Einzelbild herunterladen

Bauern-mS.

Don batil d^notcomrler C

Die Wahlbewegung.

Deutschrmtionale Bolkspartei und hessifcher

wird uns

Kreis Friedberg.

Eine Fcnnilientragödie.

ba. M ü n z e n b e r g, 18. Mai. Am Donners­tag erschoß der 'hiesige Kolonialwaren'händter Bretsch seine bm jüngsten Kinder int Alter von 714 Jahren und dann sich selbst. Zwei Kinder waren sofort tot, das eine Mädchen fam tobens* gesälwlich verletzt ins Johanniterkranlenhaus nach Niederweisel. Bretsch 1>at die Tat sicher in tri­ftiger Umnachtung begangen. Sein Gemütszustand hat durch den früheren Ausenthalt in Südwestasrika gelitten. Die Frau ist ihm bereits vor mehreren Jahren gestorben. Drei erwachsene Stoiber, teils auswärts wohnhaft, leben noch.

Mrücktrvten sollte, leiteten bte Daftschkurttonole Volksparteft bei ihrer Bereitwilligkeit, zu Gunsten des vor geschlagenen Zusammengehens sÄbst partei­politisch Opfer zu bringen. Wenn das Ziel trotzdem nicht erreicht wurde, so muß der erweiterte Vorstand der Deutschnationalen Bolkspartei werrigstens Wert darauf legen, seine Absichten und Beweggründe vor der Oeffentlichleft klar zu stellen.

Dem Wunsch, eine gegenseitige Bekämpfung -zwischen beiden Parteien zu vermeiden, schließen wir uns an und erwarten Vorschläge, die Ihnen zur Wahrung dieser Absicht nützlich erscheinen.

Hochachtungsvoll

Ter erweiterte Vorstand der Deutschnationalen (Hessischen) Bvttspartei. I. A.: Tr. Karl Klingspor.

Erzberger und die Zenlrmnspolitik.

Berlin, 18. April. In einer Wählevver- fammlung in Biberach erklärte Erzberger, das Zentrum müsse eine möglichst nach links gerichtete Politik treiben, sonst verliere es Millionen von Arbeiterstimmen. Lieber solle es einige hundert Stimmen von rechtsgerichteten Be­sitzenden verlieren als diese.

Der Reichskanzler gegen die deutsche Volks- Partei.

Berlin, 17. Mai (Wolff.) Wie die Morgew- bfötter noch melden, sagte der Reichskanzler in einer Webe in Nürnberg, die Sozraldem^fratre werde unter Seinen UmstänLen jemals mit der Deutschen Bolkspartei eine Klvalitftms- regienmg bilden.

Faktor in der Straftechtscntwickluna geworden. Sie stand auch bei internationalen Tagungen stets vornean. Ihre Grundgedanken, beute noch vielfach lumstritlen, haben sich im Strafrecht und teilweise auch 'im Strafverfahren schon durchgesetzt und wer­den wohl auch bei der Gesetzgebung der nächsten Zeit stark hervortreten.

* Silberne Hochzeit feiern heute Wil­helm S o l b a ch, Schreiner in der Landes-Hril- und Pflegeanstalt, und feine Ehefrau Katharine geb. Scheld.

**WasmachtebieKrieasgefangen- schaft so schwer erträglich? lieber dieses Thema sprach gestern abend int Gasthof Hindenburg auf Einladung des Deutschen Offizier- Bundes Professor Dr. Göring. In der ersten Zeit nach der Gefangennahme seien es zunächst die Selbstvorwürfe, ob es nicht möglich gewesen wäre, der Gefangenschaft zu entgehen, die vor allem dem gefangenen Offizier keine Ruhe gelassen hätten. Hierzu habe sich das bittere Gefühl gesellt, daß es nun nicht möglich sei, eine Auszeichnung zu er­ringen, und der Glaube, für seinen Beruf späterhin untauglich zu sein, da man in der modernen Krieg­führung keine Erfahrungen sammeln könne. Hinzu sei noch das Nachdenken über etwa mögliche Flucht­versuche gekommen. Weiter sei es vor allem die tütende Langeweile gewesen, die das Sehen des Ge­fangenen zur Qual gemacht habe. Die Mannschaf- ten hätten es insofern etwas besser gehabt, als sie

Aus Stadt und Land.

Gietzen, den 18. Mai 1920.

Lebensmittel.

** Bei der städtischen Ob ft-und Ge- hn ü s e st e l le, Marktlauben, treffen täglich frische Spargel ein. Verkaufszeit von 8 bis 12 und von 2 bis 5 Uhr; ebenfalls der Verkauf von Erbsen und Bohnen.

** F r e i b a n f. Mittwoch den 19. Mai werden von 13 Uhr die Nrn. 29513000 beliefert.

Die Schonzeit für Rehböcke.

** Aus dem Hinterland. Der Bezirks­ausschuß zu Wiesbaden hat beschlossen, daß die Schonzeit für Nehböcke in dem nicht be­setzten Teil des Regierungsbezirks erst mit dem 28. Mai ihr Ende erreicht. Grund hierfür ist die Rücksicht auf die Aufbesserung der stark reduzierten Wildbcstände. Jin den Gemeindejagden Nodheim an der Bieber, Fellingshausen, Fvankenboch, Erda, Crumbach usw. ist somit die Jagd bis zum 28. d. Mts. noch geschlossen. Im Regierungsbezirk Kassel beginnt die Jagd auf die Rehböcke am 19. Mai.

Veranstaltungen.

Dienstag, 18. Mai: Stadtthsater, 6 Uhr, Tie Walküre, Gastspiel des Hessischen Landes- theaters. Hotel Gvoßl?erzog, 8/2 Uhr, Vor­tragsabend der Deutschen Bolkspartei und Jugend­gruppe. Markussaal, Kirchstraße, 8 Uhr, Bolts- kirchliche Arbeitsgemeinschaft, Bericht über die Tagung des Londeskirchentages. Gewerkschafts- Haus, 7V2 Uhr, Mitgliederversammlung der Jnter-

geschrieben:

Nachdem der Landesausschuß der Deutschen Bollspartei Hessens es abgelehnt hat, mit der Deutschnationalen Volkspartei zusammen eine ge­meinsame Liste aufzustellen, und dadurch eine Ein­heitsfront aller Rechtsstehenden gegen die bis­herigen Regierungsparteien unmöglich gemacht foorben ist, haben sich die Deutschnationale (Hes­sische Bollspartei und der Hessische Bauernbund entschlossen, zusammenzugehen und eine gemeinsame Liste aufzustellen, die in den nächsten Tagen ver­öffentlicht wird. Der Deutschen Bolkspartei in Darmstadt ist auf ihr ablehnendes Schreiben fol­gende Antwort zugesandt worden:

....... 10. Mai 1920.

An den Geschäfts führenden Ausschuß der Deütschen Volkspartei zu Händen des Vorsitzenden Herrn Rechtsanwalt Dingeldey, Mitglied des hessischen Landtages, Darmstadt.

Der erweiterte Vorstand der Deutschnationalen (Hessischen) Vvllspartec TJat in seiner 'heutigen Sitzung gern davon Kenntnis genommen, daß die Deutsche Bolkspartei gleich uns bei den kommenden Wahlen die Kampffront gegen links richtet. Er be­dauert aber aus vaterländischen Gesichtspunkten die Ablehnung seines bereits am 28. Januar d. I. gemachten Vorschlages, bei den Reichstagswahlen Igemeinsam vorzugehen, da er nach wie vor über­zeugt ist, daß ein einheitliches Vorgehen 'ber natio­nalen Parteien bei den Wahlen außerordentliche Kräfte und Mittel freigemacht hätte zum Kampf Igegen eine Regierung und Parteien, über deren verhängnisvolles Wirken beiderseits eine Meinung besteht, und daß damit eine Kräftzersplitterung vermieden worden wäre," die größere Erfolge ver­bürgt hätte, als der Kampf herber Parteien neben­einander.

Diese Gesichtspunkte sowie der Gedanke, daß in einer Zeit vaterländischer Rot der Partei vorteil hinter den gemeinsamen vaterländischen Aufgaben

** Die Deutsche demokratische Par­tei ersucht uns um Ausn-ahnve folgender Zu­schrift:Im Berichte über die Korell-Vcpamm- lung steht zu le'cn, daß Herr Prof. Roloff sich taogat das Bemühen Kvrells gewandt habe, die Studentenschaft in zwei Teile zu spalten. Damit nicht Legenden entstehen, bitten wir Sie, feftzu- stellen, daß sich Pfarrer Morell «auch auf die in Ihrem Blatte erschienene Anz.ige der deutschen BolVpartei bezogen fyit, die nationalen (in der Anzeige gesperrt gÄnmckt) Studenten sollten sich um die Wählerliste kümmern und sich der Partei zur Wahlarbeit zur Verfügung stellen. Wer also teilt die Studenten in nationale und andere etn? Doch nicht dec Referent, sondern die Partei des Herrn Prof. Roloff."

Die Kandidaten der hessischen Un­abhängigen. Auf einer Konferenz der Kreis­leiter der U. S. P. Hessens und von Hessen-Nassau wurde für die Reichstagswahl folgende Kandidaten­liste ausgestellt: 1. Georg Beckmann, Kranken- kasfenangestellter, Gießen. 2. Carl Fischer, Stadt- vevordneter, Offenbach a. M. 3. Heinrich Schaub, Schreiner, Büdesheim (Oherhessen). 4. Heinrich Schaab, Lehrer, Michelstadt i. Odenwald. 5. Frau Sonic Eifinger, Mainz. 6. Keller, Schmied,Worms a. Rhein. 7. Zwilling, Metallarbeiter, Mörfelden (Kr. Gr.-Gerau). 8. Hermann Sumps, Mainz- Bretzenheim. 9. Dr. Greiner, Jugenheim an der Bergstraße. Auf der Liste für Hessen-Nassau stehen an erster Stelle: Dißmann, Toni Sender und Hüttmann.

mc. Frankfurt a. M., 14. Mai. Auf der Kandidatenliste der Zentrumspartei für den Bezirk Hessen-Nassau stehen an erster Stelle u. a. Jean Albert Schwarz, Mitglied der National­versammlung, Frankfurt a. M., Landwirt Herbert, Zirkenbach (Kreis Fulda), ArbeilersekretärMatthias Hönec. Altenkirchen (Westerwald), Kaufmann Jung­blut, Fabrikdirektor in Bad .Homburg, Redakteur Ritter (Westdeutsche Arbeiterzeitung), München- Gladbach, LandZerichäsrat W. Schmitz, Wiesbaden, Winzer Anton Schreiber, Kiedrich a. Rhein.

arbeiten mußten, wenn auch sehr schwer. Sie hatten auch mehr Bewegungsfteihett gehabt, während der Offizier kaum aus seinem ttstacheldrahte ynm ober ummauerten Hof herausgekommen sei. Unterbringung und Ernährung seien außer­ordentlich schlecht gewesen, woran aber weniger die französische Regierung als die Korruption der Lagerbehörden, vom Kommandanten abwärts, schuld gewesen sei. Autzeno-rdentlich hart seien die Besttafungen gewesen, zumal es in Frankreich üblich jei, daß ein und dasselbe Vergehen meist von mehreren Instanzen bestraft werde. Haar­sträubend sei die Behandlung der Gefangenen in Zentral- und Mittelaftika gewesen, mit Daumeu- fchrauben, Ochsenziemer und wochenlangen Silo­strafen an der Tagesordnung. Von 1917 ab wurden die Mannschaften zu Arbeiten in der Feuerlinie und "bie Offiziere als Geiseln auf den alliierten Schiffen verwendet. Bis zum Waffenstillstand habe aber immerhin noch die MöglicÄeit bestanden, daß die deutsche Regierung Repressalien ergriff, die denn auck immer, wenn auch langsam, Erfolg gehabt hätten. Die schlimmste Zeit für die Ge­fangenen habe aber erst nach dem Waffenstillstand begonnen. Zerlumpt, bei miserabler Ernährung, in zerschossenen Unterständen hauscnd, mußten die Ge­fangenen in den zerstörten Gebieten harte Arbeit leisten. Professor Göring schloß seine sachlich und maßvoll vorgetragenen Ausführungen, die mit vie­len Einzelbeispielen belegt waren, mit dem Aus­druck des Bedauerns, daß die deutsche Regierung, trotz ihres reichen Materials die Kr i e g s v er ­brech erli st e der Entente noch immer nicht mit einer Gegenliste beantwortet habe.

** Tie Deutsche Bolkspartei ver­anstaltet am Donnerstag den 20. Mai, 81/» Uhr abends, im HotelEinhorn" eine öffentliche Ver­sammlung. Es sprechen Pfarrer V e r ck - Mainz- Mo mbach und Abgeordneter Oberbürgermeister Köhler- Worms überEinigkeit unb Recht und Freiheft", ferner überTie polittsche Lage in Reich und £anb".

** Der Schachkluh veranstaltet am Mitt­woch abend 7Vz Uhc im Hotel Schütz ein Simul­tanspiel des Herrn Frhr. v. Holzhausen gegen etwa 20 Spieler.

** Im Li cht spiel haus, Bahnhofstraße, läuft ab zweften Feiertag der erste Teil des großen Filmzyklus,Zudex^, ein Abenteurer-Roman in sechs Teilen. Judex, der Richter, ist ein geheim­nisvoller Unbekannter, der im ersten Teil einen internationalen .Verbrecher und Hochstapler zur Sühne zwingt. Der Film ist außerordentlich span­nend und wird dem größten Interesse begegnen.

Landkreis GLetzen.

x Wieseck, 17. Mai. Der wegen einer Wählerversammlung nochmals verlegte Volks - bochschulabend überPolitik und Moral" soll am Mittwoch, 19. Mar, 9 Uhr, im kleine» Saal von Braun stattfinden. An den Vortrag schließt sich eine freie Aussprache an.

Kreis Büdingen.

D Ortenberg, 17. Mai. Die in letzter Zeit hier und in der Umgebung in größerer Anzahl begangenen Einbrüche 1 deinen ivenigstens teil­weise ihrer Aufklärung entgegenzugehen. Nachdem erst in letzter Woche in einer hiesigen Gastwirtschaft zum zweitenmal eingebvochen war, und zwar auf ganz raffinierte Weise, gelang cd in einem von hier stammenden, z. Z. in Frankfurt wohnenden Ar- beftslosen den mutmaßlichen Täter festzunehmen Er hatte das Diebesgut in einem Schubkarren nach Bleichenbach gefahren und den Sc^ibkarren nach Mitnahme der Sachen am Bahnhof stehen lassen.

I« vem Ernst her Srttrotton entsprechend zu y-rnNern versteht, und wie sie auch während ber ganzen Dauer der Besetzung die Würde des deutschen Volkes zu wahren herftanb, so dürfen wir sicher erwarten, daß sie aud) beim Abzug der Besatzung im klaren Bewußtsein des notnxnbigen und unerschütterlichen Selbstvertrauens alles vermeidet, was zu Miß- beutungen und Aufregungen Anlaß geben könnte. Ende gut, alles gut!

Konferenz der hessischen Bergwerks- betriebslciler.

dz. D a r m st a d t, 18. Mai.

Unter zahlreicher Beteiligung fand am letzten Freitag die 53. Konferenz der Betriebsleiter der hessischen Bergwerke statt. Sie begann mit einer Besichtigung der Aufbereftungsanstalt der Ber­einigung hessischer Bauxitgruben bei MünfteranderBahnLich Grün berg. Die Teilnehmer hatten hier Gelegenheit, sich tem & erfreulichen Aufschwung, den die hessische itininift.de während des Krieges genommen und seitdem fortgesetzt hat, zu überzeugen. Schon früher hatte Hessen eine kleine Produktion an Bauxit, die in der chemischen Industrie zur Her- fteUung von essigsaurer Tonerde, künstlichem Schmirgel und feuerfestem Ofenfutter mühsam Ab- satz suchen mußte. Die Absperrung Deutschlands während des Krieges und der hohe Alummium- bedarf brachten den Bauxit des Vogels­berg es, das einzige deutsche Vorkommen dieses Minerals, zur Geltung. Die steigende Produktion gestattete die Aufwendung größerer Mittel zur Errichtung geeigneter Anlagen, die ber Reinigung und Auslese des Rohmatedals dienen. Durch Zu­sammenschluß der Produzenten wurde das Unter­nehmen wirtschaftlich auf breitere Grundlage ge­stellt, die gemeinschaftliche Aufbereitung in Münster und der einheitliche Absatz des Fertigproduktes ermöglicht. Von der Münsterer An­lage führte ein Sonderzug der Butz­bachLicher Bahn die Teilnehmer nach Lich und am Mittag nach Arnsbu rg, wo die eigentliche Konferenz stattsand. Bergamtmann Mundt bedchtete an Hand der Jalwesbedchte der hessischen Bergbehörden über die Elftwicklung des Bergbaues seit 1914. Direktor Schiffmann- .Hungen erörterte die neuesten Vorschriften aus dem Gebiet ber Arbeiteiversicherung. Die an­schließende Diskussion brachte eine Anzahl von Fällen aus der Praxis zur Kenntnis und erwies die Rotwendigkeit näherer Vereinbarungen, die noch getroffen werden müssen. Bergrat K ö b r i ch- Llarmstadt erläuterte hierauf die von ihm vorgc- legtcn ProbeblLtter der neuen Mutungsüber­sichtskarte und Lager stütten karte von Oberhessen. Ter lebhafte Meinungs­austausch, der sich davon schloß, bewies, wie drin­gend das Bedürfnis der Praxis road) solchen Karten ist. Im Zusaurmenhang mit diesem Kartenwerk stecht auch die sodann behandelte Markscheiderfrage. Auch hierüber wurde eingebender verhandelt. Nach kürzeren Referaten über die Gesetze betreffend die Beschäftigung Schwerbeschädigter und betreffend Beschränkung der Verfügung über Bergwerkeigen­tum und gewerkschaftliche Anteile schloß die Ver­sammlung.

bz. Bad-Nauheim, 18. Mai. Wegen Ge- 'Haltserhöhungen der Badebediensteten sah sich die Bade- und Kurverwaltung gezwungen, die Preise für die Bäder vom 16. Mai ab um 10 ,bis 20 Prozent zu erhöhen.

ba. Butzbach, 18. Mai. Butz ba eher Familien in Amerika sandten in den letzten Tagen 2100 Mark zur Unterstützung der hiesigen bedürftigen Kdegerwitwen, Kriegsbeschädigten usm. Die Verteilung geschieht durch den Alice-Frauen­verein.

ra. Friedberg, 18. .Mai. Infolge Aus­sehens der Mehlanlieferung farm zur Zett in Fried­berg die volle Brotration nicht ausgegeben werden. Die wöchentliche Brot menge wird vor­läufig auf 1500 Gramm herabgesetzt.

Kreis Wetzlar.

X Wetzlar, 17. Mai. Am Freitag sprüht hier im Schützengarten Tr. Helfserich iu öffentlicher Versammlung der Teutschnationalen Volkspartei. Hrifferich sprach in verschiedene« großen Städten mit Riesenerfolg.

effengemevrkcvaft der ZtvSangestellten bei mtlte tärischen unb ehemaligen militärischen Dienststellen. Lichtspielhaus,Ter Teufel" undDas Racht- telegramm". Lichtspiele, Seltersweg,Tropen- slstut". Mittwoch, 19. Mai: Reue Aula, Ai/s Uhr, Versammlung des Akademiker Bundes

L.U. Bvn der Landesuniversität. Professor Dr. van der Meer von ber Uni- versität Frankfurt wird auch in diesem Semester über niederländische Sprache und Literatur lesen und praktische niederländische Hebungen abhalten. Tie Vorlesungen beginnen Mittwoch, 19. Mai, 4 Uhr. Genaue Auskunft gibt die Ankündigung am schwarzen Brett im Vor les ungsgebäude.

** Aus dem Militärwochenhlatt. Stellenbese tzuug im Rumpfheer. Ber­lin, den 30. Mai 1920. Leiter von Abw.-Stellen: Im Bereich des früheren 18. Armeekorps: Jnf - Regt. 88: Oberstleutnant Weyergang, Jnf.- gtegt. 168; Jnf.-Reyt. 116: Oberstleutnant Ma c Lean, Ins.-Regt. 117.

** Ertappte Diebe. Der vor einiger Zett gemeldete Einhcuchsdiebstahl in einer Garten- Hütte hat seine Aufklärung gefunden. Als Täter wurde eine erst einige Tage zuvor aus dem hie­sigen Gefängnis entlassene Person fest genom­men, und zwar in vem Augenblick, als sie im Begdff war, mit den gestohlenen Sachen das Haus zu verlassen, um sie zu veräußern. Heute vor­mittag konnten mit Hilfe eines hiesigen Fahrrad­händlers zwei Fahrraddiebe feftgeiwmmen und den Eigentümern die gestohlenen Räder wieder zurückgegeben werden. Einer hatte das Rad in der Hammstraße über Nacht entwendet, der andere ein Rad in Wetzlar gestohlen. Sie boten die Räder kurz bintettomkr dem Fahrradhändler zum Kaufe an, der aber Verdacht schöpfte und bie Kri­minalpolizei verständigte. Ferner wurde nod) eine Person festgenommen, die, ohne Kriegsgefangener gewesen zu fein, versucht hat, sich bei dein hiesigen Durchgangslager in den Genuß der Enttassungs- gebühr zu setzen.

** Gestohlen wurde int der Zeit von Sams­tag zum Sonntag aus dem Lazarett in der Her- [berge zur Heimat ein schwarzes Opernglas, tun Werte von 600 Mk., mit der FirmaI. Ja- quart, ©eban". Bor Ankauf wirt» gewarnt.

** Von ber Hessischen Sicherheits­polizei. Die Tatsache der Besetzung des Main- gaues durch die Franzosen hat die Werbung für bie Hessische Sicherheitspolizei leider erl)ehlich ge­stört. In der Bevölkerung hat sich das völlig un­berechtigte Gerückst verbreitet, als ob die Formie­rung dadurch grundsätzlich Aufschub erleide. Die Bewerbungen sind infolgedessen sehr spärlich ge­worden. Im Interesse der Sache ist es aber drin­gend 'erforderlich, daß diesen falschen Gerüchten entgegengetreten wftd. Das Ministerium des Innern '(Organisationsstelle der, Hesiischen Sicher­heitspolizei) .hat einen Aufruf für Meldung zum Eintritt in die Hessische Sicherheitspolizei erlassen, weld^r in diesen Tagen an den Bürgermeistereien zum Aushang kommen wird. Zahlreich Meldungen zum Eintritt sind dringend erwünscht.

** Die Deutsche Landes gruppe der Internationalen Kriminalistischen Vereinigung wird am 27. uni» 28. Mai in Gießen tagen; nach achtjähriger Unterbrechung die »erste Tagung. Es soll über die neuen Entwürfe zum Gerichtsverfassungsgesetz, zur Strafprozeß- orbnung und zu einem Jugendgerichtsgesetz ge­sprochen werden. Trotz der Reiseschwiertgteiten wird '.vohl iHancher deutscher Kriminalist in die fried­liche Lahnstadt kommen. Denn das Bedürfnis, sich über die Entwicklung unserer Rechtseinrtchtungen tzu besprechen, ist nicht gering. Hoffentlich finden aud) möglichst viele Juristen Hessens und der Nack- barschast dctzl Weg nach Gießen. Die Deutsche! (Landesgruppe mar unter der Führung des Ber­liner Kriminalisten v. Liszt zu einem bedeutenden

Die Gräfin.

Roman von G.. W. Appleton.

^Nachdruck verboten.) Fortsetzung 40

Freilich gewiß, auf jeden Fall, es |ei denn, du wollest einen Stellvertreter schicken. Ich mürbe mir nichts daraus machen, das Geschäft für dich zu besorgen.

Das glaub ich gern, verehrter Herr Moly­neux, selbst auf die Gefahr häuslicher Verwickelun­gen hin. Nein, mein Lieber, ich bin wirklich all genug

Unb groß genug! fiel Dick ein.

Jawohl, auch groß genug, um das Ruder selbst führen zu können.

Ter Besuch ist voll romanttscher Ntöglichteften, sagte Dick.

Um so besser, erwiderte ich, derselbe Gedanke ich mir auch schon gekommen Meine Gedrnkm an die Frau bringe ich ferne fünf Minuten lang pus dem Kopfe.

Tas nullst du auch gar nicht, oder?

Nein. Es ist schon eine verdammt nett Be­schäftigung. Eine solche Gestalt wie dieses Wcch habe ich nie

Hohohoho! lachte Dick.

Na ja, natürlich, fuhr ich fort und mußte «ruck lachen. Aber um auf ein anderes Thema zu fern men

Für einen Augenblick oder zwei ?

O, mehr als das. Ich habe einen Plan. Ich muß die alte Gräfin aufspüren.

Die vom Ponttfex Sguare?

Gewiß,, und ich glaube, du;mteft mir dabei behilflich sein.

Recht gerne. Aber wie?

Nun, 'heute mittag, als ich ein Rezept aus- schrieb, ist mir ein Gcdanfe geOommm. Willst du morgen mit mir nach Balham kommen?

Gerne. Leg' nur los mit deinem Schlachten­plan!

Dort wohnt ncunlich eine junge Frau, die den Aufenthaltsort der alten Dame kennt zehn gegen eins zu wetten, unb ich glaube, wir könn­ten sie ohne große Mühe soweit einschüchtern, daß sie das 0>ehrimnis verrät.

Gut. Unb wer soll sie einschüchtern?

Tu natürlich. Ohne dich allzusehr anzustren- gen, könntest du so ziemlich jedermann einschüch- tem.

Danke, werter Medikus, aber in welcher Eigen­schaft im vorliegenden Falle?

Als Tetektt'v natürlich. Ich bin der Kläger. Bei mir ist cingebrochen worden. Ich habe ge­wiße .Gründe für die Annahme, daß sie Helfers- Ibenenn hi dem Diebstahl war Eiirc alle Dame im q ? einem gewissen Haus am Ponttsex Sguare entfuhrt iiiutben mit Anwendung von Gewalt. I "a^em Falle habe ich sehr gewlchttge Gründe, | p^eses |dbe lange Weib mit besagter Entführung I in Vcrlnudimg zu bringen, foaxe daß fee mit Hilfe

eines gefälschten Briefes versucht hat, gewisse Wert­sachen, die vorgenannter alter Dame gehören, an sich zu bringen. Ich, Kläger, habe mich der Dienste des gewandtesten Tetekttvs in ganz London, das bist du, mein Junge, bedanke dich für die ehren­volle Rolle! versichert, und dieser beabsichttgt nun, ber Sache auf den Grund zu gehen. Tie Folgen sind unabsehbar, aber unvermeidlich. Ich indes bin von Natur aus cm gutmütiger Mensch und will die Sache nicht bis zum Aeußersten kom­men lassen, falls sie unter Zusicherung der Geheimhaltung den Aufenthaltsort der alten Gräfin zu Derraten gewillt ist. Tas die Grund­züge auf Einzelheiten brauche ich wohl nicht einzugehen. Wie gefällt dir dieser Gedanke?

Famos? Ich bin dabei. Morgen also, aber um wieviel Uhr?

$omm um ein Uhr auf mein Sprechzimmer! Tann fahren wir in einer Drosch fe nach Balham.

Auf diese Weife schlossen wir unfern Pakt, drückten uns die Hand und verabschiedeten uns voneinander.

Achtzehntes Kapitel.

Punkt fünf Uhr traf ich in Formosa Bäan- swns 1 ein und wurde fefart zur Gräfin geführt.

Ich will mich nicht mit einer Beschreibung ihrer Vorzüge aufbalten. Als sie sich erhob und auf mich zukam, um mir die Hand M reichen, war ich Überzeugt davon, daß sie das lieblichste Geschöpf out Erden feL

Sie bewillkommnete mich auf die liebens« würdige, unlionventionelle Art der feineren Ameri­kanerinnen, die tzen Gast schon im ersten Augen­blick sich zu Hause fühlen läßt. Sie ließ mrch einen Lehnstuhl ans Kaminfeuer rollen und setzte sich dann an meine Seite. Ich hatte zwar theo­retische Vorfennttrisfe von den Gefahren ber kör­perlichen Nähe, lernte aber öfee verführerische Macht und ihre Bedeutung jetzt erst in ihrer ganzen Größe kennen. JnsbesoNbere geschah das, als ihr kleiner Fuß ohne Erfolg einen Fußschemel her- zuziehen versuchte, der sich unter einem Tisch ver­krochen hatte, und ich auf den Stoen den wider­spenstigen Gegenstand ans seinem Zufluchtsort her- vorholte und ihr unter die Füße schob.

Sie dankte mir und sagte dann: Wie froh bin ich, Sie zu sehen! Ihr Telegramm hat mich erst mit Verwunderung erfüllt. Ich toar mit meinem Schwager im Hahmarket-T'hoater gewesen, b?n Sic übrigens nebenbei bemerkt nicht «rist itehmen dürfen. Er ist ja recht liebenswürdig, aber ganz von ber Würde feines Titels erfflto mb meine Schwester, die in ihren chelichen Bc gen das Hauptgewicht auf männliche Eigen basten legt, hat sich nach Boston m der Msicht Ikwum, sich die Sachlage noch einmal zu überlegen. Wi­sch übrigens dazu komme. Ihnen all dies zu jagen, weiß ich mir um alles in der Well stricht zu erklären.

(Fortsetzung folgt.)

S-tzle

Äst-

soll Ah Pf.. Viio^® A r$ Aoatlstunfe stel

*

itöntau fenj> 1

ter Zubereitung M 2<ls

20 Graum DA tzraM Zurtr M

- Franksu erbörtcr Einbru 5 llhr in der Wollt Kiübt. Mit Aud) u tem Hause vor, MM aus und Irfeit ron hmnm Leute aus der Nr lüden um Hille Miefen; man versu Amt meldete sck l .tonnte die Räuber hinten. Der i qenng die Zahl der üfftift

toa. herbvr Ladtterardnetmsitz bie Vergröferunq b not deö Sfrtitbaiimf Suifühnntg der rar KvstendMMag f Ital.

0 Marburc lund im Walde b

WM

I MW lür die Zeit der Durchga«!

iste

11 £' Ejtz aJuiaS' Eich

löilssivachtme W moünsch Splinter, ^Wdepsleger, Äs ägSSI

ih!

'Beamten e ZLr fcs

5 Erheiratete < fett

^ch L Aaa

..^düngen mi

Gravur JSefon w

ieK 16. N