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Nachdruck verboten.)

Fortsetzung 38.

bieKalkner aufLmöenhöhe

Roman von Reinhold Ortmann.

glücklicherweise an diese Möglichveit setzt überhaupt nicht mehr zu denken."

So?" erwiderte Signe gedehnt.Scheint bir das schon so gewiß?"

Gestern erst sprach sich Doktor Germering lehr zuversichtlich gegen mich aus."

Nnn'm mir's nicht übst, wenn ich deine kind­lichen Gefühle damit kränke, aber ich kann diese Zuversicht nicht teilen. Ick tamite jemand, ter an der nämlichen Krankheit litt, und ich habe bei ihm dieselbe scheinbare Beiserimg gesehen. Sic hielt ein paar Wochen an; dann war ei mit einemmal zu Ente.

..Wesbalb sagst du mir das? Und weshalb sorgst du dick um Ding-?, die doch kaum einen Wert für dich haben? Du sagtest, mein Vater habe dir mitgeteilt, daß er das Haus für er-,en gemem- nützigen Zweck bestimmt habe, tyut; was verlierjl du damit? Nack allem, was ich bisher von tnr hörte, war es ja nicht deine Absicht, dein Leben hier zu verbringen."

Nein. Aber er sprach nidfa nur von dem Hause, sondern auch von lernen Vermögen."

Ich kann nur wiederholen, daß wir es nicht brauchen."

Das mag deine Auslassung jent; die meine ist es nid>t. Ich weiß, was ich von dir zu ernxrrten habe; klagest du nicht oft genug darüber, Ivie un­erträglich es dir sei, die Kunst a.s Broterwerb zu üben? Und nxntn du es auch tun wolltest, hast du eilte Gewähr txrür, daß die Porträtaufträge immer zahlreich genug sein werden, uns anständrg zu er­nähren? Dildnisniaer kommen aus der Titte, iwrcn sie älter werden. Oder wenn ihre Fnauen älter werden, wie es in uirfenyn Fall vielleicht richtiger heißen müßte."

Es sollte gar kein Vorwurf sein; ich kam auch tnbt, um zu zanken; aber es kann nickst so weiter- Wn mit dieser vornehmen Zurücklaltung. 9lchim.' *u mußt unb Dingt mit deinem Baler reden."

Worüber?"

Ueler seine Absicht, dich durch irgeiid.welcte '»richt: Sck^nkungen an deinem Erbteil zu vor- kürzen. Ich fürchte nämlich, es soll setzt Ernst ^mit werden."

Was hast du für Gründe."

Während ick ihm vorhin vvrlas^ kam ent «kgm mm; da er es offen aus den Tisch legte, »tnte ich es überfliegen. Gin ge.visß'r Beimewitz *tbigt ihm darin seine Ankunft für die Mitte der r ichsten Wock-e an. Und das ist doch wohl der Mstizrat, der ihm dazu behilflich sein loll, leine "cker zu berauben."

.Wage, bitte, deine Worte. Was auch immer Vater beabsichtigen mag, es ist sein Gigen- °^n. über das er verfügt."

Das sagtest du mir schon einmal: aber es wird °Murch wtter richtiger noch llüger. Wer Kinder W, ist auch verpstickstet, nach bewert Kcästen für

Zukunft zu sorgen. ES ist eine Handlimg un- ^türlicher Feindseligkeit, die dein Vater aus- Mren will. Und du darfst sie nicht dulden."

Was ich meinem Vater gegenüber zu tun und lassen habe, werde ich mir nur von meir.'m

..Emp'mten vorschreiben lafleii. Es ist mir ®~<troärtig, über Tinge zu relei, die sick) nach ^tem Tode e.e gnen E&mitcn: wrr brauchen ja

Zweiter Blatt

Nr. 275

(Siebener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhessen)

Freitag, sy. November 1920

die

sind es aber nick

lurussteuerpslichtig, wenn sic durch dieses Bearbci-

einem Messingunterteil bestehen und iwch ferne weitere Bearbeitung der Obersläch? durch Scheuern, Brennen, Polieren, Mattieren, Brünieren, Färben, Zoponieren und dgl. erfahren haben, so sind sie als Halberzeugnisse lurussteuerfrei. Sie werden aber

Tomate, als AuSgestohene der Ee'cllschaft, als die sie sich fühlten, zeickmetm sie in der engen Kajüte terMayftoner" je e berühmte Ver>as- sungsurkunde au>, die den demokratisck-en Gcdankeu in die moderne Weit geb acht Hai und für alle nachsolgTuden Jtetoiiien ter Ve.rinrgtcn <taaic.; vorbildlich wurde Sk bezcickineten sich darin zwar als getreue Un.ertönen der englisckren Rtone, aber erkannten sich das Recht zu, die für ihre ^'nctei« lassung nöligen Gesetze und Ordimngen zu erlal'len Der Geist der puritanischen Kirche, die em frei h.itlickes Ideal verkünlett, anidx auch rn dieser Verfassung mächtig; Staat und Kirche waren do:: vornherein aufs innigste Tniteimxntei- verbunden. Tie sckzwerslen AnfäNt.e wa en den Ansicdlern rn dem Staat Neu-Eng farck, den sie begründeten, bZchicden. Vier Mo:.ate fang lebten sie noch in den engen Quarr je en deS Schilfes, bis das erste gerneinsame Haus erbaut war. Furchtbare SVmiiI- d'iten wüteten un.er ihnen. In diesen ersten vier Monaten starben 29 von den 50 Männern, 12 von den 18 verleivateten Fnauen und viele Sl'mbcr. Einmal waren nur 5 Personen auf den Beinen, dre für die übrigen Kranken sorgen können. Alle> Getreide, das sie aussäen tomtkm, bestand in einem K'orb mit Weizen, den sie zufällig gervttet hallen Aber unermüdlick« Arbeitskia ft, u e.schütttrlickx-r Glaube und eine gewaltige moralrsck-e Spamikraft halfen ilyrcn vorwärts. Allmählich entstanden an- deie Nietertassungeu in ihrer Nähe, unabhängig von ihnen, aber imch ihrem Beiftriel begründet, durch ihren Rat und Hilfe ermöglicht. Karl 1. rcrlieb ihnen 1629 einen Freibrief, in dem die englische Negierung sre anerfannte, und der Strom der puritanisck-en Giirwanderung hielt an, bis der englisch Bürgerkrieg ihr em Zrn fetzte. 36 'Jahre nach der ifaninnig lebten r.ut noch zwei der Män­ner, die aus derMayflvwer" gelautet waren; aber aus dem ausgedelmten Gebiete des alten Massachufetts waren eine Anzahl Tochterkolonien entstanden; der Keim war gelegt, und der Baum begann allmählich leecmzu>oachsen, dec sich immer mehr ausbreitete und in der beuhgen Weltnurcht- stellung der Vereinigten Staaten gipfelte.

Uirche und Schule.

Np. Alsfeld, 17.Nov. Die Orga- nisten des Kreises versammelten sich auf Einladung des Kreislehrerrats im Grünen Baum". Verschiedene Gemeinden ha- ben die Forderungen der Organisten ange­nommen. Einstimmig wurde der Beschluß ge?-

Vie kandung der PUgervSter.

(Am 19. November 1620.)

Die 300. Wiederkehr des Tages, an dem

aus England vertriebenen Puritaner auf der Mayflower" in Amerika landeten und die Grund­lage für die heutigen Vereinigten Staaten sckyufcn, wird von den Amerikanern mit großen Festen gefeiert, wie die Engländer schon im vergangenen Monat die Abfahrt des terülymten Sckyisles m Plymouth durch große Erim'.erungszere'no sien b - gangen haben. Selten ist eine so kleine Sckar unter so traurigen Umständen zu einer Tat geschritten, die so gewaltige historische Folgen skaten tollte. Tie hundert Männer, Frauen und Kinder, die ihres Glaubens roegtn in England bedrückt und verfolgt worden waren und die zuerst in Holland eine Zufluchtsstätte gesucht hallen, lebten auch dort in so traurigen Berhältnis'en, daß die Verzweistung ihnen den Entschluß eingab, die Fahrt nach de.n fernen wilden Lande zu tragen. Widerstände und Hemmnisse aller Art waren zu überwinden, be­vor endlich dieManslower" mit dem kleinen Häuf­lein die Segel lickftcde. Nack einer stürm isckxm Ueberfahrt warfen sie am 19. November 1620 in der Plymoutl)-Bai die Linker aus, an der Küste des heutigen Ma'sackuetts; sie fanden sich Iner viele Hunderte von Kilometern en fern t von Vir- ginien, wo die Engländer bereits eine stlvlonie

' Vroz. Blei verwendet wor- r ' iyohle Möbelknöpic aus einer Eisen schraube, einem Messingobeickril und

Aus Staöt ttttfc Cattö.

Gießen, den 19. 9b». 1920.

** Beschleunigte Zahlung de r neuen Bezüge der Kriegshinterblie­benen. Die Gebührnisse der Kriegshiuterbliv- denen sind durch das Rrichsversorgimgsgesetz neu beltinnnt worden. Um alle bedürfttgen Hinter­bliebenen möglichst bald in bereit Genuß zu setzen, hat der Reichs arbeit s Minister eine lesch'eunigte vor­läufige Umanerfcnmmg an geordnet unb dafür be- Ivnders ausführliche Nichlinien misgeitellt. Die Hauptversorgungsämter sind angemieen, mit größter Beschleunigung das Verfahren vorzuberei- ten. Auch die Für orgestellen sind durch Vorschuß­zahlungen stark in Anspruch genommen. Diese und die Haiiptverforgungsäm'er sollen (Herat! eng zusammenwirken. Für die UmancrUmnung kön­nen nicht nur Beamte der Hauptversorgungsämler, sondern auch von den Nachgeordneten Behörden abgeorbnet werden. Auch Beamte in Sekretär­stellen können mit der vorläufigen Umanerkennung und der Descheiderteilmig betraut werden. Zn den Richtlinien roerixm nicht nur die neuen Sätze, sondern auch die Grurcksätze für die Umanerken­nung, die Vorbereitung und Durchführung des Verfahrens, sowie die Einweisung der erhöhten Gebührnisse <m<ni geregelt.

** Schwierige Luxus steuer fragen. Die erhöhte Umsatzstnrer für Gegenstände des Lurus richtet sich z. T. nach der Art der Her­stellung ober nach dem Stoff, der dazu verwendet ist. Der Neichsminister, der Finanzen hat eine Reihe von wichtigen EntschÜbungen über derartige Fragen den ilrnsatzsknrrtehörden zur Nack-achtung mit geteilt. Türschiid r sind lurusstimerpflichtig, wenn sie sich in einmal 'ahmen einfugen lassen würden, dessen Außenmai;e in der Länge 16 Ztm. und in der Breit.' 9 Ztm. nicht überschreiten; sie sind lurussteuerftei, w :m sie 'ck nur auf einer Seite die Maße übers.' eiten. . Hähne aus blei­freier Zinnlegi rung s nd in Oiouerpflichtig. Sie n da u Legierungen von

emigen sich aber in g-hrimen Konferenzen zum Äck»aoen der Allgem.-iii-ei:. Der ufc hat bie Lwchivir;e im Interesse der ,'att billige Kar.vffeln liefern müßten. Dies wür- i>en ,re wieder durch entsprechende Zuschlag auf die uorigen Prvdu^e einbnngen. Ten Erklärungen ter Regierung stehen wir ntit aller grö bi cm M.ß trauen gegenüber 23tr haben zeoar ein Ministic- rrum für LaiüwirZchafi, aber ein Ministerium gegen die Ernährung

Abg. Dietrich-Baden ^T«n.): Die Lie- ierungsixrträge frnb nicht rn au5ieidx.ibcm flstaße aogescklosieii wcck.en, weck die St bt glaubten, würden sie doch schließlich dick r er als zu 2o Mk. den <)entner bekominen. Ta- rächt sich letzt bitter. Wir müssen unieren .'lartofklbetart im Lande decken und wird dazu fommet, wenn bie Saatgut-, die Ärbene - und die Tfiugemitteb frage mit her nötigen Um i!.t bclxm clt werden 9hir dann wird sich bt? KartossclerÄeuguiig ja laben, daß sie im nächsten Jahre ausreicht. .

Abg. Thoma (Links-Unabh.): Da unsere Kartvsf. laus uhr in Weg'all grinmmen ist, mühten mir Kartoffeln in ausveick)endeni Maße Ixtivn Sehr viel verschulden die Tra ^vrtmäncxl. Tic Preise werten vielfach auf Ummegen maßlos in die Höhe getrieben. So verkamen die Landimrte Speisekartofsein als angebliche SaoUartof.eln.

Llbg. Schiele (TtsckMtt.): Die Be.'aüpttmg, daß die Landwirte Kartoffeln nach dem Auslau. e verschieien, ist eine ungeheuerlich' Verdächtigung. Tie LandwirtsckVck bringt in die em Jahre 100 Millionen Zentner Kartoffeln in tc;: Skrfcfrr gegen 42 Millionen tm L^orjahre. Auf diese Weiie wer­den wir davon befreit, dem Ausland« Millroiien- nx*rte zu bezahlen. 2luch die jetzt beliebteSo­zialisierung" der Kartoffeln durch die Ei enbahner, wobei ganze Eisenbahnzüge rerschvr;ckcn, funtevt schärfsten Protest le raus. Zudem werden die Reichsgesetze durch einzelne Landesregierungen, wie in Hessen und Braunschweig, sabottteck, wo einfach die Zwangswirffck)att 1 vieler ein gesühnt unb bk* Kartosf-rlaussuhr rerboten wird.

Reichsernährungsminister Hermes verteidigt die Regierung gegen die erl;obenen Vorwürfe. Es haMe sich jetzt nur um Ueberaangserschemimgen. Wenn uns die landwirtt'chaf lichcm Kreise nicht im Stick)« lassen, besteht alle Hoffnung, über bi: fetzige Not hinwegzuklommen. Die Magen der Abg. Feld­mann und Hertz übermmigelnde Organisaiion beim Kortofseltrmisport treffen nicht zu. Mit Braun­schweig und Hessen sind Verhandlungen wegen Auf­hebung der Sperrmastnahmen etugeki et. Zur Be­kämpfung des Wuchers und der Grenzverschie- bungen sind besondere gesetzliche Bestimmungeii in Vorbereitung, die ein rücksich sloses Eingreifen zum Ziele habeil. Der Landwirtschaft können ivir feine Liebesgabe von einer Milliatte Mark für Llnstlich« Düngemittel machen. Es bleibt nur der Weg übrig, unsere chemische Düngemittelpvodultivn zu erhöhen.

Damit sckstießt die Bffprechung. Nächste Sitzung Freitag 1 Uhr. Anfragen, Interpellation Hngt über den Berliner Cl:k!riKitatsstrcif, Interpellation Müller-Frcmken über die Kapitalsvnlcknrbnng nach dem Auslande, Interpellation Brückmanii über ZeitungspostgeoÜhren, Heinere Vorlagen. Schluß 7V- Uhr.

Deutscher UeLchstag.

Berlin, 18. Nov

Ter Präsident eröffnet.die butiqe Srtzuno um 3 Uhr nachmittags. Am Möiisterttscko Vi--- tanticr Heinze, Reic^minister Koch und Her- mes.

Die Jitterchllarion Mülle r Franken u Gen ^Soz.) bett, di« Borieguna eines Gesees über die §azialii».-rmig des Mhlenbergbaues mii> die Jnter- peffatfan Stresemann und Gen. (D Vp) b" ttdKitb die gegeirnärtiy Wrrisckastskrise tre.-^n nachdem Reicksmricker Hermes die Beantnwr- ümg durch t-k Regierung rn; erlalb der ^-setz- mäßigen Frist in Aussicht gesollt hat.e, emst- meiien vertagt.

Das Haus nimmt dann die Besprechung ter Interpellation Arn stad t und. Een. sDtschntl) über bk Kartossell.e erungsverttäge wieder auf.

Aba. Feldmann lSoz) madyt die Land Virtscka't für bie .Kari'iffelnvt re-anttiortlich. Die $mk sei reitfffidjer gewffen als im Vorjahre mid hk Ankausläcke gestiegen. Ter Landnnrt hab« gtcfr* Mengen .Kartoffeln lieb r verfaulen lasten, chc ererei Lieserungsrechslick^urgen rarfZam. Dt» Weee n'übnng der ZnangÄuirtsclait für Kartoffeln tarn allein diesem gesShclichen Zustand ein Ende machen. Auch die in den Lrrierungs- Beiträgen festgesetzttti Preise werden nickck ernge- holdm. Das, rann nicht Wunder nehmen, denn ritens der Lpiricklsbre:inev-ien werden sehr lohe Pveiff geb tei. Ta;u kommt dann das Bestt.- bm ber Landwirte, ihren Vorrat an Schweine zu rerfflrtem. Diesem Mucker muß ein Ende ge- ntrirf nx-tten, hanpffächlich im Jnteresfe der Jn- imstngebiee, wo durch Untevernähiimg und slindersterblichkeit une.hörtt! Opfer gesoidert tour» den.

Abg D ö bri ch (D. Dp.) bestreitet, daß die Lcmdwirffchast bie Schuld an den Verhältnissen trage. Im Gegenteil seien mehr Kartoffeln am üterftie als früher imd die Preise auch für* die Lüferungs der träge niedriger geworden. Vielfach rim in einzelnen Gegenden DÄttschlands die Bnrife schon in Friedens Zeiten fast so hoch gewes.m nie honte. Andererseits sei an vielen Orten ie Kartoffelernte so kncrpp ausgefallen, daß eben tv Aussaat gedeckt wurde. Kartoffeln können nur zweimal im Jahre abgegeben werden, einmal zur Beit der ErE, dann erst Wicker im ^Frühjahr beim iusmseien. Bei der diesjährigen Ernte haben bi nach /Lieferungsverttäge gebundenen Gemünden )ülfach ihre Kartoffeln nicht abgenommen, weil sie Raubten, daß sie billiger würden. Dann kamen an- tere Leute, die glaubten, daß sie tcurr würden tnb nahmen diese Kartoffeln ab Für die Not der Großstädte habe bie landwck;tsck)aflllche Bevölkerung »Iles Verständnis. Sie duld« keine Wucherer und Äheber. Dafür erwartet sie aber auch ein klein's Zerständnis für ihre Lage. Ter Bauer lasse sich richt länger besckffmpfen.

Abg. Blum (Z.) tifennt an, daß bie Anbcm- pdje wie der Ernteertrag gegen das Vorjahr ge- ftiegen sind. Tie Reichskartofselstelle kann aber »rst 9i einem, späteren Termin aufgelöst werden, dmn ohne ihre Organisation können z. B. bie Städte nicht auskommcn. Tie Haciptschuld an der schlech-- kn Lieferung liegt im Wagen mangel. Aus Ost- peußen ist deshalb bei weitem noch nicht der größte Teil der Kartoffeln abtransporttert. Für qnn$ Teutschland einen Einl^itspreis für Kartoffeln «stzusetzen, sei unmöglich, dafür seien die Erzeug- ri'sbedingungen im Reiche zu verschieden. Würde diesen Bedingungen Rechnung getragen, so wären Ducherpreffe unrnög'ich. Die Organisatton der Lmbmrte fei von Nächstenliebe getragen. Sie hab? de Kartofsclpreis« freiwillig herabgesetzt unb lchne ex Verbinbllmg mit den Schiebern ab. Anderers'its ixr erwartet sie von der Reichsregierung Und'r- Atzuna für ihr« berechtigten Wünsche.

Abg. .Hertz iUSP.): Die Jnterpcllativn er- w&t gar nicht die Hauptsache, nämlich die Kartoffel- ®t nnb die Verbilligung der Preise. Man fiagt i:er Wagenmmigel und will ihm dadurch begegnen, tf< man Giyuger und Verbraucher möglichst zu - cmmenlegt. Ja, wie strmntt das zur Einführung freien Handels? Den Ei'enbahnevn, welche die ^rtvffellieferuTvgen verhindert haben, gebührt der rank des ganzen deutschen Vvl-es. Nach dem Ber­gen der Negierung ist dies das einzige Mittel, die tollsten Schieburrgen zu verhindern. In Ost- drußen toctien noch heute Kartoffeln über die Grenze ver-sckoben. In der Mark werden offen L»nze Wagenladungen nach Holland verfrachtet, ras tut die deutsche Landwirtschaft. (Pfuirufe «his. Ruse: Nein, die jüdisckwn Schieber.) Auch oir billigen Eingriffe der Eifenbahner nicht, .nenn irrch sie die Derbraircher vom Erzeuger abcffspcrrt nxrden Die Großstädte brauchen für ihre Ernäh- Tna eine gute dauerhaf.« Winterkartvffel, wie sie in Oktober geliefert werden lann. Daher haben sic ' gegen zu frühe 'Belieferung gewehrt. In der Lfftcntlidtfeit machen sich S)anbei und Landwirt- ichaft gegenseitig Vvvwürse wegen der hohen Preise,

gegründet hatten unb wslffn sie strebten, ^ic I tungsveriahren eine Bcrvollkommnung erfahren fühlten sich außerstande, dorchin zu gefangen; das i haben, bie sie zum Gebrauch als Möbelbeschläge Bewußtsein, in der schlechteiüm Jahreszeit, rn der geeignet erscheinen läßt, ebenso regelt sich bie schlechtesten Verfassung, in ter schlrchtesten G - Steuerpfficht von Tellern, die zum Schutze des gond sich M b'sinden, drückte sie nieder; nur ihr I Möbelstücks unter den Möbel knüpfen angebracht Glaube und ihr Gebet hielten sie noch mifrecht. V sind.

* Habt aus das Gas acht! Jetzt, da die Abcmde wied. r langer g worden sind, tx-rinebreii 'ick cmch die Gaserv o rauen n»cxr. Viele solcher unb sonstigen Unglücks)alle, bie durch ausstrvmen- ces tztas m geickstossenen Räumen en:steh«r, sind :r>en iger auf Unkerrntnis cer Eignuchaffen be* ^stl'es als auf Fahri äs igfcü, Unadi famtintrit unb Beguemlicksteit zurüeHzufflhren. Bn teu (.^aswercken werden oft Gcwauoströmungen mi bem Burerkor gemeldet, daß der Gasgeruch sich schon feit langer önt, mitunter seit Monaten, Ix-merlbar gcnwdl habe. Daß in solchen Fällen Expt')sronen nicht emterten, ist oft nur glüjltdicit Zusällln zu ver- i anfrn Encko i?nen nrr.en sich fast immer ai> lueuben la'sen, wenn bie folgen en Regeln beachtet werben: Sobald man Gasgeruch l»emerkt, ist al;es Feuer zu entfernen, nich: nur aus dem betreffen* den Raum, sondern aud) allen anderen, die mit ihm durch Türen, Fenster u w in Verbindung neben. Tas Aufiuck-en der f?blcrhaf en Stelle u cr l^yfritung durch dlbleuch en ist unter allen Umständen zu un!erlassen. Nach der femunj ieqlidfen Feuers sind dir Räume zu burd^üften Haupthähne sind abjuilKrrcn Die zuständige In- wellron der Ysaslvercke ist sofort zu benachrichtigen Es Ttnrb iwch bemerkt, daß bas La.lchtgas, da es leichter als die atmosphärische Luft ist, dar> Ve- slrebe;r hat, sich an der Decke anzusammeln, daher rst bet den obeven Teilen besondere Borsecht nötig.

Landkreis Gießen.

X © ieseck, 18. Nov. Am Totensonntag nachmittags 3l/2 Uhr wird auf unserem Frielchof, wo neun Opfer des Weltkriegs ihre letzte Riche- stättr geffmden haben, am Kriegerdenkmal von l 870/71 eine schlichte Totenfeier flattfinbnt, $u her alle Männergesangvereckt? unb die Kap ll« Mank ihre Mitwirlung jugviagt halien. Am Abend drs Totensonntags ist in dec gcfreijten Kirche eine liturgische Feier, in der, eingerahmt von Eböreo der oberen Schulklassen, Konfirmandinnen für den Tag passende Gedichte vorttagen werden. Diese to'r; ben auch die Tafeln mit den Bild« n unserer Toten schmückeit, die als Cfabc der Ortsgruppe der Kriegs- Md)äb;gtcit int Ansch an die vorjährige Gedächt­nisausstellung noch int Altarraume der Kirche sich befinden. Die Kirche ist nach Beendigung der Feier auf dem Friedhof bis zur Dämmerung geöffnet unb foldyen, die das Bedürfnis haben, den in fremder, Erde Ruhenden Blumen zu widmen, ist auf dem Altar hierzu Gelegenheit geboten, (haben für die örtliche Kriegshinlerbliebenensürsorge können in die aufgestellten Büclffen eingelegt toerben.

ga. G r ünberg, 17. Nov In dem Be­streben, möglichst alle städtisck>en Einrichtungen int Rathause zu vereinigen, wuckx am vergangenen Samstag auch die Umwandlung des sei'her in einem .Hause am Kirckrenplatze unterrebrachten städtischen A r ch i v s vvllzrgnt. Die Alter­tümer werden Vorläufig im groben Eckzimmer des ersten Sfackwerivs verstaut, um bann später nach der Neueinrichtung des Rachau' im jetzigen Bür- germeisterzimmer Aufnahnte zu sind en. Da? städtisckie Arckstv ist im Jahre 1903 dttrck Herrn K. H. Jöckel begründet worden, in einer Zeit, wo selbst im Gemeinderat für Stadtg« ckstchte noch wenig Sinn vorhanden. Dem ®runter gckang es damals, durch rasck)en Zugriff das wenige für bie Nachwelt zu reiten, was sich hier in Grün berg ar alten Uifunben, Zunftschiloern, Bildern usw., halb verlvmmen und verstaubt, auf dem Boden des Rat­hauses oder in Bürgerhäusern noch erhalten halte .Herr Jöckel wurde im Dezember 1903 zum städti­schen Archivar ernannt unb am 14. 2lpril 1910 vom Gwßher-oglichcn Haus- und Staalsarchick zum ebrenamklicken Or.surkunlenpllecier bestellt gemäß den Bestimmungen des Teul'malsck'utzgesebes vorn 16. Juli 1902. Er bat nun nach jahrelanger mühevoller und tmentg lckicher Sicktung, Ordimng und Pflege der Sammlung sein Amt nietergelegt und es an Direktor Angelberger abgetreten, beit der Gemrinderat nach seiner Bereiischästserklärunq mit der Fortführung beauflagte.

Kreis Friedberg.

? Vilbel, 17. Nov. Dieser Tage wurden hier im ein seinen 9 Parzellen Feldgel ände mit zusammen 13515 Diubrahne er Fläckeninhckt verpachtet und hierfür eine Jahresvacht von 5200 Mark erzielt. Ein Grund, der un'ere Stadtväter dringend veranlassen dittste, de.i in hrcsiger Gemarkung Itegenfcat und durch die eingettetenen Zeitverhältnisse überzählrg genwrdeuen, ctrna 400 Morgen haltenden Erer zierpla tz. Ixt Landwirtschaft wieder voll und ganz zuzu- fühven.

60 Proz. Zinn uil?.

den sino. Wenn üv.

Zornig stampft- Achim mit dem Fuß aut ben Boten:Abermals wagst du triefe sckimvslick'e An­spielung? Nie hätte ich^deinem Tränren nach gegeben, mich von dem Lttvm des llte'.llschasts- lebens tteiben zu fassen, wenn ich geahnt hätte, daß du cs so ansiehst."

Seine Erregung brachte sie nicht aus ter Fas­sung; fie ließ sich ruhig aus bei neben t.'jm sieben­ten Malstuhl nieder und legte die zrerlickpm Füße übereinaiiber.

Tein nachträgliches Bwauern ist Fein glän­zendes Zeugnis für deine Dankbarkeit," sagte sie lcickchin.Aber wenn du die Absicht hast, es in Zukunft anders zu hallen, glaubst du. datz ich auch dann noch eine geeignete Lebensgefährtin für dich sein wurde?"

Unge.viß sah er sie an.Was memft du da­mit? Willst du dich wieder als die Getäuschte und Bettogene auffpielen?"

Ich behaupte nicht, daß du mich bet teurer Werbung absichtlich hintcrgangen hast; toahrscken-- lich nahmst du auch mich für eine andere, als ich war. DaN wir nun bsite enttäuscht srnd, rst viel­leicht mehr ein Unglück, als bk Folge eines Ver­schuldens."

Sind wir schon so wett, uns wiche Tinge tu sagen?"

Was hilft cs. sie zu verschweigen? Tn fühlst es doch ebensogut wie ich. Daß du weniger ehr- llch bin als ich, äntert nichts an ben Tatsachen; tetn Vertellen tewles mir langst, daß du mich nicht mehr liebst."

Zck' halte ten redlichen Vorsatz, mein Ver­halten zu ändern. Tu warst es, die mich zurück­wies, als ich brr davon sprach."

Innerliche Eutsvenckung befaitigt man m-te

durch gute Vorsätze. Wenn du e-.- ivirllich gut meutteft mit btr und mit mir, hättest du mir einen anderen Vorschlag machen sollen."

Nun?"

Wenn Menschen fühlen, daß sie sich als Weg- geiwssen gegenseitig zur Last werden, gehen sie ihre Wege lieber allein."

, «Ick hätte dir also eine Trennung vorschfaoen sollen? Vielleicht gar eine Scheitarng?"

Warum nicht? Hmte könnten wir uns noch m aller Freundschaft Lebewahl sagen; wer weiß, ob wir nach einem Jahr ober nach zweien noch ebenso zueinander ständen."

Tu gestehst also offen zu, daß du mich nicht mehr liebst?"

Ich schätze dich sehr imb erkenne alle deine guten Elgensck>astei? bereitwillig an; ater ich hotte mir meine Ehe von vornherein atwers vorgeftellt. Und wenn ich mich jetzt gar noch mit (Manten an Armut vertraut machen jollf dann ja, bann glaube ich wirklich, daß meine Liebe nicht mehr stark genug ist, diese Probe zu te dehen."

Deine Offen herzig lei; ist te mrnderungswift> big. Und wenn ich nem sage ein für allemal nein?"

Darm hantelst du sehr töricht," sagte sie sanft Tenn du schneitest dich bamit ins eigene Fleffck Xie tt'iebererlangte Frech, it wäre doch für dick nicht weniger köstlich als für mich. Tu könntest ganz nach Gefallen tei.ien künstlerische i Neigun­gen leben. Tu könntest Fräulein Neu Hoss heiratet! oder eine andere."

Achims Gesicht rötete sich:Laß, bitte, Eriko aus dem Spiel.' Sic gab dir ebensowenig nrtt ich einen Anlaß, ihren Namen in diesem Zusammen- Hana ui neunen."

liroriletzung folgt.)