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von 13 Uhr beliefert die Nr. 1041 bis

1150.

wo.

**

(Nachdruck verboten.)

Fortsetzung 49.

dem

dem

Wege nach Munkmarch vorsichtig gefragt hatte, war ihm ausgeivichen und Schön-Estrid sah md; nicht aus, als ob sie ihm Aufschluß- geben -voltte.

die Ga-

Wie also

** Bon der Landes-Univer si t Gießen. Der ordentliche Professor Dr. E. W. Mayer, früher cm der Universität Straßburg, hat einen Ruf als Nachfolger des Geh. Kirchenrats Professor Dr. Eck an die Universität Gießen er­halten und angenommen.

Bent Banken blickte sie nachdenklich an. seltsam die Gatten mären. Da stimmte cs immer noch nicht. Peter, beit er vorhin aus

Messe gehen am , . _

am 5. und 13. März: 9.50 Uhr ab Frankfurt,

Aber Bent ließ nichts Dunkles aufkommen. Er sprach von seinen Reisen und daß er seßhaft werden wolle.

.Tort drüben, nach Morsum zu, wollte er sich ein Haus bauen, ein echtes Friesenhins mit einem ttesherabhängenden, grausamtnen Moosdach und im Innern behaglich, einfach und traut

ie gehen." Estrid zu- krampfhaft

beirs, und .Estrid empfand, daß dieser letzte Abmd zauberhaft schön sei, denn das ward ihr mit einem Male zur Gewißheit es mußte und sollte der letzte Abend für sie im Gotteskoog sein.

Peter dachte:

Welch ein Segen ist Bents Kommen. Er wird uns helfen."

Estrid fiel es auf, daß Bent sich gar nicht nach Sölve erkundigte. Peter batte ihm gewiß schon unterwegs von ihr und von Jngeivarts Sterben berichtet. Sie horchte auf, als Bent beiläufig er­wähnte, er wolle morgen mit dem Frühesten nach Keitum. Er hätte da mmicherlei zu beschicken.

Mr tonnen bis Munkmarsch zusammen- fahren," bemerkte Peter.Ich muß in Geschäften rülxr nach Hoyerschlense. Weiter kannst du ia den Wagen benutzen."

Nein, danke Peter, ich gehe von Munkmarsch aus gern zu Fuß über die Heide. Am Abend bin ich sicher zurück."

Ich vielleicht mit Nachmittag, wenn ich den Dampfer bekomme," warf Peter ein, dann schwieg er betroffen, denn ein schnelles, seltsames Auf­

Kreis Wetzlar.

Wetzlar, 26. Febr. Sechs Treib

Aus StaLt und Land.

Gießen, den 26. Febr. 1920.

Eine Warnung an die Kaufleute.

Die Preisprüfungsstelle der Provinz Ober- Hessen schreibt uns:

Wie bei Revision festgestellt würd', gelangen in der Provinz Oberhesfrn Zigaretten zum Berkaus, für die trotz des aufgedruckten Kletn- verkaufspreises höhere Preise verlangt werden. Es wird darauf laufmerksam gemacht, daß diese Hand-

Seegespenster.

Roman von AnnyAothe.

Amerflawte*es Copyright 1918 by Anny WeflH-Matai, Leipzig.

alles, alles, was so herrlich begonnen, muß> schla­fen gehen."

Durch das duftige Dämmergrau ringsum zog eines Vogels Lied. Darauf wurde es still märckenstill. Der Abend stieg hernieder und von der Heide wehte der Würzduft der Erika herüber.

Er hörte Bents Helle Stimme mit Estrid Rede und Antwort tauschen und immer gewisser wurde ihm, daß nichts das junge Weib an seiner Seite halten tonnte, dem er selbst den Weg freigegeben.

Dunkler und dunkler wurde es imb der Sang der Wogen klang müde und schwer.

9hrr das wechselnde Licht des Leuchtturms brach ab und zu sternengleich durch die grauen Nebel, die das Wattenmeer dicht einspannen.

Es wird kühl," nahm Estrid das Wort,ich will Euchgute Nachts' sagen."

Sie reichte den Brüdern die Hand sonst gab sie Peter nie die Hand, wenn sie ihm gute Nacht bot.

Ihm war, als müsse er diese weiche, seine Fvauenhand feit halten, die einen Augenblick, wie es ihm schien, zitternd in der seinen lag.

Doch et tat es nicht.

Gute Nacht," erwiderte er rauh, und zu dem Bruder gewandt, sagte er:Es wird wirklich kühl, ich dächte, wir gingen alle schlafen. Morgen ist auch noch ein Tag."

Und ein schwerer," dachte Estrid. Mit ihrem

ten, schwebenden Gang verlr

Peter drückte dem Bruder die Hand und MrÄ> meinte, daß es für Peter besonders schön sei, den Bruder raut paueytd in der Nähe haben, anstatt ihn in Sturmnächten draußen auf Meer ju wissen.

Extra-Züge für die Leipziger 26., 27., 28. Februar und

leuchten in Estrids Augen machte ihn stutzig und I blitzartig durchfuhr es fein Hirn:

Lange faßen die drei zusammen und lausch' r als schon die Sonne über dem Watt vetOiom men war, dem leisen Herzschlag der Wellen. Beni n>ai der Gebende. Er bot den beiden unaufhörlich aus dem reichen Schatz feines Herzens imt> seines Le-

Mark zur Ausgabe.

** r e i b a n L Freitag den 27." Februar werden 1 "*

lungswetse unstatthaft ist und der Verkäufer hat wegen Uebertretung des § 9 Pos. 2 der Bekannt­machung über den Handel mit Dabakwaren vom 28. Juni 1917 Bestrafung zu gewärtigen. Des weiteren werden öfters Personen angetcoffen, ine Handel mit Zigarren und Rauchwaren treiben, ohne im Besitze der hierfür erfordmliclxn Geneh­migung zu fein. Auch in diesem Falle liegt ein Vergehen gegen obige Verordnung vor und wird jeder unnachsichtlich zur Anzeige gebraclst, der beim Handel mit Rauchwaren oiyne Erlaubnis angetroffen wird.

Ebenso kommt in letzter Zeit vielfach Scho­kolade in den Verkauf, aus deren Verpackung der vorgeschriebene Kleinverkausspreis entiveber ausgekratzt, überschrieben oder überklebt ist. Nach der Bekanntmachung des Reichskanzlers über äu­ßere Kennzeichnung von Waren vom 26. Mat 191h (R. G. Bl. S. 422) § 1 Pos. 6 und 8 4 ist die Beseitigung oder Unkmntlichmachimg einer Preis­angabe verboten. Wer sich des Vergehens _ gegen obige Bekanntntachung schuldig macht, l>at strenge Bestrafung zn gewärtigen, insbesondere auch w:gen Wucher mid Preistreiberei (Verordnung v-om 8 Mai 1918 gegen Preistreiberei R. G. Bl. S. 395).

Wer von ScUeichhäMern und Schielern Ware kauft, macht sich strafbar und ine Ware verfällt der Beschlagnahmung.

Heimkehrer.

Heute mittag um 1,06 Uhr treffen wvederum 1000 heimkehrende Kriegsgefangene hier ein.

Lebensmittel.

** Marken-Ausaabe. Am Freitag und Samstag den 27. und 28. ds. Mts. gelangen in den Bezirken Brot- und Kartoffelmarken zur Aus­gabe. Siehe Anzeigenteil.

** W e i ße Bohnen. Von Freitag den 27. jb. M. bis einschließlich Samstag den 13. März gelangt gegen Abgabe des Bezugs­abschnittes Nr. 14 der Lebensmittelkarte Vs Pfund .weiße Bohnen zum Preise von 1.95

nahezu 90 Prozent der anfallenden Eier bcm Hühmwhalter zur freien Verwendung frcigegeben sind Wenn in der Bekanntmachung vom 3. ^an. 1920 der gewerbsmäßige Eieraufkauf unter be­hördliche Kontrolle gestellt sei, so lei dies tm Inter­esse der Bevölkerung nur zu begrüßen, da mer- durch der Sch!eichhandel unterbunden werden und dafür Gewähr geboten werden soll, daß im freien Handel im Lande erzeugte Eier nur durch zuver­lässige Persönlichkeiten dem Verbrauck-er zugeflihrt werden.

Veranstaltungen.

Donnerstag, 26. Febr.: Hessische Ber­einigung für Volkskunde, 8 Uhr Hörsaal 54 tyer Universität VortragTie Zeit bet Aufklärung in ihrer Volks- und landeskundlichen Bedeutung für Hessen". Lichtspielhäuser tote Mittwoch.

10.00 ab CassÄ, 10.28 ab Hann.-Münden, 11.08 ab Eichenberg, 11.30 ab Heilig-enstadt, 11.58 ab LeinefeLc, 12.00 ab Fulda, 12.24 ab Bleicherode (Ost), 12.50 ab Nord hausen, 1.29 ab Sangerhausen, 2,02 ad EiÄeben, 3.30 an Leipzig (Hauptbähnhof).

** Fahrpreiserhöhung der Butz- bach LtcherErsenbahn. Ab 1. März 1920 werden im Binnenverkehr der ButzbachLichn Eisenbahn die Fahrpreise der gewöhnliche Fahr­karten 2., 3. und 4. Klaffe sowie der Hunde fahr- karten und die Frachten für Gepäck und Expreß­gut in doppelter Höhe der bisherigen Satz: erho­ben. Im Binnen-, Tier- und Güterverkehr w.r- den die ab 1. März 1920 auf den preußischen Staatseisendahnen g-flttigen Sätze zuzüglich der für den direkten Verkehr mit der ButzbachLich'.r Eisenbähn zu erhebenden besondwen Zuschläge der Fvachtverrechnirng zu Grunde gelegt.

** T i e Auszahlung der Familien­unterstützungen findet für bte Zeit vom 1. bis 15. März am Montag den 1. März statt.

e. In bet hessischen Vereinigung für Volkskunde wird heute abend Pros. Dr. Diehl (Friedberg) den schon einmal angekündig­ten und dann verschobenen Vortrag über die Bedeutung der A ufkl ärun g s zeit für die Volks- unb Landeskunde Hessens halten. Die Vereinigung hofft, daß die alten Freunde sich zu diesem ersten Vortrage nach langet Zeit zahlreich einstellen werden. Sie will an ihrem Teile durch Erforschung des unserm Volke eigentümlichen Lebens zu seiner Kenntnis beitragen und so die Liebe zum eignen Volke stärken, die niemals mehr ihm nottut, als in diesen schweren Zeiten.

* * Tie Arbeitsgemeinschaft der Aai- gestellten veran stattet am Freitag im Gewerkschafts­hause eine Versammlung, die sich mit der Kün­digung und Neugestaltung des Tarifvertrags be­fassen soll. Siehe Anzeige.

* * Der Ortsgewerbeverein hält Mon­tag den 1. März im Gewerbehaus feine MitgliDw- versamnllung ab.

* * Deutschnationale Volkspartei. Ter bekannte Polittket Dt. Maurenbtechet, der früher der foziak>emokratischen Partei ange- hörte, jetzt aber sich den Deutschnationalen zuMlt, wird am 10. März d. I. in Gießen einen öffent­lichen Vortrag halten über das Thema:Wie werden die Deutschen toicber frei?"

Eine grog-hessische Kundgebung aus KaficL

Dom Gau Niederhessen des Hessi­schen Bolksbundes er halten wir folgende Kundgebung zur Veröffentlichung:

Ter Landesausschuß des Bezirksverbandes des Regierungsbezirks Kassel hat sich, wie bekannt, am 29. Januar 1920 gegen die von der preußischen Regierung beabsichtigte Teilung von Hessen-Nassau «nd gegen die Msplitterung einzelner Gebietstelle, tote des Kreises Hanau, oder gewisser Exklaven, wie der Grafschaft Sckxrumburg, ausgespwchen, deren Abttetung ausschließlick; gegen entsprechende Kompensationen in Erwägung gezogen werden könne. Andererseits hat der Landesausschuß die Einbeziehung von Waldeck und Wetzlar in die hessisch-nassauische Gebietshoheit befürwortet. Em anbeted Unternehmen des grünen Tisches von Ber­lin, der Entwurf einer neuen preußischen Ver- toattmrgsreforni hat in Nassau lebhaften Wider­sprach gefunden. Welchen Umfang diese Gegenbe­wegung angenommen hat, ist daraus zu erleben, daß beispielsweise fast sämtliche Gemeinden des Oberwestenraldkreifes 84 an der Zahl der preußischen Regierung einen Protest eingereicht haben. Im übrigen haben sich aus dem Wider- ffant der Gebiete westlich des Thüringer Waldes gegen das Aufgehen in Gwß-Thüringen Bestte- mntgen herausgebildet, die, wie in Schmalkaloen und der Geisaer Gegend, ine Bereinigung mit Hessen zum Ziele haben.

Aus alledem ergibt sich wiederum ohne Zwei­fel, daß die Haltung desHessischen Bolksbundes" realen Tatsachen entspricht und daß seine poli­tische Tendenz einen starken Rückhalt in der Ge­sinnung weiterer Volkskreise besitzt. Ter Zusam­menschluß der nur äußerlich getrennten Teile des Hessenlandes zu einem lebens- und leistungsfähigen Ganzen, das, unabhängig von der Berliner Vor­mundschaft, in seiner Weise zur Gesundung des deutschen Vaterlandes beitragen kann, ist in der Tat ein Gedanke, in welchem Ideal und Wirklich­keit einander so nahe gerückt sind, daß er geeignet ist, jedem, der sich für die Erneuerung Deutsch­lands wahrhaft inteuef fiert, hoffnungsvolle Aus­blicke zu eröffnen.

Freilich kann nicht verhehlt werden, daß, um diesen Gedanken $u Ende zu denken und zu verwirk­lichen, manche Schwierigkeit überwunden werden muß Eine der größten ist der durch den preußisch geprägten Geschichtsunterricht im nördlichen und mittleren Deutschland dem Volke eingeimpfte Glaube an die deutsche Mission Preußvis, der Glaube daran, daß nur von Berlin, nur von Ost- elbien das Heil kommen könne, daß Preußen in seiner jetzigen Form bestehen bleiben müsse, um das Reich zu retten. Der gewaltige Protest der Mckhr^eit aller Deutschen gegen die preußische Ein- heitsstdatsidee sollte aber doch geeignet sein, diesen Glauben zu erschüttern. Davon ist in dem Be- ' schltth des Landesausschusses leider nicht überall etwas zu spüren, scheute er sich doch nicht, zu 1 sagen, es liege kein Grund vor, um in der seit - 1866 tn Hessen-Nassau bestehenden staatsrechtlichen

Ordnung eine Aenderung eintreten zu lassen. Aus der den Neubau des Reiches auf stammesgeschicht-- licher und wirtschaftsgeographischer Grundlage be­ziehenden, immer weiter um sich greifenden Be­wegung erhellt aber, daß eine solche Aenderung un­bedingt erforderlich ist, um das neue Deutschland zu einem deutschen Deutschland, einem wetterfesten Staate im wankenden Europa zu gestatten. Tie ErNheft Hessens und seine Freiheft von fremd- ftnmmiger Bevormundung wird zu dieser Wetter- sestigkeft des neuen deutsc^n Reiches toefeutM) bei­tragen. Tenn iricht derjenige trägt und fördert die Kultur, bet die meisten Schlachten schlägt, sondern derjenige, der Geist und Leben zur Blüte LU bringen weiß. Und wer die Geschichte nicht gerade durch die Berliner Brille sieU, kennt die fulturdle Bedeutung der mitteldeutschen Staaten, insbeson­dere des Hessenlandes, und kann nicht daran zwei­feln, daß die Vereinigung desselben und seine Gleichberechtigung mit den übrigen deutschen Stam- medfta-aten nicht nur für die hessische Heimat selbst, sondern auch für das ganze deutsche Vaterland große, grundlegende Bortelle nach sich zieht.

rie men auf einmal, und zwair 2 vson je 10 Meter Länge und 10 Zentimeter Brette und vier von 9 Meter Länge und 7 Zentimeter, Brette, wurden aus der städtischenMolkereientwendet. Der für die Ernährung unserer Stadt bedeutungsvolle Betrieb ist dadurch stillgelegt.

Heftcn-Nassan.

Die Bauernschaft Kuchrsftns und die Wahlen.

X. H er s fe l d, 25. Febr. In einer hier ab- gehal denen Vertreterversammlung des Bezirksver­bandes der Bauernschaft Kurhessens erstattete Bür­germeister Heinrich Lind aus Niederissigheim ein­gehend Bericht über die bisherige Tätigkeit der Wahl Kommission des Bezirksverbandes der Bauern­schaft Kur'hessens. Tie Kommission ist nach Prü­fung aller maßgebenden Fragen und nach Füh­lungnahme mit den bürgerlichen Parteien zu dem Entschlüsse gekommen, von der Aufstellung eigener Wahllisten für die kommenden Wahlen abzusehen und die bürgerlichen Parteien aufzufordern, in ihre Listen an aussichtsreicher Stelle Männer aus der Landwirtschaft als Kandftxrten auft-une'hmen. Besonderen Beifall fand das vvn der Kommission ausgestellte Wähllpvogramm, das, in ein Kultur- und Wirtschaftsprvgramm geteilt, alle berechtig­ten Wünsche und Forderungen der deutsch«! Bauernschaft zum Ausdruck bringt.

Schlafkrankheit.

Frankfurt a. M 25'. Febr. Das Stadt. Krankenhaus beherbergt zur Zett mehr als ein Dutzend Grippekranker, bei denen die Erkrankung mit einer Gehirnentzündung verbunden ist. Diese Entzündung äußert sich in einem Wechsel von höchster Erregung und ttefster Lethargie, wobei Lähmungserscheinungen auf treten. Prof. S chwen- kenbecher stellte in der medizinischen Universi­tätsklinik einen älteren Mann vor, her nach einem Grippeansall in einen tovchenlangen schlafähnlichen Zustand verfallen war, aus dem der Kranke wohl leicht erweckt werden konnte, in dem er aber, meint er sich selbst überlassen blieb, bald wieder verfiel. Die Aussicht auf Wiederherstellung von dieser Schlafkrankheit ist nach Pwfessor Schwenkenbccher nicht ungünstig.

300 000 Mk. Diebsbeute in einer Nacht.

rankfurt a. M., 25. Febr. In der letzten Nacht wurden hier mehrere besonders schwere.Diebstähle ausgeführt. Man stahl in der Mainzer Landstrahe für 150 000 Mark Lederwaren, der Kronprinzenstraße für 50000 Mk. Butter, aus zwei Geschäften der Bergerstraße für 20 000 bzw. 15 000 Mk. Le­bensmittel und in der Kronprinzenstraße für 100 000 Mk. &emälbe.

Streik in den BraunkoUengruben.

--- Som Westerwald, 25. Febr. Die Belegschaften von acht Braunkohlengruben haben s den Streik beschlossen, da wegen Lohnforderungen eine Einigung mit den Ar­beitgebern nicht zu erzielen war. Die Regie­rung droht den Arbeitern mit Kündigung,

* * Demokratische Fr aue n g r u pP e. Zusammenkunft Freitag abend 8 Uhr im Hotel Einhorn, Konferenzzimmer, Eingang Hotel treppe. Referat und Diskussion überPolttische Tages­fragen". ~ r . ~

* * P salmenvior t r äge. In feinen Vor­trägen am Näontag und Dienstag, die von der Männer- und Fcauen-Vereinigung der MatlpäuS- Gemeinde veranlaßt waren, sprach Prof. T. G u ru­fe l über ausgewäl)ltc Gebete und Loblieder in den Psalmen. Er wies daraus hin, daß die Gegen­wart bis in die Kreise der Bildung hinein dem Alten Testament fremd gegenüber stehe, während die Bttdmig der llasfischen Zeit die Tagebücher Goethes beweisen es eine lebendige Fühlung mit dem Mten Testament noch besaß. Tie alttest. ForsckMig hac in den letzten Jahrzehnten bedeut­same Fortschritte gemacht. Aufgabe des Historikers ist es, das Fremdartige in der israelitischen Litera­tur fs stark als möglich fühlen zu lassen, aber gerade dadurch die Frömmigkeit Israels den mo­dernen Menschen beutlid) zu machen und sie ilm nüterleben und nackftü'hllen zu lassen. Tas bat Guiilel in seiner feinen, bezanbeniden ^>preck>- iveise prachtvoll erreicht. Wie zart und innig wußte er das kindlich-demütige Gebet Ps. 131 zu deuten! Mcht minder Ps. 130, 121, 42. Auch die herrlichen Loblieder Ps. 24, 8, 103 erstrahlten in Gunkels Deutung und sprachlich eindrucksvolle Uebersetz-ung in neuem Glanz. Ganz besonders eindrucksvoll war die Schilderung der Tempcl- ctenflE in Jerusalem, der Festgemeinde und des festlichen G^ränges. Tie Vorlesungen hinterließen eine starke Wirkung. Ter Dattk des stellvertteten- ten Vorsitzenden, Fabrikant Bmdewald, kani allen Hävern aus dem Herzen.

Kreis Friedberg.

4t Aus der Wette rau, 25. Febr. Inden letzten Dagön wurden aus den verschiedenen Sta­tionen Schieber von der Gendarmeri: abge­faßt, die Eier, Butter, Fleisch nach Frcmkfutt schäften wollten. Es waren nicht geringe Men­gen, die dein Schleichhandel entrissen wurden. Auf Station Gettenau wurden einem Schieber von der Echzeller Gendarmerie 40 Pfund Butter und die HÄfte eines geschlachteten Kalbes beschlag­nahmt.

militärischer Besetzung der Gruben und Nicht­wiedereinstellung .der Streikführer, falls der dtusstaud verwirklicht wird.

mc. Frankfurt a. M., 24. Febr. Tie Sterblichkeit an Tuberkulose ist von 294 tötlich verlaufenen Tuberkulosefällen auf 1000 (Z^storbene im Jahre 1914 aus 498 im Jahre 1919 gestiegen. 10 Prozent aller zur Ausnahme ge­langender Schüler sind heute rachrttsch., wälwend 1914 nur 34 Prozent itxiren. Ter Geburten- überschuf von 3400 int Jahre 1914 hat in Franl- furt im Jahre 1918 einem Ueberschuß an Sterbt- sällen von 1678 Platz gemacht.

nie. Frankfurt a. M., 25. Febr. Die ge» ftrige Stadkvervrdnelenversamnllung ließ zum B> ginn durch ihren Vorsitzenden Hops dem scheiden- den Bürgernieister Dr. Luppe.ihren Dank für seine segrnsveiche Tättgkoft in Frankfutt aus­sprechen, die 20 Jahre währte. Diesem Dank schloß sich Oberbürgermeister Voigt im Namen des Magisttats an und wünschte dem neuen Ober­bürgermeister vvn Nürnberg auch- bogt reichen Er­folg. Bürgermeister Dr. Luppe rühmte in seinen Tankesworten die Großzügigkeit der Stadt Frank­furt. Nachdem man sich baim eine Zeitlang über die Schulkinderspeisungen unterhalten hatte, gab es eine nahezu dreistündige Debatte über die völ­lige Neuordnung des Fachschulwesens. Die bürger­lichen Parteien wandten sich energisch g-gen bte übereilte Turchpeitschung der Vorlage im Ausschuß und verlangten erneute Sontecberatamg. Diesem Wunsch wurde in einer knappen Mehrheit von einer Stimme gewillfahrt. T« Elterndtirats« wählen sollen' bis nach Ostern in den städtischen Schulen verschoben werden.

ss M ar bürg, 25. Febr. Zum Stadtbau­rat wurde Regierungsbaumeister Köster aus Hamburg, ein geborener Kasselaner, gewählt.

Turnen.

Der Turnerbund Lahn-Düns-< berg hält seinen diesjährigen Bundes-Turntag nächsten Sonntag in Wieseck ab.

Vereine und Bortrage.

L B u r k h a r d s, 24. Febr. Don Burschen -md Mädchen unseres Ottes wurden am Sonntag und Montag drei von dem Ortsgeistlichen einstudiette Theaterstücke aufgeführt. Der Ertrag der Abende kommt dem Glockenfonds zugute.

* Gedern, 25. Febr. Nach einem gestem abend von Patteisekvetär Dr. L u t s ch-Gießm ge­haltenen Vvrttag über unsere politische und witt- schiftliche Lage sowie über die Bestrebungen der Deutschen Volkspartei und ihre Stellung zu ben übrigen Parteien gründete sich ein V e r eiu der Deutschen Volkspartei Gedern, dem sofort eine stattliche Zahl von Mitgliedern beitrat. Einstimmig erfolgte noch am Grundungs-. abend die Wahl des Vorstandes.

B. Londorf, 22. Febr. Heute am Smm- tagnachmittag sprach Volkskammer abgvordneter Reiber aus Mainz dahier im Börgerschen Saale vor einer zahlreichen Zuhörerschaft über das Hessi­sche Lautgesetz.

Alrche und Schnle.

Aus dem Reichsfchulausschutz.

Berlin, 25. FÄr. (WTB.) Die Verhand­lungen des Reichsschulausschusses wur­den am Mittwoch zu Ende geführt. Heber die Tagung des Ausschusses für bte Neuordnung der deutschen Rechtschreibung berichteten Geh. Regie­rungsrat Dr. Karstädt vom preußischen Kultus­ministerium und Pros. Dr. Saran- Erlangen. Unteistaatssekretär Schulz stellte fest, daß der Reichsschulausschuß in seiner Entscheidung frei sei, besonders hinsichtlich des Ausmaßes der Neu­ordnung. Geh. Regierungsrat Gür ich begründete sodann den vom Neichsministerium des Innern vorgelegten Gesetzentwurf über Lehrerbildung.

, - Die Politik in der Schule.

0 Marburg, 25. Febr. In einer gestern abend ab gehaltenen Stadtverorbneten- s i tz u n g kam es zu lebhaften Anseinandersetzungen über eine Anftage darüber, daß in der städtischen Oberrealschule die Schüler in pvlttischcr Weise be­einflußt und deutsch-nationale Propaganda getrie­ben würde. Es bestände, dort z. B. ein deutsch­nationaler Jngendbiurd, ein ebensolcher Turnverein und als Gegenstück ein israelittscher Wandervogel- bimb. Nach langer Aussprache wurde eine Ent­schließung des Inhalts angenommen, in Zukunft jede Politik aus der Schule fernzuhalten.

Vermischtes^

Berlin, 26. Febr. Arn Mittwoch drangen maskierte und bewaffnete Räuber in das Kontvr des Berliner Spedtteurverettis, erschossen einen Wachhund, verletzten durch mehrere Schüffe Angestellte und raubten darauf aus der Kasse 3 2 000 Mark, worauf sie mit ihrer Beute verschwanden.

r^iechliche Nachrichten.

Israel. Religionsgemeinde^ Gottes dienst in der Synagoge (Süd-Aiilage). SamsttS, 28. Febr. 1920. Borabd.: 5.45. Morg.: 9. Abos.' 6.10 u. 6.50 Uhr.

lerie. Beide Männer blickten ihr nach. Sie wagten nicht, sich in die Augen zu sehen, keiner modjte dem andern zeigen, daß sie beide nichts mehr hoffen. Bent nicht für den Bruder und Peter nichts für sim selbst.

' Der Mond zog herauf. In Seide und Silber- schmuck schimmerte das Meer, aber die beidm Brüder hatten kein Auge für sein schimmerndes FeierlleÄ).

Estrid 'batte kaum die beiden Brüder verlassen, als ihre bis dahin künstlich auftecht erhaltene Fassung zusammenbrach.

Jetzt war es so weit nun mußte sie gehen. Sie durfte Bent Banken nicht täglich mit Dem Anblick ihrer unglücklichen Eh-e kränken, es ging über ihre Kraft, unter seinen Augen in dieser Weise fortznleben.

Bisher hatte sie sich an die Hoffnung geklam­mert, Bent würde ihr helfen. Seitdem sst ihn rotiergefeben, nmßte sie, gegen Prter würde und wollte er nichts ausrichten.

Also ganz allein auf sich selbst war sie gestellt.

Estrid grübelte schmerzlich vor sich hin, wah­rend sie zerstreut die Sachen zurecht legte, W- fie morgen gebrauchen mürbe.

Morgen, wo beide Männer abwesend, war für sie die einzige Möglichkeft zur Flucht.

(Fortsetzung folgt.)