Montag, 25. Mover 1920
Zweiter Blatt
Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheffen)
251
Im
rilen. In vielen Gegenden
Fortsetzung 18.
ttorucf verboten.)
WN;
sw. Darms Erhöhung
beiter hat das am 2. Oktober in
rei ski Femspr. 724
-eK.
Uns dem besetzten Gebiet.
Neuer Ausverkauf.
Allerheiligen ist hier der größte Markt. Wem: die Maul - und Klauen seuche auch den Markt beeinträchtigt, so ist die Jugend der Umgegend doch an dem Tage in Hungen willkorn- nien. Auch werden jetzt die Spinnstuben wieder lebendig. *
O Aus dem Schlitzerland, 21. Oft. Die mrificn Landwir« ber Gegend sind mit ihren Feldarbeiten schon vollständig fertig, auch mit der Aussaat der Winterfrucht. Trotzdem unsere Ackerböden ^um großen Teil in das große Bunt- fcmbfi ringt bi ri fall n, das im allg meinen zu den unfruchtbarsten Teilen D?utschlmids gerechnet wird, sind die diesjährigen Erntcer!-.Lgüsse du.chweg wieder gut gewesen, rin Beweis dafür, daß eine unter Anwendung künstlicher Düngemi tel rationell betriebene Landwirtschaft auch dem sclstechte en Boden gute Ernte altzugewin-en vermag. W.mig Gebrauchs machen die Landwirte hier lrioer noch vom
hier und dort geschlachtet, die zweite Schlachtung L*bruar — auch nicht gerade
Landwirtschaft.
Erntedank.
a. Aus der Wetterau, 23. Oft. Wenn die MähmascÄnen von den Feldern hrimfahren mit einem Strauß Fe^bluMen obendran, so ist dies das Zeichen, da Mletzte Acker Frucht gemäht ist: wenn aber am Erntewagen rin Kranz oder Strauß Feldblumen hängt, so ist des das Zeichen, daß der letzte Wagen Frucht ringeln ack»t wird. Und soemr auf einem hochbriadenm Wagrn mit Kartoffeln eine Menge Kinder (die Ausleser), Mädchen und Bun'ckien sitzen, rin hübsches Vo kslied singend, so ist dies wohl ein Zeichen, daß die 5i art off rin geraten sind. Ja. sie sind gut geraten, wie alles geraten ist in diesem Jabr: die Sanbnirfe können mit der Ernte vollauf zufriedm sein. Bereits »vird
font.-AuMcL 1 lur. et rer. pd i. Literatur:
„Es ist traurig, daß du so Unerfreuliches an einem deiner Kinder erleben mußt."
Oh, sic verwöhnten mich alle drei nicht über bte Mähen. Ein Briksverde b:r und eine Kornödion- tin — es ist derselbe Sv, ag. Bon deinem Manne will ich nid)t reden. Deinetwegen."
„Tu fdmritft ihm auch fidyerlid) nichts Schlimmes nachsagen. Er hat d?ch wohl kaum etwas Böses getan. Wenigstens nicht, solange ich ihn Venne."
„W-ie kamst du berat eigentlich zu ferner Bekanntschaft?"
„Hat er es dir noch nicht erzählt? Mr wohnten in einer Pariser Pension und arbeiteten als Schüler im Ate.ier desselben Meisters. Da ergab sich denn alles ganz von selbst."
„Daß du auch Künstlerin bist, nutzte ich bis jetzt gar nicht."
„Ich bin c5 auch nicht. Daß ich mrr's eme Zeitlang einzuredcn versuchte, war nichts als Ver- zwciflung."
„Verzweiflung? Wiefo?"
„Ich nmhte nicht mehr ein und aus. Irgend etnus mußte ich an sangen, um mein Leben auszufüllen. Und da ich gerades gut zeichnen konnte wie Startet spielen und trugen, verfiel ich auf die Malerei. Es hüte mit derselben inneren Berechtigung auch irgeird etwas anderes fein fönnen. dlchim überzeugte mich bald genug, daß ich nicht das geringste Talent habe. Und seit unserer Bec- beiraiung rührte ich keinen Pinsel mehr an."
„Warst du denn ttidX zu etwas Bernünftigem er»>gen worden?" .
„Dtal hat mich üb rhaupfnicht erzogen. Mein« Eltern waren Wandervögel: sie dachten auf ihren Reisen an alles möglich:, nur nicht daran, was au» mir werden sollte."
Äl '0ch,27.ckt.,8ll Benefiz- fbrcnabei omilet W mertchSnheiil ioithinenj. IbiölllbrBAI ferr-rkiiliil: ib. Peierscir K rMhlu.Ea^v 01?
fb. Bo m Oberrhein, 23. Okt.
Wer Brückenkopf haben infolge des neueren Sturzes der Markvaluta die wilden ifkäufe wieder eingesetzt. Elsässer und lort^ofen kommen täglich scharewveise über »Rhein, um in Kehl und in anderen Orten i badischen Hanaucrlanbes unter Aus- tzung der nirirrigen Valuta Waren aller it und in großen Mengen zusammenLu- ifen. Damit in Verbindung steht auch der fimuggel über die Rheinbrücke wieder in lüie, wenn er auch durch verschärfte Kon- »llmaßnahmen, die Deutsche und Franzosen meinfam ausüben, wesentlich erschwert
KZalkner aufLinöenhöhe
Roman von Reinhold Ortmann.
„Sie sind tot?"
,^Ja. Als ein Kind von zwölf Jahren verlor ich mrint Mutter: sie war vor ihrer Verheiratung eine Geigen spirierin von Ruf gerne et, und sie war eine entzückend« Fvau. Ich glaube, mein Bater hat sich nie mit ihrem Verlust abfinden können. Er irrte ruhebos durch die Welt, uni) ich mußte natürlich immer mit ihm gehen."
„Wahrschrnlich war er auch Musiker."
„Rein. Soviel ich weiß, war er während des größten Teils seines Lebens weiter nichts als ein reicher Mann; oder doch einer, ber sich dafür hielt. Tenn es ist sicher, daß Pein Reichtum mel früher zu Ende ging als fein Leben. Wenigstens forte man mir am Tag: seines Todes, daß er mchts hinter lassen habe als Schulden."
Ihre Offricherz-gfrit machte auf Bernhard Falkmr ersichtlich kri en schledsten Eindruck. Mit einem gewissen W.)hlgesallen ruhte sein Blick auf ihrem goflyig schimmernden Kopf.
„Und da gedachtest du, mit der Malerei deinen Unterhalt zu gewinnen?"
„Es war nicht das berste, was ich versuchte. Ein« Zeit ang war ich Erzieherin in einem vornehmen Dause: weil mir aber nach und nach ernste Zweifel an meinen erzieherischen Fähigkeiten auf* stiegen, wurde ich Sprachlehrerin."
„Immer in Parisi'
,^Ja. Wohin hätte ich mich berat sonst wenden sollen? Ich hatte ja tri:* Deimat. Und weil meines Vaters Lebensschiff in Paris auf den Stoaikd g laufen war, b ieb ich dort. (£2 ift ja auch eine wunderschöne Stadt "
^Auch für ein allein stehendes junges Mckd-
*♦ Amtliche Person alnachrichten. Am 18. Oktober wuri« der Lemdgeiickttsiat bri dem Landgericlst der Pvori z Nleinhes«', Martm Desse l, zum Ob-r'andesgerichtsrat Ec. brm Ober- landesgeiid>t in Darmstadt entannt. — Den L.- k^motivfühvm An seit. Erb und Ernst Sommer, sonne dem Ladcmeister Syrfrt ist das Verd^nstkreiiz Tür Kriegshilfe nächst äg.ich öerfie'tei worden.
♦* Die hessische Staatsschuldenverwaltung gibt bekannt, daß die am 15. Mwernber fälligen Zinsen der in das Hessische Staatsschuldbuch eingetragenen Forderungen bei allen in Betracht kommenden hessischen Kassen und bei den Reichsbankstellen vom 1. November ab gezahlt werden. Vom gleichen Tage ab wird die Hauptstaatskasse die durch dte Post
stabt, 23. Okt. In der Frag« der I der Löhne für städtiiche A r-
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8 ^mäßigt J» '«Rabe der L' ^UhrnndJS
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Zend.alschicdsgericht in Berlin Befkätigung des Schiedsspruchs
französische Jagden im besetzten Gebiet.
fb. Darmsta dt, 22. Okt. Die un- ttechtigte Ausübung der Jagden besetzten Gebiete durch französische ifiziere 'wächst sich nach und nach zu :er Plage heraus, von der die Bewolmer t davon betroffenen Gemarkungen außer- beittliche Belästigungen erfahren. Beson- 15 beliebte Jagdgründe sind die Gemar- ngen von Wolfskehlen, Goddelau und iesheim. Da die Offiziere, die in großen ^>ps die Gemarkungen durchstreifen, !<s wahllos niederknallen,dürfte kurzer Zeit der Wildstand auf lange Jahre aus 'vernichtet sein. An das Verbot der
leldlveilkgt'M 0110 gdjr. Slnflt: II K an
Narenm eberzich Sfonoflramm J-
। einer strau. " eSilbel'ö-t^ n ©lesen auWw scse-llmdm vertausP «S
»« xgdvorlltu»aS
Aus Stadt und Land.
Gießen, dm 25. Ott. 1920.
Die Heizung der Eisenbahnzüge.
Nach Bestimmung des Reichsvcrkchrsmntisters muß wie int vorigen Winter auch während des kommenden Lrizzeitraurnes die Heizung der Züge zur Herabminderung des Kohl Ölverbrauchs soweit irgend angängig, eingeschränkt w.wben. In erster Linie soll nach Möglichkeit für eine ordnungsmäßige Heizung der Fernzüge gesorgt wm- den. Die P'rsonmzüge des Nahverkehrs intb des größten Teils der Nebenbahnstrecken des Eisen- bahndirekl ionsbezirks Frankfurt a. M. müssen von einer Beheizung gänzlich ausgeschws'en bleiben. Den Fahrgästen wird deshav emps hlen, sich durch Winterschutzkleidung, Decken und bergt, vor Kälte zu schützen. Sie müssen damit rechnen, daß auch die Femzüge nicht immer ausreichend geheizt werden können. Es darf angenommen werden, daß di: Fahrgäste den obwaltenden Umständen volles Verständnis ent^egenbrrugen. Beschwerden über mangelhafte Bedri ung der Züge werden im allgemeinen BenteLcrucksichtigung finden können.
Beachte»4werte Regeln für den Verkehr an den Postschaltern.
1. WSble für Drin« Postgeschäfte möglichst nicht die Lauptverkebrsshrnten.
2 K'ebe auf alle f riz'imachenden Sendungen die Marken vor der Einlieferung auf, wozu Du bri Bri fiendungrn und Postamvristmgen nach der Postordnung vcrpf icbtet bist.
3. Schreibe zu Wert- und Einschreibsendungen einen Einlieferungsschein (mit Tinte) vorher aus.
4. Hatte das G ld abgezählt bereit. Uebergtb igröfcrt Hürtgen Papiergeld stets geordnet. Lege bei gtrichzei'.iger Ein- oder Auszahlung von drei und mehr Postamvritags- und ZahIfarr.;bettä'en sowie beim Einkauf von t>-«i oder mehr verschiedenen Sor'en von 2Bcr!yrid?e?t im Betrage von mehr als 5Mk. eine ausgerechnete Zusammenstellung der zu zahlenden Beträge vor.
5. Benutze bri eigenem stärkerem Verkehr die besondccen Einrichtagen (Postein.ieferung-sbüclfer und -verz-ichniss«, Se.'bstvorberritag von Paketen und Einschreibbriefen).
ober Durch Gutschrift auf Reichsbank-4Airv- I tonte au berichtigenden Schuldbnck^insen ' überweisen.
♦* Bund zur Pflege von Musik und Literatur. Wie vor wenigen Tagen schon tereits mrtgctrill wurde, will auch die Gießener Universität für ihre im Krieg g:fallenen Angehörigen cm ehrendes Erinnerungszeichen erndtteu. Gedacht wird an die Errichttmg eines einfod)en, aber würdigen Denkmals auf dem Platze vor der Universität, vorausgesetzt daß die hierzu nötigen Mittel aufgebracht werden können. Um auf^die Verwirklichung dieses ebten Planes mit aller Tatkraft hin-uarbeilen, hat sich der Bund zur Pflege von Musik und Literatur bereit erklärt, int Auftrage des Allgem.inen Stud«tten-Ausscht>s es drei künstlerische Konzert-undVortrags- abende im Laufe des Wmterjrinesters zu ver- anstallen, Z-eren 8t- in-t‘rag der Ge.öchtnisspc.tr« der Universität zustießen sott. Der 1. Konzert- Abend, der, wie bk* heutige Anzeige besagt, am Mittwoch den 3. Norember stattfindet, ist dem Gedächtnis der Gefatlmen der Ludovieiatta gewidmet. Zur künsllerischen Ausgestaltung dieser Kernen Gedenkfeier, auf deren sttmmungsvolles Programm tvir in den nächsiett Sagen noch einmal näher zurückkommen, ist Konzertsänger Rehfuß (Bariton) von Frankfurt und Dr. Pastelle (Rezi a i->n) aus Münster g Wonnen wortt n. Der 2. Konzert-Abend, am Sonntag den 5. Dezember 1920, bringt als Beethovenabend Kammermusik (aus^ührt von bekannten Musikkräftcn aus G-ießen) und Gesang (Konzertsängerin Paula Werner-Jensen-Berlin). Für den 3. Abend — Letterer Vortragsabend — werden wir Frau Maria und Derrn Joseph Gareis vom Opernljaus in Frankfurt a. M. hier begrüßen. Bei Borbe- stettung von Karten zu sämtlichen drei Konzerten auf jeden Platz 1 Mk. Ermäßigung. Die Ausgabe der Karten erfolgt dasribst von Montag den 1. November, vorm. 8—11 Uhr und nachm. 3—6 Uhr. Die nicht abgeholten Karten und der Rest wird von Dienstag cm, sowie an der Abendkasic offen verkauft. Die obengenannten Eintrittspreise sind als Mi-ndestpreise gedacht, höhere Bettäge werden bri der Kartenausgabe dankend angenommen. (S. heurige Anzeige.)
** Familienabend. Mittwoch, den 27. Oktober, abends 8 Uhr, sinket im Morkttssaal, Kirchsttaße 9, ein Familtenabend der Männer- unt) Frcruenverrinigung der Matthäusgemeinde statt, wobei Pwf. Schian sprechen wird über: „Die evangelische Kirche in den Stürmen unserer Zeit".
^FürSteuererfinder. Gin Hettstäbter Polizrikvmmissar schlägt vor, die Polizeistunde mts zwei Uhr nachts zu erhöhen und von IOV2 Uhr abends ab an Ort unb Stelle rin? Steuer einzuziehen. Zu diesem Ztv-eck sotten Kontrolleure von IOV2 Uhr ab die Lokale aufsuchen, den Gästen mit Tagesstemv'l rerseh ne und bei der Ausgabe zu lochend? Bons crnshändigen. Der Bettag. der für gewöhnliche Wirtschaften auf eine Mark pro Person festzusttzen wäre, sott in größeren Wirt- schasten und in Weinlokalen, sowie Dielen auf 10—12 Werk erhöht werden: dabei könnten zahlreiche Arbeitslose als Kontrolleure angestellt werden.
Starkenburg und Rheinhessen.
Die Löhne der stüdtisthen Arbeiter.
Au» fieflem
Sie Deutsche Solteparti und die Loge.
ff Darmstadt, 23. Okt. Gestern abend hier in einer großen offen!lichm Ver- Ure Abgg D^Becker mcd Dinael- , R ickis agsalgeordne e- Dr Becker führte , aus bar, ihn bte persönlichen Angriffe des chen Staalspräfidenten Ulrich z«ntlich kalt L, Er Hal e sie seinem Alter und feiner «chhri! »u'ju'e (Große Driterkeü und Beifall.) «uerlich sei es aber, daß ein Mann von den -ienften des Abg. Delfferich bv: P-'litck ber ’tWe.i V llspar ri in so ivonischer Wcrse uns ■t zum Tetl falschen Darstellungen angrcist, es nt Darmftart geschehen sei Die staatltche -rität ist seit bri letzten Wahlen doch etwas rilen. Bedauerlich seien die Kinderkrankheiten reuen freien Wtttschaft. Tas ©trci'.ff'ber Hal« mrck«?la>sen, ritte größer: Arlri sfreud« sei mb dort fritastellen. Bei ber Frage ber So- diennrn des KvhlenberI'xi''es nrrtm wtt, so • der Redner, uns.-re Slellung txmadi richten, rine Vermehrung ber Prvduk wn ge
leistet ist. Traurig seien die Feie- !,zen 1919 rerfmrien wir für ba-5
j auf einen Gelbbedarf von 15 bis 20 MMar-
hTule muß man 70—80 rin stellen. Der Idraq für 1919 beträgt nicht wmiger als Milliarden. Die Steuer gesetzgebimg Erz- bringt auf dem Papier viri Geld, sonst 1 sticht. Materiell stthcn wir im Staats- ferott drin. Die Kosten ber Besatzungsarmee von französischer Seite auf 4 Milliarden >tnarf geschätzt. Solange diese Lasten uns frn, kamt die Hoffnung auf finanzielle Ge-
a nur gering sein. Wir müssen eine genaue -kllung unserer Verbrndlichk'itcn an die En- 1 ansttcbm, damit wir wissen, was aufzu- ien ist. — Bei der Kritik dürfe man auch Kürze ber Zeit nicht übersehen, in welcher refcige Regierung, bte bestimmt nicht feuerfrei am Stuber ist. Wir bleiben in ihr nicht
, als wir hoffen, unsere Absichteit in ihr hzusetzen. Leitstern unserer Opposition Von unb unserer Mitwirkung von heute ist iit: bas Wohl des Vaterlanbes.
Landtagsabg. D i n g e l be y weist barauf hin, es die politische Klugheit ben Dentsch-Nario- g b'e en mü je, ttotz ber schönen Frrihrit der icmafen Opposition bat rechten Flüael ber Re- zu stützen. (Zustimmung.f Dte Sozialdemo- »irirb im Winter bie Sozialisierung'^s'-a-e auf» , um ben Kampf um bie politisch' Macht er- t aufvuTrhrnen. Es fehlt dem Sozialismus jede b? Fühorng sonst hätte er sich als radikale iterpartei fonfrihitiert und am Wiederaufbau Kf-nnrnmcn Demagogie und einseitigste Pariei- ittk beherrscht die« Kreise. Man mü>'e nur Mit- l> bairn mit ben Massen, bie solcher Führung (rtt Sollte Er -berger wieder irgend eine rle in der Regierung spielen, so würde die Btftfk Volks Partei sofort ihren Austritt vott- kn. (Lebh Beifall.) Auch Simons wird es nicht [bat. daß birier Mann auch nur ben beschriden- 1 diplomatischen Posten erhält.
des Dezirksschiedsgerichds eub^Utig entschieden, daß mit Wirkung vorn 1. August 192*9 den verha- rariten A b it m ein: Aula e von 10 rom Hundert, ben nnverh icot ten eine solch: von 5 vom Hundert des tarifmäßigen Grundlohnes zu g> währen ist. Der Bezirksarb. itgeberverband der Gemeinden und Kommunalverbände Hess ns hat die en Schiedsspruch anerkannt. Für bie Stadt Darmstadt erfordern diese Zuschläge einen Mehraufwand von 1 229 953 Mr. Dr? fteigetan Lasten ist bie Stadt nicht in brr Sage, auf bie Dauer z-u ertragen. Es wurde daher angeregt, ob nicht der Vertrag von der Stadt (eTünbtgt werd n solle, zumal die Stadt trinen Anspruch auf Ausglecchszu'age haben solle, wenn sie ihre Acbriter des er bezahle als ber Staat und das Reich. Bei Verhandlungen hat sich -«doch dec Staat bereit erklärt, gegen bie Erhöhung nichts einzuwmden, auch besteht Aussicht, daß der Lan>4ag zuüimmen w rd. Die Stadtverorbneten- Versammlung brichaftüche sich gsitern mit der Vorlage und stimmte derselben schließlich, zu.
Dcssen-Nasiau.
Das politisierte GenreinLeparlament.
fb. Flörsheim, 22. Okt. In her letzten Gemeindevertreter - Versammlung kam es zwischen den bürgerlichen unb sozialistischen Fraktionen zu derartigen persönlichen Auseinandersetzungen,
unberechtigten Jagbausüburtg kehren sich bi« FranKosen nicht im minbeften, sie kontrollieren sogar bie richtigen Jagbpächter auf ihre Jagbpasse. Die Jogdpächter beabsichtigen Schabcnersatz zu verlangen, ber aber, wie bas üblich ist, auf bas Konto „Besatzungskosten" verbucht und von Deutschlanb zu zahlen sein wirb.
mc. Koblenz, 24. Okt. Drei in amerikanische Uniform gekleidete Banditen drangen in bas Wechselgeschäft von Peter Jennes unb raubten mit vor gehaltenem Revolver insgesamt 172 000 Mark. Die amerikanische Besatzungsbel>örbe, bie sofort die Recherchen aufnahm, fyat zwei amerikanische Soldaten verhaftet, die deö Uoberfalles bringend verdächtig erscheinen Das Geld wurde allerdings bei ihnen nicht gefunden, jedoch glaubt man, daß sie es vergraben haben.
Saarbrücken 22. Okt. (Wolff.). Die Gefahr eines Z «i t u n g s st r e i k s, die im Saar- gebiet drohte, ist beseitigt. Die Verlegerschaft hat dem technisdien Personal neu? Beschafftagsbeihilfen in Höhe von 503 bzw. 400 Mark bewilligt, die in einer gestern abend abgehobenen Buchdrucker Versammlung beim auch angenommen wurden. Da die Verlegerschaft der Akzidenz- druckereien auf einem ablehnenden Standpunkt beharrt kam es heute vormittag zu einem Teilstreik, der aber fraglos bald gütlich brigriegt werden wirb.
folgt int Januar oder Februar — auch nidif gerade rin Zrichen schlechter 3ileii. In vielen Gcg nden unserer Heimat ist es Sitte, daß bie Feldarbeiten! bis zu einem geiv-rf'en Tage fertig fein müs en, in Lungen z B zu A lerbeilig>?n. am 1. November. Wer tiad) t-iefem Tag? noch brau'" en h-wumwurstelt Mil Ernten euer Säen, das ist kein zünftigcr Bauer.
Er nahm bie vorhin fortgelegte Zeitung zur und deutete aitf 'bat Artikel an ber Spitze t vlattes.
„Ta las ich vorhin einen Aufsatz, besten Der- sich berufen wähnt, an den Gnmdpfrilern ■ Gestl. schaftsrrdnung zu rütteln. Ich weiß ig, daß er ein Mensch von bettächtltchen n ist. Wäre er in Der Schickit geblto- ber er noch Grimrt und Erziehung Migehört, Shittc er vielleicht Ecsprießlickies leisten tonnet.
c das war seinem rugendlichen Dünkel ntdX er wXlte so etwas wie ein Weltb^glücker Jm. Unö fch ist er bann eifrig am Werkenden vtufzuwühlen, in dem er selber wurzelt, rilewn n M mein Sohn wäre, würde ich saget: er «i-nt, vor ein Dutzend.Gen^hrläufe geitri.lt zu Tenn es gibt nichts Gefährlicheres als Ei Narren von Talent."
i -Dein S)hn — sagst du? Achims Bruder?" | n -Ja. dein Schwager Erich Geh ihm aus dem 17®-. Temt wenn es noch eine Logik der Ge- ' -friste gibt, muß es ein sd)limmes Ende mit ihm *wn."
"§r ist Journalist — nicht wahr?"
"Ja. Z itungsschvriber. Polin terr, ySofr^rein<c , "as wiß idy! Seit sri icr Krndhrit führte ich ck^.miaushörlichen Kamvf gegen den bösen Geist.
ich in ihm groß rverben sah. Jetzt freilich daß ich mich in diesem Kampfe zu Zucktaiittel bedient habe."
dip Bw
daß die bürgerlichen Gruppen die Mitarbeit in bei Gemeindevertretung eingestellt haben.
Neue Titel bei öer Politeü
fb. Frankfurt a. M., 24 Okt. We aus Berlin über Frankfurt gemeldet wird, sollen nach der Bildung der E i n h e i t s p 0 l i z e i die Beamten der Kriminalpolizei, ter Berwal ungietefutioc unb der Landjägerei neue Ti el erlial cn. Aus ben bisle.igen Landjägern neben Oberlanb- jäger, ben Dbcr.mtbiäaetn Landjäger- meifter, bann folgen Sanbjägc träte und Oberlandjägerräte und sdstießich ber Oberst de r Landjägerei. Der Po izriioocht- mrister der alten blauen Polizei, die künftig fort» ä.llt, wird P 0 l i zc i a s s i st . n t, tce Polizriober- vachtmeistcr erkält bat Titel Polizei fekre- t ä r. Die Poliz-ikontmisfate 1 verben künftig P 0 - lizeiinspektorett genannt, und nod) holtet hinauf gcht es P 0 l i z c i 0 be 1 i n s pe k t 0 r e 11, Polizeiräte unb Polizetdircktoren. Bei der Kriminalpolizei voll^i.'Ien sid> folgende Wandlungen: Krimütaliracbtn'ris.er in kriminal a s s i st e n t, Kriminalobenoadstn-eiuer in Kriminalsekrctär. Kriminallvmmiisa e mit mehr als vier Tienstjahien K r i nt i n a l 0 b et- kommissar, Kriminoim teltor in St r i m i n a l- r a t. Und über allen thront ter Herr Kriminaldirektor.
Ein Schieber erschossen.
fb. Frankfurt ct. M., 23. Oft. Ws gestern fÄH im Autemobilgeschäft von Bauer (Gtltenberastr. 8) Eiseilbahnltiminalbeatnte zur Berl^aftung eines der Eisenbahnverwal-' tung scyon lange als Schieber bekannten Mannes schreiten wollte, setzte sich der Mann zur Wehr und drang mit einer schweren. Eisenstange auf die Bearnetn ein. In ber No twehr richtete ber eine Beamte bie Waffe gegen ben Mann unb tötete ihn burch einen Schuß in bas Herz. Die bei bent Manne gefundenen Papiere lauteten auf den 22jährigen Adam Reichwein aus Sossenheim. Die Leiche wurde dem Hauptfriedhvf zugeführt. Reichwein ist ein bekannter Schieber, ber auch wieberholt in Medikamenten- und Salvarsanschiebungen verwickelt gewesen ist und deshalb schon mehrfach vor Gericht gestanden hat.
fb. Frankfurt a. M., 22. Oft. Die burm ben 21jährigen Bankbeamten Hetzner veruntreuten Millionen sind bis auf einen geringen Bruchteil wieder herbeigeschafft worden. Die Pfälzische Bank erleidet i nur ernen Verlust von etwa 200000 Mark.
„Ti: Gefahren für tin allrinstehendeZ junges Mäbdten sind in Paris nicht größer als sonstwo in bet Welt Ob ich sie bestanden habe, magst bu dir von Ackiim erzählen lassen."
„Ich nehme als selbstverständlich an, daß bu ihnen nicht erlegen bist. Oer wovon habt ihr denn nun eigentlich wähvend eurer El,*« gelebt?"
,^km AckMms Arbrit. Anfangs hatte er ja auch noch etwas Geld."
„Es war das Erbd:il feiner Mutter. ich vermute, daß es bald genug oerbraudü war."
„Soweit ich mich erimicre, in ungefähr einem halben Iota Tonn hörte unsere gute. Arit auf, uta es ging uns ziemlich sd/echt. Er hatte bis dahin nicht sehr viel gearbeitet. Und als er mm ernstlich damit begann, wollte niemand ferne Bilder kaufen."
„Ihr machtet also Schulden — nicht wahr?"
„Zuerst wohl. Aber ich 1;utte nach ben Erfahrungen aus ber letzten Lebenszeit meines Vaters rin Grauen vor Schulden, intb weil ich sah, baß Achim ein unpvattischer Mensch ist, nahm ich das Steuer in bte Hata."
„Tu?" fragte der alte Herr ungläubig. „In diese flehte, verzärtelte Lmid ba? Ich würde nicht allzu großes Vertrauen in sie setzen."
Nachdenklich behxidrtete Signe ihre auf der Armlehne des Sessels liegenden schonten Finger mit den wohlgepllegten roiigai Nageln.
„Es sind wohl nicht immer bie plumpen Finger, bie die beste Arbeit verrichten," sagt« sie. „Außerdem waren wir ja auch gluck.i.Hernoise weniger aut meine Lände ang.ivirien als auf meinen Stopf. Uta der kann red# erfinderisch fein, Papa."
Fortsetzung folgll)
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