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Ans Hessen.

Neue Veamtenstellen.

>er Mau ,nt Okirt

Das neue Einkommensteuergesetz bürdet den Arbeitgebern allgemein eine Last auf, die in ihren wirtschaftlichen und sozialpolitischen Auswirkungen noch nicht zu übersehen ist. Es hört sich sehr einfach an, daß der Arbeitgeber künftig 10 Prozent von der Lohnsumme zu­rückbehält, um daraus die Steuern für den Arbeitnehmer zu leisten. Es wäre sogar ein einfacher Rechnungsvorgang, wenn es sich überall um dauernde oder doch längere Ar­beitsverhältnisse handelt. Aber wo es sich um große Arbeitecmassen handelt, die ihre Ar­beitsstelle häufig wechseln, treten unleug­bare Schwierigkeiten auf. Auch dec Hand­werksmeister, der nur mit einigen Gehilfen ar­beitet, wird diese Schwierigkeiten kennen ler­nen. Die Handwerksgehilfen pftegen ja heute ebenso wie vor 50 und 100 Jahrenauf die Walze" zu gehen.

neigung zu rechnen. Daß wir Steuern eben ­so zuverlässig leisten müssen, wie alle Aus-!

die Masse noch nicht aufgeschwungen. Wer macht sich denn ein Gewissen daraus, den Staat um die Steuern zu prellen? Aber je-

Der Arbeitgeber als Zteuerbüttel.

Wie wir zuverlässig erfahren, wird wahr­scheinlich schon im nächst en Steuer­vierteljahr die Einkommensteuer durch Abzug an der Quelle erhoben »verden.

Schädlinge a allen gegeilte

noch ntedxmifdjm Mitteln wirksam bctyufontmen ist, bleibt der Landwirt noch wie vor auf die Unterstützung durch die natürlichen Feinde dieser

Borwurf zu mack-en, da er doch nicht überall und zu jeder Zeit seinen Tisch mit den genormt en schädlichen Insekten gedeckt ftnden tarn. Zudem ist die Vermehrung der Regenwürmer, die fast überall

in Unzahl zu finden sind, wohl noch niemals durch die Maulwürfe gefährdet worden. Da den in der Erde lebenden Schüd^rseken Weber mit chemische

SüntScMlfen beim Staatsmimstenum und beim Staatsarchiv, einen Bureauassislenten beim Staats­archiv, einen KaMci sekret är beim Slaatsnipiisto- rium, einen solchen bei der Gesandtschaft in Ber­lin, zwei Revisoren 'bei der OberrechnungStannier, zwei MrnisterialiHkretäre bei der Buchhaltung itub der Registratur des Sda-atasmtnisteriums, einen Hilfsar^iter beim Sda-atsministcrrmn, einen Staats- tlommissar beim Reichs Kommissar für ine besetzten rherniselMi Gebiete in Coblenz und einen Bevoll­mächtigten (zwei Beamten) bei der Gesandtschaft in Berlin. Jrn Ministerium des Jnnevr: 57; darunter 30 Gendarmen, 7 KrersümtSobersetteiäre, 11 .streis- amtmänner, 3 Ministerialsekietäre beim Ministe­rium und dem Landesomt für das BlldungSivefen. sowie ein ständ. Hilfsarbeiter (Gruppe XI). Im Justizministerium: 85; darunter 16 Strafanstalts- Wachtmeister, 25 Amtsgerichtsobersekretäre, 14 LandgeriästSobersekietärc, 7 Amtsrickcher, 4 Land­richter, 3 StoatSoMvÄte usw. Hierzu kommen ein ständ. Hilfsarbeiter (Gr. XI), 1 Lnndgcrichtsdirektoc (Gr. XII) und ein Dortrag. Rat (Gr. XII).

Beim Landesam t sür das Bildungs- Wesen: 112; dir unter 79 Obersehrer, 2 Biblio­thekare, 2Obm>apotheler, 1 Staats-ässierer. 1 Bu­reauassistent, 1 Prosccktor, 3 autzevvrd und 4oci>. Professoren an der Landesnniversität, 3 Werk­meister, 2 außerordentliche und 3 ordentliche Pro­fessoren an der Techn. Hochschule in Darmstadt, 1 Direktor der Zentrale zur Förderung der Bolls- bildung usw., 1 Kanzleiinspekdor, 1 Kreisschulnisptt^- dor mch ein vortr. Rat (Gr. XII).

Im Geschäftsbereich des Landeserncih- rungsamtes: 44; banntter 22 Vermesftmgs- sekretäre, 5 Oberlandmesser, 3 Ministerialsekretär!, ic 3 Aufseher an der landw. Versuchsstation und 3 Land'estütsgchilfen; 1 Amtmmm bei der lrndw. Versuchsstation (Gruppe X) und ein vortr. Rtt (Gr.XIIl. Beim La nda rbeits- und Wirt­schaft samt: je 2 Kanzleiseckletäre, 2 Obw'esve- täre beim Oberverficherungsamt, 2 Ober-Eich­meister, 1 Referentin für F-rauenangelegenh nt>?n, 1 Arinisterialamtmrmn (Gr. X) und ein weiteres Mitglied des Oberversicherungsamtes (Gr. XI).

Im Geschäftsbereich der Staatsschulden-- v e r w« l t u n g: 2; 1 Seiretär und 1 Ober- sekret cir. An Referenten sind neu zugegangen: 9 Oberräte und Ministerialräte, 2 Hilssarbeiter und 1 Amtmann.

Volkskammeranfragen.

rmk. D a r m st a d t, 26. Mai. Der Hess. Volkskammer sind zugegangen: Eine Anfrage des Abg. U r stad t und Gen., in der sie Aus­kunft darüber wünschen, ob die Regierung be­reit ist, über den Stand des Siedelungs- wesens in Hessen Auskunft zu geben, und welche Maßregeln sie zu treffen gedenkt, um rascheres Fortschrciten, namentlich in Ober­hessen, zu bewirken, ferner die dringende Anfrage der Abg. Dr. Osann und Gen. bett, die Besoldungsverhältnisse der Kommu­nalforstwarte, sowie die bringt Anfrage der Abg. Dr. Diehl und Gen. betr. das Gräfl. Leiningensche Gut in Ilbenstadt. Außerdem liegen eine Anzahl schriftliche Berichte des 5. Ausschusses vor.

bedrohlichem Maße vorhanden [mb, durch Ver­tilgung dieses Ungeziefers tachächlich unschätz­baren Nutzen stiftet. Wo er beim Wüblen au Nester der Feldmaus trifft, macht er sich auch über die jungen Mäuse her. Wenn Regenwürmer feine Hauptnahrung bilden, so ist ihm daraus fern

....fatabme besteht in dem Einlegen von Stucken von Calcium-Karbid in die Mauuvurssgänge. .... dere Verfahren enthält das von der Biologischen Reichsanstalt für Land- und Forstwirtschaft twr- ausgegebene FluMatt 9h:. 24Ter 9Naulwurf", das MM Einzelpreis von 5 Pf. von der Anstalt

»uführen. Wir erfatöen die Bervraucher, auch die Bezugsgeseil s chaften darauf aus merksam machen zu wollen, daß es , ich heute noch nicht übersehen läßt, ob die Eisenbahnverwaltung während der nächsten Düngcperiode wiederum in der Sage fern wird, besondere Maßnahmen mit ausreichenden Versor­gung der Landwirtschaft mit Düngemitteln zu treffen. Sie wird sich um so -schwerer hierzu ent­schließen können, wenn unsere jetzige Mahnung zur Bevorratung nicht befolgt tvcrden sollte.

treffet in Deutschland auszurotten und die deutsche .Sanimnrtfdjaft eines nützlic^n Helfers tyu berauben. Zur Beschönigung dieses Treibens wird von ge- gerade jetzt wieder vielfach barau: . einige Beobachter behauptet hät­

ten, die Nahrung der Maulwürfe bestünde in der Hauptsache nur aus Regenwürmern und schäd­liche Insekten kämen für ihn nicht als Futtertiere in Betracht. Demgegenüber sei festgestellt, daß der Maulwurf ruf feinen unterirdischen StveiMgm alles Sletnaetier, das ihm in den Weg kommt, auffrißt und dabei dort, wo schädliche Erdinsek- tennne Engerlinge Drahtwürmer, Erdraupen und Erdschnakenlarven in

Was immer auch die Absichten des Ge­setzgebers sind, es kommt doch in erster Linie auf die praktische Gestaltung an. Der Arbeit­geber wird sich damit abfinden, daß chm diese neue Last aufgebürdet wird. Er wird auch die Mehrarbeit für den Staat leisten. Dabei ist sicher, daß der Staat oder das Reich nicht eine Person in den Steuerämtern weniger be­schäftigen wird, weil nun die Erhebungsarbei­ten vom Unternehmer zu leisten sind. Der Ar­beitgeber wird seine Generalunkosten wieder erhöhen müssen. Das ist nun die eine, immer­hin noch erträgliche Seite der Sack)c Die an­dere ist, daß das Odium der Steuererhebung auf die Arbeitgeber abgewälzt wird. Das wird vorläufig zur Abgleichung der sozialen,. Gegensätze nicht beitragen. Der Steuererheber ö hat nun einmal mit tief eingewurzelter Ab - J.

biogen werden kann.

Zum Schutze der deutschen Landwirtschaft muß der Maulwurf geschützt und der schäUdlick-en M'mte wurfsjägevei überall entgegengetreten werden.

Bon der Eisenbahn.

Die Eisenbahnbirektion Mainz be­antwortete eine Anfrage aus Wirtschaftskreiffa.ba- ' hin, daß die gänzliche Abschaffung der im Kriege aufgehobenen Sonntags karten nicht beab- ichtigt sei. Hierzu erfahren wir von Gießener zuständiger Stelle, daß im Frankfurter Di­rektionsbezirk in absehbare Zeit wohl kaum an eine teilweise Wiedereinführung der Sonntagskarten gedacht wird.

Auf den Strecken des Eisenbahndirekticms- bezirks Mainz wird ab 1. Ium eine begrüßens­werte Emrichttmg neu eingeführt: Gleichwie in den V-Zügen werden vom Zugpersonal Fahr­karten an Reisende auch in Personenzü­gen verkauft. Die Zugsckiaffner sind mit Tarif­verzeichnissen ausgerüstet, aus denen die Fahr- preise nach Stationen des eigenen Bahnnetzes und der Anschlußbezirke zu ersehen sind. Hierzu bemerkt die Gießener Stelle, daß dieser Fahr­kartenverkauf durch die Zugschaffner im Eifenbahn­direktionsbezirk Frankfurt schon feit einiger Zeit nicht nur in den V-Hugen, sondern auch in vielen PersonenzÜgen stattftndet.

Die Umsatzsteuer aus dem Lande.

Zur Anwerbung der alten Umsatzsteuer von 1918 auf sämtliche Verhältnisse, liegen einige bemerkenswerte Urteile des Neichsfincmzhoss vor. Umsatzsteuerpflichtig ist demnach sogar, was der Landwirt für sich und, in Erfüllung feiner gesetz­lichen Unterhaltungspflicht, für seine Familien­mitglieder entnimmt. Für den Lmrdwirt käme die Entlohnung von Familienangehörigen durch Naturalien auf Grund eines Dienstverhältnisses nicht in Frage. Selbst die Veräußerung von Vieh in einem landwirtschaftlichen Betriebe ist auch bann umsatzsteuerpflichtig, wenn sie gelegentlich oder wenn sie auf Grund einer gesetzlichen Ab­lieferungsfrist erfolgt. Auch die gelegentliche Ver­äußerung von Vieh gehört zu den in landwirt­schaftlichen Betrieben vorkommenden und ihnen eigenen Geschäften. Umsatzsteuerpflichtig sind auch Grundstücksumsätze in Ausübung einer selbständi­gen gewerblichen Tätigkeit außerhalb der Ver­steigerung. Die Uebertragung von Grundstücken innerhalb einer selbständigen gewerblichen Tätig­keit, wie sie von einer Gesellschaft cmsgeübt wird, die in ihrem Geschäftsbetrieb Grundstücke urn- setzt und hieraus Einnahmen erzielt, ist eine steuer­pflichtige Leistung im Sinne des Umsatzsteuer­gesetzes.

Veranstaltungen.

Donnerstag, 27. Mai: Hotel Einhorn, 8 Uhr, öffentliche WLHlerversamnüung der Teutsch- nntionalen Bolkspcrrtei. Katholisches Vereins- Haus, Liebigstraßc 19, Vortragsabend des Katho­lischem Frauenbmldes. Lichtspieltheater wie gestern.

* Operngastspieledes hessi scheu Landestheaters. Die verschobene Ausführung von Siegfried des zweiten Tages aus der TrilogieDer Ring der Niebelungen" ftndet am Donnerstag, 3. Juni, abends 6 Uhr, statt. Beginn des Verkaufs der noch vorhandenen Karten Sams­tag, vormittags 10 Uhr, im Vestibül des Stabt» theaters (siehe Anzeigenteil).

** Billige Unterwäsche. Der Stadt­verwaltung ist es gelungen, eine größere An­zahl Männersocken und Männerunterhosen aus früheren Heeresbeständen zu angemesse- nent Preise zu beschaffen, um diese der hie­sigen bedürftigen Bevölkerung zukommen zu lassen. Die P r e i s e der Waren sind folgende: für Männerfocken das. Paar 4,20 Mk., für Männerunterhofen per Stück 9Mk. Für jede erwachsene männliche Person können drei Paar Socken und zwei Unterhosen abgegeben werden, itub zwar in Worms.

** Diebesgut. In dem Besitz einer wegen Diebstahls festgenommenen Person wurden in entern Papiersack befindlich 20 Büchsen Hafer- fafaD, 2 Pakete Gerstensuppe und 3 Pakete Haus­haltsuppenfabrikate, 10 Pakete dNaagiwürfel, 1 Sack mit Bohnen und Linsen in Vz-Pfund-Düten ver­packt und 9 Pakete WaschMlver vorgefunden, die zweifellos von einem Diebstahl her rühren. Der Eigentümer der Sachen wolle sich zwecks An­erkennung mit der Kriminalpolizei in Verbindung setzen

** Wie die Berkehrsverhältnisse die Lebensrnittel verteuern. Eine Gießener Firma teilt uns nachstehendes Beispiel mit: Ein Waventransport von 23 400 Ko. von Königsberg nach Offenbach a. M. über Stettin per Dampfer und von Stettm nach Offenbach, weil Bahnfracht KönigsbergOffenbach nicht erlaubt war, kostet 8771.60 Mk., die Bahnfracht hätte gekostet 5616 Mk., mithin eine Differenz von 3155.60 Mk.; früher hat sich die Wasserfracht um ein Erhebliches billiger gestellt wie die Bahn­fracht, jetzt ist es das Gegenteil. Diese 23 400 Ko. kosteten in Friedenszeitcn Bahnfrächt von Königs­berg nach Offenbach 819 Mk, die Mehrfracht beträgt somit 7952.60 Mk., gleich 17 Pf. für 1 Pfund, wofür man vor dem Kriege ein Pfund Mehl guter Qualität kaufte. Solche Fälle ereignen 1 sich täglich.

eigensten Jnleresse der kraftfahrenden Streife wird es liegen, sich bei Fahrten die größte Zurückhal­tung aufiuerkgeu. Dies um so mehr, als dem Borgange der anderen Länder folgend, neue Be­stimmungen erlassen sind, ivonach für jeden ein­zelnen Kraftwagen entweder eine bestimmte Ber- kebrsstrecke ober ein Verkehrsbezirk festgesetzt, auch in jedem Falle bestimmt wirb, welche Personen zur .Teilnahme an ben Fahrten berechtigt sind. Gegen mißbräuchliche Benutzung wirb unnachsicht­lich von Verfolgung wegen etwaiger ander- weiter Verfehlunaen abgesehen mit enbgültiger Entziehung der Zulassung vorgegangen werben.

** Tie Deutsche Vvlkspartei veran fülltet am Sonntag, 30. fDLai, abends 8 Uhr, im Hotel Einhorn eine öffentliche Wählerversamm­lung. Prvvinzialschulrat Gfa. Rat Dr. Runkel, Mitglied der Nationalversammlung spricht über Aufbau und Deutsche Volkspartei"."

** Tas Lichtspielhaus Bahnhof­straße zeigt feit Montag einen sehr ürtereffanteii Film Judex 1. Teil, der billige Triks und die sonst üblichen Sensationen verschmäht. Mft zwin genber Logik baut sich die Handlung auf. Kühne Kombinationen lassen ben Zuschauer nicht aus der Spannung herauskommen. Ausfallend ist die glänzende Mimik der Darsteller so daß die sonst zu reichlichen Fllmtitel größtenteils erspart sind. Tie gleiche mimische Gewandtl-eit zeigen auch schon die im Spiel initroirfenben Kinder. Ter Besucher verläßt mit ben gespanntesten Erwartungen auf die weitere Folge des Films das Theater.

Landkreis Gießen.

x Großen-Buseck, 26. Mai. Freitag, 28. Mai, feiern die Eheleute Ludwig Scheid II. bas Fest bet eisernen Hochzeit. Das Ehe­paar befindet sich noch in voller körperlicher und geistiger Frische. Der Mann ist im 87., die Frau im 85. Lebensjahre. In früherer Zeit, als hier in Buseck nad) kein Arzt war, leistete das Ehepaar bet Unglücksfällen und bergt stets die ersten Hilfe­leistungen, was noch manchem in unserer Gemeinde bekannt sein wird. Das Paar feiert das Fest im Kreise von 6 Kindern, 13 Enkeln und 10 Urenkeln.

O L i ch, 25. Mai. Nach altem Brauche war die Marienstiftskirche an Pfingsten wieder mit Maien geschmückt. Am 2. Pfingstmorgen machte der GesangvereinCäcilia" einen Runbgang um die Stabt, dabei die Bürgerschaft durch stimmungs­volle Chöre erfreuend.

± fS a a f c n, 25. Mai. Ein christliches Wald- fest fand gestern im Walde zwischen hier und Winnerod statt. Es waren über tausend Menschen zusammengeströmt aus der gesamten Nachbar­schaft, aus Göbelnrod, Bersrod, Beuern, Reis­kirchen, .Harbach, Lindenstruth, ja sogar aus Ettingshausen und Grünberg. Der Posaunenchor aus Klein-Linden verschönte die Feier durch Musik­vorträge. Missionar Walter aus Beuern hielt die Festprchigt.

X Wieseck, 26. Mai. Pfmastdienstag bor

Arrs giabt und Land.

Gießen, den 27. Mai 1920.

Ernteaussichten.

Die Aussichten für die einzelnen Obst­sorten sind soweit sich bis jetzt feststelletr läßt sehr verschieden. Die Kirschen, die ja schon ihrer Reife entgegenaehen, lassen eine recht gute Ernte erwarten. Dagegen sieht es mit dem übrigen Steinobst weniger günstig aus, besonders mit den Zwetschen, die ja den so beliebten Zwetschenhonig abgeben. Einmal ist der Behang schon nicht stark und dann trifft man an den Bäumen massenhaft Blattläuse, vielfach auch Gespinnst- raupeit. Die Birnen fallen gering aus, die jungen Birnchen sind vielfach von Pilzen be­fallen, schruinpfen zusammen und fallen ab. Eine sehr gute Ernte versprechen dagegen die Apfelbäume, die mit Früchten über und über behängt sind. Der Apfelblütenstecher hatte sich im Frühjahr verspätet, so daß sein Schaden Heuer gering ist.

fn. Aus Kur Hessen, 28. Mai. Von allen Seiten kommen aus Kurhessen überein­stimmend erfreuliche Nachrichten über gütt» füge Ernteaussichten. Namentlich die Roggenfelder stehen so prächtig und üppig, tvie das seit langen Jahren nicht der Fall gewesen ist. Roagenhalme von einer Länge von 1,601,70 Meter sind gar nichts seltenes. Die meisten Aehreit sind infolge der günstigen Witterung fast ausgewachsen, als ob jetzt im Mai die Blüte bereits bevorstände. Wenn das günstige Wetter so anhält, so wird schon in der ersten Hälfte des Juli, mehrere Wochen früher als sonst, die Roggenernte eintreten.

dz. Zwingenberg, 25. Mai. Einer der grüßten hessischen Frühkirschen­märkte ist am jPftngstmoittag eröffnet worden. Die Zufuhr ist eine gute, der Preis beträgt 350400 Mk. für den Zenttter.

Vom Monlwurf.

Dm Nutzm des Maulwurfs scheint man in der jetzigen Zeit des großen deutschen Ausver­kaufs fast allgemein nur noch in dem Gelkverte seines kleinen Felles zu erblicken. UebcraH sind Maulwurfsjäger und Aufkäufer von NkNul- wurfspelzen cmfig am Werke, zugunsten des ms- lärwischeu Pelzl-andlls diesen fernen Jnsekten-

ttnm man leicht Hlbhilse schaffen, zumal es auch genug Mittel gibt, die Maulwürfe von den Grund­

mittag wellte imseve Volkshv chschul e in guter Beteiligung bei den Söhnen und Töchtern Guten- bngs in ber Brühlschm Druckerei Gießen und ver­folgte die Entstehung der Dienstag-Nummer des Gießener Anzeiger".

X Wieseck, 26. Mai. Lehrer Georg Rein, zur Zeit Letter unserer Oberklasse, bestand an bet Landesuniversität mit einer Arbeit aus dem Ge biet der Geographie die Prüfung als D o k t o r b e r Pbil osvphie. Seit 17 Jahren hier, von Eltern und Schülern verehrt, wird er auch in seiner neuen RBürbc unserer Schule erhalten bleiben und hat seine Mittvirkung an unserer Volkshochschule, düen- so wie Lehrer Br aunewell, zu gesichert.

Kreis Alsfeld.

up. Aus dem O h m t a l, 26. Mai. Wie früher bekanntgegeben, sollte die Privat-Autopost mit dein 1. Mai in die Reick>spost übergehen. Nun steht ber 1. Juni vor der Türe, aber von der ge­planten Umwandlung hört man nichts.

Kreis Schotten.

e. Stornfels, 26. Mai. Der Kriegsteil' nehmet Otto Schneider, ber im Felde ein schweres Nierenleiden sich zugezogen hatte, starb dieser Tage wenige Tage nach seiner Hochzeit in einem Reservelazarett in Gießen, wo er bei Ver­schlimmerung seines Leidens Heilung gesucht hatte.

c. Ulfa, 26. Mai. Große (ErrataIjmen er Ivuchsen unserer Gemeindekasse in diesem Jahre aus dem Holzverkauf ihrer Waldrmgen, die einen Ertrag von rund 100 000 Mark lieferten. Außer­dem wurde die Gemerndejagd auf 9 Jahre für jähr lich 9000 Mark verpachtet. Dagegen wird die be­vorstehende Feldbereinigung unserer großen Ge­markung bedeutende Ausgäben verursachör.

Starkenburg und Rheinhessen.

rm. Darmstadt 26. Mai. Die Fi- nanzlagederStadtDarmstadt,dir sie freilich mit vielen anderen teilt und über Die der Oberbürgermeister demnächst eine offi' zielle Mitteilung veröffentlichen will, ist nickst rosig. Wie wir zuverlässig erfahren, gleicht sich der diesjährige Voranschlag mit etwa 43 Millionen Mark in Eiimahme und Ausgabe aus und sind hiervon 25 Millionen Mk. unye- deckt, da fair über die uns durch das Mem verbleibenden Einnahmen bis jetzt noch keinen Anhaltspunkt haben. Nur durch den Umstand, daß wir vor einiger Zeit noch eine günstige Anleihe mit dem Ausland abschließen konnten, ist die Stadtverwaltung in der Lage, ihren Verpflichtungen nachzukommen, ohne bis jetzt gezwungen zu sein, ihren allerdings wertvol­len Grundbesitz an WäDern verpfänden zu müssen. Wie lange noch?

Hessen-Nassau.

mc. Frankfurt a .M., 26. Mai. Der Frankfurter Ordnungsdienst, der sich auf Befehl der Franzosen seinerzeit auf lüsen mußte, nimmt nunmehr seine Tätigkeit wieder auf. >Jm Opernhaus fand am Dienstag wieder eine Aufführung von MillöckersBettelstudent" statt, in der der von den Franzosen seinerzeit zu acht Tagen Gefängnis verurteilte Sänger Resn i erstma­lig wieder auftrat. Minutenlanger Beifall durchtobte das Haus, so daß das Orchester nicht weiter spielen konnte. Resni mußte feine Strafe in Mainz absitzen. .

Frankfurt a. M., 26. Müi. Die Gattu des Geh. Sanitätsrat von Noorden, eine Tochtei des bekannten Acghptiologen und 9ivman7chriftstel' lers, Georg Ebers, ist tm Alter von 47 Jahren gestorben.

Griesheim a. M., 26. Mai. Die Gemeinde beabsichtigt, unentgeltliche Spei s u n g e n für etwa 2000 Kinder zu veranstall . len. Die jährlichen Kosten werden auf 200000 IMark veranschlagt.

der wirb sich hüten, seine Lebensversicherung verfallen zu lassen oder nicht für Kleidung und Nahrung zu sorgen. Steuern sind notwen­dig, da sie die Kosten für den Staat decken, ohne den ein soziales Sein überhaupt un>- möglich ist. Wenn der Arbeitgeber vom Lohn den Steuersatz zurückbehält was ja bei den hohen Papierlöhnen große Summen aus­macht, so wird sich der Groll gegen ihn richten. Dieser Groll ist natürlich unverdient, aber darum nicht weniger gefährlich. Weiter kommt in Betracht, daß die Erhebung beim Unternehmer unverweigerlich zu neuen Lohn­forderungen führen wird. Wer heute als Ar­beiter und Angestellter ein Durchschnittsein­kommen von 12- bis 15 000 Mk. besitzt, wird sich davon nicht ohne weiteres 2000 Mk. an Steuern abziehen lassen. Er wird Ersatz vom Arbeitgeber bedangen, zumal jetzt, wo die Geldentwertung alle Preise revolutivniert hat und damit geht dieSchraube ohne Ende" weiter.

Bon ber Wirkung der Reichsernkom­men steuer gibt eine Vorlage des Charlottenburger Magistrats ein anschauliches Bild. Drc Gchälter der Beamten der Stadt fallen erhöht iverven. Der Oberbürgermeister fall ein Anfangs- und Endge'h.llt von 50 000 Mark erhalten. Mit dem Deuerungs- zuschlag von 50 Proz. macht dies im ganzen 75 000 Mark: davon geht aber die Reichseml'omnuusteun: mit nicht weniger als 22 530 Mk. ab, fa daß für pxn Beamten aud) nicht viel mehr als 50 000 Mr. übrig bleiben. Selbst der Bürgermeister mit einem Gehalt ton 60 000 Mk. im gmrz-en mutz 16 590 Mk. Neichseinkomrnensteuer zahlen. Reich, Staat und Gemeinde geben hier mit der einen Hand, was sie mit der anderen nneberndymen. Biel Arbeit und Schreibevei tonnte gespart werden, wenn Em- kommen alks staatlichen Mitteln für steuerfrei er­klärt und die Bezüge von varNheretti entsprechnw gekürzt würden. Die Reichseintommensteuer fall ja ämh den Gemeinden zugute kommen.

Der neue Tarifvertrag für fanfm. und technische Angestellte. Verkäuferinnen usw. ist von Sonntag, 30. Mai ab, Bafahofstr. 6611, zu haben. Näheres siehe Anzeigenteil.

** Neuprüfung der Zulassungen für Pe rsonen kraft wagen. Eine von dem Reichsamt für Luft- icnb Kraftfahrwesen ver­anlaßte Erhebung hat ergeben, daß im Bolksstaat Hessen runb 25 Prozent Kraftwagen mehr zu­gelassen worden sind, als der Durchschnitt für das Reich beträgt. Da bekanntlich die Lage der Ver­sorgung des deutschen Bedarfs mft Betriebsswsfen für Explosionsmotoren ernst ist und nach wie vor zu großer Einschränkung des nicht unbebrngt im 'iTrtercffe der Allgemeinheit notwendigen Personen- kraftwagenverkehrS zwingt, ist die Hesfisck)c Regie­rung in eine Neupruf ung aller Zu­lassungen für Personenkraftwagen eingetreten. Es muß damit gerechnet werben, baß eine große Anzahl von Zulassungen für Personenkraftwagen demnächst zurück-- genommen ®Ht>. Im Bolksmteresfc, sowie im

rm. ^Darmstadt, 26. Mai. Die _ schaffenen Stellen in den hessisclien Ministerien betragen nach dem,der Regierungsvorlage, bett, die Tienstbezüge der Staatsbeamten usw., bei gegebenen Verzeichnis, nrte sie nach dem Entwurf des Sttvats- vorairschlagS für 1920 beantragt und zu den bereits gendjmifften planmäßig neu vorgefahen sind, zu­sammen 362, und zwar: im Geschäftsbereich des Staatsministeriums 13, btrarrrter je einen

mriefen. Unter ihnen kommt trotz jen Behmcptunaen dem Maulwur

Rolle zu. Daß die Wühl arbeiten mitunter lästig sind und besonders Schaden anrichten können, wird ten, aber in solchen Sonders allen

gaben für unteren perfönlichen Unterhalt, -> stücken M «ri»eud>en *« tewuWttJt, L ^.^bürgerlichen EiMht hat Itch Ä '