W ®‘„n’ ZN* i.Zahnpasta 'Ät W Die rolHenftfiaftlid? erprobten Zahnpstegemiuel Qfl nach Zahnarzt Bahr. \wnr*
Rreex-Drogerle.yabnbofrtr., Dronrle roe Kreupleti
„Jo, es ist richtig Aber nach bet Art der Beziehungen, die von Anstma an zlvischen Brandt und nur bestanden hatten und noch den bisherigen Gepflogenheiten unseres Verkehrs durfte ich mich dazu in seiner Abweserchrit wohl für berechtigt halten. Ich hätte dasselbe unbedenklich auch dann getan, irenn edva jemand mit einem dringende« Rezept des Kollegen Barenthm an die von ihrem Inhaber verlassene Apotheke gekommen wäre."
„Derr Brandt ist über Ihre Berechtigung anderer Meinung. Aber wir können das zunächst aus sich beruhen lassen. Wichtiger ist mir, zu erfahren, was Sic an jenem Abend hergestellt haben."
„Es waren die Baldriantropfen für Frau Falkner."
„Warum sagten Sie denn bisher, daß Sie fte Ihren eigenen Vorräten entnommen hätten. Wenn Sic Ihr Beginnen für so unbedenklich halten, halten Sie doch keinen Grund, es zu verheiiw- Hdxn."
„Es mag eine Torheit gewesen sein. Immerhin hatte ich meine Gründe."
„Die Sie mir nicht nennen helfen ?"
„Nem."
„Brandt hatte den Schlüssel zum Giftschrank stecken lassen. Mutzten Sie, datz das ferne Gewohnheit rrxrr?"
„Nein. Ich war vielmehr von seiner Leicht- fettigkeft in hohem Maße überrascht."
Aber Sie trugen fern Bedenken, sich dreie Leickttfertigkeit zu Nutze zu machen, indem Sie Öen Giftschrank öffneten, um ihm etwas zu ent* nehmen."
(Fortsetzung folgt)
Sroettes Blatt
Eigner Anzeiger (General-Anzeiger sm Gberhessen)
llr. 502
Donnerstag, 25. Dezember 1920
die Mutter des
teil wurde verworfen, obwo^
1*
v?m' 1
e. V., W**
1.
jnitf®
Mw uachtsfch
W
is praktische ; iohenk für Herein vielen Fark: I
und eroSer Atu»»- ■
65.00.50.00 |
35.00 und 1 W
das Innere zu sehen und bat die Abordnung, die Schatulle zu öffnen. Der Führer der Abordnung, ein biederer, wohlbeleibter Hand" werksmeister, suchte Rock-, Vosen» und Westentasche, Geldbörse und Brieftasche ab nach dem Schlüssel, fand ihn aber nicht. Endlich, als er ganz verdattericht einen Augenblick nachgeson- nen, griff er nach der Stirn und seinen Lip>- pen entfuhren die denkwürdigen Worte: „Ge- wirrer noch eninn, do hunn eich hol' mich der Deubel, den Schlüssil derhaam im Noacht- schränkche leche gelosse!"
** Diebltahl. In der Zett von Juli bi» Tezember l. Is. wurden dahier von einem jungen Mann nachstehende Kleibungs- und Wäschestücke gestohlen: 2 weiße Bett- irnb .stissenbezöge, drei weiße Tomen Hemden, 4 weiße Damenunterhosen, 2 große und 2 Honte weiße Schürzen, 1 Aermel- schürzc, 3 .'öausschürzen, 1 Unterrock, 1 Jrteiöer- rock (blau mit Ueberwurf), 1 schwarze Lvstüm- facke, 9 neue .Handtücher und 1 Waschkleider rock ।fd’toari mit weißen «Streifen). Wie zweifellos sestgestellt ist, hat der Tieb die Gegenstände m Güßen verlaust. Tie Käufer werden ersucht, den Ankauf ber Sackjen bet der Krimmol-Abtcilmig zu melden, andernfalls sie sich ftrafbar machen.
** Freibank. Frettag, von 11 llhr vormittags ab, findet Fleisclzverlauf statt.
** Ter Reichsbund der Kriegsbe- schädigten, Kriegshinterbliebenen und ehern. Kriegsteilnehmer feierte am letzten Samstag auf der LiebigShöhe sein Wcih- nachtssest. Eingeleittt wurde die Feier durch eine Kinbcrbcschenma, die am Nachwitürgr von 5—7 Uhr stattfand. Durch Samnilungen und freiwillige Gaben war ber Reichsbund in die Lage versetzt, über 400 Kindern von Kriegsbeschädigten und Hinterbliebenen eine Weihnachtsfreude in Gestalt von nützlichen und zweckmäßigen Gesckxmken zu bereiten. Ter Abend war der Unterhaltung und Fröhlichkeit gewidmet, verschönt durch Tar- brctungeii aus den Streifen unserer Mitglieder. Mit einer Berlosmig und anschließendem Ball schloß die Feier.
Landkreis Gießen.
_s_Großen-Linden, 20. Dez. Eine schöne Weihnachtsfeier mit Bescherung der Kinder veranstaltete gestern der Kaninchen- und Ge- slügelzuchtverein im Saale des Gastwirts L. Faber. Lebhaften Beifall ernteten die Weih» nachtsgedichte, welche die Kinder W. Sommerlab, M. Euler und O. Sommerlab vortrugen. Der Gesang von Wcihuactasliebern wechselte mit Konzert und Vorträgm. Der Vorsitzende des Vereins, L. Sommerlad, dankte allen Mitwirkenden.
S. Lang-Göns, 21. Dez. Wachtmeister Großhaus gelang es dieser Tage, zwei Frauen von Offenbach zu ermitteln, welche falsche Fünfzigmarkscheine ausgaben, wodurch mehrere Landwitte iunb Geschäftsleute geschädigt wurden.
x Lauter, 22. Dez. "Da der bisherige Organist der Gemeinde den Dienst gekündigt hatte, schlug ihm der Kirchen Vorstand einen freien Vertrag mit dem von der Behörde empfohlenen Gehaltssatz vor, aber leider hatte sich der Organist m fernem Serbanb für die mehr als doppelte Forderung ehrenwörtlich gebunden. Auch die Bereitschaft des Zkirchenvorstands zu enter weiteren Erhöhung um 1OO Mk. war somit vergeblich Ter Kivchenvorsland hat nunmehr einem hiesigen jungen Landwirt den Dienst für 600 Mk. übertragen.
Starkenburg und Rheinhessen.
rrn. B i n g e n a. Rh., 20. Dez. Bei einer dieser Tage hier veranstalteten Treibjagd wurden etwa 500 Hasen zur Strecke gebracht, deren Wert auf 25 000 Mk. geschätzt wird, während der Jagdpächter nur 4000 Mk. Pacht zu zahlen hat. Aehnlich liegen die Verhältnisse in Wörrstadt. Dort wurden bei einer Pacht von 12000 Mk. pro Jahr auf einer Jagd über 1200 Hasen erlegt, die eine Einnahme von über 60000 Mk. erbrachten.
grundlos erweisen möge. Dazu aber bedarf es vor allem Ihrer vollsten, rückhaltslosen Aufrichttgkett. Jede Entftellimg der Wahrheit jedes bewußte Verschweigen eines wesentlichen Umstandes Bann nur zur Verschlimmerung Ihrer Lage beitvagen. Sie können sich selber keinen besseren Ttenst erweisen als damit, daß Sie aus eigenem Entschlüsse alles zurücknehmen, was in Ihrer bisherigen Darstellung den Tatsachen nicht entspricht."
Er hatte es fteundlich und mit fühlbarer Wärme gesprochen. Für einen Augenblick begegneten sich die Augen der beiden Männer. Tomi, nach einem tiefen Atemzuge, erwiderte Germering :
„Ich danke Mien für Ihr WvUwollen, Herr Amtsrichter: aber ich habe nichts zurückzunehmen. Und es bereitet mir eine große Erleichterung, datz ich mm endlich erfahren soll, wessen man mich eigentlich verdächtigt. Sett einer langen Reihe von Tagen leide ich unter der niederbrückenden Empfindung, daß man mich für einen Bösewicht hält Aber ich ahne nicht, worauf sich dieser Glaube stützt. Jetzt darf ich wohl ermatten, datz Sie es mir sagen."
Ter Amtsrichter hatte wieder eine undurchdringlich ernste Miene angenommen.
Nachdem Sie mir einige wettere Fragen beantwortet haben werden — vielleicht. — Ist es richtig Herr Tokwr, daß Sie am 14. Juni zu später Abendstunde die Apotheke Ihres Hausgenossen Brandt betreten und ui der Meinung, datz Sie unbeobachtet seien, eigenmächtig und widerrechtlich aus seinen Vorräten irgend ein Präparat hcrgestellt haben?" ___ .
Diesmal war bte Zett, berat Germenng zur lieberiegund bedurfte i<Hr fer*.
r thr;
wt
WbtßT‘
Uns dem besetzten Gebiet.
Die Technische Nochilfe im besetzten Gebiet.
Anfang November brach in den Irrenanstalten Alzey und Goddelau ein Streik der Arbeiter imb Pslegemigeswllten aus: die Dftektion der Heil- unb Pflegeanstatt wies fti einem Schreiben darauf hin, daß durch das Aussehen von Licht, Heizung und Verpflegung ein großer Teil ber hilflosen Kranken m Lebensgefahr gerate unb außerdem die Möglichkeit gegeben fei, daß gemetti- gcfähtliche Geisteskranke entuxidxn und dic gesamte Bevölkerung in ernsteste Gefahr bringen. Tiefes Beispiel ist ein Zeichen dafür, wie notwendig eine Technische Nothilfe auch für das besetzte Gebiet ist, in dem ihre Drganifation bekanntlich durch einen Beschluß der interalliierten Kommission seinerzeit verboten worden ist.
Ein ähnlicher Fall ereignete sich aus dem Hüttenwerk Rote Erde bei Aachen: Am 30. Oktober traten etwa 2000 Arbeiter wegen Lohnforderungen m den Streik, und in kurzer Zeit stand das ganze Werk still. Notstandsarbeiten zur Aufrechterhaltung des Generatorenbetriebes und des Bettiebes Der Dampfturbinen wurden verweigert, so daß zwei Martinöscn „eimroren" und infolgedessen ein Schaden von 2—3 Millionen entstand: wie die Direktion ber Hüttengesellschaft ber Roten Erde erklärt, hätten 30 Nothelfer biefen Schaden verhüten können.
vüchertisch.
— Ludwig Thoma, Der Iagerloisl. Eine Tegemseer Geschichte. Umschlag- unb Ein- banbjeidjnutig von Wilhelm Schutt. Verlag von Albert Langen in München. — In seinem „Iagerloisl" schenkt uns Lubwig Thoma wieder eine Er- zählung von dem behaglichen Humor und ber sonnigen Liebenswürbigkett, bte seinem Roman „Allaich" zu einem so ungewöhnlich großen Erfolg verhalfen haben. _ « - „ ■
— Fulba, Lubwig: Das Bu ch der Epigramm e. Eine Auswahl beutscher Sinngedichte aus 4 Jahrhunderten. Propyläen-Verlag, Berlin. In dauerhaftem Pappbanb 30 Mk. Einbaud- Entwurf von Hugo Steinev-Prag. — Dieses Buch ist ein Zeugnis vom Reichtum deutschen Witzes. In meisterhafter Einleitung charakterisiert Fulda bas Wesen bes Epigramms als ben witzigen Ein- fall, bem kunstgerechte Form sprühendes Leben verleiht, als den geschliffenen Diamant, bei dem Stoss und Form in vollkommenem Einklang stehen.
— Paul Keller. Ter Sohn ber Hagar, Roman. Bergstadtverlag Korn. Leipzig. Beschauliche, herzliche, schlichte Heimattunst.
Stoft zugesetzt haben könnten, halten Sie für aus- gefcHoffen?"
,,Für gänzlich ausgeschlossen.
,Au<b die Fbasche, m der sich das Medikament befand, können Sie nicht mchr beschreiben?"
Nein Aber bte Beschreibung, bte der Kriim- nal-ikommissar gestern machte, mag ungefähr zutreffen." .
,Alles in allem genommen, erßaren sie bem- nach' weder mittelbar noch unmittelbar irgend welchen Anteil an dem Tode der Frau Signe Falkner zu haben? Sie sind gewiß, dav.^Ste ihn weder vorsätzlich noch durch oohrlassigkett herbeigeführt haben können?" ,c &
„Ich bin dessen ganz gewiß, Herr AmtS- n^C>mt eS sich so verhält, warum haben Sie nur dann eben in so vielen Punkten die Unwahr-
Germering machte eine rasche,^ungestüme Bewegung, so daß das Rücken seines Stuhles deutlich hörbar war. Er zögerte mit ber Antwort: bann aber sagte er anscheinenb ruhig:
Driin Sie mich auf emer Unwahrhett ertappt zu höben glauben, so erwarte ich den Beweis."
Ter Blick, den EberH ihm zuwars, war eher schmerzlich als zornig.
.Sie sollten Ihre Aussagen lieber aus treten Stücken berichtigen, Herr Tr. Gennerrng Ich sitze ja hier nicht über sie zu Gericht. Unb wenn wir auch nicht vergessen bürt en, baß ick. Ihnen als Justizbeamter gcgenüberstehe, dürfen sie boch immerhin zu mir spreche, wie ber Marmzum Manne. Ick verhehle ^hnen nicht, daß iich em schwerer Verdacht ge^ sie hat Ich
natafcfc Md hoste van Herzes datz er fuh als
die Kalkner aufLmüenhöhe
Römern von Reinhold Ortmann.
pkachdruck verboten.) Fortsetzung 67.
LZon ben Umständen, die chren Tob veranlaßt • ober begleitet haben, wissen Sie nichts?
Nem — nichts."
y^Bann wurden Sie am 27. Juni nach Nieder- ^^EsÄ^chneinhalb llhr gewefm sein, als btt tragen des Herrn Renting an meinem Hause vörsuhr. Auf bte Minute vermag ich es nicht an- l i haben Sie die letzten Stunden Mgebrocht,
bie liefern Zeitpunkt Doanifgirtgai?'
n»r gegen sieben von einem Kvanken- Exiud) nack Hause gekommen. Tonn atz ich tn met- - stbenb, -md m-cht-, <4
ropfsckmerzen hatte, noch emen Spaziergang.
„Einen Spaziergang — motim. „
„In bte Felder außerhalb des Ortes.
-„Sie waren dabei ällein?"
,,Ja — ganz allein."
,Unb Sie sind in Ihre Wo-hmmg zurück- gcke^rt, ohne jemanden begegnet $u femr
„Wenigstens bann ich mich an keine Begegnung emtnern. . _. ...
„Unb ime spät war es, als sie wieder tn Ihrem Hause eintrafen?"
„Es war kurz vor bet Ankunft des Reulmg- fihen' LSagens." .
Ter Amtsrichter blätterte m den vor ihm siegen den Akten.
„Tatz Sie der Baldrian-'Arznei statt ber Dcor- ShMlötimg versehentlich einen anderen- giftigeren
Am» Stadt und tand.
Gleßen, ben 23. Tez. 1920
Die Zwölf-Nächte.
Von ber Fülle bes Aberglaubens, ben das deutsche Voll aus ber Zeit seiner Urväter übernommen hat, ist besonders einer bis auf ben heutigen Tag erhalten geblieben: ber Glaube an die Zwöls-Nächte. Tiefer ©taube ist ein Rest aus ber deutschen Göttersage, nach welcher die Bewohner Asgards unter Wotans Führung mit Lärmen und Toben Umzug hielten, als „imitenbed Heer" durch einfame Wälder und Gebirge jagten. Wer den „Unholden" begegnete, mußte sich hüten, sie durch irgend welche Zurufe M erzürnen, dewi sonst ergriffen fte ihn schleppten ihn ein Stück des Weges mit sich fort und überließen ihn endlich in wildfremder Gegend feinem Schicksal. Tiefe Streifzüge der Götter versimibildlicksten den Kamps der Naturkräfte rn der rauhen Jahreszeit. Die Nacht des Winters ringt mit dem Licht des Frühlings, der Tod mit dem Leben. Da in den Zwölf-Nächten überirdische Kräfte walten, tarnt man einen Mick in die Zukunft tun. Daß die Träume dieser Nächte im Laufe des nächsten Jahres m Erfüllung gehen, steht noch heute bei manchen Leuten felsenfest. Auch die Witterung soll in dieser Zeit für die nächsten zwölf Monate vothildlich sein. Ursprünglich hießen die Zwöls-N ächte „reiben naht" — geweihte Nächte, später legte ihnen der Vollsmmtb allerlei andere Namen bei, wie Rumpeln ächte, Laßtage, billige Tage, krumme Tage. Meist bezeichnete man damit die Zett vom 35. Dezember bis 6 Iannar, in einigen Gegenden wird sie jedoch vom DhomaS- bis Dreiköntgstag oder trern 2. 6iS 13. Januar gefeiert. Für diese Zeit gibt es zahlreiche Vorschriften. So soll man selbst kein Holz spalten, aber den Armen im Walde nach Belieben davon abhauen lassen. In dieser Zett gebackenes Brot sättigt nicht und der Getreide- vorrat reicht nicht bis zur nächsten Ernte. Ferner soll man nicht spinnen, nicht über Kehricht steigen, kein schmutziges Wasser über Nacht stehen lassen, keine Wäsche aufhängen. Wer diese Gebote ber Zwöls-Nächte Übertritt, hat Unglück bei allem, was er tut, unb in fernem Hause erscheinen Kröten unb Frösche. •
** Gießener GemeinderSie am Großherzoglichen Hofe. Als Seitenstück zu dem in Nr. 298 des Gießener Awzeigers gemeldeten Zwiegespräch zwischen dem Großherzog und dem Bürgermeister Vogt teilt uns em Leser folgendes mit: Aus Anlaß eines Fannlienfrsttages im damaligen Großherzoglichen Hause hatte der Gießener Gemeinderat beschlossen, dec Großherzogin Mathilde eine künstlerisch ausgestattete Schatulle zu schenken und mit der Überreichung eine aus Gemeinderäten bestehende Abordnung nach Darmstadt geschickt. Die von dem Geschenk entzückte Großherzogin wünschte, nachdem sie die Schatulle äußerlich betrachtet, auch
MW wech pn ßl. Kl I R. 18.60, UIP vivnMtk KlL
U 18.00, M M6.MI
bfleisch
P. in temiperamentvoller Weise alle Mühe gab, ihren auf Abwegen gerate—n Sohn als unschuldig hrnzustellen.
Kein gelinder Schrecken trerchsuhr bie 13jähri^' Erika W. in Staufenberg, als sie am 2. November l. I. beim Versuch, bie unteren Räume ihrer dtcr täten WohniM zu verschließen, plötzlich einen Mann aus einem ber Zimmer kominen sah, ber vorgab, er wolle um eine Tasse Kaffee an halten Es stellte sich heraus, daß er imbemrrft bas Hau» betreten unb 209 Mark in Papiergeld entwendet hatte. Er wurde zu 5 Monaten Gefängnis ber- urteilt: ein Mitangeklagter mußte freigesprochen wetten.
Auf Berufung der Staatsanwaltschaft wurde bie gegen ben Gastwirt K. B. aus Frankfurt a. M. wegen Widerstands und BeleSngung eines Dolrzei- beamten vom Schöffengericht «kannte Strafe von 75 auf 500 Mark erhöht. Er hatte mr»ulässiger- weise in RobheiM v. b. £>., also in hessischem Ge- fna, Milch gehamstert unb war deshalb von einem Hilfsvoli-zeibea'mten angehalten worben. In ferner Erregung gab er diesem einen Stoß vor die Brust und beleidigte ihn. Der gteidifall-5 toegan Be- Iribtgimg angefiagte Metzger unb Landwirt R.
zu Muschenhettn unb ent wen beten bei bttser Gelegenheit ehi Meib imb eine Bluse Am gleichen Tage versurt.leii fic in eine Arbeite hüt le bei Birklar einznbr«ck.»n, wurden über überrascht daraus urtternahmen alle drei einen EftibruchS- diebstahl hi einer Mühle bei Nieder-Bessingen. M. R. batte bereits bie Sckftbe eines Fensters eingedrückt, doch wurde ihre dlbsicht rechtzeitig entdeckt. Beide R imb berrits wegen TiebliahlS oor^ bestraft unb muffen ihre Straftaten mit je drei Monaten Gefängnis büßen. S. war beute nicht abzuurteilen.
Der bereits vorbestrafte Arbeiter H. L. in Gießen entwendete Anfang Oktober 1920 einer in seinem Haufe wohnenden Familie 13 Säcke aus ihrer Bodenkammer und machte fü* zu Gelb Ehrlickier Arbeit aus bem Weg? g?l>enb, erfand er mit bem Schäfer H. W aus Salzböl>-n eineu Gaunettrik, um sich OKlbmittd zu ocridxiifen. Sie btadjitn in brci Filialgeschäfie der bieiigen Firma Teipel eine geringe Menge Kohlen, die fte an der Bahn gelesen hatten, ließen sich von der siilial- lettetiu ben Enrpfcmg beschönigen unb änderten die Bescheinigungen burdi Zusatz einer größeren Zentnertzahl ab In dem Hauvtgeschäst am Marktplatz zeigten sie sie vor und erhielten auf diese Weise einmal 200, das zwtitemal 150 Mk. für 8 und 6 Zentner?, obwohl sie nie mehr wie einen Zentner geliefert hatten. Beim dritten Berfuch wurden fie verhafte! Das Urteil gegen L. lautete aus 9 Monate Gefängnis wegen Diebstahl-, Urkundenfälschung mW Betrugs W. wirb später abgeurteilt.
Der Diebstahl von Altmetall ber Firma Rothenberger in ber Nacht zum 20. Februar l. I. sand TtcuIc ein Nachspiel durch bte Verhandlung gegen den Schweizer M. F, der sich zur Zeit in einer anderen Sache in Haft befinbet, wegen Hehlerei. Er sollte bei bent Absatz bes Mtmetalls mitgewirkt haben, nrußt^ aber mangels Beweise- freigesprochen werden.
Durch bas Schössengerickt BackRauheim wir ber Hausburschc H. P von Wetzlar uxgen Diebstahls von 4 silbernen Messern unb einer Laterna utagioa mit 21 Ratten zu 2 Monaten Grsängnis verurteilt worben Die Beruftuig gegen bieses Ur-
steh kein Mensch mehr auf die Straße wagt. Beamte und Arbeiter weigern sich, am Nachmittag ihre Wohnungen zu verlassen, so üaß allgemach aua) das Wirtschaftsleben stark in Mitleidenschaft gezogen wird.
Gießener Strafkammer.
Gießen, 21. Dez. 1920.
Der Reservelokomotivführer O. K. aus Nibda war von ber Anklage, vier ber Eisenbahnverwaltung gehörige Eisenstäbe unb einen Eisenklotz ent» wen bet sonne eine kupferne Platte unterschlagen zu haben, mangels ausreichenben Beweises burch bas Schöffengericht freigesprochen worben. Auf Be- treiben ber Asriibcchnverwaltung legte bie Staatsanwaltschaft gegen bie Freisprechung Berufung ein, doch wurde sie heute trotz mancher Widerspruche K.'s über die Herkunft der Sachen zurückgewiesen: die Beweisaufnal/me war durchweg günstig für ihn.
Am W. ÄUi l. I. trieben sich benHilfsarbetter K. R. aus Altenessen sowie fern noch jugemblicher Bruder Heinrich zusammen mit einem gewissen S. in Muschenheim unb Umgegenb bettelnd umher. & R. und S. kamen tobet in das Haus der M. St.
FEE
00 u. 28.00 k mDateien Mm er Psund M. Ä.I er Psund M. KJ er Pfund M. 2|J
Margarine'!
aspe».».Pa<kens|Wz
md Mark 3.0lh|
Wie er in Posen aursieht.
Bon entern ans der Stadt Posen zurück- ^ekehrien Deutschen wiro uns folgendes Bild sou oer Laye gezeichnet:
Der Militarismus ist tot — es lebe ocr AkNtarismus! Man braucht nur Oie heutige Hrenze unseres lieben Baterlanoes zu überschreiten, um eS sogleich mit Staunen wahr- iunehrnen. Besonoers auffällig wirkt der Kontrast im Posenschen. Trefflich haben uns ! <ie Hernen Polen den so arg verlästerten preußischen Drill abgeguckt. Fast jeoer fünfte Mann ist unter den Waffen, und die Manneszucht wird mit aller Schärfe aufrecht- .rhalten. Da der Stamm ber jetzt polnischen Truppe oort aus deutschem Material besteht, :ud eine große Anzahl Soldaten seit sieben fahren ununterbrochen unter den Waffen ■mb, so haben die Polen uns alles nachgei- l nacht, was sie einmal höchst verabscheuenswert an uns fanden. Es mutet den durch die Revolution „befreiten" Deutschen eigenartig in, wenn er da drüben wieder die Wache im Zaradeschritt, genau in dem Aufzug, wie irüher bei uns, zwei Mann an ber Spitze, -mit klingendem Spiel aufziehen sieht. Sie nagen einen dec deutschen Sturmhaube getreulich nachgebildeten Helm, auf dem als ein- $tpe Abweichung der polnische Adler erglänzt. Km und wieder kommt es vor, daß ein Mann sich vor der Wache drückt bei der straffen Disziplin greifen die freiheitlichen Gelüste der Mannschaft jedoch nicht um sich. Im Verkehr mit der Bevölkerung ist der Ton durchaus fteundlich. Man hört zwar kaum noch deut-- che Laute auf den Straßen, wie beim auch alle putschen Aufschriften und Schilder haben ent- imrt werden müssen. Um so erstaunter ist rtan, auf die Frage nach dem Wege von einem Polizisten im reinsten fließenden Deutsch Höf- lchst Auskunft zu erhalten. Man gibt sich Überhaupt jetzt sehr nett zu den Deutschen, hat augenscheinlich so etwas wie Respekt vor diesen Lehrmeistern wider Willen. So hört man auch wenig Klagen.
Ungemein teuer ist die Lebensführung. Vosen geht darin russischen Zuständen entge- Ttn. Wer aber das Glück hat, in deutsches Währung zahlen zu können, findet, daß er bil- iger lebt als zu Hause. Wenn auch der Gäpso- hraten mit 80 (polnische) Mark auf der .'Parte steht, für den deutschen Gast macht das | nur etwa neun deutsche Reichsmark aus, unb Dflfür kann man sich in der Reichshauptstadt | bekanntlich nicht den Genuß eines Gänsebra- 'eneffens leisten. Ern steifer Hut, der im Fen^ ■ fter mit 850 Mark ausgezeichnet war, kam ■ bent deutschen Besucher auf noch nicht 90 Mk., I also auch viel billiger als bei uns. Die Eng^- I änber und Franzosen kommen bei ihren Ein- I l'fiufen natürlich noch sehr viel besser fort. »„Denen wird noch was zugeschenkti', bemerkte ■ bitter ein Pole, der die Unterhaltung mit an- I gehört hatte. Und dieses Mißverhältnis in den Währungen gibt den sranzosenbegeisterte» Po- I len allmählich zu denken.
Die Teuerung in Polen selbst muß gera- ■ bezu entsetzlich sein. Ein Brot kostet bis zu ■ 50 Mk. Bei der Markenwirtschaft herrschen hie unglaublichsten Durchstechereien, so daß die iitme Bevölkerung überhaupt nichts bekommt. Selbst die Fahrkarten auf der Eisen- ■ bchn sind nur noch im Schleichhandel zu be- femmen, weil die Beamten auf den Schwindel i angewiesen sind. In Warschau hat man die i Hotelzimmer zum Teil an sogenannte Woh- I irungslose abgegeben. Diese wohnen aber nicht I harte, sondern vermieten sie durch den Portier irn Reisende und verdienen so ihr Geld. Alle diese Verhältnisse sind den Oberschlesiern 15 zum großen Teil nicht unbekannt.
Bezeichnend für die Lage in Polen ist «ich die Tatsache, daß sie ihre Eisenbahnen btn Amerikanern zum Kauf angeboten haben. Diese wollen aber nur auf die Sache eingehen, iVenn sie auch die Bahnpolizei übertragen be- tfimmen. Polen lehnt diese unerhörte Zumu- 1 I mg ab, und das scheinen die Arnerikaner ge- f wollt zu haben. Anscheinend sind die über die B Zustände in Polen gut unterrichtet. Der Ter- II ar in ben oberschlesischen Grenzbistrikten bis | weit in das Land hinein ist so unglaublich ge- I iDotben, daß vom Einbruch der Dunkelheit an


