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Erster Blatt

170. Jahrgang

Mittwoch, 21. März 1920

GletzenerAnzeiger

General-Anzeiger für Oberheffen

ZwlMngrrvnddruck u. Verlag: vrühl'sche Univ.-Vuch. u. Sleinöruderei 8. Lange. Zchristleitvng, Seschästrstelle u. vruckerei: Zchulftr. 7

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Nr. 7f

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Atzten Zug stehen ließ, verschafften sich bic'c iL'ort Lastautos und kamen auf diesen nach Essen

Churchill über die englische Landes­verteidigung.

London, 23. März. (Wolff.) Zur Frage der Landesverteidigung erklärte Churchill im Unterhause, um eine enge Verbindung zwischen Armee und Marine herzustrllen, brauche England ein, Offizierskorps, das imstande sei, den Krieg in seiner Gesamtheit und nicht allein vom militäri­schen oder marrnetechnischen Standpunkt aus au beurteilen. Er sei entschlossen, einen gemisch­ten General st ab zu schaffen. Die militärische Lage sei zurzeit sehr ernst. Er erinnere an Aegypten und Paläslina, an die Besetzung Syriens durch die Franzosen und an die darauf tolgenben Kämpfe mit den Aradern. Er erinnere ferner an Konstan­tinopel, an Mesopotamien und an die Lage in den an das ehemalige osmanische Reich grenzenden Länder. Ti.se Lage nötige England, in diesen Ge- biten stärkere Truppenkrä'te zi hasten England könne Mesopotamien aber nicht dauernd besetzt halten und dafür jähr ich 15 bis 29 Millio­nen Pfund aus geben. Tie britische Politik habe in anderen Teilen der Welt große Erfolge errungen und dürfe nicht fn Mesopotamien falsche Wege einschlagen. Im Sudan habe Großbritannien bei-

Mitteilungsblatt für die Bevölkerung heraus- gegeben.

-luS der Reichshauptstadt.

Berlin, 23. Ma z (Wolff.) Nackdem bo reits heute früh die Gelv-rkschckt'n und der rechn

zu unterroetkn. Rur so könne eine eriolgrviche Kontrolle über große Länderstriche dieser Gebiete ausgeübt wer den.

Tagung der Vereinigung südweft- deutscher handelriammern inwierbaden

Die Bereinigung südwestdeutscher Handelskam- mem hielt am 12. März im Sitzungssaal der Handelskammer zu Wiesbaden ihre erste Tagung im besetzten Gebiet ab. Vertreten waren die Han­delskammern Bingen, Handelskammer für die Pro­vinz Birkenfeld, Darmstadt, v.neinigte Handels­kammern Frankturt-HanaU, Gießen, Hei.?elb?rg, köln Mainz, Mannheim, Offenbach, Pforzch-im, Schwarzwälder Landelskammer für den Kreis Bil-- -innen unb Amtsb.zirk N m stabt, Stuttgart, Trier, Wiesbaden, Worms sowie die des ische Industrie- stelle. Rach eingehender Aussprache beichoß die Versammlung, an den Deutschen Industrie- und Handelstag und den Reichöverband der Deutsch

Halle.

Leipzig, 23. März. (Wolff.) Das Leipziger Tageblatt" meldet aus Halle a. d. Saale: Gestern mittag rückten zur Verstär­kung 1000 Mann Reichswehrtruppen, von Magdeburg kommend, hier ein.

Lalle a. S., 23. März. (Wolff.) Die Kämpfe in unb um Halle waren in der Nacht zum Dienstag beendet. Das Miltär ist rtriebrr

volivla und Peru.

Lima, 23. Mär». (W> Cf.) Zn vfizi^llen Kreisen ist man der Ansicht, daß die An prüche B -o l i v i a ö auf einen Zugang zum Meere unerfülicr feien. Man glaubt, l»tz Do bia an* cp sichts d?s entschlossenen Wixrston.es Prus auf xune Ansprüche vetzick» en werde. Tas Volk glaubt an die Möglidreit eines Bruches der diplomatischen Beziehungen mit Bolivia. Ter Minister des Aeußcrn in La Paz unterhält leblaste Beziehungen, mit den Kanzleien Südamerikas. Er crlärte, Do- livia hal.e streng an der Verwirklichung des Ver­sprechens fest, das Peru ihm in letz er Zeit gemacht habe. .Tie Oeffent.ichk.it glaubt aber nutzt an bit Möglickskest eines Bruches zwischen Peru und Bo­livien. In offiziellen Mteifrn ist man der Ansid)t, daß man noch innerhalb brei.n: Monate zu einer BcrstEdigung gelangen werde.

S a n t i a go de Ctti l e, 23. März. lWolsf.) In lläleenischen vffizi llen rolitifdxm Krei en be­wahrt man Ruhe. Man glaubt, daß es zwischen Peru und Bolivia übrigens zu einem Bruch der dipbomatisäten Beziehungen komme Tie Ak.ien der bolivianischen Bergwerke laufen bereits im Werte angesich s der Schwierigkeiten, die zwischen' Peru unb Bo Kia entstehen könnten.

Paris, 23. März. (Wolfs.) Rach einer S>a* vasmeldung aus Santiago de (Sink vom 21. Mär- betrachten die Zeitungen den Zwisch niall xvischen Peru unb Bolivienfür beendet. Pas Schickial ber Gebiete von Tacno und Arila suche man durch Verhandlungen zu regeln.

Giesberts unb Braun sind im Auftrag Regierung nach dem Ruhrgebiet gereist, den Arbeitern zu verhandeln.

Der Aufenthaltsort de» vormalige» Kronprinzen.

Amsterdam, 23. März. (Dolst.)Tele- graaf" meldet aus dem Haag: Ter morgen erschn- nendeStaatseourant" wich eine königliche Bot­schaft bringen, in dem dem vormaligen deut- jchen Kronprinzen die Insel SB t r i n g e r als Aufenthaltsort in den 9äeberlxinb<n zug^m.'len wird.

Aus dem UeichHtz

Die Verfolgung steS Kappschen Anhanges.

Berlin, 23. März. (Wolff.) Die beim Reichsgericht schwebende Untersuchung wegen des hochverräterischen .Unternehmens nimmt seinen Fortgang. Reichsgerichtsrat Oel- schläger wurde zum Untersuchungsrichter des Reichsgerichts ernannt. Unter den Per­sonen, auf welche die Voruntersuck>ung inzwi­schen ausgedehnt worden ist, befinden sich der frühere Unterstaatssekretär v. Falkenhau­sen und Geh. Regierungsrat Doye. Die Beschlagnahme des Vermögens der Angeschuldigten ist im Gange.

Berlin, 23. März. (Wolff.) Amtlich. Die sofort nach den Rädelsführern wegen Hochverrats ausgenommenen Ermitielungen ergaben, daß die Täter anscheinend unmittel­bar nach dem Fehlschlagen ihres Unterne^ mens f l ü ch t Pg gegangen sind. Haftbe­fehle und Steckbriefe sind gegen fol­gende Personen erlassen: Generallandschafts­direktor Kapp, Regierungspräsident a. D. I a g o w, Major a. D. Pabst, Oberst a. D. Bauer, Arzt, und Volkswirt Martin Schiele, Naumburg, und den frühe-, ren Rechtsanwalt Brederek.

Berlin, 24. März. (WTB) Die Blätter- mefbung, daß Admiral v. Trotba verhaftet wurde, enN'pricht, wie uns mitgeteilt wirb, nicht den Tatsachen, lieber die Verhaftung des Generals v. Lüttwitz ist an maßgebender Stelle nichts, bekannt.

Das Arbeitsprogramm der National­versammlung.

Berlin, 24. März. (WTB.) Tie für Vkitt- nuch anberaumte Sitzung ber Nationalver­sammlung wurde nach einem Beschluß des Aeltestenausschus'es aus Tunners ai . nachmitlag fcstges?tzt. Wie wir erfahren, will man vor Ostern nur nach eine oder zwei Sitzungen abhalten und nach Ostern die wichtigsten Gesetzesv^rlaoen er­ledigen. Ti? Fraktwrven fast sämtlicher Paneiear sind mit Rücksicht auf die im Gange befindliche ftaHnettsumbtbung dauernd beisammen.

matum, wenn binnen einer halben Stunde dit Sicherheitspolizei sich nicht ergeben hätte, so rvürix das Rathaus mit Artillerie kfd)ofien. An der Aussülwung dieser Tvelping wurde nicht gezweifelt, ba die Sparta i. en Minenwerfer unb fo ar 10^- Zentime er-G< fääitze sicl) ver chafften. Sbß rl wurde an alle Abteilungen der Befe^ durchgegeben: Ver- Ixinblungcn im Gmige, jegliches Sch.eßen hört auf. Gefangene sind gut zu behindeln Gleich daraus ging ein weiterer Beseh, an alle Verbände: Wosfen- fti.Iilaub, die grüne Pol^z i rückt mit allen Massen unb in allen Clzren aus Essen ab. Tics warb twn den Fülnem ber ©parta.t.xn genehmigt unb der Sickerhei spulizei zugesagt. Wäh.enb nun bie Sicherlei sverbände sich an diesen Befehl hielten, wurden sie beim Abrücken in den engen Straßen plötzlich umstellt, durch Feuer aus den Häusern zum SBaifiitfcreden gezwungen, unb fjbann von ber wütenden Menge mit Klalbenstößen als Ge­fangene in die Gefängnisse getrieben ober, wie am Wasserturm, am La^ip Postamt unb am Rathaus, oljne Erbarmen niebcrgei.ixhen unb erschlagen, so­daß nur einige, roeldx zufällig i;t Zivil waren unb sich retten tonnten, von dem Tode der Kameraden Nachricht bringen tonnten.

Der Reichskanzler an den Vollzugs­ausschuß in Hagen.

Berlin, 22.-- (Wolst.) Reichskanzler Bauer sandte an den Vmi ibenden des A f 11 o n 5* ausl chusses in Hagen (Westi.) svlgendes Te­legramm :

Die Reichsregümmg nimmt mtt Dank davon Kenntnis, d ß bie drei sozialistischen Parteien all-? Kräfte zur Nicd richlegung ber Reaktion etngtf' tzt haben. Dieses Ziel ilt in Berlin burch den Zu­sammenbruch ber Kappgrupie errricht. Die Ent- nung ber Stapptnunen auch im Wirbrrrtner wird burchgesührt. General Walter gehört jeood) nicht zu ben reaktionären Osfizieven, tonbern bat sich nachweisbar in der loyalsten Weise butter bie Reichsregierung gestellt. Di' Entiermmg ber wirCich reuftionären Oss z:eve wird erfolgen. Di? Truppenbewegungen werden ?ingc- stellt. Voraussetzung ist, daß tue Ablehnung ber fRätebiftatur nicht nur versprochen, sondern auch in die Tat umgefept wird, daß insbesondere die versassmigsmäßigen Organe unb Behörden wieder in ihr Recht eigele&t w.'vden, bte Arbeiter die Waffen nieberlegen unb zur Arb?it zurück­kehren.

Die sofortige Durchführung dieser Maßnahmen ist tmerläßlich. Andernsa ls ist bie Reichsvegierung aufocritanbe, Nahrungsmittel von ber Enkenie ^>?r Hollanb zu erlangen, unb auch das Ein rücken der Entente zu verbind-m.

Am Tienstag werben Mri Minister besRnches unb Preus^ns im dortigen Revier ben Stand­punkt ber Regierung barlegen.

GicSbertS und Braun im Ruhrgebiet.

Berlin, 23. März. (Wolff.) Die Minister

Der Generalstreik in Straßburg.

Straßburg, 24. März. (WTB) Der Gen er a l st r e i 5 bauert an. Tie ßciungen sind auck gestern nicht erschien en. Bisher ist es zu keinen Zwischenfällen gekommen.

Die Lage im vereich der Reichiwehrbrigade XI.

Kassel, 24. März. (WTB.) Bericht über die Lage im Bereich der Reichswehr-Bri­gade 11.

Eisenach: Seit gestern ist eine planmäßige Durchsuchung nach Waffen im Gange. Vvrdrin- genbe Patrouillen erhielten aus Teutleben, Wein­garten unb Asbach Maschinengewchrieuer.

Gotha: In ber Stadt herrscht äußerlich Ruhe. Die Aufrührer requirieren aus dem Lande mit größter Rücksichtslosigkeit. Ohrdrufs dient als Lager zur Organisation von aufständischen Verbänden. Die Dienstpflicht für alle Männer im Alter von 20 bis Jahven ist ein geführt.

Erfurt: Tie Lage ist unverändert. Söm­merda: Die Aufrührer sollen Verstärkungen er­halten haben.

Coburg: Tie Feste fibbirrg wurde durch Reichswehrtruppen besetzt. In der Stadt herrscht Ruhe.

Neuwahlen im Mai oder Juni!

Berlin, 24. März. Wie das Wolfbureau Höri, wird in den Kreisen ber Regierung beabsich tiat, dieNeuwahlenzumRetchstagEnde MaioberAnfangJuni stat.finden zu lassen.

Diese Parole wird jetzt sogar vomBer­liner Tagebl." ausgenommen, das gleich den anderen Berliner.Blättern nach dem Erlö­schen des Generalstreiks in der Reickishaupr- stadt wieder erscheinen konnte und nun schreibt, wir alle wünschten die schleunige Ausschreibung von Neuwahlen. Das Wolff- bureau teilt aus Regierungskreisen mit, daß der Wahltermin auf Mai oder Juni gelegt werden wird. Inzwischen wird über die Neu­bildung des Kabinetts weiter verhandelt. Die Frks. Zlg.", der wir in diesen Fragen Zu­trauen dürfen, daß sie über die Absichten in der demokratischen und sozialdemokratischen Lartei besser unterrichtet ist als manche an­dere Organe, erklärt den Willen nach einem leinen Arbeilerkabinett für undurchführbar tmd stellt fest, unter ben drei bisherigen Rv- «ierungsparteien habe es keine Meinungsver­schiedenheit darüber gegeben, daß auch das neue Kabinett aus Sozialdemokraten, Demo­kraten und Zentrum gebildet werden müsse, chlewisse Verschiebungen in der Aemtervertei- lung würden allerdings eintreien. Die So­zialdemokraten hätten selbst gewünscht, richt mehr den Reickiswehrministcr stellen au müssen, sie hätten vielmehr den Wunsch an die Demokraten gelangen lassen, Laß diese aus ihren Reihen für den genannten kosten einen geeigneten Anwärter benennen miöchten. Anregungen seien laut geworden, einen demokratischen General an die Spitze des Reichswehrministeriums zu stellen, innen» imb außenpolitische Erwägungen sprächen ober für einen bemokratischen Politiker, unb zur Stunde scheine der Minister Dr.G e ß- le r die größten Aussichten zu haben. Für den Akeichsfinanzminister werde der Berliner Nankdirekwr Urbig neben dem Direktor Vuno von der Hamburg-Amerika-Linie ge­nannt. Das neue Kabinett werde wieder von Aauer gebildet werden.

Ob sich diese Vermutungen oder Annah­men auch verwirklichen werden, bleibt ab» , zu warten Hoffentlich gelingt es den Ver­tretern der Reichsregierung Giesberts und Araun im 3nbuftric(jebiet recht bald, die Auf- mihrer zur Vernunft zu bringen. In einer Antwort an den Hagener Vollzugsausschuß tat Reichskanzler Bauer zugleich das Zuge- Gandnis bereits ausgesprochen, daß keine Truppenbewegungen, also kein förmlicher Heldzug, angeorbnet würden.

Ritt! über den (fcijt des Friedens.

Rom, 23. Marz. (Wolfs.) In der Kammer verlas gestern Mi>.i,.erpräs^ent N i 11 i eine Re- gierungserl'lärung, in b?r er die , Wir schaftslage in Europa als äußerst schwierig bikiteilte.

Europa insgesamt berbra d>t mehr als es terrotbringe. A I? s i.n Don schlimmer Hungers­not bedroh: Europa mf.h'e den Frieden rvieber- herstellen unb f.i.i Gl.ichgeivich! nneberfinben, jonst verfalle es Tie Sieger unb bie Besiegten stänben vor wir>af:lichen Schwierigkeiten gleicher Art, wenn auch in verschiedenem Maße. Tie mehr als 300 Mi lionen Bewohner Europas erzeug en nicht, was für ihre Existenz notwendig sei. Rußland, ein Reservoir an Rohfavsfen, unb Teutschlanb, ein Reservoir an Arbeilskräften, arbeiteten fast nickst mehr. Europa lönne fein Glcick)g.wicht nur roh-bcriinben, wenn es Ruß anb und Deutschland wieder zur Geltung brächte. Aus ben Parlamenten unb Völkern müsse bie menschliche Stimme ber Einigung, ber Sympathie unb ber M i l d e für bie Besiegten flammen. Ter Geist ber Rcvolutton unb ber Unordnung auf wirt­schaftlichem Gebiet könne nur bamt weichen, wenn Europa burch ben Geist bes Friedens er­neuert sei. Italien wolle diesen Weg verfolgen, weil über s. inem ©efül( des Haffes bas Interesse Europas stehe, bas von dem una: soleiblichen Ruin beb trotzt sei. Vor dem Völkerbunde gebe es eine Gesellschaft ber Völker Europas, die bte Bedingun­gen einer mensä^nivürdigen Existenz nneberfinben müsse.

Die Wieberaufnahme der Danbe.'sb'zv Hungen mit Rußland und bie Wiederaufnalime der Erzeu­gung in Deutschlanb dürfe aber nicht zu ber Mk |d}en Voraus etzung fülTcn, b-rh die Preie sctzbw- nigst geändert w.w:«n könnten.>' Ve zögerung würbe iuioeffcn das Problem schwieriger machm.

In ber äu ßeren Po litik fahre halfen ßori, ben Zustand eines völligen Friedens zu pflegen unb mit ber g n c;i We t zu amme zuardnen, b? o;i» bers zwisd)en ben Völkern Europas. D« Wied? r» Herstellung ber besiegten V ö l k ? r liege ganz besonders im Interes e ber Si.'gervölker. Die Besiegten müßten bie unmittelbaren Folgen bes Krieges tragen, ben sie entfacht hätten, aber sie müßten sich ber Verpflichtung entledigen durch Fortschritt, nicht durchZugrunberich- t u n g ihrer Existenzbedingungen unb durch Ver­armung. Italien wolle ein Instrument des Frie­dens fein unb bas Recht auf Arbeit für bte ganze Welt betonen. Wir wollen also, so sch' Nitti, herzlichste B^iehungen mit allen, insbesondere mit unseren Nachbarn. Wir wollen nicht ben Frie­den sausbau verzögern. Kein Berttag unb feine Konvention schränkt bie Hanblungsw ise Italiens ein, die nich! nur eine Mach: des Gleichgewichts barstellen soll, sondern ein Element ber Mäßigung unb ber Vertribigung ber Gerechtigkeit.

Zu ber Abriafrage erklärte außerdem Nitti: Wir wünschen im vollen Einvernehmen mit Frankreich und England zu handeln. Tarnst Ita­lien mit der größten Freiheit handeln kann, muß bie Abriafrage gelöst werben. Wir werden nie­mals von Jugoslawien etwas fordern, was un­recht sein ober scheinen könnte. Wenn die Grenz­frage gelöst ist, können wir mittels Handels­verträgen unb enget kultureller Beziehungen ums von neuem Jugoslawien nahem.

Im Laufe feiner Erklärung versicherte übri­gens Nstti, baß bas fremd? Kapital in Italien der Kapitals steuer nicht unterliege.

Die Kämpfe in (Efien.

_ . Essen, 23. März. (WTB.) Ein von anderer Seite verbreiteter Bericht über die Kämpfe in Assen entspricht größtenteils ben tatsächlichen Vorgängen nicht unb ist sinnentstellt. Die Kämpfe inelten sich nach ben bis jetzt vor regenden Mel- inngen folgendermaßen ab: Die grüne Sicherheits­polizei nahm erst vor etwa zivei Monaten in Ef'en bm Dienst auf. Es waren bei Ausbruch der lln- «ihen nur drei Hundertschaften in Essen, die im Se^auf ber Kämpfe um westet fünf Hunberlschaf- ton verftärkt würben, so daß im ganzer, dem Poli- yipräfibenten von Esten nur etwa taufenb Mann Sc Verfügung stauben. Diese würben verstärkt rch bie dort noch bestehende Sicherheitswehr, die «bet auch nüpt mehr stark war, da sie am 1. April «ufgelöst werden sollte, und eine Eimvohnerwoht, der größtenteils aus 93ärgertorifen gebildet wat unb beten Einberufung bei Ausbruch der Unruhen er» fulqtc. Außerdem bestand noch bie blaue Polizei. Slie vier batten bei Ausrufung bet Regierung Kapp nur das Ziel im Auge: Aufrechterhaltung der Ord­nung urto Verhinderung vetb echerischer liebet» griffe. Sie versuchten im besten Einvernehmen ihre Aufgabe zu erfüllen, auch als die Zahl ber Kom­munisten unb Spartakisten bis zu zehnfacher lieber- ircriit anschwoll. Die Kämpfe spi.'l^en sich folgenber- ma\m ab: Anr Montag unb Dienstag voriger 33oi\ benutzten bk rabifalen Elemente bie Auf- cngu\a, bie durch bie -Ausrufung ber Regierung Happ i> bie Massen getragen wat unb neran(falteten TöBfle Sttaßenbemonsttationcn. So sammelte sich tor t(m Rathaus eine größere Menge, bte in bas Vathaus rinsubtingen suchte, um bie Steuer» ersten herauszuholen. Der ganze Platz war schwatz. Ms bie Menge bas Rathaus zu stürmen versuchte, wachten bie Grünen nach öfterer vergeblicher Auf. Liederung, den Platz zu räumen, von der Schuß- luafk Gebrauch. Am Mittwoch war durch Sicbc- ningstruppen die Ruhe wieder hetgestellt unb bie mbifalen Elemente in Essen niederg w.'t en. In Wischen waten aber im übrigen Inbustriegebiet «rach stark: Kämpfe gewesen und bie Spartakisten bitten bort testweise, wo fast gar keine Reichswehr, Sicherheitspolizei usw. waren, bk Herrschaft an | sich gerissen. Sie versuchten mm ihre Herrschaft anszubresten. Ihr erstes Zkl war Essen. Totthin fiiMB sich ein zahlloser Strom, befonders von T-lsenkirchen. Als ein Lokomotivführer seine Ma feine abkuppelte unb feinen mit Spartakißen vo'l

bes Generalstreiks soll heute nachmittag in meh-f fpielsweise nur rin Bataillon weißer Truppen unb rcten Beriammlungen ber Arbeiter abgeflimnü unter seinen Soldaten in We.tairila befände sich werden. Die Zeitungen können wegen dos Buch- nicht ein einziger Weißer, was England nicht pe- bruckerstteiks nicht erscheinen. Es wird nur ein bindert habe, nach und nad) bad ganze Lend »ich

.Herr ber Lage. Am Sonntag wurde am Markt­platz nach hartnäckigen Kämpen bei Einbruch der 'Tunkelhest bet Hauptangriff ber Arbeiter ab- geschlagen. Am Montag unb in bet Nacht zum . ----- ...... ....., , Dienstag säuberten bie Truppen die Glauchauer

»». Anbere hatten im Ruhrgebiet die zwischen allen Vorstadt und bas Viertel am Hettstadter Bahnhof. Säbtcn fahrenden elektrischen Bahnen b schlag- Tie Arbeiter sind aus der Umgebung von Halle luchmt unb waren so auf ben elektrischen Bahnen abgezogen. Ucber bie Frage ber Forlbauer

rm Anmarsch. Die Essener Sicherhestspolizei trat biejen zuerst in Stoppen berg entgegen. Es ent­wickelten sich schwere Kämpfe. Die Spanakisten waten etwa 2000 bis 3000 Mann start. SBäbrcnb bet Nachts rückten aus Gelseirkirchen unb Bochuni riMlerc Scharen gut ausgerüsteter Srartatiiien gegen (Slfen. Im Innern ber Stabt ent Pannen ßch ebenfalls nxt tve neue Kämpfe. Tie Ordmmgs- truppen wurden von allen Seilen eingeschlossen. Vor der überaus grvs-en Uebetmach: wrichenb, zog lich die Siche rh.-itsivehr in die innere Stadt .... zurück. Ter Kamps um den Schlach:- und Vietzlavs Hilferding ben Abbruch bes Streiks unb ben Wasscriirrm am Ausgang nad> Steele nnpfohleu fy tten, hat nunmehr die gesamt' Stvrik- war b.sonders h ftig. Am Fr Lag normt tag wur- klung be Wiederaufnahme ber Atbtst für mor» den vom Ober bürget meiner unb bem Polizeipräsi­denten tBeritinbtungen mit ben Spat a iaen ei. i ge­leitet. Gegen 12 Uhr mi tags stellten die Sparta- liften ber Führung ber Sicherheitspolizei ein Ulti