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tun; wir müssen uns jedenfalls vorher darüber be-- spvechcn."

,Lch verpflichte mich zu nichts," sagte Brandt mit düsterem Gesicht.Er soll nicht glauben, das; er ungestraft tun darf, was fetem andern ver-- boden ist."

Schon recht. Aber was man nicht weid. Sagen Sie mir doch, mein lieber Brandt, was für ein persönliches Interesse Sie cigentii? an diesen Vorgänsm haben. Ist es wirklich nur das allem, weil <5ie sich nach Ihren Worten eine Waffe gegen Germering sichern wollend

Teshalb und viellciäft auch noch aus dem afnteren Grurrde. Ist es Ihnen schon mal geschehen, Sterr Srriitä'srat baß Sie 11 cirem fernen großstä tischci Castlaus an wokllete.lttc Tafel saßen irib plötzlich bemerkten. wie sich etn z?rlnmptrr Gassenjunge an der Sneglljdeibc tes F-nsters die Nvc plattdrückte ? U. d Ixicen_<si? sich dab.'i Dory-iftel'tii gesucht, was in der ee L* dieses haDrer..un e te t Jür gen vorgeheir mockfte? ZL'nn Sie das erlebt hätten, würde i Sie letzt un­gefähr wissen, wie es in mir aussie'ft. Te:n so ein zerlumpter, la b er rrtge te. Ca'j njurge bin auch ich. Gute Nacht, Derr Doktor! Und baldige Genesung!"

Ein sonderbarer Mensch!" murmelte der Sa­nitätsrat, als der Besucher ihn verlas'eir hotte. Man fdiente versucht sein zu tagen: Ein unheim­licher Mensch."

Aber während er die'e halblaute B:trachtung an stellte, machte er ein recht zusricüenes Gesicht.

*

Außer an dem lebensgroßen Bildnis seiner Schwesler, das er am Tage nach ihrer Ankunft zu

malen begonnen, arbeitete Achim auch an einem Landschastsbilde, für das er eine besonders reiz­volle Stelle des Gartens zum Borwurs gewählt. Er benütz e dazu um der Beleuchtung willen die frühen Morgenstunden mtb pflegte das gemeinsame Schlafzimmer sclwn zu verlasle-n, wenn Signe noch in tiefem Schlummer lag. Während des Tages ivar er mit seiner Iran kaum je allein, de.rn sie kam niemals in Das Atelier und liebte e§, ausgedehnte Spaziergänge zu unternehmen, wann sie sich nicht der Unterhaltung ihres Schwiegervate s nibnuie. Seitdem Erika sich bei Bernhard Falb e: zum Do - matsch ihrer Beschwerde über di: vermeinte Zurück­setzung gemacht hatte, war die Ausgabe, dem Äran- kn, der fein Arbeitszimmer nie verließ, Gesell- sckzai't zu l-.iten, gleichmäßig unter die drei w?ib- sick-en Fami.renangelwrigen rectcilt worden. Signe, deren wricke, mtiofciid« Stimme ihn in der Tat sehr angenehm berührte, las ihm zumeist in der Frühe aus den Morgenzeitungen roc und l/ie.t sich auch am Nachmittag einige stunden bei ihm aus. Wenn Falkner ft? auch nicht elge.it. ich bevorzugte, schien er dock Ge'al.en an ii);en sprungl)a>ten Nander und an der Beweg.ichkeit ihres Geistes zu finden, denn es war in den lezte.r Tagen wieder­holt geschehen, daß er auch abe.rds, mein ihn der Diener bereits in sein Schlafzimmer gebrackn hatte, sie nock) einmal zu sich bitten ließ, um sich eine Weile mit ihr zu unferbal en. Sie war geget len Vater lhw:s Mames von immer gleülser Liebenswürbig- 5_it und Bescheidenheit und ter,Land es, einen kind­lich-naiven Ton anzuschstrgen, desien Unechtheit er »-i all.seiner mißttauischen Metis chenkmutnis nicht herausfühlte, so daß er sich an ihm ergötzte und au h.iterte. Steiner im Dause neidete i;-r dreien Erwlg. Und Gerda war sogar herzlich froh dar-'

über, berat sie sah in dem lie'e'oosten Bemühen der schönen ^dnvägexfn ci en Te eis, laß sie sich wegen des Eheglücks ihres Bruders unnötige Sor­gen gemacht habe.

Wieder stand Adstrn an diesem Morgen, ganz in seiner Arb.it verliest, vor dec ©'a feiet, a's er butter sich auf dem Sttosweie das Gecäusch eines leiden Schrittes mid das Rersd« n eines Frauen­gewandes hörte. Wie in freudiger Erwartung bik-bte er mit einer rascher B.wsgung den Kopf; aber der vorige müde Emst kam soglech wied-r rn sein Gesicht. Es war allo wohl nicht feine Frau ßettKjen, die er zu sehen gehasst hatte. Signe kam geradewegs aus dem Dause, und sie konnte dielen sonst gemieden entlegenen Teil des Gartens nur ui der Absicht ausgesucht haben, ihn da zu treflcn-,

Störe ich dich?" fragte sie.Ich möchte mit dir 1 traten. x<i drinnen sind jetzt ,o vie e Men­schen, daß man sich nie sicher fühlt, unbelauscht zu fein."

Eine sehr grundlose Deforgnis. In unserem Dauie ist es niemals Sitte gewesen, an den Türen zu horchen."

Ja, ja, ich wnß, daß in eurem Dause immer nur die elelsten Sitten gep'bgt wo-dm sind. Ver­gib, daß ich nickst daran dacht.?. Aber nun bin ich einmal hier, und wer weiß, wann ich deiner wieder habhaft würde; du gehst mir ja neuerdings förm­lich aus dem Wege."

Ich denke nicht daran; viel eher könnte ich dir diesen Vorwurf machen."

(Fortsetzung folgt)

Zweites Blatt

Ft 272

Lietzener Anzeiger (Gencrai-Anzeiger für Gberhefsen)

Donnerstag, 18. November 1920

Besserung. Ferner sei Luthe

der

deutschen Sprach.

er bab? erst seinen Weist dem

iM

Küchen elc.

1 lohnend.

Abdruck verboten.)

Fortsetzung 37

ta<

Ak

eine gewaltige Schöpfer bet

73 ah

welches einen Luth r und Bismarck hervorgebracht habe, aus der Geschichte nicht so einfach weggelöscht

chenlied, nicht nur feine eignen Lieder. Die Spal­tung, Die durch Lutlstc glommen sei und die chm selbst leid war, habe trotzdem dem l^anicn ge-> dient. Denn was Jahrhunderte hindurch oetgeb-

tue er dies nicht, so NEVte er wegen des unbe­fugten Verkaufs von Me§l betra. t unb es werde ihm die Mühle gefckstoslen. N. liez sich zunächst aus nichts ein. Als ihm B. aber bei einem zw.iien Besuche wiederum vorhielt, er bekomme alsbald di? Mühle geschloslen, wenn er nickst die 1U OOU

Da. Wetzlar, 14. Nov. Am Freitag wurde im nahm Garbcencheim der von der Sywde Wetzlar

Gießen das Wort zu einem Vo.strag überLutlier und mir". Er führte darin etwa folgendes aus: Luther habe seine Bedeutung für das ganze deutsche Volk ohne Unterschied, wie ein Bonifatius, wie die Orden des Misttelaiters. So wenig wir Schiller und Goethe in die Rumpelkammer würfen, so menig dürften wir es auch mit Luther tun.

Arrr Liessen.

Die Diensträume der Provinzialdirektion in Gießen.

Das hessische Finanzministerium hat dem strndlag eine Mitteilung zukommen lassen, in der u. a. heißt, daß die Diensträume der Prooin- >V di cktion und des Kveisamts zu Gießen im Re- ^Wrungsgebäude am Brandplatz für einen geord- *en Dienstbetrieb gänzlich unzulänglich sind und «.nfxnb einer Erweiteiung bedürfen. Da in Folge « sehr hohen Baupreise von einem Um- oder An- an das Regierung-spebäude zur Zeit abgesehen öt-brn muß, wird beabsichtigt, einen Teil der 3m t5r äume in das Er dgescho ß der 2ien stwohnuna des Provinzialdirek- ktrs, Ost-Anlage 33, zu verlegen. Für die Ver-

Ittrche nnv Schule.

Luchtrfefer.

rr. Schlitz, 16. Nov. Der Volksbildungs­verein hatte für den Sonntag zu einem Luther­ab e n d eingeladen; der große Saal war von über 300 Personen dicht besetzt. Nach einem Will­kommengruß durch den Vorsitzenden Bürgermeister Dr. Niepoth, der darauf hinwies, daß ein Volk,

lieb versucht worden war, sei jetzt in der katho­lischen Hirdye geschehet, nämlich, eine Reform an Daupt und Gliedern, nicht in llebrrcinfHmmung mit Lu;Hers Am'ckrauuiig, sondern int Gegensatz

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Gießener Strafkammer.

Gießen, 16. 5iov. 1920.

Aus der Tätigfeit Stickelmanns.

Anfangs 1919 hatte der Sltaifnumn M. N. von Bonn, der sich damals in Frankfurt a. M. auf» hielt, bei einem Müller K. m der Umgebung von Friedberg 23 Zentner Mehl, ß 250 Mk., angeblich im Auftrage eines Unbekannten für die Frankfurter Kriegsfürsorge gejault und nach Frantz- furt öerbrfngen lassen. Dort wutte das Metz beschlagnahmt und gegen N. ein Strafverfahren ein geleitet. Um dieses ihm naturgemäß unange­nehme Verfahren aus der Welt zu schäften, wandte sich N. an die Führer der Fraikürtec Marine- sicterheitswehr Stickelmann und GkönFe; bt:fe sicherten ihm auch gegc.i entsprechende V'rgüttmg ihre Dilse zu. Tas Mitglied der Aftrrrnesicterteitt-- wchr K. B. erhielt ben Auftrag, sich durch Vor­spiegelung falfdrr Tatlad.cn in den B sitz der Ermittelungsak^n gegen N. zu "setznr und die Akten alsdann zu vernichten. B. erhle t auch ran der Polizei die Ak.en ausgehä"d'gt und tegab sick zu dem Müller K. Dort erklärte e*, die Sache

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»fort- werfen

eigener Werks i. Briefsendn ag zurückg

3H.IL

betrieb.

AeZalkner aufLinüenhöhe

; Roman von Reinhold Ortmann.

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jl Die gegen eine Zumutung, die ihn mit Ab- ! Mi erfüllte, hob Darenti,tu abweh.e.id die Dand:

**1 tente nickst daran. Und wmn ich Ihnen Igtn Rat geben darf, ist es der: Lassen auch eie illte Dände davon. Es kann nichts Gutes dabei ^Wrriskommen, weder für andere nock) für Sie .f-t Vermuten Sie reckst, und wollen die beiden rItchaus in ihr Verderben reimen, so muß man s gewähren lassen. Ich bin ein alter Mann und -Mu in meinem langen Lele.i di? Erfahrung gc- 'Kchs, daß es nicksts Törich^'res gibt, als für

Schicksal ipie.cn zu wollen."

.Sie wünschen also auch nicht, daß ich Sie von «ba-ijen weiteren Wahrne.Mungen unterrichte?"

?hm regte sich in dem Sanitätsrat trotz seiner *«rle wieder die greisenhafte Neugier.

,.Tas ist etwas anderes. Ehe sich bie Dinge zu 1®X:!T offen kundigen Skandal ausivach'en, Eimnte 1 ^erdingä um des ärztlichen Ansehens willen . fein, irgend etwas dagegen zu unternehm ftlber Sie dürfen nichts auf Ihre eigene D<md

5**

Brandt hatte die Ellenbogen aut die Shue g?» Mft: fein Stupf mar tief gesenkt. Ter Sanitäts- : rar offenbar in einiger Verlege.ch.it, was er ixr sagen sollte, und es blieb lange still. Plötz- M mng es wie ern Ruck durch die hage.e,Gestalt W npotfekers; er stand auf imb sagte:Sie nx?r* lh also nichts in dieser Sache tun, Derr Sanitäts-

Q Pohl-Göns, 15. Nov. Der Sonntag war rur die zur Zeil Vereinigten Gemeinden Slftch- Göns und Pohl-Göns ein M i s s iv n s so n n t a g.

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W 5 st" M

(Bcricbhfaal.

Vilbel, 16. ddov. Ein für nettere Meise interessantes Urteil wurde dieser Tage vom Landgericht in Gießen eilaffen. Ein hic- figcr Jagdpäckrter hat einen revidierenden Dund aut seinem Jagdgebiet erschoffcn. Tstc von dem Eigentümer erhobe.ie Sck;adensklage wuft>? kostenfällig abgemiefen. Durch Zeugen war bc- miefen worden, daß der erschossene Tad>shund itiobcrbolt, aud) zur Schonzeit, auj frem? cn Jagd-- gebieten sich nach Wild suchend und jagaid, teils ohne Aufsicht, trotz Verwarnung des Eigentümers herum getrieben tat. Tas Gericht hat festgestellt, daß wildernde Hunde für je es Jagdrevier auch ^außerhalb der Schonzeit eine Gefahr sind, weil sie durch ihr Drtzen das Wild Der grämen und so all­mählich) aus dem Revier vectrechrn. Gleichgültig sei es, ob der Tackel Wild fange.t Bormtc und ge­fangen und abgennirgt oder solches im Augenblick der Tötung verfolgt hat. Tie Jagdleifte-ischaft der Tachshunde fei bekannt und der Jäger sei be­rechtigt grwesen, de.i Hund, nenn er ihn wil­dernd traf, niederzusch'eßen. Es fei dies auch für ihn die einzig wirksame Art, ferne Ja^d gegen Sdxidigungm durch den Dund zu fcljützn. Der Sdxtten, der durch die Tötung des Dunöes ent­stand, stohe auch nickst außer Verhältnis zu tem durch die Beeinttächtrgung dar ^rgi> yigefügfrm Schaden. Tie Jagden seien heutzutage sein? teuer und das Wild stel-c hoch im Preis. Ter Dund sei im gegebenen Fal e unbcauffickstrgt gerne en, da der Knecht sich nicht um ihn bekümme t ta.-e. Tre Voraussetzung des § 228, Bürgers. Geetzbuch, feien daher gegeben. Tiefe Entscheidung ist nickst nur für Jäger, sondern aud) für Dundebefttzer von weittragender Be.eutmig, weshalb ihre Bekannt­gabe wohl erwünscht ist.

dieser die Akten verbrannte. Tre Angelegenhen kam aber doch zur stzenntnis der Behörden. 9/. wurde bestraft und es wurde ftnn auch die Mühle geschlossen. B. wurde verlastet unb ein Ver­fahren wegen Erpressung gegen iljn ein geleitet. Er legte a.sbald ein vollkommeres Geftänduis ab und b.haupiete, der bimalige Leutt'.ant M. N. habe ihn zu der Erpressung angestislet und auch die 10 000 Mk. mit ihm geteilt. N. bestritt dies auf das Entschiedenste. Er gab wohl zu, sich an Stickelmann unb Grönke genanht und diesen Geld gegeben und größc.e Zeck;en bezahlt zu buben; er f>abe aber nxtter den B. zu der Erpressung an- geslistet, nock) das erpreßte G-ld mit ihm geteilt. B. habe im Gegenteil noch Ge.d von ihm l-craus- zufchwindeln verfuckst, indem er besaapttt 1;a5e, die Sache wett« von einem Reserendar bearbci.et und bei diesem fei mit Geld etwas zu machen. Aus Grund der heutigen Dauptverhandlung, in brr bie Angeklagten K'. B. und M. N. ihre trüberen Angaben ivielerholten, wurde Ersterer wegen Er- Pressung, Aktenvernick^tung und Betrugstersuck)s zu 9 Monaten 2 Wochen Gefängnis, abzüglick) 2 Monalen 2 Wcdxn llntersucknngsha:t, und letz­terer wegen des Ankauss ixs Mehls unter lieber» schveilung der Höckstlp.eise zu 15 000 Mk. Ge.d- ftoafe verurteilt. Soweck M. N. wegen Anstiftung zur Erpressung unb Dchlerei angek.agt war, wurde er nach langer Beratung freche"prochen, da dos Gerickst die Angaben des Mi.angellagten B. als zu einer Verurteilung nicht ausveick-end anfah.

Tie übrigen Sachen waren ohne Jnterefse für die Allgemeinheit.

Icgung konnnen nur die Diensträume der Provin- zialverwaltung als oer kleineren Behörde in Be

Die allerdings recht beachtliche Beschränkung der Dienstwohnung des Provrnzia.di.ek.ors muß Wit in 31 aui genommen nxteben. D,e Höften für bie criorbcriidjen Jnstandsetzungsarbeiten werden nach einem Voran^ch ag des Dockchauarnts 30 700 Jiarf tetrageu, nv.die im Staatsvoranschlag 1921 angejorbert Ji^rben sollen. Um jedoch die Räume baldmöglichst benutzen zu kömien, sollen die Jn- st an d i e v uii g sa r bei len sofort ausgeführt und auf Vorlagekredit verrechnet werden.

Schlichtungsausschtts; der Provinz Obcrhesscn.

Sitzung vom 10. 9?oDember 1920.

. a ^.am 16. Oktober 1920 erfolgte Entlassung des Backergehrlien Albert Soeng bei der Firma oauet (Inh. A. Gatzert > in Bad-Nauheim wurde Für inigered)tfertigt erf.ä-t.

Der _ von den Arbeitern des Steinbruch besitzers K. Dau^ter in Gießm erhobene Anspruch auf Weiterzah.mig der bisher vom Arbeitgeber zu gestandenen besonderen Ortszulage über bie ec- döhten Lohnsätze des Bezirk. tarifv?rtrags vom 20. 9. 1920 hinaus wurde zurückgewie en

Den bei der Stadt Schoft-n bJd>J tmten Ar- beitern K. Schaub, Ga. Spanier, Rudolf Repv, I. Bmg und Joh. Dck. Appel wuroe znm Aus- gleick) der Teuerung für bie Zeit vom 5. 7. bis 4. 9. 1920 eine Zulage von 50 Pf. auf den Stuw denlohn zugesprochen.

Eine Sache sand ihre Erledigung durch Ver­ständigung der Parteien vor der Verl-andsung; in einer weiteren kam im Lauf der VerlMidlung ein Vergleich zustande.

Sitzung vom 11. November 1920.

Den Arbeitern der Firma Sch.idhauer & Gießing, Quarzitbetrieb in Rockenb?rg, wurde mit Wirkung vorn 13. November 1920 eine Zulag? von 20 Pf. auf den bisherigen Stundenlohn von 3.80 Mk. zuaesprochen

In der Antragfache des Zentralverbandes der Angestellten geg n di? Vittoriaversich rnug?gefell- ichast Berlin auf Zurücknahme der Kündigung von 5 Einnehmern der Daupthebestelle in Gießen wurde mit Rücksicht darauf, daß die zentrale Entscheidung der Entlas'ungefrage der Einnehmer für das ganze Reich sich noch in der Schwebe befindet und auch bas Gelverbegericht Berlin als zentrale Einigungsstelle mit der Angelegenheit bereits besaßt, ist das Verfahren bis auf weiteres ausgesetzt.

Auf Antrag des Deut'chen Tetztttarbeiterver- bandes, Flliale Dersfeld, wurde entschieden, daß den Arbeitern Ad. Schmidt und Joh. Gräb b'i der Firma Joh. Kruppert m Sch.itz der dem Tarif- vettrag vom 20. Juli 1920 entsprechende Lohn für bie Zeit vom 28. 6. 1920 bis 25. 8. 1920 zu zahlen ist. Die Entlassung des Arbrit?rs Ao. Schmidt wurde für ungerechtfertigt erklärt, weil zunächst der Versuch der Ärbeitsstreckung hätte gemacht werden müfien.

Der Zuschneider Peter Eherovskv bei der Firma Joh. Alt, Schiieidermeister in Lauterbach, hatte beim Sch ichtungsausschuß Einspruch gegen seine am 26. Oktober erfolgt? fristlose Entlaisung erhoben. Den Parteim wurde vergleichsweise vor- gesdstagen, daß Chervosky sein bisheriges Gehalt bis zum Ende des laufenden Kalendervierteljahres weitergezahlt werden solle. Zur Klärung der Frage, ob ein Grund zur fristlosen Entiaslung gegeben war, tvurten die Parteien an das ordentlicheGerickst verwiesen.

In einer weiteren Sache kam im Lauf der Verhandlung ein Vergleich zustande.

werden könne, ergriff Professor D. Schian -! Mi sionar Giesberg von der Rheinischen Mission, ~ " der lange Jahre ans (Sumatra tätig war, sprach

I vormütags und abends in Pvhl-^örs, nachmittags in Kircki-Göns in reichbe'uchlen Go Les.ttnsten. Wie seine Wotte Anklang fair en, bezeug en die .Kvl- leflem bie in Kirch-Göns 1C2 Mk., in Pohl-Göns 421 Mk , zusammen also 583 Mk. betrugen Ausser­dem wur-den m bei een (Gemeinten für 103 Mk. MissionssckMften verkauft.

Nachklang zum

Berliner Elettrizilakftrelk.

Aus Berlin wird uns geschrieben;

Der Streik oer Arbeiter der Berliner I Zlektrizilatswerke, die unter Bruch aller ge- I loerkschaftlichen Grundsätze in der Nacht vom I0./6. November ganz plötzlich in einen wiloen IStreik traten, oer fast eine Woche gedauert lut, hat oie schwersten Schäden und Gefähr- |( ingen für das ganze Wirtschaftsleben, für IZerkchr, und sogar auch der Staatsbahnen, liür Oie öffentliche Ordnung und Sick>erheit und für Leben und Eigentum der Bevölkerung der Isleichshauptstadt zur Folge gehabt.

Ganz unverständlich erscheint es, wenn bie Technische Nothilfe, bie gleich nach idefanntrverben bes Streiks alarmbereit war, 1 icht eingesetzt würbe. Von Stunbe zu Stun.be iJgerte ber Minister bes Innern Severing ctit ber Entscheibung. Erst um 8 Uhr abends (um der Bescheib, baß sie ausrücken bürste. Ilie Stellungnahme der Direktion der städti­schen Elektrizitätswerke, daß ber Einsatz ber

i Technischen Notbilfe die Verhandlungen mit l )cr Arbeiterschaft erschwert hätte, und die ! Technische Nothilfe nach Lage ber Verhält- L nijfe nicht imstande gewesen wäre, ben Not- Lflrieb in gleichem Umfange und in ber glei- ! öen Zeit aufzunehmen, wie bas mit allen Ein­buchtungen der Werke vertraute eigene Perso- ( -al, kann keinesfalls anerkannt werden, denn nie teilw.'ise Bedienung ber lebenswichtigen V betriebe ist doch immer noch erheblich besser, Wls gar keine. Entgegen ber vorstehenben Be- f fautrtung erklärt aber bie Technische Nothilfe, Daß sie in ber Lage ist, weit über ben Not- Iktrieb hinaus zu wirken und mit ihren Wilsskräften die hauptsächlichsten und lebens- ffvichtigsten Industrien, bie gesamte Beleuch-

cstaat gegeten, ter durch chn gtgcnflter bat kirck- litten Macktttesnebungen a s ..Einrichtung Gottes" angesehen wurd?, und nicht mehr al 5der wett« tich? Arm". Diesem Staat hatte Luther große Pflichten -ugewiesen, wi? b.e Obrigkeit hielten und sorgen solle: ko stamme ter Gedanke ter Schul- pstulst von ihm, un.) daß bie Vi schaff nur tent (Meß ter Freih.it uni? Wahrheit iu folgen brauch?. Die Port? feitetänbig n wis enschaft- (icten Denkens hab? er an:geft»ßeu. Darum sei bat gesamte deutsch? geistige Lebat ihn zu Dank verpflichtet ffir alle Zeit, ihm, b.w nickst nur ein Mann tes Geistes, solltern autch bes Gemütes gc* toelen fei Derb? Worte ha e n g.^g.rn fein Volk gesunden unb doch iviedrr w?Ick Herz ich' Liebe zu ihm. Was deutsch?? Gaube, teittsck' Liebe.bcntschk Jimiak?it, teutfd)>3 Lieb unb d utdjec Sang für eine Beteutung baten, nirgends träte es wunder­voller zutage, als bei Luther, ber unserem Volke Führer unb Bahnbrech?r gero fen sei unb heute in scktverer Zeit uns wieder sein könne. Stirn» mungsvolle Lieber des Kirchmchors unb bes M ämiergei'angvevcins umrahmt n die Feier unb licfcen die Voransta tung zu einer tooblgelungenen werten. *

** Evangelische Kirchen steuer, lieber bie iVr.ige der vorläufigen Kirche 'steuer wurde m ter -Sitzung tes Era g?lischen La te.<!Vdvttag<4 am 10. November s -itens de) Otecko.isistoriumS eine Aufklärung gegeben, ter wir fo g:ndes ent­nehmen: Tie ftirdxenfteucrn iv rten als Zu­schläge zur R e i chsein To m m c n ft e :i 2 r er­hoben. In 1920 ist nur eine vorläufi g Reich> eiiikoinrnrnfteuer «n ee'or.eet wordcn. Die e.dgül- tige Vcra: llgmig und Anford-erimg ist bis yim FrÜhjaln: 1921 also nacksträg ick? zu erwarttn. In- folgetessen ist auch bie Ani^cberung der ^rrch-w- steuer, rocldx* ben Steuerzahsern mit 'Jlnforte- lungszcttel ober vorläu ige.n Ste c bescheib trage- fordert worden ist, nur eine vo läuft e D erter ist nach arntlichr Auskunft des hessischen FinMiz« rninistenurns ter voraussickstlicte Cc nmte t ag ter Reid>seinkornmen sieu er zu niedrig und msvlg teilen ter Zuschlag an Sliruieiifteuc.it <'uad) ben vorläu­figen Steuerbescheid 10 Prozc.'t) zu hock ange­nommen worden. Bet ter t ^gültigen F-.ststc.lung tes notwendigen Ausschlags im Frühjahr 1921 würte also ein geringerer Prozentsatz als 10 <m- gcnomnten werten können. Tos Fr a>izmiiftstt- rium schätzt diesen Züsch ag unter a lern Vvrbetelt -auf etwa 6 Prozent, tziernack) loevde-t allen ten>- icntgen Steuerzahlern, welch? bei endgültiger Va- milogung für 1920 f:in höheres oder geängere» Einkommen als in 1919 zu versteuern habens bte vorläufig zu viel bezahlten Beträge ccufgerechnet ober hevausge-ahlt werten.

= Aus ber We tleran, 14. Nov. Am Sonntag wurden die letzten deftährigen Ernte­dankfeste in unseren Gemeinten gefeiert TaS 2luge mußte fid> da übeoall in.eter erfreuen an ben schönen vollkommenen Frück en, bie dieses Jahr gezeitigt hat, unb bie nach altem Brauch auf bem Altar nietergelegt waren. Wenn man von ter Sommerfrudst absieht, mutz man facen, daß es ein gesegneter Erntejahrgang g wesen ist, bclonöerS in seinen Erträgen an Karusffeln, Obst, Gemüse, Rüben und Gartengewächsen. Ta sollte jetermarm ater auch den rechten Tank ausüten und zwar nicht mit Worten, sondern in Wir len ter Tat, intern man ben Mitmenschen, de en E in Emte-- fegen befd?ert wotte 1 ist, ohne Wucherpreife von bem Ueberfluffe abgibt. Tas Belspiel tes rei­chen Kornbouern im Evangelium, bas bei den Emtedank e;lp:tt> gten viift'ach Gcgmstanb ter Befpredumg war, möge unserer Zeit doch recht eindringlich zagen, daß wir über den An- häufen unb Zusammenfchadvm irdischer Güter de Sorge um ben inneren Menschen nicht vergeften dürfen.

tung der Straßen unb wenn bringend nötig, bgat einen Teil des Straßenbahnverkehrs bieder aufzunehmen. Sie ist burch ausrei- hcnbes Personal sogar in ber Lage, außer- te m noch bas Kraftwerk in Golpa zu be- li.nen. Es muß bahe,r den Behörden der ttärffte Vorwurf gemacht werden, daß sie die Technische Nothilfe nicht rechtzeitig in vollem Umfange eingesetzt haben. Neben einer ganzen flnzahl von Unfällen, bei denen Personen infolge der überfüllten Verkehrsmittel und dec auf den Straßen und Dausfluren herr- '-icnben Dunkelheit zu Schaden gekommen sind, hatte das Verbrechertum eine t che Erntezeit Die folgenden Angaben geben ur einen kleinen Teil der ausgeführten Dieb- jfjfc wieder: Aus einem Geschäftshaus am vittelmarkt holten sich die Verbrecher für ne halbe Million Seidenstoffe. In der Wil- lmstraße erbeutete eine Bande für 150000 Mark Kleidungsstücke; in der Neuen Schön- rstraße für 50000 Mark und in Alt-Moabit r 40000 Mark Schubwaren; in der Bend- rstraße für 150 000 Mk., am Schleswiger

bei zwei Familien für über 150000 Mk., Kurfürstendamm ebenfalls für 150 000 arf, in der Friedrichstraße für 80 000 Mk., ter Grünauer Straße für 50 000 Mark, in r Nachodstraße und in der Nassauer Straße r je 30000 Mark Sachen aller Art. Aus c Doffnungskirche in Pankow einen großen rtvollen Teppich. Auf dem Anhalter Bahn- Hos einen leoernen Beutel mit Schmucksachen mb barem Gelde int Werte von mehr als 6*000 Mark. Zahllos sind die Einbrüche, bei denen die Beute nicht ganz so hoch ist, aber inmer noch in die Tausende geht.

Fuhre» »IW nneibnlb der , gßßUilt jrniuimt oh. Stein? WalltorfM-'' r »nbre iej 3 3mfll nndj ";' nehme

. Gewiß ter.ctife ter evcmHcli.Äe Volks eil ihm das tonne aus ter Welt gesckafst h« tejt, wenn N | W|he, wie die dmtsch? Bibel, den Katechismus, 10 000 Mk. an bk Marr, e,ickerhells'w>e..r zahle;'die gottesbienstlicte Ordnung, bas teutsche ;kir-

Mark tezahle, kam K. zu tein Entschluß, [ic.cr das Gelb zu oplem, als sich bestrafen und c>i? ..... .......Uj |VUVT

Mühl? scklies>en zu lasfen. Er händig e daher tem ba u, unb doch ein 3-ortschritt B. die 10000 Mk. gegen Quittung aus, worauf ~ ...