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In dem Nauheimer Sptelerprozeß wurde beute das Urteil verkündet Die Vorstände desInternattonalen Sportvereins" und des Klub 1919", sonne zwei der ongrflaerten ÄotriierS wurden zu (Geldstrafen von te 500 Mk vertkrteilt. Das ^lericht nahm aus Grund der Beweisaufnahme an, daß es sich bei Ix-ibcn Berenten um Spielklubs -vhandett hab: und daß ihre Beveinsräume öffent­liche Versammlungsottr im Sinne des § 286 RGB. gewesen seren. Die übrigen Angeklagte^ muhten mangels Beweises frei gesprochen werden.

Gießener Strafkammer.

Gießen, bat 15. Ok.vber 1920.

Sin dreister FeldöiebstM.

(Anwohner rwn Rodgen bei Nou Herrn stehen seit fahren in dem üblen Ruf, d« zahlreichen Ield- diebstähle in der txxmgen Gemarautg und den an- 'i egenden Grenz mar,len zu begehen. Beßntders lästig und ('-Iid) wutden Inese EnwTitdungcn im laufenden Ern,eiahr: beispielsweise fand ein Land­wirt aus <5d*oalbrim, daß ihm über Nacht 1 Vi Morgen Kartoffeln geföMcn wr-rden waren.

Sri^val Heimer Grundbe iher griffen daher zum Selbmck'uv und rüffelcn Feldwachen ern, um die Täter auf fkrischer Tat *u ertappen.

(Zitter rrlchen Schupwache gelang es, in der Nackn zum 28. Juli 1. I. etwa zehn Manner auf einem Weizenacker zu stellen, die aber sofort ein lebhaftes Feuer eröffneten und die nur ans vier Mann beitebenbe Dache zwatmen, sich zutticktzu- ziehen. um der Gefahr, .ridx's'en zu werden, zu ettigehen Eine in der Nähe befindliche Sttesi- patwuille pon zwo. Mann eilte aus die Schüsse herbei und stieß hierbei auf den Maurer und 'Wirt fochmtf Bernh.rrd ö. und den 3tnuneim<nm Phil. W. ans Rödgen .

Ersterer griff die beiden Leraneilonftm sofott tätlich an und verletzte sie nicht unerheblich.

Anderen Tags wurde sesdc>e'tellt, daß von dem Acker für etwa 600 bis 700 Mark Weiten! gc- sivhlen tvvrden war Obwohl die unter Anklage gestellten H. und W. leirgneteir, unter den Feld- dicbeu gewesen zu sein, und mehrere Bewohner von Rödgen sie zu entlasten siechten, hielt sie das Gericht auf Grund der btvbig'cn Llngaben jener aus zwei Mann bestehenden Sireifpatnouille für überführt, au dem Dieb ahl des Weizens und L*em Feuergefecht betätigt gewesen zu fern, und ver­urteilte $). wegen schwe ren Diebstahls, bv- gongen mit Waffen, 'o'ine mögen K ö rperver- letzung und Wchers'.anos unter Versagung mil­dernder Umstände zu 1 Jahr 10 Monaten, W. zu 1 Jahr Zuchthaus

Ein dritter Angeklagter mußte mangels Be­weises fveigcjprochen werden.

Die bis in die Nachmittags stunden hinein wäh­ren c>e Verhandlung begegnete dadurch erhöhtem lInteresse, daß die s. Z. erfolgte Festnahme der An- gefiagten zu Demonstrationen gewisser Ar- bei ter Freite aus Bad-Nauheim und Umgegend führte, die unter der Androhung des General­streiks und der Stillegung des Badebettiebes in Nauheim bu Fleilaffuttg der wie die Lxruptoer- handlung bewiesen hat oollkonunen mit Recht verl;afteten Personen erzwingen wollten.

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üeid>tatbletir. Der Verein für Be- l-egunqsspielc Gießen ^brachte am vergangenen ;?onntd; au» seinem Sportplatz die diesfähngem trid-toth.'etischeu Aereinsmetstcrschasts Letttämp'c lMJn Suitrag Leider war infolge ter Listern Mckien und kalten WitLerung die Xkteiliguug in<rt diejenige, aiö man nack der Anzahl der ein» ai cangcnru Meldungen erwartet hatte Trotz alle- frrn .'ntroickelten fick recht schöne und interessante 'iämpse. Tie etn^lnen Ergobnisse sind folgende: renioren: 50-Mtr.- Lauf: 1 Preis L>ons höt, 2. Tualla Mrsipo, 3. Bntno Fu.. 10 0- '7 t r. 2 a u f: 1 Pr Hans Thöt, 2. Bruno

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X öanan, 18. Okt. Dor dem Sckwuraertckt hatten sich am Montag der Maurer und Makler Peter Perschbacher aus Schaf heim bei Dieburg unter der Anklage des Raubes, der Zimmer­mann Jakob Schließmann und der Zimmermann sf-ran; Ostermeier aus Selitvmstadt unter der An­klage der Äehlerei zu verantworten. Die iStefmu Perschbochers ist im Frühiohr einem Raubmord zum Opfer gefallen, der jstMibmörcker vom Schwur­gericht Darmstadt zu lebenslänglichem ZuchtbauS verurteilt worden. Der vom Schwurgericht t'anau abzuurteilende Vorfall Ixit sich am Morgen des 15. April 1919 in einem Cnsenbalmzuae »wischen den Stationen !öonau-Ost und L»onau-West abge­spielt. In beefem Zuge befand sich u a. der Land- witt Mil. Zemmerer aus Seligenstadt, ber in eine Pferdedecke eingewickelt ein Stück geräucher­tes Schweinefleisch, etwa 12 Pfund, bei sich führte, das aus einer L»ausschlachtung stammte und für feinen in Frankfurt wohnenden Bruder bestimmt war. Ein Mitreisender meinte, daß es sich bei dem Pakete des .^rmmercr jeden fall.' um Schieber- Ware handele. Es kam zu Auseinandersetzungen und zu gegenseitigem Stoßen und Zerren, wobei Pers<h- bacher das Paket an sich genommen und den In- lwlt verteilt haben soll, -schließmann und Oster- meier, die in einem Neben ab teil saßen, sollen je ein Stück 'Fleisch erhalten haben. Die AngeNagten leugneten, sich im sinne der Anklage verqanaen zu haben. Die Gesck^vorenen verneinten bei Persch- bacher die auf Raub lautende Schuldfrage, ixe auf Nötigung und Arntsanrnatzung lautenden Schuld­fragen wurden bejaht. Das Urteil lautete aus zwei Wochen Gefängnis. Bei Schließmann und Oster- meier haben die Geschworenen die auf Hehlerei lautenden Schickdfragen vereint, infolgedessen ^rei- sprechung erfolgte.

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sd. F ran kfu r t a M., 18. Oft. Unter der Entfaltung hre üblichen akademischen Gepränge-? fand heute mittag in der Aula bn Universität die Utbergabe des Rektorats an den n.ueit Rektor für das Studieniahr 1920 21, Prof Tr. Schoen flies statt. Dem Rechenschaftsberick! für das ver­flossene Studienjahr, den Prorektor üautzsch erstat­tete, zufolge beklagt die Umversität den Tod von weiteren 46 Studiereitden auf dem Felde der Ehre. Insgesamt fielen 154 Studenten. Der Lehrkörper umfaßte u. a. 69 ordentliche Professoren IG ordent­liche honorarprosessoren, 79 Privaldozenlen, 33 be­auftragte Lehrkräfte und mehrere Leftorett, ins gesamt 211 Lehrkräfte. Tie Zahl der Studierenden, (Gasthörer und anderer zum Dören berechtigter Per­sonen betrug im Sommerhalbjahr 1920 4883. An ber Neugestaltung des Hochschulwesens nimmt die Studentenschaft regen Anteil. An Neugründungen sind nt Borbereitung ein Institut für Arbeitsreckl und eines für phvi'ikalische Arbeiten. Zu Doktoren 'promovierten in der juristischen Fakultät 44, der medizinischen 172, der philosophischen 24, der naturwissenschafttick>?n 44 und der staatswissen­schaftlichen 109 Studienttde. Die Universität er nannte vier Ehrendoktor.ni An Sttftungen flössen der Universität l3 « Millionen Mark zu Ein sehr trübes Bild entwarf der Prorektor von der witt schaftlichen Lag.' der .'övchsckwle. Wenn das Reich nicht mit 500 000 Mk Beihilfe kielfend eiimreift, ist ihr Fortbestand aufs schwerste bedroht. Ähwer ringen auch 'die Privatdozentin, da. sie als An­gehörige einer Stiftung s-Unioersität feine Staatsbeihilf'n erhalten, um ihre wirtschaftlickic- Existenz. Gleiche Not waltet auch bei vielen Studie­renden ob, die vielfach Nebenettverb haben. Nach lkVergabe der Amtskette hielt der Rektor Schoeiv- flies dre Festrede überMathematik und Himmels­körper".

Die Not der Akademiker.

fd. Fran kf u r t a. M., 18. Oft Während die Gehaltsverhältnisse der Unioerfitätsprofesforen be­friedigend geregelt worden sind, befinden sich die Prioatdozentcn in einer traurigen, wirt­schaftlichen Notlage, zuntal wenn fie als Angehörige einer Sttftungsuniversität, wie hier in Frankfurt, feine Stipendien vom Staate erhalten. Es sind da­her Schritte eingeleitet worden, uni dieser Not zu steuern. In noch traurigerer Lage befinden sich viele Studierende: eine große Anzahl leidet an Unter» Ernährung. Nus sie will jetzt die Organisation der Ouäfer ihre .v>i:fe ausdehnen. Die Quäker wollen weiter ihre 5)ilfstätigfeit atlch dahin ausdehnen, daß sie gröhe Bibliothefen von englischer und amerifa irischer Literatur errichten: eine solche Bücherei soll auch in Frankfurt ihren Platz finden.

Die Notlage der Berliner Studenten.

Berlin, 19. Okt. blultusminister Dänisch, die Rektoren aller Berliner Hochschulen unh eine Anzahl führender Politiker, Bankiers, In-

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