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Schwere ZufammeWöhe in Gberschiesien.

In Oberschlesien haben sich heute nacht ernste Ereignisse abgespielt, deren Folgen noch unübersehbar sind. Die Vertreter der Gewerk- schasten Oberschlesiens hatten am Montag be­schlossen, zur Unterstützung der Neutralitäts­erklärung des Deutschen Reiches in einen halbtägigen Demonstrationsstreik ein­zutreten, ausgehend von dem Gefühl, daß von Oberschlesien aus eine Unterstützung der Krieg!Handlungen vorgenommen wurde. An dem Streik sollten sich die Hotels, sämtliche Kaufleute und großindustriellen Werke betei­ligen, ferner sämtliche Bureaus und Kom­munen, auch die Gruben in Beulhen, Königs­hütte, Kattowitz, Hindenburg, Gleiwitz, Op­peln, Kreuzburg, Nikolai, Rybnik. In Zusam­menkünften sämtlicher Streikenden sollten An­sprachen i.'halten werden, an die (ich Demon- strationszügc und Umiüge anschließen. Die hierbei vorgeschlagene Resolution hat fol­genden Wortlaut:

Die ob*rschlc,i che Bevölkerung protestiert gegen die Maßnahmen der Entente, die Oberschlesien in ein KriegsIebiet verwandeln könnten. Die b i s - herigenTruppengenügen zum Schutze les Plebiszit. Neue Truppenverstärkungen belasten trur die Steuerzahler imd vergrößern die Kriegs- fahr. Sämtlich BerölkerungSschichten werden aufgeforder:, alle Maßnahmen zu unterbinden, die igoeigiilct sind, die Neutra.ität Oberschlesiens zu ver­letzen. Wir haben genug Krieasgrcuel! Noch sind die Folgen deö vergangenen Weltkrieges nicht ver­heilt und schon wieder neue Kriegsgefahren heranf- Lescbwvren. Nieder mit dem Krieg! Es lebe der Friede! Hoch die Solidarität der Kopf- und Hand­arbeiter!

Zu welchen Verwicklungen eS bei diesen Kundgebungen kam, darüber geben die nach­stehenden Meldungen ein Bild. Es war sehr- unklug und herausfordernd, daß franzö­sische Kavallerie hinter einem solchen DernonstrationSzug in Kattowitz wie zum Spott herritt. Die herausfordernde französ- sische Politik hat auch in Oberschlesien eine Lage geschaffen, die zu ernsten Betrachtungen Anlaß gibt. Die deutsche Bevölkerung wollte nur bte Neutralität, und in Paris totrb man nickt behaupten können, die deiztschc Politik haoe einen Friedensbruch bewirkt. Umge- kehrö verhält sich die Sache! Wie sich Ruhe und Ordnung wieder Herstellen lassen werden, hängt ganz von dem Maß von Zurückhaltung irnd Selbstbescheidung ab, das die Franzosen üben werden. Frankreich hat wahrlich kein Interesse daran, Konflikte über Konflikte ent­stehen zu lassen.

Beuthen, 17. Aug. (WTB.) Der ongc* kündigte Demonstrationsstreik ist heute in allen oberschtesi scheu Städten durchgeführt »vor- bcn. Elektrizität, Wasser, Gas und Post setzten aus. Der Personenverkehr blieb aufrecht erhalten. Alle Geschäfte und Gasthäuser waren geschlossen. In den Nachmittogsstunden fanden überall die von den Gewerkschaften einberusenen Protestver- sammlungcn statt. Es wurde einheitlich emeEnt- sckließimg gegen den Krieg und für die Neutralität Oberschlesiens angenom­men, sowie folgende Forderung an die inteo- alliierie Kommission: Einsetzung einer Kontroll­kommission von Ei enbahnbeamten und Arbeitern, welche im Benehmen mit der interalliierten Kom- Mission sämtliche Transporte kontrolliert; vor­herige Verständigung ntü dec irtteralliierten Kom­mission über alle noch zu erwartenden Truppen- ttansporte und Trupperiverschiebungen. Im An- Wub an die Versammlungen fanden Massen- umzüge statt. Hierbei ist es in Kattowitz und Rybnik zu Zusammenstößen gekom­men, über die uns folgende private ?Neldungrn vorlie-en:

In Kattowitz setzte sich an das Ende des Demonstrationszuges französische Ka­vallerie. Tie Menge griff sie an. Ein fran­zösischer Soldat blieb tot aus dem Platze. Die Franzosen ,eröffneten Maschinen- gewehr- und H andg ranatenfeue r. 9 Tote, darunter 2Sicherheitsvoli- iisten, und 26 Verwundete blieben aus dem Platz. Der Polcnsührer Rechtsanwalt Dr. Milewski, der eine Handgranate aus dem venstcr warf, wurde aus der Wohnung geholt, Mchlageu imi> in die Rawa gewor-en. Die Sichec- r'äsoolizei stellte den Diercst ein und gab die Waffen ab. Gegen 8 Uhr zog die Menge zur Polizei, um sich der Was len zu bemächtigen. Das russisch? Militär ist cuis Grund von Berhand- umgen mit den Grwer!>astssührern zurückgezogen worden. In Rybnik drang ein polni- lcyer Stoßtrupp in die Protestver- 'vmmiung ein und sp«ngte sie. Auf einen vNft fielen Schüsse. Ein Toter und vier Ver­wundete b'.i:ben auf dem Platze.

Entwaffnung der Vesatzungrüdpen.

Katto iu itz. 17. Aug. (WTB.) Dir- Er- rcguntz Int h e.i Hähepunkr cr richt. Größere u,lo tic-nc;c Trupps durchziehen unter > . m ® clang derDacht am Rhein"

SV d-can sicht vereinzelte Zivi- n it *lt Dev-ch e i. Bor Ztm Haus fc-r ixrcr- n* ^on.mfs ii) i versammele sch um 1 - n.c ungchrure Menschcuulel.se.

Nr. 103

De: «Lietzener Anzetaer erscheint täglich, aujyx Sonn- und Feiertags.

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Srairtfnrt a. ». lzchtzä

Erster vlatt

170. Zahrgang

Mittwoch, 18. August 1920

General-Anzeiger für Gberhessen

Druck und Verlag: Vrühl'sche Univ. Buch- und Steindruckerei H. Lange. Schriftleituug, SeschSstLftelle und Druckerei: Schulstratze 7.

2»iiKdi}Bie vov dn^.gen für b.c Tagesnummer bis zum.Hadtmttiag vorher ohne jede Derbindlichkeir. Preis für l mm Höhe ar A»zeigeno. 34mm Brette örtlich 35 Pf., aufwärts 45 Pf.; für Reklame. Anzeigen von 70 mm Breite 150 Pf Bei Platz, vorfchri.t 20" n AufichiSg. fiau»tf*rrftlertcr: Aug. Doetz. 't<er>ntworl!ich für Politik: Aug. Goetz; für den übrigen Seil: Dr. Bemdold 3e#3; für den AnzeigenteU^ tz. $e*, sämtlich in Sietzen.

Eine Abordnung der Gewerkschaften b?- g b sich zum Oberst B l a n c a r t, lc.ii Vor­sitzenden der interalliierten Kommission, Der die Ar-.o d lung i- A-:u>e c h'i. Des fronzösi- >chen Militärlc eh' h b.rs empfing. Die Ab oTönung unterere.teie Vie Fo veru lg der Be- !keru"g auf Entwaffnung der Be- satzu gstruppn un e Z u f i ch e r u n g freien Abzugs. Falls i iese Fs - r ng nicht beroil g-' ttrihte, mühte jede Beran.wvr- ttrng für die tvc teren Er? g lisse abgcieh t toeruen. Der Atilit. rdefthl t) btt erf ä te, daß er lieber sterben wütÄc, al; Diese Forderung erfüllen. Die Ve.hanü'ungen wurden buiD darauf abgebrochen. Beim Her-lustreten der Aboidnung wuideu Rufe laut:liniere Leute haben nichts erreicht. Barsen fcr, cs geht zum Sturm!" Die Dcpttt erten konnten sch nur mit gotzcr Mühe einen Weg durch die Menge bahnen. Ilm V*12 Uhr war die Li ua- tion aufs äußerste gespannt. Vertreter der Be- »ctferu g versuchfcn die Vcrhu^lung-n noch einmal zu erneuern, was ihnen jedoch nicht gelur.flcn ist.

Kattowitz, 18. Aug. (WTB.) 1 Uhr morgens. Man hört unun erbrochen Geweh.- u.ld Handg anatenseuer. Die Me ge berüch­tigte sich eines vor dem H ms der interü-liicr- ten Kommission stehenden Autos, sh c von -en Besitz lngMnppen d ran g Hs Oert zu toet c l Ang. s ch s der furchtbrren Situation verhandelte soeben ein f.-anMssscher Offizier iureft mit der Menge und stellte die AuÄ- lieferung der Waffen in Aussicht. Von an= ocrer Seite veriautet, daß Die Besatzung bereit ist, die Waffen in die Obhut der Siche.h-its- beamten zu geben.

Oppeln, 18. Aug. Die Stadt war bis Mit- ternochl. ofme Licht nnb Wa ser, ;onft aber.lig ruhig Gestern nachmittag wurde in einem En­ten tetransport, bei Lebensmittel l>eklariert hatte, Munition gefunden. Sonst war der Zug voll Hafer. Unter der Begleitung von Eisenbalmern Uuirde der Zug nach Gleiwitz gebracht, wo er ent­laden und untersucht wird. Der weitere Verlauf der Errignisss ist von den zur Zeit stattfindendeir Verhandlungen mit der interalliierten Kommission abhchrgig.

Berlin, 18. Aug. ZudenblutigenZu- sammenstößen inOberschlesien sagt daS B. T.", daß durch bte offene Unterstützung, bte dic Polen ^unausgesetzt ton den Frmr»o en erhalten halten, die Stimmung feit langem sehr erregt ge­wesen sei.

Wie dieVvss'sche Zeitung" berichtet, wurden in Kattowitz sämi!ick-e Straßen von französi­schem Milüär abgesperrt und ci.ie Ravz^ veran­staltet. Daraufhin sol.en etwa 2000 Männer im mililärpf.ichtigen Mer, anscheinend kölnische Staatsang.bärige, über Myslonsttz nach Polen ab» geschoben wo wen sein.

Die Kriegslage im Osten.

Der polnische Heeresbericht.

Kopenhagen, 17. Aug. (Wolff.) Nach entern Telegramm aus Warschau melbet der pol - n i f ch e Heeresbericht: Im nördlichen Front­abschnitt entwickeln sich immer mehr hartnäckige Kämpfe gegen den ongreifenden Feind. Wir be­gannen eine Gegenaktton in der Gegend von Plonsk. .Hierbei sprengten unsere Truppen drei bolschewi­stische Regimenter auseinander, machten 200 Ge­fangene und erbeutete nmebrere Maschinen tewehre; ein Ulanenregiment machte eine bolschewistische Druvpenab.eiiung bis uni den letzten Mann njixr. Uniete Aktion entwickelt sich günstig. Oestlich War­schau begannen die 3 und die 16. Sowietarrnce den Vormarsch; sie haben den strengsten Befehl er­halten, Warschau ru nehmen. Der Feind richtete seinen ersten Angrifs gegen Kadagmen (?), das vor­übergehend für uns verloven ging, später aber von der 1. litauischen wißen Division wieoer genom­men wmLe. Die ha. tuäckig^A Kämpfe in die em Ab­schnitte bauern fort. Oestuch Cholm durchbrachen (innere Truppen bie Linie des Feindes bi ^natow und besetzten Dorogusk. Sie warfen die Bvlsche- wisten über den Bng zurück, doch befahl das Ober­kommando, um die Front zu verkürzen, den Rück­zug auf den Bug. Dir zogen uns daher () o n Brody zurück. Bei Radziechow und Eholojow hält unsere Kavallerie den zalstenmäßrg ülvrleae- eten Truppen des Generals Budjenny weileryin stand. An der ganzen Front wurden a.'le Angriffe des Feindes längs der Strypa abgeivieen.

Königsberg i. Pr., 17. Aug. (Wolff.) Lagebericht. Tie Weichsel wurde nördlich von WwclaLv<ck xm. bet bolfchewi.äschen Kavallerie erreicht. Ein starker polnischer Gegenstoß ans der Linie Plonsk-Modlin gewinnt in Rich­tung auf Tieck-an-ow erheblich an Boden. Um Tiechanow wird lebhaft gekämpft, wodurch die Verteidigung von Warschau im nörd­lichen Äbschrrill ttark entlastet wird. Oestlich von Warschau werben heftige Kämpfe auf der Li­nie Rodzynize-Okumien fortgesetzt. Tie botsche- wistischen Versuche, die Weichsel nördlich von Iwangorod zu farcieren, wurden verhindert. Süd­östlich von Warschau tn der Gegend bcs Wieprz be­gannen heute die Gesenoperotronen der Polen.

Aai schpu.

Bern, 17. Ang. (WolftO Nach Erkundigungen der Schtseizer Tepe scheu-Agentur stimmen die bei der pvlniss>eii Gesandtschaft in Bern einstetrosfenen Nachrichten nicht mit derTimes" überein, daß die Roten Truppen am 15. August War­

schau besetzt hätten. Tie polnische Gesandt- schast in Bern erhielt am 16. abends von dem Ministerium des Aeußern ein am gleichen Tage nachmittags 3 Uhr in Warschau ausgegebnies Te tegramm über bie Lage In diesem Telegramm wird gemeldet, daß ein Teil der fflegirrang-: braniten nach Posen geschickt worden sei, baß sich aber bas Ge.amtmimsierinm noch in Warsckwu aufhalte

Warschau, 17. Ang (WTB.) Der K a m pi um Warschau gebt auf b~r ganzen Front hart­näckig weiter. Die Roten Truppen rücken in Eil­märschen auf bem polnischen Korridor vor. Die G adt Graudenz ist bedroht. In den früher deutschen, jetzt durch den Fricdensver- trag Polen zugesprochnen Gebeten halten die Bolschewisten mit Belüstigungcn der Bevöl­kerung zurück und verzichten ans ihre son­stige Propaganda.

Tic Besetzung der Grenzorte auf dem tzstlichiN Weichfelufer durch die Polen.

Marienwerder, 17. Aug. (WTB.) Tie Neuen w stpr nßischeu Mitteilungen" melden: Tie Polen besetzten gestern vormittag von Mews aus bas ihnm birrd) bie E.rtsch.nbung des Bot^chaft-rrotes in Pari; zng spwchene Gebiet aus bem östlichen Weichscluser. Die Be­setzung nnrrx g.ö^uttrils durch polnische Gen­darmerie ausg führt. Da man deut cherfefts besürchtetc, die Polen würden sich Grenzüvcr- schi-eitnngen und andere Uebergriffe zuschn.den kommen lassen, wav.m für heute nacht umsang- veiche Vorsichtsmaßregeln seitens der deitt eben Be- bbvjzen getrogen worben. Die Nacht ist indes ruhig üer auien. Viele deutsche Einwoh­ner haben das Polen zug-sp^ochme Geoiet fluchtartig mit ihrer Haoe zu Fuß und Wagen verlassen. Eine Hckssaktion lnr bie Flüchtlinge wurde in Marionwerver in die Wege geleitet.

Dculschlaud, Deutschland über allcö.

Marienwerder, 17. Aug. (WTB.) Bei ber Abfahrt bes Sonberzuges der interalliierten Kommission sang die auf bem Bahnhof versammelte Menschenmenge Deutschland, Deutschland über alle s".

Tie Entscheidung über das oftpreußischc Abstimmungsgebiet.

Berlin, 17. Aug. (Wolff.) Tie Bot- scha-fterkonferenz übersandte am Sonntag abend dem Präsidenten der Frieoensbelegation die Entscheidung über das ost preußische Ab­stimmungsgebiet. Tarin werden die Orte Loben stein, Klein - M oppern und G r o s ck k e n von Deutschland ab getrennt und! Polen zugeschlagen. Anscheinend handelt I es sich.jedoch um eine bereits überholte Ent-i s ch e i d n n g des Obersten Rates, denn die istter- alliierte Kommission in Allenstein erwähnte bei ihrem Abgang diese Entscheidung mft keinem Wort und übergab bas ostpreußische Abstimmungsgebiet einschließlich dieser drei Ortschaften dem benftchen Reichs- tmb Staatskommissar.

Eine polnische Hetze gegen Deutschland.

V e r l i n, 17. Aug. (Wvlsf.) Itt eiiieml Aufruf des polnischen Verteidigungsrates: An bte Völker der Welt," Funkip^uch aus War- stkiau vom 10. August, verdächligt die polnische Regierung Terttschümd des Bruches der Neu­tralität. In lern Aufruf heißt es:Kann das Gewissen ber Welt a-ngesichäs des Verbrechens schlweigen, das an ben Weichtelusern bte ehemaligen Generale Riärlaus' II. unter Leitung ber Generale Wilhelms II. vorbereiten?"

Td wird vvn zus'ändiger Stelle erklärt: Es ist unwahr, daß deutsche höhere Offiziere in ber russischen Armee bienen oder baß deutiche Generäle an der Leitung der ruHifdxn Operationen Gegen Bolen irfienbnxe beieifist sind Auch die russische Regierung erklärte in einem Fnnkspruch ttmn 13 Juli:In allen unseren Armeen gibt es nicht einen einzigen deutschen Offizier!" Ter polnischen Regierung ist dies zweifellos be­kannt. Es ist klar, k- sie mit bsnußl unwahrer Behauptung nur gegen Teutschiand und die Deut­schen hetzen will.

Paris, 17. Aug. (WTB? Im Anschlnft an Ne Mitteilung über die Unterredung zutschen: Paleologne und Lord Derby schreibt St. <> 11 c c imJournal": Man habe gestern ror- mittag befamitgegvben. Pal' ologne ha le dein eng­lischen Botschaiter einen Besnm abqe:lattet, und zwar so zeittg, daß letzterer noch Llovd George vor Beainn d.'r Sitzung des Un'erdauseZ von ber Unterrebung in Kenntnis setzen konnte Al^eids habe Lorb Terby am Quai b Orsay varg sp neben. Tie 91 ng-J egen beit bleibe also in Schvcve. Man bürte sich über die Langsamkeit nicht nninbem, denn es sei keine Kleinigkeit, eine g e' m einsame Aktionsbasis z n sinben, wenn bie Gesicht punkte so weit von einander ent­fernt seien, wie sich das in Lr»»do:i und Paris ge­zeigt habe. Tie Engländer hätten nicht daraus Verzichter, ) t d) mit d e n Soro* jets zu verständigen. Sie blieben dabei, bah sie das Recht gehabt hätten, Polen anzuraten, die Bedingungen Kamenews anzunehmen. Sie wollten von Wrangel nichts wissen, solange die Möglichkeit einer Lösung des russisch- polnischrn Kvnstikt s bestehe. To; Hca btr einzigen Schlüsse, man aus den Erklärungen Bonav Laws und Lloyb Georges ziehen könne. Tret Lösungsmöglichkeiten gebe es: einen biplomattschen Frieden, einen russischen Sieg oder einen polnischen Sieg. Jede erüssne verschiedeng Perspektiven für die Polftik der Alliierten im Osten.

Eine Einigung Englands und Frankreich»?

London. 17. Aug. (WTB.) DerEve- ni ng S ta n dar t" ersähn von zustäl i:er Seie: Tie diplomatisch; Lage zwischen England und Frankreich ist heut- günstiger. Man hält den be- bcutenben Fortschritt zu einem vokien Einverneh­men über alle strittigen Punkte als unmittelbar bevorstehend.

Die Einmischung Amerikas.

London, 17. Aug. (WB.)Daily Expreß" erfährt, baß in L o n b o n wichtige, nicht of­fizielle Besprechungen zwischen b o ck - gestellren englischen unb amerikani­schen Amtspersonen über verschiedene schwebende Fragen stattgesunden haben. Tie Ame»- rtfaner haben versichert, daß Amerika nicht bei­seite zu stehen wmrsch-c, und die Erwartung aus­gesprochen, baß bie Alliierten die Vorbehalte des Senats bezüglich des Versailler Vertrages an­nehmen würden.

Haag, 17. Aug. (WB.) Nach einer Meldung ans Chicago hat die American Federation of Labour eine Resolution zugunsten des General­streiks angenommen, der proklamiert iverden soll, salls die Vereinigten Staaten den Polen müi- tarische Hilfe leisten sollten

Die .Kämpfe auf der Krim.

Konstantinopel, 17. Aua. (WolffO Reu­ter: Auf dem Krim nehmen die schweren Kämpfa ihren Fortgang. Tie Bolschewisten erhalten Ver­stärkungen von der polnischen Front und greifen energisch an, wobei sie massenhaft von eingesetzleni Bomvenflugzengen unterstützt werben Ge­neral W r a n g e l s Streitkräfte, bie ebenfalls Ver­stärkungen erhalten, haben den Tim überschritten, Konstanttwlvskaja besetzt unb bie' Eisenbahnlmi« ZiarizynJekarerinobar überschritten. Die Ton- ko s a k e n sind infolgedessen in Gefahr, abge- schnftten zu werden.

Ern Kampf in Pcrfien.

London, 17. Aug. ^Wolff.) Aus Tehe­ran wird von zuständiger Stelle gemeldet, daß die englischen Truppen zwischen Mendjil und llaswin mit den Roten Truppen Fühlung bekommen haben. Bei Esinillabad, wo ffen bie ^ivten Truppen ht einer Höbe von 1900 Meter über dem Meer sehr stark verschanzt hatten, mürben fi in einem sechsstündigen Kampfe gesch'aaen und mußten die Stellung räumen. Der Kampf dauert noch an.

Rentralität Nngarnv.

Budapest, 17. August. (WTB.) Das Korr.-Bur. meldet: Die ungarische Re­gierung erklärte am 17. Juli, nd) jeder militärischen oder diplomatischen Aktion ent­halten zu wollen, die nicht unmittelbar die ungarischen Interessen berühre. Trotzdem ver­breiten gewisse ausländische Blätter ein Gv- rückt, daß die ungarische Regierung eine militärische Intervention gegen Sowjet- Rußland beabsichtige. Diesen Ausstreuun­gen gegenüber wird amtlich festgestellt, daß die ungarische Regierung ihren Standpunkt in der angeführten Erklärung vom 17. Juli deutlich präzisiert 'hat. Jedes Gerücht über eine geplante militärische Aktion ist daher eine eigenmächtige Ersindung und entbehrt jeder Grundlage.

Tie Politik Frankreichs

Paris, 17. Aug (Wolfs.) Havos Tie Som» -mm i b*r Generalräte wurde gestern er­

öffnet. Tie Haltung Millerands in der pol- msch-russischen An»legenhrft wurde in der Aus- HNxtcbe gebilligt. Poincarö forderte die voll­ständige Ausführung des Vertrages von Ver­sailles und betonte, daß ben bemnä chsttgen internationalen Zzisam men fünften bic SQertrrtnt Frankreichs nicht» m- hr von den Rechten Fvank- reichs Nachlassen köantcu, ohoe das Vertrauen des. Lvllcs zu tedieoea

Die englischen Arbeiterführer ans Paris ansgewiesen.

Paris, 17. 9ütg. (WTB.) Ter Präsident ber parlamentarische» Sektion der englischen Arbeiterpartei, Adamson und der Präsu- dem des Transportarbeitertxrbanoes, Goßling, sind heute in Paris ein getroffen und haben sich mft der C. G. T. (Allgemeiner Acbefterverband) in Verbindung gesetzt und sich mit Jvuhauz; be­sprochen. Sie wnden heute abend mit ber io*ia- listischen Partei Fühlung nehmen.

Paris, 17. Aug. (WTB.) TreTelegier- ten ber englischen Labour Party wur­den bei ihrer Ankunft ersucht, das französische Territorium zu verlassen. Sollten sie bicser Audosrvcruna nichr nachSommen, fu würde ein Ausweisungsbefehl erlassen

Paris, 17. Aug. (WTB.) Tie Delegierten der englischen Arbeiterpartei, die von der fron- zösifchenRegicrungausgewiesen wur­den, haben Paris heute abend verlas'en.

Ein Antrag anf Einberufung der frauzöfischen Kammer.

Paris, 17. Aug. (WTB.) Tie parlanvm- torische Grupp! der Sozialisten hat beschlafen, an den Kammerpräsidenten das G^uch um fo- fertige Einberufung ber Kammer $u richten, angesichts ber Schwere bet gegen­wärtigen Ereignisse.