Erstes Eiet!
170. Jahrgang
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fluffung" ist, das wissen alle Be eilig'en zur Genüge, und da hat auch die „Berücksichtigung der Kriegspsychose" absolut nicht mitzusprechen. Der Minister wallte, das ist unsere Ueberz-eugung. den Gewerkschaftsführern in der Sache „entgegenkommen". aber in der Form dieses Entgegenkommens Vorsicht malten lassen. Das ergab indessen die Zweideutigkeit seines Vorgehens dem Gericht unb den Staatsanwälten gegenüber. Don der allergrößten Bedeutung waren für uns die Folgeerscheinungen des ministe- riellenVorgehens,die auch, bevor wir noch irgend ein kritisches Wort zu dem Falle schrieben, in triumphierenden Artikeln der Linkspresse zum Ausdruck kamen, und womit tatsächlich der Eindruck ci:ie3 Fehlurteils in der Lefsentlichkcit verbreitet wurde.
Dir halten die Befähigung des Herrn von Brentano für einen Mini erposten nach den von ihm vorliegenden Leistungen für un» bedeutend genug, aber ihm Achtung zu ver-
ebingungen:
undstuckm üu6
zum 9iod miitaa voihei ohnr jcdk 'Lcrbii'.Dhdjkctt Preis sur l nun t.hhe iür Anzeigen v. 34 mm 'Breite örtl et. 35 Pf., aufwärts 45 Vf.; für Reklame. Anzeigen van 70 mm Lre ie 130 Vf Bei Platz. Dorfdiri.t 2v". Auf.chwg. Hauptfchnjt eiter. '21 ug. Toctz ‘Btruntroort^id) für Po'itik: Auq Goetz; für den übrigen teil: Dr, Titmholb Ienz; für den Anzeigenteil« h. Deck, sämtlich in Dietzen.
Die DcIferbunösDcrfammlung.
Genf, 22. Nov. (Wolff.) Bur Bevann'g fVntb bnrte ein Antrag twn L'rd Role t Ee '1, da' r g-'Ienb, daß sich der Wörter furzte al un e zl glich mtt der armenischen Frage beai-n f'Ile unb tast b r B 'teibn b’: e'trmmli ng ^'or‘r'<ä e intterbrei et ne.-'e t sollen tu - R ttu, g re5 Rest S des armenis^-e i Vol e.' Bivtanr «Frn- k n ') rxrrbtc sich orgen den Jufatzantrag am Einsermg crxr Svezlalkommissimr für Arme e'. Ttcie K-'mmt's - n dürfte kaum ?u m en ro i i e' Er- gr5rni§ kommen, rxrchbem der Böl'e'5u ds a' b s' er nichts erreicht habe Bivrani Ve ite de t Anl ar, der Rat solle sich mit euer qroV-e t Ma'l't rcrflcn* diffm, ju dem Zweck, datz d e'e sich mit den Verwick- Iirngm in Armenien be'chäf'ige unb brt Rude imb Ordnung fH’te, damit bte Feiitde'tg'eiten in Armenien ein Ende fnten. Es mürben sch!restlich die Anträge Cecils und VivianiS angenommen, unb zwar einstimmig.
totmiitagi tolttigemg^-
.K tii* ttober 1929 Ans G. 7,.
Die Crmorduna m Gsfizlren in Dublin.
London, 22 Nvv (Wolff 1 Aus Dublin wird unter dem 20 b. M gemeldet, daß morgens 9 Uhr in verschiedenen Teilen Dub'i rZ ein allgemeiner Angriff auf Offiziere statt- 'and; auch ehemal'ae Of'iziere wurden in ihren Wohnungen angegrfsen. Im ganzen wurdet vierzehn Personen getötet und sechs verwundet. Drei der Mörder konnten f-ftee-'ommen wer>n Zwei Polizisten, die zur Berstä'-k'mg aus- aesandt worden waren, wurden auf dem Wege er» schossen. Unter den Toten besarde t sich mich zwei Kr'easgerichtsofsi'iere. Polizei und Mi'itär veranstalte en nachmittags eine Razna in der ganzen S'a'st. D«e Bürger sind von einer Panik ergriffen:, da sie 93 i -'herhetgef tun gen befürchten.
Eine snäter eingetroffene Reutermeldung b-- fagt, dast sich unter den in Dublin aetöteteet Offizieren ein Mafor. fünf Hmft'eirte, ein Hauptrnmur a T. und ein Leutnant befinden: unter den Verwundeten be'inden sich zwei Obersten, ein ,^aunt> mann und ein Leutnant. Die Zahl der Versrrn-n, die die Morde ausführte, betrug 12 bi? 24. Zahlreiche Dprer befanden sich noch im Bette, als sie annenriffen wurden. Ein Hau"tmmm wurde im Schlafzimmer in Gegenwart feiner Frau e-frfrffen, nach>m er zuvor seinen Angreifer, fer hierbei gefangen genommen wurde, verwu-det hatte.
Einer Meldung der „Tägl. Rund'chau" wrs i'tr^vn Aufolg', kam es wegen ter Dirr^lle in Dublin im Unter bau Fe y\ einem £>anb* ge me n ge. Ter iri^e Ab-'enrdi-e'e Devlm nm-b» tnrt rf-em anderen Mit"i e ixui'e? am Snre- rfien durch töt'i^r An'r st reckst'de t. In dem 5danfe berrstlste eine folt'x Aufregurg. tast der Präsident die Sitzung mt.'erb.e^c.i mußte.
ttes.
(Kreis MarbM Marburg) ist dir -Gräscnrtd« mV unb aus bem angezlii^cl!
w i e der Justizminister mit einer Eilkarte hinter dem Geueralflaatsaiiwall herläust. Diese oben wörtlich mit geteilte (Silfarte würde allein genügen, das höchste Mistfallcn, das tiefste Befremden aller Richter unb Staatsanwälte hervorzurufen. Man braucht wirklich ki.in „Frondeur" zu sein, um aus di.ser Eilkarte etivas ganz anderes als strengen Rechtswillen unb klare Zielbewutzthcit zu entnehmen. Diese Sätze finb nicht nur von hilfloser Hast unb von einem Mangel an Gründlichkeit, sonbern offen.icht ich auch von der Angst um bie Stillegung des Babcbe- triebs gesättigt. Ter Verfasser äußert feine Ungeduld, „die Haft bauere ihm reichlich lange", es werbe gebroht unb es sei , nur zu prüfe n", ob bie Verhaftung nicht ihren Zweck erreicht habe. AuS der Darstellung bes Iustizminifters geht !>ertwr, daß er bi? grob droh nden B.schw.rdef..hrer wiederholt empfangen Hot, dast er infolge des Eingreifens der Gewerkschaften auch den Ober.laats- anwalt in Gießen, unb zwar, wie einer Feststellung des „Darmstädter Täglichen Anzeigers" zu entnehmen war, in einem Privatschreiben, ersuchte, etwas zu unternehmen, was zu dessen Dienstpflichten unterer Meinung nach gar nicht gehörte, nämlicy die Nauheimer Deputation zu empfangen. Der Verlauf dieses tatsächlich erfolgten Empfangs in Gießen ist denn auch em ganz klarer Beweis, wie verkehrt die Hand- lungsweise des Herrn von Bren'ano gewesen war und nach welch bedenklicher Richtung hin sie gewirkt hat. Die Nauheimer Herren glaubten auch hier mit Drohungen etwas xu erreichen und sie ließen durchblicken. daß sie den Justizminister bereits breitgeschlagen hätten. Der Minister kann eS nicht bemänteln, so krampfhaft er sich auch bestrebt, daß die Deputation es wußte, daß ihm, dem Justiz-- minister, die Untersuchungshaft zu lange dauere. Es berührt ganz eigentümlich, daß er auf der einen Seite es bestreitet, vom korrekten Wege der Justiz abgewichen zu sein, daß er auf der anderen Seite aber mit so beweglichen Worten die Zwangslage der gefährlichen Verhältnisse in Nauheim fchildert. Er spricht es selbst aus, daß er als Staatsminister auch die „allgemeinen In eressen" »u schützen gehabt hätte. Nun, ro i e er bt.fe allgemeinen Interessen wahrgenommen hat. Darüber zu urteilen war un'ere Zeitung berechtigt und verpflich'et. Wie gliubcn nach- gewiesen zu haben, daß er durch ftine ft a 6 i - ne11sjustiz — der Ausdruck ist ja nichts anderes als eine Bezeichnung für die von Herrn von Brentano reore ich umschr'ebenen, unserer Meinung nach allerdings fragwürdigen Pflichten unb Befugnisse eines Just zmini- sters — die allgemeinen Untere ff en ernstlich gefährdet hat. Das Auftreten der Deputation in Gießen ist der schlagendste Beweis. Uebri- gens, über den Wortlaut ober Inhalt seines ministeriellen Schreibens an ben Oberstaatsanwalt in Giesen gibt Herr von Brentano laut ,,Darmstä/.er Zeitung" recht unklare Auskunft. Tie Antwort, die er au5 Gießen bekam, ist viel präziser, und der Minister konnte sie sich hinter ben Spiegel stecken! Tie die gewundene rednerische Verzierung, bie er weiterhin an diesem Spiegel noch anbringt, ist in sozialer und juristischer Hinsicht ober auch in Hinsicht auf Bekenntnistreue in jeber Weise matt und stillos. Warum erschüttert er uns mit den Gefahren für di? Herzkranken, mit Der drohenden Konkurrenz für Bab-Nanheim, roenn er fortfährt, „um alles dieses handele eS sich gar niefjt", unb roenn er uns mit einem fadenscheinigen Satz bi? Genüg- samkeit und Bescheidenheit seiner Absicht bei seinen Bcie.fchr iber.ien vorzureden versucht.
sagen, fällt uns nicht ein, trotzdem er in seiner Rede bie sachliche und pohti)d)C Gegnerschaft in gar zu vulgärer Weise „mit Betrachtung" zurückwteS. Es ist kläglich, baß in der neuen Republik der Freiheit die von den Revolutionswellen, roeniger von ihren fachlichen Kenntnissen emporgetragenen Minister eine so empfindlich? Scheu und Abneigung gegen sachliche Shi.if und sachli.che Auseinandersetzung offenbaren. Herr Fulda, der sozialdemokratische Minisier des Innern, strengt aegen einen Redakteur wegen einer z entlich harml?s?n Z.itungsbemerkung die Beleidigungsklage an, und s in Kollege vom Zentrum, der' oberste Justizgewaltige selbst, hat es tatsächlich fertig gebracht, wegen unserer Verölfentlickpingen t n der G i e- ßcner Staatsanwaltschaft Diszi- plinaruntersuchungen zu vera n- halten! Schon in seiner Rede hat er über unsere Veröffentlichung von einem „Einsender" gesprochen, dem er mangelnden ManneSmut vorwarf. Er muß es doch ivtssen, daß Artikel der Redakteure in ihren von ihnen ja verantwortlich gez ichneten Zeititn- gen ohne Namensunterschrift zu erscheinen pflegen. Nun wollt«' et den schuldlosen Staatsanwälten an den Ära* gen, und er bemühte dazu den Herrn Gene» ralftaatsanroalt, der zu diesem Zweck zwei Tage in Gießen weilte und auch auf unserem Redaktionsbureau ein Verhör anstellte. SBir fügten uns willig diesem Verlstjr, weil wir uns zu unserem eigenen und selbständigen Vorgehen auch offen bekennen unb zur Rechtfertigung bereit fein wollten. Was in unseren Artikeln an Tatsack)en angeführt war. waren durchaus k ine Aktengeh.'imi isse, f.nbern die Spatzen pfiffen eS von den Dächern.
Die Herren Minister in Darmstadt sollen mit ihren Haussuchungen, Beleidigungsklagen, Derdächtigungen unb Schnüfse eien in den Amtsstuben nur so fortfahren! Die Götterdämmerung hat bereits begonnen unb die Darmstädter Wall)alla kracht in den Fugen. Ihre Insassen glauben allein noch an ihre erleuchtete Berufung, während baS Volk mit jedem Tage länger über ihre wachsende Willkür unb Engherzigkeit in Geist und Tat den Kopf schüttelt!
GLnemI-Anzeiger für Gberhefsen
Drück unb Verlag: vruhl'fche Univ.-Brich- unb SteiRbruderel R. Lange. Sd}riftleltung, Geschäftsstelle unb Druckerei: Zchulstrahe 7
^9 unfttt
Die Kabinettsjuitij des Herrn o. Brentano im neuen Lichte.
„Im Auftrag des Herrn Justizministers" anbte unS die amtli^che „Darmstädter Zei- die Beilage ihrer Nr. 270, die zum :rfl|ten Teil auSgesüllt ist von der Rede des 3errn von Brentano über den b kannten Fall ter Kabinettsjustiz. Diese Zusendung ent- ßxicht der b"reits bekannten A ußerung des Lerrn von Brentano, er hätte das „Vertrauen I tzii der Loyalität der Zeitungen", daß si? ihren iefern von seiner Darstellung Kenntnis ge- c*n. Wir halten es keineswegs für unsere Islicht^ die Ausführungen des Mi i'ters in t::rer Drsprünglichen Länge und Wcitschroci- fisikeit wiederzugeben, aber wir wollen den Seil feiner Rede nochmals wörtlich wiedergeben, in dem er, um mit ihm selber zu sprechen, „die Verhältnisse so darstellt, wie sie liegen". Man kann der Sache keinen besse- rm Dienst leisten und den Herrn Justizmini- I fitr nicht wirksamer ins Unrecht setzen, als I i>iß man feine rednerischen Leistungen auf ' Mm zwar geduldigen, aber auch strengen und nniachsichtlickstnr Papier widergibt. Dazu !cnn man dann auch das rechte Schlußwort Irenen, das der Fall noch erfordert. Herr justizminister von Brentano führte ans:
Gestatten Sie mir, nunmehr in Kürze die 93er» ! dlnifie so darzustetl?«, rote sie liegen:
Am 10. Auauü bat mi h der Herr Abg ordncte 3üttig, dahin zu ro:rB*n, daß die Haft gegm drei j-'jer A beit r, Hmsel, Wolf und G af, die unter o!;g*t Anschuldigung standen, au'g hoben würde. I dc sie wohl zu Unrecht verfüst sei. E- erfdy.'int mir alJ Pflicht be5 Justizminister;, einer so!cl;en ^iu«ouiig, insbesondre romn sie aus Strei "eit der ' emmer kommt und durchauß fach ich und obse'.tiv ^halten ist, nachzu.ff^hen. Ich weiß and), daß mein । £*rr Amtsvorgänger in ähnlichen Fellen das i -ieidy* g tan hoben würde, habe doch auch ich bei lihn m ähnlichm und anderen Anregungen stets jette AuZ'vrach.' und obicktioe Sku-.ici'intg ge» Dibell. Ich war zur fraglichen Zeit in Bad-Nau- Hm, erfunbifltz mich sow.t auf dem dortigen i n>t;gericht und fit lt: fest, daß g*gnt die drei lieitfntibi'.tm am 30. Juli Hastb fehl erlassen rordm sei, gegen den Beschwerde verfolgt wurde, ti* aber am 2. Au wist durch die St.askammer in I i'i'ben verworfen >vo den sei. Jchwandtemich j nun m e b r an die Staatsanwaltschaft sinÄießemit d r Anfra k, oj eine Ent af.ung, Ir.fib'fonberc be-3 Graf, möglich sei. Ich glaubte Iiimlich, K’fictft 11 zu baten, daß g'grn den Graf |t»M kciu n durchsck) ag n e Gründ,' zu einer län- c ren Jnhasli u g vocli gen sotten. Am 16. Ang. 1 k beit ich Antwort von Gi.'ßen, daß die Haft .-Ichlich b gründet sei und daß sich die Ha,t- ^id)n>2rb: b i dem Herrn Generalstaatsanwalt in : tarmüa t b'fint«. Darauf schrieb ich am 16. ! i g u |*l folff’itb’ Silfarte an den Herrn rr,<ne r al ft aa 15 a n roa 11:
„533i; mir die Staat anwa'tschaft in Gießen : ntfeilt, lefinb n sich die Aktm b-trefsend Jnhaf- Ititrung von b ei Arb it:rn au3 Rö)gen bei Ihnen ti) gt Hastieschw,rde. Nach Ansicht deS hiesigen r 'i.hd?rS bürjtr c4 at- pfeaf kaum etwas zu er» i d-ien f in. 'Set er büden anderen ent»
filtc ich mnl> ei' n:r^>[rr.tt. Jedmfalls sch int mir 7 Hast re chlia, f^tn bei der einfach g?»
Ilagrrten Sach-. ES'w-o mit © t i11 ejju n q deS ivcbcbctticbeS gedroht. Der hieiige Richter I-lciubt nicht an den Ernst dies.'r Drohung. Tre llehastung alS solch' erschint mir gerechtfertigt. - würd' nur zu prüfen fdtt, ob sie nicht ihren Mmeck erv ich! hat."
Meine Tam^ n und Herren? Ich glaube nicht. Bit auch der größte Frondmr in b:e)er Nachndst In bn-, Herrn G neralistaat^inroa t irgendeinen Ikersuch der Breinilus iing zu erk.mnen vermag. j i'3 war in der Zw scheu; eit eine Deputation der |ÜMhin'er und b r Fried'ergTr Grwerkscha ten bet i' erfdjeitm, die mich eb-enfalls wegen der Jn- »i li -utg interp llie te.t. Ich crif nete ihnen, das- leibe hat spät r der Herr StaatSprä t)ent Ulrich lii befiimmt-fi' r Weise getan, baß ich weder daS Ssteht noch ten Di l n hätt', mich irgendwre in ein "nstängi>zeS Dersahrrn ?u milchen, daß mir die ‘Ben u "bekannt s im, und ba-s ich mich de.ch.rlo Wirf) b’t btt kompeteitm Steten roern Lage chn Sache informieren könne. Es wurde bat aut hm vir durch bre b? Deputats mitgetn t, daß, xil noch kein Bescheid einieganaen n, am 17. August adetrd? in Dad-Neuhnrn Are große Protestvecsamm u 'g ftartiinben öbe. Nunmehr lief am 17. August von dem fern GeneralslaatS.rnwalt ci re Dn>elchr ein, „daß 7 bi? Auch bung deS Haftbefehl) gegen ©rat te eitrajt ha e, während die Ha Uoeschw-rde d-t hici and reit Be rfm'.di'tm vom toenat deS Oter» s e icht? am 1/. August verwo sm worden ei- Der H rr Grn'ralslaat.atiwast sü t? frei, baR bi» Ausr chterha tung der Hast im üorrieri für xSot>n crarf)t» unb um Weisium an die sta-'t^ ^vnltsrf-ast bi t-, falls bei G richi trotzdem Au - «Lung beantragt ronben fo'.'te '.
Eine soirf?' Ai w innig gab ich nteira s. ycun» ^r wurde mitg t ilt, daß die Gm>e.r c^inen fönrfxqen, ben g famtm Betrieb deo Bade) ml;u'-'c,^n. TeSha b entsrf>loß ich m>ch.
*8 Aii'ust an dm Herrn Oberst aa t s- vuwalt in Gießen einen Brief zu rtch- !< i, worin ich ihn bat. ehr: Dcvutatio t von XQi'rin-em, ro Ich.' zu ihm kommen roo'!trm, zu ^sangen Dieser Brief Farn tu ch /uföl i;e Um* fcbc erst spit r in den Besitz des Aore satm. Am *■=• August kam ein Bericht und Telegramm
Rr. 276
Der chittztier Snjetett «schein« täglich, außer Sonn- unb <j» ertags.
Btjsgjpfife:
Wonatlidi 'Da.fk 3.60 un6yih.- 65lräger(ol)n, nierie!j>il)ii:<h'.Ulaih >0 80 unb<DUt.l.95IiägerIot)n; durch die Post vierteljährlich »lirh 12.- ausia-ließ ich befie iqelb. gern prech Anschlüsse: sürdieSchristlciiuiig 112; vrrlag.Ge chästssle'teöl. Anschrift für Druhlna«h« rid)Un: Mwj ijer ckietzen.
psstjche^oist»: granhttrt a. 1U. 1168,
aus -Gießen, wonach die Devutation dagewesen, Fr.n.astung re.langt, mit Drohungen gear» b.'itt unb mitff.t.U haoe. sje tarne im Aui- trag des Justizministers, w scher ihre Ansicht rnsb.sonoer.' dahin teile, baß bie Unter» i'uchui'.gsha.t zu lange bauere.
Die Derutalron haste roeter einen Auftrag von mir, noch das Recht zu dieser Behauvtttug. Sie hatte mich te'bigltch g.h.'trn, ihre Aukunlt mü;uteien, damit sie emp a.t^c.t ro.iroc, u.td ich sah E.ijen Gru.td, di sec Bitte ab.eh.tend gegen über'u .eh n. In Nauheim teftauo eine ziemlich. Unruhe. Man sürrfst.st', baß die Gcroeik.ch.isten ihre Drol.unüeu wahrmach tt und ben Betrico des Babes stören würbm. )n der Lat fand bann am 19. oder 2J. Auiust bi: P.ot srorr amm u.tg der Naul)cim«r und Frist>berrer Gtwe.ksrfia teil stall, welch: bstchioß, erstens einen Protest gejen bie Jnhastierung bzw. wegm der SSe.tnrcauer der Untersuchungshast von Heus l uni) Wolf einzu- legen, ferner den Geueraistreik zu verhangen. -Ein roriterer Antrag richtete sich auf die Sii.legung des Krastwerk.s Wö.fersl)eim, ja sogar auf die Festnahm-e b s Oberamtörich er5 in Nauheim a s Gei.ei. Es braucht t.ine bei andere Becstch.-rnng, daß jeder auf bem Boden des Gesetzes und des Reclsts steh nder Mann eine derartige Ha.id.ungs- wstse aui bas allerschleiste minbt.ligca muß. Es wird seit läu.-erer Zeit in5beio.ib.-re der Reichs- cegierung vorg roorfcit, baß s.e nicht immer die nötige Energie airo.mbe, um demagogisch.' Versuche voll veehts. in )b.sondere aber auch von links in g-rbüforenber Weise zu.üekzuw ifen, und es wird mit aitem Recht darüber gekäst, datz noch nie ein größerer Terror unb eine größere Mißachtung des Eigentums bestanden habe als zur Zeit. Es bedarf keiner befonoeren 9kr|id)rrung, daß auch der Justizminister vo.llomm n aui g e.rfiem Stnnd- imnft steht. Allein der Justizminister hat auch die Pflicht, nicht nur das forme le Recht nach lein Gitknbiatz fiat justitia p-ieit munbus zur Geltung zu bringen, sondern er ist in seiner Eigen chaft als Staatsrni.tister auch reep licht t, bie allgemeinen Interesseit zu schützen. Nunmehr ist nich zu ver- kmneu, baß die Beschwerde des Herrn W ttig und bet Nauheimer nicht vo.lkommen unleerrrfsticst war, denn der eine der drei Juha tierten wurde ja, wie schon ausgesührt, aus der Haft ent.as en, er ist auch in der Folge nicht einmal angek.agt worben. Es steht also insoweit fest, baß leine Inhaftierung, romn sie auch am Anfang g rechtfertigt gewesen sein mag, doch nicht meor länger aufrecht erhalten ro rben konnte. Schon bi-fe einfache Tatsache erw ist, daß der Justizminister Recht hatte, roenn er einer Anre .ung eines "21 bg-eorbnden ftatt» gab unb nicht ruhia solch- ab acta legte. Dieser Jl.ustration will ich nur noch biirüien, baß laut Zeugniiseu in ben Akten der eine A igek.agte in- l>a.t ich Erklä u tgen se.net Lürgerrneistete., einiger Nauheimer Laug scha.te und der Baoi-birektiou Bab-Nauh im se.t bem Jatzre 1913 bis heute sich tall-elloS bewährt und in5b sondere keinerlei kam- iru istisch n oder La tafi'ti chn Ve ei i ung an* gehört habe. M ines W ssens ,ind die Leute auch bi5 jetzt noch nickst twroc."traft. Nunm.hr richtete ich etwa am 22. August an den Herrn Oberstaatsanwalt in Gießen folgenden Brief: „M.t ter B Handlung der Sache unb der Deputation bin ich völlig einverstanden. Ich Halle ten L'ul n solbstredeub nicht g sagt, baß ich ihre Ansicht teile, vielmehr bte ie!bstverständlick)e Be- leh.-ung geff ben, baß, da eit Verbrenn in Frage stehe, die Verhaneung einer Untersuchungshaft eilter besonderen Begründung nicht bedürfe. Es war in Bad-Nauheim ein- fta k Emvö ung unter den Kurgästen, nament ich da bie Lanb.eute mit einer Ernst- l ung a l.r Zu uh ei bro'.t m. falls die Arbeiter mr Er-w.n rnng ihr t Wün che itreifm würden. Was al es ti ses lü eln B«td wie Nauheim unb für dessen Herzkranke Patienten zu beben en gehabt hätte, i't klar. D m Herrn Olerstaateanwalt in Wirten hatte ich dcShalo geschrieben, er möge die Leute empfangen unb evtl, eine Be - Bfchlcunigung des Verfahrens veran- [ affen. Der Steif i ftbenn völlig ge che.tert, wozu nicht nur meine wi berho te.i Besprechungen mit ton Iührern, sondern auch bie oernünitige Haltung b'r Nauheimer Bürger ein leb iß ich der A röst ter schalt b ig tragen hat. Es i't srlbltver- stänblich ganz u imög ich baß mit solchen M.t eln auf Gerichte u ro. eingeroirft ioe.-b.-n kann." Das war brr Jnha t mein.5 Schreibens. Darauf erfolgte ein Bericht des Herrn Oberstaatsa loa'ts, worin er ausdrücklich erkläck. baß das Schr iben t<S (sus.izm.nisters k.n- bestimmte W isini e t halten habe, weS'.alb di' in ihm n-e-aerzelesten (Srroär.utgm den Entschluß, tv Ha t anfreckstzu- erhalten, irich' hä'te ändern könne l. Rechtsvckege und Babeb t i b f: len inkommensurabele Größen und ter mat.ii'l'e Nachteil eiter St: 1= legung des Bad betriebs sich.' in feinem Verl ä tnis :u der Srfiä.isung, bie die Rechtsp.tege erleben würde, falls man vor Drohmigen zurückw-ichen wolle."
i eine VctSM :folße der Aiis- ig? Wit S8tp. rhiilb der M vndm.
n Gelände mir? vergütet bz».
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Dienstag, 25. November 1920 2dinal|tnt von Hnjtiuen füi d e lagesnummcr bis
Durch di"fe Schilderung wird es erst so recht klar, wie schwer unb heiß Herrn von Brentano bie „sozialen Erwägungen" auf dem Nacken fasten, bis nach fein'n eigenen Worten bei ihm über bem „rti.t Formellen" stehen. Er liest nicht locker in seinen Bemühungen. Er ließ es nicht dabei bewenden, den Abgeordneten zu empfangen, sich ju informieren unb danach den Beschwerdeführern zu bedeuten, daß die Sachs in den rechten Händen sei und ihren korrekten Lauf nehmen müsse. Er wendet sich an die Staatsanwaltschaft in Gießen und erhält eine aslinde Zurückweisung; „die Haft sei gesetzlich begrün- bet". Am charakteristischsten ist es aber dann.


