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Nr. 201

170. Jahrgang

Zrettag, 27. August 1920

General-Anzeiger für Gberhessen

Mr Vr«cht7»ach.

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tun wird, um das ®i gern um eines fremden Staates mit den der Siaatrgeioolt zur Ver- Verfügung stehenden Polizei krästen zu schützen.

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Schwieriger liegt bte Frage der Transport Verhinderung, soweit es' sich um a ma.eriol unb waffenfähiger Mutel nie L». kdmottven

Die Erfolge WrangelS.

Paris, 27. Aug. (WTB.) Nack einer Havas- Meld-unb aus Konstantinopel hat General W r a n- g e l bei Zekaterinvslaw nach viertägigen hart­näckigen Kämpfen weitere Erfolge errungen.

Der Jrenkampf,

London, 26. Aug. (Wolff.) In Belfast sind neue Un ruhen aus gebrochen. Ain cer* schiedenen Stellen der Stadt wurde die Polizei angegriffen. Man meldet auch mehrere» Brand- stistungsversuche. In der Grafschaft Cork wurden mehrere Polizeiagenten angegriffen und getötet.

Abends dem Polizeipräsidenten gegenüber seine Befriedigung darüber ausgesprochen, daß der Schutz so schnell wirksam gewesen sei und daß sich in den Räumen der Kommission keine lieber griffe ereignet hätten. Leider war jedoch inzwischen der­selbe Dausen zum französischen Konsulat gegangen, wo sich die ebenfalls dauernd hier aus­gestellte Sicherheitswache dem plötzlichen Ansturm gegenüber als zu schwach erwies. Tie Räume wurden zerstört und die Akten auf die Straße geworfen. Ter starken, zum Schutz des französischen Konsulats inzwischen ent­sandten Truppe gelang es jedoch, den Ge­heimschrank des französischen Konsulats vor der Zerstörung zu bewahren. Der weitere Schutz des Konsulats wurde hinreichend sicheraestellt. Im Anschluß an diese Vorgänge haben jirp dann leider in den Abend stunden nod) wei.ere Störungen ereignet, die zum Teil einen ausgesprochenen an­tisemitischen Charakter annahmen. Nn- kontvollierbare Elemente haben in der Antonien­straße das Blatche Hotel bedroht, in dem vor­wiegend Ostjuden zu verehren pflegen, doch ist es zu ivirkliä-en Störungen dort mdjt gekommen, n«ohl aber in der Sohrauer Straße 47, wo das Warenhaus von Herzseld geplündert wurde. Auch die französische Automobil-entralern der Hubenstraße ist im Laufe bre Abends erbrochen worden. Es sind Maßnahmen getroffen worden, um die Ruhe in der Stadt wiederherzu stellen und zu sichern.

$ranw a. m. 11684 Drud und vertag: VrShi'fche Umv.»vuch- nwfc S4eirrdr»ckerei L. £<mge. 5chnf1teir»»tz. Sefchaftrstelle uud Druckerei: 5ch»»tstrahe 7.

Polen und Frankreich.

Paris. 26. Aug. (Wolff.) Nach demDdatin" erklärte General Weygano bei seinem Ab­schied von Warschau, daß die letzte Woche eine Allianz auf Leben und Tod zwischen Polen und Frankreich besiegelt habe.

Paris, 26. Aug. (Wolff.) Aus der Rück­kehr des General Weygand von Warschau nach Paris, der sich zwttfellos viele Zivil Mit­glieder der alliierten Missionen anschlietzen wer­den, schließt dasJournal", daß Polen einen teclytischen Rat nicht mehr nötig habe. Anderer­seits müsse aus der Rückberufung des Generals gefolgert werden, daß man der polnischen Re­gierung zeigen will, daß man ihr die volle Verantwortung für die Operationen der polni­schen Armee an der ethnographischen Grenze des Landes überlassen wird. Sicherlich teilt man in Paris nicht die Illusionen der Leute, die für nötig halten, eine Offensive aufzugeben, bevor sie rn Form von Friedensbedingungen zu einem voll­ständigen Ergebnis geführt hat. Aber die Unab­hängigkeit und Unverletzlichkeit des polnischen Staates müssen wir sichern. Tas Ziel ist erreicht, sagt das Blatt, und wir werden Polen weiter unsere Hilfe leisten durch Waffen-, Munition- und Lobens mittel transpo rte.

Kamenew und Krassin.

London, 26. Aug. (Wolff.) TieTimes" erfährt, laß der Berichts nach dem Kamenew und Krassin ihre Päste verlangt haben sollen, unrichtig sei. Wie verlautet, erwarten die beiden Sowietdelegierten, daß spätestens bis Freitag eine befriedigende Antwort aus "bie Note Balfours aus Moskau cintreffen werde.

Ein Märchen derTimes".

Berlin, 26. Aug. (Wolff.) DieTimes" ver­öffentlicht Einzelheiten über einen angeblichen Be- suchTrotzkis in Deutschland. Diese' Mit­teilungen sind frei erfunden. Trotzki 'hat seit Kriegs beginn deutschen Boden überhaupt nicht betreten.

Lohnkäinpse und Anwendung von Gewalt.

Berlin, 26. Aug. (Privat^.) Der ..Bert. Lokalanz." meldet aus Köln: Zu schweren Ausschreitungen kam es aus der öi eg er­laubet Charlotteuhütte, wobei die Beleg"

Der Krieg im Osten.

Königsberg, 26. Aug. (Wolff.) Lage­bericht. Ter polnische Vormarsch ist anscheinend in der Linie ProstkenOssevic zB ialy- stock zum Stillstand gekommen. Abge­drängte bolscknwistische Abteilungen lagen bis um 8 U6r vormittags nordwestlich von KolnomoÄ im Kumpf mit ben, Polen. An der Zentrums- front ist die Lage unverändert. Oeftlich von Lem­berg lokale Erfolge der Polen, die weiter südlich zur Besetzung ier Dn estrlinie füh len. Bolsche­wistische Reiterei crieidrte im Rücken der Polen tvestlich von Lernbwg den Ort Stryi, wo sie ben Eisenbahnverkehr störte.

Ter rusfifche Heeresbericht

Moskau, 25. Aug. (Wolff.) Durch Fun5- spruch. In den Abschnitten von Brest-Li- towsk und Molbawa sind örtliche Kämpfe mit werkelndem Erfolge im Gange. Abschnitt Lemberg: Südöstlich der Stadt wir) unsere Aktion erfolgreich fortgesetzt. Der Feind leistet Widerstand und geht zum Gegenangriff über. Im Abschnitt Halitsch erreichten unsere ^Truppen den Fluß Guilaja Lipa und kämpften'um'den Uebergang. In der Krim und im Abschnitt Cher­son auf dem rechten Ufer des Dnjepr werden für uns erfolgreich: Kämpfe fortgesetzt.

Au der Front der Roten Armee.

Ter Bericksäerstatter derFreiheit" meldet aus Lyck: lieber dicOrganisationderrufsi-' sche n Armee ist folgendes zu be.i l)ten: R-ang- Irufen sind nicht vorhanden, nur Kommandeure für jede kleinere oder größere Abteilung, die nach Fähigkeit ernannt und bei Versagen sofort leseittgr nerben. Die meisten ehemaligen Offiziere sind m Kommandeurstellen gerückt. Tie Beeidung eines Korpskommanleurs beträgt 7(XXJ Rub.l inonatlich. Ta in Petersburg ein Brot 700 Rubel kostet, rnuß 'die Familie mit ber Truppe mit* ziehen. Ter unübersehbare Heerestroß wird durch das Burschenunwesen vermchtt, daS in weis größerem Umfange als früher sich breit macht. Neben jedem Kommandeur gibt es einen poli­tischen Kommisfar in der kleinsten sowohl wie in der größten Formatton, der btt prin- zipiel.en und mili ärischen Besch üssen mstbestimmt und im übrigen polittsche AufUärungs- und Bil­dungsarbeit leistet. Jede Trübte besitzt angeblich eine Bibliothek, veransla'tet wöchentlich eine Unter­haltung und eine politische Versammlung, ferner Sportübungen. Tie Zahl der Analpkaoeten in der Armee soll Don 80 auf '40 Prozent gesunken sein. Diese Angaben der politisclien Kommissare sind mit größter Vorsicht aufMnehmen. Immer­hin muß der Geist der Armee als gut bezeichnet werden. Begeisterung für das allgemeine große Ziel kann nicht geleugnet werden. Die politischen Abteilungen zeigen eine erstaunliche Unkennt­nis der politischen Weltlage. 9UI ge­mein fragte man, wann in den westlichen Staaten die Revolution beginne. Alle £x>ffnungen zu min­dest dieser unteren politischen Organe smd aut Ixe Welttevolutton gesetzt. Tie letzten Reden Lenins über die Ausschaltung des Rätesystems sind völlig unbekannt.

Die Zahl der zur Roten Armee ftrömenoen deutschen Frei willigen wächst mit Jedem Tag: sie beträgt bereits etwa 3000 Mann. Es ist bereits die erste Spartakistenabteilung gebildet worden, die vorerst zum Kampf nicht verwendet nnrb, sondern erst politisch aufgeklärt werden foll. Die deutsche Oranisaion der ehe rockigen öster­reichischen Kriegsgefangenen gibt die Zähl oer Deutschsprachigen in der Armee auf 150 000 an.

Die belgische Kabinettskrise.

Paris. 26. Aug. 'Wolff.) Wie aus Brüssel gemeldet wird, ist die Kabinettskrise auf Ende Oktober, bis zur Rückkehr des Königs aus Brasilien, verschoben worden. .Kriegsminister Jan­son hat sich bereit erklärt, so lange im Amte zu bleiten, bis die belgisch-französische Militärallianz abgeschlossen sei. Ter Minister des Aeußern, Hysmans, wird ton Delacroix vertreten.

2tuKflh»c »on Hwjtigen für bte logtenxmmer dis zuin 9ta$mittag vorher ohne jebc *BerblnbhM)keii. »reis für 1 mm für Anzcigen v. 34 mm Brette örtlich 36 Pf., auswärts 45Pf.; flr Reklame. Anzeigen von 70 mra Brette 150 Vf De, Platz. Vorschrift 20*/, Aufschlag. Hauptschriftletter: Aug. Goetz. Derantroortlich für Polititz: Aua. Goetz; für den übrigen 5eil: Dr. Rernhold Jenz; für ben Aiegrigenteu: H. Deck, sämtlich in (Bit6en.

Die Zriedensverhandlungen.

Paris, 27. Aug. (WTB.) HavaS teilt nach einer Warsck-auer Meldung mit: Der Vorsitzende der polnischen Friedensdelegation in Minsk, DombSki, ist ersucht worden, mit Rücksicht auf die schlechte radiotelegraphische Verbindung mit Minsk sich in Brest-Litoivsk einzufinden und Dort mit fei­ner Regierung zusammenMtreffen. Weiter wird von einer Kundgebung der polnischen Regierung berich­tet, in der diese versichert, daß trotz der mih- tärischcn Erfolge ihre Friedensabsichten die gleichen geblieben seien wie vor der (Snpcnbung der TÄc- gatton nach Minsk. Auch jetzt noch erstrebe Polen einen dauerhaften, auf Recht und Ge­rechtigkeit sich stützenden Frieden. Die Herstellung freundschaftlicher Beziehungen zum russischen Volke stelle nach AnsicÄ der polnischen Regierung eine der Grundlagen zur Beruhigung Osteuropas dar.

Warf chau, 26. Aug. (WTB) Eine Kund­gebung der polnischen Regierung besagt btrüber, daß die polnische Telegatvon in Minsk saft gar feine Fühlung mit Warschau hat: Tie Bolschewisten geben selbst zu, daß die polnische Funkstation in Minsk infolge der vielen Funk­stationen im Kriegsgebiet nicht arbeiten kann. Außerdem haben die Bolschewisten den Tv-nst dieser Station aus 4 Stunden täglich beschränkt. Infolgedessen sind Telegramme nach Moskau über­mittelt und von dort nach Minsk bzw. Warschau weitergesandt worden, wodurch eine Verzöge- r u n g von mehreren Tagen eintritt. So sei der bolschewistische Funkspruch mit den 15 Punkten erst 4 Tage spater ein getroffen. Auck die An­kunft der Kuriere werde von den Bolschewisten verzögert. Sollte eine Verbesserung der Verbin­dung mit Minsk sich nicht ermöglichen lassen, so werde die polnische Regierung gezwungen fein, der Sowjet-Telesatton vorzuschlagen, bei Ort der Verhandlungen an einen Platz zu verlegen, an dein die Verbindungen mit der polnischen Re­gierung und ihren Delegierten unmittelbar und frei stattfinden kann.

Paris, 26. Aug. (Wolff.) Nach einer Mel­dung derTailv Chronicle" haben außer Frantz, reich auch die übrigen Ententemächte Polen zur Mäßigung gegenüber Rußland ge­raten und sich vor allen Dingen gegen einem Feldzug in russisches Gebiet ausgesprochen.

Der Druck auf Danzig.

Abgesehen von.den diplomatischen Unter­haltungen zwischen London und Moskau und den vielfachen Ermahnungen der Entente an Polen, sich innerhalb seiner Grenzen zu hal­len und den Bogen der Gegenoffensive nicht gu Überspannen, gibt es für die Kriegslage im Osten zwei Fragen. Im Norden lautet die Frage: Bleibt Danzig neutral oder nicht? Im Süden: Leiht England wieder Schisse für das Schwarze Meer oder nicht? Zn Danzig ist Sir Reginald Tower auf den Wink der Entente hin anscheinend umgefallen. Man hat ihn an Artikel 104 des Versailler Vertrages erinnert. Und wenn dieser Artikel, der die freie Einfuhr nach Polen sichert, auch mit keinem Wort von Kriegsmaterial spricht, so muß Sir Reginald eben doch gehorchen, wenn in London Kriegswind weht. Was end­lich die Unternehmung Wrangels anbelangt, so haben seine militärischen Erfolge ebenso wie die französische Hilfe nur dann auf die Dauer einen Sinn, wenn England wieder wie im Anfang des Wrangelschen Vormarsches die maritime Unterstützung im großen Stile etwa nach dem Muster der Saloniki-Unternehmung leiht. Das aber wird erst zwischen London und Moskau diplomatisch ausgetragen. Auf das Ergebnis dieses Ringens wird die Welt noch einige Tage warten müssen. In Dan- z i g hat Sir Reginald Tower in sanftem Vor- wurfZton den deutschen Instanzen allerlei Fragen vorgelegt, die jedoch von Oberbürger- rueister Sahin so schlagend beantwortet wor­den sind, daß Tower mit seinem Rechtsstand­punkt in arge Verlegenheit geraten ist:

Danzig, 26. Aug. (WTB.) In der heu­tigen Sitzung des Staatsrates gab der Ober körn- nrrfi'ar Sir Reginald Tower eine Erklärung, in der es heißt: Tie alliierten Mächte sind ent­schlossen, die Bestimmungen des Friedens Vertrages fu erfüllen. Was aber hier am 29. 7. passiert ist, ist ein Beweis dafür, daß die Stadt Danzig noch nicht ganz in Frieden, Ruhe und Ordnung zu halten ist. Ferner hat die bedauerliche R e s o l u - t io n in bet verfassimggebenden Versammlung über die Neutralität bet den alliierten Mäch­ten Erstaunen und Erreguna hervorgerufen. T i e Stadt Danzig ist noch ntcht Freistaat mtd bat absolut kein Recht, über Neutralität zu frechen. Für den Vertrag mit Polen strebe ich immer an, Danzig als souveräne Stadt zu be trachten. Glauben Sie denn, daß die alliierten Mächte großes Vertrauen zu Danzig haben können, wenn solche Sachen wie in den letzten Tagen hier passieren? Glauben Sie, daß, wenn ein Teil der Bevölkerung die Polen verhindert, Munition, Pas­sagiere und polnische Rückwanderer nach Polen zu teförbern, dies mit ben Bestimmungen des Fric- dmSverttages Vereinbar ist? Soweit sind wir nun gekommen, daß die alliierten Mächte gleich be­schließen werden oder wahrscheinlich schon beschlos- f<n haben, die Bestimmungen des Artikels 104 des Friedensvertrages, soweit er ben freien Ge­fauch und die Benutzung bes Hafens von Danzig betrifft, burchzuführen. Tenn wenn Schwierigkeiten Vorkommen, denn müssen mehr ausländische Trup­pen und Sch'ffe berdontmen. Wenn diestS nvtwen b.g ist, dann wirb nur die Stadt Danzig baran s trnlb sein. Wenn die Hafenarbeiter sofort die Arbeit wieder aufnehmen, wird dies große Vor- tcile für sie haben. Aber auch für die Stadt wirb ausgezeichnet sein, wenn wir alles tun, um uns wnferen guten Ruf zu wahren. Man spricht hier in ranzig immer von 12 000 Arbeitslosen. Jetzt nüffmi wir vielleicht Soldaten als Arbeiter nach ^anzcg schicken, damit diese tun, was zu tun die milcht der Danziger Arbeiter wäre. Wir können vieles wieder gutmachen unb Schweres verhüten, imb ich rechne darauf, daß Sie als Vertreter der «litischen Parteien für die Zukunft von Danzig teilen werden.

Der^Vorsitzende des Staatsrats, Oberbürgn- «elfter Sahm, erwiderte lfte.auf u. a.: Bei cer Beurteilung bet SadXagc muß dreierlei unter» tzhieden w rdeu: 1. die Neut.a ttätseik.äiung d-r vertzissunggel^nden Versammlung, 2. die Wcige- inng ber Hafenarbeiter, Kriegsmaterial $u löscht, 3 die Ge.valtatte gegÄ Ti ans poste von Kriegs­material und ähnlichem Material, bas für Polen teftimmt war. In dem Beschluß ber verfasfung- Gtbenben Versammlung fommt nur der Wunsch überwiegenden Mehrheit der Be­elterung Danzigs zum Ausdruck, daß bas J'tmet ber freien Stadt Danzig vorn Kriege v < r - mtsont bleiben möge. Tie verfassunggebende V r- mnn'ilung richtete lediglich an den OverÄommissar Jj 'Antrag,__ für das Gebiet ber freien Stadt im ^treite zwischen Rußland und Polen «e Aeutrntität zu erklären. Es liegt also feine £be r) d?rei t u n g der Kompetenz der ber» M'sunggeoeilben Vepammlung Vor, sondern .vir ü ^anjig^ sind uns wohl bewußt, daß die Sou­veränität über das Gebiet der freien Stadt Danzig

Zrit von dem Vertreter dec alliierten Mächte «isgeübt wird, in dessen Hand damit die Ent- ^ldung über die Anträge gelegt ist. Was die r-eigerung der Hafenarbeiter angeht, r zu entladen, so wird man nirgends in w1 c ^^Üer zwingen wollen ober können. | JfLc, &u verrichten, deren Ausführung sie tokjnen. Etivas anderes liegt bei den Hatzm- rn«' ^r' und in chiem Verhalten kann

dieutratttät nicht erblickt wer- "Lr es mit Gewaltakten, die

nicht von den Hapeuarbettern im eigent­

lichen Sinne verübt wurden. Ich kann nur I Garten. Infolge des schnellen Eingreifens der erklären, daß bte Staatsgewalt in Danzig alles berbeigeeilten ÄcherheitSpolizet ist es hier nicht zu | Gewalttätigkeiten gekommen. Ter b e l i s ch e Ad- jut a n t der Friedenskommission hat im Laufe des

usw. handelt. Hier Lag bisher eine Erklärung der alliierten Mächte über die von der Bevölkerung Danzigs gewünschte Neutralität nicht vor. Erp wenn eine solche Stellungnahme offiziell erfolgt sein wird, wird es Aufgabe der Staaisvegierung sein, entsprechende Massnahmen zu verlangen. Wenn die Bevölkerung Tan»iaS sich weigern würde, etwaigen Anordnungen des Oberlommissars Folge tu geben, dann würde die Bv schuftertzonfeimz be­sonders ihre Schüsse ziehen können. Aber ledig­lich durch ben Slntrag auf Neutralität Verklärung kämt nach meiner Auffassung die Ziemst Danzigs nicht beeinf ußt wr en, denn l/r vnffas unggeb n e Versammlung saßt ihren Beschluß aus logischen und vernünftigen Erwägungen, nicht getragen von irgend einer feindseligen Gesinnung, sondern von dem heißen Wunsche, die Heimat vom .Kriege ver­schont zu halten. Ich würde dem Obertzommissar dankbar sein, wenn diese Tarsdellung zur Kenntnis der alliierten Mächte in der Bvtschafterlbnserentz- gebvacht würde, damit bei der Entscheidung über die Zukunft Danzigs unsere Gründe in dieser An­gelegenheit Berücksichtigung finden.

Polnische Bestialitäten in Thorn.

Königsberg i. Pr., 26. Aug. (WB.) Die Königsberger Hartungsche Zeiwng" meldet aus Thorn: Am 21. August kam es hier zu schweren A u s s ckr ei tu n ge n gegen bie Deut­schen. Es werben jetzt alle 15- bis 50-jährigen Deutschen, auch bte nach 1908 zugezogenen, ge­zwungen, entweder Heeresdienst zu leisten ober für Deutschlanb zu optieren. Am 21. August wurden buqenigen, bie für Tentschlanv optierten, in grausamster Weise durch Messerstiche und Stock- schtäge mißhandelt. Ein Dhomer Kaufmann wurde burch vier Messerstiche in den Kopf schwer ver­letzt. Außerdem wurde ihm der Unterkiefer durch Stockhiebe abgeschlagen. Tie Misshandlungen spel- ftn fick von morgens 9 Uhr bis mittags 1 Uhr unter den Augen von polnischen Of­fizieren unb Mannschaften ab. die dazu lachen. Verhaftungen und Erschießun­gen Deutscher gehörten zur Tagesordnung. In Schönsee wurden die Leichen dort erschossener Deutscher in die Nabe des Friedhofs hinaoworsen und von polnischen Weibern unb Kin- bern bespien und ges chande t. Pfarrer Müller besorgte bte Särge unb beerdigte die Lei­chen. Ter Pfarrer würbe mit 35 Deutschen ver­haftet unb nach dem Militärgerichtsgeichigwis in Thorn gebracht. Tie Gefangenen wurden in em­pörender Weise mißhandelt. k

All! Vberschltfien.

Beuthen, 26. Aug. (Wolff.) Gestern wurde ein Aufruf der polnischen Derufsvereini- gung und bepolnischenZentralberufs- genoss en schäft an die Bergarbeiter verbreitet, ber in Anbetracht ber Erfüllung ber Würffche ber polnischen Gewirkschafien biefe zur soforttgen Arbeitsaufnahme und zur Befolgung ber Anorbnungen ber interalliierten Kommission auf- forbert. Tie e versprach bie Beseittgung ber Sicher­heitspolizei bis zum 31. August imb ihre Ersetzung durch die Bürgerwehr, ferner die Ausweisung ber seit bem 1. August Zugewanderten unb Vergütung des an Leben unb Eigentum angeridjtcten Scha­dens. Wegen Bezahlung ber Streiktage werde wei­ter verhandelt.

Aus deutschen Gewerkschaftskreisen verlautet, daß dort mit steigender Zuverficht der Entwicklung ber Dinge entgegengesehen werbe. Man glaubt, in kurzem wieder mit einem geregelten Wirtschafts­leben rechnen zu können. Bemerkenswert ist, daß zwischen den deutschen und polnischen Gewerk­schaften eine Einigung an gebahnt wirb.

Aurschrcilungen in Breslau.

Bresl au, 28. Aug. (WTB.) In Bres­lau, wo heure auf dem Schloßplatz eine Demon­strationsoersammlung ftattfand, in ber Flücht­linge aus Oberschlesien sprachen, kam es zum Schluß der Versammlung zu erregten Vorgängen. Aus Oppeln war bas Gerücht eingetroffen, daß dort bewaffnete polnische Hallersoldaten in Zivil angelangt unb seit den Mittagsstuiiden mit der deutschen Bevölkerung in Kämpfe verwickelt seien. Diese Nachricht versetzte die Menge in höchste Er­regung und es traten zum Schluß der eigentlichen Versammlung noch wilde Reoner auf. Beim Ver­lassen des Platzes machte sich bie Erregung in brohenbcu Rufen gegen die Polen und Franzosen Lust. Plötzlich ertönte aus der Menge der Ruf: Wo ist das polnische »Konsulat? Es wirv behauptet, daß ber Rus von einem polnischen Spitzel stammte Vor dem Monvpolhottl am Aus gang des Platzes nahm die Menge eine drohende Hal­tung an, da sie französische Offiziere im Hotel vermutete. Da die Vermutung nicht zutras, wovon sich die Menge überzeugen ließ, begaben sich mehrere Trupps halbwüchsiger Burschen zum polnischen Konsulat, drangen dort ein und zer­störten die Einrichtung. Die zum Schutze bes Konsulats dort Rationierten Beamten ber Sicher­heitspolizei waren bem plötzlichen Anbrang der fDienge nicht gewachsen. Diese zog bann zu ver­schiedenen anderen Hotels, in denen sie fran­zösische Offizieve vermutete. Im Hotel Fürsten­hof, wo die interalliierte Kommission ihren Sitz hat, flüchtete daS Bureaupersonal in ben

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