Erstes Blatt
170. Jahrgang
Die Verfolgung dezUappschenAnhanger. I
Berlin, 20.März. (Wolff.) Nach Mitteilung des Lberreichsanwc.lts wurde der Un-
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Deutsche Nationalversammlung
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Örili ü 25 bi, auSioärt« 80 "Bi.; für Reklame- Slnjtiflfn von 70 mm Breite 90 ki. v’ti Platz- OOrf(tnn20* A'itfNilag. $>auiHi<im'tleüer: Aug. (Boei». BriüiUiöovtlid) füi "Volit f: Wufl- Uoen; |ür ben übnaen leiU Dr. Reuihotc» Jen^; für ben iliyeijenteil: ö. Beck, fäintlid) tu ® ie&en.
Nr. 76
Ter 6ief,etter Lnzelger erfdinnt mqlirfi, auyer Sonn- und Feiertags, oezuqrprcjr:
Monatlich Mk. 2.30, vierteljährlich Mt. 6 90 efnlcblieülid) des Bestellgelds: Dm cü die Post vierteljätnlich Pik. 6.— ausscktlicstltch Bestellgeld. Fernsvrech - "Anschlüsse: für die Lchriitleitungl 12 Ü'exiap.o dtljifiAfieileSl AnschrxlliiirTradkiiach- nchleir Anzeiger -heil.
poftschetttonlo:
Sranfiutl a. M. 11686
rers Höcker. Unter Berücksichtigung bedrohlichen Lage sah sich die Direktion nötigt, Höcker wieoer einzustellen.
Meuterei in einer Strafanstalt.
umfaßt sollende Punkte: 1. Die Anerkennung der -sorvietrepublik: 2 Die '2I:Krfennung des Rechtes, das Sowjetexperimcnt in Rußland weiter zu ent- w^elnf: 3. Die Bereiterklärung So!metrußlanbs, ich nicht in die inneren Angelegenh i en ter anderen Länder einzumi'chen: 4. Tie Verpflichtung der anderen Länder, sich ebenfalls der Einmischung in die inneren Anselegenheiten Rußlands zu e*tb halten: 5. Tie Wiederaufnahme der Wirtschans- beziehungcn: 6. Die Auflösung der roten Armee, sobald der Friede gesichert ist: 7 ünerfcnnunq der Sckuldm und Anleihen eimch*restlich der Zinsen.
Hände von Leuten gelangt, für deren Treiben Mord, Raub und Diebstahl, ich keine Partei verantwortlich mache. Diese Zustände können nicht länger geduldet werden.
Hierauf wird die Sitzung unterbrocha».
Als erster Redner spricht der Zmtrumsabge-
Zur Präsidentenwahl in Amerika.
Paris, 29. März. Wie der Washmgtonei Berichterstatter des „Echo de Pa.is" mi teilt, hi. ben die Führer der d e m o k r a t r s ch .» n Par- tei im Kongreß sich Mm» verabredet, all's Mögliche zu tun, damit Wilson ben National kam
PskrtebcM^.
-Linden.
tten ift die Ra.ide ?n fint)<W*v
venl der Partei nicht dahin bringen kann, das er zum dritten Mal seine Kandidatur zur Prchioent- aufitellt.
Aur dem Nciche.
Ebert an Schiffer.
Berlin, 29. März. (Wolff.)
terstaatssekretär a. D. v. Falken Hausen in Brandenburg verhaftet und dort gericht- lich vernommen, v. Falkenhausen tvurde am 25. März nach Leipzig gebracht und dort vom Untersuchungsrichter vernommen.
„dl. Dl«"*“
M.,! cowtn:
Ein Sneöensanaebot von 5owjetrutzland an sämtliche Nationen.
Ann apo l is, 29 März. „Neuyork American" veröffentlicht ein drahtloses an Litwrnofs ge andtes Friedensangebot von Sowjet- rußlandan dieNationenderWelt. Es
General-Anzeiger für Oberhefscn
Owillingrnlnddrvck u.Verlag: vrühl'sche Univ.-Such- u.Stein-rnckerei «.Lange. Schriftleitang. Seschästrftelle u.vruckerei: §chu!ftr.7.
cgcausschüsse vn- I -isen daraus bin- I iit tunlichsler Bc- I ue Erwabsloien- I tzungsempsärigeni, I Itmibe zu torben | . Taher ist in?= Unterftüfjten nai .ms bei den iüi sstellen oder tn? mendungsjähigkei!
ichtungen, die für Rcietj^ttaröiuuir . 26. Jaiiuaf 1920 I t Ende dieser No-
Berlin, 29. März.
Präsident Fehrenbach eröffnet dte Sitzung ____ _____ ________ . .. .
um 10.20 Uhr. Das Haus ist gut besetzt, e^nso ordnete Bol;. Tas Verbrechen vom 13. März die Bänke der Regierung und sämtliche Tribünen. I war eine deutschnationale Bewegung, aber sie nxr
Dienstag, 50. März 1920
Annahme von Anzeige» f. tue iageenummec vis vX A A zuin Rncvmtita., vorder X'yX •yfW ohnejed.»in lichfeit. K X* ▼ preis fir l mm hohe für M M Anteilen v.34mm breite
KabincttSwcchscl in Dänemark.
Kopenhagen, 29. März, lieber de D '-> Mission des Kabinetts wirb gemeldet, daß- ter König nach einer längeren Btspvc.'.mng nut dem Mn.isterp.äiidenten Zahle über die nord- schleSwigscte Po l r t i t de Regrerung aufto - derte, il,r Abschiedsgesuch ei zureichen. Zat lc leimte dies ab. Daraus erteilte dec König Z.rhle den Abschied und beauftragte den Fülirer der Unten Partei Neerg-aard mit der Neubildung. N-ergaarv erklärte fiel) außer S.andc, den Auftrag auszu- führen. Daraus bat dec König die bisherige Regierung, die Geschä te provi ori,"d> iveirn:zusü!)ren, was aber Zahle ablelmte. Die R'gierungsparteien sind telegrap.,isch für morgen zu einer Parln- sitzung nad) Kopenhagen ctnbcruie.i wordm. „Sa- -,ialdemo!r-iten" nimmt in einem Extrablatt gegm ten Staatsstreich des Königs Stellung. In io;ia!» demokratiläsen radikalen Kreisen sieht man Ine Lage als sehr ernst an.
mingcn. _ jnmtce.
16 Prcukls^^ «ginnt «m f 3» e md -m 13. ®-
w W*06"1 * verpsilfil^l. ____.
Brandenburg, 29. März. Bet der Revolte in der Strafanstalt zu Brandenburg wurde Militär zu Hilfe gerufen. Die Meuterer fatten sich mit Karabinern bemaltet. B i dem Kampfe wurdm zwei Meuterer erfchos'en und r.eun schwer verwundet. Tie Zahl der Leichtverletzten ist noch nickt sestgestellt. Von den £8 örtern ist ferner urngekommen. In Gentlnn würd' ein Zucht- hänster er chos'en, zwei fdtoer verwundet. Von 152 Flüchtlingen f^len noch 11.
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SS"" ««i* Riegen, vn bisher fg,
En ArbätlL "SW m, ^Kläge
Ql5-JJlÄe dir darübtt, innhi; > Beurteilung ^«meinben nach ?M dir pW, die nur Mbeitsvndienst 'tet. lür Arbeii- ^enunterstübuna Iflltett. Feiner ler BeMrung *r versicherungs- lt nicht ber Fall, unb bas Arbeits, "durch „Verein- licnicit zu geben, maß § 12a auch en zwischen Gr- m ber sie schm rden. Art. 4 gibt i>e Vereinbarung Fall eine brei-
Cine Rede des bayerischen Minifterprafidenlen.
München, 29. März. (WTB) In der heutigen Sitzung des bayerischen Landtages erklärte Ministerpvlifident Tr. v. ft a b r, die gegenwärtige bayerisä>e R-gierung werde treu and rückhaltlos an der Reichsverfassung festhalten, ebenso an dem Zusammenhalt der Länder im Reichsverband. Hmsichtlich der politischen Vorgänge in Bayern stellte er nachdrücklich fest, dast bei den Besprechungen in der Nach: zum 14. März der Oberbefehlshaber des Reiä-SwehrtruppenDmmaw' das die Forderung, dast der Mmisterpräsident oder einzelne Miirister zurücktreten »Eilten, weder er» holien noch angedeutet habe. Er sagte, die Minister, die den damaligen Verhandlungen beiwahn- ten, bestätigten ausdrücklich, dast sie nick' einen Augmb ick ei..en mili ärifd^n Zwang gesühl hätten und dast bet den Vorgängen und Beslhlüisen an jenem Margen der Boden der Versastung nidM verlassen wurde. Ebensowenig könne von einer Militärdiktatur in Bayern gesprachen werden. In der Verurteilung des ftoppschen Staatsstreiches und in der Mwehr jedes gewaltsamen Umsturzes van weläter Seite er auch kommen mögt, sei sich die derzeitige Regierung mit der abgegangenen durchaus einig. Tie bayerische Reichswehr und i'ire Führer hätten feinen Augenblick die Kappsche Regierung aner ännt. Weiter erf arte der Minister- näsidenl, die Regierung werde an den für die Drganifatkm der bayerischen Wehrverbände von der bisherigen Regierung festgeleg en Grundsätzen eitbalten. Tamm müsse die Rcgieiung auf» heute den geschlosserten Eintritt politisd-er Verbände in die Wehr ablehnen. Ter Ministerpräsident bedauerte, dast die sozialdemokratische Parteisichander Regierung nicht beteiligt habe und sprach die Haffnung ans, dah sie bet der Aufrecherlaltung ber Staats- versassung die Regierung loyal unterstützen werde.
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Tie Vermögensbeschlagnahme gegen die Angeschuldigten des Kapp-Lütt- mttz.Prozesses ist am 25. März vom I. Straf- senat des Reick)sgerichts beschlosseit worden.
Wegen der Kieler Vorgänge nntrbe die Voruntersuchung gegen den Admiral a. D. v. L e v e tz o w auf den Major a. D. b. Winterfeld, den Oberbürgerineister Lindemann den Regierungspräsident Pauli- Schleswig und den Landrat Freih. v. Loew ausgedehnt. v.Levehotv ist verhaftet. Pauli befindet sich m Schutzhaft. Die übrige» Angeschuldigten sind flüchtig.
Steckbriefe gegen des Hochverrats beschuldigte Personen sollen nicht nur im Fahndungsblatt, sondern auch in den Tageszeitungen, foitne an den Anschlagsäulen veröffentlicht werden. Für sachdiettliche Beihilfe zur Aufklärung des Sachverhaltes oder Ueberführung unh Ergreifung der Angeschuldigten wird eine Belohnung bis zu 10 000 Mark ausgesetzt.
Berlin, 23.März. Nachstehende Offiziere haben laut Mitteilung des Ncichs- wehrmiuisteriums ihren Abschied erbeten bzw. sind ersetzt worden: Generalleutnant v. Esvorsf, Generalleutnant v. Bermuth, die Generalmajore v. Grodeck, Frh. v. Diepen- brvck-Ärütcr, v. d. Hardt, v. Lettow-Vorbeck, v. Oven, Frhr. v. Ledebour (Hamburg), Oberstleutnant v. Klewitz uird die Majore v. Mias- kowski und Hagemann. Die Frage, wietveit diese Offiziere durch ihr Verhalten während der letzten Vorgänge belastet sind, wird eingehend geprüft.
Lütiwitz.
Berlin, 29.März. (Wolffs Lüttwitz, gegen den am 18. März die Schutzhaft an- geordnet wurde, ist, wie die „Voss. Ztg." bestätigt, geflüchtet und spurlos verschwunden. Nunmehr erließ die Kommandantur Berlin einen Haftbefehl gegen den General.
Neichskanzler Müller:
Die neue Regierung ist getragen von den gf et dien Parteien wie die alte, von dem ei nzigetei tragfäHitzen Bot a. der in Deutschland möglich ift. !Beifall.) Dem früHeven Reichskanzler und feiner Negierung gebührt der herzlichste Tank Wer mit ^app gemeinsame Sache gemadst bat, muß ver- schwiuden. Mü eisernem Beten muh ou g.f brt werden. Wir werdet» rücksichtslos und enffd^oifert zugreifen. Eine demokratisdte Regierung olme Te* mokrotie ist eine innere und aus>npoli!ifcbe Gefahr. Wir haben die Demokratie, s.e müsse nur an die richtige Stelle gesetzt merb.-n. Der Reidtswirte schaflsrat wird schitellstcnts gesd>tffen werdet» Eben-* so werden bi: anderen in Angriff genommenen Gesetze strtiggestellt und Wirtfdtaitozweigc, die dazu reif sind, in öffentliche Bewirtsd-astung unb Kontrolle übernommen werden. Elektrizilät, ftoNc unb Kali sind die ersten hierher fallenden Gegenstände. Für die Landwirtsd-aft muh künstlerisch:-! Dünger geschaffen werden. Die neue Regierung übernimrd das Programm der alten. Die Tcmofratii'ierungi der Venvaltung unter voller Wahrung her Rechte der verfassungstteuen Beamten, die Auflösung untreuer Hceresfortf.aliotten unb an bereit Stelle Sdtasfung neuer Verbände, bie als ivahrhaste, feinen Staub ansschliehenbe Dolksnxhr bc- zeickmet werden köntten Alles bi:s unter Beteiligung ber Organisationen der fdtaffen ben: Stände muh unsere grone, bald zu lösende 21uf- gäbe fern. Wir werben sie rücksich:slos und ent- schlossen durchführet». Ter 9tuftxru ber sozialen Gesetzgebung ist dringend geboten. Großzügige TurckRührung der Fürsorge für die Kriegsopfer »st unsere heiligste Pflicht. (Sebl-afic allseit ge Zw fttmmung.) Tas Versorgungsgesetz für bie DckgKq besch obig !en und ^Hinterbltebenen ist seri iggestell t. Elite Fürsorge für Arbeiter unb At»gestellte „ruh geschassen werden, indem das Arbeiter- und Beamtenrecht fd)l.imigft durchgesührt wird. Verwol- tungsreform und Beamtenbesollungsn form müden, als^a.o ihren gesetzlich»?»» 2lusdruck finden. Tie Aib:it der Nationalversammlung wird schein zeitig abgebrodien werden müssen, weil das Volk nach dem Staatsstreich mit ben ftappanhang.Tn eine tatbige Abrechnung durch Wahlen haben will. -„Sehr richtig!" links.) Loyale Erfüllung des Fri.d.-n^vertrages, Schaffung einer Armospt^re des Vertrauens zwischen ben Völkern und öffentlichen Bruch mit allen ftrvgdanfdKurungcn in der Politik ist unsere Aufgabe. Unser Kurs bleibt auch in der Auhenpolitik ber alte, weil das ber richtige war. Tie schnelle Erbrosselung des Üavp-Pu!fchÄ erhöht das Vertrauen zu uns. £)ättc uns bie Entente nicht das Atmen schier unmög.ich gemacht, so wove die Zahl ber KappanHänger geringer gewesen. Gegenüber Millerand bemerke ich, baü die deutsche Regierung be-müht war, a les zu erfüllen, was überhaupt in ihrer Macht steht. Ein mirt* fckaftlrches Zufammenarbei en ist brinrenb geb den. Ein sich rerblutendes Teutsckstand ist Europa. R in. Aus einigen Teilen beS Nuhrgebiets kommen Te- putationen »ur Regierung, bie bie Lage schildern. Wir verhandeln mit ber Entente darüber, daß wir im Notfälle für kurze Zeit etwas mehr Truppen in bie gefäforbeten Gebiete sende i bfirfen Flankirich will bas nur gestatten, wenn Frankreich bagegem Frankfurt a. M., Darrnstabt unb anbe e Orte besetzen könnten. Dieses weisen wir zurück. Wir wollen doch nur bie Ruhe im R-chrgebiet wieder Herstellen, auch um Frankreick» bi? versprochenen Kohlen liefern zu können. Im Ralynen ber beutschen Republik ist fein Platz für eine Diktatur, komme ie woher sie wolle. Der Puttch vom 13. Mär; hat bas deutsche Volk um bie Freude über die Abstimmung in Schleswig gebracht. Wir sehen and; den anderen Abstimmungen mit Vertrauen entgegen. Ein Verbrechen an Reich unb Volk ohne Gleichen haben wir erlebt. Dummheit unb Brutalität batten ick vereinigt. Die Hochverräter werden bestraft werben ohne Rücksicht auf bas Zureden von ben. Seiten, bie allein bie Verantwortung tragen. Tie fjZarfrthaber bes alten Regims, bie Parteien ber Kriegshetzer wollen bie Schuld der Regierung zu- chieben. Der Weg Kapps war auch ber Weg ber Reckstrn. Das beweist bie Stellungnahme ber Deut- chen Volkspariei unb ber Teutsckmationalen (Lärm rechts) unmittelbar bei bem Auftreten Kapps/ bie keinen Tadel für diesen enthielten. Das Volk wird ridjten zwischen ihnen unb uns Dec Generalstreik war ein Vorspi l der kommenden Wahlen. Die Mitschuld ber Deutschnationalen Sichert ficht auch in ben Aeuherunter» des Grasen Westarp. kLärm rechts.) Kapp, Zagow unb Schiele waren
vurchstchning des Ultimalums?
Heute, Dienstag mittag um 12 Uhr, läuft bk Frist des Ultimatums ab, das dicReichS- regiecung au die Aufständischeit im Ruhrgo biel gerichtet hat. Inzwischen ist von soziali- bemokratischer Seile aus dem AusstandSgebiet an die Regierung das Ersuckien um Fristver-- schiebung des Ultimatums vorgebrack)l wo» den mit der Drohung, beim Einmarsch der Reichsivehrtruppen würde die Generalstreik- Larolc auSgegeben werden. Wie sich die steichsregierung mit dieser Kundgebung abgc- unden hat oder sich abzufinden gedenkt, dai> iber kann man nur Mulmastungen anstellen, tzs heistt in einer darüber vorliegenden Meldung, das Kabinett bestehe auf der Durchführung des Bielefelder Abkom- rnenS. Auch die gestrigen Verhandlungen der Nationalversammlung haben über Die bevorstehende schwere Entscheidung kein neues Licht verbreitet. Der Reichskanzler Hermann MüUer hielt eine längere Rede, deren hervorstechendes Merkmal der Satz war, daß die Gefahr von reck>tS schwerer und dringlicher sei als die von links, und daß oie lleHergangs,zeit bis zu den Neuwahlen damit «uSgefüllt werden solle, die Demokratie mit iveiteren Svzialisierunben iin Reiche fester jti verankern. Er gab ein weitschichtiges Pro- irramm: ob es restlos durchgesührt werden renn, ist eine andere Frage. Die sich anschließende Debatte ergab wenig lieber» r aschungen lieber ein Vertrauensvotum für bas neue Kabinett soll erst in der heutigen Sitzung abgestimmt werden.
Androhung des ltzcncralstreikS.
Der „Vorwärts" berichtet aus Elberfeld, daß die sozialoemvkratische Partei in Elberfeld der Reichsregie- nmg am R. März, abends 8 Uhr, mitteilte, ,bcÖ sie eine Verlängerung des Ultimatums der Reichsregierung vom 28. März u-in drei Tage verlange In der Kundgebung helfet es weiter: Der Kampf bei W e s e l wäre lLngstens morgen beendigt gewesen, weil nur itod) die linksstehenden Kommunisten weiterkämpfen. Der Einmarsch der Reichswehr in t»aS Industriegebiet verpflichtet uns, gemeinsam mit der U. S. P. und der ft. P. D. ben l«eneralstreik auszurufen. Sogleich werden fcir unsere Genossen im Reich für den Ge- ii eralstreik und Aur bewaffneten Abwehr auf» l»fen. Ferner fordern wir die Abberufung k>»s Generals Matter in Münster.
In einer gleichzeitigen Mitteilung des ^entralrates in Essen werden die Bedüngungen des Generals Matter als technisch u»durchsührbar bezeichnet. Zur Abwehr des -Aatterschen Planes habe der Zentralrat beschlossen, zum sofortigen Generalstreik auf» «rufen.
Die Reichsregierung erwiderte darauf, d«ß sie auf dem Bielefelder Abkommen bestehen müsse.
Drohender Generalstreik in Frankfurt.
Frankfurt a. M , 29 Mürz. Eine heute *mb tagende Versammlung ber Frankfurter Üttriebsobleute Mdiofe, sofort in den kneralstreik einiutreten. falls bie Rricks- wveii daS rheinisch-westfälische Jnbustriege- J|H<t betreten sollten.
Die Plä e der Komtnunisten.
Karlsruhe, 29. März. Wie von zu- Jnbiqer Stelle mitgeteilt wird, haben nach nisgesangenen Depeschen die ft o m m u - 'ift e n ben 30. März als den Tag des lOtgemeinen LosschlagenS bestimmt. San Mannheim und Stuttgart aus soll der «5thirm auf der ganzen Linie auch in Süd- irtttschland einsetzen. Bon Nordoeutschland nni null man die süddeutschen Kommunisten ni: Maschinengewehren und Munition Veristen. Zunächst aber soll Frankfurt a.M. n ihre Gewalt gebracht werden, damit von »<rt aus die Bewegung in Südoeutschland icüützt werde»» könne. Aus einem in russi- ch'r Sprache abgefastten Bries aus Essen ft hervor, daß alle Vorbereitungen zur fcrridning dieses Zieles getroffen sind.
D e Spannung im Jnöuftriegebiet.
Berlin, 30. März. (Priv.-Tel.) Die ^«rgenblätter melden aus Duisburg: Im .)iwustriegebiet versuchen die Boll
satz auch auf die russischen Randstaaten anzuwenbcn. Dio Svwjetrrgvrrmg lehne es feier- lickst ab, rrgeubwelch? gegen bie alliiert«» Regie rmigen gerichteten geheimen Brrhanblangen mit Dentschlanb in Erwägung zu ziehen. Siesuckre keine Alliance mit irgenbeiner Nation unb wolle feine Nation an greifen.
Mitglieder der beutschnotionalen Partei. ^Zum Landwirtschaftsminister wurde Fv ilierr von Wan- genheim-ftlrinspiegel ernannt. Nackchcr zog fick die Rechte vom Hochverrat auf bie Verfassung zurück. Gewi st haben sich bie führenden Männer ber bei ben Rechtsparteien mit EMrüstung vom Hochverrat abgeroanbt. (Zurufe Rechts: ®innig) Aber zahlreiche Provinzorganisationen haben sich Kapp mit Begeisterung angeschlossen. Sie könne' den Putsch nicht von s»ck abwälzen. (Zurufe rechts: Jawohl, Lachen links.) Ich klage Sie im Namen ber über- roiegenben Mehrheit des deutschen Volkes an, zum - westen Male den Krieg verursacht zu haben. Das Volk war an bem Putsch nicht beteiligt, nur deutsch- nationale Hochverräter und verführte Soldaten. > Zuruf rechts: Sklarz. Ruse links: Br-derek.) Noch lange wird Deutschand unter bem Wahnsinn dicker vier Tage zu leiben haben. Im Ruhr gebiet ist bie Diktatur von rechts in bie von links umgei'chlagen. Aber dort wächst bie Sehnsucht nach Ruhe unb Ordnung. Tie Waffen sind dort vielfach in di»
Reichspräsident ließ dem aus dem Amte scheidenden Reichsjustizminister Schiffer nachftcltendes Schreiben zugehen:
Mst lebhaftem Brirauiern sehe ich Sie ans bem Amte bes Reichsjustizministers unb bes Stellvertreters des Reichskanzlers scheiden. So wichtig ge« rabe gegenwärtig Ihre reidjcn politischen Erfahrungen unb erprobten Kenntnisse auf bem Gebiete des Rechts unb der Verwaltung für bie Reichsregierung finb, so konnte ich mich doch Fl>rern wohlerwogenen Entl'chluß, aus ber Reichsregierung aus- zusck-eiben, nicht verschltesten. Sie enoarben sich währenb Ihrer Zugehöritzkeit zu dein derzeitigen Kabinett um bie Uebcrteitung bes Reichs in bie burch den Friedensvertrag geschaffenen Verhältnisse große Verbienste. Neben Ihrer allgemeinen poli- tifdnm Betätigung nahmen Sie in ben vergangenen Näonaten bas große Werk ber Reform unseres Ge- ridstswefens in Angriff und setzten sich damit in ber Entwicklung bes Rechts zu ben neuzeitlichen bemo krarischen Formen für alle Zeiten ein bleibenbes Denkmal. Wenn Sie mm aus ber gegemoärrigen Reick)sregierung ausscheiben, so hoffe ich zuversichtlich, baß Sie Ihre Kraft unb Ihr Wissen dem politischen Leben, bem Dienste für bas Vaterland erhalten werben.
Die Tabaksteuer.
Berlin, 29. März. (Wolff.) Entgegen allen jüngsten Meldungen über den Beginn der Wirksamkeit der Tabaksteuer wird amtlich in aller Klarheit darauf hingetpiesen, daß das Tabakstcuergesctz vom 12. 9. am 1.4. in W irksamkeit tritt.
Die Ätegklung der Eisenwirtfchaft.
Berlin, 29. Mär». (WTB.) Der Reichs- rat hat ben Entwurf einer Verorbnung zur Regelung ber E i s e n w i r t s ch a s t angenommen Der Berichterstatter erklärte, es müsse eine Art Selbstverwaltung ber Gifeninbuftrie eingerichtet werben, um ber immer weitergehenben P reistreibere» Einhalt zu gebieten Die vollstänbige Aushebung ber Zwangswirtschaft auf riefen» Gebiete habe zu großen Preistreibereien geführt, bic zu einer schweren Katasttophe aus bem Eisenmarkt führen müßte.
Ein Gewallatt in Bremrn.
Berlin, 30. März. Der Berliner Lokalanzeiger meldet aus Bremen : Heute vormittag legten die Arbeiter der Aktien-Gesell- schast Weser die Arbeit nieder. Eine Kommission begab sich zur Direktion und verlangte unter Androhung von Gewalt die Wiedereinstellung des Kommuni st enfüh-
Mgsräte, Notenpressen einzu- |:i f) t e n. Tie Zahlungsmittel der Aufstän- lis.hen werden aber immer knapper. Die sruntkämpfer sind schon ungeduldig genwr- l?n, weil ihnen gestert» und" heute mir der Iillbe Sold auSbczahlt tvurde.
.Die „Deutsche Allg. Ztg." erfährt aus Iffeldorf: Nachdem die Stadtverwal- üng eben erst für die Sicherheitstvehr des ^zugsrates 185000 Mark entrichtet late, verlangte ein Trupp Schwer- Ie vaffneter eine neue Summe von
Ti- Serroaltung mußt-1 E»
! w? r,r^r f?rUCf€ bem Vollzugsrat 100 000 h« Freiheit jedes Lmwes, sich -ckckn: enra Re,i> |l uv^clal|enr rungsmst zu rnätlen, zu achten und bt-ien ©twum


