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Erster Blatt

170. Jahrgang

Montag, 19. Januar 1920

ist die

Jn-

zum Staatsbankerott: denn ein besseres 9tn(ag<

chein, daß sie das Gericht, das von Millvmen der Dpfct* verlangt wird, erleichtere.

gc&. Clemenceau.

Aur -ein Uelehe.

Der Reichsverband der deutschen

M.15

Trr «ieMiivr l*yi|CT erscheint täglich außer Gönn- und Feiertags.

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verlangt. Iw Untevabschnitt Ottlctschin Räumung ohne Zwischenfälle erfolgt.

der deutschen Besatzung Wit einem Teil der Vierde und Geräte geriet rn Gefangen­schaft. Tie Höhe der Mutigen Verluste ist noch nicht bekannt. Ter polnische Verbindungsoffizier ist mit eurem Offizier des Gouvernements Tlforn und Ltenr Führer der Maschinengewehrs mpag nie zur Aufklärung mrd Festste.lurrg des Tatbestandes nachiArgenou gefahren. Tas CtouDerneimmt Thorn bat sofort die Herausgabe der Gefangenen, der Waffen sowie säm kicher Pfkerde und Fahrzeuge

orbmmg vom 9. Dezember 1919 über die Ein- führungvonHöch st mieten zu veranlassen? Nach den Blättcrmeldunaen hat diese Verordnung in Miet er kreisen eine große Befriedigung ausgelüst

deutsche Nationalversammlung.

139. Sitzung.

Sonnabend, 17. Januar 1920, vormittags 10 Uhr Der von Mitgliedern aller Parteien ein- gebrachte Nachtragsetat zur

Erhödung der TeuerongSzulogeu für Beamte, Offiziere, Mannschaften usw. um 150 Prozent steht zur ersten Beratung. Angefordert werden dafür 500 Millionen Mark.

Reichsfinanzminister Erzberger: Ich freue mich, wenn der Entwurf möglichst heute noch in allen drei Lesungen verabschiedet wird. Ich wende mich bei dieser Gelegenheit auch gegen die Oppo­sition, die sich in imten Beamten kreisen gegen die Kinderzulage geltend gemacht hat. Das Reich hat allen Anlaß, kinderreiche Familien in reber Weise zu unterstützen. Erfreulich ist das Einverständnis der Beamten, daß mit der Desoldungsreform eine Steigerung der Arbeitsleistung ein treten müsse, da- mit die Zahl der Beamten verringert werden kann Es muß auch für sie allgemein der Achtstundentag eingeführt werden. Ebenso zu begrüßen ist die Er­klärung der Beamtenschaft, daß sie selbst unter sich mit allen Mitteln dahin wirken wolle, daß jede Kvrncptton aufhört. Der Minister t^eist dann Angriffe der Unabhängigen zurück und fährt fort: Die Regierung muß mrd wird denKampfgegen den Terror mit aller Enffchiedenheil fortsetzen. Nicht den Arbeitern ist die Schuld an der jetzigen schwierigen Lage zuzuschrffben, sondern den Nicht- arbeitcrn. Die Politik der Regrerung führt nicht

hiwatmt von lizttW» f. die 4.aq«nummer di- jum Nachmittag vorher ohne jrdcBerdindlichkeit. Dreis fflr 1 mm höhe für Anzeigen o.34 rum Breite örilut) 25 üf, auSwärtS 30 Pi.; für Reklame- Anzeigen von 70 mm Breite vt) M. Bei Platz- eodcbrih20*/yuffd)lag. Hauotjchri'tleiter: Ang Goetz. Verantwortlich für Politik: Ang. Goetz; für den übrigen Teil: Dt- Reinhold Zenz; für den Anzergentell: x>. Beck, sämtlich in Gießen.

Teöchanel zum Präsidenten Frankreichs gewählt.

Paris, 17. Jan. (WTB.) Paul Descha- nel ist zum Präsidenten der französischen Repu­blik gewählt worden.

Die Wahl Paul Deschanels zum Präsidenten der französischen Republik erfolgte mit 734 von 889 abgegebenen Stimmen. I ounart erhielt 66, Clemenceau 56, Lson Bourgeois 6 Stimmen. Weitere Stimmen wurden vereinzelt abgegeben.

Paul Eugen LvuiS Deschanel wurde am 13. Februar 1856 in Brüssel geboren, als So<lm

stelligen.

2!us dem besetzten Gebiet.

Neue BcrkchrSbcstiinmllng mit dem befaßten Oiebiet.

Aus ben .Verordnungen der Interalliierten Rheinlandkommission entnehmen wir folgende Vor­schriften über den Veckelw mit dem besetzten Ge­biet: Artikel 3. Im unbesetzten Deutschland wohn- baften Personen ist die Einreise in das be­setzte Gebiet mit einer Ausweiskarte ge­stattet. Die Audweiskarte muß jedesmal auf Air­fordern der alliierten Behörden vorgez.ngt wer­den. Artikel 4. Personen, die mit einer Aus- iveiskarte versehen sind, können im ganzen be- se tzten Gebiet und zwischen dem besetzten Ge­biet und dem unbesetzten Deutschland frei ver­kehren. Artikel 8. Alle Personen, die ihren Wohnsitz im besetzten Gebiet nehmen wollen, müssen einen schriftlichen Antrag an die deutsche Behörde des OrteS, an dem sie sich nieder! ssen wollen, einreichcn. Diese Behörde ist zuständig, die nötige Ermächtigung zu erteilen, und muß ihre Entscheidung innerhalb drei Tagen dem Krelsdelegierten der Hohen Kommission mitterlen.

Ei« Gefecht an der polnischen Grenze.

Danzig, 17. Jan. (WTB.) Bon amtlicher freiheitlicher Stelle wird mit geteilt: Mit dem pol-, nischen Verbindungsoffizier beim Gouvernement Tlvrn war am 15. Januar vereinbart worden, daß die Polen hn Abschnitt Argenau am 17. Jan. um 10 Uhr vormittags die vordere Linie überschrei­ten. Tie deutschen Truppen sollten um die gleiche Zeit die Linie SeedorsWo LowSuchatowstt mit den letzten Teilen überfchrttten haben. Dieses Abkommen wurde am 15. Januar nach­mittags von dem polnischen Verbindungsoffizier durch einen Kurier der polnischen Befehlsstelle übermittelt. Am 17. Januar um 5 Uhr 30 Minu t en vvrmittags wurde die Feldwache am Stellwerk südlich der Station Argenau von polnischen Truppen überfallen. Ein Mann der achten Kompagnie ist mit der Meldung zurück- getommen. Ter Kompagnieführer der Maschineir- gewehrKompagnie ließ taraus zwei Maschinenge­wehre am Südrande von Argenau in Stellung bringen. Gegen 6,30 Ufr normt tags gingen stapfe 'polnische Schützenlinien umaffend gegen Arern.au vor. An t>-m sich entwickelnden Gefecht nahmen auch mehrfach Einwohner von Argenau teil. Tie Besatzung Argenaus, ein Zug Maschrnengewefre und ein Teil einer Jnfanteriebontpaginie wurden ! zum Rückzug gezwungen. Der größte Teil

zahlen, die es den heimischen Landleuten verweigert. (Zuruf aus dem Zentrum:Sie hätten ja Er- nahcunasMinister werden können!") Ich habe dar­über mit Gröber gesprochen. I chbin nicht Berufs­parlamentarier irnb kann nicht monatelang in Ber­lin bleiben. Wenn aber das Interesse des Reiches es verlangt, stehe ich zur Verfügung.

Ter Redner wendet sich dann gegen die vor­zeitige Berveichlichunq der Eisenbahnen.

Reick>sfinanzminister Erz bergen Verkehrs- und finanztechnische Gründe erfordern es, daß die Verreichlichung der Eisenbahnen bis zum 1. April 1920 durchgeführt wird. Die Besorgnis, daß die Entente dann die Bahnen als Pfandobjekt mit Beschlag belogen würde, ist unbegründet, denn die Bahnen werden auch im nächsten Jahr ein gewaltiges Defizit haben. Auf die Zugriffsmöglichkeit der Entente an sich, ist die Verreichlichung ohne jeden Einfluß. Es liegt auch nicht in der Absicht der Reichsvegierung, die Eisen­bahnen zur Grundlage von Kreditaktionen zu machen. , _

Aby. Wirth (Zentrff: Herr Dr. Heim sollte nicht immer für Bauern Besonderheiten verlangen. Hätte Herr Dr. Heim eine D^entralisation, die allen zugute käme, mit uns durchzufühvm versucht, dann würde auch mit diesem System etwas Er­sprießliches eronckst worden kein. Der Reichsfinanz­minister ist an sich ein Anhänger der Dezentrale sation. _ . _

Abg. Wurm (Unobh): Mit enter Ver­billigung der Preise ist nicht zu rechnen, so lange bet Landwirt über Grund und Boden unbeschränkter Derr ist. _,

Abg. Dr. Heim (Bahr. Volksp): Ich wünsche nicht den schrankenlosen Einheitsstaat.

Abg. Dr. Wirth (Zentr.): Dr. Heims Auf­fassung ist revolutionär gegen die geltende Verfas­sung Wozu diente seine Reise in das besetzte Gebiet.

Abg. Höckel (D.--N.): Im Wiesbaden hat Dr. Heim mit französischen Offizieren verhandelt, ja sogar öffentlich mit Ihnen diniert.

Abg Dr. Heim lBoyr. Volksp.): Es han­delt sich um e nen mir beigegebenen Beglritofsizier.

Der Nachtragsetat wird in allen drei Lesungen sowie in der Gesamtabstimmung einstimmig an­genommen. _ , m Nr

Die GesetzentUTÜrse zur Prüfung von Bild­streifen für Lichtspiele und über die Beschäftigung schwer Beschädigter gehen zur Vorberatung an Ausschüsse.

Der Gesetzentwurf über die Gewährung von Straffreiheit an Personen aus den Absrimmungs- gebieten, sowie über Aenderung des deutsch-pol- nischen Beamtenvertrages wird in allen drei Lesungen und in der Gesamtabstimmung an­genommen.

Um 21/2 Uhr tritt eine Mittagspause ein.

Die WiÄxweröffnung erfolgt um 4Vz Uhr Auf der Tagesordnung steht die von allen Parteien, außer der Unabhängigen, ein gebracht- Interpellation betr. die vom interalliierten Aus­schuß erlassenen

Verordllnngen für die Rheinlands

Abg. Spahn (Ztr.) begründet die Jnttr- pellation: G-emäß den Rhein a dabkommen trnn '-er Ausschuß solche Verordnungen erlaßen, dv' für die Gewährleistung des Unterhalts, der S'ch:r- heit und der Bedürfnisse der fremden Streitkräfte nötig sind Ter Ausschuß hat. aber 5 Verord­nungen erlasien, die die Grenze dieser Zustand<g«ir niefr innehalLn. Er greift damit in fre Gesetze

danken zurückstellen sollten. Aber es ist wohl hauptsächlich England, das den beschränkten Untertanengemütern in seinem weiten Ko­lonialreiche ein solches Spektakelstück schuldig zu sein glaubt, um die Völker in Furcht und Scheu vor der britischen Größe zu er­halten! ...

Paris, 19. Jan. Der Generalsekretär der Friedenskonferenz hat am 16. Januar Dem Ge­sa nd ten der Niederlande folgendes Schreiben übergeben:

Paris, 16. Jan. Mit vorliegendem Schrei- Len an die Königl. Niederländische Regierung notifizieren die Mächte den Test von Artikel 227 (beiliegend eine beglaubigt Kopere) des am 10. Ja­nuar mit Deutschland in Kraft getretenen Frie­densoertrages Sir haben gleichzeitig anzugeben, daß sie beschlossen haben, unverzüglich die Ver­fügungen dieses Artikels durchtzusühren. Infolge­dessen richten die Machte das offizielle Er­suchen an die Regierung der Niederlande, den Exkaiser von Deutschland, Wilhelm von Hohenzollern, zur Aburteilung auszuliesern. Die in Deutschland be­findlichen Personen, gegen die die alli­ierten und assoziierten Mächte Anklage er­hoben haben, müssen gemäß Artifol 228 des FnedcnsVertrages unter den gleichen Bedingungen durch die deutsche Regierung ausgeliefert werden. Tie Niederländische Regierung ist darum inter­essiert, daß die mwerjährboren Gründe, die ge­bieterisch verlangen, daß die reiflich überlegten Verletzung^ der internationalen Verträge und die systematische Mißachtung der heiligsten Völker- vechtsbestimmungen in Bezug auf afie einschließlich der höchststchcnden Persönlich­keiten, die durch den Frieden sverl rag

toorgefetme spezielle Würdigung erhalten. Die Mächte erinnern kurz unter den vielen Ver­brechen an die Verletzung der Neutralftät Belgiens und Luxemburgs, an das barbarische und unerbitt- licke System der Geiseln, an die Mastendeporta- ttonen, an die Entfernung der jungen Mädchen in Lille, die aus ihren Familien gerissen und ohne Schutz dem schlimmen Zusammenleben beider Ge­schlechter ausgeliefert wurden, an die systematische Verwüstung ganzer Gegenden ohne militärische Not- wendigkeü, an den uneingeschränkten Ü-Bvotkrieg Widern unmenschlichen Verlassen der Opfer auf r Taten gegen die Luftkämpfer, die von dendeutschen Behörden als gegen die Kriegsgefahr verswtzenv anerkannt wurden.

«. , oIIe Taten geht die Veran twvrt- lichkect, wenigstens die moralische, Brnauf brs zum obersten Führer, der fte ermöglicht, oder der feine Befugnisse miß- bnaucht urn das früigste Empfinden des mensch­lichen Gewissens zu verletzen, oder verletzen zu Jaffas Tie Mächte könmn sich nufr txe Regierung der Niedmlande die begangenen schweren Deranttvortlichberten des Exkaisers an sich selbst nehmen, daß sie ihre internationale Psticht nicht erfüllen und fach nicht den andern Mächten anfdjTtefrn werde zur Verfolgung dar begangenen Verbrechen oder daß es die Bestrafung dieser hindern werde.

Indem das Ersuchen an die Niederländische Regierung gerichtet wird, glauben die Mächte seinen speziellen Cbarafter hervorheben zu müssen. <5v haben die Pflicht, die Ausführung des Attikels 227 sicher zu stellen, ohne sich dabei durch Beioeisfüh- nmg aufbalten zu lassen, weil es sich nicht um eine persönliche Anklage gewöhnlichen juristischen Charakters, sondern um eine internationale Aktion handelt, die durch das Bolksrecht gebieterisch ge­fordert ist und für die die vorgesehene Rechtsnorm mehr Garantie bietet, als das Recht sie bis jetzt ie gefunden hat. Die Mächte hegen die Ueberzeu- vung, daß Holland, das seine Ächtung vor dem Recht und der Gerechtigkeit bewiesen hat und das eine der ersten Mächte war, das im Völkerbund sei­nen Platz forderte, nicht die Vergewaltigung der wesentlichsten Grundsätze der internationalen Soli­darität der Nationen ungesühnt lassen will, da es wie alle andern ein Interesse hat, die Rückkehr eines solchen Zustandes zu verhindern. Die hollän­dische Regierung ist in hohem Maße daran intcr- essiert, nicht den Schein zu erwecken, als ob sie den Haupturheber beschütze, indem s e ihm Zuflucht Ms ihrem Territorium gewähtt, sondern den An-

Eichener Anzeiger

General-Anzeiger für Gberhessen

SwkMilgrnmddruck u. Verlag: Vrühl'sche Univ..Such- n. Steinbruderei R. Lange. Schriftleitnng. Geschäftsstelle n. Druckerei: Schulstr. 7.

Die erste Sitzung de» BölterbundrateS.

Paris, 16. Jan. (WTB.) Havas. Die erste Sitzung des Völkerbundrates wurde heule nachmittag im Ministerium des Aeußern abgcbal.cn. Von bekannten Persönlich­keiten waren anwesend Lord Curzon, Mat.ui, Ve- nizelos, Ferrari, Hymans, Trummond, Klotz, der Tetan der Pariser juristischen Fckkultät, der bel­gische Botschafter, die Gesandten Schwedens, Nor­wegens, Dänemarks, Griechenlands und der Schwei-, der polnische Minister des Aeußern, der tschcäw'slowakische Geschäftsttäger unb die chine­sischen Delegierten. Nachdem Bourgeois die Sit­zung eröffnet hatte, bat er die Versammlung, zuv Wahl des Präsidenten zu schreiten. Venizelos schlug bierfür Bourgeois vor. welchem Vvrichlag sich Lord Curzon ani'chloß, wobei er erklärte, daß Bour­geois zusammen mit Lord Gvey der Vater des Völberbundgedastkens sei. Bourgeois nahm mit Tank die Wahl an. Nach der Eröffnungsrede Bourgeois' sprachen Lord Curzon und Ferrari. Während der Rede Ferraris traten Lord Grey und Lloyd Gcorge in den Saal ein. Nach der Rede des brasilianischen Gesandten forderte Bourgeois den Rat auf, drei Mitglieder der Kommission zu ernennen, die mit der Festsetzung der Grenzen des Saarbeckens betraut wird. Tas vierte und fünfte Mitglied dieser Koinmission werde durch Deutschland ernannt. Der Rat beschloß, die nächste Ätzung in London abzuhalten.

Unterstützung ist nicht denkbar.

S. Dr. Heim (Bayr. Volksp.): Spielen t mit dem Feuer! Der Rickstpreis für Ws- zen ist in Frankreich vier Mal höher als bei uns. Die Entwicklung wird dahin führen, daß das Geld letzthin nicht mehr akzeptiert wird, sondern daß man nur noch Ware «gen Wave gibt. Höre man doch endlich auf, den Landleuten Preise zuzumuten, die die Erzeugungskosten nicht decken. Durch un­genügende Preise verringert sich die Produktion, uno das Reich muß dem Ausland die Prämisi

dustrie gegen das Betriebsrätegesctz.

Berlin, 17. Jan. lWTB.) Der Reichs- verband der deutschen Industrie teilt mit: Tie Nationalversammlung hat am Freitag spät abends noch die Strasanö rvhuugm in § 99 dos Betriebsrätegesetzes gegen die Arbeitgeber nodj verschärft und obendrein sehr dehnliar gemacht. Es »vird in jedem. Falle mit Gefängnis gedroht. Der Reichsv-rband der deutsckxm Industrie legte noch vor der dritten Lesung bei den Frak.ionen der Nationalversammlung Pwtest gegen diese weitere Verschärfung ein.

Ein amerikanischer Industrieller gegen wirt­schaftliche Belästiftnnaen Deutschlands.

hollan^zur Auslieferung des früheren Aaiferr anfgefordett.

Die Entente hat Hollartd in einer be­sonderen Note aufgefordert, den früheren Kaiser zur Aburteilung auszuliefern! Deutschland muß diesem unglaublichen Schritt zusehen, und es muß nicht nur dies, sondern es hat zugleich kundzutun, wie es davon berührt wird. Wir meinen nicht das amtliche Deutschland, das sich dabei in Schweigen hüllen muß, sondern das deutsche Volk. Und da ist zu sagen, daß dieses deutsche Volk zwar wahrlich nicht daran denkt, den früheren Herrscher jetzt oder einstens zurück- zurufen, daß es ihn aber keinesfalls an dem Krieg und dem Kriegselend für schuldiger hält als irgendeinen der führenden Männer Rußlands, Englands oder Frankreichs. Der phrasenreiche Brief an Holland, der nicht nur offenbar in ein schlechtes Deutsch über­tragen ist, sondern wirklich eine erhebliche Geistesarmut verrät, kann am dieser Heber- zeugung nichts ändern. Weder das Recht ßurAburteilung" steht der Entente zur Seite, noch der gute Takt und die Klugheit, die nach dem Friedensschluß den Rachege-

des bekannten Literaturp.o e so.s Emil D. Er studierte die Rechte und wuiLe Vcrwultungs-b.^am- ter. 1886 wurde er in die Stammet g.wcüfft, deren Prä ident er von 18981901 gewesen ist. B-rteipol t sch steift er auf gemäßigt rypubliSrn'-- l'djem B<^>en, er näherte sich später den -Klerikalen. Eine repräsentative Ersch inung und elegant: B.- rebfamfeit kennzeichnen ibn. 1912 wurde D. aber­mals zum Kammerprä identen gewählt. D. ist verheiratet mit Germaine Brice, der Enkffin von Camille Doucet, dem ehemaligen lebenslänglichen Sekretär der Akademie.

Paris, 18. Jan. (WTB.) Havas. In der französischen Presse wird die Wahl Descha­nels als ein fahr glückliches Ereignis begrüßt. Die allgemeine Ansicht gebt dabin, daß die ein­mütige Wahl durch die Nationalversammlung auf das Empfinden zurückzusühren fei, daß die Kan­didatur Deschanels, weit davon entfernt, Kampf­kandidatur zu sein, sich im Gegenteil als die ide­ale Kandidatur her nationalen Ein­heit darstelle.

Rücktritt des Kabinetts Clemenceau.

Paris, 18. Jans (WTB.) Clemenceau hat im Beisein der Minister und llnterstaatssekre- täre Poincars die Gesamtdemission des Kabinetts überreicht.

Paris, 17. Jan. (Wolff.) Havas. Minister­präsident Clemenceau hat an Herrn Ltzon Bo u rgois ein Schreiben folgenden Inhalts ge­richtet:

An den Herrn Präsidenten der Nationalver­sammlung! Ich gestatte mir, Sie zu benachrich­tigen, daß ich meinen Freunden das Recht, mich als Kandidaten für die Präsidentschaft der Republik aufzustellen, entzogen 'habe. Wenn sich letztere indessen nicht daran 'halten und für mich die Mehr­heit der Stimmen erlangen sollten, würde ich das mir übertragene Mandat ablchnen. Genehmigen Sie die Versicherung meiner Hoch'chätzung.

gez. Clemenceau.

Berlin, 17. Jan. (WB.) Ei« ameri­kanischer gro ß industrieller Phi- lantrop, der sich zur Zeit in Berlin auf­hält, Mr. John de Kay, richtete An den spa­nischen Staatsmann Grafen Ror^anones ein Telegramm, worin er barmtf hmweist, daß, a[(mIäDantOTIII; n »nlw nach ihm gewordenen Mtttcilungen spanische, fa^tal a[ß eine unbedingt notwendige Beamten. Geschäftsleute zur Zeit damit umgingen, die Maschinen einiger bedeutender Blei verarbei­tender Fabriken in Deutschland abzubauen und nach Spanien zu schaffen. Er betont, wie ungeheuer schädigend ein solches Ver­fahren für die Gegenwart und Zukunft der deutschen Wirtschaft sei. Er bezeichnet es allen Verständigen und Gewissenhaften, in allen Ländern zu tun, was in ihrer Macht steht, um die deutschen Arbeiter in den Stand zu setzen, mit ihren Maschinen im eigenen Lande zu arbeiten und so den Unterhalt für Weib und Kiiid zu schaffen und den Zu­stand unerträglicher Depression, Beschäfti­gungslosigkeit und allgemeinen Elends zu be­enden. Das deutsche Volk könne nicht in den Abgrund stürzen, ohne die Völker Frank­reichs und Englands und schließlich der ganzen Welt mit hineinzureißen. Um einige tausend Tonnen Blei nach Deutschland zu schaffen, erbietet er sich persönlich, den Markt­preis dafür in amerikanischen Dollars zu be­zahlen und die Verschiffung nach Deutsch­land ohne einen Pfemng Gewinn zu bewerk-

Au» Hessen.

Anträge und Anftagen.

Der Abg. Kiel hat in der Volkskammer fol­gende Anträge gestellt:

Die Volkskammer wolle besckließen: Dem technischen sowie Haus Person al in den Kliniken usw. ist die gleiche Wirtschafts- b e i h i l f e zu gewähren wie den übrigen Staats­arbeitern,' bzw. Beamten.

Die Klassenunterschiede in Kli­niken usw. inbezug auf Belästigung und Ver­pflegung aufzuheben und eine Einhettsklasse für alle Pattenten einzuführen.

Abg. Schreiber beantragt: Die Volkskam­mer wolle beschließen: Die Regierung wird auf­gefordert, baldigst eine Vorlage einzubringen, durck die die Morwpvlstellung einzelner Zeitungen als offizielle Publikationsorgane der Kreftsämter aufgehoben und eine den jetzigen Verhältnissen entspr.'chende anderweitige Regelung des Kreisblattwesens veranlaßt wird.

Abg. Widmann stellt folgende dringliche Anfrage: Der 1. Januar 1920 hat in Mieterkreisen Offenbachs durch geradezu ungeheuerliche Miets­preissteigerungen eine große Erregung in Mieterkreisen verursacht. Was gedenkt die Regic- nmg zu tim, um die Mieter vor unbegründeten! Mietspreissteigenmgen zu schützen? Ist sie bereit, auch für den Freistaat .Hessen die preußische Ver-s

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