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Freitag.

Nr. 141

30. September

1920

l: Schulftratze 7.

Verkün-

Botschastsgebättde imcber

nach 10 Minuten das verlassen.

Bekanntmachung.

B e t r. : Feldbereinigung Klein-Linden.

In der Zeit vorn 4. bis einschließlich 17. Oktober 1920 liegt auf der Bürgermeisterei Klein-Linden

der Beschluß der Vollzugsvommission vom 18. September

1920 über die vorläufige Besitzeinweisung der Eisenbayn-

Inhaltr-Ueberficht: Verkehr mit Schrotmühlen. - Ausgabe von Süßstoff. - Ermittlung amerikanischer Gräber. - Viehseuchen. - Dienst. Nachrichten. Feldbereimgung Klein-Linden. Warnung vor dem unlauteren Geschäftsgebaren von Serienlosgesellschaften.

Die verhairdlängen mit Itafclanb.

Paris, 30. Sept. (WTB) Nach einer30»- ttn^-Melbuna on-3 London sollen aut Beeanlassnng der bolschewistischen Regierung die Verhandlunmni zroischen Sowjetrußland und England 68 Wochen ausgeschoben werden.

London, 30. Sept. (Wolff.) Ein bei Krassin eingegangener Funkspruch Tschitscherins be­sagt u a.:Teilen Sie bitte Lord Curzon folgendes mit:

mungen der Verordnung des Hessischen Landesernährungsanues Darmstadt zur Anzeige zu bringen.

Gießen, den 27. September 1920.

Kreisamt Gießen. Z. V.: Or. Siegert.

1920 bestmft.

§ 5. Diese Bekanntmachung tritt mit dem Tage der dignug in Kraft.

Darmstadt, den 15. September 1920.

Hessisches Landesernährungsamt. Neumann.

B c 1 r.: Wie oben.

An hcn Oberbürgermeister zu Gießen und hie Bürger­meistereien her Lanhgemeinhen hes Kreises.

Vorstehende Bekanntmachung des Hessischen Landesernährungs­amtes wollen Sie. sofort zur Kenntnis der Interessenten bringen.

Zu § 3 wird bestimmt, daß Unternehmer landwirtschaftlicher Betriebe, die sich; im Besitze einer Schrotmühle befinden, vor- pslichtet sind, diese innerhalb einer Frist von 2 Wochen bei der Bürgermeisterei ihres Wohnortes anzumelden. Die Bürgermeiste­reien haben diese Anmeldungen gesammelt bis zum 2 0. Ok­tober au das Hessische Kreisamt (ließen einzusenden und M berichten, ob sämtliche Schvotmühlenbesitzer ihrer Anmeloepflicht nachgelionimen sind. (Fehlanzeige erforderlich.)

An das Polizeiamt Gießen und die Gendarmerie des Kreises.

Wir empfehlen Jahnen, Zuwiderhandlungen gegen die Bestim-

UJtn. nmciuuiui yuiicu, uuo ««»vu

verstehen wird, daß die Zusammenarbeit aller Nationen die grundlegende Voraussetzung für den Wiederaufbau ist." Das war allen aus dem Herzen gesprochen, die die Rettung Deutschlands wollen, und es klang fast wie eine an Frankreich gerichtete Drohung.

In Frankreich ist mit Eröffnung der Brüsseler Konferenz der Mann an die Spitze des Staates getreten, dessen Politik bewußt Md taub gegen alle Bedenken auf dem Schein von Versailles steht und damit die Zusammen­arbeit der Nationen unmöglich macht. Sein

Lin parteilo­

ser italienischen SojialiSdt.

Mailand, 30. Sept. (WB.) Einer Meldung zufolge wurde die T a g u n g d e r s o- zialiftischen Parteileitung heute fort­gesetzt. Der Generalsekretär der Partei, Gen- n a r i, gab der Notwendigkeit Ausdruck, aus den Zweideutigkeiten herauszukommen und ine Partei zu reinigen. Serrati erklärte: Moskau war sehr schlecht über die politische Lage Italiens unter­richtet. Andere Redner stachen ,rch ebenfalls für die Reinigung der Partei aus. Gennari brachte eine Tagesordnung ein, welche den Bericht inte ligte, den Serrati auf dem Moskauer Kongreß über die Stellung der sozialistischen Partei-Italiens erstattete und welche erklärt, dl« Beschlüsse über alle Lritfätze des Kongresses anzunehmen, soweit sie alle der dritten Internationale angehörenden Parteien verpflichten. Diese Vorschläge sollen dem nächsten nationalen Kongreß unterbreitet werden, namentlich die Frage, welch: die parlamentarische Gruppe die Syndikate und die nichttommumstt- schen Elemente behandelt. Diese Tagesordnung wurde von der Mehrheit angenommen. Sodann begann die Aussprache über die von Moskau vor- geiegten Bedingungen, welche morgen fortgesetzt anri>.

Vie veriehrslage im Ruhrgebiet.

Essen, 30. Sept. (DTB.) Tie Eisen- »nverkehrslagc bot sich in der vergan- ii Woch. dadurch verschlechtert, daß der Zulauf

Leermo'.erial infolge des verftäikten Ein­as der Herbsttransporte noch weiter zurück- mgen ist. Dam kommt, daß die vertvagliclien reichten n arrrdings von den meisten Schacht- iflen des Reviers bei einer 75prozentigen Be- gung der produttioen und betriebstechnischen wnen verfahren wurden und deshalb die Für- .ng veihchtnismäßig gut ist. Ta alsbald mit r verstärkten Inanspruchnahme bee Wagen- 's durch Kartoffel- und R üben ttan Sporte zu rten ist, wird eine wertere 'Scricburning im senausiall in der allernächsten Zeit nicht zu neiden sein. Trotz dieser Verhältnisse betrug Wagenbestellung in der vergangeivn Woche i 19787 Wagen werktägIch gegenüber 19705 zen in der vorauigegangenen Woche.

FeAzifstim beließen sich durchschnitt- auf 125 Wagen Die Lag.-rbestände er- en eine, wenn auch wibetrachtliche Steigerung, ilich um 71042 Tonnen, gegenüber dem September. Ter Güterumschlag in den Duis- t-Ruhvorter Häsen ging von 31 378 Tonnen 30 970 Tonnen arbeitstäglich zurück. Trotz schlechten Wafterslandes des Rheins vollzieht der Weitertransport noch verhältnismäßig t, da Kalmraum und Schlcppkraft y.ir Zeit » lstnpnchend vorhanden sind. Der Breuni'Kon- chlag aus den Kohlei.zechen tarnte erfteulicher- e von 26 ^89 Tonnen auf 28 894 Tonnen -itstäglich gesteigert werden. Der vor XBodtcu -aus starke Andrang an Leerraum hat in den en Tagen ganz erheb.ich nachgelassen.

Ziel ist die Aussaugung Deutschlands bis zur letzten Wiedergutmachungsmillion, mag dabei auch das Arbeits- und Kulturvolk zugrunde gehen. Zur Stunde, da der Amerikaner Boy- den in Brüssel so vernünftige Worte sprach, empftng Millerands Schildknappe, Minister­präsident L e ß g u e s, in Paris die Veri-eter der Presse, um ihnen zu sagen, Frankreich sei zu keinen weiteren Zugeständnissen bereit. Und der frühere Finanzminister Klotz mußte eine Rede halten, worin er betonte, daß Frankreich am Ende seiner Konzessionen hin­sichtlich des Vertrages von Versailles sei. Am Ende der Konzessionen! In Deutschland war­tet man noch immer auf den Anfang. Je wei­ter die Brüsseler Konferenz ins Fahrwafter brauchbarer Vorschläge gerät, desto heftiger wird die Pariser Preßhetze. Jetzt kann man schon in sämtlichen von Millerand beeinftuß- ten Zeitungen lesen: Wenn Deutschland schlechten Willen zeige, zu bezahlen, _ dann müsse sich eben Frankreich an der Besetzung des Ruhrgebiets schadlos halten. Frankreich hat es auch erreicht, daß der Botschafterrak Stellung gegen die etwaige Autonomie Ober­schlesiens nimmt. Feindseligkeit und Gehässig­keit auf der ganzen Linie! Glauben die Pariser Rachepolitiker damit auf die Dauer gegen eine Welt dämmernder Einsicht, wie sie sich in Brüsj«p zcigr. c^solsreich anzukämpsen? 1

AmtzverküilSigungsblatt

für die Provinzialdirektion Oberhessen und für dar Kreisamt Gießen.

Ergebt! nach Bedarf: Montag, Dienstag, Donnerstag und Freitag. Nur durch die Post zu beziehen gegen Mk. 2.50 vierteljährlich.

Tie Sowjetr giernng hat die von dem Vor­sitzenden der russischen Telegation mitgeteilten Vor­wände für die Einstellung der politischen Verhmrd luitgen zwischen Rußland und Großbritannien zur Kenntnis genommen. Sie fühlt sich gezwungen, zu erklären, daß sie darin nichts anderes als einen Versuch sieht, den Abschluß eines Uebereinkom­mens zwischen den beiden Staaten um jeden Pveis zu verhindern und die Wtehcraumahme oer friedlich n Beziehungen zwischen Rußland und GwßLritaimien auf unbestimmte Zeit yi verzögern. Bis zum 1. Zuli erklärte britisch? Regierung, als sie der Soroj.'tregienmg ihre in vier Punkten formulierten Forderungen mitteilte, daß die An­nahme dieser vier Punkte zu einem SBatfeprute stand zwischen Rußland und Großbritannien führen und einen vorbereitenden Schritt zum endgültigen Frieden bilden würde. Da nun die russische Re­gierung diese 4 Punkte voll und ganz angenom­men hat, konnte sie wohl die Erwartung hegen, daß die Friebrnsverhandungen zwischen Rußlaich und Großbritannien und die sofortige Wiedercmf- nahrne der Beziehungen zwischen den beiden Län­dern die Folge sein werde, ^rotz aller Anstren­gungen der Sowjetregierung hat die Annahme ter britischen Forderungen zu nichts gerührt. Wiederholt nahm die russi che Regierung Vorschläge ter britischen Regierung an ober gab Erklärungen ab, die auf die Aufnahme von Friedensverhand- lun<Tcn zwischen den beiden Regierungen hinzielten. > Nachdem die Sowjetregierung auf die Bitten der

Bekanntmachung

den Verkehr mit Schrotmühlen und die Benutzung von Schrot­mühlen betreffend. Vom 15. September 1920.

Auf Grund des § 73 a der Reichsgetreibrördnuiig für die Entlc 1920 vom 21. Mai 1920 (Reichs-Gesetzblatt Seite 1028) wird bestimmt:

8 1 .Ms Schrotmühle im Sinne dieser Verordnung gilt ohne Rücksicht auf die Bezeichnung jede nicht gewerblich betriebene Mühle und sonstige Vorrichtung, die zum Mahlen, Schroten .wer Quetschen von Getreide geeignet ist, mag sie für Hand- oder Strafte betrieb eingerichtet, beweglich ober fest eingebaut sein.

§ 2. Die Benutzung von Schrotmühlen zur Verarbeitung von Brotgetreide (iHioggcn, Weizen, Spelz lDinkel utrd Fesen), Emer, Eiulvm ist untersagt. Okmettge Mrschfrucht, Mengkorn), in dem sich Bwtgetreide befindet, gilt als Brotgetreide.

Andere Früchte ter im 8 2 der Reichsgetreideordnung für die Ernte 1920 Reich s-Gesetzbl. S. 1028) bezeichneten Arten dürfen nur zur Herstellung wirtschaftlich nvtivendigen Futtersckwot.s und nur mit schriftlicher Genehmigung der unteren Verwaltungs­behörde in Schrotmühlen verarbeitet werden. Die Genehmigung ist mir tarnt zu erteilen, wenn die Verarbeitung in einer gewerb- lid) betriebenen Mühle mit besonderen Schwierigkeiten oder Un­kosten für den Antragsteller verbunden ist oder sonstige Gründe die Benutzung der Schrotmühle rechtfertigen.

Ter Antrag muß unter Darlegung der Gründe schriftlich gestellt werden und hat die Menge und die ,Art der zu 'verarbciten- ben Vorräte zu enthalten.

Die Genehmigung muß bett Namen des Unternehmers, die Menge und Art der zu verarbeitenden Frück;te sowie den Zeit­punkt, bis zu dem die Genehmigung erteilt ist, enthalten.

Die untere Verwaltungsbehörde hat dafür Sorge zu tragen, daß. die vom zuständigen Kiommunalverband auf Grund der Reichsgetreideordnung zur Ueberivachung bet Selbstversorger er lassen en Bestimmungen innegehalten werden, und daß der Be­trieb des Antragstellers während der Tauer der Bewilligung möglichst einer sich periodisch wiederholenden Kontrolle unter­zogen wirb.

Tic untere Verwaltungsbehörde kann die Durchführung der Bestimmungen in Msatz 1 bis 5 durch Anlegen von Siegeln ober sonstige geeignete Maßregeln sichern.

§ 3. Unternehmer landwirtschaftlicher Betriebe, die sich im Besitze einer Schrotmühle befinden, sind verpflichtet, diese inner­halb einer Frist von zwei Wochen der unteren Verwaltungs- behöroe zur Eintragung in ein Register anzumelden.

Unternehmer .Icuchwirlschaftlicher Betriebe, die nach Inkraft­treten dieser Vewrdnung eine Schrotmühle erwerben, sind ver­pflichtet, diese gemäß Absatz 1 innerhalb einer Frist von zwei Wochen von dem Tage ab anzumelden, an dem sie den Gewahr­sam an der Schwtmllhle erlangen.

§ 4. Zuwiderhandlungen gegen die Vorschriften dieser Ver­ordnung und gegen die auf Grunb dieser Verordnung erlassenen' Anordnungen des Kvntmunalverbandes werben nach § 80 Ab­satz 1 Ziffer 12, § 81 ber Reichsgetreidevrbnung für die Ernte

Hus dem Reiche.

Kultttrpflege im ReichSwirtschastSrat.

Berlin, 30. Sept. (Wolff.) Tie Abgeord- n Tr. Zeitlin und Tr. Jaeck brachten, rrftüfrt von zahlreichen anderen Abgeordneten Reichswirtschaftsrat einen Antrag ein, darauf hinwrist, daß, drewissenschaftliche rschungsarbeit und dos deutsche Kunst- ffen durch die Kosten aller Materialien und smittel ernsthaft bedroht sind. Ter Antrag >M, daß aus dieser Tatsache neben kulturellen ähren auch oolSwirtschostliche Sck)ädigungen tehen Deshalb wird der wirtschaftspolitische zschuß beauftragt, bie zur Abhilfe der wirt- ftlichen Notlage der in wissenschaftlichen und ftlerischen Berufen Tätigen und zur Sick»er- ung wissenschaftlicher Forschungsarbeit und stlerischen Schassens in Betracht fommenben ßnahmen umgehend zu prüfen und dem Reichs­tschaftsrat Vorschläge zur Beschlußfassung zu erbreiten.

Reue Zuckerp reise.

Berlin, 30. Sept. (WB.) Ter Reichs- t nahm heute den Entwurf einer Verordnung c Zucker tmb Melasse an. Danach wird Zwangsbewirtschaftung von Zuckerrüben fallen ifien und bie Bewirtschaftung ber Melasse auf» )ben. Auch die Einfuhrzenlralisation für Zucker­en wird aufgehoben Als Gruckdpceis für den tner Verbrauchszucker, der aus Fabrcken be- m wird, gilt 275 Mk. Dazu tommt aber ein schlag von 5 Mk. für den Zentner für den im riebsjahr 1920/21 gelieferten Verbrauchszucker. i den neuen Preisen würde ein und Zucker im Klein handel etwa v,u0 Mk. kosten. Tie Verordnung soll bereits am 1. Oktober m Kraft treten. Ter Reichsrat genehmigte ferner die Verordnung über Aendv- ning der Postordnung dahingehend, daß die höchste Grenze für Nachnahmepatete von 1000 Mk auf 5000 Mk erhöht wird Tie Aenderung gilt nur für den Orisbestellbezirk.

Die Neuwahlen in Preußen.

Berlin, 30. Sept. (Wolff.) Im Ael- testenrat der Landesversammlung wurde ein Antrag der Demokraten an ge­nommen, die Neuwahlen drei Monate nach der Verabschiedung der Verfassung ab­zuhalten. Als wahrscheinlich wurde ange­nommen, daß die Verfassung im November verabschiedet wird, daß also die Neuwcchtet» Mitte Februar ftattfinden können.

Schulfragen in Preußen.

Berlin, 30. Sept. (WB.) Tie preußische Landesversammlung hat den Gesetzentwurf über die Abänderung der Zusammensetzung der Schuldeputationen usw. nach den Be­schlüssen des Ausschusses, nach denen es bet der alten Stellung der Geistlichen in der Schuldeputa­tton Heibt, in zweiter Lesung angenommen.

Aus der Deutschen Volkspartei.

Weimar, 30. Sept. (WTB) Die Reichstagssraktion der Deutschen Volkspariei trat in Weimar zu einer zweitägigen Sitzung zusammen und beschäftigte sich am ersten Be- ratungslage ausschließlich mit der Frage dec Sozialisierung.

Ein ErinnerungStag.

Berlin, 1. Ott. Tie Blätter^erinnern daran, daß heute vor dreißig Jahren das S o rialt st en­ge setz gefallen ist. TerVorwärts' oeröttente licht eine Reihe von Artikeln über den eneg bet Sozialdemokratie vor dreißig Jahren, tihuznfc B-mtzmi [agt, ba& sich um im tei unb die Stärkung rhrer Wwentandskvaft tetn« größere Verdienste erworben W.

Bebel. Hermann Molkenbuhr schretbt über den I Sieg der Einigkeit

öttober 1929 2inwai}tn< von Mnjtiycn fttt bte lagesnummer bis zum Nachmittag vorher ohne jede Derbindlichkeit. Dreis für \ mm höhe für Anzeigen v 34 mm 'Breite örtlich 35 Pf., auswärts 45 Pf.; für Reklame. Anzeigen von 70 mm Drene 150 Pf De, Platz, vorfchr.ft 20° , Aufschlag. Hauptfchrtftleiter. Aug. Boetz. Verantwortlich für Politik: Aug. Goetz; für den übrigen Teil: Dr. Peindold Zenz; für den 2ln3etgewte<i. H Beit, sämtlich in Gießen.

Die ernste Lage in Irland.

Paris, 30. Sept. (WTB.) Nach einer Pri- oatmelbima desDenrps" aus London wird das Kabnett heute über die Maßnahmen beraten, bie ergriffen werden sollen, um in Irland gegen die Repressalrenpolitik vorzugehen. Dar Kommandant der Truppen in Irland ist in London erngttroffen. Er werde jedenfalls Ervärung geben müssen über ein Interview, das er einem ameri­kanischen Journalisten gewahrt hat. Im Laufe des «eürigen Tages Seien zwei Polizisten getötet, einer verwundet und tonet entführt worden; auch ein Offizier hätte Verletzungen erlitten. Seit Samstag hätten acht Personen ihr Leben eingebüßt.

Bekanntmachung.

Vetr.: Maul- unb .itlaiicnfeudc in Watzenborn-Stein-- b c r g unb A11endorf a. d. Lbö.

In Allcndorf o. d. Lda. unb Watzenborn-Stein­berg ist die Maul- und Klauenseuche fcftgcftcllt worden.

Es wird gebildet ein Sperrbezirk, bestehend aus der Gemarkung Allendorf a. b. Lba. unb Watzenborn- Steinberg.

Die Bcobachttingsgebiete bleiben unverändert.

Unsere Bekanutnurchung vorn 25. August ds. Js. in Nr. 122 des Amtsverlünbigungsblaltes findet sinngemäße Anivendnng.

Zuwiderhandlungen gegen die erlassenen Anordnungen werben mit crljeblidjen Strafen geahndet, lve.tn sie wissentlich begangen sind, sogar auf Grund des 8 328 des StGB, mit Gefängnis.

'Gieße n, ben 27. September 1920.

____________Kreisamt Gießen. I. V.: W e l ck e r._______________ Dienstnachrichtcn des Kreisamtes.

In Nieder-Rosbach unb Wisselsheim (Kreis Fried­berg) ist die Maul unb Klauenseuche amtlich festgestellt tvordeu. Die genannten Gemeinden unb Gemarkungen werben zum Sperr­gebiet erklärt.

In ben Gemeinden H irzen Hain Binbsa chsen und Borsdorf (Kreis Büdingen) ist die Maul- unb Klauenseuche ausgebrochen. Die crfjrberlid>en Sperrmaßnahmen sinb angeorbnet.

In Brungershaltsen und Schön stabt (Kreis Mar­burg) ist. die Maul- unb Klauenseuche ausgebrvchen.

In 'Schotten ist die Adaul- unb Klauenseuche erloschen. Der Spörrbezirk Schotten ist aufgehoben und bie Gemarkung Schotten dem Beobachtungsgebiet zugeteilt.

Der hessische Landesverein bvm Roten Kreuz und ber Alice- F rau en verein für Krankenpflege beabsichtigen, in ben Fahren 1921/23 innerhalb des Volksstaates Hessen eine sechste Gelblotterie mittels sogenannter Losbriefe zu Gunsten der Vereinszw.'cke zu veranstalten. Das Ministerium des Innern hat bie erbetene Er­laubnis zur Veranstaltung dieser Lotterie, welche in drei Reihen stattfinden soll, unter der Bedingung erteilt, daß in jeder ber Spielreihen nicht mehr als 150 000 Losbriefe zu je 1,25 + 25 Pf. Reichsstempelabgabe ausgegeben werden dürfen und mindestens 55 000 Mk. planmäßig für die Gewinne zu verwenden sind Der Vertrieb der Losbriefe ber 1. Reihe findet von Mitte April 1921, derjenige oer übrigen Reihen toeuedaufenb bis Ende März 1923 statt. Ankündigung, Ausgabe unb Vertrieb ber Losbriefe hat während ber Zeit des Vertriebs der Lose zur 1 Klasse einer Preußisch-Süddeutschen Klassenlotterie zu unterbleiben.

Bckanntmachnng.

Betr.: 46. Ausgabe von Süßstoff Saecharin).

Für die Zeit vom 1. bis 15. Oktober 1920 wirb gegen die Lieferungsabschnitte 1 6 der Süs s jfilärteH" blau) unb 5 der Süßstoff karteG" von den Süßstojfabg a bestellen ter faubgemeinben des Kreises Süßstoff abgegeben. Es gelangen auf ben Abschnitt 16 ein Briefchen unb auf ben Abschnitt 5 eine Sck>achtel zur Aus­gabe. Mit bem 15. Dfroher 1920 verlieren die Abschnitte 16 bzw. 5 ihre Gültigkeit. Nack) diesem Zeitpunkt nicht abgerufene Süßstvsftneugen dürfen von ben Abgabestellen frei an bie Be­völkerung verkauft werden.

Gießen, ben 27. September 1920.

__________Kreisamt Gießen. I. V.: Tr. Si e ge r t.__________ B e t r.: Ermittelung amerikanischer Gräber.

An Die Bürgermeistereien her Lanhgemeinhen hes Kreises.

Unser übergebnidte» Ausschreibett vorn 23. September 1920 ist u m g cHeub zu erledigen.

Gießen, ben 27. September 1920.

Kreisamt Gießen. I. V.: Weicker.