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N. 271 Zwettes Blatt

Die neue Absatzkrisi;.

Man hatte allenthalben in Geschäftskret i gehofft, dqü die im Frühjahr unb Som cur immer schärfer einsetzenoe Absatzkrise mit cginn Des Herbstes allmählich abflaueu - ßroe, und gute Kenner der Verhältnisse hal- r bis spätestens Oktober mit einer neuen b «lebung üer stark zurückgegangenen Geschäfte rechnet. Diese Erwartungen haben sich aber , chl bloß nicht erfüllt, sonoern es ist gerade h oen letzten Wochen neuerdings wieder eine heblichc Stockung im Warenhanoel einge- eten, Oie den meisten Geschäften völlig über- /chenv gekommen ist. Der Grund dafür liegt hebt (n einem neuen Käuferstreik, wie er im Bommer dieses Jahres nicht bloß in Deutsch- iiD, sondern auch in der ganzen übrigen kdt, vor allem in Amerika, ourchgeführt Ipiiroe, vielmehr ist die Ursache für diese ernste ici'cheinung einzig und allein darin zu suchen, i. tz sich die Kaufkraft der breitesten Schichten ,ti Bevölkerung allmählich vollkommen er- rl öpst hat, und daß deshalb die erzwungene -Äürfnislosigkeit des Publikums soweit vor cM)ritten ist, daß es kaum mehr die notwen- lijjten Anschaffungen zu machen gewillt ist.

Die Lage würde nicht so stark verschärft in, wenn die unentbehrlichste Ware, das sind Lebensmittel, auch nur den leisesten Ansatz 21 einem Fallen zeigen würden. Aber die Hoffnungen, die nach dieser Richtung hin von -nUlicher und nichtamtlicher Stelle genährt botben sind, haben bis jetzt keine Erfüllung ffiuirden, und es wäre mehr als optimistisch, renn man behaupten wollte, daß in den kom­menden Wintermonaten, deren Schwierigkei- |il ja immer groß gewesen sind, eine Ent- kannung eintreten könnte. So sieht sich das ifuMifum gezwungen, den größten Teil seines kcrdienstes in Lebensmitteln umzusetzen, wo- m die seit der Aufhebung der Zwangswirb- idiaft vollgepfropften Fleischerläden einen er­höhten Anreiz bieten. Denn schließlich darf ran doch nicht vergessen, daß es nicht etwa ließ die Sucht nach besserem Leben ist, wenn Inte die teuren Lebensmittel über die Ver- stltnisse hinaus auch von den minderbemit- ftlten Bevölkerungsklasseu gekauft werden, Hubern das ganz natürliche Ergebnis einer kierjährigen Aushungerung und Entbehrung Seines Nahrungsmittels, das in Deutschland int stärksten in der ganzen Welt konsumiert Tiiiöe. Was an Lebensmitteln heute ausgcge . k wird, das muß aber natürlich von der Bevölkerung,an Kleidung gespart werden. Kein Lunder, daß deshalb die Absatzkrise in den -toten Wochen wieder, besonders stark in der Ucrtilindustrie, hervorgetreten ist. Allmäb- fcb findet man sich in den Kreisen des Textil- »ndels auch schon damit ab, daß man mit tien Preisen trotz der teuren Rohstoffe wird «runtergchen müssen, und daß erhebliche Ver- «ste dabei nicht zu vermeiden sind. Es kommt en wieder die Zeit, wo der deutsche Kaust- *<ann wohl oder übel gezwungen fein wird, rden geringeren Verdiensten, wie sie vordem Wege üblich waren, zurückzukehren.

Es ist nicht ausgeschlossen, daß die neue Absatzkrise schließlich zu einer weiteren Preis- itikung auf allen Märkten führt. Aus Ame- nfa kommen ja bereits täglich eine Reihe von Nachrichten, die von einem rapiden Fallen der heife zu erzählen wissen. So ist Baumwolle ,'ti Neuyork um etwa 50 Prozent gefallen, und rich sonst sind erhebliche Preisermäßigungen ^getreten. Für das Ausland, vor allem für »cutschland, sind sie allerdings vorläufig ka'ch die äußerst ungünstigen Valutaverhält- r.ife illusorisch gemacht. Auf die Dauer wird irn auch Amerika in seinen Vorräten, die sich kajeimlich anhäufen, nicht ersticken können, MO es wird ein Ventil geöffnet werden müs- fn, um Luft zu schaffen. Eine hohe Valuta fco.g uns verarmten Deutschen heute als ein Mio.rders erstrebenswertes Ziel erscheinen. Wer die amerikanischen Wirtschaftskreise wis- |j|r zur Genüge aus den Erfahrungen der Mten Jahre und Monate, daß eine z u h o h e duta und das ist die amerikanische Mießlich den ganzen Export eines Landes Minlegen kann. Das gibt uns die Hoffnung, 13 .über kurz ober lang Neuyork sich veraw- MN sehen wird, die Valuta seiner Schuldner-

Gietzener Anzeiger (General-Anzeiger für. Gberheffen)

staaten nicht weiter sinken zu lassen. So könnte wohl auch mit einer Besserung des Standes unserer Mark gerechnet werden, der nach all­gemeiner Ansicht die unterste Kurve jetzt so ziemlich erreicht haben dürfte.

vermischte».

* Mannheim, 15 Nov. «Wolff.) In der vergangenen Nacht um 1 Uhr brach, wie das Mannheimer VolksblaU" metzet, in der Kirche oes Klosters Waghhusel bei Mannheim Fe u e r ans. Xie Klosterkirche nnir.c durch das Feuer vollständig elngeälchert. Der Brand griff auch auf das angebaute Klastergebäude über und ver­nichtete fiter die wertvolle Bibliothek. Die Wohn­häuser sind von dem Brandt verichont geblieben. Als Ur ackre des Feuers vermutet man Kurzschluß. Im Innern der Mirdjc wurden säm sich- Altäre vernichtet. Auch der Kelch m t dem Al e hnligÜen i)t dem Feuer zum Opfer gefallen. Es stehen nur iwchdie Umfassungsmauern. Bon der Bibliothek ist der größte Teil vernichtet Nur die Klosterzellen und die Sakriltei sind erhallen geblieben.

Al lenstein, 16. Nov. (Wolff) Wie die Allenfterner Zeimng authentisch erfährt, wurden in der Nacht auf den 14. November der deutsche Besitzer Friedel und seine Frau in Mier- lawken bei Soldau das Opfer eines räuberischen Ueberfalles polnischer regulärer Soldaten. Friedel wurde erschossen, seine Frau erstochen und die Wohnung ausgerembt. Die pol­nischen Behörden taten bisher keinen Schritt zur Ermittelung und Bestrastmg der Tater.

Oandel.

Frankfurter L^crauktion.

ft). Frankfurt a. M., 16. Nov. Die Verkaufsvereinigungen Darmstadt, Frank­furt, Hanau, Höchst, Mainz, Offenbach, Wies­baden brachten auf der heute stattgesundenen Häute- und Felle-Verfteigerung 5557 Stück Großvichhäute, 1792 Kalbfelle und 2579 Ham­melfälle zur Versteigerung. Gegen die letzte Versteigerung ist ein oft wesentliches Sinken der Preise zu verzeichnen. Gestiegen sind teil­weise nur Kalbfelle ohne Kopf von 2324 aus 23.1525.35 Mk. Kalbselle mit Kopf sanken von 21 auf 20.10 Mk., Schaffelle mit Kopf von 9.1010.50 Mk. auf 7.158.20 Mk. Schaffelle, vollwertig Schuß, gingen mit fünf Mark ab. Roßhäute über 219 Zentimeter fie­len von 463 auf 411418 Mk. Kür Grotz- viehhäute wurden 12.50 bis 17.40 Mk. gegen­über Höchstpreisen bis 19.20 Mk. bei der letz­ten Versteigerung bezahlt. Großviehhäute mit Kopf sanken von 13.0516.40 auf 1015.60 Mark.

w

Berlin, 16. Vto0. Börsenstimmungs­bild. Tie gestern in Neuyork eingrtr tene Bes­serung des Dtarkkurses bat hier zu kräftigen Kurs­rückgänge in ausländischen Tevisen und Härten ge­führt. Die Wirkung hiervon war auch in der Kurs­gestaltung an der Börse spürbar und die Speku­lation vereinzelt auch das Privatpubliknm zu grö­ßeren Verkäufen und Abgaben in te:i bisher ein­seitig unter Hinweis auf die Markentwertung gc- fteigerten Industrie- und Valutapapiervr schritt. Es ergaben sich daher emp'indliche. sich zemlick gleichmäßig aus albe Märkte erstreckende Kürs- rüefgänge. Im Durchschnitt betrugen diee 10 bis 20 Proz. und erreichten bei Buderus, Rhemisckx Braunkohlen, Rlernffck^e Stah werle u b Te tsck- Ueberfce bis 45 Proz., bei Hösch. Thale, Arurlo Guano, Ovenstein u. Koppel, We^e ejeln, Balti­more, (Sanaba und Mexikanern bis 89 und bet schweren Kolon ia prpie e 1 !eil weist mchrere hun­dert Prozent. Widers« dssähig'eit le'unlet- aber der Banbenmarkt. Auch Jnlandsrenten re.änte - ten, wie bisher, ihren Kursstand nur wenig. Tas Geschäft ist bedeutend ruhiger ge.vvrdm. Auf dem teilnxnfe so betracht ich ermäßigte 1 Kursstaaid b - funbete dann die Börse efne zw-mlich gute Wider­standskraft und es Rim neuerlich am Montan­markte zu Kurserhöhungen, doch blieb die Stim­mung ziemlich nervös und unft-fier. In den zu Einchditslurfen gehandelten Industrien)'rten lagen aber noch ziemlich viel .Kaufaufträge des Publi­kums vor.

Frankfurt a. M., 16. Nov. Börsen- stimmungsbild. Dollarnoten erfuhren an der Abendbörse eine Befestigung (77%), auch der Devisenmarkt zeigte bei ruhigem Geschäft wieder bessere Preise, so daß die stärker gedrückten mexi­kanischen Anleihen sich erholen koimten. 5 Proz. Goldmexikancr notierten 795., 5 Proz. Silber- mexikancr 580, 3 Proz. Mex. Anleihe 375., 5 Proz. Tehuantepec 485.. Nordd. Lloyd ab» geschwächt (190), auch Hapag (199) büßten im Kurse ein. Montanpapiere konnten sich vorwiegend gut

behaupten. Im Angebot lagen nur Rheinstafil, welche mit 496. 29 Proz. verloren. Kali Wester

c.jcln sind 15 Proz. gebessert (925 . Im freien Verkehr nnnben Benzaklien 277. gehandelt, £cd>- nvtF? 2051 j. El em. Scheideanstalt 905, 900. Für Scheide anstatt stimulierten Gerüchte einer Neu emission bis 910 genannt, lebhaft gefragt auf dar bestimmtere Auftreten von der Freigabe der am- rikanischen Unternehmen. Ein amtlicher Kurs kam nicht zu Stande. Schieußner Frankftirt auf Rück kaufe 259 plus 9 Prvz. Es stellten sich ferner höher Gummiw. Peter 395, Chem. Th. Goldschmidt 470 plus 8, Holzverkohlung 525., Hirsch Kupfer 425 verloren 10, Spiegel u. Spiegelglas 650 verloren 15 Proz. Fränkische Schuhs. 288.. Im Verlaust nnirbc die Tendenz wieder unregelmäßig. Buderus 630 gewannen 25, Harpener 540. gaben 10 Pro» zent nach. Baltimore 580 zogen 15 Proz. an Elektro Reiniger Gebbert mit 385 plus 30 Proz. rationiert. 5 Proz. Reichsanleihe 77 ya.

Frankfurt a. M., 17. Nov.

Deoisenmarkt.

Datum

Amsterdam- Roller Brüssel-Antwerpen Christiania Kopenhagen .... Stockholm

Helsrngsors. » . . .

Otälien.......

London

New »Park

Daris

Schweiz

Spanien

Wien (altes)....

Deutfch-Oesterr. . .

Prag

Budapest Bulgarien Konstantinopel. . .

Geld Brief Geld Brief

15. Nov. 16. Nov.

2496,- 2500,- 2315,15 2319,85 515,95 517,05 469,50 470,50 1093,90 1096,10 1009,- 1011, 1098,90 1101,10 1009, 1011,- 1573,40 15'6,60 1413,55 1446,45 179,30 17fi,70 169,80 170,20 28^,70 2WO,30 257,20 267,80 293,45 284,05 257,20 297,80 83,91 84,09 70,17 76,33 48V>0 486,50 417,05 447,95

1273,15 1276,30 1)73,80 117H,25 959, 961,- 956,50 958,50

23*34 23'40 22'97 23,03 87,65 87,85 65,90 86,10 13,98 14,02 13,73 13,77

Börsenkurse.

Frankfurt Berlin

Abend- Abend- Schluß- Schluß- ShirS §urS Kurs Kurs

Datum: 5e/, Deut. Kriegsanl 4% Deut. Neichsanl. 3% Deut. Neichsanl. 4°0 Preuß Konsuls Darmstädter Bank . Deutsche Bank . . . Disconto Gesellschaft Dresdener Bank . . Notionalbank f. D. . Mitleid. Creditbank. H.-Amerik. Pakets. . Norddeutscher Loyd . Loch Gußstahlwerk . D.» Luxemd. Dergw. Belsenkirch. Bergw. . Harpener Bergbau . Oberschl. Eisend.» B. . Oderschles.Eisenind. . Phönix-Bergb.Akt. . Bad. Anilin- u. Soda Höchster Farbwerke. Elektr. A. L. G. . . . Schuckert- Werke . . Fellen- Guilleaume . Daimler Bud.» Eisenw.- Akt. . Adlerwerke 4°/«Hest Staatranl. . Electron Griesheim .

15.11.

77,50

232'-

203* 198,- 425'- 435, 565,50 343,- 623'-

S36'-

300',-

343^

16.1L

77,50

330'-

235* 206,50 182,- 199,- 190,-

422,- 540,- 333,-

284.50 630,- 335,-

15.11. 16.11.

77,50 77,50 66,10 66,25

66,10

62,25 62,50 181,87 182, 339,50 329,- 260,- 254, - 234,50 233, - 203,- 201,50 181,- 182,- 201,- 399, 193,87 192,75 550,- 540,- 425,- 405,- 442,- 422,- 570,-

343, - 326,- 332,50 320,- 625,- 595, - 569,75 565,- 460,- 450,- 335,- 322,- 295,- 283,-

465,- 299,- 280,50 642,- 598,- 347,- 33*,-

66,60 64 75 422,- 418,75

Mattnotterungen.

Datum:

Zürich

Amsterdam

^Kopenhagen ...........

Prag..................

Stockholm .

Wien..................

London 'Patts.................

New-Pork

15.11. 16.11.

7,60 8,25

4,05 4,36

9,25 10,15

6,10 6*85

-,- 700,-

2,81

20,75 22,25

1,22 -,-

(In einem Teil der Auflage wiederholt.) Eine ReichSkän;lrrrcde.

Köln, 16. Nov. (WTB.) Reichskanzler Feh­rend ach und der Minister des Aeußern, Dr. Simons, sprackien im großen Saale des Gür­zenich vor etwa 1500 Vertretern aller Volkskreist. Reichskanzler Fehrenbach überbrachte zunächst Grüße des FiÄburger Münsters an den Kölner Dom und fuhr dann fort: Sie dürfen überzeugt fein, daß wir gerne zu Ihnen kommen. Wir wissen welch.' Sorge Sie drückt. Wir wissen, daß der Berg von Sorgen, der über dem ganzen deutschen Vat:r- lande lastet, mit doppelter bis hundertfacher Wucht auf Ihren Gauen, auf den besetzten Geburten lastet.

öie§alkner aufLmöenhöhe

Roman von Reinhold Ortmann.

Ncahdruck verboten.) Fortsetzung 36.

ffiun und gingen Sie denn auf feinen nicht Hinern

Nein. Tie Loche Tarn mtr p sonLerdar vor, ich es voc-og, ihn zu beobachte,). Ich konnte I ton draußen bequem durch das Fenster jpäl/cn, nfcocnb er mich ivegen der inzwisckien herem^- ja*f>enen vollstcm.'igw Dunkelheit na.ürlid) nicht U Er hatte es sichtlich lefir eüig und hantierte ilit großer Hast. Durch die Haichrerckmngen, die t nir früher leistete, weiß er ja in der Ülpotheke ^fogut Besäßeid wie ich lind es ist ferne Art, dieser KVwntnis sehr unbefangen zu bebtenen, ? iaß ich schon wiederholt nahe ixiran nxir, es dn zu untersagen. Erst .rahm er ein Gefäk vom l.gal herab welches es war, komcke ich leider »itzt sehmi und füllte daraus eines, oon den £ijxm Fläschchen, die nach der Vonchrrst für in; ywcentei und die nur äußerlich ?'a gebrauchenden Iteifamente cerirev.bet iveibm 'üben, xann M z er an den Gistsckxrank." <_,

An den Giftschvank sagen Sie?

«»Ja

Besaß er denn einen Sckslüssel dazu ?

.Ten'hatte er nicht nötig; beim ec steckte int -Hoß. Weshalb sollte ich mir die Muhe machen, abzuziehen. Ivenn ich mich nicht weiter eut- a-' als bis in den Vorgarten, von wo ich doch ,'C5 verfolgen strwn, was in der Apvthe.e gt» -Lh'.

Es ist immerhin gegen die Vorschrift, lieber fctnbt!"

Ter Apotheker machte eine wcgwerseirde Be­wegung.

Ah wenn mau alle Vorschri'ten buchstäb­lich befolgen seilte! Hier in Tie'enbrumi kommt nicht so beicht einer aus "den Ge.anfeu, sich in die Apotheke crnzuschleick-en, um sich vier andere zu vergiften."

Wohl kaum. Aber erzählen Sie weiter.

Es ist nicht mehr vvel zu sagen. Germering öffnete die Tür und machw fich eine kleine Weile vor dem SdTranfe zu schassen. Welches te: Fächer er auizvg, und was er daraus entnahm, kann ich nicht sagen, weil mir durch die offenste'ende Schranktür der Ausblick versperrt war. Und da es sich bw dem Diebstahl i'e'eeufalls um eine sehr ge­ringfügige Menge d-andelie, tonnte ich es selbst- verstmchlick auch nicht nackchräg ich 'enst-llen."

Sie nennen es einen Tr b'.ahl?

Wie soll ich es anders bezeichnen, wenn je» mand ohne vorher ein geholte Erlaubnis über meine Vorräte geht und nach seinem Ge allen davon ent­nimmt? .

Allerdings ja. ir-enn man es 10 amient. Aber daß es die Absickst des Kollegen gioeien wäre, sich zu bereichern, werden <sic selbst trickst g auben."

Welche ^lbsich en er ver o'gt fiat, kann ich nickst wissen. Es mag immerhin sein, dag es ihm um weniger harmlose Zwecke zu tun war als um eine Bereick^rw'.g.

Hat er Jht'eir denn nicht t.eiue getagt, ban er etnKtd aus der i'lpothete enmafim, unb sich deshalb bet Ihnen entschuldigt?"

Mit fernem Wort.

' So sollten Sie ifim wenigstens jagen, l«B <:te ihn beobachtet l)aben, schon um allen Mrgdeutun- gen vorzulLuge-r.

Nein, Herr Sanitälsrat, das inerte ich nicht tun. Unb auch Ihnen habe ich's nur im Ver­trauen erzählt. Ich muß mir für ge.visse Möglick>- feiten eine Verteidigungswaffe sichern.

Erne Waffe? Gegen Tottor Germerrrg?"

Ja. Er drohte mir mit einer Bestchveete; er behauptet, ich sei Morphinist. Ta möchte ich beim doch nidtit ganz w hrlos fern."

To.tot Laren:hin räuspert? sich.

In aller Freundschaft, lieber Brandt sollte er mit feiner Vermutung wirklich so ganz unveckst haben?"

Er müsste erst in meiner Haut stecken, um sich darüber aushalten zu^dürsen. Ich bin fein glücb- lidrr Mensck, Herr Sauitätsrat."

Es ist nicht gut möglich. Sie dafür $u halten. Eben deshalb habe ich Ihnen seit dem Beginn un­serer Bekanntschaft geraten, sich zu verheiraten. In Ihrer gewollten Vereinsamung müssen Sie ja notwendig ganz zugrunde gehen.

Ja, ich gehe zugrunde. Ich bin einer v^n deren, di? dazu bestimmt sind, und ich lehne mich nickt uichr dagegen auf. Es ist ja doch ein aus­sichtsloser Kamps.

Ein Mann in Ihrem Alter darf nicht so jinzdjen. Tas sind Stimmungen, ine vorüber gehen, aenn man sich ihnen nickt ergibt. Daß Morpl.rum allerdings nicht das geetgitie Kampfmittel ist, braudv ich JhrLn, als einem Mediziner, nicht zu sagen.

Es gibt wirksamere, das weiß ich wohl. Aber man schiebt ihre Anwendung gerne so lange als möglich hinaus."

Was heißt das mm nrieber? Ich will mchr hoffen, datz Sie--"

Sprechen wir darüber nicht weiter, Herr

Mittwoch, U. November 1920

Vaterländische Treue und Helle rheinisch' Begeiste­rung für alles Gute und echt Deutsche wird auch in diesen schurren Tagen die besetzten Okbtete beseelen Man hört in Berlin ab unb »u die Mei^ innig, als sei bi? Sage in den besetzten Gckielen ba uns drüben nicht g.nügend bekannt. Das ist nicht richtig. Die Zivangslage, in der sich aber daS Reich befindet, macht es ihm außerordentlich sckvver. Ihnen nnrksame Hilfe von jen eils des RheinS an* aedeiljen zu lassen Bei den Interpolationen über die b ieyken Gelnete im Reichstag wurde von den verschiedenen Parteien und aus den tvridnebenen Parreilag''m die Lage am Rhein geschildert, unb die Srfnib'rungen fanden im ganzen Reichstag das Ivärmstc Ecko. Ein unendlich fdwverer Druck lastet ja infolge des Friedensverträges aus 1 ns allen, unb menn in Belgien unb Frankreich vielfach biliaiUrtet wird, weil es uns gelungen ist, das stofilmabtom« men von Spaa zu erftlllen, das ganze fei eine Leich­tigkeit für.ims gewesen, so trifft das nicht ut Wenn mir den Franzosen unb Pe giern gegenüber drffeS Kohlenabkommen erfüllen, so leidet darunter untere ganze heimische Industrie, nn'er Berk hrsw'scn unb imfere Bevölkerung in gcival.ig.m Maß?. Wir tetzcn alle Kstaft daran, die PertragsbedinMngen zu er­füllen. Wir taten es bisher mit der Belastung un­serer heimisckjen Bevölkerung bis zu cintm Maße, das fast an das Unerträglich? grenzt. . . .

Llugust dieses Iah.-es Heferlcii wir grg'nüber dem Vormonat Juli, wo nx>d) keine Kofilenliefe- runaen an die Entente erfolgten, jolgenbe Mengen Steinfiohleu toenuxr für Deuksckzlanb: 312 000 Tonnen für die Industrie, 41 000 Tonnen für die Elektrizitätswerk?, 107 000 Tonnen für die Gas­anstalten, 320 000 Tonnen für die Ei'enbahnea und 100 000 Tonnen für die Haushaltungen Diese festslehcnden Ziffern reden eine b-rulidie Sprache. Wenn man dann hort und sieht, daß der sranzö- siscke Handelsminister zugibt, daß man inFrank- rcich reicklick) mit Kohlen versehen ist und wenn man sogar die Meinung äußern hört, es sei möglich, daß die Kohlen von Frankreich aus weiterbefördert worden, vielleicku sogar na/h Deutschland zurückgeschafft würden, kann man erst die Opfer verstehen, die wir bringen. Der Reick^-- fan frier kam dann auf bw Wohnungsnot unb die allgemeine Teuerung fru ftnxxficn. Man habe vielfach die Ursachen dieser Teuerung der Tat­sache zugeschjoben, daß die Zwangswirffchoft auf einer Anzahl von Gebieten abg<dxrft und da'ür der freie Handel eingesetzt wurde. Was sich vorher als überlebt und als unmöglich erwies, und was mit allen gesetzlichen Mi.kln nicht mehr durd>- führbar war, kann man in einem geordnete» Staatswesen nicht mehr länger oufrcdjt erhalten Jede Uebergan^s^eit ist sckjwer. Wir hoffen aber, daß wir auch 111 dieser Beziehung m absehbarer Zeit Besserungen erleben. Die Reicksregierung ist nicht untätig. Es tmirben umfa sende Maßnah­men ..etvofsen gegen die Arbei slvligkeit, die Fi- nanznot unb gegen die Ucbewrgani.a ion und das Turdjeinttuberarbcitai versdstedener Aemter unb Amtöstellen. Die'er Tage wird ein ver schärf- t e s Wuchergesctz den Reickjs'ag beschäftigen. Infolge der VorsckZristen, die uns unsere ehemalige» Feinde machten, sind uwere Mittel nicht schon betört, daß wir auf allen Gebieten, in allen Teilen des Reiches eine wirksame Exekutive entfalten föw- neu. Wir sind gehemmt an allen Ecken und Enden. Wenn ich von einer Gegend des Reiches die Hvff- iiimg habe, daß sie die schweren Zeiten mutig übetbauern. roetbe, so ist dies die rheinisd-e Gegend.

Die Militärdienstzeit in Frankreich.

Paris, 16. Nov. (WTB.) Nach demPetit Parisien wird heute ter Möffsierrat zusammen­treten, um die eubgiltige Fassung des Gesetzent­wurfes über die Reduzierung der Militär- dienstzeit auf zw.t Jahre bzw. 18 Mmrnte» festzusetzen. Angesichts der Wickstigfeit der Sitzung werden ihr alle Unterstaatssek.etäre beiwohnen. Es ist sehr wahrscheinlich, daßher Vorschlag des Kriegsminisüers, der übrigens die Zustimmung aller anderen Minister findet, angenommen wird.

Der Vertrag von Nopaslo.

Rom, 16. Nov. (WTB.) Ter Ministerrot hat den Vertrag von R a p v l l 0 genehmigt unb dem Entwurf seine Zustimmung e.teilt, ber die Angliederung ber aus Gr.md d cses Vertrages zu Italien kommenden Gebiee Vorsicht Ter Enb- nmrf wird h ute der Kammer oorge'egt werden. Ter Ministerrat wird dem König vo.sd^agen, für die neuen Gebiete neue Senatoren ju ernennen.

Tie Wahlen in Griechenland.

Athen, 16. Nov. (WTB.) Tic bereits be­kannten Ergebnisse der Wahlen 6tiä igen, daß die Opposition große Erfolge errunren hat. Die Wa h l Ve n i s el 0 s ist z veiellast. Mehrere Minister sind ('urd^'a^eit. Tie Oprv'ition be­hauptet, 250 Sitze zu ermatten, während die Re­gierungszeitungen versidjern, datz bte alte R gierung noch eine schwache Mehrheit in der neuen Kammer haben wird.

Lanitätsrat! Vielleicht erzähle ich Ihnen bei'Ge­legenheit meine Lebrnsgeschichte: da.rn werden Sie mich besser verstehen. Jetzt bin ich Jlmen noch das End« meines gestrigen Erlebnisses schuldig. Obwohl es eigentlich schon zu Ende war mit dem, was Sie bis fetzt gehört hoben. Als Gernre.mg den Schrank wieder gesdstoslen fiatte, drohte er das Licht aus und ging in seine Wohnung. Eine Vrerttb- stunde späüer verlietz Frau Falkner das Haus.

Sie vermuten, Herr BrMidt, datz die von dem Kollegen fier geile. Ite Ai^nei für sie bestimmt ge­wesen ist?"

Tas ist sehr wahrscheinlich: mit voller Be­stimmtheit kann ich es iratürlich nicht sageii."

,^Läßt nicht gerate der Vor'all mit dem Me­dikament auch eine urffchildite Deutung ihres Be­suches zu? Sie wollte es vielleidjt für den tränten Schwiegeroatec holen; mög.td^.-nxi;c boauchte ft£ es für sich selbst."

Tarmi köm«u Sie unmöglich im Ernst glau­ben! Im Folknerschen Land Hause gibt es, wie ich weiß, überslüssig Dt.üe D:'ensrbotie.i, bic man jeher- seit schicken kann. Und iDem die junge Frau für sich selbst ärfrtüdje Hilfe benötigt, lügt es jeden­falls näher, datz sie den Hausarzt durch den Ferw- spvecher beruft. Das alles sind fen:c Erklärungen für einen nneierfio! en üuribe.Langen Abenbbesuch bei einem Junggesellen."

Ja. ja. Sie haben schon recht, lieber Brandt! Tie Geschichte sieht rept übel aus: aber zuletzt ist es wohl doch eine Privatenge'egt.rheit des Dok­tor Germering. Und man darr nicht daran rühren."

Ob ich nicht daran rüjren irvrde, Weitz ich heute noch nicht. Tas hängt von Umständen ab, öte sich nicht voraus,eben lassen.

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