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Swett« Blatt

Ar. 26

Lietzener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheflen)

Samstag, Zl. Zaimar (920

Devisenmarkt.

Datum:

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Berlin

(Nachdruck verboten.)

Fortsetzung 33

von

Bent Bcmken.

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27,47

29,72

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Börsenkurse.

Frankfurt

1351,50

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Zürich . . . Amsterdam. Kopenhagen Stockholm . Wien....

1349,- 1668,50 1546,50 1498,50

Mit bebenden Händen hielt Estrid die Blüten vreftte sie an ihre Brust,der einzige, der mein Stacht," flüsterte sic vor sich hin, und doch schob ile voll schmerzlicher MtterVeit die Blumen zu- rua. Sie wollte Akk rufen, die Blumen ins Nasser zu stellen, aber sie unterlieft es nfteter.

Sie nruftte an Bent Borrken denken, .nie sie nnt ihm gespielt, wie sie erne grausame Luft empfunden, ihn sich ihr geneigt zu machen. Ge­fühle in ihm zu wecken, die ihr selbst fern lagen, und wie Schani wallte es in ihrem Herzen auf. Er hatte eine so feine Seele, er verstmch ihr Leid,

Er wird deinen Fuft nicht gleiten lassen, denn seine Hilfe schläft nicht."

Da öffnete sich leise die Tür unb Alle schob ein Paket auf den Tisch.

Wortlos ging sie wieder hinaus.

Estrid starrte auf das Bafel mit den fremden Marken und der fremden Handschrift, dann rift sie in fieberhafter Hast die Umhüllung ab.

Wer formte an sie zur Weihnachtszeit in fer­nen Laichen denken? Wen hatte sie, bar ihr nahe stand?

Wie verzaubert starrte Estrch auf die duftigen Blüten, die ihr aus dem Pakt entgegen larhiten und ihr den hellen Frühling in ihre Krankenstube zauberten. Dann beugte sie ihr Antlitz tief her­ab und tiiftte die zarten Blütenkelche, die ihr so wonnig entgegendufteten.

Mimosen, leuästende, purpurrote ^ielkcn, Veil­chen und duftschwere Rosen und dazu ein winziges Kärtchen, auf dem nichts zu lesen stand als die Worte:

Aus daft es wieder Frühling werte im Gotteskoog, einen Gruft aus dem sonnigen Süden

Gelb

30.

Horch. Drüben im Pesel sangen die Kinder du tarnten alten Werhnachtslieter. Ganz deutlich hörte Estrid auch Peters kräftigen Bariton, wie er an­dächtig und kindergläubig mit den Meinen sang: Es ist ein Ros' entsprungen Aus einer Wurzel zart."

Und als es dann so still und feierlich durch das Haus klang:

Stille SLacht, heilige Nacht"

da sästug Estrid beide Hände vor ihr von Tränen überströmendes Anllitz unb in ihrer stolzen Seele stieg es auf wie ein Gebet.

Nun war es wieder still im Haus. Jubelnd hatten es die reich beschenkten Printer verlass m, und Peter saft wohl allein im Pesel unter dem Christ bäum bei der Abendmahlzeit. An sie dachte feiner, nicht mal Akke kam, sich um sie zu küm­mern.

Eine grenzenlose Verlassenheit bemächtigte sich Eftrids und mit Scheu blickte sie zuweilen nach dem Fenster. Etwas Hilfloses lag in ihren Augen, als sie nach der Bibel auf dem Bortbrett griff und sie dann aufschlug.

Lange hatte sie nicht in dem heiligen Buch gelesen.

Ich hebe meine 'Jütgen auf zu den Bergen, t-'on welchen mir Hilfe kommt."

Sie neigte ihren blonden Kopf tief auf d.rs Buch der Bucher und lös.-

Neuapostolische Gemeinde

Gottesdienste: Sonntag nachmittag 3'/, Uhr 64 Mltiiooch abend 8 Uhr.

Dries Ja». 3193,- 1351,- 1671,50 1551,50 1551,50

Datum: 5®/D t ut Jhi eg sanl 4®/,Deut.Reichsanl. 3"/Deut.Reichsanl. 4°/0 Preutz. Konsols Darmstädter Bank Deutsche Bank. . . Disconto - Gesellsch. Dresdener Dank. . Rationalbank f. D. Mitteld.Treditvank H.-Amerik.-Paketf. RorddeutscherLloyd Doch.Guhstahwrk. D.-LuxembDergw. Belsenkirch.Bergw. Harpener Bergbau Oberschl.Tisenb.-B. Obersch les. Tiseninb. Phtznft.Drgb..Akt. Dad.Anilin, u.Soda Höchster Farbwerke Elektr. A. (E. (ß.. . Schuckert-Werke . FeltenLGuilleaume Daimler......

Bud.-Eisenw.-Akt. Adlerwerke .... 4% Hess. Saatsanl. Electron Griesheim

Geld Brief

29. 3an.

Holland......

Dänemark.....

Schweden . . . . . Norwegen.....

Schweiz ......

Wien (altes). . . . Deutsch-österr.abg. Budapest......

Prag........

Helstngfor» .... Spanien ......

Seegespenster.

Roman von AnnyWothe.

Astrfrräbes Copyright 1418 by Anny Wothe-M.hn, Leprig.

darum sandte er ihr aus fremden Land den Weih­nacht sgruft.

Und während sie ftüf vor sich hinsann und ihre Seele sich immer mehr und mehr mit Bitter^ feit füllte, trotzdem die Blumen um sie her frü^i liugsfrisch dufteten, wurden plötzlich b rauften schwere Schritte laut. Ehe Estrid zur Besinnung kam, wurde die Tür aufgerisjen und zwei Knechte warfen ein großes Bündel mit dem Ruf:Jul- llapp" in die Stube.

Estrid saft völlig steif und starrte aus bis Riesenpaket, das am Boden ihr zu Fützen lag.

Jul klapp! Welch süfte Erinnerung weckte es an frohe Jugendtage, wo die Burschen und Freiers- leute aus der Insel sich zu Weihnachten den Spaft mochten, ihren Angebeteten und Freunden einen geheimnisvollen Weftmachtsgruß. zu entbieten, oft mit neckischen Berfen, ans denen man wohl den Absenter erriet, oft auch ohne ein Wort und doch so wohl verstanden. Wer gedachte noch ihrer zum Julfest?

Das Palet hatte etwas Unheimliches, Bannen­des für Estrid. Sie traute sich nicht, es anzu- rühren, und doch war es hne eine Sehnsucht in ihrer Brust, zu wissen, wer sich der Einsamen erinnerte.

Akk nahm mit einem wissenden und zugleich forschenden Gesicht. Sie ftaunfc über die herrlichen Blumen und schlug die Hände über dem Kops zusammen, daft sie von Bent Banken waren, weit her aus dem Süden.

Und wahrend fie die Frühllngskinter sorglich ins Wasser stellte, berichtete sie, wie herrlich dte Weihnackftsfeier gewesen, wie wunderschön der Herr zu den Leuten und zu den Kindern geredet hätte l

und wie es ganz heilig durch den Pesel gegangen trar, wie Friede und Freude.

Estrid sprach leise die Worte nach. Sie saft mit verschränkten Händen und ihre Augen hingen gebannt an demJulllapp", den man ihr in die Stube geworfen.

Soll ich es aufmachen?" fragte Akke, listig auf das Bündel deutend. Estrid nickte. Sie schämte sich eigentlich vor Akke, daft sie in all ihrem Jammer wissen wollte, was das Paket barg.

Akke roar gleich dabei. Sie löste mit flinken Händen die vielfachen Verschnürungen, und dann rief sie ein über das andere Mal:

Nein, nein, wie schön! Kommt, Fru, und schaut. Wie ein Wunder ist alles."

Estrid trat zögernd hinzu mid ihre Augmr wurden immer größer, als sie auf die vielen zier­lichen Dinge blickte, die aus dem Bündel sorglich in einen Sterb gebettet zum Vorschein kamen.

Kleidchen, Jüpchen, Lätzchen, Mützckien, Hemd­chen und all die hundert Sächelchen, mit denen man einen neuen Erdenbürger beim Eintritt in Die Welt begrüßt.

Estrid blickte benommen auf all die duftigen kleinen Zierlichkeiten.

Mft keinem Gedanken hatte sie, wie sonst andere Mütter, daran gedacht, sich um die kleine Aussteuer für ihr Kind zu sorgen, und mm stand sie Plötzlich vor den kleinen Schätzen. Und etwas Unsagbares, Groftes, Heiliges stieg dabei in EstridS Herzen empor, das sie bisher noch nie gekannt.

Akke war still hinausgegangen und ebenso still brachte sie ein Keines, brennendes Tannen- bäumchen in die Stube. Sie stellte es lautlos auf den Tisch, dann verschwand fie wieder.

(Fori'etzung folgt.)

Y< i>aft kein Sveuerpflichriger sich veriettm lassen sollte, weiterhin bisher der B> rteuenrug endogenes Vermögen oder Einkommen W-lverhennlumch und das Vermögen dadurch ter ter Ernziehung zu Gmrften des Reichs auSzu.eyen.

^ispi-l ein Steuerpflichtiger zum gebt bei trag em Vermögen oon 30 000 Mk ver- ftenert, tatsächlich aber ein solches von 55 000 Mk

''infach? Abg,rte aus ^r^-.demstemaft der nachzuenttichteuteWehr- rertrag aus 475 Mk. berechnen.

Hierzu sei twchbemerlt, daft von allen Rem- ^0 000 Mk. nicht überstiegen, eine Wehrdntrogsabgabe nrchr erhoben wurde Aufter- oem waren befreit die Vermögen bis zu 30 000 M«rrk der nicht mehr als 4000 Mk Einkommen und btejenigen bis zu 50000 Mk. bei einem Ernte mm en von nicht mehr als 4000 Mk.

fie ihn nicht in ihrer Gesamtheit an nehmen kann. Die Regierung rechnet aus den Geist der Oeredrtigfeit und Billigkeit der Mächte, die iljr die Mitteilung vom 20. Januar zugehen ließen, daß fie sie ermächtigen, ihnen die Abände rungsvorschläge zu unterbreiten, wie sie sich aus der Notwendigkeit ergeben, den Frieden in der :U>ria zu sicherir. Tie königliche Regierung fieht 1^) auef) genötigt, heroorzuhebcn, daß die Bor idildge tom 20. Januar keine Sicherheit bieten für die Räumung der Städte Fiume und Zara, aus beiten unabhängige Staaten gebildet werden sollen Mehr twck haben dte kürzlichen Er etgniffe, von denen das eine kaum von vorgestern datiert, bewiesen, daß die Kommandanten der tegu lären und irregulären Truppen, welche die in Frage stehenden Gebiete besetzt halten, entschlossen sind, sich nicht an die Weisungen zu halten, die ihnen angegangen smd oder die ihnen von der Regierung, von her sie ab hängen, gegeben werden könnten.

Ungarisches Ersuchen der Entente nm Fristverlangervnq

Budapest, 30. Jan. (WTB.) UngdrittM Äort.-Sur. Die ungarische Fried cns^De- legation überreichte der Friedenskonferenz eine Rote, in der um Fristverlängerung für dic Er­teilung der Antwort der ungarifdwt Friedens bekgation bis zum 12. Februar ersucht wird.

Admiral koltschak verhaftet?

Paris, 30. Jan. (WTB Mit Rücksicht auf die Meldung der heutigen Pariser Moroenpresse, daft Admiral Koltschak auf Befehl des franzö­sischen Generals Janin verhaftet worden sei, bc> richtet derTemps", daft Millerand, sobald er da­von Kenntnis erhalten hatte, an General Janin telegraphiert habe, um Erklärungen von ihm zu erlangen unb ihn aufgefordert habe, sofort alle Maftnahmen zur Befreiung des Admirals zu ei> greifen.

General Judenitsch verdöstet.

Sto ckho l m, 30. Jan. (WTB.) Havas. Gene­ral Judenitsch wurde gestern abend von Gene­ral Bulakowitsch in dem Augenblick verhaftet, als er sich nach Helsingsors begeben wollte. Tie estlänbische Regierung soll dem General Bula- tenntsch behilflich gewesen sein. Tie alliierte Mili­tär Mission hat bei der eftländischen Rcgi rung Ein­spruch erhoben.

Die Streikdewegnusten im Reich.

Berlin, 30. Jan. Als erste Maßregel Ge­gen den Streik im Lugau-Oelsnitzer Kohlenrevier hat die sächsische DtegitTung laut Deutscher Allgem. Ztg." mit sofortiger Wir- fung die Sperrung der Lebensmittel^ zulage cmgeordnet. Auftertem fielen Truppen bereit, um gegen Ruhestöver unb Terroristen so­fort ein zu greisen.

An die Bergleute im Ruhrbezirk erlafien die vier groften Bergarbeitern rbände eine letzte Mahnung, gegen fanatische Anl>änger des Bolsche^ wismus unb b-er Kommunisten sich stark zu machen.

In der Ezsenbahnerfrage folgt bte sächsische Regierung dem preuftisäien Äiipiel unb zwar auch insofern, als die Einführung der Ak-- f o r b a r be i t ins Auge gefaßt wird, um btt Staatslahnen itäeber rentabel zu machen.

Ltrcil ans den Hambnrg-Altonaer Fischdampsee«.

Berlin, 30. Jan. Dem ,^.'ok-An»." wirb aus Hamburg gemeldet, baft die Kapitäne und S te ne r 1 eu te auf den Hamburg-Ajtonoer Fisch- dampsern die Arbeit niedergelegt l)aben, weil ein Kapitän, der mit feinem Schifft eine Unterbilanz von 70 000 Mk. gemacht teile, ent» las en worden ist. Infolgedessen w rd bte Fisch, zu fuhr in nächster Zeit sehr ins Stocken geraden.

3296,50 3303,50 3187,

1348,50 ------

(In einem Test ter Auslage toieterteU.)

Belgrad lehnt da- Ultimatum der Entente ab.

Paris, 29. 3tat. (WB.) Havas. Die Ant- wort be r serbisch-kroatisch»'slowe­nischen Regierung auf die Rode ter beteu- tcnbftcn alüierden Hauptmächte vorn 20. Janurr hat folgenden Wortlaut: Die fRegienmg des Kö­nigreichs der Serben, Kroaten und Slowenen be^ trachtet bte Mitteilung vom 20. Januar als einen fteundschrftlichen VorsMag und nicht a's einen katgeorischen Befehl. In ter Tat ist es feit Er- öffinrng d-er Friteenskonftrenz tes erste Mal, batz von feiten des Obersten Rates oder irgend riner der Darin vertretenen Stellen off)z ell Borschläg.' zus-chea. Es wäre indes unverständlich, wenn bte königliche Regierung plötzlich verpftichtet würde, imiertelb einiger Tage auf eine Reihe von Bor^ schlägeil zu antworten, von denen bte Bestim­mung ilwes Volkes unb ter Friede Europas ab» hängen. Die königl. Regierung telt fick für be- retbhgt, von den alliierten unb assvziiertm Mächten die unerläftliche Frist zu verlangen für eine sorgfältige Prüfung von so wichtigen Vor­schlägen, wie sie ihr hier zum ersten Male unter­breitet werten. Auch halt fie sich für berechtigt, alle Abänderungen vorzuschlagen, die das allge­meine Interesse und die Besorgnisse angeben, freundschaftliche Beziehungen mit den benachbar- Staaten zu erreichen und aufrechtzuerhalten. Was ten Inhalt dieser Vorschläge betrifft, so ersucht die königliche Regierung, zu beachten, daft sie nicht voll mit ten Grundsätzen ter freien Selbst- befhmmung unb Unabhängigleit der Völker, wie sie von ter Frietenskonserenz pvollamiert wurde unb auch nicht mit den Wünschen ter Bevölke­rung wie mit den geographischen und wirtschaft­lichen Bedingungen übereinstimmen, die vor mehr als einem Jahre ten interessierten Ländern un­terbreitet wurden. Die königliche Regierung, die int höchsten Maße von dem Wunsche beseelt ist, die gegenwärtig bestehenden Schwierigkeiten in freundschaftlichem Geiste zu lösen, erbietet sich, die Lösung entweder einem Schiedsgericht oder einem P l e b i s z i t zu unterteilen. Sie ist zur An­nahme des einen ober anderen Vorgehens bereit, aber sie kann nicht verstehen, wie ein zwischen drei Mächten ohne ihre Mitarbeit abge­schlossener Vertrag, dessen Bestimmungen ihr nie mitgeteilt wurden, auf sie angewendet wer­ten könnte. WasdenVorschlageinerkate- aorischenAnnahme ober Richtannahme selbst betrifft, so ist die königliche Re­gierung gezwungen, - u b e m er Icn, ba ft 1

Bet 6enetflMöon (SleiimMWzeW.

Bon Wilhelm Schäfer, Fimutzamt Gieften.

Ws das Reich mit der Veranlagung zum Wehrbeittag erstmalig eine direkte Steuer ein führte, war auch gleichzeitig im Wehrbeitta^- gesetz 68' ein (^neralparten entfalten. Jedem 'Sautrugen war hiernach Gelegenheit gegeben, seine bisherige Veranlagung es kamen nur Lantes- fteueni in Frag richtig zu stellen. Stvassrev- heit trar zugesick^rt, gleichfalls Befreiung von ^lach»2h<ung lüsher zu wenig bezahlter Steuer. Auf die Wirkung dieses Generalparte ns soll hier rächt näher ringegangen werten, jedenfalls steht fest, daft ganz bettächkliche Summen, die bisher oer Besteuerung entzogen waren, dabei zum Vor­schein tarnen. In ten nachfolgenden Rrichsstener- gesetzen, die eine LLgabe vom Vermögen oder Ein- fommrit rorberren, hat der Generalparten leine Wieterlvlung gefunden. Wohl bat in Regierungs- treifen die ?lbsicht bestanoen, mit dem Gesetz über die Abgabe vom Vermögenszuwachs für 1919 bzw. xm Hcuhsrotapfer emmu einen Generalpardon ;u erlassen. Der Entwurf vvm erstgenannten Ge­setz entbreit in § 33 eine dahingehende Bestim­mung. Nach dieser war, ähnlich wie im Wehr- britragsaesetz, Starffrerheit und Befreiung von ter RochzaUlMg hinterzogener Steuer zugesichert. Ter Staasenausschuft sprach sich indesfe-n tegegen aus und hat diesen Genervlpardon gestrichen.

Nunmehr ist ein solcher auf Antrag der Abg. Trimbvrn u. Gen. in ter Natimralwrsammlung beschlossen worden, dem auch ter Staatenausschuft zugestimmt hat. Er ist in einem besonteren über Steuernachicht im Reichsgesetzblatt Nr. 9 vom 15. Januar 1920 zur Veröffentlichung! ge­langt.

Gegenüber dem ersten Generalparten (1913) sind ganz weienttiche Unterschiete zu verzeichnen. Straffreiheit ist, wenn nunmehr zutreffende Angaben gemacht werten, auch hier zugesicht-rt. Tie Befreiung von ter Verpflichtung zur Nach zahlung ter vorenthaltenen Mgaten, die sich so­wohl aus den Steuerpflichtigen als seine Erben austehnt, erstreckt sich indessen nur auf die Zeit bis zum 31. März 1915. Alle nach diesem Aeit- vunkt zu wenig gezahlten Abgaben unterliegen so­mit ter Nacherfabung. Ein Unterschied bezüglich der Reichs- unb Lantesabgaben ist hierher nicht gemacht. T« Richtigstellung ter bisherigen An­gaben bat bei Abgabe terersten ©teuererftäruna'', fei es beim Einkommen ober dem Vermögen, zu erfolgen. Ws solche Kommt voraussichtlich bte^ jnttge vom Vermögens zuwachs in Betracht. Eine Svichererllärung erübrigt sich, vielmehr genügt es vorläufig, wenn ter tatfächliche Stand am Stichtag Öfter 30. Juni 1919) augeg-.ben wird.

In ten Fällen, wo bereits ein Strafverfahren eröffnet ist, greift der Generalpawon nicht Platz.

Weist bet Pflichtige nach, baft er ober f.in Erblasser am 31. Dezember 1913 ein höheres Vermögen als das angegebene hatte, so wird und das ist sehr wesentlich für die Dfiegs- Abgabe vom Vermögensznwachs das Anfangs- Vermögen berichtigt. Von dem bei Vernnlagimg zum Wehrbeittag nickst berücksichtigten B.rmög.'n wird der zei/nfache Bettag ter zu wenig te^ihtten Abgabe erhoben. Dies gilt, wohlgemerkt, nur für den Wehrbeittag. Bei ten übrigen Abgaben tritt eine Erhöhung zu wenig gezahlter Bettäge nicht ein.

Von einschneidenter Bedeutung ist 8 3 des Geikeralpardons, ter bestimmt, daft Vermögen, das weiterhin verschwiegen wird, im Falle ter Auf­deckung restlos zu Gunsten des Reichs verfällt. Die Aufdeckung selbst dürfte in Zukunft für die Finanzämter feine allzu groften Schwierigkeiten mehr bitten. In ter Reichsabgabenordnung ist Bestimmung dahin getroffen, baft alle öffentlichen Sparkassen und Banken (auch Privatbankiers' ten Fiilllnzämtern Auskunft erteilen rnüs.en üter die bei ihnen angelegten Guthaben usw. Zunächst wird diese Auskunft sich darauf erstrecken, baft ten Fi­nanzämtern Huntenli.rten von ten vorerivähnt.m Anstalten verabfolgt werten. Bestehen nun Zweifel bei den Angaben eines Pflichtigen, so ist bte be­treffende Bank ober Sparkasie auf Ersuchen tes Finanzamts verpflichtet, über das Guthaben des bettessmten Pflichtigen uneingeschränkt Auskunft zu erteilen.

Diese Bestimmung, die ten so außerordent­licher Tragweite fft, sollte allen tn Bstracht kom- tnenbeit Steuerpflichtigen eine ernste Mahnung sein, im eigenen Jnüresse das nad^uftokn, was bisher von ihnen versäumt wurde, dieses aber umsomehr, als ja die zu wenig bezahlten Ab- gaben nur in dem einfachen Bcttag erhoben wcr- bm und die Nachveranlagung erst ab 1. April l^ldjrfolgcn kann. Eine Ausnahme ist nur bet

. E^hri-eitrag gemacht, als hier die zu wenig ^ZE"^teuer, rote bereits erwähnt, im zehn- Tacten 'wlrag zu zahlen ist. Ater gerate hier waren bte Jbgabcnfäfce derart niedrig gehalten rn untfnUefcntem Beispiel soll dies näher dar-

Vüchevtisch.

K . Ernst Anemüller, Schiller und 1>rron Lengefeld. Dettnolb 1920, Meyersche Hofbuchhandlung. 185 Seiten.

Handez.

Berltu, 30. Jan. (Börscnstimmungs- b 11 d. Da suh die Preise für ausländische Zah- tzngsmittel heute ungefähr auf tem gestrigen Stande bewegten unb eher Neigung zur Befefti> gimg nach den letzttägiaen Rückgättgen zeigten, trat auch eine Erholung ter Kurse in ben Valuta­werten ein, terznfolge zum Beispiel Kanadas hundert und Schantung zeh-it Prozent gewannen. Auch Sfolzntialtoerte waren erholt, doch stellte sich das Geschäft hierin ruhiger als bisher Schtvächer dageaen waren Teutsch-Uebersse'Elefttische Auf ten übrigen Märkten hielt grafte Kanfbewegung in den verschiedensten deutschen Jndnsttfowerten an. Hierbei ging bi Fülirung bei geräuschvollem Geschäft aus Schiffohrtswerte über, deren Kurse brci bis vereinzelt acht Prozent höher waren. Montanwerte stellten sich zwar etwas ruhiger, aber oberschlesische Werte, Lothringer Hütten unb Mannesmann waren erneut bis zehn Prozent gesteigert. Auch Farbwerte stiegen ganz wesentlich, besonters Attiengesellschaft für Anilin unb Elber­felder Farben Elektrowerte stellten sich bei teil­weiser Realitionsneigung stiller: große Käufe, an­geblich für Amsterdamer Rechmrng, bewirkten für Erbölaktien ein Anziehen bis auf 668 Spezial- werte lagen überwiegend fest. Kalfoktien hielten ihre Preise, unb auch Bankaktien hatten entiges Geschäft. Heimische Anleilien bröckelte leicht ab, bagegen lagen österreichische unb ungarische An- teiljcn fester. Letzteres stand im 3u:ammfnl)ang mit Verhatelungen wegen der Wieteraufitahme bes Zinsenbienstes für die beutschen Besitzer Stark zurück gingen wiederum Mexikaner, wohingegen türkische Fonds mäßig autogen

Der Einheitskurs für Jndnsttiewerie roar wiederum recht fest. Die Börse sckftoß für Valuta­werte zu abgeschwächten, für deutsche Industrie- werte nahezu zu ten höchsten Tageskursen.

Frankfurt a. M., 30. Jan. (Börsen- stlmmungsbild.) Bei lebhafteren Interesse sanden wiederum Jndustriepapiere zu höheren Kur­sen Aufnahme. Elektt. Fetten u Guilleaume über­schritten ten Kurs von 400 auf 404. plus 9 Proz. Höher stellten sich ferner Schuckert 4/2 (2141/2).- Deutsch Ueberfee 7 (963.), Bergmannwerke fckuvächten sich 2 Prvz. ab (256.). Durch feste Haltung zeigten sich Schiffohrtsaktien aus. Ham­burg Paket gewannen 1 Prvz. (154.), Norddeut­scher Lloyd, welche nachbörslicy an der Mittags- l'örse 182I88V2 schlossen, stellten sich aus 186., Lombarden lagen schwächer 49V2 mnrus ll/2 Proz. Schantungbahn 575. plus 15 Proz. Montan- teunere hatten geringes Geschäft bei mäßig ab­geschwächter Tendenz. TeutscteLuxemburg 323. minus 2 Proz. Mannesmann standen in reger Nachfrage unb fliegen 8 Proz. (346.). Sorrst sinb als höher zu erwähnen Holzverkohlung 340. plus 5, Kammgarn Kaiserslautern 305. plus 5, Ge­brüder Junghans 440. plus 15 Prvz. Niederiger stellten sich Daimler 354. minus 5V$. Auslands- Papiere blieben vernachlässigt. National Mexikaner biteben gesucht mit 570 plus 16 Proz., wäh­rend die Kursbewegung ter Gold- und Silbermexi­kaner nur geringe Veränderungen ausweisen. South West gaben 5 Proz. nach (450.). Schantungbahn gegen Schluß wieder 565 minus 10 Proz. Kupfer werke Heddernheim sind mit 215. 5 Proz. höher bezahlt.

Frankfurt a. M., 31. Januar. Marluotterunqen.

Datum: 28.1. 29.1.

Abend- Abend- Schttrft- Schluß-

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176,50

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320,-

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378,50

378,-

226,50

224,25

226,-

245,-

258,-

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600,-

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