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Kreis Büdingen.

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der ein aus dem besetzten Gebiet vertriebener «unter eine Wohnung finden soll, der Betrag etwa 11 000 Mk. bewilligt.

ErLlich wird der Ankauf eines am Tiergarten in Berlin gelegenen Hauses, in dem die hessische Gesandt­schaft Unterkunst finden soll, und das in An­betracht der heutigen Verhältnisse, ins besondere der hohen Mietpreise preiswürdig zu erwerben ist, für den Betrag von 875 000 Mk. gutgeheißen.

0,45 Mk.

Starkenburg und Nheinhessen.

aw. Darmstadt, 15. Ian Der Ober» bürgermeister hat auf Grund der Verordnung zum Schutze der Mieter vom Juni 1919 mit Zustim­mung des Reichsarbeitsministers und mit der Er­mächtigung des NL Landes-Arbeits- und Wirt­schaftsamtes an geordnet, daß in der Zell ms zum 1.' April 1920 die zwangsweise Räu­mung einer Wohnung nicht erfolgen darf, wenn die Gemeindebehörde beschönigt, daß der Inhaber der Wohnung bei Durchführung der Räu­mung wohnungslos werden »vürde.

rm Roßdorf, 16. Jan. Zur Zeit finde« in der Nähe des Bessunger For,thanses Probe» schürfungen nach Braunkohle statt, da man vermutet, daß in der Nähe der Grube Pnnz v. Hessen ebenfalls gute Aussicht vorhanden ist, ergiebige Braunkohlenlager zu finden, wie bie Spuren ergeben. Ebenso werden dfo in der Um­gebung von Gundernhausen befindlichen früheren Tor Nager jetzt neu untersucht, da man dort ebenfalls gute brennbare Torfspurm gefunden hat.

das formale Prinzip, der JmpvZsionismus wurde wrmlos, ohne gleich^ei.ig einen Inhalt zu finden, der mehr bedeutete als Naturtreue. Ter Expressionismus vergcwal igt die Form zur Unterstreichung des Jnhal.es. Expres rvnisnrus ist weder eine Entartung der Kunst, noch ein höchster Entwicklungsgipfel, er ist lediglich eine Kurve in der Qteiam '.entroidhmg der Kunst gleichberechtigt den vorhergehenden Stufen und schon erahnen wir nach ibm einen neuen Gipfel, die Synthese oon Inhalt und Form. Als Expres'i-onisten in diesem ©nute seien angeführt: KotoschLr, Meidner und Jäckel.

Die Künstler desSturm" schlagen einen Seitenweg ein, der höchstens zu einem formalen Expressionismus führt, b. h. einer Kunst, in der die Form (Farbform) Aussage, Inhalt sein s-oll. Sie begründen das mit dem unbestrittenen Satze: Malerei ist tie Kunst der Fläche" und der sehr bestreitbaren Folgerung, daß Körperliches sich mit der Fläche nicht vereinbaren läßt. So gelangen sie dazu, ein Mittel die künstlerischen Be­ziehungen von Flächenbegrenzung zur Fläche selbst zum Eigenzweck zu erheben (wie Johannes Mol zahn und Georg Muche) und cnben bei angewandter Mathematik. Es kommen äußerst komplizierte Farbformsormeln zustande (denn die Farben orbitcn sich den gleichen Gesetzen unter, beziehen sogar den Rahmen ein) und diese Farb- formsormeln sind ästhetisch wohl zu genießen,

Mitglieder der HarüxllsKammer zu tooptteren. W-gen Aufstellung von Grundsätzen und Richt­linien über die öffentliche Anstellung und Be­eidigung von Buchsachverständigen ttrlt sich die Handelsllammer mit den übrigen hesrischen Han­delskammern ins Benehmen setzen. Tie Errich­tung einer Steuerberatungsstelle durch die Gesamtheit der hessische Hand Iskammern soll bei dem Vorort der hessischen HandelsLrmmern! in Anregung gebracht werden.

** Aus dem Stadttheaterbureau. Wegen des frühen Anfangs der Nachmittagsvorstel­lungen kann die Kasse an Sonntagen nur noch von 11 bis 12Vr Uhr vormittags offen ge­halten werden.

** Oberhessischer Kun stverern. Tte Sturm-Ausstellung, welche bis zum 1. Fe­bruar dauern sollte, wird walTrick-rinlich um einige Tage eher geschlossen. Auch blribt die Ausstellung morgen Sonntag nur von 111 Uhr geöffnet. Im übrigen verweisen wir auf die Besprechung in diesem Blatte.

** Die Anlagemusik der Regiments­kapelle des Rrichswehr-Jnfanterie-Regiments Nr. 36 (Obermusikmeister Löber) fällt morgen aus.

Wohltätigkeitskonzert. Wie bereits mitgeteilt, findet Som Sag nachmittiag in der Neuen Aula ein Konzert zum Besten des Kinder­garten-Vereins stillt. Die Schule für höheres Klavierspiel von Fräulein Minna Kör­ner hat sich unter Mitwirkung der Kvnzertsänge- rin und Gesanglehrerin Frau Müller-Ban­gert und des Lehrers für höheres Violinspiel Herrn Schüttler in den Dienst einer guten Sackte gestellt, für welche in unserer Stadt es vielen Kreisen leider noch an Interesse und Ver­ständnis fehlt. Der 1913 gegründete Verein be­zweckt auf Fröbelscher Grundlage bie Erziehung und Beaufsichtigung noch nicht schulpflichtiger Kin­der a l l e r Stände und die Heranbildung der dazu erforderlichen Lehrkräfte. Er sucht auch eine Ein­wirkung auf die Erziehung der Kinder in der Fa­milie durch Mütter-Abende, belelirende Vorträge usw. zu tgewinnen. Sofort nach seiner Gründung richtete der Verein den Bürger finbergarten ein, der zurzeit von 72 Kindern besucht wird. iJm Jahre 1918 folgte die Gründung des sog. Heim garlens.

Gbrrhesfijcher ttunstoerein.

Der Sturm.

Gießen, 16. Jan. 1920

Wenn Man die Ablehnung der Werke von Ewald und anderen Expressionisten im Oberh. Kunsb- verein erlebt hat, so wundert man sich erst, daß die gegenstandslosen Gemälde des Sturm von einer unverhältnismäßig Svoßen Anzahl von Besuchern goutiert «oder wenigstens zu garnieren versucht wer- oen. Man freut such, wenn man in den scheinbar wirren Formen doch noch einen Anhalt an Reales herausfindet oder bemüht sich, die farbigen Har­monien auf sich rinwirten zu lassen. Man versucht dem Ervressiionismus einmal gerecht zu werden.

Und dennoch, toÜejiberd s in. der Vorbesprechung angedeutet, ist der reine Begriff Erpreü i mismus auf die Bilder des Sturm nur ganz bedingt anwendbar.

Expressionismus bedeutet nichts anderes, als das Herausstellen des Inhaltes, eine Aus­sage, unter der die gewohnte Form zerbreckien Muß, wenn sie zu spröde ist. Ter Künstler wird von Inhalten bedrängt, die er mi teilen will, eruptiv schl udert er sie von sich. Expressionismus ist subjektive Kunst.

Ter Klassizismus war durch akademische Vor­urteile gehemmt, cer Jmprej.v.nismus durch skla­vische Treue an die optische Erscheinung des realen Meltbiloes gefesselt. Ter Klassizismus übertrieb

entwendet. ,

** Fuhrwerks-Diebstahl. Gestern vormittag gegen 12 Uhr wurde ein auf dem Ludwigsplatz stehendes Fuhrwerk ent­wendet. Das Pferd ist ein hellbrauner, Schweif, sehr starker Behaarung unb langen Schweis, sehr starker Behaarung und langer Fesseln. Der Wagen ist ein dunkelblau ge­strichenes Break, dessen Räder mit einem kaum sichtbaren helleren Streifen versehen sind. Als Täter kommt eine mit feldgrauer Uniform bekleidete Person in Frage, die näher nicht beschrieben werden kann und durch die Ludwigstraße davon gefahren ist. Für die Ermittelungen des Fuhrwerks ist eine gute Belohnung ausgesetzt.

* Die WochenkartoNesmarken Nr. 3153 der 53. Woche werden b.liefert bei I. Krack, Riegelpfad, Fritz Rumph Zotesgasse und Hem- rich Trechsler, Steinstraße. Die Kartoffel marken können bis einschließlich Dienstag den 20. ds. Mts. emgelöst werden.

** Die Volkskirchliche Arbeits­gemein s cha ft hielt am Donnerstag abend im oberen Saale des Schipkapaß eine gut besuchte Ver­sammlung ab, in der Prof. Weißgerber über die Kirchenverfassung sprach. Der Redner erläuterte zunächst die infolge der politischen Um­wälzung erlassenen neuen kirchengesetzlichen Be­stimmungen, behandelte bann das zur Zell be­stehende Wahlrecht, das nur bezüglich der Ge- meindeoertvetungen eine direkte Wahl oorschreibt, während alle anderen Organe unter Ausschluß her Oeffentlichkell (also indirekt) gewählt werden. Durch dieses Siebsystem seien bisher Arbeiter, Angestellte und Handwerker in der Synode usw. überhaupt nicht vertreten gewesen. Zum Schluß besprach Red­ner noch die Ursack-en des Verhaltens weiter Kreise gegenüber der Kirche und ihrer Einrichtungen. An den Vortrag schloß sich eine sehr eingehende Aus­sprache, an der sich Frau Prof. Bous'et, sowie die Herren Jteallehrer Haggenmüller, Pfarrassist. Schäfer, Buckdruckermeister Fischer und Lehrer i.P. Spitz beteiligten. Der zweite Vortragsabend finoet Freitag nächste Woche statt und zwar wird Pro. Schian über Ausbau und Aufgaben der Volkskirche sprechen.

** Vortrag. Am Dienstag abends 8 Uhr spricht im großen Saal des Hotel Einhorn eines der hervorragendsten Mitglieder der National­versammlung, der berühmte Staats- und Kirchen- rackftsle'hrer an der Berliner Universität D. Dr. Kahl, Mitglied der Deutschen Volks Partei. Der jetzt 70 Jal/re alte Gelehrte und Parlamentarier war persönlich Zeuge der Errichtung des deut­schen Kaiserreichs im Spiegelsaal zu Versailles 1871. Eine der wichtigsten Reden, die der alte Kämpe überhaupt gehalten bat, ist die vom 22. Juni 1919, in jener entschcidungsvollen Sitzung der Nationalversammlung. Geheimrat Kahl hat das Thema gewählt:Memento oiöere" (Be­kenntnis zum Sehen"), ein Thema, das insbe­sondere auch unsere Jugend interessieren muß.

** Die Besprechung des ge.lrigen Kon­zertes des Konzertvereiiis, sowie der Bericht über bie Reichsgründungsfeier der Deutschnationaleu Vollsvarlei mußten aus Platzmangel Mrückgestellt werden

gewählt.

n Friedberg, 16. Jan. Am Samsfog 'vv.i 17. Januar beginnt im ©aftfnuSZum Main­zer Rad", gegenüber dem Bahnhof, der Unterricht in der neu gegründetenFreien Baumichul- gemeinde Wettera u", nachdem eine von etwa 150 Personen besuchte Gründungsversa a m-, lung stattge'unben hatte. An der Spitze brr Schule sieht Dr. Roßberg: Zweck der Schule soll haupt­sächlich sein: Heranbildung führender Persönlichkeiten des Bauerntums aus dem Bauernstand «selbst heraus, also eine Art Reo-nerschule, wie diese ja von an­deren Parteien, besonders von der Sozrnldem»- kratie, schon lange gepflegt worden. Das Ziel soll erreicht werden durch VortragslUrse in Boltow! rt^ schall, Sozialwissensckiaft, Gesetzgebung, Verwob» tungswissenschaft, in der Kunst der freien Rebe mW Gegenrede usw. Später sollen in äh:ilicher Skiie noch weitere derartige Schulen, wie z. B. Lahntal- unb Vvgelsbergschu e. errichtet roerben. In der cc'r Stadtverordnetenversammlung wurde der Milchpreis auf 1,20 M. für oas Lit. Vollmilch erhölll, ein Antrag des Lebensmillel- ausschu1es,^iese EckyöhmM in Gestalt einer Prämie an tte Produzenten auT die Stad: fasse zu über­nehmen, wurde abgclchnt, da es nicht möglich sei, diese erhöhten Kosten auf den Etat zu übernehmen. Ebenso wurden die Preise für Wasser, Gis uiw. wiederum wesentlich ersteht» und zwar d.rWaser-, preis von 34 auj 40 Pf. pro Kubikmeter, der Gas­preis auf 75 Pf. Ter Pr.ris für Koks Tür ben Zentner von 7ch0 auf 9 Mk., das elektrische Licht für iic Kllotvattstunde 1 Mark, für Krastzweck

Wer Niederländische Wlmwalpolllll. Verband ber Bureaubeamten und Ange eilten fxi den Reichs- und Staatsbehörden in Hessen. 21/» Uhr. Hotel Kvbel. Habu et Illa, Dir. B-ellachini, 8 Uhr Hotel Ei-horn. Vorführung. Lich.- spselhaüs: Los vom Weibe. Die Dame mit den Smaragden Lickttspiele: Die Erbschaft von Newyork. Die Zwillinge des Herrn Sebastian. Sonntag. Stadttheater. 3 Uhr. Rotkäpp­chen. 7 Ul/r. Ballnacht. Bund techn. Beamten und Angestellten. 10 Uhr vormittags, Hotel Schütz, Vortrag. 2ya Uhr. Restaurant Sauer. Ge- nerawersammlung der Reist>s'oer.inigu>.g einmal. Kriegsgefangener. 3 Uhr. C-afs Leib. Reichs- bund der Kriegsbeschädiaten usw .Vortrag. 41/4 Uhr. Neue Aula. Wohltätrg-kellswn^e.t zum Besten des Kinder gartenvereins. 8 Uhr. Jv- l-minestteche Lerpzger Solo-Quartett für Krrchen- aefang. Habu et Jlta. Einlwrn. 3ya Uhr und 8 Uhr: Gala-Vorstellung. Lichtspiel- wie Samstag.

Weife eingesetzt 'hatte.

** Mitteilungen auS den Sitzun­gen der Handelskammer Gießen. In der ersten Jahoessitzung ant 9. ds. Ms. wurden die .Herren Kommerzienrat Schirmer zum Vor­sitzenden der Kammer sowie Kvmmcrzien'vat Grü­newald (Alsfeld) und Kommerzienrat Kling- spor zn fernen Stellvertretern gewählt. Zum Rechner der Kammer wurde Herr Kaufmann Earl Röhr wiedergewählt. An Stelle des üblichen Jahresberichtes sollen in zwang 0'er Reihmfolge M i t te il un gc n" der Handels.ammer heraus- g?geben werden, welche ben Zweck verfolgen, eine engere und dauernde'Lungnah ne -wi chen der bezirlseingefessenen Kaufmann'ch'.ft und ber Han­delskammer h rbeizuführen. Ten bestellten Aus- schü ftn wird das Recht zuerllannt, auch Nicht-

ba es sich um mathematisch stimmende Gleichungen handelt. .

Wir sehen also ein richtiges Prinzip, näm­lich bie Auffassung des Bildes als eines selb­ständigen innerrh.)!ymisch gegliederten Orgmnsmus einseilig übertrieben. Aus der Beziehungslostgkell des Impressionismus ist hier so absurd es llin- gen mag ein Klassizismus der Form geworden.

Auf einem ähnlichen Irrtum beruhen die Bil­der von Nell Walden und William Wauer, die statt der mathematischen Konstruktion ihre Bil­der lediglich aut dem von Kandinsky neuentdeckten Gefühlswert ber Farbe aufbauen. Unser ästhetisches Gefühl wird auch hier gereizt, ähnlich rote bei kunstgeroerblensch erdachten Vorsatzpap.eren, Tep­pichen, Tapeten, zwischen denen wir, trotz des Pro­testes der Sturmkünstler, nur den Unterschied einer verfeinerten Farbkultur finden. Es sind auch hier nichtGestaltungen geformt" sondern nurFormen gestaltet". Auch hier ist ein vernachlässigtes Prinzip einseitig beljanMt. Aber diese Einseiligkeit ist nicht zu unterschätzen im Hinblick auf eine kommende Synthese.

Eine organische Verschmelzung von Farbe und Form zur Farbform im Sinne des Sturm finden jvir nur bei Rudolf Bauer, der wohl die stärkste Persönlichkeit unter den hier vertretenen ©türm» kunstlern ist. Er verfällt ober dem dritten Fehler, daß er eine abstrakte Kunst, bie Musik, durch ab­strakte Malerei darftellen null. Man kann in sei-

Clne scharfe Verwahrung der hessischen Regierung bei der Reichsregierung.

Darmstadt, 16. Jan. (Wolff.) Gegen bie Bestellung des preußischen Oberpräsiden­ten Dr. Schwan der in Kassel zum Re- ?ierungskommissar auch für Hef­en bei dem derzeitigen Belagerungszustand, hat die hessische Regierung bet dem Reichspräsidenten und dem ReickManzler tele­graphisch schärfste Verwahrung ein- gelegt und die Ernennung eines besonderen hessischen Kommissars beantragt.

Ans Hessen.

Die Teneriingsznlage.

rm. Darmstadt, 16. Jan. Der Finanzaus­schuß ber Hessisckien Volkskammer trat beute vormittag 10 Uhr, unter dem Vorsitz des Abg. E i ß n e r t, wieder zusammen, um zunächst die Frage derTeuerungszulagenfürdieBe- amten zu besprechen. Der Finanzminister berich­tete, daß zunächst eine Teuerungszulage von 50 Prozent ber bisherigem Zulage vorgeel-en gewesen fei, während von Seiten ber Beamtenschaft unb ber Eisenbahnen eine solche von 300 Prozent für nötig erachtet roerbe. Im Reich sei nunmehr eine Zulage von 150 Prozent in Aussicht genommen und diese werde wohl in ber Nationalversammlung zur An­nahme kommen. Er schlug bann vor, daß 50 Pro­zent jetzt fdxm ausbezahlt werden, die für den Januar zu rechnen seien, ebenso 50 Prozent für den Februar. Von Kinderzulagen hat das Reich ab­gesehen, dies solle auch für Hessen gelten. Der Fi­nanzminister wird nach einigen Entgegnungoni hieraul ermächtigt, vorbehaltlich ber Genehmigung deS Plenums für die Monate Januar und Februar «ine Teuerungszulage von 150 Prozent, das sind 350 Mk. monaUich, zur Auszahlung zu bringen.

Der Finanzminister berichtet hierauf über bie Erweiterung des Elektrischen Kraftwerkes Wölfers­heim, bie absolut notroenbig sei, bamit die Provinz Oberchkssen ausreichend mit Elektrizität für Kraft intb Licht verselien werde. Es werden Ausgaben ht Höhe von etwa 67 Millionen Mark notwendig. Der Vertreter der Deutschen Volkspartei verlangt, daß tn Zukunft Vorlagen von solcher Bedeutung, zu ber auch die Teuerungszulage geMrc, der Kam­mer schriftlich zugehen sollten. Der Betrag wirb hierauf ^bewilligt, bvch soll eine Kommission bie Verhältnisse nochmals näher prüfen.

A«O Stabt unb Canfc.

Gießen, ben 17. Jan. 1920.

Drohende Stillegung

de» Gad- und Elektrizitätswerks.

Die Kohlenlage ist andauernd schlecht und Lrok Beendtgung des Eisenbahnerstreiks im , Nuhrbezirk sind bis heute K 0 h l e n für die Mdtischen Betriebswerke nicht ein ge­troffen. Es war vorgesehen, für das Gas- unb für das Elektrizitätswerk Gießen und für einige Gaswerke der Umgegend einen Kahn mit Kohlen nach Frankfurt a. M. ru leiten. Der Kahn sollte vor einigen Tagen tn Frankfurt eintrefsen; durch das erneute Hochvasser wurde leider der Plan vereitelt und es konnte bis heute nicht ausfindig ge­macht werden, wo der Kahn stecken geblieben ist. Es liegt auch die Möglichkeit vor, daß ' der Kahn tm besetzten Gebiet beschlagnahmt und entladen worden ist. Sollten bis Mon­tag vormittag neue Kohlen nicht einlaufen, dann müssen das hiesige Gaswerk so­wie Elektrizitätswerk auchdenBe- trieb ein st eilen. Me Mrgerschaft wird daher dringend ersucht, nur das notwen­dig st e Gas der Leitung zu entneh­men. Es soll versucht werden, die allernot­wendigste öffentliche Beleuchtung aufrecht zu erhalten. Sobald Kohlen in ausreichender Menge eingetroffen sind, wird die Mittags- Wgabezeit entsprechend verlängert. We­gen Gassperre kann sterilisierte Milch nicht mehr ausgegeben werden. Mischungen werden von heute abroh" in Flaschck-en gefüllt geliefert. Die gefamte Milchausgave erfolgt wochentags: vorm. 10 bis 1 Uhr, nachmittags 34 Uhr. Sonntags: nur von 10 Uhr bis mittags 2 Uhr.

Veranstaltungen.

SamStag. Stadttheater: 7 Uhr. Der blinde Skrffogier. Gießener Hoch'chulgeellsckiaft. 8'/, Uhr. Großer Hörsaal: Vortrag I. van ter Meer

eines Hortes für Schulkinder, zurzell fern an­nähernd 50 Kindern besucht, und 1919 bieiemgc des Volks kinberyartens, welcher 90 Kinder auf­genommen hat. Drose können von morgens 8_ biet abends 6 Uhr unter treuer Hut und Beschäfti­gung bleiben unb im Kindergarten verköstigt wer­ben. Daß bie gemeinnützigen Ausgaben des Vereins nicht mit seinen eigenen Mitteln, also Bei­trägen seiner Mitglieder und Schulgeld der stinber, bestritten werden können, Liegt auf ber Hand. Senkungen unb außerordentliche Zuwendungen, beten Der Verein einige dankbar schon in Empfang nehmen konnte, werden durch Mieten und Einrch- tungskosten gewöhnlich schtell verschlun^n So tritt ber Verein am Sonntag in bie brrite Oeffent- lichkell unb hofft, daß es ihm gelingt, Interesse für eine Bestrebungen unb ein möglich!! günstiges, inanzielles Ergebnis ber Veranstaltung zu finden.

** Gefaßte Diebe. Am 12. d. Mts. wurden hier zwei Pe.sonen aus Erda, die B.t- ern sind, bei La dendieb st Lh l en a b ge- a ß t in^b sestgenommen. Sie sind in etwa acht Geschäften in ber Weise ausgetreten, daß einer eine Kleinigkeit Kaufte intb ber andere die Dveli­st ähle aus.ührte. Es siele.: ihnen eine Anzahl, Hemden, Hosen u. bergt in die Hände, die ivnen ivle.er ab-ei ommen unb den Eigei tldncrn zu­rückgegeben werden tonnten. Am g'nilxn Tage wurden in biefiger Stadt 4 Pcrsonen aus Wetzlar uno Umgcgcnb mit 3/ Mänteln betrof­fen unb sestgenommen, die sie im Durchgangslager zu Wetzlar gestohlen hatten. Es stellte sich dabei heraus, daß sie dort auch noch 50 000 Zigaretten gestohlen hatten. Emir Familie in ber Hammstraße wurde vor einiger Zell eine große Anzal)l Wäschestücke aus einer verschlissenen BodnrLrm'mer entwendet. Tie ^'Krintinalp. lizei stellte fest, Laß zwei noch schul- pflichttge Jungen die Tat ausgeführt unb bie Sacken ver.lluft hatten. Eilt Dell tonnte itneier zur Stelle geschafft und dem Eigentümer zurück- gegeben werten Ter größte Teil fohlt aber noch. Tie Siebe waren burch eine Lute in ben Raum ringe sti. gen und hatten die Sachen auf btefo Werse

Dann wird für ben Umbau der land­wirtschaftlichen Versuchsstation, in ' *...... De­

von

nen musikalisch bezrichareten Mldem Haupt- unb Nebenthemen von Farben und Formen, bereu kontrapunktische Durchdringung erraten, aber ein Nacheinander in ber Zeit ist niemals einem Neben­einander im Raum gleichzusetzen

Dem formalen Expressionismus weniger ver­fallen find Jacoba van Heemskerk, ein un­zweifelhaft starkes Künstlcrtemperament, und Ar­nold Topp. 9fber ihre Abweichung von den Vor- iKrigen liegt nicht darin, baß sfo Inhalte geben, fonbem daß sie rein impressionistische Mittel nunt ausschalten. A _ , ,. .

Zum Schlüsse noch Kurt Schwitters srines Bild mit rotem Kreuz" willen, anschrinend ein« Vorstudie der von ihm neuprollamierten ,?rry tonst", die zur Bildgestaltung jedes Material als gleichwertig erachtet. Rein logisch ließe sich geg« die Spielerei, Zeitungsausschnitte usw. als Nll^ bestand keil zu verwenden, wenig einwenpen. Sro rsi aber abzulehnen, da den neuenRohstoffen" des Bildes immer die störende Erinnerung chres Ul' sprungs anhaftet.

Somit ist bie Sturmveveinigung lediglich vovi künstlerischen Standpunkte aus als einfeittg mw inl-altlos abznlehnen, mögen auch einzelne zubet* ten starke malerische Qualitäten besitzen.

Darauf einzugehen, wäre nur bei einer beson­deren Besprechung möglich, die wir uns für Den Fall, daß es ber knavpe Maum gestattet, vor* beltelten. zz-

'+ Ortenberg, 18. Jan. Am Sonn­tag dem 25. Januar, abends 8 Uhr, Deren- taltet ber zur Zeit hier wohnende Biolin- olist Wilhelm Otto aus Mainz, der schon öfters seine Kunst in ben Dienst ber WMtätig- keit gestellt hat, in Verbindung mll bekannten Orten berget Musikern ein Sonderkonzert zu­gunsten ber notleidenden Fram-n unb Kinder von Wien. Einige Familien Haden «ich zur Ausnahme von Wiener Kindern bereit erklärt.

O Schwickertshausen, 15. Jan. Durch eine Haussammlung wurde in unserem Kirch- piel, zu dem iwch die Dörfer Eckartsborn und Bobenhausen gehören, die Summe ckon 2000 M. für Errichtung einet Kriegergedenktafel aufgebracht.

KrriS Lauterbach.

z. Grebenhain, 4. Jan. Unsere Ge­meinde-Feld- und Waldsagd, welche in die,em Monat auf weitere 6 Jahve verpachtet werden sollte, ist vom hiesigen Orlsvorstand ben bisherigen Pächtern Andreas Weitzel, Poswerwatter Jost, Heiitrich Alt und Aug. Hosmairu aus freier Hand für 2500 Mk. übergeben toorben. Der frü­here Pachtpreis betrug 800 Mk. pro Jatzr.

Kreis Friedberg.

£L Bad-Nauheim, 15. Jan. In btt Hauptrersammlung ber Freiwilligen Feuerwehr teilte Dberbvanbmetfter Salz- manu mit, daß bie Wehr 117 ordentliche und 122 unterstützende Mitglieder zahle. Mute März soll das 25jährige Bestehen ber Wehr durch eine einfache Frier begangen werden, zu ber auch aus­wärtige Welwen eingeladen werden sollen. Von den im Jahre 1895 ringetretenen Mitgliedern ge­hören heute noch 24 der Wehr an. Den im Kriege gefallenen 11 Mitgliedern soll eine Elttentafol errichtet werden. Tie Zahl ber als Alarmmami- schäst geltenden Mi.glieder wurde von 20 auf 35 erhöht. Tiefe sind mit ber Feuermeldestelle durch elettrische Klingelleitung verbunden. Tas Ver­mögen der Weltt, das tm Kriege sehr zu'ammen- geschm'ol.ten war, beträgt zur Zeit 1944 Mark. Oberbrandmeister Salzmann wurde bet ben Feuer­wehr tagen in Gießen in den Pvovinzckllausfchuß

Lnndkreis Vietzen.

Wieseck, 17. Jan. Am Sonntag ben 28. l. Mts. abends 8 Uhr veranstaltet das Männer- quartett Harmonie in Wieseck einen Unterhaltung^ abeatb. Die Bereimgung selbst tritt Vier zum crft-zit Male am bie Oeffentliänkeit. Hierzu bat der Cor- net a Pistvn-Virtuose Louis Kümmel seine Mll- rviriimg zugesagt. Ferner ist für gut beietzllÄ Orchester Sorge getragen. Näheres tm .Anzftgeit-

** Amtliche Personalnachrichten. Ernannt wurde am 12. Januar der Feld- remigungskommisiär Kreisamtmann Dr. Emst Pabst zum 9J?ttif:erialamtmann bei dem Mini­sterium des Innern.

♦♦ Geheimer Regierungsrat Pro­fessor Or. W. Will f. Am 16. d. Mts. wurde bie Asche des Verstorbenen in aller Stille in bem Erbbegräbnis der Familie Will an ber Südmauer des Mten Friedhofes in Gießen beigesetzt. Nur die Familie und bie allernächsten Freunde waren an- p»eseud. Professor Eger, ber Mann einer Nichte, hielt eine warm emhfuitbene Abschiedsrebe. Die eigentliche Trauerfeier fand in Berlin-Grunewalb statt. Die bärtige zahlreiche Beteiligung unb die Berohrung, welche »er Verstorbene genoß, bezeugen bie vielen Schleifen von Kränzen, die sein nächster Berliner Freund nach hier mitüberführte unb auf bem Grab nieberlegte. Die letzte großzügige Schöpfung des Hlligrich^edcuen, bie Zentralstelle für chemisckx-technisckte Unterfudjungcn in Neu-Babcls- berg überlebt ihn leider nicht Sie wurde nach sei­nem Tode sttllgelegt. Da bie Befürchtung eines Einspruches der Entente dabri eine Rolle spielte, ist sie auch rin Opfer des Krieges, für dessen sieg­reichen Ausgang W^ll seine großen Kenntnisse und Fähigkeiten in vorbildlicher und aufopferndster