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Zweites Blatt

!tt. 281

ükh-ruck verboten.)

Fortsetzung 46

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SchnnirewM

TirKalkner aufLinüenhöhe

iRoman von Rei nho ld Ortmann.

W> wirk.ich Taten folgen läßt. Jeder aridere ME hätte Derrn Sylt hinter Schloß und Riegel Wkl. Jedenfalls darf er einer strengen Strafe W entgehen, wenn die Sabotageakte nachgenncsen Wc.e-'. Die Sch ichtungSordnung muß so schnell 6* kläglich kommen

|L Übg. Weigand (Soz.) polemisiert gegen k«f>-chle. Es kommt dabei zu lebhaften Ausein» IMrirtzungen zwischen der Rechten^nd^er^üußer-

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Krdie Sabvtag: der Rechen aufnehmen.

Regierung:Lintmifiar Küuzer verweist gegen» w den Behauptungen des Abg. Malzahn auf T en Leistungen der technischen Nothilse Tie vie kamen in völliger Dunkelheit in Moabit t trnnten keine Auskunft und keine Schlüssel cit:n. Auch die Tirektion besaß solche nicht. »wi?3 mußten die Schränke erbrochen roerben.

Dar die Pflicht der Not Hilfe. Uebrigens waren ,c'<< Kessel Schürstangen hineingesteckt, und das Sabotage. Nach den gesetzlichen Bestimmungen *"t in die technische Nothilfe keine Leute unter wMren ausgenommen toerden. Was das Gerede £' "tm Einbruch in der Kantine betrifft, so M« dort insgesamt 16 Flaschen Bier, davon }£t Flasche Malzbier. Es ist nicht nachgewiesen, *i w»be die technisclre Not Hilfe sie genommen hat.

übg- Lawerenz (D.-Natl. : Von der Re- l®crg erwarten wir, daß sie ihren Worten nun

... Trotz de- wilden Schmerzes, der in ihrem !ö>- wühlte, fand Gerda die Kraft, sich zu be» tfcäen. ,

,.Lazu habe ich keinen Grund. Er ist mit nicht Iföfcbaft schuldig. Tu aber du bist" 11-34 bin deines Bruders Frau ja, das Htii du schon einmal. Und weil ich e5 bin, roar - £ A eine Pflicht, dich zu retten. Selbst auf die iW®i! hin, daß du mich von nun an verachtest.

'' @erba fuhr sich mit der Hand über die -ölttn. __üaft mir Zeit mir ist so wirr. Denn IMtm keinen Anlaß hat, dich zu verdammen, war» 281 frilte ich dich verachten?" ,

. (._3eil in deinen Äugen wahrscheinlich auch übon ein Verbrechen ist, was zwilchen mir G ermering geschah. Tenn ich habe ihn nicht "5 2nfang an zurückgewicsen. Ich habe mich in Vereinsamung von seiner männlichen Soweit blenden lassen. Und er war eine Zeil toMb berechtigt, an meine Liebe zu glauben/

-Tas ist schrecklich. Was, um des Dtmmels °"Li, fall denn nun werdeii?"

-Ich gkaubte. es sei vorüber. Tenn ich bin ia ^^nnung gekommen, noch ehe es zu lvat »» .6 er mich jetzt haßt, hätte ich ertragen. ySf ich ertrage es nicht, dich unglücklich zu durch seine Schuld."

*JL=e«<l dachte an Germerings Warnung vor an seinen Wunsch, sie von hier entfernt

Deutscher Uelchstag.

37. Sitzung.

Berlin, 27. Nov. 1920.

Die Besprechung der Jnterpclla von zum v*rintätdarbfi!rrftreif in Berlin wird fvrlgc- - In Verbindung damit stehen die Anträge i' 'lz>'vn cul Aufhebung der Ausnahm v rvrdnimg

Müller Franken zum gleich n l^g-en.tand^ In . ibii-dung mit dem Antrag Mal^ihn haben die vr ne en Schiefer und O^noLcn in Ergänzung 7 Antrag gestellt, bt* Au Hebung txnt ber schien- , n CLinLr.ngnng e.ner Schlichtungsorr-muig ab» fcrgig zu machm.

A g Albrecht (D. Vp) ßch k^ert die durch L § r:ir herrvigerufenen Zustände in Berlin ,, Mag ftrai la e sich ustveez ihlich schtvach cr=

<n Der Teclmisclen Nothil e gebührt Tank j, ihre opf-Twillu, e Bereitschaft. Äibei habe es 3 l<i di sein 2 r ik doch um ein Ei.igre sen bei ;CT sozialistischen Betrieb gehandelt Das werfe

Licht aus die Ausiich.en der > ^ali iitJitfl In wir.schif licl>en FroMm versage t ;<r Genie n um. Bis die Schl ich'ungsord» - lvmmt, l arf die Ausnahmebestimmung nicht \i febaben nxon. Es wird nicht beabsichtigt, ti fvili ümd» oder S reik echt anzutasten. Die s-lrhei -.ozialisten haben fdjon die.igr Ein» ;i mögen aber nicht, sie in die Praxis um« t leien.

A g Malzahn (Unabh. L.): Die streiken-

Elck rizi ätsarb.it.-r wurden von brn Mehr- ; fmia i en und i)!ech.Sunabhängisen int Stich -en Ter Tarif ter EleklrttzitäLsarlelter war ;.><(aufen. D r Sdnrdsfpruch selbst tonnte den i:et:i3tcn rjurf>?rungen der Ar bester nicht ent- &n. Es wurle noch am 6. 9äovrmLer obge- r nt und abends das Ergebnis bekanntgegeben.

Arbeiter haben ihren Streik mit voller Be- rtijung bcg.mncn, nachem sich herousgestellt Ü.«, daß 1800 Arbeiter für und 60 gegen ihn ge- ,l nt halten. Sylt hat nie von einem Ueberleichen- k Tt g'spivch n Dieses Wort stamm, von einem i- Demokra ischen A g ordneten und wurde über» > in anderer Form g brauch'. Ich protestiere tarn die A 3'a'funyn des RcichSministers Kvch Ipcti den Be riebsral Sylt. D e Mebrheitssvzia- Lni und die Siech sunabhäTTsigen machen die üetze t türgerlichm Presse gegen den Kollegen Sylt tv. 9iid>: ein Alt i<r Sabotage liest vor. Es - nur Kessel ausgelöscht und Maschinen zum iill'tand gebvachl nvrchen Daß keine Zerstörun- r ila^g-ruiuen haben, erhellt schon daranS, daß lr Masästiien jrfxm vier Stunden nach der Be­rt igung des Streiks wieder liefen. In Moabit ten 120 1215jährige Kanter in bk Betriebe, t denen drei Mann nötig waren, eine Schaufel p bäten Einmal ist es ein tBeriwochen, die Wert­teil Maschinen solchen Kinbern au^uvertrauen, f: sind die Spinte der Tlrbeiter erbrochen

r »w. Wie die Leiter der Tochiischen Nothilse k. l besta igcn muß en. Der Streik war ein wirl- Mtlicher »ampf, die Roff.eruug hat erst einen ftiischen Streik daraus gemacht. Ihre Aus- tm^verordnung ist ein Crngriff in die Koa- kowfreibeit. Hier hätten die Gewe/k.chaften ein« fien müssen. Aber sie haben sich zmtt Büttel * Öiet?) en gemacht. Der Redner protestiert , H| bie Mastv gclun^ ixan 32 Be.riebsrä en und eG, wenn die e Z^oirnsfäden van Verordnungen tl zerrissen würben, würde seine Partei die hfcaritäl der Arbeiter anrusen. Die Schlich- " -or.'nung ist ein Zuch hausgesetz für den Ar- i r Eines bewundern wir an der Rechten: ® iil das Ausmaß der Frechlieit. (Berwarnung k Iri i ert m ) Arbei Slofe, Gewerkschaften und irtbd.ä e w.rden Land in 5)<md den Kampf

iS*- i*d rr!lcllel(o«iiiiia iL" /

Gute k

Lietzener Anzeiger (Een ral-Anieicier für Gderhessen)

Elontag, 2*). November 1920

bisher, vom Kvmnmmalverband ae'ragen ut Berechnung des Mehl- und Brotpreises

und bei

dii'

auIclmßmitg jeder Fenchel und BoiiimerSleim be­teiligten, wurde der Antrag einstimmig an­

kalkuliert.

Es liegt daher unbedingt im Interesse der AllgerneinhÄt, wenn der Kreis als solcher der TZitte butidxn Creditbank gegenüber veclstsoerbind- Hdr £>aftung für den Betrag von 5 Millionen Mark übernimmt, bet sich monatlich nach Eingang der Meblrechmmgen entsprechend reduziert.

Nach längerer Aussprache, an der sich der Vorsitzende, sonne Kreisamtmann Dr. Siegert und

yocfyfc6ulnad?Wcbtcn<

Ein seltenes Jubiläum.

Gießen, 29. Nov. Ein nicht alltägliches Ev- eignis ist es schon, wenn ein Universitätslehrer den Tag begeben kann, an dem er vor fünfzig Jahren die Lehrbefähigung erworben hat; zu den seltenen Ausnahmen aber gehört es, daß diese fünfzig Jahre dem Dienste derselben Universität gewidmet gewesen sind. Ein Jubiläum von so außergewShnlicher Art feiert heute ein hochgeschätz­ter Lehrer unserer Landcsuniversität, .Herr Gehei­mer tzosrat Professor Tr. M o r i y Pasch, denn am 27. November 1870 hat er sich biet in Gießen für das Fach der Mathemat.k habilitiert und ist der Universität seiner Wahl dieses halbe Jahi> hundert hindurch treu geb heben.

Geboren in Breslau am 8. November 1843. hat Pasch in Breslau und Berlin studiert unb

hier Erhöhung

Tierärzte von

obachtungsgedieten: der Gebühren der

7 5 P s. aus 3 M' k.

mit insgesamt 5000 Mk. für 1920 dem gen. Verein zur Verfügung zu hellen und aus «ich ergebenden Er^paniisim zu decken."

Nach lurzer Aussprache wurde der Antrag mit allen gegen 4 Stimmen ang.nommen.

Punkt 4. Abtretung der alten Ziegelbergstraßc bc» Grünberg an die Gemeinde Grünberg (Art. 4 deS K u n st st r a ß e n g e i e tze S).

Nach Vortrag des Sachverhalts durch Baurat Eellarius wurde der Abtretung einstimmig zu» gestimmt.

Punkt 5. Aenderung des Kreis­st atutS über die Gebühren für tier­ärztliche Untersuchung von Vieh­beständen in Sperrbezirken und Be-

die KrristagSmit-glieder Seibel, Gerhard, Scknl» I und schlägt dem Kreistag in ErmMigelung eines ling, Becker, £>ombcigrr und außerdem die Kreio-1 voiham>enm Rred t?s hi r:ür vo , diesen Betrag

zu sehen, und die Geierkrillen eines unsäglichen Schmerzes griffen aufs neue in ihre Brust. Was ihr vorhin unbegreiflich gewesen ivar, jetzt hatte eS seine Erklärung gefunden eine Erklärung, die sie über alles Begreifen hinaus elend machte.

Ihr Denken war wie gelähmt, und ihre Ge­genfrage kam halb mechanisch.

xaft er dich haßt? Warum? Und wo­mit hat er es bemiefen?"

Als wenn es dazu erst der sichtbaren Be­weise brbürf.e! Tas fühlt man doch mit untrüg­licher Sicherheit. Vielleicht fürchtet er auch, daß ich Achim eine Beichte ablegen könnte. Oder er ahnt, daß ich seinen Absichten auf dich durch ein Bekenntnis entgegentrten würde O, ich bin ganz sick-cr: wenn er in diesen letzten Tagen eine Mög­lichkeit gehabt hätte, mich unauffällig aus der Welt zu schaffen, er hätte es ohne Bedenken getan."

Abwehrend streckte Gerda die Hand auS.

Srrich nicht so ich mag es nicht hören. Aber schwören sollst du mir, daß du die Wahr­heit g=eiag l>ast. B i all-m, was dir hecki-z lst, sollst du es beschwören."

Ich schwöre es bei allem, was mir heilig ist. Er hat mich überredet, ihn heimlich abends in seiner Wohnung zu besuchen, und--"

Genug genug! Ich' will nichts davon wissen. Aber Achim? Tu kannst mit diesem Geheimnis neben ihm dahinleben? Er soll es nicht erfahren?"

Ich wäre nickt davor zurückgeschreckt, es ihm zu sagen. Aber was rrwre dann geschehen? Er hätte sich mit Germering schlagen müssen. Und wie auch immer der Zweikampf ausgegangen wäre,

wahrscheinlich hätte die Aufregung deinem Vater daS Leben gekostet."

Ja, du hast recht: eS darf nicht geschehen. Unter keinen Umständen darf es geschehen. Wenn ich nur wüßte, was nun werden soll! Er kann dock nicht weiter in unferm Hause aus- und entgehen, als wäre garmchtS vorgefallen."

Tu kannst dir wohl denken, wie ich darunter leide. Aber was soll man dagegen tun? Es gibt ja außer ihm und dem Santtätsrat keinen Arzt in Tiescnbrunn."

Ja ja. Und da wir dem Vater den wahren Grund nicht nennen dürfen, könnten ttxir ihn ja auch nicht veranlassen, sick anderer Be­handlung anzuvertrauen. Es ist furchtbar."

Ick gehe ihm eben nach Möglichkeit aus dem Wege. Tas ist alles, was ich vermag. Tir wird er das freilich nicht so leicht machen. Wenigstens nickt, so lange er sich noch Hoffnung daraus macht, dich zu gewinnen."

Gerda richtete sich hoch auf.

Wenn er diese Hoffnung jemals gehegt hat, so wir) er sie bald begraben. Tarauf magst du dich verlassen."

Tu willst ihm schreiben oder dich mit ihm aussprechen?" fragte Signe lauernd.Natürlich wird er dann sofort erraten, 'daß ich es gewesen bin die dich aufgeklärt hat."

Sei unbesorgt. Ich kverde weder das eine noch das andere tun. Es gibt auch andere Wege. Und du wirst nicht bloßgestellt werden."

Mir aber wirst du es nicht verzeihen, daß ich dir eine trügerische Jllufionn zerstören mußte.

sten Linken, dte wrederholtes Eingreifen des Präsi- denten erforderlich machen. Die Mehrheitsiozia- listen sind im Iittereise der streikenden Arbei.er ,9to^c*h °hne dah ihre Bemühungen freutch Ettzolg gehabt hatten. Aus oct Linken stehen organisiert gewesenen Ar- beiter^ Alle organisierten Arbeiter jirt) für Ruhe und Oronung. Gewaitpolitik roullen fie nicht.

, MoseS sÜSP): ReichLininister Koch hat burd) feine Auslaifungen beii Eindruck erweckt, ob ihm an der Zusammenbringung von Ma- tenal gegen Sylt griegen ist Darin liegt ein Ein­greifen in ein schwebendes Ver-sähren In brr detzc gegen bie Arbetterfchast stimmt bie bürgerliche ^'^uk^veln, alles im Zeichen der Versöhnung Die Gerüchte in der Preise von einem Massen- fa>raen der Säuglinge sind erlogen. Ich fordere den Reichsminister Koch auf, in dieser Sache den Wahrl)eitsbewris zu erbringen. Die Bürgerlichen sprechen von einem Streikiieber und die Regierung will, rtne ein mangelhaiter Arzt den Arbeitern das Fieber verbieten. Wenn aber ein Bürgerstreik propagiert wird, hat niemand etwas dagegen ein» zürnenden. Ein Aerttestreik wäre Sabo.age an der Volksgesundheit. Mit dem Ruf nach 9iul>e unb Ordnung fall nur rin neues Zwangsgesey gegen die Arbeiterschaft durchgebracht werden. Aber alle Einlullungsverfuche werden vergebens sein. Nie­mals aber wir) die Arbeiterschaft unter ihre alle Bürde zurückkehren. Der Kla^senkcm,vf ist das Ziel der Arbeiterbewegung. Aber Einigkeit muß unter den Arbeitern walten. Die Rede des Ministers mit ihrem kraftvollen Ton klingt im Gegenteil nack Angstmeierei. Die Escherisch und Konsorten laufen noch immer herum, öier ist kraftvoller Ton am Platze, nicht gegen die Arbeiterschaft.

Damit schließt die Aussprache. Tie Abstim­mung über die Anträge soll am Dienstag statt- finden. Montag mittag 1 Uhr: Etat des ReichS- wirtschastsministeriums.

Schluß V13 Uhr.

Kreistag.

Gießen, 25. Nov. 1920.

flu der auf heute anberaumten Schmig waren 26 Mitglieder des Kreistags, zwei Mitgl eder des Kreiswisschusses und zwei Ersatzmitglieber des Krrismisschusses crfd&nen.

Nachdem Ober-Ref. Welckerals Vorsitzender die Erschienenen begrüßt hatte und die Kreistags­mitglieder G o 11 m a n n und Haas zu UrkundS- personen bestellt und der Kreisamtsobersekretär Schäfer durch Landschlag perpslichtri worden waren, wurde in die Ta.gesorbnung eingetreten.

Punkt 1. Aufnahme eines Kredits für Zwecke des Ko m m u n a l ve r ba n d s durch den Kreis. Der KreisauSschuß hatte hierxu folgenden Antrag gestellt:

Die D^zahkmg des vom Kommunalverband er­faßten Getreides erfolgte bisher durch den Kom­missionär des Kommunalverbrndes, die Firma Ver­einigte Getreidehandler in Gießen. Den hierzu -'r- forderlichen Geldbetrag hat die Firma Vereinigte Getreidehändler in jedem Jahre bei der Mittel­deutschen Creditbank ausgenommen. Die Bank­zinsen wurden jeweils der Firma vom Kommunal- verbcmd vergü'et und erschienen bann in der Kal­kulation der Mehl- und Brotpreise. In diesem Jahre ist der Zinsfuß, zu dem die Firma Ver­einigte Getreidehändler das Geld von der Bank erhalten soll, rin enorm hoher, er beträgt einschließ­lich Provision 9 Prozent.

Wenn der Kreis dagegen sich entschließen würde, das erforderliche Geld bei der Mitteldeut­schen Creditbank aufzuiiehmen, so würde er es zu dem Vorxugssatz von 5 Prozent erhalten. TaS bc» beutet in Anbetracht der hohen Summe von fünf Millionen Mark, die in diesem Jahre infolge her wesentlich erhöhten Getrridepreise auhimebmm ist, eine außerordentliche Ersparnis, welche dem Brot- und Mehlpreise zugute käme.

Mil der Sclnildanfnahme ist für den Kreis in­sofern kein Rifito verbunden, als der Gegenwert Der Summe in Getreide hereinkommt und die Schuld dann, wenn das Getreide verarbeitet und das Mehl bezahlt ist. wieder getilgt wird, so daß sie sich monatlich reduziert und am Schlüße des Jahves, wkmi dos letz'c Mehl verausgabt ist. über­haupt erloschen ist. Die Zinsen für die zwischen der Bezahlung des Getreides und dem Eingang der Mehlrechnungen liegende Zeil würden wie auch

genommen.

Punkt 2. Hebern ab me der Kosten de r neu errichteten Kreis-PreiSprü f u n g 5 ft e 11 e. Hierzu war von dem Kreisaus­schuß folgender Antrag gestellt worden:

Mit der auf verschiedenen Gcbie.en der Volks- ernähntng erfo.gten Aushebmig der Zwangswin- lchast Hot sich eine vermehrte Hcberwach.ing bei P.eisbi.twng als nomenbig erwieien. Außerdem muß in der gegenwärtigen Zeil der dauernde! Pieisst iTerung mit a ler Energie an die Frage des Preisabbaues auf den verschiedensten Gevietn: ber Landivirtschaft, deS Gewerbes und des tzaudels [)erangr treten n«crbcn.

Tas Mi niste tum des Jmern Hal daher eine Landes-Preispiüftingsste le errichtet und unterm 29. Juli 1920 verfüg:, daß außer den bereits be­itebenhen UiefajKÜfanqcftc.lcn noch besondere Kreis-PreisprüßmgSstellen in den Kreisen, wo solche bisher nicht errichtet waren, einzurichteu eien. Für den KrriS Gießen ist bereits die Bil­dung ter Krrrs-Prri.p üfiingsfte.lc im Gange Diese wird aus einem Vorsitzeiiden, einem Stell­vertreter und acht Mitgliedern bestehen, von denen die eine S)ä.fle aus dem Kreis der Warenerzeug'r, die andere f:e aus dem Kreis der Verbraucher entnommen ipirb.

Die Kosten der PiriSprüßmg'stellen haben nack 8 7 der Verordnung über die Eriichtimg von Preis- prüftmgsstellcn vom 5. Oktober 1915 die Kom- niamalverbände, von denen sie errichtet sind, zu tragen. Für bie Tätigkeit der Krris-Prcisprüfimgs- stelle Gießen, die unter Zuziehung von Sachver­ständigen a b iten nnrb, werden sich die Kosten auf etwa 7000 Nkark jährlich belaufen.

Der Kreisausschuß herntragt daher, der Kreis­tag wolle den für die Errichtung und den Betrieb der KrriZ-Prri^p.Üftingsste le erforderlichen und aut etwa 7> 00 Afark jährlich Deranidlag e i Betrag der­art bcroi ligen, daß die dem Kreis dadurch erwach­senden Kosten bis zur Regelung der Angelegenheit im KreiskafscnVoranschlag 1921 auf die Land­gemeinden des Kreises entsprechend bei; B'völke- rungszisfec auSgeschfagen werden.

Diese Dertei ung wb dem Interesse der ein­zelnen Gemeinden an den Fragen dos PrriSalckaueS entsprechen. Im übrigen wird das Kr ei Samt oer- suchm, von dem Mimsterium des Innern für ver­schiedene Arten seiner Tätigkeit bie Genehmchung zu einer Gebührenfestsetzung zu erhalten.

Nach kurzer Aussprache wurde der Antrag ein» stimmig angenommen, mit der Maßgabe, daß bei dem Ministe rüim bie Hebern ahme der Kosten auf die Staa.stoße betrnltogi toettei solle.

Punkt 3. Beitrag zu den Kosten der Wanderherberge Gießen.

Hierzu war von bem KreisauSschuß folgender Antrag gestellt worden:

Der Lberhefsuche Verein für Innere Mission zu Gießen bat in einem an das Krcisamt Gießen gerichteten Schreiben am 13. Juli 1920 um einen Vertrag zur Wiederinstandsetzung der seither als Lazarett benutzten Herckerge zur Heimat zu Gießen gebeten.

Der Verein besitzt 39 000 Mk. Bwmögen und 32 200 Mk. Schulden, außerdem gebärt das verbcrgshaus dem Verein.

Für Instandsetzung deS Laufes wurden vor einigen Monaten ca. 14000 Mk., für die der Möbel, Betten usw. ca. 56000 Mk. für erforder­lich erachtet.

Von der Militärverwaltung wird zwar rin Teil dieser Aulwendungen voraussichtlich ersetzt werden. Die cr.ordcrlich werdenden Leistungen für die Wanderer und ihren t.'ilweisen Ersatz an nährend zu schützen, erscheint unmöglich, da die gänzlich veränderten Erwerbsverhältnisse, ins­besondere die Einführung irr Erwerbslosenfür­sorge es ausschließen, bei der Schätzung aus die vor dem Krieg in Geltung gewesenen Verhältnisse zu fußen.

Die allgemeinen Kosten (u. a. Gehalt des .Herbergsvaters) sirrd dedcutend gestiegen, der Zu­schuß der SJesirtefaatfaJe mit jährlich 400 Mk. ist weggesallen, da deren Mittel sämtlich für Ec- &ber Gehälter ihrer Angestellten in An­genommen sind.

Der Zuschuß des Vereins auf den Kopf der Verpflegten wird durch die eingetretene enorme Preissteigerung bb utenb in die .höhe gehen.

Der Kreisauischuß hat geglaubt, in Rücksicht auf den gemeinnützigen Zw.ck der Herberge zur Qeimat, insbesondere der hohen Bedeutung ihres Bestrebens in der jetzigen Zeit der zunehmenbcn Arbeitslosigkeit und der wachsenden Zahl b?r Wan­derer die Bitte des Bereins auf eine einmalige Beihilfe zur Instandsetzunä im Haus unb Ein­richtung in Höhe von 3000 Mk., eine wettere Beihilfe von 2000 Mk. lzunächst für 1920) für den laufenden B'trieb nicht ablehnen zu dürfen

'Jiatb kurzer Au:spräche wurde der Erhöhung einstimmig ;ugc(timmt.

Punkt 6. D i e Lohn- und Arbeits­verhältnisse der Kreis st raßen- und Obstbaumwarte.

Der Kreisausschuß hatte bicrgi folgenden An­trag gestellt:

Schon seit nahezu 3 Sabvcn sind Verhand­lungen über Erhöhung der Löhne der KreiS- stratzcn- und Obstbaumnxirte im Gange, die am 3. März 1920 zu einer Eingabe der Organi­sationen der gesamten Kr.isstiatze iwärter HesienL an daS Lande^ArbeitS- und Wirlickxiitsamt, sowie die KreiS- und Provinzialverwaltangen zwecks 9truorbiturtq der D enftt>?itrng? und der Besoldung !Üh t.n. Die län er.n Tarifo r a düngen fa sten unter dem Vorsitze der Minifl>eria.bauabteilurtg in Darmstadt und im Beisein bej Präsidenten bc5 Landes-Arbeits- und Wirt,chaitsaintes zwischen Vertretein aller hcssi chen K.e.soerwa tungen und der KreiSstraßenwarü' statt. B i Drucklegung deS Kreiska,sevoran ch.ags für das Rech, u.igs ahr 1920 waren diese Verhandlungen noch nicht abge­schlossen (val. Seite 3j Anhang II iu Rubr. VII 4 deS Kreiskassevoran^ch ct.'s). Mit Verfügung vom 27. Juli 1920, zu Nr. M. d. I. 18 86), teilte das Ministerium des Jnn.rn bett Provinzial- und KteiSverwaltungen den b ig fügten Tarif­vertrag, dem in der Kommus ous^itzung vom 26. Juli d. I bis auf § 2 allgemein zugestimmt worden war, zur Beratung in dem KcriSaus- schuß mit. Bei § 2 ergab sich in o em eine nicht zu beseitigende MrinungSoe schiedenheit, als die Ver­treter der KreiSverwaltungen und die Techniker ganz befonberen Wert barauf legten, daß während ber Sommermonate die dort au geführten Zeiten von den Straßaiwärtem im Jntevefse einet un­bedingt notwendigen Straßenau;sicht eingehalten werden, während von den Stcaßenwartm selbst bie Bcendigung ihrer Tätigk.-il um 5/i Uhr torgen ihrer Imidwirtschaitlichrn Betätigung ^-wünscht wurde. Wegen ler Entich. idung dieser Fragr woll­ten die Krrisstraßenwac^ daS Landes-Arbeits- und Wirtschaftsamt an geben.

Am 13. Auyust d. I erfiarte sich der KreiS- ausschuß einstimmig für An nähme tc) Tarif­vertrags in der vorliegenden Fa sung Am 12 Ok­tober teilte uns die Pwvmzialdircktion Ober- Hessen mit, daß das Ministerium des Innern mit Verfügung vom 6 Oktober 1920, zu Nr. M.d.J. 23 602, den Vertrag genehmigt habe und im Interesse einer einheitlichen Regelung wünsche, daß der Vertrag von allen Kreisen un­verändert angenommen w.rde."

Nach kurzer (Erläuterung durch den KreiS- bauinspektor wurde dem Tarifvertrag einstimmig zugestimmt.

Sodann erklärte sich der Kreistag einstimmig mit Festsetzung des Beitrags des Staats zu den Kosten der Landarmeuvst g- für die Jahre 1921, 1922 und 1923 auf 12 310.94 Mk. einoerftanben.

Nachdem der Vorsitzende noch einige Anfragen beantwortet hatte, wurde die Sitzung geschlossen.

Ick bin für dich von nun an ein Gegenstand des Abscheus nicht wahr?"

Darum, daß du mir die Wahrheit gesagt hast, bin ick dir gewiß nicht bös. Und daS andere wir wollen jetzt nicht weiter darüber sprechen, Signe. Ich lerne wohl mit der Zett, cs zu ver­gessen."

Wie daS Ausglimmen eines ZorneS'ünkchenS war es in den Aug-m der schönen Frau. Jhrr Stimme aber klang sanft und bcschestxn, da sie im Fortgehen sagte:

Ick hoffe, mir dein Vertrauen und deine Zuneigung wiederzugewinnen. Lebe G:rda! Die 2ünde, die du mir als Achims Sckwrster zu ver­zeihen hast, war doch wohl die schlimmste noch nicht."--

Die Mittagstafel $u vieren verlief heute viel stiller als sonst. Ack-m war ernst unb fanr igfant wie immer, und G.-rda. so willensstark sie sich auch gufammer.raffte, konnte sich so wenig zu heiterer Gesprächigkeit znnngen, als sie die un­gewöhnliche Blässe ihrer Wangen zu verbergen vermochte. Jmm.-r wieder stickten Erikas treue Augen in liebevoller Besorgnis ihr Ge'icht Tenn an die Kopschmer^rn-Erll^rmig konnte sie nicht recht glauben. Es war, toi: fie wußte, nickt Gerdas Art, sich von einem <r'rin-'lgige7t körperlichen Leiden verstimmen M lasstn. Unj in der Morgen­frühe, vor Antritt ihres gewöhnlichen Spazier- §anges, hatte sie ja auch noch in strahlender -röhlichkett unb GesundhAt mit ihr gesprochen.

(Fortsetzung falgt)