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Nr. 68

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Der neue Sommerkursus der 3155D

MIkÄAlsM Wen m:it Garteubaulchrerinnen-Leminar und K»5bilhurtfl<=Äuriuo für Berufs,lärtnc- Minen beginnt Donnerstag den 1. April 1920. Anmeldungen bei dem Geschäftsführer Geheim- rau Giseoius, Gießen, Senckenbtrgstrahe 15A.

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Hm> Stadt und Land.

Gießen, den 20. März 1920.

Keine vcwirtichaslung von Gemüse und Cbit.

Die Reicl)sstelle für Gemüse und Obst macht in einem Rundscl/reiben an die Landes stellen darauf aufmerksam, daß für das Jahr 1920 keine Betvirtscbajtung von Obst und Ge­müse beabsichtigt ist. Die Reichsstelle wird für diese Waren weder Höchst- noch Richtpreise festsetzen, und auch die naeß geordneten Stellen sollen nicht das Recht "haben, Höchst- ober Richtpreise aufzustellen Die Aufhebung der Verordnung über Gemüse, L)bst und Südfruclste vom 3 Tltzril 1917 wird Leabsicbtigt. Mit ihrer Ausübung würde auch der Saflustscheinzwang fort fallen.

Der Verkehr mit Gemüse in der Form ron Lieferungsverträgen wird dem freien Verkehr überlassen werden. Damit kommen die amtlichen Bertragsmuster, die Jertragspreise und die Genehmigung durch -ie Reichsstelie für Gemüse und Obst in Weg­fall. Für Streitigkeiten aus Lieferungsver- ragen sollen grundsätzlich die ordentlichen Berichte zuständig sein.

Auch die Verordnung vorn 23. Januar 918 über die Verarbeitung von Gemüse und Lbst (Reichsanzeiger S. 46) soll umgearbeilet lxrden Die der Reichsstelle nachgeordneten Kriegsgesellschaften sind sämtlich in Liquid bation getreten, mit Ausnahme der Reichs- oesellschaft für Obstkonserven und Marmeladen m. b. H. in Berlin, beten Leiterbestand wegen der diesjährigen Mar- ireladenbewirtschaftung noch erforderlich ist. Ob die inländische Marmelade auch noch im Wirtschaftsjahre 1920/21 bewirtschaftet wer­den soll, steht noch nicht fest.

Hinsichtlich der Ein- und Ausfuhr von (Semüfe, Obst und Südfrüchten sollen die bisherigen Bestimmungen aufrecht erhalten bleiben.

Die GescliLstSabteilun^ her Reichs stelle ist mit dem 1. Januar l. I. tn Liquidation ge­treten, die Bcrwaltungsabteilung bleibt da­gegen noch bestehen, da auch im Abwicklungs- itabium noch eine Reche von Angelegenheiten |ii erledigen ist.

Berm ögenszuwa chs steue r, Die ifrrifl zur Abgabe der Erklärungen für den Ver- rrögenszuwachs ist bekanntlich am 29. Februar (ifcgcla-ufcn. Die vor einigen Tagen von paschte- nenen Blättern gebrachte Mitteilung, baß ch'ie Frist biß 15. April Verlängert worden seil,, cklt nur für Preußen und findet in He s se ff keine Anwendung. Bei der durch tne tut wn neuen Bestimmungen cnifianbenm 11* Icrbeiten in Steuerarrgelegich-iten, dürfte Mfc ^«hl der Steuerpflichttgen nicht Kein lern, ot» f>re Erklärrmg nod) nicht cingerricht haben. 'DifH itn irut, das Versäumte so schnell wie möglich r-chzulwlrn Aic nxr vom hiesigen Frnan-r'Lnt nrertnen haben, smd bet nachträglicher Agabe der Erklärungen vorläusrg noch 6 tue i -dtf)teilt gen Folgen zu befürdtten. In den Au/por- twruiifleii jedoch, die das Friumzarnt demnächst an t>it Scumngen ergehen laßt, sind schon Strasbqtim- Tuurtgcn enthalten.

♦♦ Koh l ener sparnis durch Zug- d er le g un g. Die Nachtschnellzüge von Nerlin über Magdeburg und Gießen »nach Fr a n kf ur t a. M. nehmen ihren Auszugs- peinh von der Stadtbahn. Für diese Zss.ge ist t-inerzeit eine besondere Kurve eingerichtet r*?rbcn, um sie von den Stadtbahngleifen auf die Gleise nach Potsdam überzuleitL n. Es wirken so durchgehende Züge von beu Stadt- xvhn über Frankfurt nach Basel und M ailand ruiigerichtet. Seit einiger Zeit sind dills c Züge meder zwischen Berlin und Frankfurt auf» ganommen. T-er Minister der öffentlick ten Ar- »aiten hat jedvcl) soeben genehmigt, Idaß die tz'.ige vom 1. April an, dem Tage des Ueber- k»cngs an das Reich, ihren Aüsga»aspnnkt D-om Potsdamer Bahnhof nehmen, tson den baden V-Zügen geht der eine 9.30 nachm. ü, während sein GeaenHug 8.50 hbrm. in Trrlin eintrifft. Die Absicht der Beilegung isst die Ersparnis an Lokomotivleisturrt^n und thhle. ?lbgcsel>en von der weniger in/betracht frommenben Kürze des Weges beanspruchen dm wiederl>olten Aufenthalte bei bet: Stadt-

tJ7gestrickte wollene MJOiBr O Knaben-An.5:üge

iied in allen Größen und verschiedenen Farben rinder eingetroffen.

Gietzener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheffen)

bahn mehr Austr^nbunren an Lokomotivkraft als der einzige Endpunkt in Berlin.

** Die Reichszentralstelle für Kriegs- und Zivilgefaugeue teilt mit: Das in London iurürfgebliebeiie Gepäck eHe­rn a l i ge r Kriegs- und Zivilgefange­ner jetzt von Eiigland freigegeben. Dec Abtraickvort wird von der Hamburg-Amerika-Luiie geleitet und erfolgt in Tellftndungen rod ver- jchiodeUni Dampfern Die Emvimtger erhalten ihr Eigentum tofteulo-3 bis zur Bahnscatu»n der Wohn­ortes jugefteüt. Im Jntc'-ejfe der beschleunigten AbferUgung wird allen, tue ihr Gepäck aus Eng­land tnoarten. bringenb empfohlen, fe*or! ihre jebige Adresse sowie die Berechnung, den Wert und im Lagerorl der betref«enden Stück: schrist- lich der Hamburg-Amen ke.'Änie, <$Lt6-^ Ge- fangevengepäck, m Hamburg onzuzeigen 9?ei Ver­lust oder BeschädigunAei' <nr bem Transport wird für nachweisbaren ^cbaöer, 'int Vergütung bis -u ItJDO Mk. gezahlt. Falls dv Eigentümer eine hähei» Wertveriicheruiig a»f eigene Kosten wün­schen, müssen iie eine entsprechende Mitteilung gleichpills der Ha7nburg--Ain''ri^a-Linie z-igehen lasser^

Kreis Schotten.

itz Oberlais, 17 März Tie Jiigend- f e st s p i e l e der JuMw^oe"-inrgung Oberlais- Glospütkeii werden auch ;rr tommenten Sommer wiTm sfit chchen und ;Dit. 'xr.i Mitte Juli bis MiÜ^k August. Tae Tellaullührungen, die im vori­gen tzahr mit so govstem Bei fall aufgenommen wur- ixm, nxrivti u. c. auf Burg Mürben berg und dem £tobr.ir»t>3ujpi naewbott Zurzeit wird neu v.'r- bertuet SDart Schände rrsGkmbe u b Herrnat".

c Stornf els, 16. März. Rach längerem Leitpn ftorb hier der Lehrer Lud»oia Böcher, der nahezu 30 Jahre an der einklassigen Schule unterer ßvemeinbe mit un<nmüdlichern Eifer und seltner Pstichttreue gewirkt hat. Geboren in dem natrm Echelsdors hat er Zeit seines Lebens nur in dem Krrise Schotten (Ob-r^Seemen und Selln- tutj seine Lehrtätigkeit ausgeübt.

Gietzcncr Strafkammer.

Gießen, 12. März.

Bon aäjt Strafkammersachen sieben wegen TLebstahls, ein sprechender Beweis für die er- schreckende Zunahme der Kriminalität, besonders der Eigentumsdelikte! Es seien daraus folgende Fälle hervorgehoben:

Im August 1919 wurde in der Filiale der Firma Teipel in der Bahnhofstraße einge- Hrochen. Einige Tage daraus wurde in Fulda der fcellmut R aus Schwerin festgenommen, als er Von den g-estohlenen Sachen zum Verkauf anbot. Eine Durchsilchimg bei ihm förderte fast alle Strumpf- und sonstigen Waren, die bei Teipel gestohlen worden maren, zntaz»e. Ferner fand man bei ihm eine gut gepflegte Sammlung von Ein- brecherwerkzcutz. Trotz alledem leugnete er und gab an, bir Sacheii in ibajfel gekauft zu haben. Da er infolge eines Rückenmorkleidens sich nur auf zwei Stöcken schwer fortbenxgen kann, ent­ließ man ibn nach einiger Zeit auS der Haft, da es fast ausgeschlossen schien, daß er wegen seines Leidens der (Änbrecher sein könnte. Kaum ent­lassen, bewies er bei dem Versuch, einem Mit­gefangenen zur Flucht ans dem hiesigen Ge- sängms zu verhelfen, eine solche Geschicklichkeit im Klettern, daß man ihn wieder verhaftete, zumal er eines weiteren Einbruchs in der Kaffee­stube Noll in der Walltorstraße verdächtig war Hier wurde er bei der Tat von einem Dienst»- Mädchen erkannt. Im Gefängnis spielte er den wilden Mann und sck^ug in zwei Zellen das ganze Mob.liar kurz und stein. Obwohl das Mäd­chen, das ihn bei Noll gesehen hatte, in der heutigen Berliandlung nicht anroefenb war, wurde er auf Grund der Menge der sonstig-?» Indizien der Einbrüche bei Teipel und Noll für schuldig erkannt, und zu einem Jahr acht Monaten Ge­fängnis verurteilt.

Der mehrfach bestrafte Schneider Eduard S. aus Gewitz wurde im Sommer 1919 von einer alten Frau ht Frankfurt, weil er sie wegen seiner Obdachlosigkeit dauerte, mitgenommen und erhielt Nachtquartier. Zum Dank und zur Warnung für andere «rtrauensselige Leute brach er einige Zeit darauf in der Wohnung ein, lnd stahl einige Ringe und b-res Geld. Im August 1919 stahl er einem Mitarbeiter in Bad- Nauheim einen Anzug, zwei Paar Schuhe und sonstige .Kl<ndungsstücke. Bei seiner Festnahme gab er vor dem Amtsgericht falsche Personalien an und veranlaßte dadurch eine falsche Beurkundung in den Registern. Die Strafe von drei Jahren drei Dlonaten Zuchthaus, die der StL-atsanwalt unter Eiiibcziehung einer in Limburg g ihn erkannten Zuchthausstrafe gegen ihn b-antragte, war ihm zu wenig". Er wurde zu füm Jahren Zuchthaus und Äberlennung der bürgerlichen Ehrenrechte auf fünf Jahre verurteilt.

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. Margarete K. und ihr Bräutigani Heörrich B. I von Gießen hatten sich wegen D^vstah>s zu ver­antwort. Beide wollten heiraten, und B. stiftete die K. an, b.i den ver.chtedenen Dienscherrsch:itrn die 21 u B ft a 11 u n g s u iammetyu iai. Das bc sorgte fte in grmwilchuer Weise. Sie nahm alles, roa-' nirM niet> unb na.^elsest war, im Wcne von Tausenden von Mark. Der gesamte Raub nnirb«' >püter in der Wohnung des Bräutigams gefundeii. Er hat« chn gelegemlich der nächtlichen Besuche bei seiner Braut miigiitommcn. Die Aus stattung war bis auf die Pläbel komplett, alS sie die Polizei besch agnahmtc. B., der seine Braut auch s-nst in schamloser Weise ausgebeutet hatte, will b*-ite von der Braut nichts mehr wissen und auch cn den Diebstählen völlig unschiildig fcüt DaS Gericht verurteilte ihn er ist rütfiäuincr Dieb zu zwei Jahren Gefängnis, erkannte ihm die bürgerlichen Edr-nrechb' aus fünf Jahre ab und ordnete seine sofortige Verhaftung an. Die Er braut wurde zu sechs Monaten Gefängnis ver- urteilt.

Tie' übrigen verhältnismäßig geringfügigen Diebstähle, die zur Aburteilung fk-nben, fanden ihre entsprechende Sühne: des weiteren wurde ein jugnDiicher Dienstknecht aus Tanernheim, der ein ».rälftahriges Mädäien vergewaltigen wollte, *u sechs Monaten Gefängnis verurteilt.

Gießen, 19. März.

Ein Landwirt von Dorn Assenheim hatte bis Anfang Mai 1919 statt 108 mir 3 0 Eier abge­liefert und deshalb einen Strafbefehl über 78 Mk. erhalten Aul seinen Einspruch verurteilte ihn das Friedberger Schöffengericht zu berf tben Strafe; es hielt seine Eiuwendiuig. die die EierablieferuugH' pflicht regelnde hessiscye Bekanntmackwng vom 25. 1. 19 sei ungültig, da durch das Reich tne Eior- bennrtfcbafhing auf gehoben sei, für unbegrün­det. Denselben Rechtsstandpunkt nahm in der heu­tigen Bcrufungs Verhandlung auch die Straf­kammer ein.

Ein Landwirt von Ober-Seemen hatte im Juli 1919 der ihm aufgegebenen Speckabliese- rung aus seiner Hausschlachtung nicht genügt; das Schöffengericht halbe chn sreigrsprocheu, toeil er den Speck mangels anderer Kräftigungsmittel seiner schwerkranken Frau in die Klinik mit gegeben, also in einem Notstand gehandelt habe. Auf die Beruftmg der Staatsanwaltschaft wurde das Urteil aufgehoben und der Angeklagte zu 30 Mk. Geld­strafe verurteilt, da fest gestellt wurde, daß seine Fran erst Mitte Oktober in die Klinik verbracht worden ivar

Wegen verschiedener Einbruchs- bzw. Rückfalldiebstähle wurden Gefängnisstrafen von 6 Wochen bis 9 Monaten erkannt.

<Jn einem Teil der Auflage wiederholt.)

Die Lag? in Berlin.

Berlin, 19. März. (WTB.) Die Verhand­lungen, de seit gesvern mittag bis m die spädrn Nachtstunden Yviein mit der ®<mcralk>mmiliu>n der Gewerkschaften und der Berlrrv-r Gewerk- schaftskommissvvn auf der einen Seite und den tn Berlin anwesenden Ministern des R'ichs uub Preußens und den Führern der Mehrhsttsparteten aut her anderen Serbe über dm Abbruch de s Generalstreiks gefüljrt worden ftnd, haben bis seht kein Ergebnis gehabt. Die Forderungm der Gewerkschaften, die unter b*gwn6 Führung stehen, siild so ntixteü, daß mit ihrer Annahme ke gelernte polnische Entscheidung tn tne Hand der Arbeiter ylrgf metbm würdc. Infolgedessen hat auch der Ei^enbachnvervehr wieder auig höN. Tie Züge, die heute früh ausluhren, sind b'ftlwf- sen worden, woraus der Betrieb erng-stellt wurde.

Zum AdMg der Truppen aus Berlin.

Berlin, 18. März. (Wolff.) Wie wir bereits mitteilten, hat man gestern abend am Kottbuser Tor mit dem Bau von Barri­kaden begonnen. Sie wurden am Ausgang der Admiralftraßc nahe der Hochbahn errich-- tet. Die Reichswehrtruppen erhielten den Auftrag, diese Barrikaden wieder zu zer­stören, und feuerten zu diesem Zwecke von der Admiralbrücke aus eine Mine ab. Die Mine schlug auch an der bezeichnelen Stelle ein und verursachte unter den Ausrührern, die dort zahlreich zusamnrengeströmt waren, großen Schaden. Nach den bisherigen Feststellungen wurden 12 Personen getötet, 8 schwer und 20 leicht verletzt. Die Schwerverletzten fanden im Krankenhaus Bethanien Aufnahme.

Ein Glückwunsch des französischen Geschüsts- trägers.

Berlin, 18. März. (WTB.) Der fran­zösische Geschäftsträger hat heute Den Reichsntinister Schi ffer aufgesucht und ihm im Beisein des Unterstaatssekretärs von Haniel den Glückwunsch seiner Regierung

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Samstag, 20. INärz 1920

zu der schnellen und befriedigenden Lösung der Krise, die unziveifeldaft dazu beitragen wurde, den liberalen und deniokratisckien Ge­danken in Deutschland zu stärken, ausgedrückt.

Die Toten von .stassel.

Kassel, 19. März (WTB Soweit biSver fcfigeftdlt ist, betragen bte iistrigenBerlufte 17 Tote, 43 Schwer- und 21 Leichlverlctzle.

Die Unruhen in Brandenburg.

Brandenburg, 18. März. (WTB.) Bet den hiesigen Unruhen gab es äTote und 12 schwerverletzte Zwilpersonen sonne drei verletzte Kürassrere. Der Streik wird solange fortgesetzt, bis das aus-ivärtige Militär zu^ rück gezogen ist.

Abbruch des Generalstreiks in Düsseldorf.

Düsseldorf, 18. März (WTB.) Die Streikleitung bes.chloß den Abbruch deS Ge­neralstreiks.

Ausnahmezustand über Leipug.

Dresden, 19. März. (WTB.) Die Regie-- nrtg hat den Ausnahmezustand über das Gebiet der Kreishallptmannschaft Leipzig ver­hängt.

Unruhen im rheinisckten Industriegebiet.

Düsseldorf, 19. März. (WTB.) Abgeschett von einigen unbebeutenbeu Schießereien verliei ber gestrige Tag hier ruhig. Der Eisenbahnver­kehr ist roieber gänzlich eingestellt; nur Lebens­rnittel- inib ZLohlenzüge verkehren

Duisburg, 19. März. (WTB.) In D o r t- m u n b ist wieber vollstälrdig Ruhe cingctreten. Die bewafsnelen Arbeiter marschierten gegen Gel­senkirchen, bas sie ebenfalls in ihre Gewalt brachten, mit Einschluß bes Flugplatzes Gelsen- fird)enRotthauscn. Kurz vor Essen würben sie burch Pollzeimannsckwften, bie ihnen entgegeu* marschiert roaren und von staatlicher Sicherheits­wehr, bie sich von GelscnkirckMl zurückgezogen hatte, aufgehalten. Es kam zu Gefechten.

Eine Zkundgevung der Eisen- und Stahl­industrie.

Düsseldorf, 19. März. (WB.» Du An­bei tsgem ein schäften für die r bc i n t f d>* to ft* fälildje Eisen-undStahlindustrie tra­ten gestern üi Tüsstldorl zusammen, um angesichts ber betrüb.mikn p-^littschen Vorgänge bi Wirt- schaflslage zu besprochen. Sie geiangt m unter Ver­urteilung leben gewaltsamen Um^urzes unserer Verftssimg einmütig zu der Aufsasung, daß eine Störung ber Arbeit in ber rheftiiicki-wefnälrichen Stahllndustrie eine Unterbrechung des War'uaus* tausckies mit dem Auslände bedeute. Ein: solche Uvterbrechung müsse umx'rmetixid> zu em'r Ko* tallropl-e nicht nur für das rl,etnisl1.-wellfälische Gebiet, sondern für g-rnz Teutschlanb füllen, da wir zur Beschaftung der notwendigen Sulrin.en-- mittel angesichts bcJ gesuuve..en Wertes un;ereS Soldes fast ausschließlich au) den unmittelbaren Austausch von Waren angewiesen srnd. Tie unter* zeichneten Verbände richten be^hilb an bie geramte Arbeitt^hmerscha t von Rbcin.and und Wiener!e» die dringende Äuftooüerung, :)lui.e un^ Ordnung zu bcivalyrcn. Sie ftnd zng-leich ent dxöfeii. un­abhängig von der iveiteven po.iliiäjen Entimckd- hrng an der bisherigen Gemeinsam keftsarb.nt unbe­dingt festzuhalten.

Ein Aufruf der Deutschen VolkSvartei.

Berlin, 19. Marz. (WB.) Die Deutsch« Volkspartei erläßt einen Aufruf, m dem e5 u. a. heißt: Was nxr gegenüber dem gcnwlt* sämen Umsturz vom 13. März zu tun batten, nxrr vom ersten Augenblick an durch den nationalen und liberalen Charakter der Deutschen Bolkspartrn vor gezeichnet. Wir konnten und durften den Wtg organischer Entwickelmtg auf ve.fastungsmäßrger Grimdlage nicht verlassen. Wrr seit balvr jebm gegen die Verfassung geiicbtetm Geivaltttreich mtb jebc Verwendung unserer um dm Schutz des Lan­des verdienten Truppen zu ftrieben unv rcntwört­lichen, den Bestand des Reicl«s in Fr^g' ficllcnöen Unternehmungen entschüden verurteilen Wir ha­ben unferai Partrimr.gl edern die Annalnne von Aemtern aus den tzänoen bet neuen Machthaber unterlagt, haben alles Aufgeboten, um dft Einh.-its- fcont ge.-.en den iKrinbrängenben Boljch^Misn,uS hcrznstellen und haben darum den Rus zum Ge­neralstreik als die schwerste Ber^I-uldung gtgen Volk und Vaterland verurteilt. Weienllich mit d. rch unseie Verm tt'ung ist nunmeT der Aus­gleich erreicht. In ber jetzigen schw ren Stunde gibt es zur ybroelyr des Bolschewismus, bet imieri Kultur und Wirtschaft mu Verni.istimg 'edrvht, nur eine Parole: Sammlung aller Kräfte und Parteien zur Rettung des Vaterlandes!

K. 22/19.

3img8itrßtiitrung zum Zwecke der Erben- anSeinandersetzima.

Donnerstag den 6. Mai 1920, vormitt. 9 Ubr, sollen auf dem hies. Amts- Serickrt, Zimmer Nr. 14, ie nachstehenden 1. dem JustuS Georg Unuerzaat au/*, 2. dem Ludwig UnoerAagt in Darmstadt au He, 3. dem Georg Un- Dcrmfli zu H* und 4. dem Karl UnaerAOfli in Bres­lau zu l'e Augefchriebenen Grundstücke

Flur II Nr. 160'/,,. - 57R am Ho freite, links der Chausiee Schottstrabe 11 und 13,

Flur II Nr. 162V,, - 111 qm Grabganen daselbst versteigert werden.

Die anutzgerichiliche Bersügung ist auf unserem AmlSAimmer öffentlich an der Ortstafel angeschla­gen und kann etngesehen werden. (30<>3B

Gienen, den 15. Marz 1920.

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