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Eirre gesprengte Versammlung.

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»er Bro tprets noch auf fiüüf. ftei- bart. Caf6 Leib. 8 Uhr, werde. Zur Ausnutzung der Valuta sind schon stcllung der Medick-Meidinger.

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21115 dem Reiche.

Das neue preußische Wahlgesetz. Berlin, 21. Sept. (Wolff.) Tas

EinBcrbraucherbund" gegen ^artoffelwncher.

Ter Berbraucherbund in Wiesbaden, über des­sen Gründung wir gestern kurz berietet Paten, schreibt uns:

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Veranstaltungen.

Mittwoch: OSwal^sgarten, Bevgnügungs- Caf6 Leib. 8 Uhr, Konzert und Bor-

rhrer ung aufz .klären. Ich! "och' las Vertrauen zu öen Bediensbeten, bafe sie iuf) den torskchenten Gründen nicht verschließen werden. Sollte taes

der großen Berliner Straßenbahn einzuladen, am Dienstagabend einen Vortrag Firnfundzwanzigerausschuß zu halten.

augenblicklich schlimmer erscheint, wie in den gan­zen Kriegsjahren, sollten die Landwirte nicht an Kleinlichem hängen, sondern unter Hinnahme materieller Opfer ihre Kartoffeln zu annehmbaren Preisen abgeben. Wird die finanzielle Schwäche der breiten Masse nicht berücksichtigt, so kaum die Folgen nicht ausmalen.

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Das Lichtbrennt wieder"!

fd. Friedberg, 22. Sept. Durch das Eingreifen des hessischen Landesernährungs­amtes wurde gestern abend der Proteststreik der Arbeiter der staatlichen Ueberlandzentrale m Wölfersheim beigelegt, so daß noch gestern abend die Licht- und Kraftübermittlung wie­der ausgenommen werden konnte. Die or­ganisierte oberhessische Bauernschaft hat sich bereit erklärt, der Arbeiterschaft (nur der Wöl­fersheimer?) den Zentner Kartoffeln zu 20 Mark zu liefern. (Bei einer telephonischen Nachfrage in Wölfersheim konnte uns von dem Stellvertreter des Direktors nur mit­geteilt werden, daß das Lichtwieder brennt".)

Wie weiter gemeldet wird, bereisen ge­genwärtig norddeutsche Händler, besonders aus Hanchurg, die Dörfer und bieten den Bauern übertrieben hohe Preise für die Kar­toffeln.

mc. Frankfurt a. M., 21. Sept. Sämt­liche nassauischen Landräte und die Mttgermeister der größeren Städte erlassen einen Suifruf, in dem es u. a. heißt: Nachdem die Zwangswirtschaft für Kartoffeln aufgehoben ist, wenden sich die Land rate Nassaus an die Nassauer Landwirte mit der dringenden Bitte, beit dem jetzt noch vielfach genannten Ka rto ffel erzeugerpr eis von 2 5,00 Mark freiwillig Abstand zu neh­men. Der Winter steht vor der Tür, die Not wird in allen Teilen der BevSVKrung immer größer, so daß das wichtigste Lebensmittel, die Kartoffel, unbedingt zu einem erträglichen Preise der Be­völkerung zugefüht werden muß. Die Landwirte werden fäd) nach unser aller Äfficht dieser ernsten Tatsache nicht verschließen können und wir sind der festen Ueberyeugung, daß sie mit gutem Bei­spiel vorangehen und auf diese Weise dazu bei­

den, als in demselben Augenblick die Besitzer dS Hauses zurückkehrten, die in der Nähe mit Obs!« pflücken beschäftigt gewesen. Der Dieb wurde gt« faßt und nach einer gehörigen Tracht Prügel mit seinem eigenen Seitangewehr ins Rathaus gt*

Dffch & Winschermann. Beide versuchten zu­erst durch die Schiffsbrücke zu kommen, und zu diesem Zweck setzte der eine Schlepper die Dampfpumpe in Betrieb, um seinen Gegner mit Strömen Wassers zu übergießen. Die Gegner waren aber gleichfalls nicht faul, sie antworteten mit einem Hagel von Kohlew- brocken uird Steinen, so daß es die jenseitige Mannschaft vorzog, schleunigst unter Deck zu verschwinden. Das Polizei'-^rrot, das Ruhe stiften wollte, wurde gleichfalls bedroht. Schließlich gelang es aber doch, die Flußpira­ten feftzustellen, und ein gerichtliches Nach*- spiel wird die Folge sein.

at. Fran hFmlhalba tafrflW lirtl «St, km« fr franft fort xjanFriM hicEsvraf Mbafety J Ktnhhar itcr$lild;

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Uns Stadt ttttfc Land.

Gießen, den 22. Sept. 1920.

Eine ««erwartete Spende für die Gießener Kinder.

Aus Südamerika geht uns nachstehender Brief zu, der jeden Gießener mit herzlichem Danke für die herzlichen Beweise der Heimatliebe unserer Ausländsdeutschen erfüllen muß:

Kommission der LebenSmickelspendc des Verbandes deutscher Vereine.

Porto Alegre, den 17. August 20.

Rua Serivriv Nr. 40.

An die Redaktion des Gießener Anzeigers in Gießen.

Zn der Ausgabe vom 26WJuni J'hrer schr geschätzten Zeilung habe ich den Aufruf:Helft den Gießenern Kindern" gelesen. Als ehemaliger Gießener Student, der zudem aus denTöchtern des Landes", aus ter Familie Ferber vom Kirchplatz seine Fvau geholt iyat, bin ich zur Hilfeleistung gerne bereit. Es ist ein unsagbar wches GefM, von bitterer Not zu hören aus .Kreisten, deren gute und freche Lebens­haltung man in den stolzen Zeiten des teutftfcn Vaterlandes temkbar mitgenossen hat. Zwar ist unsere Hilfe nicht gwß und tarnt es auch bei ter breiten Grundlage, auf ter wir zu helfen ver­suchen, nicht sein, aber ein Beweis möchte sie sein, daß wir Ausländsdeutsche die Leiten imb Sorgen unserer Volksgenossen in mitfühlentem Herzen tragen.

dlls Geschäftsführer der Lebensmittelspente habe ich mir von der Kommis'ion die Summe ton 5 000 Mark erbeten, um sie für die Gießener Kinderhilfe zu verwenden. Da mir eine Adresse der Leitung der dortigen Kinderhllfe nicht bekannt ist, habe ich die genannte Summe an Herrn Pfr. Decker überweisen lassen mit ter Bitte um Weitergabe Ich bitte, diese Gabe als von ter Lebensmittelsvende in Porto Alegre übermittelt buchen zu wollen.

Mit gleicher Post schicke ich einige Drucksachen <16, tee einen Einbsck gewähren sollen für unsere völkische Arbeit hter^ Porto Alegre. Jnstefontere weise ul) auf dte Ra Schläge für Auswanterer hin, dte kür Ihre Zeitung vielleicht von Interesse smd Sollten Sie nähere Auskünfte wünschen, so stehe ich Ihnen gerne zur Verfügung^

Mit treuteutschem Gruße

Karl Gottschald, Pfarrer.

Lebensmittel.

** Milchbelieferung. Tie Milchemp­fänger, deren Karte auf V3 Liter lautet, können in teeser Wvck)e nur Ttensttg und Freitag- telreferl werden. (Segen Abgabe der Milchmarke, die auf Vs Liter (4.0. Marke vom 27. September 1920) lautet, kann vom 22. bis einschließlich 24 d. M eine Tose kondensierte gezuckerte Vollmilch zu 5.50 Mk. in Empfang genommen werten.

** S t ä d i. S e e f i s ch m a r k t. Morgen Donnerstag ftüh treffen wieder lebendfrische Seefische wre Kabeljau, Schellfische, Seehecht und Schollen, alles Nordseeware, ein, unb kommen morgen ftüh von 8 Uhr ab in den Marktlauben zum Berkaus.

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Richtung irberivachi ^Eisenbahn

Der Kartoffelstreik in Wölfersheim.

Das Organ des Bauernbundes, dieFriedb. Neue Tagesztg.", schreibt zu dem Streik ter Elektrizitäts ar beiter in Wölfersheim:

Gestern mittag wurde das Wölwrsheimer Kraftwerk von Arbeitern stillgelegt, und es wurde in ter Stadt die Nachricht verbreitet, daß dies geschehen sei wegen ter Kartoffelversorgung, und daß Verhandlungen mit tem Hessischen Bauern­bund eingeleitet seien. Tatsache ist, daß Verhand­lungen von ter Arbeiterschaft nicht eingekeftet motten sind, und daß ter Hessische Bauernbund von den ganzen Vorgängen und Absichten in Wölfersheim nicht unterrichtet gewesen ist, und daß er lediglich gestern mittag von ter Still­legung erfahren hat. Es wurde seitens des Bauernbundes ein Vertreter der Arbeiterschaft tele­phonisch an gerufen und ihm mitg stellt ,daß ein SSertreter des Hessischen Bauernbundes heute nach­mittag nach Wölfersheim kommen wolle, um die Versorgung sicherzustellen. Es wurde den Arbeitern das weftgehendste Entgegenkommen in Aussicht «stellt, alleiLings von ter anderen Seite dieses Eickgegenkommen davon abhängig ge­macht, daß ter Betrieb sofort wieder ausgenommen würde. Seitens der Arbeiter wurde abgelehnt, das Werk wieder in Gang zu setzen, solange ihre Kartoffelversorgung nicht geregelt fei. Damit fällt die ganze Verantwortung auf die streikend: Arbeiterschaft zurück, die ohne jeden Versuch die Frage auf tem Verhandlungswege zu regeln, eigenmächtig vorgegangen ist.

Demnach) scheinen die Wölfersheimer Arbeiter Ttiir für ihre eigene Versorgung zu streiken. Daß sie zu diesem Zwecke ter ganzen Provinz das Licht sperren, macht den Fall noch krasser, als er anfangs erschien.

Zu tem Stand des Streiks erfährt noch der Oberhess. Anz."", daß am 21. Sept. Herr Dr. v. Helmolt die Verhrndlungen mit den Arbeitern wieder aufnehmen wird. Seine Bemühungen, die ALefterschaft am 20. Sept, abends zur Einschal­tung des LilAs zu bewegen, waren erfolglos. Wenn es den Arbeitern in der Hauptsache darauf ankam, ihren folgenschweren Beschluß überraschend in die Tat umzusetzen, muß man sagen, daß das gelungen ist. Selbst bte Gewerkschaften hier und anderwärts waren ohne Kenntnis ter Dinge. Das Blatt hat sich erkundigt, ob die Arbeiter des Kraftwerkes und der dazu gehörigen Gruben zu dem Zwecke vorgingen, für die gesamte Ar beit er-> sch a f t des Kreises einen billigeren Kartoffelpreis zu erzielen. Das ist nicht der Fall. Die Ar­beiter tes genannten Werkes wollen die Kartoffel für ihren eigenen Bedarf billiger haben. Auf die Frage, ob die Arbeiter ihre Tätigkeit nicht eher wieder aufzunehmen bereit seien, als bis ihre Forderung erfüllt ist, erhielt man die Antwort, daß das äls bestimmt anzunehmen sei.

Von anderer Seite wird berichtet, daß durch die kreisamtliche Bekanntmachung vom 17. Sept, imOberhess. Anz.", in welcher die Gebaltsgrenze für Minderbemittelte unter 1012000 Mark in Städten, in Landgemeinden entsprechend geringer bezeichnet wird, dazu geführt habe, daß viele Är- betfer von den Vorteilen des billigeren Kartoffel- Preises ausgeschlossen seien. Es ist im Augenblick pshonifch angerufen und ihm mitMdeilt, daß ein schäft tes Kreist einen billigeren KartoffelPreis nicht möglich, diese Angaben nachzuprüfen, immer* hin haben sie eine gewisse Wahrscheinlichkeit für sich. Mit dem gleichen Recht ist aber fast ter ge­samte Mittelstand heute als minderbemittelt an-> zuspoechen und kann die hohen Kartoffelpreise auch nicht erschwingen.

Möchten die Verbandlungen dazu führen, daß ter Kartoffelbreis nicht nur für einzelne Gruppen, die die Möglichkeit haben, die Hand an die Gurgel tes Kreises zu legen, heruntergesetzt wird, fontern alle wirtschaftlich Schwachen in die Abmachungen einbegriffen werten. In der Stmcke der Not, die

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große Auslandslieferunasvert rüg e getätigt und dabei die Versorgung des huntenwen deutschen Volkes gefäl)ttet. Das gleiche güt für Obst und andere wichtig Erzeugnisse.

DerVerbraucherband" fordert daher bte Re­gierung auf, sofort die Ausfuhr und Verschie­bung dieser wichtigsten Bo hturfjrung$mittel usw. mit ten schärfsten Mitteln zu verhin­dern, solange nicht die restlose Versorgung tes hungemden putschen Volkes selbst gesichert ist. Die strengsten gesetzlichen Straftnaßnahmen tote Der- .mögenskonfis ka tion muß alle trefpst, die für die Ernährung und ten Bedarf ter darbenden Dolks- massen unentbehrliche Erzeugrüsie spekulativ zurück- l)alen, zur Ausnutzung ter Valuta ins Ausland verschiebst, zum Schnopsbvennen usw. gebrauchen und sie ter notwendigen Verwendung entziehen ober damit wuchern. Die Drohung mit nächst­jährigem Anbaustreik seitens unsozialer Volksgenossen kann durch Enteignung dieser An­bauflächen zu Gunsten des Vvlksganzen toirkungs- los gemacht werten. Die Bevölkerung läßt sich in ihrer Notlage sonst nicht von ter Selbsthilfe zu­rückhalten und warnt allzu selbstsüchtige Landwirte vor ten unübersehbaren Folgen.

Alle Verbrau cherkveise, Kleinhändler und Handwerker in Severn en, Gewerkschaften, .Konsum­vereinen und Genossenschaften, (Sfremernten und Be­triebsräte nebst ten H a us frau en-Organisa-- ttonen fordert terVerbraucherbund" auf, sich die­sen Forderungen an Regierungen und Parlamenta­rier restlos anzuschkießen und in einemR e i ch s- bunddeutscher Verbraucher" sich noch im Oktober auf einer großen Äerbraucher- tapung in Erfurt oder Weimar zu ver- timgat, um dauernd mit ter nötigen Swßkraft auf durchgreifente Besserung aller mißlichen Le- bLnsverhälwisse auf wirtschaftlicher Grundlage ohne politische oder konfessionelle Tendenz hinzuwirken. Die erforderÄchen Unterlagen und Mustersatzungen fotoie Auskünfte sind vomVerbraucher- bun d", Sitz Wiesbaden (Direktor Abigt), er» HLltlich, ter mit tem MünchenerAllgemeinen Verbraucherbund" (für Bapem) geschlossenes Vor­gehen beabsichtigt.

Landwirte tut Eure Pfli cht! Ver­braucher greift nicht zu ungesetzlichen Mitteln, solange die Regierung noch Mfttel zum Einschreiten hat oder schafft unb sofort an-

Nachdem bereits tvieder offener und versteckter Kartvffelwucher eingesetzt hat, wendet sich derVer­braucherbund", Sitz Wiesbaden, mit dringlichen Eingaben an alle zuständigen Stellen und fordert energische Mhilfe. Zugleich richtet er seine Mah­nung an die Landwirtschaft:

Obwohl in ten verschied-nsten Teilen des Reiches die soliden auf den Preisabbau bedachten Bauernschaften nur einen K a r t o f f e l p r e i s von 1 5 b i s 2 0 M k. als gerectefertigt bezeich­nen und an Minderbemitte.te, Kriegsbeschädigte und Arbeitslose usw. angesichts der Volk, not noch billiger abgeten, wird von unsozialen Landwirten trotz tes Hungevelends der städtischen Verteaucher- kl-eise 30 Mk als unzulänglich be.drtynet unb nicht einmal für 35 Mk obg-geten weil man weit über 40 Ztr. erwartet, imchdem angeblich fn diesem Win- Her der Brotpreis noch auf 6Mk. st ei

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| sperrt, bis er dann später durch die Polizei nach Hotel Einhorn, I Gießen verbracht wurde.

8V4 Uhr, Gastspiel Buchwald. Lichtspieltheater tote gestern.

** Amtliche Persvnalnachrichten. Ernannt wurde am 16. September der.Finan-- praktÄant Rutelf Gebharo aus Darmstadt mit Wirkung vorn 1. April 1920 an zum Sekretär bei der Technischen Hochschule Darmstadt. In ten RühesLnd versetzt tourte ant 16. Septemöec ter Studäenntt an tem Gymnasium zu Offenbach Professor Dr. Bernhard Metz auf sein Nachfuckien unter Anerkennung seiner tem Staate geleisteten Dienste vorn 1. Oftober 1920 ab.

** Die Sicherheitsverhältnisse in Oberhessen. Boni Ministerium des Innern toirb terDarmst. Ztg." geschrieben: In Nr. 193 terDarmstädter Ztg." vom 19. August findet sich eine Notiz aus Gießen vom 18. August über das Vers chwin den junger Mädchen. Um unnötigen Beunruhigungen ter Bevölkerung vor- zubeugen, teilen wir Ihnen folgendes mit:Am 1. August d. I. verschwand bte Tochter des Ar­beiters Wllh. Nickel von Hrmgen, Emma Nickel, geboten am 18. Dezember 1901, tSelche in Betlen- hausen bei einem Landwirte in Stellung war. Die Nachforschungen ergaben, daß die Gesuchte in Bad- Nauheim eine wegen Diebstahls über sie verhängte Gefängnisstrafe verbüßte. Mitte August d. I. verschwand in Holzheim die Margarete Jung von dort. Die Ermittelungen ergaben, daß sie einem Russen, welcher in Holzheim beschäftigt gewesen und tem GefmtgiMenlager Kassel überwiesen ivorten war, nachgereist war; sie ist inzwischen von ihrem Vater abgeholt worden." Die vage Notiz, daß in Oberhessen junge Mädchen verschwunden seien, war auch demGießener Anzeiger"" zngegangen. Der Versuch näheres darüber zu erfahren, führte aber zu keinem Ergebnis. Daß sich die mysteriöse An­gelegenheit in dieser Weise aufklärt, rechtferttgt dir Unterdrückung der Notiz, die nur dazu angetan gewesen wäre, zu beunruhigen.

**EineöffentlicheKundyebun^ für Oberschlesien findet Freitag den 24. September, abends 874 Uhr, im Stadt- theater statt, wobei Prof. Dr. Horneffer sprechen toirb. Die Not der Oberschlesier er­fordert ein einmütiges Zusammenstehen aller Volksgenossen.

* Gepäckbeförderung auf bet Eisenbahn. Seit einigen Tagen dürfen alle die Reisenden die Peiionensperre nicht passieren, die Gepäckstücke mit sich führen, welche mcht von tem betreffenden Reiserwen allein getragen werten können. Wie uns vom Bahnhof Gießen hierzu mitgeteilt wird, besteht tatsächlich bei der Bahn seit langem eine Bestimmung, wonach jeder Rei­sende nur eine Traglast Gepäck mit in den Wagen nehmen darf. Tie pvcckttsche Handhabung dieser Bestimmung war bisher dem reisenden Pu­blikum gegenüber sehr tvohlwollend. Dieses Ent­gegenkommen tourte aber in letzter Zeit besonders von Hamsterern über Gebühr ausgenutzt. Testelb wachen die Beamten an der Sperre seit einigen Tagen genau darüber, daß die Bestimmungen über die Mitnahme von Gepäck nicht übertreten werden. Selbstverständlich werden durch diese Maßnahme Schuldige wie Unschuldige getroffen!

** Meldung von Betriebsein- schränkun^en und Betriebseinstel- jungen. Aus eine Bekanntmachung tes Demobil­machungsausschusses im Anzeigenteil unseres heu­tigen Blattes machen wir besonders aufmerksam

** Die Reichsgewerkschaft De utt scher Eisenbahn-Beamten und -An« Wärter hat am 17. ds. Mts. die Vorstände aller hiesigen Beamtenvrgan!sati>IEi zu einer Bejprr- chmng mit folgender Tagesordnung em geinten 2 1. Gründung einer Ortsgruppe des Deutschen Be- amtenbuntes: 2. Heuaushebung ter Stadt Gi ß-u aus Ortsklasse C nach B; 3. Preisprüfungsstelle ter Stadt Gießen; 4. Verschiedenes. Tie Not­wendigkeit der Zusammen fas! mig aller hiesigen Be- amtenorganisationen war von ollen Vertretern, längst erkannt. Rach kurzer Aussprache wurde bvt Gründung eines Otts Kartells des Deutschen B2- amtenbuntes BefcMoflen. In den pv^ibrischn. Borsland wurde Eisenb-Assistent Tetree als Be­sitzender einstimmig gewählt. Die anwesenden Ver­treter e*.;arten hierauf den Beitritt ihrer Or­ganisation mit zusammen efn>i 18 000 Mi g utern. Hievauf erstattetc Herr Dettse aussührliu^en Be­richt über die zu Punkt 2 der ü^agesordnun- bereits unternommenen Schritte. Die Bersamm- lung bcauftvogte ihn, mit der bereits ernannt«: Kommission die ?lngelegenheit mit allen Mittel und größter Beschleunigung zu verfolgen. Zu Punkt 3 erstattete Bahnmeister Helm BcÄcht über die Tätigkeit der Preisabbaukommission. Zc Punkt 4 wurden verschiedene Fragen der toirt» s chaftlichen Selbsthilfe besprochen, zu ter di' Beamtenfck;aft bei ten unverlmtwortlichsr PreiStreibere'en, die ter Beamtenbesoldung stets weit vorauscilen, unbedingt schreiten müßte. Ter provisottsche Vorstand wurde Beauftragt, zuw 1. Oktober 1920 eine allgemeine Barmten Versamm­lung ein zuberufen alS die erste Hauptversamm­lung des OrtstartellS. Tagesordnung und Ber- sarnrnlungS'otal w'rten im Gießener Anzeiger be­sonders bekanntgegeben.

**JrnEafe-Leib-Saal findet kommen­den Montag, 27. d. Mts., ein Ben siz und Ehr«' abend für sämtliche Damen ter bayerischen Bauen» truppe statt. Es ist für diesen Abend ein.gail neues Programm terbiinten mit einer Damen- Schönheitskonkurrenz, vorgeehen Ti 3 schönswn weibsichen Gäste werden prämiiert. Kar­tenvorverkaufsstellen sind errichtet. S. Anzeige.

Landkreis Gießen.

-m. Lich, 21. Sept. Ein allseitig beliebtet Lehrer von hier machte gestern nachmfttag au£ bis jetzt unbekannter Ursache einen Selbst" Mordversuch, indem er sich eine Revolvei-- kugel in den Kopf schoß. Die .Kugel blieb rb»* in der Schädeldecke stecken, Jo daß keine lebens­gefährliche Verletzung entstand.

P Garbenteich, 21. Sept. Ein ä u 6 e r ti frecher Einbruch sdieb stahl wurde gester« mittag zwisck»en 2 und 4 Uhr hier in der Wirt­schaft zum weißen Roß versucht. Der Dieb, feinte Angabe nach ein Angehöriger ter Reichswehr iie Baden, drang in Abwesenheit ter Besitzer vo» ter Gartenseite her in die Wohnung ein und ver­suchte mitgehrn zu heißen, was ihm unter öe Hände kam. In einem Karton trug er ordnungs­gemäß zusammengtteyt Stickereien, Serviette^ Tischtücher u. dgl., in ten Taschen Zigarren? Zigaretten, Papiergeld und Kleingeld. Mit zw« neuen Anzügen auf dem Arm wollte er verschwiu-

Nürnberg, 21. Sept. (Wolff.) gestrige öffentliche Versammlung Deutsch-demokratischen Partei, in der Reichsminister a. D. Gothein über den Preisabbau sprechen wollte, wurde von den Anhängern des Schutz- und Trutzbündnisses gesprengt.

preußische Wahlgesetz liegt, wie die Abend­blätter melden, im Ministerium des Innern fertig vor, und dürfte alsbald der preußischen Lautes- Versammlung zugehen. Es schließt sich eng an das Reichswahlgesetz an, doch sind die Wahlkreise wesentlich kleiner. Statt auf 60 000 kommt auf 40 000 Wähler ein Abgeordneter. Nach der er» sahrungsmäßigen Wahlbeteiligung von 80 Prozent der Wahlberechtigten wird aber die Zahl der jetzigen Abgeordneten (480) kaum übertroffen wer­den. Vorgesehen sind 74 Urwahlkreise, 19 Ver­bandswahlkreise und eine Generallandesliste. Im Aeltestenrat ter Preußischen Landes­versammlung tourte heute beschlossen, von einer Beschlußfassung über ten Wahltermin abzusehen und am kommenden Tonnerstag erneut znsammen- autreten. Es wird erwartet, daß bis dahin das Wahlgesetz vorliegt und der Finanzminister die Steuerpläne dem Hause vorlegen kann, damit das Haus sich schlüssig werten kann, wie weit es diese ober andere Vorlagen noch erledigen will. In der Aussprache setzten sich die beiden Rechtspar­teien und die Unabhängigen für mög­lichst baldige Neuwahlen ein und schlugen ten 28. November als Wahltermin vor, während von anderer Seite der 12. Dezember als möglich genannt wurde. Toch vertreten die Mehrheitspar­teien ten Standpunkt, daß, wenn erst der Wahl­termin in Aussicht wäre, ein beschlußfähiges Haus nie mehr zusammen käme. Unter diesen Umständen müsse man erst sehen, tote die Arbeiten vorwärts schrecken. Von sozialtemokrattscher Seite wurde größerer Wert darauf gelegt, den Etat, die Deckungsvorlagen zu den Beamten- und Lehrer­besoldungen und das Landessteuergesetz zu ver­abschieden, während von der Rechten die Meinung vertreten wurde, daß zwar die Verfassung, das Wahlgesetz und die Besoldungsordnung erledigt werden müßten, sonst aber nichts mehr. Jedenfalls wurde der Haushaltsausschuß angewiesen, die Be­ratung über ten Etat ruhig fortzusetzen.

Aus der Berliner Stadlverordm'tenversamm- lung.

Berlin, 21. Septbr. (Wolff.) In der gestrigen Sitzung des fünfundztoanziger Wachlausschusses der neuen Berliner Stadt­verordnetenversammlung bean­tragten die Mitglieder der Rechtsparteien mit Unterstützung ter Demokraten, zwölf unbe­soldete Stadträte zu wählen. Die Mehr­heit tes Ausschusses lehnte diesen Antrag einmütig ab, worauf alle bürgerlichen Mitglieder des Ausschusses die Sitz­ung verließen. Der Vorsitzende erklärte, daß er alles daran setzen würde, allen An­trägen, die bis jetzt von ter Mehrheit be­schlossen Worten sind, auch im Plenum ter Stadtverordnetenversammlung zur Annahme au verhelfen. Vom Rumpfausschuß wurde dann bezüglich ter Wahl der Fachdezenr^.tten für das Verkehrswesen auf Antrag der Mehr­heitssozialisten beschlossen, Prof. Giese und Baurat Schmidt von ter Berliner Hoch- und Untergrundbahn und Dr .Adler von

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llartofftlversorgung und Eisenbahn­transport.

Ein Erlaß des Reichsverkehrsministers.

Berlin, 21. Sept. (Wvjff.) Amtlich Der . R eich sve rkehrs münist er bat folgenden Er­tast, an alle Direktionen ter Reichs-risenbaHn ge­richtet:

Aus allen Teilen tes Reiches gehen mir Mel­dungen und Beschwerten von Jntevessenten zu, daß EisenbahnbeaMie und- Arbecker, Gewettschasten und Betriebsräte in die Beförderung der Derbstkartoffeln ängreifert, di: Gestellung ter Wagen verwrigern ober von dem Nachveis nicht behördlicher Gene'hmigung abhängiig machen. Beamte und Betriebsräte haben sogar verlangt, daß mit tem Versand ter Kartoffeln erst begonnen werten soll, wenn die Eisenbahner tes betreffenten Anbaubezirks selbst mit Kartoffeln genügrnd ein- gedeckl sein. Ein tevattig-.-S eigenmächtiges Vorgehen ter BQ?.m'en und Arbri'.er ter Eisen­bahn darf unter feinen Umständen ge­billigt werten. Das Muß den normalen und ruhigen Verlauf unserer Volkswirtschaft stören und eine katastrophale Wirkung ausüben, namenlltch auf die Bew.'h.ur großer Städte und derjenigen Gebiete, die Ubft fite. Kartoffeln anbau an können Es ist nlfj auch tont' menschlichen Standpunkte aus nicht zu billigen, wenn die Eisenbahtur nur an sich denken. Es tarnt auch nid): gebilligt werten, daß als Vorwand für den Eingriff in die Be­förderung du Katvffeln die beabsichtigt.' Aus­fuhr getvifer Karloffelmengen behauptet wird. Es ist Sack-e ter hierfür zuständigen Behörden, zu enifchciden, ob eine d vartige Ausfuhr zugrlassen werten muß. Meistens sind fre iiohrcrttat im Inter­esse der Einfuhr lebenstoichriger AuslandSarttkcl

Ich bitte die Eisertbahndirektionen, sämtliche Tiensrstellen und Bed ensiece emgeh nd ton Bor- , stehendem zu unterrichten und über die Folgen |

nicht gelingen, jo inüsien mt Interesse ter Staats­au Ivri tat die Eisenbahndirekt ivnen greifen, um bte Versorgung ter Bevölkerung Lebensmitteln nicht ernstlich M gefahrten.