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Erstes Blatt

Nr. irr

zreitag, 30. Juli 1920

iro. Jahrgang

©« »ietzener Anzeiaer @'C

'rscheml täglich, außer V V

ä GietzenerAnzeiger

denen

tumultartigen Austritte vor

der

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KHchluK von

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Die Katastrophe des polnischen Heeres.

jetzt Arbeitsstockung besteht, wieder in Gang zu bringen, sozusagen daS Reich als Ab-

Eine Nachahmung der GewaltfriedenS- methodcn durch Sowjet-Rußland?

Kiew,'29. Juli. (T.-U.) Die russi­schen Waffen ft ill st andsbedingun- gen für Polen sind folgende: Polen gibt

bis % Pfund n Preise von

>nen

wünscht, Hal Urte 155 bei üuguit l. n Namen der i in ein Ver- rbe später zu ifzuklcben und Grokhandels- einzusendcn. von welchem

Wilna, Minsk, Grodno und Cholm auf. Po­len liefert sein gesamtes Kriegsmaterial an Rußland aus, sowie 70 Prozent seines Eisen­bahnmaterials. Die Sowjetverfassung wird für die Dauer eines Jahres in Polen einge­führt, sodann soll Polen selbst seine neue Ver­fassung bestimmen. Polen wird für die Dauer von 5 Jahren militärisch besetzt. Als Pfand werden die polnischen Kohlen- und Salz­gruben Rußland übertragen. (Anmerkung: Diese Meldung klingt sehr sensationell: ihre Bestätigung bleibt abzuwarten.)

geschlagen. Der Oberbürgermeister mußte von oer Treppe des Landeshauses aus der Menge

Fernsprech - Anschlüsse: lflrbie5<f)riftlettiing 112;

Handel: hier: zu Watzcn-

22. Zuli M atzenborn' idel mit Vieh-

jemeinben nachung sofort

in Wiest-k

Mten.

Dom 19. 3uli wm 1. ülugnit i stleischwaren

Schwere Ausschreitungen in Danzig.

D a n z i g, 29. Juli. (MB.) Gelegentlich einer nachmittags auf dem Heumarkt abge-

Ein Dementi.

Magdeburg, 28. Juli. (Wolff.) Die Pressestelle beim Oberpräsidium teilt mit: DieMagdeburgische Ztg." bringt in Nr. 449 vom 29. Juli eine aus Dresden vom 28. Juli datierte Meldung über die Or ga ni s a ti o n einer Roten Armee in Mittel­deutschland. Die Nachricht, die angeblich aus zuverlässiger Quelle stammt, deren Her­kunft aber verschwiegen wird, ist, soweit die Provinz Sachsen in Frage kommt, im ganzen Umfange falsch. Insbesondere ist es un­wahr, daß in der Provinz Sachsen irgenD» welche geschlossene bewaffnete Kampfforma- ttonen der Roten Armee bestehen

Hus dem besetzten Gebiet.

Arbcitcrkunögctmngen vor den Höchster Farb­werken.

Finanzminister Henrich erklärt, daß der Zweck des Gesetzes die Besserstellung der Korn- munalforflroarte sei. Es müsse aber ein Weg gesunden werden, wie dies auf die Dauer durch­zuführen fei. Die grundsätzlichen Reckte der Ge­meinden werden nicht geschäoigt, andererseits könne man infolge des Reichsgesetzes in Die Rechte der Privatwaldbesitzer nicht weiter emgretiem T>,on 10 Millionen Hektar seien über die Hälfte tm Privatbcsitz Ein Eingriff in die Selbitverwal- tung liege nicht vor Das Berhältnrs zwilchen

nehmet und Risikoträger da

Unwille über den Steuerabzug sollen An­laß zu den Unruhen unter den Arbeitern ge­geben haben. Die Menge staute sich in den Eingängen und in dem Treppenhaus des Direktionsgebäudes sowie auf der Straße, während eine Abordnung der Arbeiter mit der Direktion verhandelte. Bei dem großen Gedränge auf dem Treppenhaus brach plötzlich das Treppengeländer durch und eine große Anzahl Leute stürzte in die Tiefe, wobei zahlreiche Personen schwere Verletzungen davongetragen haben. Einer der Abgestürzten, ein junger Mann aus einem Nachbarorte, wurde so schwer verletzt, daß er inzwischen seinen Verletzungen erlegen ist. (Siner der Direktoren soll bei der Auseinander­setzung mit den aufgeregten Leuten verletzt worden sein.

Höchst a. M., 29 Juli. (MTB.) Die

kredit Diejenigen Gewerbezweige, bei

Verlag,Geschäftsstelle 51. Anschrift für Drahtnach» achten: Lazeiser Sietzen. p-stschetfionto:

Lrantfurl a. IE. 11686

Internationale Flugverbindung.

Berlin, 29. Juli. (WTB.) Am 3. Aug. wird unter dem Namen Europa-Nord-West- Flug die erste internationale Flug­verbindung zwischen Schweden, Däne­mark, Deutschland, Holland und England er­öffnet. Die Flugstrecke beginnt in Kopenhagen bzw. Malmö und führt über Warnemünde, Hamburg, Bremen und Amsterdam nach Lon­don zurück. Als Anmelde- und Auskunfts­stellen in Deutschland gelten die Agenturen der Hamburg-Amerika-Linie. Es wird zunächst in jeder Richtung dreimal wöchentlich geflo­gen. Tie Flugzeuge nehmen Personen, Post und Güter mit. Es ist möglich, um 8 Uhr mor­gens Kopenhagen zu verlassen und um 7 Uhr abends in Amsterdam einzutreffen, ebenso um­gekehrt. Hierbei tverden als Zwischenstationen Warnemünde, Hamburg und Bremen berührt. Am Morgen nach der Ankunft in Amsterdam kann ber Fluggast nach London weiterfliegen und erreicht die englische Hauptstadt in drei Stunden.

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rere verletzt.

Berlin, 30. Juli. Wie die Blätter aus Danzig melden, haben infolge der Weige- Tung der Danziger HafenarbÄter, die für Polen bestimmte Munition zu entladen, die polnischen »Urbeitervenbände beschlossen, die Gütersperre über Danzig zu ver­hängen. Die gesamte Güterzufuhr aus dem früheren westpreußischen Gebiet nach Danzig ftxxft infolgedessen.

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Staatssekretär Dr. Hirsch zur wittschastskrise.

Einem Mitarbeiter der P. P. N. gegenüber äußerte sich der Staatssekretär im Reichswitt- schastsrnmisterium, Dr. Hirsch, über die zur Zeit herrschmüe Geschäfts st ockung und die teilweise durchgeführten Betriebsstillegun­gen in folgender Weise:

In Deutschland smd für die gegenwärtige Geschäfts stockung zwei Gründe wirksam; den einen, der international m Ersclieinung tritt, kann , man mit dem WorteKäuferstreik" kenn- ieichnen, der andere, spezisisch deutsch, beruht auf ter Valutabesserung. Der Käuferstreik ist, l international betrachtet, ein Nachlassen der Kauf­kraft gegenüber der Preissteigerung, die der^Ein- kommeustcigerung weit vorausgeeilt ist. Schon lebe Lohnsteigerung, der eine Leistungssteigerung iricht gegenüberstano, und die durch eine Profit- Verkürzung ausgeglichen wurde, mußte eine Preis- i fange rang zur Folge haben Diese gingen übet die Lohn steig erun gen hinaus, da bei der Hoch­konjunktur, dre wir hatten, auch der Unternehmer- flttomn gleichzeitig erhöht wurde. So sind die Preise schnell und stark über die Kaufkraft der « groben Massen hinausgeschncllt. Die daraus sich 'I ergebende Geschäfts stockung wurde noch verschärft * durch die Meldung, daß sich die Preiskurse sehr bald nach unten biegen müßten Für T-eutsch- H lanb kam dann noch die Valutabesftrung dazu, eine Folge der Schließung des Loches im Westen und der dadurch möglich gewordenen Unterbin­dung dec Lnruseinfuhr und Erleichterung der Lebens m i tte l e ins uhr.

Während in früheren Krisen Zeiten eine Ge- <i schäftsstockung eine Selbstreinigung der Wirtschaft jy bedeutete, mdem der Preis sich schnell soweit - senkte, bis die Grenze der Kaufkraft wieder er» reicht war, erleben wir jetzt einen anderen Ver­lauf. Früher kam erst der Konkurs und dann dir Arbeiterentlassung, heute kommt zuerst die Ärbeiterentlassung und noch lange kein Zusammen- brud). In früheren Krisen zwangen Wechselver- pflichtimgen, die Geldbeschaffung nötig machten, .. ferner Rücksicht auf den Kundenkreis damals eines der größten Aktiva eines soliden Kauf­manns und drittens der Druck der sogenannten |Stilliegekosten", zu billigem Verkauf: denn unter i- ^riedenSverlstlltnissen war es mitunter richtiger ohne Gewmn, ja selbst mit erheblichen Verlusten za arbeiten, weil das Stilliegen der Anlage durch Amortisationen, Abschreibungen und sonstige wei- terfmrienbe Mgememunkosten teurer zu stehen kam als ein Weiterarbeiten mit Verlusten. Das hat sich heut egeändert: der Verlust einer festen alten Kundschaft ist in den letzten Monaten, da man sich um die Waren riß, gleichgültig geworden: Mchselverpslichtungen im alten Sinne laufen nicht iwehr, da das ganze Geschäftsleben sich auf Vor­auszahlung eingestellt hat und so an Stelle des Wechselkredites der Bankftedit getreten ist, bei dem ein größeres Interesse beider Teile vorliegt, am Wavenlager keinen allzu großen Verlust zu erleiden. Der Druck derStilliegekosten" ist nicht im entferntesten so stark, als vor dem Kriege: diese betrugen damals z. B. für ein Paar Schulz nm Preise von 1012 Mk 23 Mk., also 25 Prozent des ganzen Preises: heute madjeit sie d ochgerechnct 1520 Mk aus. Wird aber weiter icbnjiert, so ist es nicht unwahrscheinlich, daß der Unternehmer an jedem Paar Stiefel unter Umständen 100 Mk. verlieren kann.

Auf die Frage nach den Mitteln, irclche der Regierung zur Besserung der Lage prr Verfügung ftelyen, führte Dr. Hirsch aus:

Als Ätittel, die auf lange Sicht anzuwenden W, kommen in Frage die Valutastabilisierung imd eine Betriebsumgruppierung. Für die Stc- t^gteit unseres Wirtschaftslebens kommt es we-

Damit können Maßnahmen für augenblickliches wurde angespien und von vielen ins Gesicht Hilfe verknüpft werden. In der Reichsregierung be- ' '' ~ "

4teht Einmütigkeit, daß Erwerbsbosenunterstützung | die schlechteste Form der Erwerbslosenfürsorge ist

versichern, daß er sich für die Erfüllung der gestellten Forderungen einfetze. Beim Abzug der gftenge erfolgte ein Zusammenstoß mit der Sicherheitswehr, die die nach dem Ge­richtsgefängnis führenden Straßen ab­sperrte, da laut geworden war, daß eine ge­waltsame Befreiung der politischen Gefanae> neu beabsichtigt sei Durch Masclftnengewehr- schüsse wurde ein Arbeiter getötet und meh-

miger aus die absolute Höhe der Valuta an als biwuf, daß nicht fortgesetzte Schwankungen immer bic Grimdlagen kaufmännischer Berechnung

»ber den Hausen werfen: doch kann diese Stetig­en unserer Valuta nur erreicht werden, wenn Pir, das deutsche Volk Klarheit besteht über die Meinungen aus. dem Friedensvertrage. Eine ge- Mlie Gleichmätzigkeit im Stande unserer Valuta wt den letzten Monaten verdanken wir ber De- eubcs.ckaNungsstelle, die den beut»

Ijfien Bedarf an Auslandswechseln dm Wirtschafts- lüellen und SAbstverwaltungskörpern danken, wo- p ,m Zusammenwirken mit der Reicks bank die edjroanhingen im kleinen einigermaßen ausge- (Tiittien toeröen konnten. Einen weiteren wesent- lihen <od>ntt vorwärts hoffen wir durch die Grün­dung einer g e m e in wir t f cha f 11 i chen Bank to*1' die das Kursrisiko durch Devisen-Termin- -<1chäfte für gemeinwirtfchastliche oder gemein» UBtge Warenbezüge abdeckt. Das zweite lang» Wige Ziel, das zu ererich-n bleibt, ist die Frage «r Umgruppierimg von Arbeitsmitteln und Ar- «uskrasten. Unter ganzes Bestreben muß dahin (Pben. die volkswirtschaftliche Produktivität da ^rch zu .erhöhen, daß wir sowohl Betriebe als Arbeitskräfte so umgruppieven, daß sie den hoch- l. Nutzesfeh ergeben. Vom Reichsarbeitsmini- «num ist ja bereits betont worden, daß dies m letzten Jahre bereits im bedeutenden Maße jungen, und so der Arbeitswilligkeit der Ar- deckerfchast das denkbar beste Zeugnis ausgestellt '4 Bekanntlich sind seit August vorigen Jahres nabesu 80 000 Arbeiter neu in den Kohlen­bergbau gebracht worden. Neben dem Stem- und Braunkohlenbergbau wird auch die Land- h) i r 11 d) a f t iveiler ausgebreitet werden können, !tmd durch eine, rationellere Organisation des Sau» bj£|en5, insb z'ondere durch straffere Bewirt­schaftung der Baustoffe werden auch hier Äüeitsmöglichkeiten erhöht werden können. In Betrackst kommen -r-ißeroem noch unsere Export-, inbit ft r e n , vb z. B. die chemische 3nburftie. I unb

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1920

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hessische Volkskammer

Darmstadt, 29. Juli.

Die Sitzung wird irm 9/? Uhr durch Präsident Adelung eröffnet und mit der Beratung des Kapitels 3,

SiedelungSwrfrn, fortgefabrai,

Abg. Lux (Soz.) widerspricht dm ^lusfüh. rungen der 9tbg. Dr. Dehlinger und .Knoll sowie der Denkschrift des Reformbundes der Gutshöfe. Auch die Behauptungen des Abg. Hahn über die Bewirtschaftung großer Güter sei nicht richtig. Bedauerlich sei, daß die Hess. Volkspartei das Lmidgesetz zum Gogenstand einer Protestversamm­lung mache. Gfegrn die Hetze des Reformbundes müsse in irgend einer Weise etwas geschehen.

Finanzminister Henrich stellt fest, daß in 400 Gemeinden das Verfahren schwebt. In 25 Ge­meinden sei die Verteilung erfolgt. Die Materie fei eine sehr schwientze, auch die gesetzlick-en Hinder­nisse müssen berückstchtigt werdm, ebenso wie die reich-gesetzlichen Verhältnisse in Frage kommen, auch bestehen versteckte Gegner, wie die Hmipt- gründe, daß durch das (Gesetz Ernährungsschwie­rigkeiten entstehm könnten. Die Bencktigilng der Reformgüter war sehr eingehend, übersichtlich unt) lehrreich, es wurde aber nicht alles gezeigt. Man werde selbstverständlich darauf Wert daß die großen Gutshöft in ihrer Wirtschaftlich­keit nicht benachteiligt werden. Bei der Zurtz teilung sollen in erster Lnne Landlose berück­sichtigt werden, doch werde man zu Prüfer haben, ob 'man nicht durch das Kleingartmgesetz noch rascher Abhüse verschaffe. In der Anslvahl der Landbewerber werde sehr vorsichtig vorgegangen. Den Streubesitz könne man nicht vollständig aus- schalten. Die N-eusiedelung konnte man im Land- gesetz nicht berücksichtigen. Ein abschließendes Urteil über Fran kenfeld Eönne man heute noch nicht abgeben. Der Antrag des Ausschickses wird angenommen und der Antrag Bornernann abge­lehnt. Ter Antrag Herbert hierzu, betr. Bildung; einer Kvmmission zur Besichtigung des Franken- feides wurde ebenfalls angenommen und ebenso ein Antrag betr. Durchführung des Landgesetzes.

Tomi wird die Regierrmgsvorlage, betr. die Regelung der Brsoldungcvcrhältnisft drr Kommunalforft- warte

und Einteilung der Obersörstereim, beraten. Abtz. (5 i ünert <Soz.) erstattet den Bericht. ^Darnit gehen alle Kommunal'örstwarte in den Staats­dienst über, auf die selbständigen Obersörstereim der Standesherrm soll gewisse Rück' ickst genom» men werdm. Auch die Ruhegehälter der 5korn- munalforstwarte werde erhöht und vom Staate übernommen.

Abg. Hoffmann (3tr.i weist auf die mini­male Besoldung der ftommunaliorfttoarte hin. /'

Abg .Dr. Osann iD. Vvt.) wchst darauf hm, daß feine Partei schon früher einen entsprechenden Antrag zur Besserung der Nollage der Kommu- nalforstwarte gestellt hat. -

Direktion der Farbwerke vorm Meister, Lu­cius u Brüning haben heute kurz nach der Mittagsstunde ihren Abschluß gefunden. Die Direktion sagte zu, daß in den Betrieben, in denen die 48stündige Arbeitswoche noch nicht eingeführt ist, diese sofort eingeführt werden soll. Weiter wird das Werk den lOprozentigen Steuerabzug rückwirkend übernehnien. Die durch die heutigen Vorgänge entgangenen: Lohnausfälle soll das Werk tragen, lieber die Frage einer Lohnerhöhung wird morgen, wie vorgesehen, verhandelt. Bedauerlicherweise wurden einige hervorragende Mit­glieder der Direktion von Arbeitern so schwer mißhandelt, daß die Herren voraussichtlich längere Zeit dienstunfähig sein werden.

haltenen Demonstrationsversamm- l u n g kam es zu schweren A u s s ch r e i t u n - a e.n vor dem Regierungsgebäude. Der in dem Gebäude in einer Sitzung des Staats­rats anwesende Oberbürgermeister Sa hm wurde gewaltsam aus der Sitzung heraus­geholt, um zu der durch zahlreiche Reden auf­geregten Menge zu sprechen. 2lls der Ober­bürgermeister vor die Menge geführt wurde, drang man von allen Seiten auf ihn ein mißhund eite «ihn schwer. Er

Annahme von Anzeigen für bie lagesnummer bis zum Nachmittag vorher ahne jede Berdinbllchkeit. Dreis für 1 mm höhe für Anzeigen v. 34mm Breite örtlich 35 Pf., auswärts 45 Pf.; für Reklame, Anzeigen van 70 mm Brette 150 Pf Bei Platz» Vorschrift 20° Ausschlag. Hauptschriftletter: Aug. (Bo cti. 'verantwortlich für Palilik. Aug. Goetz: für den übrigen Teil: Dr. Reinhold Zenz: für den Anzeigenteil: H. Deckt, sämtlich in Gießen.

Berlin, 30. Juli. Den Blatt.wn zufolge ist die Katastrophe des polnischen Heeres fast vollendet. Die 16. rmfische Armee nahm geftem Osscwic:. Bei Sczurzyn, 4y2 Kilo­meter von per deutschen Grenze, hat rirffimx Reiterei die deutsche Gren'e erreicht. In vier Tagen haben die Russen 120 Kilometer zurück­gelegt. Auch bei Bialystock findet zur Zeit ein verzweifelter Kamps statt.

Tie Tcschener Frage.

Prag, 29. Juli. (WTB.) Nach einer Mitteilung des Ministeriums des Aeußern über die Entscheidung der Botschafter- kvnferenz in der Teschener Frage wird die Abgrenzungskommission, welche in­nerhalb von 14 Tagen eingesetzt wird, das Recht haben, eine lokale Aenderung der De­markationslinie vorzuschlagen. Bezüglich der Kohlenverteilung werden die Alliierten eine gemeinsame europäische Politik für eine bestimmte Uebergangszeit führen, bevor die europäischen Verhältnisse konsolidierter wer­den. Es wurde beschlossen, daß die Tschecho- Slcwakei sich verpflichte, Polen jede Kohlen- menge zu liefern, welche sie im Jahre 1916 geliefert hat, wobei je nach dem Sinken der Erzeugung auch die Lieferung proportional herabgesetzt wird. Es wurde ferner bestimmt, daß Polen der Tscheck)o-Slowakei Naphta lie­fere. Nach der Entscheidung der Botschafter- konserens erhält die Tschecho-Slowakei auch die Stadt Trzpnitz.

Eine amtliche Depesche aus Paris gibt die Entsckeidung des Teschener Streites durct) die Botscpafterkonserer^ bekannt, nach der das strittige Gebiet räumlich annähernd halbiert werden soll. Die Tschecho-Slowakei erhält die weitaus wertvolleren Gruben, vor allem das Karwiner und das Jablunkauer Revier, wäh­rend Polen die Stadt Teschen mit Ausnahme ihres Bahnhofes und die Oschälste des Ge­biets mit mehr als 50000 dort lebenden Deutschen zugesprochen bekommt.

und daß jede Art der Arbettsbeschafsung vvrzu- ziehen ift Zur Behebung der augenblicklichen Ar­beitsnot kommen m Frage: Arbeitsverschiebimg, Ausfuhrerleicklerung und Auftragsvermittelung im Sinne der produktiven Erwerbslosenfürsorge. Zur Arbeitsverschiebung eignet sich msbesondere der Ausbau der großen Verkehrswege: MittellandLMal Adain--Nackar Jbaruil und äHnluhe Verkehrswege, die rasch in Angriff genommen wer­den müssen; auch Leistungen für die Wiedergut­machung kommen hierbei in Frage. Schwieriger ist die Möglick-ke-it, durch AüÄuhrerleichterung Ar- beitsgeletzenhcit zu schaffen, denn eine Ausfuhv- erlaubnis kommt für all die Waren, die im Jn- lande knapp sind, nicht in Frage. Es ist nun vorgeschlagen wurden, durch einen großen Reichs-

zuf (hieben, wo die Privatinitiattve ver­sagt. Ganz abgesehen davion, daß die Finanzlage des Reick)es ein solches Miüiardentrifiüo nicht er­laubt, halte ich einen solchen Weg nicht für gang­bar, weil dann bei hochgehendn: Konjunktur jeder unbekümmert die Koni <mtturgewinne einstreichen würde, bei tiefgckhender aber das Reich ihn vor Ver­lusten zu schützen 'hätte. Dagegen ist der Weg der öffentlichen Auftragsvermitteftmg zur Verhinde­rung von Arbeitslosigkeit vom ReichSivirtschafts- und Reick)sarbeitsminr^erium neuerdings beschrit­ten ivorden in der sogenanntenPirmasenser Ak­tion", wo es sich um ein Eingreifen der Reichs­stellen in den Absatz und die fernere Erzeugung der pfälzischen Schstl-industrie handelte.

3um Schluß ter Unterredung kam Sdaats- sekretär Hirsch auf die sogenannten Betriebs- abbrüche zu sprechen. Abbrüche ober Stillegun­gen solcher Betriebe, die volkswirtschaftlich noch nützlich sind und nur wegen der augenblicklichen Ge­schäftsstockung vor genommen werden, formen auf Grund der Verordnung über die wirtschaftliche De­mobilmachung vom 2. November 1918 unterbunden werden. Hierauf gestützt, bat das Reichswirtschafts- tnrnifterium z. B. die Beschwerden über Abbruch von Ziegeleien prüfen lassen: in einigen Fäl­len ist auch eingegriffen worden. Noch viel schwie­riger liegt die Frage der fogenaimten. Deilstillegung 'jber des Teilabbruchs, zumal des Verkaufs von gebrauchten Maschinen. Die Ausfuhr solcher gebrauchten Mrschinen ist verboten worden. In diesen Fällen können auch die Gewerbeaufsichtsbeamten eingreisen, doch besser als alle chrigkeitlicken Maßnahmen wirb hier eine zweckmäßige Organisation und bewußtes Eingreifen der Gewerbe selbst helfen. Heber die Mittel und Wege, die dabei geboten sind, wird demnächst der Reichswirtschaftsrat beraten, auch über Druckmittel, die in dieser Hinsicht den Selbst- verwaltungskörpern und Körperschaften erteilt wer­den können. Das wichtigste aber, um der Arbeits­losigkeit im deutschen Volke vvrzubeugen, scheint mir der entschlossene Wille von Arbeittiehmern und Arbeitgebern, auch unter weitgehender Preis­gabe der augenblicklichen materiellen Interessen die Schädigung der deutschen Erzenguugskraft un­ter allen Hmständen zu verhüten und durch zweck­mäßige Organisation zu einer Steigerung der Pro­duktion hinzustreben.

General-Anzeiger für Gberhefsen

Druck und Verlag: vrühl'sche Unw.-Vuch- und Zteindruckerei R. Lange. 8chriftleitung, Seschastrfteüe und Druckerei: Zchulstraße 7.

Höchst a. M., 29. Juli. (Wolff.) Zu einer großen Arbeiterdemovstration kam es heute in den Vormittagsstunden vor dem Direktionsgebäude der hiesigen Färb- . lltu>t uvl7------ -------

werke v-orm. Meister, Lucius und Brüning. Forstwarten und ihren Borge elften werde sich Unzuftiedencheit der Arbeiter mit Lohn-l gleich bleiben. Die Vorlage wnv einittmmig und Arbeitszeit fragen sowie der anacuomnun..