Einzelbild herunterladen

Zweiter Blatt

Br. 274

ortra-kM ifc, eSozls »: »W d

Vchdruck verboten.)

Sortierung 39.

Ill* w (D.V/'U ontflfl. 2J. L2 ,llbr unC18?'J

iii Seltner aufZinicnböbe

Nomon von Reinhold Ortmann.

Wmit halben mir auch ben Schlüssel für die zum u (hui angcortmcteProbemobilmachung" der Ritten englischen Flotte. Bereits am 26. Juli, ffm Tag vor der Rückkunft Kaiser Wilhelms II.

sklMeM dkS

öüttgi®e

rbm. 5 II br- JHt 30. brt»- il ft'l les. TerM

mntöö^.

°'D k«» wSS| !l«

>ng.

. bilitti* .... teU! Lff«' -inb lcn lügen irit

1Ö2J

lkb.WnLtl tr.

1 1920.

ifllill ' 24. v

.....M

V *'

n'6 fifi-». :-

W>, «ohne von Deutsch and bedroht zu werden, Bin* yiüitungett in beängstigendem Maße Der* -thrt". Und schon gellt in derPetersburger toisenzeifang" vom 13. Juni 1914 die Fanfare ru si.cl>en Krieasmrnislers Suchomlinow: ^ntzland ist fertig uno erwartet, daß auch Frank­en fertig ist!" 28. Juni erfolgt dann die von rri er emgcnxrib'en Kreisen lang?' znövvrpro- tseitc" Ermordung des österreichischen Thron- KNs, jedoch in Deutschland denkt kein Mensch k Kri.'gsmöglichkeiken. Der Kaiser tritt seine »rdlandsreise an, Tirpitz und Molkte gehen auf M«b. Ja. das preußische Krieasministerium ver- 1 unter dem 9 Juli hormb)s>, daß bis »um \ Äprii 1915 fünfzehn!) zn berichten sei, ob kir Verkürzung für die V?rproviantierungsfristen ir elsäs isch.m Festtmgen zulässig märe. Deutsch- |« führt sogar noch im Juli 1914 erheblich wTtgcn Brotgetreide nach Frankreich aus, wäh- der geheim - englische Kronrat vom 15. Juli 15 dem Jrenführer Redmond die Frage stellt, Snnlanb in demnotroenbigen" Kriege gegen utschaud unbedingt auf die Iven rechnen könne.

Die Stunde naht!"

Aon Professor ?$ta>. DreHer-Fricdberg.)

Tie gaiue Welt speit sei! 1914 Gift uno Galle i m\ Deuftchfano, das infolge seiner unfähigen i*loma:iL' als alleiniger Kriegsbrandstifter" Der- IxumdU ,verden konnte und dem man deshalb jur Sühne" den Schmachfrieden von Versallles Iflifxmcnq. Denn der gute Michel bat aus seinen I Nhri mal t m mit h i em BemülKM alles ihn irgend Lre belaßende 9Raterial selbst lyerdorgez-rrt, unter |i<m froh F lüchter der Ententestaalen, die nickt im I Traume daran denken, auch ihre Karten aufzu- r rferr. Dem treuherzigen Michel bat das rin- Li.tgt frtevz midrr einen üblen Streich gespielt.

-n Verbrech n an unserem Volk unb an fernen I Len Helden ist es aber, wenn mir uns aus lauter I '.trigeiühl gegen unsere seitherigen F.rindc oer- I sDweigen, was sich bei mciterer Prüfttng der I MegsentslehingSfrage zu uns-ven Gunsten ergibt. lO-r gesamte deu'scke Presse hat die Pflicht, hier ei) K fteu mit urir.'en, um d n F ub von u i» I s rem Volk' zn nehmen, das;es aKein" den I: rieg verschuldet l)abe. Damit märe auch dem 12 i'fliibDeitcag von Versailles die .Hauptooraus- I s -ung «mlzogm und seine Revision begründet.

Die Ziu ide nah !" Mi' bi [er Ueberz ug -ng k rcten Rufftaitd und seine slawilchen Trabanten, : raukreich und England durch das Tor des Jafaes )14, bis an die Zähne bemifnet. Am 10 Januar 11914 muffte der von Dmtschland entsandte General Ikiman von Sanders frine Stellung als Komman- [yir be5 1. Türkischen Armeekorps unter dem 1 irurf der Entente aufgeben, unb vier Tage später l-Pk der Generalgouverneur von Paris, G-meral H iM, beim Budgftausschuß des Pariser Conseil Ilu,nizipal die außergi-wöhnliche Verproviantie- - nmg der Stadt Varis mit Mehl für »en Kriegs- t all durch:Dieses Jahr ist ein anßcrgewöhn- l.ichs. Wir ivisfen nickt, ob mir im Monat März ter April die Mobilmachung haben teerten." d rehuliche Anspilungen bedrcchlickster Art hauten l'c) nun besonders in der panslatviscken Presse, I^oallel den im ^rfmiar 1911 beginnenden rusfi- IrienProbemobllmackmngen". Am 7. Mär; er- - Kim ein Alarmartikel in derRowoje Wremja": ff Die Stunde naht!" und am 28. März 1914 fcrieb A. N. Brancaninow, nach seinem Empfang In Pvinearö und Sir Edward Grey, frohlockend hbem ftchechischen WebblattRowoje 3txmo":

Europa wird in 68 Wochen einem Welt- ln*8 <mtg g-engel>en, und England ist bev.it, an ter keile Rußlands und Frankrrichs »u kämpfen: für stgland ein erwünschter Ausweg auS inneren tchlvierigkeiten (Irische Frage!."

?luch in Frankreich zeigt das Barometer .'türm". Voller Sorge weilt der belgifdje Ge- 'Me in Paris darauf hin, daß man jetzt in der ftstle der Theater nationalistische und ckiouvi- nl'rche Stücke spielt (Bericht nach Brüssel 16. Irril1 unb daß die Franzosen ,behaupten, des ki^es gfteih zu sein" (Bericht nach Brüssel f Mai). Schweres Unwetter steigt rings um ks ahiungslofe Deutschland auf. 2. Juni betont F kr ruf i d>e Botsckwfler in London in einem Brief c üapi äu Mvlüosf, ,chaß mmt über die Lmv- felrtg (ruf icfjer Truppen) in Pommern unb über Wik su diesem Zweck erivlgende Entsendlmg von «ft chen Transportschifseil -nach der Ostsee noch &r Mriep-b -offtuu nur mit großer Vorsicht spreckeu Mv" -Dokument der Sowje'.-Reai-rung!) Acht r lüge später schreibt der deutsche Marine-Allach>ä d Tok-v-Ich bin betvoffen über dir Geioischril, «i der her alles den Krieg gegen Deutschland b «ober Zeit für sicher hält." (10. Juni 1914.) pen war h'llhörig. Ebenso der belgisch? Ge- Mifte in Berlin, der seine Regierung in Brüssel äfrt?r dem 12. Juni darauf hinwrist, daß Ruß-

Plötn* DanSesö,4;. W tn ÄÄ itttl

.Es war nickst bös gemeint Ich sehe nur, nne MÜckt unb nieder geschlagen du bist, seitdem du st: viederge ele.i. Unb ich fühlte manckvnal aut»

Mit.eid mit dir."

..Du hat Lest e5 dir sparen können. Ich bin btr Eve^Necheuschafi schuldig über die Ursache met- * Stimmungen; verlange ich sie doch auch nicht

Ar." 1

i t ..Du dürftest es tun, und ich mürbe gewitz stets ^luhtig gegen dich sein. Mer ich kam, wie ich Ff< sagt?, nickst um zu streiten. Mick leiteten 1' allerbesten Absichten."

. ..Dr? Mickst, mir in aller Ruhe eine Sckei- vorzufa<a^x.m. Frmindsckia't.ich in der »t1 Unb nne, da du doch alles rristich,überlegt ji^cxn scheinst, wie dachtest du dir, diese Sdyt» 11 igentlich? Mit unserem beiderseitigen Eiu- kwtüudüis gibt sich, wir du wvbl wcigt, das nickst zusriedru."

augenblickick« Ironie beirrte sie eben* wie seine vorherige Deftigkeit.

. ,Da du den größeren Vorteil hättest, und da ^;d>icte-e Frau ohne'ru von dcr Gesellsckrast «McrZ a-igesel-en wird als ein geschrrdeuer Mann, Blickst, die L>chu_d aur dick zu neb- die das Geseh verlangt . . ."

it ' twnrn? Eines l-ast du bei all deiner S Jjp .Ueberiegung doch außer ackst gelaficn. Werm Iec du es mir grvßmürig sreiscelli^ küusttg

eihnachizl wünsch!

:!|reb|.^ruJ l", L> I., n-l. 300 liliüt 11 »ölt, lucti b. xM «'18-22 a.1 m| fkn Art). Ig. J i». 91eben|.

?n|. (Srnilfltm -1 t2lihn."l!CWiiJ nzAnonomAmtW Verlöreiil allcr-ailee-b>J V- braune# ;-> 1 lemonnnie mir t-l IriMM

! ilrlohn. atn-J _6üb=l(nlafltlLM

Vereine ]

ntag, brnitfi abrnbd 8 llh

im IMäUtr tt Monats- crjommliii m püntiL Tr­acht Trr Von

16t Ho'm-»-

rs 20. Stoff»

16 Krämer.

mir In a>ii0 »J

bern nennlift j

Eichener Anzeiger (Eentral-Anzelger für Tberhessen) Samstag, 20. November 1020

auS Rorwegerr. wußte der franz-sisch? Bot'cchrfter ^iLcd Cambon in Berlin:England marichtert mit uns!"

Die hier mit geteilten Belege dafür, daß Deutichland nichtallem schuldig" am Kriegs­ausbruch ist, schnellen von Tag -u Taz an, und ;war sind es ausländische Stimmen, die immer lauter für uns Zeugnis ablegen. Unb mir harv.n, ohne Unterschied der Partr, zuve:s:chtlich der ^.nnide, wo die Weltgeschichte uns Gerechtrgkett roiberiobren lätzt!

Die dämmernde Erkenntnis, daß D-uttchland kTrneswegs zu den 9Infti tm des Weftkricaer ge­hört, könnte der erste Schritt >u wahver Böller* Versöhnung werden und würde vor allem bti uns den nuteten Frieden fördern, die Vorbedingung zum Ausbau!

Deutschev Ucirfistog.

_ m Berlin, 19. Nov.

Ter Präiident eröffnet die Sisung um 1 Uhr. vlut der Tagesordnung stehen zunächst kleme An­fragen.

Auf eine Anfvate ber Abg Frau Schröder <Soz.) wegen Les S^mtzes u. etlicher Mütter, dir entgegen ben Be'ri.ninungen ber Bersas ung aus ihren Deamtenstellungen ent.a sen worden sind, wird reg.erungsseirig erklärt daß cenerril keine Verfügung in Aussickst gestellt toerie.t könne, ber- ruwlge die unehelick-e Mutt rsck»st kern Ent a- sung-rgrund für die Beamtinnen unb kein Hm- bcnntgrgruitg für die Einstellung von Beamtin­nen fet.

Aus eine Anfrage des Abg. Henke (USP ) über ei» Monopol für die deutsche Pa m-raussuhr für^den L>artn:«rnnlo zern nn;b regte.u gsseittg erklärt, daß der SJiei e u :g nx>*: einem Monopol der genannten Firma iür die bittfce Paptcmit.- Mhr mit Lilje gesetzlicher Maßna.nnen nichts bc- kannt ist.

Auf eine Anfvane deS Llbg. Ziegler (Dem.) »reifen der mangel'a ten Karteff lm u r im thri i.- nx'stfäl. Jndu licreo e erwidert et i Regr rungs- txrtne:er, es sei n nach dem Jnbusttierevrer bt> h-'r sckstin 18 Milliatten Zentner Kartoffeln mehr ^liefert worden als im Borjahte. Dte Schnncrtg- leilen seien nur durch Reimtng'n hervo gerufen worden, welck-e sich bei der l'tteruug dec B r- tvagd.artofscln in den Jmte.e e tenkreiseu ent» wicb lt hätten. Die Reir!>s artvsselstelle fei fedock bemüht, vermittelnd eir.^ugreinen.

Auf eine Sütfrog-.- deS Abg. Hertz (USP.) wegen der noch immer nicht g-zahl en Entschädi­gungen für die in Rot gcra.encn Angehörigen der durchs Oberleutnant Marlvh erschvseneu 29 un­schuldigen Matrosen erilärt ein Negierungsver­treter : Die Prüfums der ganzen Sachlage ist Sackte dvr ordentlichen Zrvil-gerichte. Einen EinfKtß hat die Rcichorrgierung daraus nicht. Neben ter Frage der Löhe der Beil-räge handelt es sich darum, ob nicht etwa, weil preußifckL Truppetttelle an den Porkommnissen beteiligt waren, die gan-e An­gelegenheit eine Sache Preußens sei. Das Land­gericht I hat sich auf diesen Standpunkt gestellt. Dessenungeachtet hat das Reick jedvch in allen Fällen, m denen es darum angegangen wurde, Beihilfen be-ahlt nur» zwar in tzöhe toun 10 OO1 200 Mark für das Vorjahr, die auch noch für das Jahr 1920/21 bezahlt werden sollen, vorbehaltlich /des Abzuges etwa zu zahlender Absindungen oder Renten.

Nachdem noch eine Reihe weiterer ®nfragen erledigt wvri)eni ist, wird die Brip.eckning den Jnter- pellatwn £>crgt (D.-Natl.) über den B-rliner Elek- trijitatsstreik und der Jnterpellat vn Müller-Fran­ken (<5c».) über Kapitakperichiebungen nach item Auslande auf nächste Woche vertagt, nach dem die Reichsmiuister Koch und Witth ihre Bereit­willigkeit ausgespwckfen haben, dann zu an .vorii-n.

Der Antrag Fer thmann negen Bstafs mg der Zeitungspostgebichre.isätze bis zum 31. März 1921 wird debattelos einstimmig a. ge:-ujmmen.

Es folgt die erste Bevatnng enrcs Gesetzes über den SlwatsgerickstShof.

Abg. Dr. R a d b r u ch (Soz) drückt feine Ver­wunde rmtg darüber ans, daß m diesem Enttmirs im ^legensatz zu allen bisherigen Entwürfen, die dem Berfasfungsaussckniß vorlagen, von einer Abur­teilung ter Ä'r egSschuldige i ferne R de mehr fet. Dem widerspreck.e seine Partei eits.mexn. Auck die Zusammensetzung des Olerickstshoies errege schwere Bedeuten. Tie Drittelung in ter Be­setzung fei nicht angebracht. Ter Staatsge ichtSho, könne eine ©arantie für die Reichsinrnderi-eit gegen eine Vergewaltigwlg durch tte M hrheit werd n. Dabei wolle er ten StaatSgerick tShof nicht a s Den Wächter ter Verfassung an sehen, denn der Reichstag sei stark genug, selbst die Verfassung zu schützen.

Abg. Gräf-Thüringen (D.-Na<ll) pwtestiert gegen die tm Ausschuß erhobenen Befürchtungen der Abgg. Cohn unb Sinzheimer, die Rechte für den Kriegsausbruch ite.anfirortlich zu machen. So­lange das Ausland nicht ebenfalls eine Ihrteriuduni#

über seine Schuld anstelle, lehnen wir eine ein- sei ige Uirrr uchung bei uns ab Die Tätigkeit des S aa:sgerickstchoses könnte von großer Be eutung wer »en, nicht e.wa, Werl er das Kernnück der dcmo- kra.i chen Verfassung ist, sondern Neri er den Ve- streouikgen, di? irch in e-.nz, lnm Säu ern auf Locke­rung Der Reichofesligyeu g l end mackst<n, am besten en gegentr.-ten kann. Daß ter Gerickstslzos auch gegen Minister vorgehen soll, ist rin tfiovum. Auch bet Der Begnadigungssrage muß der Reichs­tag au8 dxben, denn der Ankläger kann auch nicht begnadigen.

Abg. Kahl (Dt. Vpt.) gibt zunächst ernt aus­führlich: Sch.lderung des ZustMidekommens des ;reuen Entwurjes in den Airs schuß verhau dl ung en, in denen die Trennung des Untersuchuugsaus- sckfusses vorn Staatsgerichtsbos durchgefuhrt wor­den ist. Der Redner empfiehlt die Angliederung des Staatsgerichtshoses an das künftige Reicks- oerwaltungsgericht, nicht etwa an das ReicyS- gericht, da dieses vor der Berührung mit jeder Politik geschützt werden müs e. Den Anregungen des Abg. Radbruch, die Kompftenzen des Staats- gerichtolfoses durch Regelung von DcrsassungS-- konslillm zwischen Reich und Ländern sowie mit der Prü ung der staats re cht.ichen Zu'.ässigteit von Gesetzen zu ettrichiern, kann man zustimmen. Für den deutschen Richterstand aber muß ich gegen die Aussührungen des Abg. Radbruch Wiber- spruch erheben. Der Sitz des Gerichtshofes müsse Leipzig, sein.

Rcichsminister Kochr Nach meiner Meimmg liegt es nicht im Interesse des Parlaments und des ganzen dcutschm Volkes, hier nochmals die Frage der .Krsteg-zschuld auszurollen. Diese Frage wird int Untrrtuchungsaur-sckzuß sestgesiellt. Tas Volk ist aber dessm müde, st'ts von dielen Dingen hier zu hören. Daß dem Staatsgerichtshof auch wirtschaftspo irisch? Fneugni übertragen werten s ft- len, laichtet ein. L>ierher gehöre zum Beispiel die Uebertragung der Wassersiraßm auf das Reich und die Oberschlesisch: Autonomie. Der Staats­gerichtshof wird somit em frort des Wieder­aufbaues der Republik sein.

Abg. Lipinski (US. P.): Das Verhalten der Gerichtshöfe gegen die Arbriterorganisativnm beweist, daß die Richter noch nickft den neuen Geist in sich aufgenommen haben. Ter Gesetzentwurf bringt keine Erleichterung der Aufdeckung dcr Kriegsschuldigen.

?lbf. W a l d st e i n (Dem.): Der Entwurf wird angeblich einem endgültigen Staatsaerickftshof sck)af- fen. In Wahrheit ist er aber mir ein Provisorium. Tas ist eine ^auz unglücklickfe Gesetzesmacherei. Wenn man (Mette macht, von denen man im vor­aus weiß, sie b.erben nicht, wäre es da nicht b s er, wenn nlckft ganz zwingende Gründe dagegen spre­chen, eS bis zu gelegener Zoll noch bei dw Zuftän- digteit des Reichsgerichts zu belassen?

Abg. Tr. fr er z selb (U.S.P. links): Die Vorlage steht ganz im Zeichen des Obrrgkeits- ftaate-3. Ten Staatsgerichtshof lehnen wir ab.

Tie Vorlage geht an einen Ausschuß.

Ter Gesetzentwurf zur Genehmigung von Recktspflrgehandlungen im westpreunisch.n Abstim­mungsgebiet nnrb endgültig verabschiedet.

Nächste Sitzimg: Samstag 10 Uhr. Tages­ordnung: Beschleunigte Erhebimg des Rrichsnot- opfers, Jnterle lation über bie Sozialisierung des Kohlenbergbaues.

Schluß Vi6 Uhr.

AuS dem AmtSver-fündiMlngsblatt.

** Das Amtsverkündigungsblatt Nr. 168 vom 19. Nvv. enthält: Vergnügungs- fns ter. Viehseuchen. Dienstnachrichten. Gefunden, verloren. Feldbereinigung Röthges.

Vergnügungssteuer. S12 des Landes­steuer gesetzeS verpflichtet die ©cm<tn: en, eme Vergnügungssteuer zu erheben, falls nicht der Ge­mein de verband oder das Land, denen die Gem>rinde an gehört, eine solckfe Steuer ein führt. Das Land verzich'et bis aus weiteres zu Gunsten der Gem.rin- den aus diese Steuerquelle.

Eine Art BergnLftungssteuer, die Dilletsteuer, konnte von irrt Gemeinden bereits eingstührt wer­den. Ausgescklos'en waren hierbei jedoch die Tanz- belustigungen, de-en Besteuerung in neuner Zeit von heu Gemeinden lebhaft gewünscht wurde. Die Möglichkeit der Besteuerung auch der Tanzbelusti- gimren ist nunmehr durch das Lanttessteirergesetz gegeben. Die nach § 13 dieses Gesetz's zu ent arten» den Bestimmungen werden eingehend' Vorschriften hierüber bringen. Allerdings ftebt nock nicht fest, bis zu welck>em Zeitptmkt mit Dem Erlaß dieser Bestimmungen zu rechnen ist. Es wird sich deshalb für die Gemeinden empfehlen, die B'stimmungen nicht abzuwarten, sondern die Vergnügungssteuer von Tanzbelustigungen bereits jetzt durch Orts- s a tz u n g einzuführen. Tie nröglichen Zuschläge dürfen höchstens betragen: 1. 1OO Prozent der Regelsätze, wenn die Tanzbelustigungen bis über

12 Uhr Nackts bauern, voransg'etzt, daß das Ein­tritts "anzrigeld mehr als 5 litt I*1iä<Tt: 2. 100 Prozent bg uiegeliä'. r unb gegeben nfail-j des vor- ftelKnb unter 1 ern»ähntrn Zuschlags, wenn aus- schießlick ober übc imegenb Wein gegen B jahllmg verabrricht wird: 3 50 Prozetti der gesamten Steuerschuld, nvnn b.eic nicht rechtzeitig em richt 2 oder die Tanzbeeustigung ntcht reckztzririg angemel- bet wird.

frötere Steuersätze haben keine Aussicht auf Dllligautg durch die Reich.'sinanzbehörde.

Dem Umstand, baß dnr Bermünmgssteu« nach dem Lander-steuergesetz en <rvj n dem bes- sischen M.letsteuer^setz auch bri 'Iteianftaltungm auf Messen unb TOotf en fonne bri Bo k>festen er­hoben Nterden kaim, trägt S 11 der Mustersatzung Rechnung. Tlusdrücklich sei hierbei bemerkt, daß die Erbeteing ber Billettsteuer bri Der an stal turnten auf Meisen usw nicht in der Ortssotzung bestimmt wer­de» kann, btc sich mir auf das Btileti steuergesetz stützt.

Die Maul - unb Klauenseuche ist in Li ch erloschen. Die Gemarkung Lich wird au-? dem Sperrbezirk ausgeschieden und dem Beoback.ungs- gebic t ein te^l jeder t.Jit b.-r Gern rinde Bisses (Kreis Büdingen) ist die Maul- und Klauenseuche auvgebrochen, ebenso in Betzenrod, frart- mannshain.Stumpertenrod.Breun- geshain, Wingershausen (Lrris Schot­ten), in Rödgen (Kleis Friedberg), in der Stadt Friedberg, unter dem Viehbestände in Ebs­dorf, Gisselberg und Re i m e r s h a u s en (Kreis Marburg). In den Otemrind.m Blofeld, Oberwiddcrsheim, Geiß -Nidda, unb Bad Salzhausen (Kreit- Büt-ingen). W o h n - b a ch, frelbenb ersten, Büdesheim. Dor­telweil, Rodheim v. d. fr. und Stadtteil Friedberg-Fauerbach (Kreis ft-riebberg), ferner in Götzen und Sickenhausen (Kreis Schotten) ist die Maul- unb Klauenseuche erloschen.

Lotterie. Daö freiifdie Ministerium des Innern hat d.'m fre'sisck>en Taubstummenverbcmd e. V., Zweigstelle Offenbach und Umgebung, dir Er­laubnis erteilt, zum Besten taubstummer Kinder ober Kindern von taubstummen Eitern eine Ver­losung von Gegenständen zu veranstalten.

Gefunden unb Sc horen In der Zeit vom 1. bis 15. November 1920 wurden in Gießen gefunden: 1 schwarzer Regensch rm, 1 Porte­monnaie ohne Inhalt, 1 Pe lenporremonriajc, 1 einzelner gestrickter franbldxub, 1 A^britsschürze, 1 Broslhe mit Photographie, 1 Broi'ckfe in Form einer MooSrose, 1 Markttasche, 1 Nickelbritte; verloren: 1 brauner Kinder-Plüschkragen, eine fei bene fremben/ötufe, 1 goldener Schlön tenrino, 1 schwarze Ledertasck>e mit Inhalt, 1 frandtasche mit 200 Mrak Inhalt unb ein grauer Kinder- KaninpelA.

Kirrf)Iid>e Nachrichten

Evangelischr ©mtelntr.

(Trauerfrier für die Gefallenen.) Sonntag, den 21. November. Totensonntag. Kollekte für die Nali-malsiiftung für bte fr inten« bliebenen der im Krieg Gefallenen.

In dcr S tad tki rche. Vonn. 9'/- Uhr' Pfr. B?cker. 11: Kinderkircke f. d. MarkuSgen.: Pfr. A'ckcr. Abds. 5: Pir. Mahr. Rdontag, 22. Nvv., abds. 8: Veveinig d. tons. männl. Jugend b Matth aus gern. Dienstag, 23. Nov nachm. 4: Fraucnmissionsvcrern. Donnerstag, 25. Nov., abds. 8: Vereinig, d. kons. roeibl. Jugend d Mat- thLussicm. In der Johannes ki r che Vvrm. 9'/,: Pfr. AuSßld. 11: KinLcrllrckte f. d Johannes- gern.: Psarrasfist. Ramge. Abds. 5: Pfr. Beck- tolshrimer. '/-ü: Bereinig, d. kons. männl. Ju- gerrd d. Johanncsgem. i. In annessaal. Mon­tag, 22. Nov., abds. Vs8: Veret ig. b. konf männl. Jugend d. Lukas^m i. Lukassaal. Kapelle des alten Friedhofs. Nachm 2: Piarvassist. Ramge. Neuer Friedhof. Var- mitt. 11'/«: Militärgottesdienst. P»r. Aus eld Wreseck. 21. Nov Virm 93/«: Gottesdienst (Fvauenchor). 11: Kinderkirche. Nachmüt. 3'/2: Tvauerfeier a. d. F.ieghos. Abds. 7*/3: Liturg. Ab.nda-,id«ckft. Sonntag, 21. Nvv. Totenfest. Borm. 10: Kirchberg. Kollekte s. d. National­stiftung. Vormitt. 11: fr.il. ALendmahl für Daubringen.

Kalholllch? Gemeint.

Samstag, 20. Nov., nachm. 5 u abds. 8 Uhr: Gkriegerri) -. hl. Beichte. Sonntag. 21. Nov 26. u. letzter Sonntag nach P'i.:g'en. Vorm. 6>^: Qktegenb j. hl. Beichte 7: frl. M.-fse Kommun, b. Jungsvauon u. d. Elisabetlienvercins. 8. Aus- brilung d. hl. Kommun. 9: frochamt m. Pr. 11: frl. Messe m. Pr. Nacknn. 4>/2: Jung rauei'-riongr. 5y2: Christente' re: dar. fateame t. Bru e sckasts- andacht. Ka th o l. Gottesdienst. 21. 9te>o. Lich y»8 u. x/i3 Uhr. frungen y310 Uhr.

ganz meinen künstleriick/en Neigunren lebte, w-- her sollte ich die Mittel nck/men, ixm Unterhalt meiner geschiede.:en Frau zu brstrciten?"

Auch daran backte ich, unb die Antwort ist eigentlich ^se!bstrersiL.:d ick: ich würie nur to:m in ernt Schrioung willigen, wenn dein Erbt.il dir ungeschmäiert zusa.lt, und wenn du dich ver­pflichtest, mich mi: einer augemef.eicn Summe sorgenfoer ju machen."

Achim antwordttt nickt: aber er sah fte lange an mit einem Blick, der nun auch ihr langsam daS Blut in die Sxmgcn trieb.

Tu hust rocht/" sagte er endlichAls ich dich zn meiner Frau machte, hielt ich dich in der Tat für eine anbere, als du bist."

Trotzig warf fk die Oberlippe auf.Ick weiß wohl, daß ich dir jetzt als em erbärmlick-es, geld­gieriges Geschöpi erfderrc: aber es kann btr nun ja nur um so leichter fallen, aus meinen Vorschlag und damit wir uns von Anfang an recht ver­stehen auf meine Bedingung ernzngehen."

Muß es auf der Stelle sein?" nagte er, feine riefe Erregung mühsam li er schme r i em frjfn verbergend.Gleich in bie'er Sttmde? Während der alte Mann da brimiert, um de'sen Erle du mit mir stilfckxn willst, noch atmet und lebt?"

Mit der Deharrlickbrit einer Fnmi, die ihr Ziel unverrüctt im Auge beriäit gab Si.ne sich den Anschein, frine Frage ganz enut zu itehmen.

Nein ick verfange Pefne fofartige Ent­schließung. Aber ich hre.t es für gut. dich reckn- j itig darüber au^uk.L.eir. was für eich zu ge- wimte-.l und zu vtriie.'e.r ist.. Ob du es le-vt noch gefchcheil fallen willst, datz sich tarn Vater Deal

fernem Freunde Ben ew h matmri e Sckenkung'- urkunden auftetzen läßt, um dich und lerne Ge­schwister zu Bettlern zu macken, hast bu zu be­deuten ; es ist nicht mir bette gesicherte Zukunft, die dabei auf dem Spiel steht, fonbern auch deine Fvtfteit. Von'einem armen Manr.e könnte ich mich fvrilich nicht fdxt)ei fassen: ater ich fürchte, daß Ich ihm Line sehr bequeme Gefährtin fern würde."

Genug!" brauste er auf.Latz mich jetzt allein. Toch nein. Da du biefy so oft berrter Auf­richtigkeit rühmst, so antworte mir noch auf eine Fvar>-. Geschah eS einem anderen Manne zuliebe, daß bu dich jetzt so tief vor mir emiebri^t hast? Ist der, txm bu mir zum Nachfolger geben möchtest, vielleicht schon zur franb?"

Als sie fchv.ea, trat er einen Schritt näher auf sie zu unb mühte Tick, ihr in die Augen zu fehen: Ich fing mehr alS einmal die Blicke auf, mit denen du Tokvrr Germering a My t; ich keute diese Blicke, Signe. Und auch dle frerrnlichtei.en, die du beständig mit ihm l-ast, entgingen mir nicht. Antworte mir: Ist dein Gewifsen rein^

Ach, Nanch-iten!" ries sie, so ungeftüm auf* springend, baß ber lrichte Stuhl um ief. Unb dann, indem sie ihren Mann mit blitzenden Au-ten anfab, sprach sie hastig nxriter:Ste.tt meire Blicke zu belauern unb meinen franbrimgen nachsuspüren, solltest du lieber aur biene Schve-er achtzeben, d« so unschuldig durch alle Anf-chtungen bei Bühnen lebens geganget ist. Sie ist cs, ine seit dem-ersten Tage ih.es friersri s mit Germermg lvchäugelt unb allerorten mit ihm zusammen steckt, eie solltest bu aufs Gewlifan frage-i nt-fy mich!"

,,Ta»u habe ick feine Veranlafi'ung Gerda ist die frerrm ihrer Entschlüsfe unb ihrer franb."

2luch ihrer franb? Er wäre dir also als Schwager willkommen, der Bm^erndoktor von Tufenbrunn? 9htn, ich sage btr, day fte ihn nickt einfangen wird. Es wäre bester, daß fie bi5 nutzlose Spiel aus freie» Stücke:i arisgäbe, denn fte nnrb nichts als bittere Enttäufchungen erlelen."

kümmert bich das? Fühlst bu nickst, wie sckwer dein ri'ersüchllger Zoni dich re dackstigt?"

Als fühlte sie es in der Tat, nahm Signe sich plötzlich iufammen.Eifersucht? O nem!" sagte fie mit spöttisch üb.'ttegener Ruhe.Dw schäre Dvkwr bann mir nickst ge ährlich werden: auck wmn sth viellcickt Künstlerölut nenug in den Ebern habe, um ihn mit Wohlgefallen ansufefeii; der Mann meiner Träume ist er fick« lich nicht Aber ich fühle mich rinlstweilen noch al5 ein Glied deiner Familre, und darum will ich nicht, baß Gerda sich an den unbebeu eiibct Menschen ber* tert Fia>ge deinen Vater, ob er darin nickst eben- fa denkt wie ich."

Ackstrn machte eine matt abwehrenke Geste

.^ eS genug fein. Ich bin nicht m der Verfassung, and) darüber noch mit dir zu reden Und ich brauch? Zeit, um mich auf dr? Komödie vorzubeneNeu, die wir vcm nun an den anderen hier vorip-e.'en wer? en'fen."

Sie wollte etwas antioarten, aber sie hielt es zurück. Und als er sich weder feiner Sfa''elei zu- fehrte, wandte sie sich mit erlern Achtelzucken zum Gehen

(Fortsetzung folgt)