Erster Blatt
170. Jahrgang
Montag, 19. Januar 1920
ist die
Jn-
zum Staatsbankerott: denn ein besseres 9tn(ag<
chein, daß sie das Gericht, das von Millvmen der Dpfct* verlangt wird, erleichtere.
gc&. Clemenceau.
Aur -ein Uelehe.
Der Reichsverband der deutschen
M.15
Trr «ieMiivr l*yi|CT erscheint täglich außer Gönn- und Feiertags.
Vezu-spreir:
Monaittch Mk. 2.30, vierteljährlich Mt. 6 90 einschließlich de-Bestellgelds, durch die Post vierteljährlich Ulf. 6.— ausschließlich Vestellqeld. s^ernsprech - Anschlüsse: sürdzeLchristleitungllL Berlag.GejchällSstelle51 Anschrstl fürT rabtnach- rrchlen: listiger »letz«.
Postscheckkonto: $r«rf1urt a. Hl. 11686
verlangt. Iw Untevabschnitt Ottlctschin Räumung ohne Zwischenfälle erfolgt.
der deutschen Besatzung Wit einem Teil der Vierde und Geräte geriet rn Gefangenschaft. Tie Höhe der Mutigen Verluste ist noch nicht bekannt. Ter polnische Verbindungsoffizier ist mit eurem Offizier des Gouvernements Tlforn und Ltenr Führer der Maschinengewehrs mpag nie zur Aufklärung mrd Festste.lurrg des Tatbestandes nachiArgenou gefahren. Tas CtouDerneimmt Thorn bat sofort die Herausgabe der Gefangenen, der Waffen sowie säm kicher Pfkerde und Fahrzeuge
orbmmg vom 9. Dezember 1919 über die Ein- führungvonHöch st mieten zu veranlassen? Nach den Blättcrmeldunaen hat diese Verordnung in Miet er kreisen eine große Befriedigung ausgelüst
deutsche Nationalversammlung.
139. Sitzung.
Sonnabend, 17. Januar 1920, vormittags 10 Uhr Der von Mitgliedern aller Parteien ein- gebrachte Nachtragsetat zur
Erhödung der TeuerongSzulogeu für Beamte, Offiziere, Mannschaften usw. um 150 Prozent steht zur ersten Beratung. Angefordert werden dafür 500 Millionen Mark.
Reichsfinanzminister Erzberger: Ich freue mich, wenn der Entwurf möglichst heute noch in allen drei Lesungen verabschiedet wird. Ich wende mich bei dieser Gelegenheit auch gegen die Opposition, die sich in imten Beamten kreisen gegen die Kinderzulage geltend gemacht hat. Das Reich hat allen Anlaß, kinderreiche Familien in reber Weise zu unterstützen. Erfreulich ist das Einverständnis der Beamten, daß mit der Desoldungsreform eine Steigerung der Arbeitsleistung ein treten müsse, da- mit die Zahl der Beamten verringert werden kann Es muß auch für sie allgemein der Achtstundentag eingeführt werden. Ebenso zu begrüßen ist die Erklärung der Beamtenschaft, daß sie selbst unter sich mit allen Mitteln dahin wirken wolle, daß jede Kvrncptton aufhört. — Der Minister t^eist dann Angriffe der Unabhängigen zurück und fährt fort: Die Regierung muß mrd wird denKampfgegen den Terror mit aller Enffchiedenheil fortsetzen. Nicht den Arbeitern ist die Schuld an der jetzigen schwierigen Lage zuzuschrffben, sondern den Nicht- arbeitcrn. Die Politik der Regrerung führt nicht
hiwatmt von lizttW» f. die 4.aq«nummer di- jum Nachmittag vorher ohne jrdcBerdindlichkeit. Dreis fflr 1 mm höhe für Anzeigen o.34 rum Breite örilut) 25 üf, auSwärtS 30 Pi.; für Reklame- Anzeigen von 70 mm Breite vt) M. Bei Platz- eodcbrih20*/„yuffd)lag. Hauotjchri'tleiter: Ang Goetz. Verantwortlich für Politik: Ang. Goetz; für den übrigen Teil: Dt- Reinhold Zenz; für den Anzergentell: x>. Beck, sämtlich in Gießen.
Teöchanel zum Präsidenten Frankreichs gewählt.
Paris, 17. Jan. (WTB.) Paul Descha- nel ist zum Präsidenten der französischen Republik gewählt worden.
Die Wahl Paul Deschanels zum Präsidenten der französischen Republik erfolgte mit 734 von 889 abgegebenen Stimmen. I ounart erhielt 66, Clemenceau 56, Lson Bourgeois 6 Stimmen. Weitere Stimmen wurden vereinzelt abgegeben.
Paul Eugen LvuiS Deschanel wurde am 13. Februar 1856 in Brüssel geboren, als So<lm
stelligen.
2!us dem besetzten Gebiet.
Neue BcrkchrSbcstiinmllng mit dem befaßten Oiebiet.
Aus ben .Verordnungen der Interalliierten Rheinlandkommission entnehmen wir folgende Vorschriften über den Veckelw mit dem besetzten Gebiet: Artikel 3. Im unbesetzten Deutschland wohn- baften Personen ist die Einreise in das besetzte Gebiet mit einer Ausweiskarte gestattet. Die Audweiskarte muß jedesmal auf Airfordern der alliierten Behörden vorgez.ngt werden. — Artikel 4. Personen, die mit einer Aus- iveiskarte versehen sind, können im ganzen be- se tzten Gebiet und zwischen dem besetzten Gebiet und dem unbesetzten Deutschland frei verkehren. — Artikel 8. Alle Personen, die ihren Wohnsitz im besetzten Gebiet nehmen wollen, müssen einen schriftlichen Antrag an die deutsche Behörde des OrteS, an dem sie sich nieder! ssen wollen, einreichcn. Diese Behörde ist zuständig, die nötige Ermächtigung zu erteilen, und muß ihre Entscheidung innerhalb drei Tagen dem Krelsdelegierten der Hohen Kommission mitterlen.
Ei« Gefecht an der polnischen Grenze.
Danzig, 17. Jan. (WTB.) Bon amtlicher freiheitlicher Stelle wird mit geteilt: Mit dem pol-, nischen Verbindungsoffizier beim Gouvernement Tlvrn war am 15. Januar vereinbart worden, daß die Polen hn Abschnitt Argenau am 17. Jan. um 10 Uhr vormittags die vordere Linie überschreiten. Tie deutschen Truppen sollten um die gleiche Zeit die Linie Seedors—Wo Low—Suchatowstt mit den letzten Teilen überfchrttten haben. Dieses Abkommen wurde am 15. Januar nachmittags von dem polnischen Verbindungsoffizier durch einen Kurier der polnischen Befehlsstelle übermittelt. Am 17. Januar um 5 Uhr 30 Minu t en vvrmittags wurde die Feldwache am Stellwerk südlich der Station Argenau von polnischen Truppen überfallen. Ein Mann der achten Kompagnie ist mit der Meldung zurück- getommen. Ter Kompagnieführer der Maschineir- gewehrKompagnie ließ taraus zwei Maschinengewehre am Südrande von Argenau in Stellung bringen. Gegen 6,30 Ufr normt tags gingen stapfe 'polnische Schützenlinien umaffend gegen Arern.au vor. An t>-m sich entwickelnden Gefecht nahmen auch mehrfach Einwohner von Argenau teil. Tie Besatzung Argenaus, ein Zug Maschrnengewefre und ein Teil einer Jnfanteriebontpaginie wurden ! zum Rückzug gezwungen. Der größte Teil
zahlen, die es den heimischen Landleuten verweigert. (Zuruf aus dem Zentrum: „Sie hätten ja Er- nahcunasMinister werden können!") Ich habe darüber mit Gröber gesprochen. I chbin nicht Berufsparlamentarier irnb kann nicht monatelang in Berlin bleiben. Wenn aber das Interesse des Reiches es verlangt, stehe ich zur Verfügung.
Ter Redner wendet sich dann gegen die vorzeitige Berveichlichunq der Eisenbahnen.
Reick>sfinanzminister Erz bergen Verkehrs- und finanztechnische Gründe erfordern es, daß die Verreichlichung der Eisenbahnen bis zum 1. April 1920 durchgeführt wird. Die Besorgnis, daß die Entente dann die Bahnen als Pfandobjekt mit Beschlag belogen würde, ist unbegründet, denn die Bahnen werden auch im nächsten Jahr ein gewaltiges Defizit haben. Auf die Zugriffsmöglichkeit der Entente an sich, ist die Verreichlichung ohne jeden Einfluß. Es liegt auch nicht in der Absicht der Reichsvegierung, die Eisenbahnen zur Grundlage von Kreditaktionen zu machen. , _ „
Aby. Wirth (Zentrff: Herr Dr. Heim sollte nicht immer für Bauern Besonderheiten verlangen. Hätte Herr Dr. Heim eine D^entralisation, die allen zugute käme, mit uns durchzufühvm versucht, dann würde auch mit diesem System etwas Ersprießliches eronckst worden kein. Der Reichsfinanzminister ist an sich ein Anhänger der Dezentrale sation. _ . _
Abg. Wurm (Unobh): Mit enter Verbilligung der Preise ist nicht zu rechnen, so lange bet Landwirt über Grund und Boden unbeschränkter Derr ist. _,
Abg. Dr. Heim (Bahr. Volksp): Ich wünsche nicht den schrankenlosen Einheitsstaat.
Abg. Dr. Wirth (Zentr.): Dr. Heims Auffassung ist revolutionär gegen die geltende Verfassung Wozu diente seine Reise in das besetzte Gebiet.
Abg. Höckel (D.--N.): Im Wiesbaden hat Dr. Heim mit französischen Offizieren verhandelt, ja sogar öffentlich mit Ihnen diniert.
Abg Dr. Heim lBoyr. Volksp.): Es handelt sich um e nen mir beigegebenen Beglritofsizier.
Der Nachtragsetat wird in allen drei Lesungen sowie in der Gesamtabstimmung einstimmig angenommen. _ , m Nr
Die GesetzentUTÜrse zur Prüfung von Bildstreifen für Lichtspiele und über die Beschäftigung schwer Beschädigter gehen zur Vorberatung an Ausschüsse.
Der Gesetzentwurf über die Gewährung von Straffreiheit an Personen aus den Absrimmungs- gebieten, sowie über Aenderung des deutsch-pol- nischen Beamtenvertrages wird in allen drei Lesungen und in der Gesamtabstimmung angenommen.
Um 21/2 Uhr tritt eine Mittagspause ein.
Die WiÄxweröffnung erfolgt um 4Vz Uhr Auf der Tagesordnung steht die von allen Parteien, außer der Unabhängigen, ein gebracht- • Interpellation betr. die vom interalliierten Ausschuß erlassenen
Verordllnngen für die Rheinlands
Abg. Spahn (Ztr.) begründet die Jnttr- pellation: G-emäß den Rhein a dabkommen trnn '-er Ausschuß solche Verordnungen erlaßen, dv' für die Gewährleistung des Unterhalts, der S'ch:r- heit und der Bedürfnisse der fremden Streitkräfte nötig sind Ter Ausschuß hat. aber 5 Verordnungen erlasien, die die Grenze dieser Zustand<g«ir niefr innehalLn. Er greift damit in fre Gesetze
danken zurückstellen sollten. Aber es ist wohl hauptsächlich England, das den beschränkten Untertanengemütern in seinem weiten Kolonialreiche ein solches Spektakelstück schuldig zu sein glaubt, um die Völker in Furcht und Scheu vor der britischen Größe zu erhalten! ...
Paris, 19. Jan. Der Generalsekretär der Friedenskonferenz hat am 16. Januar Dem Gesa nd ten der Niederlande folgendes Schreiben übergeben:
Paris, 16. Jan. Mit vorliegendem Schrei- Len an die Königl. Niederländische Regierung notifizieren die Mächte den Test von Artikel 227 (beiliegend eine beglaubigt Kopere) des am 10. Januar mit Deutschland in Kraft getretenen Friedensoertrages Sir haben gleichzeitig anzugeben, daß sie beschlossen haben, unverzüglich die Verfügungen dieses Artikels durchtzusühren. Infolgedessen richten die Machte das offizielle Ersuchen an die Regierung der Niederlande, den Exkaiser von Deutschland, Wilhelm von Hohenzollern, zur Aburteilung auszuliesern. Die in Deutschland befindlichen Personen, gegen die die alliierten und assoziierten Mächte Anklage erhoben haben, müssen gemäß Artifol 228 des FnedcnsVertrages unter den gleichen Bedingungen durch die deutsche Regierung ausgeliefert werden. Tie Niederländische Regierung ist darum interessiert, daß die mwerjährboren Gründe, die gebieterisch verlangen, daß die reiflich überlegten Verletzung^ der internationalen Verträge und die systematische Mißachtung der heiligsten Völker- vechtsbestimmungen in Bezug auf afie einschließlich der höchststchcnden Persönlichkeiten, die durch den Frieden sverl rag
toorgefetme spezielle Würdigung erhalten. Die Mächte erinnern kurz unter den vielen Verbrechen an die Verletzung der Neutralftät Belgiens und Luxemburgs, an das barbarische und unerbitt- licke System der Geiseln, an die Mastendeporta- ttonen, an die Entfernung der jungen Mädchen in Lille, die aus ihren Familien gerissen und ohne Schutz dem schlimmen Zusammenleben beider Geschlechter ausgeliefert wurden, an die systematische Verwüstung ganzer Gegenden ohne militärische Not- wendigkeü, an den uneingeschränkten Ü-Bvotkrieg Widern unmenschlichen Verlassen der Opfer auf • r Taten gegen die Luftkämpfer, die von dendeutschen Behörden als gegen die Kriegsgefahr verswtzenv anerkannt wurden.
«■. , oIIe Taten geht die Veran twvrt- lichkect, wenigstens die moralische, Brnauf brs zum obersten Führer, der fte ermöglicht, oder der feine Befugnisse miß- bnaucht urn das früigste Empfinden des menschlichen Gewissens zu verletzen, oder verletzen zu Jaffas Tie Mächte könmn sich nufr txe Regierung der Niedmlande die begangenen schweren Deranttvortlichberten des Exkaisers an sich selbst nehmen, daß sie ihre internationale Psticht nicht erfüllen und fach nicht den andern Mächten anfdjTtefrn werde zur Verfolgung dar begangenen Verbrechen oder daß es die Bestrafung dieser hindern werde.
Indem das Ersuchen an die Niederländische Regierung gerichtet wird, glauben die Mächte seinen speziellen Cbarafter hervorheben zu müssen. <5v haben die Pflicht, die Ausführung des Attikels 227 sicher zu stellen, ohne sich dabei durch Beioeisfüh- nmg aufbalten zu lassen, weil es sich nicht um eine persönliche Anklage gewöhnlichen juristischen Charakters, sondern um eine internationale Aktion handelt, die durch das Bolksrecht gebieterisch gefordert ist und für die die vorgesehene Rechtsnorm mehr Garantie bietet, als das Recht sie bis jetzt ie gefunden hat. Die Mächte hegen die Ueberzeu- vung, daß Holland, das seine Ächtung vor dem Recht und der Gerechtigkeit bewiesen hat und das eine der ersten Mächte war, das im Völkerbund seinen Platz forderte, nicht die Vergewaltigung der wesentlichsten Grundsätze der internationalen Solidarität der Nationen ungesühnt lassen will, da es wie alle andern ein Interesse hat, die Rückkehr eines solchen Zustandes zu verhindern. Die holländische Regierung ist in hohem Maße daran intcr- essiert, nicht den Schein zu erwecken, als ob sie den Haupturheber beschütze, indem s e ihm Zuflucht Ms ihrem Territorium gewähtt, sondern den An-
Eichener Anzeiger
General-Anzeiger für Gberhessen
SwkMilgrnmddruck u. Verlag: Vrühl'sche Univ..Such- n. Steinbruderei R. Lange. Schriftleitnng. Geschäftsstelle n. Druckerei: Schulstr. 7.
Die erste Sitzung de» BölterbundrateS.
Paris, 16. Jan. (WTB.) Havas. Die erste Sitzung des Völkerbundrates wurde heule nachmittag im Ministerium des Aeußern abgcbal.cn. Von bekannten Persönlichkeiten waren anwesend Lord Curzon, Mat.ui, Ve- nizelos, Ferrari, Hymans, Trummond, Klotz, der Tetan der Pariser juristischen Fckkultät, der belgische Botschafter, die Gesandten Schwedens, Norwegens, Dänemarks, Griechenlands und der Schwei-, der polnische Minister des Aeußern, der tschcäw'slowakische Geschäftsttäger unb die chinesischen Delegierten. Nachdem Bourgeois die Sitzung eröffnet hatte, bat er die Versammlung, zuv Wahl des Präsidenten zu schreiten. Venizelos schlug bierfür Bourgeois vor. welchem Vvrichlag sich Lord Curzon ani'chloß, wobei er erklärte, daß Bourgeois zusammen mit Lord Gvey der Vater des Völberbundgedastkens sei. Bourgeois nahm mit Tank die Wahl an. Nach der Eröffnungsrede Bourgeois' sprachen Lord Curzon und Ferrari. Während der Rede Ferraris traten Lord Grey und Lloyd Gcorge in den Saal ein. Nach der Rede des brasilianischen Gesandten forderte Bourgeois den Rat auf, drei Mitglieder der Kommission zu ernennen, die mit der Festsetzung der Grenzen des Saarbeckens betraut wird. Tas vierte und fünfte Mitglied dieser Koinmission werde durch Deutschland ernannt. Der Rat beschloß, die nächste Ätzung in London abzuhalten.
Unterstützung ist nicht denkbar.
S. Dr. Heim (Bayr. Volksp.): Spielen t mit dem Feuer! Der Rickstpreis für Ws- zen ist in Frankreich vier Mal höher als bei uns. Die Entwicklung wird dahin führen, daß das Geld letzthin nicht mehr akzeptiert wird, sondern daß man nur noch Ware «gen Wave gibt. Höre man doch endlich auf, den Landleuten Preise zuzumuten, die die Erzeugungskosten nicht decken. Durch ungenügende Preise verringert sich die Produktion, uno das Reich muß dem Ausland die Prämisi
dustrie gegen das Betriebsrätegesctz.
Berlin, 17. Jan. lWTB.) Der Reichs- verband der deutschen Industrie teilt mit: Tie Nationalversammlung hat am Freitag spät abends noch die Strasanö rvhuugm in § 99 dos Betriebsrätegesetzes gegen die Arbeitgeber nodj verschärft und obendrein sehr dehnliar gemacht. Es »vird in jedem. Falle mit Gefängnis gedroht. Der Reichsv-rband der deutsckxm Industrie legte noch vor der dritten Lesung bei den Frak.ionen der Nationalversammlung Pwtest gegen diese weitere Verschärfung ein.
Ein amerikanischer Industrieller gegen wirtschaftliche Belästiftnnaen Deutschlands.
hollan^zur Auslieferung des früheren Aaiferr anfgefordett.
Die Entente hat Hollartd in einer besonderen Note aufgefordert, den früheren Kaiser zur Aburteilung auszuliefern! Deutschland muß diesem unglaublichen Schritt zusehen, und es muß nicht nur dies, sondern es hat zugleich kundzutun, wie es davon berührt wird. Wir meinen nicht das amtliche Deutschland, das sich dabei in Schweigen hüllen muß, sondern das deutsche Volk. Und da ist zu sagen, daß dieses deutsche Volk zwar wahrlich nicht daran denkt, den früheren Herrscher jetzt oder einstens zurück- zurufen, daß es ihn aber keinesfalls an dem Krieg und dem Kriegselend für schuldiger hält als irgendeinen der führenden Männer Rußlands, Englands oder Frankreichs. Der phrasenreiche Brief an Holland, der nicht nur offenbar in ein schlechtes Deutsch übertragen ist, sondern wirklich eine erhebliche Geistesarmut verrät, kann am dieser Heber- zeugung nichts ändern. Weder das Recht ßur „Aburteilung" steht der Entente zur Seite, noch der gute Takt und die Klugheit, die nach dem Friedensschluß den Rachege-
des bekannten Literaturp.o e so.s Emil D. Er studierte die Rechte und wuiLe Vcrwultungs-b.^am- ter. 1886 wurde er in die Stammet g.wcüfft, deren Prä ident er von 1898—1901 gewesen ist. B-rteipol t sch steift er auf gemäßigt rypubliSrn'-- l'djem B<^>en, er näherte sich später den -Klerikalen. Eine repräsentative Ersch inung und elegant: B.- rebfamfeit kennzeichnen ibn. 1912 wurde D. abermals zum Kammerprä identen gewählt. D. ist verheiratet mit Germaine Brice, der Enkffin von Camille Doucet, dem ehemaligen lebenslänglichen Sekretär der Akademie.
Paris, 18. Jan. (WTB.) Havas. In der französischen Presse wird die Wahl Deschanels als ein fahr glückliches Ereignis begrüßt. Die allgemeine Ansicht gebt dabin, daß die einmütige Wahl durch die Nationalversammlung auf das Empfinden zurückzusühren fei, daß die Kandidatur Deschanels, weit davon entfernt, Kampfkandidatur zu sein, sich im Gegenteil als die ideale Kandidatur her nationalen Einheit darstelle.
Rücktritt des Kabinetts Clemenceau.
Paris, 18. Jans (WTB.) Clemenceau hat im Beisein der Minister und llnterstaatssekre- täre Poincars die Gesamtdemission des Kabinetts überreicht.
Paris, 17. Jan. (Wolff.) Havas. Ministerpräsident Clemenceau hat an Herrn Ltzon Bo u rgois ein Schreiben folgenden Inhalts gerichtet:
An den Herrn Präsidenten der Nationalversammlung! Ich gestatte mir, Sie zu benachrichtigen, daß ich meinen Freunden das Recht, mich als Kandidaten für die Präsidentschaft der Republik aufzustellen, entzogen 'habe. Wenn sich letztere indessen nicht daran 'halten und für mich die Mehrheit der Stimmen erlangen sollten, würde ich das mir übertragene Mandat ablchnen. Genehmigen Sie die Versicherung meiner Hoch'chätzung.
gez. Clemenceau.
Berlin, 17. Jan. (WB.) Ei« amerikanischer gro ß industrieller Phi- lantrop, der sich zur Zeit in Berlin aufhält, Mr. John de Kay, richtete An den spanischen Staatsmann Grafen Ror^anones ein Telegramm, worin er barmtf hmweist, daß, a[(mIäDantOTIII; n„ »nlw nach ihm gewordenen Mtttcilungen spanische, fa^tal a[ß eine unbedingt notwendige Beamten. Geschäftsleute zur Zeit damit umgingen, die Maschinen einiger bedeutender Blei verarbeitender Fabriken in Deutschland abzubauen und nach Spanien zu schaffen. Er betont, wie ungeheuer schädigend ein solches Verfahren für die Gegenwart und Zukunft der deutschen Wirtschaft sei. Er bezeichnet es allen Verständigen und Gewissenhaften, in allen Ländern zu tun, was in ihrer Macht steht, um die deutschen Arbeiter in den Stand zu setzen, mit ihren Maschinen im eigenen Lande zu arbeiten und so den Unterhalt für Weib und Kiiid zu schaffen und den Zustand unerträglicher Depression, Beschäftigungslosigkeit und allgemeinen Elends zu beenden. Das deutsche Volk könne nicht in den Abgrund stürzen, ohne die Völker Frankreichs und Englands und schließlich der ganzen Welt mit hineinzureißen. Um einige tausend Tonnen Blei nach Deutschland zu schaffen, erbietet er sich persönlich, den Marktpreis dafür in amerikanischen Dollars zu bezahlen und die Verschiffung nach Deutschland ohne einen Pfemng Gewinn zu bewerk-
Au» Hessen.
Anträge und Anftagen.
Der Abg. Kiel hat in der Volkskammer folgende Anträge gestellt:
Die Volkskammer wolle besckließen: Dem technischen sowie Haus Person al in den Kliniken usw. ist die gleiche Wirtschafts- b e i h i l f e zu gewähren wie den übrigen Staatsarbeitern,' bzw. Beamten.
Die Klassenunterschiede in Kliniken usw. inbezug auf Belästigung und Verpflegung aufzuheben und eine Einhettsklasse für alle Pattenten einzuführen.
Abg. Schreiber beantragt: Die Volkskammer wolle beschließen: Die Regierung wird aufgefordert, baldigst eine Vorlage einzubringen, durck die die Morwpvlstellung einzelner Zeitungen als offizielle Publikationsorgane der Kreftsämter aufgehoben und eine den jetzigen Verhältnissen entspr.'chende anderweitige Regelung des Kreisblattwesens veranlaßt wird.
Abg. Widmann stellt folgende dringliche Anfrage: Der 1. Januar 1920 hat in Mieterkreisen Offenbachs durch geradezu ungeheuerliche Mietspreissteigerungen eine große Erregung in Mieterkreisen verursacht. Was gedenkt die Regic- nmg zu tim, um die Mieter vor unbegründeten! Mietspreissteigenmgen zu schützen? Ist sie bereit, auch für den Freistaat .Hessen die preußische Ver-s
HW
Mw
Ä
Openutr. & in hiessen zu hebet bj^öwendrogerle.
I
tine»m 8.dX ' HM 'litten Ssjp
Ecke der Goetbeetrafe ’’
fcT\ Zöpfe]
Drüet, ft .‘T/BW’Ulirhlta W Y .Toepeli, '
I x Seheüel ui i'T Pertokei weraen bill. angefertijp, * ZWi werden cefärb: Spezialität in grauen c. M weißen Haaren. Damei r kopfwaschen mit Frisur
I Klein & Stiefel faldtcx 3^
i Hotebearbeitunp ÜBeeblnen 1065t 9g jeder An für Sdrdna. Wizöbuer, Sigewrte Beste Ausführung.
Ausstellung Oiesffl WA; « Goldene Medulle.
WWM-« W-MM, öfljpfiehlt
Mlet-W« rJSJO»
50-60 Norweger
Fetthering;
1 Post^TfraiV. monat^
• sä*js
pisebware^^
innAklM AÄ' ° * RömerWf® s? t»6 A.
dholz
Pr°visl0n2^^


