eines Waldesberger Landwirtssohnes, der angeblich mit einem Wilderer verwechselt worden sein soll. Die von gewissen Sei­ten geschürte Erregung der Bevölkerung richtete sich hauptsächlich gegen einen Büdiuger Forstbeamten, der angeblich an dem Tod des jungen Menschen nicht schuldlos sein soll. Um einer etwaigen Bolks- juftiz gegen diesen Beamten twrju&eugcn, traf am Samstag abend eine Abteilung Gießener Reichs­wehr, (120 Mann mit mehreren Maschinen- ^gewehren) in Büdingen ein, die Polizeioirektvr Wehner, der als Regieningskommissar zur Un­tersuchung dieser Vorfälle in Büdingen weilt, zur 33etfügung steht.

Kreis Lauterbach.

fb. Schlitz, 30. Mar. In einer Bürger/ Versammlung, in der Maßnahmen über V e r- billigungdes Holzes beraten wurden, legte der Dürgermciter in längeren Ausführungen die Rechtslage bezügl. der Wald-Holzreckcke der Bürger­schaft an den Gräflichen WaDiingen klar. Er be­richtete auch von den LZerlMidllmgen, die er mit Forstmeister Seeger geführt hatte, als deren Ergebnis er festßellte, d.itz das Fvrstamt nach Rücksprache mit dem Grafen ungefähr Vs der Be­rechtigten eine wesentlich>e Verbilligung cwtrüim ließ, abgestuft nach dem Grade der'ckrfttgfeit. Ein Teil, besonders diejenigen, die erwerbsunfähig sind, erhielten das Jckhrholz für den Hwierlobn. der Rest bezahlte V» des geringen Extvapreises. Tie Mthrzo'hl der Versammelten war jedvch der Meinung, daß eine generelle Verteilung crstpcht werden solle und daß eine unterschiedliche Behmd-

ht worden. Auch das ftädttsche Lebens- t mit seinen tun» 1500 Beamten geht in iften Tagen energisch an den Abbau der

gewünscht werde. Es wurde schließlich cirie Im­mission gewählt bestehanrd aus 2 Eemeindkratsmit- gliedem, 2 Landwirten und 2 Arbeitern, die bte Verhandlungen führen sollen.

Kreis Friedberg.

bz. Bad-Nauheim, 31. Mai. Der Brot­preis für ein 1900 Gramm schweres Graubrot beträgt ab 311 Mai wieder 4,80 Mk. Der Milch­preis beträgt ab 1. Juni: Ein Liter Vollmilch abgeholt 2 Mk., ein Liter Vollmilch zugetragen 2z20 Mk., ent Liter Magermilch abgeholt 1 Mk., em Liter Magermilch zugetragen 1,20 Mk.

Starkenburg und Rheinhessen.

Groß-Gerau, 30. Mai. Die Maul- und Klauenseuche hat jetzt im Kreise Groß- Gerau einen derart gefahr-drohenden Charakter an- -genommen, daß fast gar feine Milch mehr zur 2lb- igabi' gelangen Bann. Einige Gemeinden mit rein bäuerlichem Charakter mußten die Milchablieferung Ibevefts ganz einstellen. Für die Säuglinge und Kinder bis zu zwei Jahren muß Büchsenmilch be­schafft tverden. Ter Seuche fallen viele Tiere zum

botder Holzauskäufe durch nicht im Regie­rungsbezirk Wiesbaden beheimatete Holzhändlev durchzufetzen. Man glaubt, daß durch diese Dolz- käufe die Frankfurter ZZersorgung zum mindesten gefährdet, wenn nicht unmöglich gemacht wird.

10. Tagung der Prekprüsrmgrftellen.

Gießen, 29. Mai.

Wie bereits gemeldet, begann am 25. Mai die 10. Tagung von Vertretern des R-ttchsmirb» chaftsminisierinms uni> der beteiligten Zentral fiel­en mit den Vertretern der deutschen Lances-, PMvinz- und Bezirkspreisprüftingsstellen in Gießen. Tie Tagung nmrde am 26. Mai im SeiMtssaal der Landes-Universität erösftiet. Zur Begrüßung waren erschienen als Bwireter der Regierung der Präsident des Landes-Arbefts- und Wirtschaftsamts Raab, Minime ialiat Emmer­ling vom Ministerium des Innern, Regierungs- assesor Mornewcg vom Landes-Einährungs- amt und Polizeiamtmann Dittmar von der Polizeidireknon Tarmstadt, von der Provrnztel- direklion OberfesM Oberregierungsrat Welcker, als Vertreter des Rektors der Landes-Universität Professor Dr. S k a l w e i t, als Vertietec des Ober­bürgermeisters Gießen Beigeordneter Krenzien.

Außer Vertretern des Rcichswiitschastsmini- teriums waren erschienen der Vertreter des Prenß. Staatskommissars für 33ol:sernährung, Rc- gierungsrat Frielinghaus-Brin, als Ver- tretet des Reichsern ähruiigsinrnißettums Rc- gierungsrat S ch u st e r - V.rlin, als Vectreter des Preuß. Landespoliz iamtes Lmterichter Dr. F a l k. Außer den Vertretern der deutschen Landes-, Pro­vinz- und Bezirkspreisprüsungsstelten war mich ein Vertreter feer freien Stadt Danzig erschienen.

Tie Tagungen wurden am 28. Mm abgeschlvs- en. Tie 33erhand<ungen waren niäftöffentlich Uno vertraulich, lieber btc Ergebnisse der Verhand­lungen darf daher nicht berichtet werden.

Tie Verhandlungen betrafen wichtigen Fragen der allgemeinen Preispolitik und der Revision ver LSucher-Gesetzgebung. Auch der Ausbau des Preis- prüfungswesens wurde besprochen. Jedenfalls ist für die Uebergangsivirtschaft noch längere Zeit mit einem Fortbestehen der Preisprüsungsstellen zu rechnen, deren Aufgaben k ineswegs geringer geworden sind, sondern an Bedeutung gewonnen haben. Tie veränderten wirtscha'tlichen Verhält­nisse tverden allerdings eine gewisse Revision der bisher geltenden Grundsätze der Preispolitik zur Folge haben. Das Ziel aller dieser Bestrebungen ist, eine allmähliche Ctesundung und einen Wieder- ausfchwung uarserer Wirtschaftslage zu begünstigen

Die Wahlbewegung.

Gießen, den 31. Mai 1920.

* Au sbau und Deutsche Bolkspar­tei hieß das Thema, über das Sonntag abend Provinzialschulrat Geheimrat Dr. Runkel, M. d. N., int Einhornsaale sprach. Trotz Sonntag mtb guten Wetters hatte die Deutsche Bollsparttt einen vollbesetzten Saal. Pvof. Krausmüller wies crls Vorsitzender auf die Bedeutung der nächsten Wahlen hin, worauf Geheimrat Dr. Runkel folgendes ausführte: Das ganze Abendland stehe im größten wirtschaftlichen Kampfe, der sich zwi­schen der kommunisttschen Richtung einerseits und den staatsbürgerlichen Parteien bis tief hi die So- Aaildemokratie hinein andererseits austrage. Der Kommunist proklamiere wissenschaftlich unhaltbar die Gleichheit aller Menschen und damit die Auf- h-bimg jeden Privateigentums. Die Menschm seien aber weder gleicharttg, noch gleichwertig. Das Pri- vateigentuni könne daher nicht durch Bolksbeschluß mteignet werden. Jeder tverde sich dagegen sträuben, well das Eigentum die größten volks- erz-ieherischen ÜBerte habe. Die Heimentäußerung Müsse demnach auf dem Wege der Gewalt vor sich gehen, durch die Räterepublik und die Diktatur des Proletariats. Dies werde zum Ruin führen, weil Vergewaltigung Gegengewalt Hervorrufe. Dar Aus­gleich zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer, der Uiibedingt notwendig sei, müsse aus andere Weise stattsiriden, nicht durch Zugrimderichten einer Par­tei. Daher müßten sich alle staats'.ttirgerlichm Par­teien von der Sozialdemokratie bis zur äußersten Rechten zusammenschließcn. Sie ständen gemeinsam aus dem Standpunkt individualistischer Welt­anschauung. Die Einzelwertung der Persönlichkeit sei bisher praktisch nicht genügend durchgeführt worben. Erforderlich sei dazu vor allen Dingen eine Neugestaltung des Sck-ulwesens. Die Ein- htttsschule habe große Möglichkeiten, wenn man auch da schon wieder einseittg nach der intellek- tictilcn Veranlagung vor gehe und die Wlllens- itnb Gemütswerte über sehe. Der erziehliche Aufbau Deutschlands habe die liberale Persönlichkeitswer- hnrg zur Voraussetzung. Der neue Liberalismus der Deutschen Bolkspartei überspanne die indivi­duelle Wtrtschaftsentwicklung nicht mehr, sondern lasse sie vom sozialen Gedanken begrenzen. Die Sozialisten hätten entweder das Problem der So­zialisierung nicht erfaßt, oder zögen nicht die KvN- fiequenzen, sonst müßten sie zu prinzipieller So­zialisierung kommen. Sie sozialisierten aber nicht einmal aus Nützlichckeitsaründen dem Staatswesen gegenüber, sondern lediglich der Maffe wegen. Tie Sozialdemokratie sehe ein, daß durch Sozialisierung die Lage des Arbeiters wicht gebessert Werben könne, aber sie wage es nicht, dies ihren Wählern ein­zugestehen. Ein sozialisiertes Deutschland fei ver­loren, fein Ausländer werde feinem Idealismus helfen. Demokratie verflache, mache auf einem tiefen Standpunkt gleich, mir Liberalismus ermögliche echte Perfönlichfeitswertung. Deutsche Industrien Dnne man sozialisieren, aber ihre besten Kräfte und Köpfe würden ins Ausland ebkxnrbern. Au kulturellem Gebiete könne man Kommunist sein,

** Amtliche Personalnachrichten. Ernannt wurde der Direktor der Realschule zu Lauterbach Dr. Otto Kammer zum Direk­tor der Oberrealschulc zu Worms mit Wirkung vom 21. März ab.

** Aus dem Stadtthealerbureau. Nochmals sei ausdrücklich auf die morgige Auf­führung vonCharleys Tante" hingcwre^en, die bekanntlich als Vorteilsabend für die Mit­glieder gegeben wird. Das Werk hat gestern abend tn einer sehr flotten Ausführung im Kurtheater Bad-Nauheirn wieder den gewohnten jubelnden Beifall erzielt.

* Ertappte Diebe. Der vor einigen Tagen gemeldete Zigarren-undZiya- reiten-Einbruchsdie'bstahl hat seine Aufklärung gefunden. Als Tciter wurde am verflossenen Freitag ein sich vorübergehend dahier aufhaltender VizefeLwebel in dem Augenblick festgenommen, als er sich von dem Erlös der gestohlenen Waren, die er in Frank­furt a. M. veräußert hat, in hiesigen Ge­schäften Zivilkleider kaufte. Zu seinem Ver­hängnis wurde, daß er am Tage nach der Tat m Großen-Lindeu Zigarren verkauft und einen Karton zurückgelassen hat, die der Ge­schädigte als sein Eigentum anerkannte. Aus Grund der von den dortigen Zeugen gegebe­nen Beschreibung gelang es einem Kriminal­beamten, ihn auf deiy Marktplatz festzuneh­men. Ferner konnte am verflossenen Samstag der Dieb festgenommen werden, der in der vorigen Woche in der Wasch­anstalt der hiesigen Kliniken den Wäsche­diebstahl ausgeführt hat. Als solcher kommt ein Strafgefangener in Frage, der als Patient der Klinik überwiesen war und nach Ausfüh­rung der Tat flüchtig ging.

** Gefunden wurde ein Paket mit 1 Paar Schnürschuhen, 2 Hosen, einer Weste, einer Drillichjacke, zwei Paar Wickelgama­schen, einem wollenen Vorhemd, einer feld­grauen Schirmmütze, einem Taschentuch, drei Bürsten, Griffelkasten, Bleistifte, Federn, Bücher, Zahnbürste und einer Sattlernadel. Die etwaigen Eigentümer wollen sich auf der Kriminal-Abteilung melden.

** Städt. Seefischmarkt. Morgen Dienstag, von 8 Uhr an, kommen in den Martt- lauben größere Merken KabÄjau und Schellfische, 26pfwtdigc zum Preise von 1,50 bis 2 Mk. bei

gen beigebracht.

Berlin, 31. Mai. Au der Frage, ob Deu tsche Volkspartei gegebenenfalls w- den Wahlen einer erweiterten Regier beitreten werde, äußerte sich der

Hessen-Nassau.

= Frankfur t a. M., 30. Miai. Der Preis­rückgang der Lebensrnittel hält an. Am Samstag kostete Reis vielfach schon 5.50 Mark, Bohnen 1.40 Mark, Schmälz 19 Mark. Kokosfett 18.50 Mark, Kakao 14 Mark, Haferflocfen 3.10 Mark. In den stÄrtischen Berkaufsstc-llen stockt der Absatz, da hier die Waren nicht untoesenllich teurer tterkauft werden, so z. B. Reis mit 7.50 Mark, Bohnen mit 2.50 Mark, Kokosfett 19.50 Mark. In der Rhein Maintschen Lcbansmtttelstcslc ist die Zahl der Hllfsarbttter von 115 aus etwa 30

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