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Erstes Blatt
Montag. 18. Dktober 1920
170. Jahrgang
GiehenerAnzeiger
»»»ahme von »njtiatn für ixe lagesnummer bis pun Nachmittag vorher ohne jede Verbindlichkeit. Preis für l mm HSHe für jlnreiaen v. 34 mm Breite örtlich 35 Pf., auswärts 45 Vf.; für Reklame. Anzeigen von 70 mm Breite 150 Ps De, Platz. Dorfdjrijt 20“ „ Aufschlag, ^aul'tschnftteiler: Aug. Boetz Verantwortlich für Politik: Aug. Goetz: für den übrigen Teil: Dr. Reinhold Fenz: für den Anzeigenten: Sy Bedi, sämtlich in Dießen.
General-Anzeiger für Oberhefsen
Druck unö Verlag: Srühl'sche Univ.-Vuch- und Zteindruckerei R. Lanze. Schrffileittmg, Seschästrstelle und Druckerei: Zchulstrahe 7.
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Nürnberg
alob®9 mit Stiiia od.Vusfchr.IppG 6 mich Hiermr«,
Vie Spaltung in der Unabhängigen patter vollzogen!
Das Toumicr in Halle hat geendet rme es in ernxirten war. Mit bemerkenswerter Mehrheit, 237 gegen 176 Stimmen, haben die rechtgläubigen Bolschewisten nach Moskauer Rezept gesiegt. Im Anschluß an diesen Sieg ist nun noch eine rechtliche Streitfrage artftanix-n, auf deren Aus trag man einigermaßen gespannt sein kann. Herr Crispien, der Vorsitzende der richtigen „Unabhängigen" - diese Bezeichnung mürbe von der Linken bereits als ein Schimpfwort angewendet — «klärte nach der Abstimmung, laut eines tzaragrapl>cit der Parteistatuten hätten die
d. Ludwig Dich.
lobte
h, 16. Otob® 1920.
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tobet 1920.
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7. Oktober 1920.
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Bersa.nmümg namens der dritten Inier- toticwal. willkommen. Er sck-lug vor, Vertreter a die dritte Internationale zu entsenden, damit •ton zur gemeinsamen Arbeit schreiten könne.
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I Dalle, 16. Okt. (WB.) Ans dem Partei- rrgderUnabhängigensiozialdemokra- tischen Partei Deutschlands nxitrbc der Äntcag Täuinig-Stöcker, wonach der Parteitag die Bedingungen für den Eintritt in die r dritte Internationale anerkannt. Mit 23 7 gegen 1 5 6 S t i ni in en a n ge n o rn- icn. Zwei Telegierte nahmen an der Mstirn- «ung nicht t.'il. Auf die Aufforderung Crispiens wkrließ der rechte Flügel den Saal Däumig er- Bitt', daß der Parteitag d.'r U. S. P. nach wie tot zu Reckst bestelle und daß seine Bescllüsse bin- tend seien. Die Verhandlungen dauern fort.
Bevor der reckrte Flügel den Saal verließ, eifiärte Cri spien, daß derjenige Teil des Parteitages, der die 21 von der dritten kommunisti- ’tct Inte mationcl? vorges :age en Be i ginnen cyiwmmen habe, rerpsiichtcl sei, sich Moninumi #■)<!>-' Partei, Sektion Teutsck-land, der dritten Internationale, zu nennen.- Ta-) bedeute den (Sin* tnitt in eine andere Partei, der nach dem Bc- , '^luß des Ientra Vorstandes nicht zulässig sei. demgegenüber ec Härte Däumig, daß em pl* *r Beschluß des IentralvorstWides nicht vorliege «d daß d?r Parteitag der U. S. P. D. nach wre *r zu Recht bestehe. Däumig verlas sodann eine Erklärung Sinowjews, worin dieser <uä tretcr und B-rsitzender b?r Exekutire der kmn* mifiifdxm Internationale zum ))lusdruck bringt, ß die Exekutive keineswegs den Uebcrtritt zur KP. D. (Spartalusbund) fordere. Die Exekutive »fc der Hoffnung Ausdruck, daß sich fcpt eine k^rige Partei aus der U. -s. P D., dar 51'. P. D. Dd allen wahrhaft revolutionären Elementen des Zutschen Pr.Ie.ariats bilde. Hieraus hieß Sinoiv-
Segner, indem sie den Uebcrtritt zu einer «nberen Partei vollzogen, ihren Austritt aus ter USP. genommen. Herr Crispien nimmt iNch also die Freiheit, für die Seinen das Eigentumsrecht der Kassen, Zeitungen und Lustigen Parteieinrül)tungen in Au- sprutt) zu nehmen. Herr Däumig, der reue Partcisachwalter für die Mos- Lruer Praxis, erklärte dies jedoch für Infinit und leugnete es, daß die Mehrheit in Halle den Uebcrtritt zu einer anderen Äartei, hier also zu dem Bund der Kommunisten, vollzogen habe. Es. sei lediglich ein Zw- sammenschluß erfolgt, und der Parteitag dauere auch nach dem Abzug der Rechten fort. Cb die ordentlichen Gerichte von einer der leiden Gruppen zur Entscheidung in Anspruch genommen werden, ist eine sehr interessante Frage. Uns scheint, daß tatsächlich ein Partei- b-csthluß vorliegt, der den von Crispien aw- gezogencn Paragraphen der Statuten nicht berührt. Der Bertreter Moskaus, Herr Siuo- Ed, hat alsbald erklärt, es werde von Moskau neswegs gewünscht oder gefordert, daß die Unabhängigen einer anderen Partei beitreten. Die Spaltung wird sich nun auch in den einzelnen Ortsgruppen mit scharfem Kampf ab- schclen. Bemerkenswert ist, daß die Frankfurter Unabhängigen heute ein Blatt oes ^Zolksrechtes" herausgegeben, in dem an die Haffen appelliert wird, der alten Partei der 16'13. getreu zu bleiben.
ch wx I Lepper .*•«* ui$le .,5), 16.**“
I _ Halle, 17. Okt. (WB.) In dcr heutigen ^chlu ßfitzungdes Parteitages der U. S. P. D. Deckter Flügel) wurde ein Kundgebung be- U Woffen, worin ihre Haltung begründet wird. Si? torbc gegen den Opportumsmus von rechts und D tot Kommunismus von links kämpfen. In der || ^örtcrung ünadxn mehierc Redner fifyrrr gegen ^noiütcm. Ledebour normt? ihn einen Tc- tog-gn. Breitscheid rn?i >te, über Tcuttch- tod werde eine bolsclsewistisch' Welle bfnjei.en. ? verlangt die 2lnknüp>ung von Beziehungen zu g* ausländisclien Sozialisten, die zur Dritten Äternaiionale dieselbe Stellung emge.tommen wie die U. S. P. D. Zu Borsikenden wur- "to Crispien und Lcdebour gewählt. -.Halle, 16. Okt. (WBst Tie Anhänger der Untren Internationale loäfaten zu Partei- °^iiße.nden mit gleiclen Rcl teu T äum t g ^">_lf Hofsmann. Ti? bisherige Rechte cL u. L>.P. T. Ixxt für morgen vormittag eine a6un9 einberusen.
Ausweisung Losowskys und Sinowjews. ^ZEtlin, 17. Ott Wolff.) Aus Ersuche.!
icrung Veriügte der pteußisäe Mr- c-f** Innern die Ausweisung von Losowsky cinomjero.
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Der vergarbetterkonflift in Cnglcind.
Zwei Millionen Arbeiter im Streik!
London, 18. Okt. 'Havas.) Taufende von Arbeitern der verschiedenen Industrien haben die Arbeit bereits eingestellt. Die Blätter schätzen die Zahl der am Ende dieser Woche Feiernden einschließlich der Bergleute auf zwei Millionen. In den Häfen des Südens sind schon Stockungen ein- getreten. Die mit Exportwaren beladenen Dampfer liegen fest. 250000 Spengler und Metallarbeiter sowie Angehörige Der anderen Berufszweige haben in Südwales die Arbeit plötzlich eingestellt. In Manchester sind 70 000 Arbeiter Der Baumwollspinnereien und Der Metallbranche von der Arbeitseinstellung bedroht. In Sheffield ist 80 000 Metallarbeitern auf eine Woche gekündigt worden.
Berlin, 17. Ott. (WB.) Die für heute an* gekündigt.' fjtnmuniitijdx! Berfammlung m Berlin, in d.r der Russe Stitowjcw reden sollte, hat liatlg-. fundeu. Simwicw war erfcbtei en, ergriff aber iridjt das Wort, weil er an Heiserkeit leide.
Presscstimmen.
Berlin, 17. Ott. (Wolff.) Tas Organ der bisherigen USP., bte ,.F re i hei t". ihtDct, daß der Bolschetvismus gestern in Halle einen schwarzen Tag erlebt habe. Es zeigte sich, daß seine Vorstellungswelt unterliegen müsse, tontn sie mit den großen Gedanken des Sozialismus zusammentreffen.
Ter „Vorwärts" nennt die Spaltung der USP. ein politisches Ereignis von allergrößter Tragweite. Für die Arbeiterbeweguirg als Ganzes erhofft das Blatt aus dem Verfall der USP. den Begrmt des Gesundungsprozesses.
Tie „Berliner Volkszeitung" sagt: Tie bolschcwistisä-en Usurpatoren faben es eilig; wer weiß, ob sie den Winter überleben werden. Eine traurigere Jiolle hätten in der deutschen Arbeiterbewegung noch niemals Führer gespielt als Hofsmcmn tntb Täumig.
Tas „Berliner Tageblatt" schreibt: Tie Mitglieder dieser Partei der internationalen Solidarität beschimpften sich schließlich als Räuber und Mörder. Ihre Partei zerschellte an der Jnter- nalivn-alen mit ausgeprägt slawischem Nationalismus.
Tie ,^ZossischeZeitung^^ nennt die Vorgänge in Halle erst den Anfang. Jetzt komme die Hauptsache, der Streit um die Mitgliederlisten, um die Kassenbestände, vielleicht sogar um die Firma.
Ter „Börsenku rie r" nennt den 16. Oktober einen für die denffche Gesamtheit geschichtlichen Tag. An ihm vollzog sich für alle ablehbare Zeit die Scheidung zwisci>en der deutschen Entwicklungspartei und der internationalen Kampfpartei des Sozialismus.
Tie „P o st" wendet sich in einem Leitartikel „Tas Oteschwür von Halle" insbesondere gegen Sinowjeiv und greift die Reichsregierung an, die nicht einen Finger rühre, uni dieses Verbrechertum von Deutschland fecn^ufadten.
Die englisch-französische Minungr- verschiedenheit in der Wicder- «utmachungssrage.
Paris, 17. Ott. (Wolff) Nach einer Londoner Meldung des .^Journal" sind die Vorschläge der französischen Regierung in der Wiedergutmachungsfrage in London nicht günstig ausgenommen worden. Ein wesentlicher Vorschlag Frankreichs sei genesen, sich im Augenblick aus die Verhandlungen der Sachverständigen zu beschränken und das spätere _/rgeben dem Wiedergutmachungsausschuß vvrzubehaiten. Die gestern abgegangene neueNoteLordCurzons erkläre, das Mkommen von Spaa schließe die vollständige Ausschaltting der Wiedergutmackmngskvmmission in sich. Die englische Regierung sei gencint, alle technischen Beratungen anzunehmen, um tie Regelung zu beschleunigen, aber sie sei der Ansicht, daß ihre uu-Megung des Mkommens von Spaa als auf Tatsachen beirchend angesehen werden müsse. Tie Note sei sehr höflich im Ton, aber sie bringe die Meinungsvn, chiedenheit klar zum Ausdruck. Tie Verband ungen würden fortgesetzt. So habe gestern nachmittag der französische Geschäftsträger mit Lord Curzon ein? Unterredung gehabt. Ter Vertreter des „Journal" in London fügt hinzu, man schreibe Lloyd George die Absicht zu, eine neue Konferenz der M iniste r - Präsidenten /usammrn-icherusen, woran nickst nur die alliierten Airnisterpräsidenten, sondern auch die von Deutschland, Oesterreich und ^Bulgarien teiln'hm.n sollten. Nach dem „Evening Standard" würden zu dieser Konferenz die Ministerpräsiden- ten aller europäischm Staaten einberusen werden. Tas gleiche Blatt sagt mach einer Erzelsior-Mel- dung aus London», die englisch' Note in der WirHergutmack>migsfrage wäre gestern abend am Quai d'Orsar) überreicht worden. In ihr werde gesagt, die englische Regierung könne einigen Vorschlägen der französiscyen Regierung nicht zustimmen.
Landon, 17. Ott. Wolff.) Die französische, englisckie und belgi'che Reg crung sind einmütig der Meiimng, tag cs ioünsck^us?reN sei, in Genf eine ZrvnfcrenL abzul)alwn, um ich mu den deutschen Delegievien über die Entsck>aoigu7?gen zu bs- ra'en. Di- i r.n Regierungen sind mit Beratungen bcsck öfng', die beznxcken sollen, den g.naaien Charakter und die Obliegenh i en eine: Vorkonferenz von Sachlverstänl<igen scitzusetzen, deren Notwendigkeit anerkannt wurde.
Die Stahlwerke in LeeDs sind geschlossen worden. In Westschottland und in Glasgow ist Die Lage in der Industrie beunruhigend. Die Baumwollspinnerciest von Blackburn, die die Arbeit zum Teil schon eingestellt haben, sind ausnahmslos von einer gänzlichen Unterbrechung bedroht. >
London, 15. Okt. Amtlich wird mitgeteilt, daß die Regierung ab 16. Oktober jede Ausfuhr von Kohle aus dem Königreich verboten hat.
London, 16. Okt. Llohd George richtete eine Botschaft an das britische Volk, in der er erklärt, daß die britische Re>- gicrung alles mögliche getan habe, um Den Kohlenstreik zu vermeiden. Aber trotz der Empfehlungen ihrer erfahrensten Führer hätten die Bergarbeiter für die Anwendung der Gewalt zur Erreichung ihrer Ziele gestimmt. Die ganze Nation müsse sich mit allen ihr zu Gebote stehenden Mitteln gegen solche Angriffe erheben. Der englische Premier empfiehlt dem Volke, die Kohlen zu sparen und fordert die Industriellen und Fabrikanten auf, ihr Personal solange als es die Umstände erlauben, im Dienste zu behalten.
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Tod eines Hungerftreikenden.
Paris, 18. Ott. MTB.) Nach einer Londoner Meldung des ,,3'onrnaf" aus Cork ist der erste Hungerstreikende, Fritz Gerald, der seit dem 1. August fastete, den Hirnger- tod gestorben. Er befand sich noch in Untersuchungshaft.
Annäherung der Oxforder Professoren an ihre deutschen Kollegen.
Paris, 18. Ott. (WTB.) Der „Mattn" meldet aus London, daß eine Anzahl Professoren der U n i v e rsi tä t O x fo r d sich an Die deutschen Kollegen gewandt haben, um zu einer Annäherung zu gelangen, hauptsächlich im Interesse der gemeinschäftlichen wissenschaftlichen Arbeiten, die notwendigerweise zu einer besseren Verständigung führen werden und schließlich die Wiederaufnahme der fympathisck)en Meinungsaustausche veranlassen werden, die vor dem Kriege zwischen den beiden Frattionen so rege geführt worden sind. Angesichts dieses Schrittes spricht das Pariser „Journal" sich sehr abfällig über die Versöhnung der Oxforder Professoren aus.
Die Vorgänge in Italien.
Mailand, 16. Okt. (WTB.) Der „Cor- riere della Sera" hält die S t e l l u n g G i o - littis für sehr erschüttert. Das Experiment des Ministerpräsidenten mit der Einfübrung der Kontrolle der Arbeiter in den Faoriken sei eine vollkommene Enttäuschung gewesen. Die schwierige Lage des Kabinetts werde noch verschlechtert, wenn die katholische Gruppe, die gegenwärtig 100 Mitglieder zählt, aus der Parlamentsmchrheit austritt. Die Na- ttonalistcn haben, gestützt auf die letzten Ereignisse, eine Kampagne gegen Giolitti eingeleitet.
Nom, 16. Okt. (WTB.) Die „Epoca" meldet aus Mailand: Gestern nachmittag verhaftete die Polizei in der Redaktion des Anarchistenblattes „Umanita Nuova" sämtliche anwesenden Redatteure.
Mailand, 16. Ott. (WTB.) Der „Se- colo" meldet aus Triestz daß der General- streik beendet ist. Die Arbeiter haben heute morgen die Arbeit wieder ausgenommen.
Rom, 15. Ott. Der sozialistische Organisator O r b e l wurde in Palermo nachts auf der Straße ermordet. Das Proletariat der Stadt erklärte darauf den Generalstreik.
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Kongreß der Bölterbundsliga.
Mailand, 16. Ott. (WTB.) Der Kongreß der Vötterbundsliga nahm den Vorschlag, einen ständigen internationalen Gerichtsho f zu schaffen, an. Nach der Besprechung der Frage wegen Schaffung eines internationalen Heeres stimmte der Kongreß dem von Guglielmo Ferrero erstatteten Bericht zu, der sich für die Bildung internatioTmler Kontingente, besonders zu Kvntrollzwecken, ausspricht. Der italienische Vorschlag zum Rechtszustande der Meere, die Meerengen zu internationalisieren, wurde gegen die Stimmen der englischen Abordnung angenommen. Eine besonders lebhafte Aussprache entspann sich über den italienischen Vorschlag, zum Völkerbünde alle Staaten, auch die ehemals feindlichen, ^uzulassen. Für den Vorschlag sprachen der englische Delegierte, dagegen die Delegierten Frantteichs und Polens. Diese erklärten, sie würden der Zulassung nur zu- p " »'.stimmen, sobald die ehemals! feindlichen Staaten genügende Bürgschaften gegeben und die auf die Entwaffnung und!
Wiedergutmachung bezüglichen Bestimmungen des Friedcnsverttagcs ausgeführt hätten. Bei der Absttmmung sprachen sich, bei drei Stimmenthaltungen, fünf Abgeordnete für, neun gegen den Vorschlag aus. Der frmizöfische Vorschlag einer bedingten Zulassung wurde, bei drei Sttmmentfailtun- gen, einstimmig angenommen. Der Kongreß beschäftigte sich sofainn in seinen letzten Beschlüssen mit der Art, wie die tvärtschaftliche Solidarität zu organisieren sei.
Vie Wahlen zur österreichischen Nationalversammlung.
Wien, 17. Okt. <WTB.> Die Wa»l- beteiligen gfür die Nationalversammlung sin ben Wiener Bezirken war in den Vormittagsstunden auffallend schwach, befferte sich aber im Lause des Tages und erreichte schließlich 80 bis 86 Prozent. Bisher sind folgende Wahlresultate bekannt: Im ersten Wahlkreise Dien-Innerost, der sieben Mandate hat, wurden gewählt: 2 Sozialdemokraten (Otto Bauer und Ludwig Müller), 3 Christlich-Soziale (Weitzkirchner, Seidel und Schmitz), 1 Großdcutscher (Wannek) und der Kandidat der bürgerlichen Arbeiterpartei (Ottokar C-ernin). (Bisher 3 Sozraldeniottaten, 2 Christlilh> Soziale, 1 Deutsch-Nationaler und 1 bürgerlicher Demokrat.) Auf die Sozialdemokraten entfallen in diesem Wahlkreis 37 238 Stimmen gegen 50053 bei der früheren Wahl, auf die Christlich-Sozialen 42 319, bisher 37 193, auf die Grotzdeutschen 16 100 (bisher 13 084) und auf die bürgerliche Ar- beitervättei 15 684 (bisher 14 588) Stimmen. Im Wahlkreise Wien II wurden gewählt 2 Sozialdemokraten, 2 Christlich-Soziale und l Grotzdeutscher (bisher 3 Sozialdemokraten und 2 Christ!-Soziales In triefem Wahlkreise unterlag Dr. Ludo 6art* mann. Im dritten Wahlkreise verblieb der Besitze stand der gleiche und es wurden gewählt 3 Sozial-, Demotraten, 2 Christl.-Soziale und 1 Grohdeirtscher. In Salzburg wurden gewählt: 4 Christ! ichSoziale, 2 Sozialdemokraten und 1 GroAentscher. Die Groß deutschen verlieren hier ein Mandat an die Christlich-Sozialen.
Südslawischer Nebergriff in Kärnten.
Mailand, 16. Ott. (WTB.) Wie be* „Secolo" schreibt, hat die Besetzung der Zone A, des Kärntener Abstimmungsgebie- tes durch südslawische Truppen in den italienischen politischen Kreisen großen Eindruck gemacht. Der Einmarsch der südsla- lvischen Truppen in Kärnten müsse als eine offensichtliche Verletzung des Frie- densverttages von St. Germain angesehen werden. Man erwartet mit Spannung das Ergebnis der von der interalliierten Ple- biszitbommission eingeleiteten Maßnahmen. Wenn während einer festzusetzenden Frist die Zone nich tgeräumt werde, habe sich der Botschafterrat mit den notwendigen Maßnahmen zu beschafttgen, um dem BolK- willen Respekt zu verschaffen. Die italienischei Regierung hat ihrem Botsck)after in Paris' bereits die nötigen Direktiven zugehen lassen über die Haltung, die er in der Botschafterkonferenz in dieser Angelegenheit einzunehmen hat. Dem „Popolv d'Jtalia" zufolge agitieren die südslawischen Bataillone nicht nur gegen Oesterreich, sondern auch gegen Italien.
Belgrad, 16. Ott. (WTB.) Zu der Entsendung zweier südslawischer Bataillone in die Bolrsabstimmungszone v on Kärnten hat die serbische Regierung der interalliierten Volksabsttmmuugs- kommission mitgeteilt, sie habe diese Maßnahme getroffen, um der südslatvischen Verwaltung zu Hilfe zu kommen in dem Augenblick, wo sie ihren Dienst in der Volksäfa- sttmmungszone einstellt. Durch die Entsen- düng der Truppen soll die Sicherheit derjenigen Bewohner gewährleistet tuerben, die aus ihrer Zuneigung zu Südslawien fein Hehl gemacht haben. Trotz dieser Erklärung hat die interalliierte ftommiffion auf die Zurückziehung der beiden Bataillone bestanden.
Paris^ 17. Ott. «'Wolff.) Die Botschafterkonferenz beschloß, die Belgrader Regierung aufzu- ft>rdern, die in Kärnten eingedrnngenen südslann-^ fcken Bataillone sofort zurückzu- ziehen.
Schwere Erkrankung des Königs von Gricche»tland.
Athen, 17. Ott (Havas.) Der gestern zusammengettetene Ministerrat befaßte sich mit dem bedenklichen Zu st and des Königs. Er beschloß die Einberufung der aufgelösten Kammer gemäß der Verfaffung.
Der Bericht vom 16. Oktober besagt: Um 10 Uhr vormittags waren die ernsten Erscheinungen im Besinden des Königs, die während der Nacht beobachtet wurden, weniger ausgeprägt. Temperatur mir noch 39,6, Puls 112, Atmung weniger beschwerlich und regelmäßiger Tas Allgemeinbesinden ist nichtsdestoweniger sehr ernst


