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, die die Beteiligten tend machen wollen, der 1920, freU a. b. Lda. Natt, inb müssen anfieben, zeichnenden) Gnmd- Wr alten Parzelle schriftlich eingereicht ichtigung.

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Nr. 220

Der »iehener »njeU« erscheint täglich, außer Sonn, uni Feiertags, üetugspreife

Monatlich Mar» 3.60 undMK.-.65Trägerlohn, vierleljahi lichMacK 10 80 undMK.I.SSTrägerlvhn.- durch die Poft viertel« jährlich Mark 12.- ausfchl'eblich Bestellgeld. Fern lprech. Anschlüsse: für die Schristleitung 112; Verlag,Geschäftsstelle 51. Anschrift für Drahtnach« richten: »mcirer Kietzen.

poftschealonto:

Zrankfnrt a. M. UMS

Erster Blatt

170. Jahrgang

Dnid und Verlag: Srühl'sche Umv.-Vuch- und Zteinöruckerei K Lange. Schnslleitung, Geschäftsstelle und Druckerei: Schulstratze 7.

Anzeigenteil: H. Beck, sämtlich in Gießen.

Samstag, 18. September 1920 Annahme von An^c.uen für d.e Tagesnummer vis t zum Nachmittag vorher ohne jede T^rdindlichkeit. Dreis für l mm höhe für Anzeigen d. 34 mm Breite örtlich 35 Pf., auswärts 45 Pf.; für Neklame. Anzeigen von 70 mm Breite 150 Pf Bei Platz, »orfchriN 20 Aufschlag Hauptschriftleiter: Aug. Goetz. Verantwortlich

t tot Politik. Aug. Goetz:

für den übrigen Teil: Dr.

y Reinhold Ienz: für den

wochenrLckdlick.

Der bevorstehende sozialdemokratische Par- leitag In Lössel wirft seine Schatten voraus. Der Oberbürgermeister Sckeidemann hat bereits den Arm gereckt und den alten Oppo­sitionsgeist beschworen, der im Strom der Verelendung unseres Wirtschaftslebens und der tvinterllchen Not seine Netze auswerfen £ Stimmenfischfang, nicht nützliche Re--

- und Aufbauarbeit, soll die Parole sein.

hat sich vielfach darüber unterhalten, ob die Sozialdemokratie wieder an der Re­gierung beteiligt werden solle, aber noch nicht erwoaen, welche Persönlichkeiten denn als Minister an Bord steigen würden. An Autori­täten haben die Mehrheitssozialisten augen­blicklich gerade keinen Ueberflutz. Scheide­mann selber? In den Augen auch eines nicht unerheblichen Teiles der Linken hat er be- deutliche Spritzer am politischen Marschall­stab, um nicht von seinemStecken" zu spre­chen, mit dem er freilich viel Mißliches auf* gerührt hat Er verwaltet noch nicht allzu lange das Amt des Oberbürgermeisters, und es wäre zu fragen, ob der unstete Wechsel in der Betätigung zu seinem und des Volkes Nutzen oder ^d)abcn wäre. Auch für die sl^ialdemokratische Partei hat, wie uns scheint, eine neue Zeit begonnen, die neue Männer braucht. Man betrachte sich das neue Aktionsprogramm" der Agrar- ko m m i s s i o n, das derVorwärts" in sei­nen Grundzügen mitteilt und man wird sich sagen müssen, daß die hier gewiesenen neuen Wege recht wohl auch in ein Koa­litionskabinett münden könnten. Nur die da­fürreifen" landwirtschastlick>en und forst­wirtschaftlichen Beriebe sollen nach diesem Programm sozialisiert werden, und es wird zugestanoen,daß die volkswirtschaftlich, rich­tige Anwendbarkeit von Klein--, Mittel-- und Großbetrieb in der Landwirtschaft abhängig ist von Bodenbeschaffenheit, Klima, boft den Möglichkeiten der Bodenbearbeitung und von der landwirtschaftlrchen Technik." Um den schlechten Eindruck, den diese in der prak­tischen Nutzanwendung immerhin gefährliche Papierweisheit auf die Landwirte hervor- rufen wird, zu verwischen, ist in dem sozia­listischen Agrarpoaramm sodann noch von anderen schönen, durchaus nicht parteipoli­tisch ausgeprägten Dingen die Rede als da sind: Ausmerzung des Zwischenhandels, Aus­bau der Genossenschaften, der Absatzorgani­sation, der Kreditbeschaffung ufto., von hun­dert Sachen, die längst auf unseren Hochschu­len als zur Landtoirtschaftspflege gehörig systematisch bargcftellt unb behandelt morden sind. Zu allem Ueberfluß bittet, wie wir dem Vorwärts" entnehmen, die sozialistische Agrarkommission bei etwaiger lebhafter Dis­kussionzu erwägen, daß die Meinungen über ein Agrarprogramm in der deutschen sozialdemokratischen Partei so stark aus­einandergehen, daß nur durch gegen­seitige Zugeständnisse ein Aktionsprogramm ermöglicht werden kann."

Gerade weil diese Forderungen, die eine gewaltige Abkehr vom Erfurter Programm bedeuten, wonach aller Grund unb Boden vergesellschaftet werden sollte, ziemlich zahm erscheinen, Witt man praktisch nicht viel Kapi­tal daraus schlagen. Man weiß, daß erst bei der Durchführung das wirkliche Problem zum Borschein kommt, und so würde dieses sozia­listische Aktionsprogramm in ein Koalitions­kabinett schwerlich einen neuen Zug hinein­bringen. Um die Erneuerung des sozialdemo­kratischen Gesamtprogramms ist die Partei aber, wie ans Artikeln desVorwärts" her­vorgeht, in arger Verlegenheit. Das Erfurter Programm, also die alten Grundsätze, lind gänzlich ins Wanken geraten und eigent­lich erledigt. Wenn man Scheidemanns Kasse­ler Rede, in der er von der Notwendigkeit 'vollkommen ziettlarer Politik" sprach, ge­nau durchmustert, so kommt man zu dem Schluß, daß er seiner Partei von einer Teil­nahme an der Regierungsführung darum ab- Jjt, weil sie gegenwärtig nichts von ziel-- Urrer Politik besitzt und, nach seiner Mei­nung, auf demagogische Künste angewiesen ist. «in vernünftiger Mensch kann wünschen ober daran benfen, daß die sozialdemokratische wrtei verschwinde oder unter gehe. Sie sollte '.A nur als eine Reformpartei mit Mem Bekenntnis zur Demokratie konstituie- ren unb dasJrrlichtelieren" über den "schlimmen Monaten", das Scheidemann uns Ersetzen möchte, ablehnen. Die Einstellung rhrer Politik auf internationale Solidarität roirb nach wie vor noch manches deutsche Interesse aniopfern unb bie so notwendige Volkseinigkeit zerklüften.

' * *

In einer so wichtigen Frage wie der Einigung städtischer unb ländlicher Interessen F(Unt ein steifer Komps- unb Parteigeist nur

Unheil änrichten. Die Zuspitzung der Lage in der Kar tof felvers or gung ist sehr zu beklagen; besonders die Anwendung von Ge- waltmitteln, bie Sperre bet Karwffelbeförde- rung, wie sie von Eisenbahnern des Frank­furter Bezirks angebroht wird, ist grundsätz­lich zu verwerfen. Weite Volkskrefte werden sich wundern und von Unruhe darüber ersaßt werden, daß die Eisenbahndirektion ihre Machtlosigkeit erklärt hat. Wenn die Bewe­gung gegen die hohen Kartofselpreise natür­lich auch ihre volle Berechtigung hat so muß sie sich^doch im Rahmen der Gesetze halten. Anderwärts im Reiche ist durch Ver­handlungen und Zusammenwirken der Inter­essenten schon mancherlei erreicht worden: warum sollte dies in Oberhessen nicht auch möglich fein? Insofern ist an dem Wink der Frankfurter Eisenbahnbirektion nach Darm­stadt nichts auszusetzen .'wir vermissen dabei nur bie energische Ablehnung von Gesetzlosig­keiten. Von Lanbwirten selbst ist uns öfter bestätigt worben, daß sie mit einem wesentlich niedrigeren als dem für bie Lieferungs­verträge festgesetzten Preis (31,75 Mk.) vor­lieb genommen haben würden. Es ist nun aber durchaus nicht einzusehen, daß die eiserne Konsequenz gebieten soll, der in be­stimmten Verträgen gewährte Preis müsse allgemein gültig sein! Wenn der Reformbund der Gutshofe Kartoffeln zum Erzeugerpreis von 20 Mark anbietet, so Darf man wohl an­nehmen, daß dieser Preis allgemein an­gemessen erscheint. In Thüringen haben die landwirtschaftlichen Organisationen den Landwirten empfohlen, für die hanbelsfreien unb die auf Grunb der Lieferungsverträge zu liefernden Herbstkartoffeln höchstens einen Preis von 20 Mark ab Hof zu berechnen. In Sachsen werden die Landwirte von ihren Vereinen ebenfalls aufgerufen, der minder­bemittelten Bevölkerung die Kartoffeln gu einem weit geringeren Preis) zu überlassen, als er bisher gefordert wurde. Auch bie hessi­schen landwirtschaftlichen Organisationen er­klären sich laut einer Bekanntmachung bereit, ihre Mitglieder, soweit sie Herbstkartoffeln angebaut haben, zu verpflichten, für jeden angebauten Morgen Herbstkartoffeln durch­schnittlich vier bis fünf Zentner, je nach der Leistungsfähigkeit, zum Preise von 20 Mark für den Zentner, der Landeskartoffelstelle zur Verfügung zu stellen. Damit soll der min­derbemittelten Bevölkerung geholfen werden. Die Gewerkschafter unb Verbraucher­organisationen wollen sich damit nicht zufrie­den geben unb Haben in ihrer Frankfurter Verhandlung gestern ein ^sechstägiges Ultima­tum an bie Landwirte gerichtet. In der Tat, ein sehr großes Entgegenkommen hat die Landwirtschaft mit ihrem ^Angebot nicht be­wiesen, wenn man Hedenkt, daß auf einem Morgen durchschnittlich etwa t 100 Zentner Kartoffeln hervorgebracht werben, können. Man sollte auf dem Wege neuer Verhandlun­gen unb besserer Einsicht zu einer Verständi­gung zu kommen suchen. Von der umständ­lichen und kostspieligen Inanspruchnahme der Landeskartoffelstelle und der Verteilungsäm­ter unb damit auch von einer unnötigen Mehrbelastung des Verkehrs sollte ganz abge­sehen werden. Einer. ffruuelloien Kartoffels­ausfuhr ins Ausland müßte unter allen Umständen ein Riegel vorgeschoben werden. Wenn die hessische Landwirtschaft in der er­wähnten Bekanntmachung es für ihreEhren­pflicht" erachtet,den Bedarf der hessischen Verbraucher in erster Linie sicherzustellen", so darf man wohl erwarten, daß sie auch in der Preisftage Entgegenkommen zeigt und nicht auf Forderungen beharrt, die allgemein, auch in anderen deutschen Landen, als zu hoch erachtet worden sind.

Sperre über Kartoffclversand.

fd. Frankfurt a. M, 17. Sept. Heute vormittag tagten im Gewerk'chastshaus die freien Gewerkschaften, die Eisenbahnerverbande, dre christlichen Gewerkschaften, überhaupt alle Arbeit- nehmcrverbände, um wegen der drohenden Kartoffelnot Maßnahmen zu beraten. Ver­treten waren die Organisationen aus Frankfurt, Offenbach, Mainz, Kassel, Friedberg Werl- burg, Höchst usw. Auch die Regierungen von Heilen und Kassel sowie die Eisenbahndirektiori hatten Vertreter entsandt Es handelte sich brnrum, eine Sperre über bie Ausfuhr von x ar- tot fein aus dem Wirt>cl»aftsbezirk herberzu­führen, solange nicht das Wirtschastsgebret selbst mit Kartoffeln versorgt ist. Es wurde mrmentlrch gefordert, daß die Regierung den Vertragsprersvon 31.75 Mk aufhebt und Höchstpreis.' festsetzt. Man regte von verschiedenen Seiten einen L'.eferpris von 20 Mk. ab Bahnstation an. Bon b-sondevem Interesse waren die Ausführungen des JBräit» beuten Neumann vom Ernähnmgsmi.iNterium in Tarmstadt, der dringend riet, ohne_Nervo!ität cm die Beratungen heranzutreten Heien ,ei der I schärfste Gegner der Lieferungsverträge, allem bie ungeheure Preissteigerung le' letzten Tage muffe man auf das gegens.'it.ge Ueieernete.r de: Ver­

braucher mit zurückführen. Hessen habe eine Ernte von 12 Millionen Zentner, und von der Ernte de- Reichs werde höchstens ein Drittel für die men ich lieb Ernährung gebraucht. Man muff: sich genau überlegen, ob man mit Den Sperrabsich.en nicht einen Schlag ins Wafser tue. Es sei eher zu er­wägen, die Eisenbahndirektion zu veranlassen, keine Wagen für Kartosfellieferungen über den Tirektionsbezirk hinaus zur Verfügung zu stellen. Tamil gelangte man auf legalem Wege gerade so weit, wie man es mit den Spercmaßregeln herbeizusühren suche. Auch der Regiecungsral Eo ß m a n n von ter Regierung in Ka.sel nwrnte vor ben Folgen, bie aus einer Sperre eilt stehen könnten. Jcboch müsse bas Jntere.se der Ver­braucher unbebingt in den Vordergrund gestellt werden. Ein Preis von 20 M k. s er als angemessen zu betrachten. Erst wenn alles getan sei, was auf gesetzlichem Wege möglich ist, solle man zur Selbsthilfe scheeiten. Im Laufe der stundenlangen Debatte kam besonders noch zum Ausdruck, daß die Bauern die Kartoffeln an das Vieh verfüttern werben, wenn bie Zwangswirtschaft für Fleisch aufgehoben wirb, so baß man wohl teures Fleisch, aber keine Kar­toffeln haben werde. Tie Vertreter der Eisen­bahner versicherten, daß für bie Sperre bie Or­ganisation bis ins K.einste vorbereitet sei. Es banble sich barum, bas Wirtschaftsgebiet zu ver­sorgen, nicht aber bie Ueberschü.se ben anderen Gebieten vor zuenthalten. Namentlich solle auch während der Sperre das Industriegebiet versehen werden, sofern für bie Lieferungen bie Gewähr gegeben werde, daß sie in bie richtigen Hände unb nicht zu hinaufgetriebenen Preisen gelangen. Ter Vertreter ber Eisenbahnbirektion warnte vor ber Herausbeschwörung des Konflikts zw.schen ber Eisenbahnverwaltung unb ihrer Arbeiterschaft.

Es gelangte schließlich in einer Resolu­tion zum Ausdruck, baß vom 2 6. Sep­tember ab bie Sperre über bie Kar­ts f sei z ü ge Eintritt, jedoch sofort bie Sberre über die Gestellung von Güterwagen zu Ka r t o f f el s en du n gen erfolgt, womit erreicht werden soll, baß bas Sdiiebertum nicht in ber Lage ist, jetzt Wagen zu bestellen, um bann bei Nichtgestellung währenb ber Sperre bie Eisenbahn schadenersatzpflichtig zu machen. Als Lieferpreis werden 20 M k. t b Bahnstation verlangt.

Gegen diese Resolution protestierte der Ver­treter der Eisenbahndirektion, wie er besonders betonte, formell. Aus Vorschlag des Regierungsrat Coßmcmn geht die Resolution zunächst als ein auf 6 Tage befristetes Ultimatum an bie lanbwirtschaft.ichen Organisationen, währenb die Regierungsvertretcr von sich aus sofort an bie Regierung herantrcten wirb, um von ihr Maß­nahmen zur Enffparmung ber Lage herbeizu­führen.

. Die Getreidewirtschaft.

Berlin, 17. Sept. (WTB.) Der Unter­ausschuß des Rcichswirffchaf srats für Landwirt­schaft unb Ernährung beid/äf.igte sich heute mit der Getreidewirtschaft. Der Präsi.ent der Reick sgetrei^stelle Geheimrat Kleiner bezeich­nete bas Bild, bas nach den bisherigen Feststcl- Umgen von der neuen Ernte zu erwartet« fei, als sehr trübe. Die Rvggenernte labe fast überall im Reiche stark eitttäüscht. Die vom Er- nährungsausschuß des Reichs ags durchgesetzte veile Freigabe des Deputats der Landarb iter anstelle ber Feststellung der von der Reichsgetreidestelle gewünschten Höchstmenge ergebe ferner einen Aus­fall vvn 500000 Donnen für bie Allgemeinwirt­schaft. Es eröffne sich damit eine neue Quelle für den Sckl.ickhandel. Die Richsgotr.idestcl e sckchtzte vorläufig die neue Ernte an Brotgetreide nur auf etwa sieben Millionen Tonnen. Die Anbaufläche für Brotgetreide habe sich um 7,35 Prozent vermindert. Die Maisernte werde als Mittelernte, die H a f e r e r n t e als eine gute Mi lllernte bcurt ilt. Im ganzen bl'ibc i as Ernteergebnis hinter tem De arf wes-tit.ich zurück Deshalb sei die Reichsgetv i estelle ge.ien dre Er- hölmng der Brotration, wolle aber die Herab­setzung der Ausmahlung vom 90 Prozent auf 85 Prozent zugestehm, je och nur bei gleist-zeitiger Brotstreckung hon 10 Prozent Wir müssten im übrigen bis 2 Milliarden Tonnen BwgNreide i nr- portieren, hauptsächlich aus Amerika. Bei einem Turchschnitlspre s von 5000 Mark für die Tonne würde dies? Einfuhr allerdings 10 Milliar­den Mark erfordern Die Uebernahme dieser Kosten auf den Brotpreis würde unsozial sein. Nach Ansicht der Rrichsgetreidestelle^en sie auf die Reichskasse übernommen unb durch all­gemeine Steuern aufgebracht werden Tie An- licterung von Getreide einschließlich Hafer sei in diesem Jahre gcceen das Vorjahr bis zum 15. Sep­tember von 241090 Tonnen auf 557 000 Tonnen gestiegen. Aber im Vorjahre habe gerade um diese Zeit eine wesentlich' Verbesserung ter Anlieferung eingesetzt, wahrend wir jetzt an'chinend bereits wieder in rückläufiger Bewegung stehen Am Schlimmsten beunruhigt nicht der Aussall der Ernte, sondern der Umftonb, daß die Exekutive auf dem Gebiet ber öffentlichen Wirtschaft außer­ordentlich stark versage und daß die Anordnungen nicht befolgt werden.

Die präfidententnst; in Hrantreich.

Paris, 17. Sept -Wolff.) Haras. Tie Mi­nister traten heute vormittag unter dem Vorsitz MiIler ands zusammen, der sie von ber Unter­redung mit Teschane 1 unterrichtete unb ihnen mitteilte, daß Teschanel nach Befragen des Arztes seinen Willen, die Demision einzureichen, kunst- gegeben hab.. Im Einvernehmen mit den Prä i dritten der l Kammern wurde beschlossen, käst

das Parlament auf Dienstag, den 21. So» tembcr zu einer außerordentlichen Sitzung zu lammenberuien wirb, um die Mitteilung des Te m i s s i o n s s ch rei be n S des Präsidenten ent­gegen junebmen. Der Präsident ber Nationalver­sammlung roirb bas Datum des Zusammentritts des Kongresses in Versailles, ber ohne Zweifel Donnerstag ober Freitag stattfinden wird, fest, setzen. Tie Kollegen Millerands drangen auf ihn ein, damit er, wmn ihm die Nachiolgejchaft Tes- chanels angebotm wird, in der Annahme ein willige. Millerand b.harrte jedoch auf ferner Weigerung, indem er gewichtige Gründe an­gab, bie ihn verpflichteten, das begonnene Werk als Ministerpräsident forUufeben. 3m Laufe des Mincsterrats gab auch Millerand Erklärungen über die Unterrebnugen in Aix-les-Bains unb Lausanne

Ein polnischer Protest gegen die Agitgtoren Horfonti)s.

Breslau, 18. Sept. (WTB.) Tie ober- schlesischen Angestellden der polnischen Ple­biszit ko m m i s s to n schlossen sich zu etnem Bunde zusammen unb erstesten einen öffent idxm Aufruf in Beuthen, worin sie gegen bv Häg» lieben Gehälter der oberschlesifcbe:t Pleb^4ntmu- arbeiter protestierten, während bie aus Polen kom­menden A g i t a to r e n Korsantys in Saus unb Braus t bten. Kv'-^rntv v.-rangte di: Aus­lösung d s Bundes der oberschlesiscsiett Plebiszit' mitarbei.er und entließ dessen Borsitz.n^en. Der Aufms wünscht, daß Korfanth unb fine Watorcn im Interesse des allgemci:en Wolffs Oberfchle- sim verlaßen. Ferner wurde ein nur in pol­nischer Sprache gedruckter Aufruf an di- Bevöl­kerung verteilt, der sich gleichfalls sthr schart gegen Kvrfanty ausspricht unb dessen Beseitigung aus Oberschlesien fordert.

Englische Kontrolleure gegen bie Parteilichkeit Frankreichs.

Paris, 17. Sept. (WTB.) Wie berTempS" aus London meldet, sind mehrere englische Kontrolleure, die sich in O be rs ch 1 e sien befanden, zurückgetreten, weil sie der Ansicht sind, daß die Haltung ber f ranzösis chen Mili­tärbehörden bei den letzten «Streitigfeiten zwischen Teutscken und Polen nicht streng unparteiisch gewesen fei. Tie englische Regie» rung hat diese Frage der in Paris tagenden Bot­schafterkonferenz unterbreitet.

Soldaten von der Haller'schen Armee.

Berlin, 17. Sept. (Wolff.) Nach in den Händen der deutschen Regierung.befind­lichen polnischen Papieren sind Soldaten der ArmeeHalller inOberschleliendort­hin mit vollen Gebührnissen beurlaubt wor­den. Vorsichtshalber werden ihnen an der Grenze von Polen die Soldbücher und an­deren militärischen Papiere abgenommen. Neben anderen Stellen wurde das polnische Note Kreuz in Beuthen mit der Auszahlung des Soldes an die Hallersoldaten betraut. Die Soldaten kämpfen also mit Vorroissen und Genehmigung der polnischen Regierung.

Der Stimnlenfang für Südslawien.

Klagenfurt h, 17. Sept. (Wolfs) Der Stimmenfang für Südslawien roirb rn ber ersten Zone von Priestern unb Agen en eifrig betrieben. Nur ein einziger im Amt befindlicher Geistlicher ber SDzone ist deu schkärntnerisch ge­sinnt. Me übrigen finb mehr ober weniger jugo­slawisch'. Es werden noch immer Unterschriften gesammelt, wodurch sich die Leute verpflicksten, ihre Stimme für. Hannen abzngebm. Wer sein Wort nicht hallen säffte, dem wi d bie Höffe schon liier auf Erden unb nach dem Tode ent recht in Aussicht gestellt. Prügelüberfälle mehren sich in allen Teilen des Landes. Täglich lauf m darüber zahlreickst Berichte ein. Die Lehrer spielen habet eine große Rolle Obwohl tag äqlich Beschwerden an die Kommiffion unb am die österreichiichen Vertreter gerickstet nrrixm. ändert sich nicht das geringste. Da die jugaslawi'chm Bestirden infolge ber Anordnung der Kommis ion alle Nich kärntner aus ber ©cSannerie entfernen müs en, beriefen sie zum 14. September die Prügelbanben nach Ferlach und suchten dort bie tüchtigsten Raufbolbe zum Dienste m ber Gendarmerie aus, so daß die Bevötterung bet nächsten Zeit mit großer Besorg­nis eMgegeiffieht.

Der Vombenanschlag in Nenyork.

London, 17. Sevt. (WTB.) Die Times meldet aus N e u y o r k: Die letzten Berichte deuten darauf hin, , daß der Plan bestand, Morgans Bankhaus zu zerstören. Sachverständige, welche die umherlieaenden Bruchstücke untersuchten, sind der Ansicht, daß der Kraftwagen mit Zeitzündern versehene Bomben enthielt, die mittags explodieren soll­ten. Die Explosion erfolgte genau um 12 Uhr. Ein seltsamer Zufall wollte es, daß zu dieser Stunde gerade neun Millionen Dollar in Gold weggeführt wurden. Ein Raubversuch fand jedoch nicht statt. Fast das gesamte Ge­schäftsleben in der Wallstreet ruht mich der Explosion vor dem Bankhause von Morgan. Dre Teilhaber von Morgan, die in einem Zimmer im oberen Stock eine Besprechung nähme von Junius Spencer Morgan, abhielten, entgingen dem Anschlag, mtt Aus-

Der Bürgermeister roic Neuyork texte nnt, daß er 10 0 K) Dollar Belohnnno tm- bte greirung ber Täter aussetzen