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Zweiter Blatt

Samstag, 2 . Juli 1920

Gietzener Anzeiger (General-Anzeiger für Vberhefsen)

Nr. (72

(In einem Teil der Auflage tröbrrfiolt)

Die Türkei unterzeichnet.

nwä'

a. TL, 24 Iull.

Amsterdam-Notterd. 1368,601371,401508,40 1511,60

die Arbeiter nichts getan habe, sei imre>

t-

Berlin

Abend- Abend- Schluß- Schluß-

an

338,65 646,85 644,35 856,60 147,80

222,75 152,10

40,20 318,65 696,80 629,35

23,97 25,34 84,52

23,92

339,65 648,15 645,65 858,40

148,20

223,25

152,40

40,30

319,35

698,20

630,65

24,03

25,45

84,72

23,98

354,10 709,30

699,30 939,05 155,80

232,25 167,80

45,45

333,65 769,20 697,30

24,02 25,09

84,65

24,17

Btrfcntnrft. jranhfurt

viarkuotiernugea. Datum:

iu verständigen, daß die Türkei den Frie- densoertrag unterzeichnen werde, und daß die mit der Unterzeichnung des Vertrages beauftragten Delegierten so schnell wie möglich nach Paris kämen.

Amsterdam. 23 Juli. (WTB.) DieTi-

>" meldet aus Konstantinopel: Die Regierung habe beschlossen, R e s ch i d Bei in Paris tele­graphisch m beauftragen, die Entmtem ächte davon

Geld Brlef

23. Juli

IianOel.

Berlin, 23. Juli. Börsenbericht. An der Börse vollzog sich 'freute ein Kulissenwechsel

Der Klostermüller.

Eine Erzählung von Karl Neurath.

(Nachdruck verboten.) Fortsetzung 11.

So, mcgen dem Weg! Ich dächte, ich hätte Euch mente Meinung gesagt, solang die Lvache tu>d> nt der Schwebe war. flehten Fuß breit von meinem Land h.ibe rch damals gesagt. Dasselbe sag ich Euch freut: keinen Fuß breit/'

Na ja, das habt Ihr gesagt, aber ich denk, es tlt am besten, wir einigen uns in Güte. Was matten Euch die paar fllafter Land aus, es bleibt Euch noch genug. Und Ihr wißt doch, daß tetr mir Euch angewiesen sind."

Wenn Euch und dem Baron der Fußweg mt langt, bann seht zu, wo Ihr einen anderen fretrrtetjt. Von meinem Grund geb ich nix frer!"

-seht, Wehrum, Ihr habt die Jagd so billig gekrregt ..."

Pa, die paar Hasen sind das Pulver nit wert."

Jetzt seid mal vernünftig und frört zu. Der Baron will uns das ganze Brachlaich am Bocks- topf ablausen, er will uns umsonst an sein Elek- ttizitätswerk anschließeu, wenn mir ihm das Ge- lande geben, daß er eine Fahrstraße nach der Balxu und dem Rhein bauen kann, und das ist doch uns allen zum Prosit."

Das fratt ickich gar nix."

ÄUftU Ätagespttii. L»wy,

354,90

710,70

700,70

940,35

156,20

232,75

168,20

45,55

334,35

770,80

698,70

24,08

25,15

84,85

24,23

schieden^ mreimserE

.odjen Mz-P ^gegenlel'ige «r ui an dendieb^.

Drüffel-Antwerpen . (Tfrriftiania Kopenhagen Stockholm tzelsingfor». Italien London. New-Pork Pari, Schweiz Spanien Wien (altes) .... Deutsch.Oesterr. abg. Prag Budapest Bulgarien Konstantinopel. . . .

Mttrtn. W lnder, Cibuhk MobklEAn osenzweig,

mn

MG

Sa!

Frankfurt Devisenmarkt.

Geld Brief Datum: 22. Juli

Datum: 5°/gDeut^negsanl. 4*/,Deut.Reichsanl. 3'/.Deut.Reichsanl. 4*, Preuß. Konsols Darmstädter Dank Deutsche Bank . . . Disconto- Gesellsch. Dresdener Bank . Nationalbank J. D. Mitteld.Creditoank H.-Amerik.-Paketf. NorddeutscherLloyd Boch.Gußftahlwrk. D.Luxemb.Bergw. Gelsenkirch.Dergw. Harpener Bergbau Obe schl. Giseno.-B. Oberschles.Gisenind. Phönix-Brgb.-Akt. Bad.Anilin-u.Soda Höchster Farbwerke Elektr. 2L (E. ®.. . Schuckert-Werke. . Frlten«Guilleaume Daimler Bud-lkisenw.-Akt. Adlerwerke . . . . 4"/<>Hess.Stäatsanl. (Electron Griesheim

«IHM NW Steifen I- Ruß mbluna, ®lth« larktvlah 17. «*

Büchertisch.

Ein neuer hessischer Dichter. Im Verlage Eugen Dieterichs, Jena, sind neuerdings erschienen: Im Anfang war die Kraft. Brosch. 10 Ml., geb. 15 Ml. und Hochzeit Brosch. 10 Mk., geb. 15 Mk., ferner ein Ban Sonette. Der Verfasser Ernst Schmitt ist Lauterbach geboren und 'hat später in Darm- ftabt, Schotten, Nidda und Büdingen gelebt. Im Anfang war die Kraft, spielt in der Osterwoche 1918 in der Schweiz und leuchtet in glänzend gesehenen Bildern wie mit einem Scheinwerfer in die Welt der europäischen Tiplornatte hinein, der auch der Held des Rornanes äußerlich ange­hört, innerlich sich über sie hinausschwingend. In rasendem Tempo des Erlebens werden wir mit ihm durch die acht Tage einer schicksalsschweren Osterwoche gerissen bis zu der Stunde, da er für einen atemlosen Augenblick die Wege des Bölkerschicksals in Händen hält. Eine Entschei­dung bedeutet die Idee des Romans selbst: Ein Bejahen des ungeheuren Schicksals von Deute um eines kühn geglaubten Morgen willen. Einordnen irdischen und zeitlichen Geschehms in den arohen Ring ewiger Zusammenhänge. Menschheitsgeschickste aus der Eottesperspektive. Hochzeit, in der kleinen Residenz Büdingen spielend, schildert den Zusammenbruch deutscher Kleinstaaterei 1866. Etwas von der heiteren Anmut des Rokoko, von der altväterlichen Traulichkeit des Biedermeier lebt in diesen Bildern. Mit liebevoller Feinheit weiß der Autor diese verschollene Welt zu zeichnen, die ebenso wie unser jetzt verlinkendes Gestern im Kampfe mit einer aufsteigenden neuen Zeit liegt. Träger dieser neuen Zeil in dem Roman ist ein grübelnder deutscher Gottsucher und Gläu­biger der Zukunft. Tie drei Bücher wirken wie ein frischer Luftzug in unserer von politischen und künstlerischen Theorien versetzten 3eit.

öre 820er »..'

WWH

am

bindungsanftalt in Gießen, und geht dann auf die hohen Preise aller Nahrungsmittel ein. Der Ar­beitslohn reiche dazu nicht aus. Unverständlich seien das Marburger Urteil und die frühere Gieße­ner Verurtellung seiner Genossen. Auch über die Justiz herrschen vielfach Klagen. Auch für Dessen sei eine baldige Neuwahl notwendig, damit der Landtag dem Willen des Volkes entspricht. Die jetzigen Herren kleben zu sehr an ihren Mandaten. Die Umbildung des Produktionswesens in gesell­schaftliches Eigentum müsse baldigst eingeleitet werden, ebenso wie die Forsten, ebenso wie alle eingeführt werden. Die Arbeitszeit in den Krankenpflegeanstalten sei viel zu lange. Für Erziehungs- und Bildungsapistalten usw. Auch müsse die Arbeitspflicht für die Arbeitsfähigen die Diktatur des Proletariats trete er ein, damit der Wille der Mehrheit des Volkes vollstreckt wird. (Heiterkeit.) Er kritisiert dann das Vorgehen der Oberh Volkszeitung in Gießen, die versucht habe, das Mitgliä» eines Betriebsrates von der Bahn zu entfernen. Der Mann sei ungerecht von den Sozialisten denunziert worden. Der Kapita­lismus müsse beseitigt werden.

Staatspräsident Ulrich wird die aus den ver­schiedenen Seiden des Hauses, von Rechts, wie von Links, wie auch von der Regierungspartei gehörten Klagen und Wünsche prüfen und versuchen danach Anttäge zwecks Abänderung zu bringen. Estrig seien die Rechte und die Lstelle in der Absicht, die jetzige Regierung zu beseitigen. Der Wille der Mehrheit des Volkes komme in der jetzigen Regierung zum Ausdruck und die Diktatur des Proleta­riats. Iverde keinen Ersiolg haben. Tie von dem Vorredner torgebrachten Klagen über die Ent­bindungsanstalt in Gießen werden geprüft werben. Die Klagen deS Abg. Kiel, daß die Reg'erirna für

alk,

uStückrn-M ger-Katte mweise bireh ad u Laaer liefen* ten TageSvieiin br. Kahl, alitäl: QualM' .flcmablenenb« Sackkalk.

ii. verkauf tu» Röbeln, tiqttitätetti ebernahmeaani« nritbhiuecu. Rothenbergt!

,La, daran wird nix zu ändern sein. Soll die Gemeinde den Prosit <ms der £xmb geben? Wir müssen auch an unsere Kinder denken. Die Saud Sauten bringen uns keinen Gewinn: wir sind froh, wenn wir sie los werden, und der Baron bezahlt gut. Du weißt selbst, wie notwendig wir das Geld brauchen."

,Ha, auf anderer Leuts Kosten tollt Ihr verdienen. Aber war denn die Wasserleitung- tig? War das neue Spritzenhaus nötig?

,Za, das war nötig! Ihr habt Euch feit Jahr und Tag zurückgezogen ton allem; gar kein Interesse habt Ihr genommen an dem, was in der Gemeinde vorgeht, und habt Euch um nichts anderes gekümmert als um Euch selbst. Sogar die Wahl in den Gemeinderat habt Ihr abgclefrnt. Mt einmal, sondern drei- oder vcer- mal. P lichten wolltet Ihr keine übmcfrmen sür das Dorf, an nix wolltet Ihr Teil haben, ganz abgeschlossen habt Ihr Euch, und der Jugend seid Ihr fast fremd geworden. Sie wiß von Euch nir anderes, als daß man Euch den Franzosen- müller nennt. Ihr gebt uns die Schuld, aber schlagt Euch einmal an die Brust und denkt nach . . . wer zuerst den anderen im Stich gelassen hat; Ihr die Gemeinde oder die Gemeinde Euch!"

Was nutzt all das Geschwätz? Es ändert nix an der Hauptsache. Wohl wahr, ich hab mich nit viel um Euch gekümmert, gar nit um Euch geküm­mert, aber warum bann? Weil mich das alles an-

das noch werden. Jeder hält sich zu gut, um Bauer zu fein; jeder will an die Eistnbafrn ober die Post und meint, wenn er die farbig Kapp

jferejÜ®^ Dtz MilM tifliD Ä,

LloH Georges Jrenpolitlk.

Lo n d o n 23. Juli. (WTB.) Lloyd Ge- orge empfing geftern nachmittag eine Aborte mmg, die ihm die von dem Gewerkschaftskongreß über Irland gefaßte Entschließung unterbreitete. Lloyd George drückte seine Bereitwilligkeit aus, Irland als Glied des englischen Reiches jede Re­gier ungs farm zu geben, die sür die Gesamtheit des Volkes annehmbar sei. Er verlange aber die Zusicherung, daß die Homerule im Süden und Westen angenommen werde.

Unruhen in Belfast.

London, 23. Jun. (WTB.) In Bel- f a st begannen gestern abend von neuem Unruhen, wobei ein Mann erschossen und ein anderer lebens­gefährlich verwundet wurde.

sDMopotanricn

unter englischer Schutzherrschaft.

A rn ster dam , 23. Juli. (WTB.) Nach einer Meldung derTimes" au? Teheran erf ärte Eng­land sein Einverständnis dazu, daß der Emir Abdullah, der Sohn des Königs Dtm Hedschas, als Oberhaupt des arabischen Königreichs. Mesopotamien auftritt.

Di-eSiegerpolitik" der Franzosen.

Paris, 23. Juli. (WTB.) Der Adgeorte nete B a r t fr o u schreibt heute imMatin", e5 werde zu nichts führen, zu verheimlichen, daß das in Spaa erzielte Ergebnis niemanden befrie­digte. Ob man es wolle ober nicht, ob man es sage ober nicht, die Verhandlungen in Spaa feien eine Revision des Frietensverttages. Die ver­schiedenen Aussührungsmodalitäten seien zu tote» gorisch und mit ihren genauen Ziffern und mit ihrem gebieterischen Standpunkt, den man nicht ändern könne, ohne vorher die Zustimmung des Parlaments erlangt zu haben, zu grausam, lieber die Deutschland gewährten neuen Fristen zur Ent­waffnung sei die Kammer fcfrrocigenb hmivegge- gangen. Tie Bestimmungen über die Kohlenliefe­rungen seien ebenfalls zu grausam. Aber die Debatte über die Kohlenfrage sei noch nicht ab­geschlossen, und die der Wietergutmachungsfrage werde über das Schicksal der Entente und beson­ders Frankreichs verhandelt.

Aus der österreichischen Nationalversamm­lung.

W ien, 23. Juli. iWTB.) Die National­versammlung erledigte eine Reihe von Ge­setzentwürfen, darunter das fünfmonatliche Budget- provisorium bis Ende 1920. Der großdeutsche Abgeordnete S ch ü r f f brachte einen Antrag em, wonach mit den Wahlen zur Nationalversamm­lung am 17. Oktober 1920 unter voller Beach tung der in dem Attikel 88 des Staatsvertrayes von St. Germain enthaltenen Verpflichtungen rate Volksabstimmung verbunden fein soll, um den Willen der österreichischen Wählerschast hin- sichllich des Anschlusses Oesterreichs an Deutschland festzustellen.

William Banderbilt f.

Paris, 23. Juli. (WTB.) Der befaimte amerikanische Milliardär William Bander- bild ist gestern in seiner Pariser Wohnung ge­storben.

legenfcit hatte gegen eigenartige Maßnahmen, die ton Berlin an&jeten, Verwahrung ein»

I zulegen. Man werde nur im Einverständni. mit allen verfass ungsgebenden Körperschaften irgend welche Schritte unternehmen und im übrigen alle äfrnlitten Schritte bekämpfen Die Fvage roen< nicht mehr yir Ruhe fjmm-m, da die Frage der preußischen öegemynie immer nne.er ins Vorder- treffen kommt. Man nxwe immer wieder bei deutschen Gedanken linS des Scheins mi. aller N dacht Hochhalten und niete vergessen, was man dem Lande uno dem Hause schuldig ist. Es werden alle Schritte gcfdjeCen, um eine Verelew düng des Landes und iRcito zu verhindern; aus den Verhandlungen ton Span sei wmig erfreu- lick-es festzustellen, aber die Totste allem, daß mau verhandelte, lasse eine gewisse Hoffnung. Die Süffnung auf die Zukunft gebe ihm den Mut zu glauben, daß mit der Zeit auch wir wieder eine Rolle spielen werden, wenn wir erst zeigen werden, toas wir durch unfere Arbeitskraft leisten, daß wir nicht jene find, als ivelche man uns jetzt verurteilt.

Wichtig sei es jetzt, die auch miteinander knüpfte Arbeitsbosigtov und Wdhnungsnot zu be­kämpfen, die auch m anderen Ländern te.ehc. Dier müsse Reich, Staat und Gemeinde genwhtfam mit aller Energie torgefren. Tie gwße Gestchr btr ArbeilÄofigkeit fei stärker als man glaubt, es müssen große Kredit« flüssig gemacht werden, deren

Deckung auf mehrere Generationen ver­teilt nvr'.cn muß, sonst werde das Etevs einttetm. i Tas edelun sen sei nur ein kleines Mittel,

um Abhilfe gegen bte Landnot zu schaffen, der beste Beiveis, daß die Regierung auf Dem besten rechten Wege sei, werte durch bat Ansturm da- : gegen gebracht Nur der gänzliche Landbewdl;»- ner solle berücksichtigt werden. Gegen di:

hochschulnachrichten.

F r e i b u r g, 23. £uli. (Wolff.) Ter Dircktdr des technologischen Instituts der Universität Frei­burg, Prvf. Tr. Ernst Ri es en selb, ist sum Abteilungsoorsteher des physitolisch-chemischen Jn- stittlts der Berliner Universität, als Nachfolger des Professors A. Eucken, ernannt worden.

Vorwürfe, daß die Minister und Abgoordneten an ihren Sitzen Heben, müsse er feststellen, daß er dte übernommene durch die Verfassung f e st- gelegte Pflicht in demokratischem Sinne streng duvck>führen werde, trotz aller verächtlichen Angriffe ton links oder rechts. Es nrüifc der erste kommen, der ihm eine Pflichtverletzung nach­weise. Früher lagen die Verhüttnisse anders, als noch bte meisten Abgeordneten natintalliteml waren. Tie ReichS^agswahl habe doch für die Deutsche Vvlkspartei nur einen neuen Mann ge­bracht, den sie torter schon hatten, sie habe keine Veranlassung, allzusehr zu renommieren. Nach lern jetzigen Stimmestverhältniö frabe die Republik jaxfr die Mehrheit. Zu einer dieuwahl gehöre eine VerfassungSälcherung.

Aber Wehrum! Seid doch mfchett! Ihr habt fein Kind und kein Kegel, Ihr steht frei nach allen Seiten und habt genug zum Leben. Was braucht Euch .da an den paar Morgen zu liegen. Ich an Eurer Stelle töt den ganzen Kram verkaufen und mich zur Ruhe setzen. Für was rackert Ihr Euch ab?"

In den Augen des Klostermüllers wetten leuchtete es, und die Mrmdwinkel zuckten zwischen fernen zusammengepreßten Lippen. Krampfhaft krümmte unb streckte er die Finger. Mühsam suchte er sich zu beherrschen.

Verkaufen?" stieß er endlich hervor und seine Stimme bebte. ,^Ja. seid Ihr denn uarnicfr geworden? Verkaufen? Die Mühl soll ich ver­kaufen? Vater und Vatersvater frabm frier ge­haust, und noch viele andere vor ifrmm, für Tag, Jahr um Jahr, und alle sind frier geftorben und alle über da diese Schwelle zur letzten Ruhe getragen worden . . . und ich soll jetzt emtach alles so aus der Hand geben ? Ich toll so mir nir, dir nix mein Bündel packen und gehen? Ha, habt Ihr bas geglaubt ? £>abt Ihr geglaubt, ich ging so kurzer Hand da von meinem Boden her­unter? Da seid Ihr schief gewickelt. Hier Itefr ich und frier bleib ich, bis ich die Augen zu tu! Was dann kommt, das geht mich rrix an . . . aber bis dahin, nit Nagels breit von meinem Land!"

Es ist ja noch gar nit so weit, Wehrum!" Liter es kommt to weit . . ."

Frankfurt, 23. Juli, (dlbendbörse.) Bei lebhafter Geschäftstätigkeit Ivar en wiederum Va­lutapapiere bevorzugt, die zum Teil ihre Kurs, fteigerungai weiter sortsetzten. Zu sehr reger Nach frage kam es in Elektr. Deutsch Heberfee, welche mit 846 31 Proz. an zogen. Schon tung bahn ge> gewannen 9 Proz. auf 670. Deutsche Petroleum bewegten sich zwischen 843, 839, 840, Deutsche Erdöl 1775. Mexikanische Renten Hieben weiter gesucht 5proz. Goldmexikaner zogen 11 Proz. auf 378, 5prvz. Silbermexikaner plus 11 (320), 3prvz. Mexikaner 2071/4 plus 9*/4. Mawiesfelter Kuxe lagen weiter schwacher 3903. Montan Papiere lagen ruhiger bei teilweise weiterer Neigung zu Abgaben. Gelsenkirchen verloren 5'/, (313), £> arten er 6 */8 (349VS), Oberbtt)arf 5 (218), Laurahütte 5Vr Prcx zent auf 264. Nordd Lloyd gaben 1*/j (1741 /2), Hapag 2 Proz. nach (178). Auch Elektrowerte waren vorwiegend niedriger. Es verloren Berg- mannwerke 5 Proz. 220, Elektt. Bvigt u. Häffner 2 Proz. 313. Farbwerke Höchst sind 2'/, gebessert 373Vs. Weiler ter Meer 2751/? plus 5V2, Ber­einigte Oelsabriken 244 plus 4. Zellstoff Aschaffen­burg verloren 6 Proz. auf 370 Es notierten ferner Fränkische Schuhfabrik 187, Spiegel und SpiegÄ- glas 365. Auslands reuten zogen bei regen Um­sätzen erheblich an. Monopol-Griechen gewannen 10 Proz. auf 320. Deutsch Asiat. Bank fliegen 7 Proz. 440. 5prvz. Reichs anleihe 79^.

Amsterdam

.'.open agen.

Stockholm.

....

Prag . . . ,

Mainz, 23. Juli. Warenbörse. Aus der Warenbörse wuwe Sxifer mit 135. bis 140. Mark angetoten. In ^rbstsaaten fängt ters Ge­schäft an, sich zu emwickeln. Saatwickni wurden mit 145. fris 150 Mk per Zentner befahlt. In Erbsen und Wicken zu Gründung rwir teis Ge­schäft lefrtefter. Hülsenfrüchte waren unterani<rt. In Reis und Reismehl lagen größere Angebote zu festeren Preisen bterngt durch tes Steigen der audläninidjen Devisen tot.

auf dem Schnelles hatte, bann wäre er Wunders was für ein Kerl . . . Und die Mädchen: ei, es ist ein Wunder, daß sie nit in Lackstiefelchen in die Wingert gefreit, und lieber heiraten sie irgend so einen Kommisknüppel, und wenn er frort» verhun­gert ist, als einen ordentlichm Bauersmann, nur um in die Stadt zu kommen und nit auf dem Land bleiben zu müssen. Und da soll ich mi^ machen in so eine Sauwirtschaft soll ich muh schicken? Ne, mein Lieber ! Dazu bin rch mtr denn doch zu gut?"

(Fortsetzung folgt.)

hessische vollsiammer

rmf. Darmstadt, 23. Juli 1920.

Zu Beginn der heutigen Tagurm, die um 9V$ Nhr von Präsident Adelung eröffnet wird, be­gründete die Frau Abg. fcattemer (Ztrll bat durch die weiblichen Abgeordneten gestellten Anttag betreffend die R ü ck k e h r der deutschen Gefangenen in Sibirien. Abg. Kiel (USP.) empfiehlt die Ammhlnc des Antrags. Staatspräsident U l - rich ertlärtc, daß die Regierung alle möglichen Schritte auch mit Hille des Raten Kreuzes getan ! habe, um die baldige Rückkehr zu ermöglichen. Auch die Rückkehr der russischen Gefangenen, die noch in Deutschland weilen, werde ange^rebt. Der Be­schluß des Landtags werte ter Regierung Anlaß feui, erneute Vergütungen zu veranlassen. Auch die Abg. F-rau Die rau (T. Bp.) tritt noch für die baldige Erledigung des Antrags ein, ter bann einstimmig an genommen wird.

Dann wird in ter Generaldebatte über den Hauptvoranschlag fortgefahren.

Abg. Kiel (U. S. P.) verwahrt sich zunächst gegen den Vorwurf des Abg. Kaul, daß die U. S. P. Schuld an ter Besetzung durch die Fran- rosen gewesen sei. Er wendet sich dann gegen die Solr-ateslll, welche Vcvanlassung war, daß seine Partei die Entente zum Schutze ter Bevölkerung zu Hilfe rief. Leider werte durch die jetzige Regierung das Interesse des Proletariats nicht hmreichend 6ertreten. Die Reick)swehr müsse bc- | festigt werden. (Auf ten Einwurf, daß er lKiel) in die Regierung gehen müsse, erftärt er, 1 daß er zunächst darauf verzichte, wenn seine Zeit / gekommen sei, werte dies geschehen.) Die ganze Regierungsbildung sei eine Schiebung gewesen. Er kritisiert dann die Strafbestimmungen ter Ent-

infvfem, als im Zusammenhänge mit starken Stei­gerungen aller Ausi^>soevi>en toeoen des Wc, ckens des Rlarkkurses das Jnieresse von ten feit,«, oegüniägten deutschen jarfrlew, Eisen-, Kali- n,>. 3ul>u neafiien |id> unfliNmbte, und bei lebhafter Eesck,äf s.ängkeit auf die togenausten 4iaLutatcxr.x Üben prang. Äe ersteren ivure-en svcrrk reolllll.'ii und mußten einschließlich SchrffatzrtÄvene dis 1x1 einzelt 12 Prezent nachgeben. Togeg-m vwzeich neten Pelwlcunr-, Kvtonialwer.e, Mexiton r, Schrnttmg, Vllttmvre uno Doutsch-Ueber.ee Ze lifn'ate teihucie ganz stattttche flursgewüme. Deut che Erdöl 1.25. Teutüfr.' Petvvleum 830. Später Lkninte in deutschen Pap,er en, die Kürsverlli 1 leiltoeife wieder eingebrad)! werten, tech blieb Stimmung hierfür bei nillercm Geichäst unsich.r und zurückhaliend bei eher nachpebigen Kurse'.i Dagegen tonnte sich die feste Te.itenz für die Va- lutaroertc behaupten. Rentenmartt war still Am EinhestSkurs^Jn^ustriemarkt herrschte rsalisierre Börsenspekulation.

pfehlungen «WM em Quantum ev j bei C. Mandler, n, @r. Steinrot jli elephon 2159. ww reit unter irikpreieen an.- Leinöl lrein dm I (rein in Ta> vst sämtliche Lat!« irben.

audler. Kicke» nroeglö. Tel.2ll

geeflelt hat, well ich nit mit an sehen tonn, wie Ihr Eure Buben und Mädchen aufwachsen faßt. Die wissen ja gar nit mehr, wie hoch sic den Kipf tragen sollen tot fauter vvchmut. Sind das nach Bauern-kinoer? Und dann Ihr selbst, alle miteinander. Was tut Ihr denn außer Euerem bißch.m Arbeit anders, als Euch um Kreinchen und Festlichkeiten bekümmern? Jeden (Sonntag ent Vergnügen mit Musik und Fahnen, mit Ehrenjungfrauen unb vollgesoffenen Köpfen . . . Haltet Ihrs mt selbst, dann geht Ihr sicher auf eins in der Nactzbrrrfchaft . . . ja wo soll denn das hinaus . . . was soll beim

lief? merte Kiel mit dem Älter ternibrftiger. (Zwi­schenruf des Abg. Kiel: Bei Ihnen ist es umgerefrrt, Sie waren früher vernünftiger!) tzeit rÄt! DieAuf- gabe ter heutigen Regierung fei, die in Ziffern» muffiger Mehrheit torgebrachten Beschlüsse zu beachten und entsprechend zu handeln. Ter Ver­such viele Maßnahmen zu verurteilen, sei nicht an­gebracht, denn die Schuld an dem Mißlingen vieler Maßnähmen, sei nicht die Retolutivn, sondern der der verlorene Krieg.

Zu dem Vorwurf des Aba. Brauer, daß er (Ulrichl selbst seit langen Jahren einen Mi­nister für ausreichend ge'fralten frabe, stelle er fest, daß er auch freute noch auf demselben Standpunt stete, aber andere Verhältnisse be­dingen andere Maßnahmen, die dauernde Unruhe im Volke, die torinfäteenten Wünsche und Klagen bedingen ganz betontere Anordnungen. Die Ent­wicklung ter Geschäfte des ganzen Landes seien aber terart, daß eine Pertonenfrage nicht in Be- tmch: eomme, sonst werte er als erster für Ver­einfachung der Verwaltung eintreten. Bor lan­gen Jahren frabe man schon erfolglos an eine Vereinfachung der Staatsverwalttmg gearbeitet <tog. VcrlimpelungsSommisfion). Er verwahrt sich ^6egen, daß irgend ein Beamter wegen seiner tolltnajen Stellung gemaßregelt Worten sei. ©egen das Be reben, die alten Titel (Gvoßherzog- llck/ in Stempeln, Akten usw. zu sichren, möchte er bie Beamten selbst warnen.

Zu tei- Frage der wirtschaftlichen An- ^es siscker Gebietsteile u>ie er tettstellen, daß er wiederholt

22.7.

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224,-

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283,-

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82,75

305,-

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303,-