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^sachlich auf die isländi-

Kkcfee «nd Schüfe.

Hochelheim, 23 Tez Während bt5 Krie­ges hatte auch unsere Orgel eine Anzahl Pfeifen fjer geben müssen. Gestern nun hat der Erbauer der- fefbiTt. Böhm aus Gotha, hier und wie wir hören, auch'in die Orgeln zu Hörnsheim und Niederkleen neue 93 fei tat eingesetzt Vielleicht nimnil nun auch die Gemeinde Veranlassung, für die abgeliefert! dritte Glocke eine neue zu bestellen.

bei den I eine

Friedberg, 23. Dez. Irr der gestrigen Staotverordnetenversammlung teilte der Bürgermeister mit, baß der Hesfenunterstutz- ungöverein in St. Louis 100 Dollar für Kriegs­waisen überwiesen habe; außerdem fixnbet der Schuhwarenhändler Sulzmann 24 Paar Schulz für Bedürftige; Fabril'aut Schmoll kaufte drei Friedb rger Münzen und ftiftric sie dem Museum. Die Stadtverordne^enverfammlwig bewilligt« die Summe von etwa 3 0 000 Mk. für Notstands­arbeiten, und zwar für einen Schmutzwasse-r- kanal an der Scebach und die Kanalisierung der südlichen Kaii'erftraße; zu dieser Summe sollen Zu­schüsse aus ocr produktiven Erwerbslosenfürsorge eingefordert werden. Ter kaufmännischen Fort­bildungsschule wird auf ihr Ersuchen ein Zuschuß von 2000 Mk. bewilligt, ebenso der Gewerbeschule ein Zuschuß von etwas über 16 000 Mk. Die Geltungsdauer der provisorischen Besoldungs- ordnung wird, wie bei dem Staate, bis zum 31. März 1921 verlängert. Die Hundesteuer wird aus 40 Mk. erhöht. Die Vergütun-g für den Unterricht an der Fortbildungssckmle wird auf 6 Mk. für die Stunde festgesetzt. Der Ankauf eines Ebers wird beschlossen, der auf der städtischen Brückenmühle gegen e ne Entschädigung von jähr­lich 1000 Mk. gehalten werden soll. Auf den Antrag des Grund- und Hausbriitzer-Vereins wird eine Neuwahl der Beisitzer des MieteinigmigsamtS beschlossen. Die Stadtverordnetenversammlung nimmt die von der Regierung vorgeschlagene Be­steuerung des steuerfreien Einkommens an, erhebt aber scharfen Protest gegen die unsoziale Art des Vorschlags.

germanischen Weihnacht ihren höchsten Reiz ver-i schen Sagen- und Geschichtsschreiber. So erzählt leihen und von den romantischen Völkern erst I der bedeutendste von timen, Snvrre Sturlason, übernommen wurden, stammen nicht aus dem 1 daß die heidnischen Nordmänner drei große Opfer- Brauch des Christentums, sondern und Erinne-' fefte im Jahre begingen, eins zu Anfang des rungeir an u « ^Lmsche Vorstellungen. Zn Winters, elns in der Mitte des Wintersfür das duseti altiernv?. >st!«n Eleme nten der Wellmackt Keimen" und das dritte zu Anfang des Sommers; gehören der Weibnachtsbaum, ein Nach- sie alle waren von dem Hauptqott Odin begründet klang altdeutichen Baumkults, gehören die vielen und ihm geweiht. Tie Tatsache, daß man mitten W et hnacht s g er i ch te, Speisen und Gebäck, im Wmter für das ,,Keimen" opferte, beweist, daß

u» «viHm iui. uu» ,,Keimen" opferte, beweist, daß es sich hier um em Fruchtbarkeitsfest handelte, und damit stimmt überein, daß in dem bereits nach Einführung des Christentums erlassenen alt» norwegischen Erirla Himrs-Gejetz den Bauern be­fohlen wird, im Herbst und zu Weihnachten Ge­lage ru feiern, beide zu Ehren Christi und der Jungfrau Maria sowie zur Erlangung eines guten und fruchtbaren Jahres. In diese Nebeneinanoer­stellung zweier so verschiedener Zwecke muß also ein alter heidnischer Ueberrest vorlieaen. Snorre berichtet uns auch von dem nortvegrschen König Hakon dem Guten, der selbst Christ war, sein Volk aber nur mit geringem Erfolg xu bekehren suchte, daß er durch ein Gesetz verordnete,fnan solle die Julfeier um dieselbe Zeit wie die Christen be­ginnen und jeder Bauer solle dann einMäle" Bier halten oder Buße zahlen". *

Man erkennt daraus den vorchristlichen Uv- sprung .der Weihnachtsschmältse, berni die Jul- gelage sind eine durchaus heidnische Gewohnheit, die dem Opfer folgte und bei der man dieMinne" der Götter trank. Das Christentum ließ diese alten Opfersitten bestehen; man trank nur anstatt

Meihnacht;g!oücn

von Richard D e h m e l.

Derlmack^sglocken. Wieder, wieder Sänftigt ir d bestürmt ihr mich Kommt, o kommt ihr hoher Lieder, Nehmt mich, überwältigt mich!

Taß ich in die Knree fallen. Daß ich wieder Kind sein kann. Wie als Kind Herr-Jesus lallen Und die Hürde falten kann.

Tenn ich fühls, die Liebe lebt, lebt. Die mit Ihm geboren worden. Ob sie pleüb von Tod zu Tod fdtroebt, Ob gleich Er gekreuzigt worden.

Fühls, wie Alle Brüder werden. Wenn wir hilflos, Mensch zri Menschen Stommeln: Friede sei'auf Erden Und ein Wohlgefallen am Menschen!

«-y L i y n U Uf L V u c L l UJ l unu vycuuu,

die sich aus den Opferschmäusen der Vorzeit er­halten haben, gehören die Umzüge, die Figuren des Knechtes Rupprecht und des Schimmel­reiters, all der Spuk und Aberglauben der geweihten Zwölfnächte". Wie tonnte nun das heidnische Element in der christlichen Weihnacht, beim Geburtssest des Herrn, so mächttg werden? ^.as kam daher, daß bereits vor Einführung des Christentums in Deutschland um diese Winterszeit ein Fest begangen wurde: das Hülfest. Tas WortJul", das sich in den nordischen Sprachen und im ringel sächsischen findet, ist etymologisch noch nicht aufgeklärt. Zweifellos ist es aber wie Weihnachten ein Kollektivum und bezeichnet die ganze Festzeit; der Jultag ist wie der Weihnachts- tag der erste und Haupttag. Tann zählte man weitere Jultage bis zum 20. Tie von dem Wort abgeleiteten Monatsnamen zeigen nun, daß das Zullest in den tiefen Winter fiel und von altershcr ermanen eine Festzeit bedeutete. Für Kenntnis dieses wichttgen Festes ist chatt ganz aus nordische Quellen an»

Turnen, Spiel und Sport.

* Holland-Gießen. Auf dem Sportplatz an der Hardt findet am ersten Weihnachisseiertag das erste internationale Wettspiel in Gießen statt. Der holländische Voetbal ClubGho-Ahead", De­venter (Meister von Ostholland 1915 bis 1920, Meister der Niederlande 1916/17) svielt gegen Gießen V. f. R. 1900. Tas Spiel beginnt nach­mittags 2 Uhr.

Zum Liga spiet S tu ttgart Gießen. Wie bereits mitgeteilt, treffen sich am 2 Weihnachtsfriertag aus dem V. f. B. »Sport­platz Trieb die Lig-nnannsclmftim des herein für Bewegungsspiele Stuf gart eegen die gleiche hiesigen Namensvetters. Tie Mannschaft der Gäste tritt in kompletter Aufstellung frier an und wird den Orießener Sportsfreunden Gelegenheit g'ben, ein erstklassiges Spiel, reich <rt Teckmik und Kom­bination, zu schen. Tie Einheimischen treten mit ihrer kompletten Ligamaemstta't an. Dem Spiei gcht ein solches der Jugendabteilung des V f. B. gegen die erste Juge'.idmamricha'l des Limburger F. C. voran; Limburg ist in iveitem Umkreis als beste SchülermannsckZaft belannt. (Siche Inserat.)

x Londorf, 23. Tez. Aus IV« Jahre erfolgreichen Wirkens ficht der hiesige Sport­klub zurück. Angesichts der gwingen Eiiwohne» -.chl unseres Ortes dann der Verein, der sich dieses Jahr besonders dem Fuichalllpiel widmete, mit den Ergebnissen der vergangenen Spielzeit zafne- den sein. Für Freunde und Gönner Denan faltet der Berein am 1. Januar 1921 abends fein dies- jähriges Winterfest.

Fußball. Der Ballsvielklub Merkur ton 1904 weilt mit seiner 1. Mannsckiaft am 2 Feier­tag in Bad-Homburg als ®ari des Homburger Fuf'ballvercins tzuln Freundschafisspiel. Dst Hom- vurger Elf verfügt zur Zeit über äufarft spielstarke Kräfte unb steht in den Derbaudsspielen der ^-.Klasse des Frankfurter Kreises an führender Stelle. Die Sdtroar?,roten werden einen schweren, aber auch schönen Kamps zu bestehen haben. Em knappes Resultat nrirb das Ergebnis sein Die 2. Mannschaft des Ballspi.lllubs Merkur empfängt am zweiten Weihnachtötaa auf dem Sportplatz Trieb die 1. Elf des Rasensport Limburg. Da- Spiel beginnt um 1 Uhr rnib werden sich W zwei gleickpvertigL Gegner messen.

hort. Die Weihnachtsfeier im Knabenhort am Dienstag, den 21. Dezember d. I., stand int Zeichen der Lampnsstiftung. Georg L a m p u s , ein Sohn unserer Stadt und ehe­maliger Zögling des KnabenhorteS, wanderte im Jahre 1897 nach den Der. Staaten aus. Der damals erst Dreizehnjährige fand in Neuyork bei Verwandten eine zweite Heimat und arbeitete sich mit zähem Fleiß zum selb­ständigen Bäckermeister empor. Obgleich amerikanischer Bürger geworden, vergaß er das Land seiner Väter nicht. Als der Krieg über Deutjchland dahingebraust war, und man in den Vereinigten Staaten erst so recht erfuhr, welch große Not in unserem lieben Vaterlande herrschte, Ivar Georg LampuS einer der ersten, der an seinem Teile zu helfen wußte. Die beiden Fürsorgeanstalten seiner Vaterstadt, die Kleinkinderbewahran­stalt und den Knabenhort, die ihm in seiner Jugend so viele Jahre hindurch tagsüber das

Elternhaus hatten ersetzen helfen, bedachte er mit Zuwendungen von je 1500 Mk. Und diese Schenkung allein machte es der Knaben­hortleitung möglich, den ihr anvertrauten Kindern eine fröhliche Weihnachtsfeier mit Bescherung zu veranstalten. Neben hübschen Geschenken, die die Kinder sofort für sich verwenden durften, lagen auf einem Gaben­tische eine große Zahl Bücher, Spiele und Sptelgeräte aller Art. Sie werden den Kna­ben manchen Hortnachmittag im Laufe des nächsten Jahres verschönern helfen.

** Schlichtungsausschuß. In dem gestrigen Berichte über die Verhandlungen des Konditorgchilsen-Vereins Gießen ist ein Druck­fehler unterlaufen. Es muß nämlich oei Verheirate­ten heißen: 33'/s Proz., nicht 3'/r Proz. Zuschlag.

Landkreis Gießen.

x Beltershain, 23. Tez. Nachdem in den Nachbarorten Lumda und ReinhordÄ-atn die Vorarbeiten zur FeDbereinigung fcljon-ljtig vor- angeschrittsn sini) und vor kurzer Zeit die Nack>- bargemeinde S.angenrod den Antrag auf Durch­führung des JeL-bereinigungsver fahrens geftellt Hal, zeigt ninf unsere Gemeüwe, daß auch sie be­strebt ist, in den Werken des Kulturfottsckjritts mit den Nachbargemeinden gleichen Schritt zu halten. Tie Mehrzahl der Gruichbesitzer hat auch bei uns die Turchführung der Felder ein ignng be­schlossen. Ter allgemeine Wunsch geht nun dahin, daß die Arbeiten recht bald begonnen werden, da­mit unsere Gemarkung sobald rote möglich der Segnungen der Febdbereiiltgung teilhaftig rov.b.

x Leihgestern, 23. Dez. Am Samstag und Sonntag abend veranstaltete der hiesiye Turn­verein (gegr. 1893) fein diesjähriges Winterver­gnügen. Am ersten Abend war die Feier für Mit­glieder bestimmt. Der zweite Abend galt der Ju­gend. Beide Feiern waren stark besucht. Das reichhaltige Programm janb- allgemein reichen Bei­fall, ebenso die beiden Ansprachen des 1. Vorsitzen­den Textor.

g. Rüddingshausen, 22. Dez. Da schon vor geraumer Zett in dem Kriegerverein und Gesangverein hier der Wunsch geäußert wurde, den Gefallenen im Weltkriege zu Ehren ein D e n k- mal zu errichten, die Mittel aber nicht ausreickj-- ten, wurde bei der Gemeinde um Beihilfe art- gefragt. Daraufhin hat der Gemeinderat be- schlofien, das Denkmal durch die Gemeinde bauen zu lassen. Die Ausführung wurde dem Stein- Hauer Heinrich Großhaus von Kesselbach übertra­gen. Die Holzhauer der Freiherrlich Rabenauschen Waldungen sind wegen Lohndiffe- renzen heute in den Streik getreten.

g. Rüddingshausen, 23. Tez. Am ersten Weihnachtssciettage brgriven Konr. Hrcti Dtehi (genannt TichlhennriH und dessen Ehefrau Mar­garethe, geb. Dietz, das Fest der goldenen D o ch z e 1t.

F. Lo klar, 23. Dez. Die Sangerveveinigung Lollar hält wie alljährlich and) in. diesem Jahre ihre Wethnachtsfeier am 1. Feiertag ab. Neben den Gesamrsvorträgen und Theateraaiffübrungelt soll auch den Kindern beschert werden. Der Gesang­verein , Horwatts" hüll ebenfalls eine Weihnachts­feier ab.

Kreis Friedberg.

Ehrung eines Jubilars.

fd. B a d » N a u h e i m, 23. Ter. Der um die Cntwicklimg Bad-Nauheims hochverdiente Geheim­tat Professor Dr. Groedel wurde au5 Anlaß seines heutigen 70jährchien EebuttStages zum Ehrenbürger der Stadt Nauheim ernannt.

Der a:t$ermanijd)e Ursprung der Meihnachlrsestes.

Was uns Weihe ackjten vor allen anderen kirch­lichen Festen so Heb und vertraut macht, das ist die Fülle urdeutscher Züge, die mit dem christ­lichen Gehalt zu einem unauflöslichen Ganzen vereinigt sind. Geralx die Bräuche, die ci

der Minne der HeÄxmgötter die Mitrne Christi, der Jungfrau unb der Heiligen. Taß im Norv« bei der Rückkehr der 40 Tage lang öertorgentfl Sonne ein großes Fest gefeiert wurde, bericht auch der im 6. Jahrhundert lebende bnzantinil^ Historiker Prokop, unb von dem deutschen Chro­nisten Thietmar von Merseburg hören wir, dav die Dänen kurz nach Epiphanien ein großes Otfet* fest feierten. ES mag dies die in nordischen Oattlcn erwähnte Hökku-Nacht gewesen fein, die Feier der Mittwintersnacht. Ter dänische FoMortst Prof. Martin Nilifvn, der diese altgermanischen Grund­lagen der Weihnacht in neuester Zeit Wissenschaft* lich untersucht hat, kommt *u dem Ergebnis, es sei als sicher zu betrachten, daß die Germanen in vorchristlicher Zeit ein in den tiefen Winter fallen­des, Jul genanntes Fest gelaunt haben, das ein ^rudri'ua rf e ttifeft war, daß das germanische Weihnachtsfest also einen heidnischen Untergrund bat In den isländischen ©apen wird auch die Julzeit alS eine besonders heilige und unheimliche Zeit geschildert, in der in tiefer Finsternis wilde Dämonen ihr Wesen trieben und der Schutz der Götter besonders notwendig war. Aus diesem nordischen Wmcherglauben, in den die Mächte der Natur so geroaltig eingreifen, ist jene geheimnis­volle und trauliche Stimmung der Weihnacht ent­standen, die den Völkern des Südens immer fern bleib?n wird.

Hessen-Nassau.

fd. Marburg, 23. Dez. Das künstlettsch wertvollste Werk mittelalteriich-r Gold.chmiäe- kmrst aus dem 13. Jahrhuiwett, der Elfabeth» schveim in der Elisabethkirche, wurde bekanntlich in der rohesten Weise schwer beschädigt. Einbrecher drangen durch ein Fenster ins Jnitere der Kirche und lösten mit schar sm Instrumenten die Steine aus dem Schrein, zerbrachen die Flligranstücke, die die Träger der Halbedelsteine waoen, an zwei Seiten; an der Christus- und Madonnenseite wur­den die Steine fast gänzlich losgelöst und samt der Filigranarbeit abgerissen. Due Großplastikör der Schmalseite wurden durch Kratzer und Stiche auf ihren Metallgehalt geprüft; die Perlen ad» gezwickt, die filiaranierten Bücher Christi unb der Begleitapostel abgestemmt. Der Raub bet Filigrcmstücke ist, da sie höchste KunstfettigVeit der mittelalterlichen Technik darstellen, ein größerer Verlust, als die rund 200 Halbedelsteine. Die 24 Filigranstücke sind leibet acrnz unersetzlich. Für eine ungefähre Wiederherstellung des Schreins ist es von höchster Wickxtigkeit. daß durch das Kunsthistorische Seminar verschiedane Einzelaus­nahmen gemacht wurden, die das gesamte Schrein- werk in seiner Vielheit umfassen. Bei der zu erhoffenden Findung der Fehlstücke werden die Pfatographien die notwendigsten Unterlagen dafür bilden, um das gesamte Werk wieder in einen dem früheren wenigstens angenäherten Zustand zu bringen.

fd. 53o*nt , 23. De> Der Main bietet zur Zeit' mit feinen seichten schmutzten Uferstellen etn trostloses Bild, Die trockene kalte Witterung bat einen Wasserstand gebracht, wie er seit Dienscheng.' denken nickst mehr war. Die am Main liegen den Industriegebiete haben, da die Saugleitungen trocken zu liegen kommen, er­heblichen Schaden. Auch die Kvhleirzufuhr ist wegen der unterbundenen: Schiffahrt^izlich unterbrochen. Scht starke Niedersckstage find notwend-g, damit die Mainsch^eusen bald wieder ihre TättAeit auf­nehmen firimen.

fd. Herzhausen, 23. Tez. Das Kraft­werk der Edertalsperre ist ftü^gefegt wor- beir da der Wasjerstwrd des Staubeckens nicht mehr ausreicht, um die Turbinen des Kvastwerks an der Sperrmauer in Seroegirrg zu setzen. Tas feit einigen Tagen eingetretene Tauwetter ohne Niederschläge führt den Flüssen wenig Wasser zu, da dieses von dem trockenen Boden gierig auf- gesogen wird.

faitrttoerte von 8 288991 Mk. Von der 19er Ernte entfielen 383 822 Doppelzentner im Werte von 27 539 632 Mk. auf Star­kenburg, 243 398 Doppelzentner im Werte von 19115 115 Mk. nach Oberhessen, wäh­rend 113 265 Doppelzentner im Gesamtwert von 9 934 048 Mk. auf Rheinhessen entfallen.

** Zur Abstimmung in Oberschle­sien wird uns von bcaustragter Seite geschrieben: Wie betamit, hat die Entente die Absicht, die im Reiche wohnenden Oberschlesier, die nach dem Frie- densvert.ag ebenfalls abstimmimg'beieck/tigt sind, an einem anderen Ott außerhalb Oberschlesrens ober doch wenigstens nickst am gleichen Tag roie bie in Oberfchlesren Wohnenden ab stimmen zu lassen Diese Absickst ist unvereinbar mit den klaren Be­stimmungen des^FnedensvertoagS. Reichsregierung und öfseittliche Meinung in Deutschland faben da­her auch einmütig den Vorschlag der Entente zu- rückgcwiesen. STber es ist auch notwendig, den (S'ntenteregierungen M zeigen, daß das gesamte deutsckxe Volk auch in dieser Frage treu zu feinen oberschlesiscfan Bädern steht und sich mit ganzer moralischer Kraft ygen eine Vergewaltigung auf­lehnt. Wie an anderen größeren unb kleineren Orten soll daher auch in Gießen wiederum eine Protestversammlung stattsiuden, die am Dienstag von einer Versammlung der Vertreter der politischen Parteien (mit einer Ausnahme) und zahlreicher Vereine beschlossen wurde. Näheres über die Protestversammlung, die am 30. Dezember im Stadtcheater abgetanen werden soll, wird nach den Feiertagen mitgeteilt werden.

** Steuerkarten. Von amtlicher Seite wird uns mitgeteilt, daß Steuerkarten solange über das Kalenderjayr hinaus ver­wendet werden können, bis sämtliche Einlage- bogen verbraucht sind.

** Die Hundesteuer in HesJen. Es dürfte vielen Hundebesitzern nicht unrotiltommen sein, wenn wir darauf aufmerksam machen, daß ine rin Laufe dieses Jahres abgefdwiten Hunde bis spätestens mm 31. Tezember bei der zuständigen Bürgermeisterei abzumelden sind. Wird bie Abmeldung erst nach dem 31. Dezember bewirkt, so ist die Hundesteuer für das folgende Jahr weiter zu entrichten. Wer am 1. Januar selbstgezück)- tete junge Hunde im Alter von unter brei Mo­naten besitzt, wird entweder gleich oder nachträg­lich zur Hundesteuer für das kommende Jahr zn- gezogen. Nur wenn nachgewiesen wird, daß ein junger Hund vor Erreichung des Alters von bm Monaten zu Grunde gegangen ist oder nach Orten außerhalb Hessens veräußert worden ist, tritt Steuerbefreiung ein.

" Zum Fall desOberfteuersekre- t ä r 5". Der Finanzbeamtenvercin bittet uns mit» zuteilen, daß er solche Auslassungen eines Kollegen aus das Schärfste mißbilligt.

** Die Warenausgabetabelle des Stadt. Lebensmittelamtes ist im Anzei­genteil unseres heutigen Blattes enthalten.

** Kohlen belieferung. Nr. 4 und 5 der K» (lKeinhandwerrer) Karte können be­liefert werden mit je 3 Zentner Kohlen, Koks oder Braunkohlen in doppelter Menge. (Siehe Bekanntmachung.)

**Das VersorgunasamtGießen ist in der Zeit zwischen Weihnachten und Neu­jahr umzugshalber geschlossen. Vom 1. Ja­nuar 1921 ab befindet sich das Versorgungs- amt Gießen Liebigstraßc 161 (Alte Klinik). Sprechstuitden sind täglich von vormittags8V, bis 12 Uhr. Sonntags geschloffen.

** Militar-Srreich-stonzert. Die Kapelle des Hess scheu Reittjsrochr^Schü tzeu-Ren- mentS Nr. 22 venaustaltet am 1 Weihnackttsferertag abends von 811 Uhr im Hotel Einhorn ein großes Streichkonzert mit einem sehr geschickt auTgeftelltcn Weihnachtsprogramm. Der Besuch kann empsohlen werden.

*^JHr50j'ährigesT'ienstlubtläum begeht Emilie Müller am 24. Dezember als Haus­hälterin, tätig bei Frl. Math. SckÄapp, Bleichstr. 6.

Arts Stabt tmö Cattö.

Gießen, den 24. Tez. 1920.

Veranstaltungen.

Samstag (1. Feiertag): Stadttheater, 7 Ubr, .^Jedermann". Hotel Einhorn, 8 llhr, MUltärstreÄLonzeN der Rcick-Swehriapelle Bootshaus, 4 Uhr, Weihnachtsfeier des Ruderklubs Hassia. Katholisches Vereinshaus, 7'/- Uhr, Wechnachtsfeier des Vereinigten Männerchors. Sportplatz Trieb, 2 Uhr, Liga-Fußballwritspiel Stuttgart Gießen. Sportplatz Hardt, 2 Uhr, Internationales Fußballwttspiel Holland- nen. Turnhalle, Steinstraße, Weihnachtsfeier des Männetturnvererns. Cafe Leib, 8 Utyr, Kvnzett und Vorstellung der Chicmseer. Licht- fpiechaus,Tie Sckjttld der Lmrinm Morlanch". Lichtspiele, Seltersweg,Die Peitsche" und Ewige Schönheit".

Sonntag (2. Feiettag): Stadttheater, 31/? Uhr,Wo die Lerche singt", 7 Uhr,Der ersten Liebe goldene Zeit". Turnhalle, Oswaldsgarten, .Weilinachtsseier des Turnvereins von 1846. Cafö Leib, 8 Uhr, Konzert und Vorstellung der (Ehtemfeer. Liwtspielhaus wie 1. Feiettag. Lichtspiele, Seltersweg,Die verbotene Stadt" und Das Pfadfindermädel".

*

** Amtliche Personalnachrichten. Am 11. Dezember wurde der Vorstand der Ge­werbeschule zu Friedberg Äldolf S ch n e i d t zu Friedberg zum Gewerbeschulinsptttor mit Wirkung vom 16. Dezember 1920 an ernannt. Am 20. Dezember 1920 wurden die Forstwartaspiran­ten Wilhelm Bechtold aus Eschenrod und Hcilr- rich Helfenbein aus Frisckchom zu Förstern ernannt. In den Ruhestand versetzt wurde am 17. Dezember der Reallehrer an der Oberreal- schmle zu Gießen Aron Salomon auf fein Nach- suchen unter Anerkennung feiner dem Staate ge­leisteten Dienste vorn 4. Jmruar 1921 ab. Erledigt ist die mit einem evangelischen Lehrer zu besetzende Schrilstelle zu Altenhaim Kreis Schotten. Seither war mit ihr Organisten- und Vorlesedienst verbunden.

* Oberhess is cher Kun st verein. Dem Geschäitsbericht über das Jahr 1919, der von dem Vorsitzenden in der Mitgliederoersammlung am 21. Dezember erstattet wurde, entnehmen wir folgende Angaben: Die überaus günstige Entwick­lung, in der sich der Oberhesrifche Kunstverein seit einigen Jahren befindet, nahm auch im Jahre 1919 einen erfreulichen Fortgang. Trotz der auch im Berichtsjahr §um Teil noch fortbesteljenden Berfandschwierigkeiten und der Notwendigstit der Vcrsandgenehmigung durch die E:senba!)ndirck- ttonen war es möglich, zahlreiche Ausstellungen iu veranstalten, die eine reiche Auswahl der ver­schiedensten Kunstwerke barboten. Es waren aus­gestellt : 52? Oelgemälde, 143 Aquarelle, 104 Pastelle, 108 Radierungen, 594 Zeichnungen, 31 Scherenschnitte, 11 Plastiken, 47 Glasma ereien, 13 Vitrinen und Spielpuppen. Die Zahl der ver- tretenen Künstler war beträchtlich unb die Auf­zählung ihrer Namen würde zu weit fuhren. Es wurden verkauft: 54 Oelgemälde, 16 Aquarelle, 3 Pastelle, 30 Radierungen, 44 Zeichnungen, 7 Scherenschnitte, 2 Glasmalereien. Der Besuch bet Ausstellungen war auch im Berichtsjahr überaus rege und gibt Zeugnis von dem lebhaften künst­lerischen Juteresie aller Kreise der Bevölkerung. Der durchschntttliche Besuch betrug an Sonntagen 120, an Werktagen 35 Personen. Die Einnahmen betrugen 17 05o.21 Mk., die Ausgaben 7864.02 Mark, so daß ein Kassenbestanb verbleibt von 9191.19 Mk. Aus diesem Kasterrbestand sind noch zu verausgaben 2400 Mk. an solche Gewinner von Anrechtscheinen aus den Jahren 1918 und 1919, die noch keine Auswahl getroffen haben. Das Vermögen des Vereins hat sich von 4177.87 Mark im Jahre 1918 aus 8891.19 Mk. im Jahre 1919 erhöht. Der Mitgliederstand betrug End? 1918 264, mit Schluß des Jahres 1918 traten aus 13, im Lause des Jahres 1919 traten ein 99. so daß der Mitgliederbestand Ende 1919 350 betrug. An dm Feiertagen bleibt die Aus­stellung geschlossen. Die Eröffnung der AuZsb'l- lung von Werken desVereins Münchener A q u a r e l l i ft e n" wird in den ersten Tagen des Januar erfolgen. Die Kollektion ist für Gießen neu zusammen gestellt unb wirb durchweg nur gute Arbeiten bringen. Tie Februarausstellung wird die Münchener KünstlervereinigungDer Kreis" mit hervorragenden Werken beschicken. Auch diese Aus­stellung wird nur mit erstklassigen Arbeiten hier vertreten fern. Weitere Abschlü'se mit bekannten Künstlern stehen noch bevor, so daß in Kürze sämtliche Monate von 1921 für Ausstellungen vergeben sind. Am 3. Weihnachtsreiettag, vor­mittags 11 Uhr, findet im Ausstellungssaale die Verlosung von Anrechtscheinen auf Kunst werke unter den Mitgliedern des Vereins statt. An diesem Tage ist bie Ausstellung von 11 bis 12 Uhr geöffnet.

**Die Obsternte in Hessen. Im Jahre 1919 wurde als Gesamtertrag des Obst- ergebnisses nach amtlicher Zusammenstellung die Zahl von 740 485 Doppelzentner im Ge­samtwerte von 56588 795 Mk. sestgestellt ge­gen 1918 von 143 453 Doppelzentner im Ge-