Montag, 3t. Mai 1920
iro. Jahrgang
(Prio.-Tel.) Laut
Reichs kohle n-
Berlin, 29. Mai.
Häuser, betr. Gleichstellung der Frauen ufrv., wird
Republik ist ein Pufferstaat und umfaßt alleI »orläufiff zurückgezogen, woraus sich der Ausschuß Staaten östlich des Barkalsees brs,vertagt.
Kamtschatka.
Au» dein Ueiche.
Keine KohleitpreiserhSlfung.
sen, auf denen wegen der Zurückhaltung dec Käufer in Erwartung weiterer Preisrückgänge Aufträge nur in verschwindend geringem Umfange gegeben worden sind. Die Aschermittwochsstimmung, die der Berichterstatter der „Bossischen Zeitung" auf der Frankfurter Messe fest-gestellt hat, breitet sich im Augenblick immer mehr über der deutschen Geschäftswelt aus, die Aussichten, die nach den obigen Darlegungen das Wirken der Betriebsräte eröffnet, tragen, wie wir hinzufügen möchten, nicht dazu bei, sobald eine anders Stimmung auftommen zu lassen.
Wladiwostok, 31. Mai. (WTB.) Dav. Tschitscherin notifizierte der Regierung txm Weredinsk deren Anerkennung durch bie Räteregierung und die Bereitschaft, mit ihr in Beziehungen zu treten. Die ostasiatische
liefen Personen gra ledjnen. Soweit Verurteilungen rxmiegen, m-xfyc der R- i iSuräsident in fe- ttächllicken Zahl fällen nm seinem Begnadi- gungsrecht Gebrauch. Im übrigen wirb itt Bearbeitung von Gn2dmfachen txrri den betet l'gten Dienststellen mit der grössten BesckLeimigung durchgeführt.
Erneuerung des englisch-japanischen BündniffcS.
Tokio, 31.Mai. (WTB.) Der ehemalige Ministerpräsident Okuma erklärte in einem Interview, daß ein englisch-japanisches Bündnis in erhöhtem Maße notwendig sei, denn die Lage im Orient sei kritisch. Tas Bündnis dürfte von den Bereinigten Staaten freundlich ausgenommen werden, die sich vielleicht sogar anschließen würden.
Eine neue ostafiatische Republik
Begnadigung im Ruhrgebiet.
Berlin, 30. Mn. (StAff) Nach fen ojti Kommissaren der R istS^merung im Rüforgebtet vor einigen Tagm getroffenen Feststellungen grg bie Zahl der wegen Beteiligung an den Märzunruhen Verhafteten beträchtlich zurück. So verringerte sich in De'ei die Gesamt- zM der Unteriu,stungA> '<r• gme-1 ton ctiva < 0 auf 246, in der Gefangeneniarnrnristelle Dortmund von etwa 200 auf 50. Ti? Nachprüfung, inroüircit in Ermittlmrgs'acfe 1 wriLrr La'tenila ungen ge- I rechtfertigt sind, schreitet fort. Danach ist mit I einer öcuazn Skrringennig der in Haft 'beftnd-
Abendblättern beschloß der verband in einer gemeinsamen Sitzung mit dem großen Ausschuß des Reichs- kvhlenrats nach Stellungnahme zu dem Antrag des R heini s ch-We st f älrs chen Kohlen s y nd ika ts auf Erlst>hung der Kohlenprcise, eine jvohlenpreiserhöhung für Juni nicht eintreten zu lassen. Die Arbeitgeber erklärten sich bereit, einen Teil der Lohnerhöhung ohne Preiserhöung auf sich zu nehmen, während die Arbeitnehmer damit einverstanden waren, daß die vereinbarte Lohnerl)öhung nicht in bar, sondert: durch Verbilligung der Lebensmittel geleistet werde.
Au» Hessen.
Schulausschuß unb GesetzgchungsauSsttzuh.
rmk. Darmstadt, 27. Mai. Der 6. Sonderausschuß sog. Schulausschuß, tagte heute unter seinem Vorsitzenden Abg. Kaul um die Regierungsvorlage betr. das Volksschulgesetz, sowie die hierzu vorliegenden 21 Vorstellungen und den Antrag Schulte betr. Beaufsich- gung der Schulkinder in der Kirche zu beraten.
Das Landesamt für das Bildungswesen hat bekanntlich mit Zustimmung des Gcsamtmini- steriums eine sog. Notverordnung erlösten, welche ohne formelle Gesetzesabätrderung bis zur Erledigung der in Aussicht stehenden Schulreform eine Reih? von Bestimmungen trifft in denen:
die Erteilung religiösen Unterrichts usw. der Willenserllärung der Lehrer und die Teilnahme an religiösen Unterrichtsfächern, kirchlichen Feiern usw denjenigen überlassen bleibt, welche über die Erziehung des Kindes zu b.fftimmen haben. Die Verpflichtung zur Ausübung des Organistendienstes erlischt drei Monate nach Annahnre dieses Beschlusses:
Lehrer können auch »u Mitgliedern der KreiS- schuldmmissionen gewählt roerfen. Art. 76 Ziff. 2 rctrb aufgehoben:
auch die Volksschullehrer Tömtcn zu Vorsitzenden des Schulvorstandes ernannt werden.
Die Strafsätze für unetrtschuldigte Versäumnis werden auf den zehn fachen Betrag erhöht.
Der Ausschutz hat die Vorlage in dieser Form abgelehnt und gemeinsam mit dem 5. Punkte, nonach verheiratete Lehrerinnen in ihrem Dienstverhältnis zu belasten sind, der Regierung mit dem Ersuchen überwiesen, alsbald eine bestimmte Gesetzesvorlage im Sinne der vorliegenden Punkte auszuarbetten und so rascb wie möglich dein Plenum der Kammer vorzulegen. Tic weiter vorliegenden Anträge, den Religionsunterricht feircfl'cnb, werden der Regierung als Material überwiesen.
Am Nachmittag trat dann der Gesetz - gebungsausschuß unter seinem Vorsitzenden Abg. Schröder zusammen und beriet zunächst das Für sorgekassegesetz. In Art. 6 wurde festgesetzt, daß bei voller Pensionierung 40 Dienst- jafore festgesetzt werden sollen. In Art. 13 sollen die Pensionäre den Staatsbeamten gleichgestellt werden. In Art. 54 wurde ein Antrag des Abg. Knoll bett. Schaffung eines Schiedsgerichtes angenommen und im übrigen das G?sctz mit einigen redaktionellen Aenderungen erledigt. Weiteo wurde die neue Geschäftsordnung, sowie der An- trag Reh, bett, das Kunststtaßengesetz, angenommen und der Regierung zu baldiger Durchführung empfohlen. Ein Anttag der Abg. Frau Stein-
zusctzen.
Die Welfifche Bewegung.
Berlin, 29. Mai. iWolfs.) Der Staatskorn- mistar Weis mann erklärt zu i>en Nachrichten über die welfifche Bewegung in Hannover:
Daß die deutsch-hannoversche B'tvegimg mit größter Lmrinäckigkeit ihr Ziel, die Lostren- n u n g von Preußen, verfolgt, war und ist der Regierung bekannt. Es wird auch nicht daran gezweifelt, daß die Führer der Bewegung gegebenenfalls nicht vor Gewaltmaßregeln zurück- fchrecken würden, um ihre P änc au. zuführen Dagegen ist lein Anlaß zu der Befürchtung txnfemfen, daß es den Treibern der Loslösmtgsbesttc bunten griang, rein deutsch-hannoverscfe Reichswe h r- verbände in der Provinz zu iefoaifen, die im geeigneten Augenblick jur Ausübung ihrer Zwecke bienen würden. Gerade in den Kapptagen, in denen zweifelsohne die Welfen ihre Plän: zur Ausführung bringe. 1 wollten, fdy/ürrie sogar d r Versuch, sic in die Tat umzusetzen, an der energischen Leitung der inilitärisclicn Macht in fer Provinz. Man darf al eriings sicher f-.tn, daß fee Bestrebung n zur Los.ö'ung £xntiuver§ durckmus nicht aufgeg.b n stad. Jrnmerfoi t stellt fer Vc - fecht, daß unter der Landbevölkerung Waffen in einem Unffonge vorhanden such, die chre Desirn.- mung, lediglich jur Sicherung bs Eigenmms und Lebens g-gen Verbrechen zu beim. nicht rcch - fertigen, ein beunruhigendes Momeitt dar. Maßnahmen, um zu der Estlzühun^i der illegalen Waffarbestä dc zu gelangen, lind bereu's seit längerer Zeit im Gange
Der Kampf um das Betriebs: rätegesetz.
„Der Kampf um die Auslegung des Bc- iriebsrätegesetzes hat auf der ganzen Linie bo- gonnen." Diese Worte, die Aufhäuser, der Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft freier An- aestelltenverbände, der „Asa", in einer Versammlung nach einem Bericht der „Freiheit" geäußert hat, deuten daraus hin, daß die radikalen Führer der Angestellten- und Arbeiterschaft Dem Betriebsrätegesetz eine Auslegung geben wollen, die milde gesagt, nicht in dem Wortlaut des Gesetzes begründet ist und die selbstherrliche Verwirklichung sozialistischer Ziele bedeutet. Man kann daher dem Führer des Metallarbeiterverbandes, Oskar Rusch, nur zustimmen, wenn er (ebenfalls in einem Aufsatze des Berliner Organs der unabhängigen Sozialdemokratie) sagt, daß das Bctriebs- lesetz zu einer Quelle neuer schwerster Konflikte werden wird und daß dem Wirtschaftsleben Deutschlands die schwersten Gefahren drohen. Nur da muß man ihm widersprechen, wo er diese Konflikte und Gefahren auf die Haltung des Unternehmertums, auf dessen angeblichen Herrn-im-Hause-Stand- punkt und auf die „Sabotage der Unternehmer gegen die praktische Anwendung des Betriebsrätegesetzes", zucückführt.
In welche Pläne die radikalen Arbeiterführer die Betriebsräte — wie man wohl sagen darf — hineinhetzen wollen, geht mit besonderer Deutlichkeit aus einem Aufsatz hervor, den Ernst Däumig in seinem Organ „Ter Arbeiterrat" (Nr. 15) veröffentlicht hat. Nach Däumig kommt es darauf an, daß die Betriebsräte, über die Paragraphenschranken hinweg, gestützt und getrieben von den hinter ihnen stehenden Arbeitermassen, dem Sozialismus im Produktionsprozesse den Weg bereiten. Und deutlich spricht er aus, daß die Bü- lriebsräte nicht bloß „den wirtschaftlichen Kampf im Betriebe gegen den mit allen Mitteln um seine Machtstellung ringenden Un- ternehmerabsolutisrnus zu führen haben, sondern daß dieArbeit der Betriebsräte nach Därit- mig „.Ander der sozialen Revolution" sind. Er meint allerdings, daß das Betriebsräte- gcsetz noch lange nicht das letzte Wort sei, das in bezug auf die praktische Verwirklichung des Sozialismus gesprochen ist. Er meint ferner, daß kein Betriebsrat seiner Aufgabe gerecht wird, wenn er sich nur von betriebsegoisti- schen Erwägungen leiten läßt, d. h., wenn er nur darauf bedacht ist, den Betrieb, in dem er zufällig tätig ist, möglichst leistungsfähig im kapitalistischen Konkurrenzkampf zu gestalten. Zu einer besonderen Gefahr für ijeben Betrieb und damit für die gesamte deutsche Produktion würde das Verhalten der Betriebsräte werden, wenn sie den Ratschlägen folgen, die Däumig in bezug auf den § 30 des Gesetzes gibt. In diesem Paragraphen heißt es, daß die Sitzungen des Betriebsrats in der Regel und nach Möglichkeit außerhalb der Arbeitszeit stattfinden und daß von Sitzungen, dle während der Arbeitszeit stattfinden müssen, der Arbeitgeber rechtzeitig zu benachrichtigen ist: Der Zweck dieses Paragraphen ist ganz offensichtlich, die Betriebsratssitzungen während der Arbeitszeit auf das geringste Maß zu beschränken. Die Auslegung, die im „Arbeiterrat" diesem Paragraphen gegeben wird, geht aber dahin, die Betriebsratsfttzun- gen möglichst während Der Arbeit stattfinden zu lassen. Däumig sieht voraus, daß das zu schweren Konflikten führen wird, meint, aber, daß die Arbeiterschaft vor jobben Konflikten nicht zurückschrecken darf. Ein Kommentar zu solchen Plänen, Ratschlägen und Auslegungen erübrigt sich. Folgt die Mehrzahl der Betriebsräte dem von ihren radikalen Führern ausgegebenen Losungswort, so ist für die deutsche Volkswirtschaft eine neue, in ihren Wtr- kungen noch gar nicht absehbare Gesahren- quelle geschaffen. .
Wie wenig die deutsche Wirtschaft gerade jetzt alle diese Störungen und Beunruhigungen vertragen kann, zeigt, worauf Ernst Collin kürzlich in der „Deutschen Industrie", dem Organ des Reichsverbandes der deutschen Industrie, hinwies, der Verlauf der kürzlich vollendeten Frankfurter und Breslauer Mes-
Daö unabhängige Lettland.
Kopenhagen, 29. Mai. (Dolfs.) Das lettische Prossebureau meldet aus Riga: Am 27. Mai proklamierte die lettische Nationalversammlung einstimmig Lettland als unabhängigen Staat auf demokratisck-er Grunfe läge. Für die feierliche Erklärung ftimmteir auch sämtliche nationalen Minderheiten, Deutsche, Russen und Juden.
Die BertrauenätagcSorduung für Millcrand.
Paris 29. Mai. (Wolff.) Die gestrige Vertrauenstagesordnung der Kammer für das Ministerium Millerand lautet: Die Kammer ist der Ansicht, daß der Vertrag von Versailles die völlige Wiedergutmachung der an Personen und Sachen ver» übten Beschädigungen Dcu'tsckstanb a u f e r - legt. Sie billigt die Erklärung der Regierung und hat das Vertrauen, daß sie die Rechte und Interessen Frankreichs toahren werde, indem sie im Einverständnis mit den Alliierten alle Garantien aus dem Friedensvertrag sicherste! lt.
Paris, 29. Mai. (Wolff.) Nach einer Melduna des „Evening Standard" erwartet man Millerand und Finanz Minister M a r s a l Ende Bommenbet Woche in London.
Eine Zweigstelle der Wiedcrgutmachuugs- (ommiifion in Berlin.
Berlin, 29. Mai. (WTB.) Wie das Acht- Ustr-Al'eudblatt aus zuver.ästigcr Quelle erfährt, beschloß die Pariser Wieder aut* machungskommission, in Berlin eine Vertretung der Wiedergutmachungrkommission ein* zurichten, die aus je einem sranzölisch.rn, englischen, italienischen und belgischen Delegierten befrefen wird. Die Teilnahme Amerikas bildet noch Gegenstand von 23erlxmblungen. Der französische Vertreter wird über Deutschlands Industrie und Bergwerke zu berichten haben, der englische Delegierte sott sich mir Geldinstituten, Kreditsragen :md att- aerncineu Finanz- und Balutormgelcgenheiten beschäftigen, der italienische Vertteter wird mit der Untersuchung der Berkehrslage bettaut sein, dem Brigier soll die Aufgabe zufatten, über die Verhältnisse der deutschen Landwirtschaft zu berichten. Dec Gcnecalsekrctäc des neu einzurichtenden wirtschaft: icfen Jnsormatümsdi nstes, der Franzose Billotcaux, traf bereits vor einigen Tagen in der Reichshauptstadt ein. Der Vertreter Frankreichs wird Professor tzaguehin fein, der bereits seit längerer Zeit als Leiter der französischen Wirtschaftskommission in Berlin tätig ist. Die andern Delegierten sind noch nicht ernannt.
Eupen und Malmedy.
Paris, 29. Mai. (Wolff.) Havas. Die Botschafter ko nferenz trat am Samstag morgen zusammen und setzte in Anwesenheit des belgischen Botschafters die Bedingungen fest, unter denen die im Friedensvertrag vorgesehenen Volksbefragungen in Eupen und M a l m e d y vor sich gehen sollen. Weiter mürbe die Plebiszitkommission von Klagenfurth gebildet.
Die deutsch-französischen Wirtschaft»- verhandlungen.
Berlin, 29. Mai. Hugo Stinnes wird heute zu Konferenzen mit wirtschaftlichen Sachverständigen nach Paris reifen. Seine Besprechungen sind eine Fortsetzung der bisher in Paris gepflogenen Wirtschaftsverhandlungen.
Vom Kat des Völkerbundes.
Paris, 29. Mai. (WTB.) Der Rat des Völkerbundes tritt am 27.Juli in San Sebastian zusammen.
putschgespenftn.
Eine Loyal ilütsrrklärung der Berliner Rrichswrhriornmandeurr.
Berlin, 30. Mai. (WTB.) Das Reichswehrministerium teilt mit: Aus Anlaß der zahlreichen Putschgerüchte erschienen heute die Kommandeure der Qkmtifonen Groß- Berlins beim Reichstvehrminister und legten ihm folgende Erklärung vor: „Wir versammelten ftonrmanbeurc der Garnisonen Groß-Berlins geben hiermit dem Reichswehr- minister die feierliche Erklärung ab, daß mir und die uns unterstellten Truppenteile bedingungslos hinter der verfassungsmäßigen Regierung stehen und mit unseren Truppen bereit sind, die Verfassung gegen jeden gewaltsamen Umsturz, von rechts oder liitfe, wenn es sein muß, auch mit Waffen zu schützen. Wir bitten diese Erklärung auch dem Reichspräsidenten zu unterbreiten."
Der Re ichswehrmi nister erwiderte: Mit Befriedigung nehme ich die feierliche Erklärung Ihrer Loyalität entgegen. Sie gibt mir die Gewißheit, daß wir den nächsten Wochen mit unbedingter Ruhe und Zuversicht entgegensehen können. Ich danke Ihnen. Uebermitteln Sic, bitte, allen Ihren Offizieren, Unteroffizieren und Mannschaften meine kameradschaftlichen Grüße. Ich vertraue Ihnen, baue'auf Ihr Manneswort und danke Ihnen von ganzem Herzen. Ich werde heute noch dem Reichspräsidenten Meldung erstatten.
Der Reichspräsident hat die Erklärung mit Dank und Befriedigung entgegengenommen.
Die aufgelösten Freikorps.
Berlin, 30. Mai. (WTB.) In der letzten Zeit machten sich Bestrebungen bemerkbar, die Entlassenen ober zur Entlassung bestimmten Angehörigen b e r Freikorps ober ähnlicher Formationen zusammenzuschließen, um der Auflösung Widerstand zu lei st en ober aufgelöste Verbänbe wieder zu vereinigen. Um diesen Vorgängen, die nicht nur die Ausführung der von Deutschland im Friedensverttag übernommenen Verpflichtungen gefährden, sondern auch zur Beunruhigung der Bevölkerung führen, tatkräftig begegnen zu können, ordnete der Reichspräsl- ben t auf Grunb des Artikels 48 Absatz 2 ber Reichsverfassung in biefet Berorbirung vorn 30. Mm besonbere Maßnahmen an. Dadurch wird jebe Auffvrberung an frühere ober derzeitige Angehörige ber Freikorps zu vereintem Ungehorsam ober gewaltsamen Widerstanb gegen bie Anordnungen ber zustänbigen Dienststellen, insbesondere gegen bie Anordnungen über die Auslösung, Verringerung, Umgliebenmg ber bestehenden Verbände ober Widerstand gegen solche Anordnungen mit Zuchthaus bis zu fünf Jahren fei Vortiegen mildernder Umstände mit Gefängnis bestraft. Die gleiche Strafe trifft denjenigen, der es unternimmt, 0fone Genehmigung ber zustärQigcn Stelle Personen zu Bcrbänocn militärischer ober polizeilich r Art zusammenKuschl eßen, oder wer an so efen Verbänden teilnimmt. Der rieichsweforniinister ist ermächtigt, zur Aburtettung solcher Sttaftaten nach Bedarf außerordentliche Gerichte ein»
Etzin« und Japan.
London, 31. Mai. (WTB.) Reuter erfährt, daß China den Versailler Vertrag nickst unterzeichnet hat wegen ocr Anstel, die bie deutschen Rechte auf <xfxnrtung an Iavm Übertragt Aus diesem Grunde lehnt es China ab, mit Japan Verhandlungen über Schantung ein- nüciten, denn diese Verhandlungen würden die Anerkennung der bcttefsenden Artikel bedeuten. Zu dem javanischen Anerbieten, seine an ber Schantunabahn postierten Truppen -urückzu-iehen, bemerkt China, baß eS selbst vollkommen m ber Lage sei, den SchuJ dieser Linie auszuüben und daß überdies Deutschlarck nie das Recht gehabt, iwch sich genommen habe, an dieser Linie Truppen zu hatten. . .
London, 31. Mai. (WTB.) China wird btc von Japan augcbotenc Zurückziehung seiner Truppen annehmen. Das wirb bas Ende dieser im gerechten Besevung bebrüten. Wie China am 25. Mai Japan mitgeteilt hat, kann es den RückMg nach seinem Beliefen vornehmen Diesenr Rückzug soll nickst die Bebeuttmg einer Einleittmg von Verhandlungen über Schantung ober einer Anerkennung bes Versaitter Bcrttages bezüglich Sck-antuttg durch China -ukornmen.
DaS Beto Wilsons.
Washington, 28. Mai. (Wolsf.) Die Bemühungen, Wilsons Veto gegen die Friebensresolutvvn der Republikaner unwirksam zu machen, sind s e h l ge schl a gen, ba bet ber Abstimmung im Repräsentartten- Hause 29 Stimmen an ber erfvrberlichen Zweibrittelmehrheit fehlten. Das Stimmenverhältnis betrug 329 zu 152.
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