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israeffurt a. HL U68o
Erster Blatt
170. Jahrgang
Dnid und Verlag: vrkhl'fche Umo.-Vich- und Strittdruckerei R. Lange, Zchriftlettuug, Geschäftsstelle und Druckerei- Zchulstratze 7.
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Dienstag, 16. November 1920 Annahme von Anzeigen für bie lagesnummer di» zum Nachmittag vorher ohne jede Verbindlichkeit. Preis für 1 mm höhe für Anzeigen v. 34 mm Breite
SiehenerAnzeiger
General-Anzeiger für Oberhessen
Sin Ruck nach rechts in Sachsen.
Dres den, 15 Nov. (Wolff ) Nach den bis „arte Nachm'ttag 1 Uhr* in der Sta.ttskanzlli vor- ’ fegen ben W a hlergebnissen ergibt fick fol» vnbe Verteilung der Mandate für den fächsisch'n Lmdtaa: Terutschnationale 20, Deutsche Bolks- xrtri 18, D^nwkri'en 8, Zentrum 1, Sozialdemo- ' iten 27, Unab'änirgc (rechts) 13, Unabhängige '-mksl 3. .Kommunisten 6 Sitze.
Ttr bisheri--e sächsische Landtag setzte sich zn- 'Tnrnen aus <2 Mehrleitssozialdemokraten, 15 Un- chbän-ngen, 22 Demo? aten, 13 Deutfckmarionalen rb vier Mitgliedern der Deutschen Volkspartei »sgesamt 96 Sitze).
Das Wahlergebnis zeigt also eine sehr luffallende Zunahme bei den Rechtsparteien rb eine Abnahme der sozialistischen Stim- vit, besonders der Mehrheitssozialisten. Die Itehrheitssvzialisten hatten bisher 42 Mandate, die nun auf 27 zusammenqeschmolzen sind. Die Abwanderung hat sich nicht ins iidikale Lager, sondern nach rechts vollzo- qen. Auch die Demokraten erleiden eine vernichtende Einbuße. Ihr bisheriger Besitzstand/ >3 Mandate, vermindert sich auf bloß 8. Tie bnden Rechtsparteien, Deutschnationale und reuüche Volkspartei. die bisher zusammen 17 Abgeordnete zählten, werden im neuen Lind tag mehr als die doppelte Anzahl be- iitzen, nämlich 38. Sehr bemerkenswert ist her verschwindende Anhang der Linksradi- lalisten, und 'das ist sehr bezeichnend in dem ^genannten früheren „raten Königreich".
Sehr schwierig wird die Bildung einer neuen Regierung in Sachsen sein. Den bürgerlichen 9lbgeordneten, 47 an der Zahl, steht bie innerlich keineswegs geschlossene Gruppe dm 49 Sozialisten gegenüber. Bon einer rein realistischen Regierung wird gar nicht mehr hie Rede sein können, beim die Fraktion 'fradnaner toürde namentlich von den neun lbaeordneten, deren Gesichter nach Moskau- r cfia gerichtet sind, wahrscheinlich bei der isten RegierungShandlung schon schmählich itzen gelassen werden, es sei denn, daß sie * ziklassen wollte, dem von Herrn Sinow- 'D gepredigten Terror schon setzt die Tore ;v öffnen. Auch wenn die acht demokratischen Abgeordneten noch zu den Mehrheitssozia- ckten in die Bresche treten sollten, wäre eine lagfnhiae Regierung keineswegs gewonnen, 'ik „Vossische Zeitung" sagt denn auch, wenn nn Zusammengehen von Demokraten, Deut- •'(her Volkspartei und Sozialdemokraten schei- ■ecte, so gebe es überhauht,keine Kombina- i)n, die einigermaßen trag fähig wäre. Der berliner Lokalan^ciger" hält aber eine Teil- -nfirnc der Mehrheits'oiialisten an der Re- i'sruna gemeinsam mit der Deutschen Bolks- .'(ntci für ausgeschlossen. Es wird in Sachsen ch w"iterhin nur ein Fortwursteln, keine Irre Situation, eintreten.
Prcsfestimmen.
Berlin, 15. Stob. (WTBck Zu den säck- 'ifdjcn W ghlen ^-t die ,Vvssische Zei- H n<r": Ein Urteil läßt sich noch n^cht al-geben ?it Vergleich mit den Wahlen des Vo'.ggh'rs ist -Rürte der Barteweränd'runden faß nnmöeltch. Nk Wahlbeteil-mn-lzwar im allgemei"en sckwächet. y» sich in der V^M'-erttettma früheren roten 'Irigreichs eine nick^frstaldemvtta i-'che Mehrheit r^-bm wird, rmtfc abgekartet werden
Da°> ,,Berliner Tageblatt" hebt den ?oblerfolg der Dei'tschna'ionalen hervor imb bc- riiftnet die Wablniederlaa-' der Unab - Ingigen als schwer. Die Wahlen bedeuteten in ganzen eine weitere Verschiebung nach Ikßts. Die S^stasckemvkratie bleibe dm st ächte riistri, die Deu'schnationalen rücken an die Zweite »kttsle. Sämtliche sozialistischen Parieren willen ^b'enmäßm eine schwache M'hrbeit ergeben. Vo- k'kche Be^euirmg ha^e diese, statistisch- Berechnung 'ich. Auch eine Reck/svemcrirng sei nach den ISebf^aMm nickt möglickr Es bleibe alw mir eine Wenernng her Mitte. ,
Der Vorwärts" fafck das Ergebnis rahm qumnen', daß das Ergebnis für die Unabhän- hiqm und Kommunisten stellenwei'e geradezu er- i treckend sei.
Me DöIterb’inbsDer^mmhitn in Genf.
Genf, 15. Nov. (Wolff.) Bei der Er- Wung der Sitzung der V ö lk e r b und s - 'ersammlung hielt Dundesprandent o 11 a eine Rede. 9Md>bem er die Versamm- urg namens des Schweizer Volkes und der oätoeiser Regierung willkommen geheißen !te, sprach er der Friedenskonferenz den 2cmk der Schweizer Regierung dafür aus, diese Genf als Sitz des Völkerbundes ge- Mlt habe. Er gedachte der Verterdtgung 9«lgiens, dessen Ehre im Gedächtnis der Barschheit so lange fortdauern werde, tote
Bestimmungen des Rechts und der Gerech- imkeit hochgehalten würden. Er dankte dem Hc des Völkerbundes für die Anerkennung immerwährenden militärischen Neutralr- der Schweiz auch im Völkerbund, die ber Schweiz den Eintritt in den Völkerbund erst kkmöglicht habe. Endlich rickstete Motta eine ÜMckesbotschaft an den Krach'identen Wilson
für die Einberufung der ersten Völkerbunds- Versammlung nach Genf und gab dem heißen Wunsche Ausdruck, daß die Vereinigten Staaten nicht mehr lange zögern möchten, den ihnen im Völkerbund gebührenden Platz einzunehmen. Motta schilderte sodann die Folgen des Krieges, die für die Sieger wie auch füt die Besiegten das schlimmste aller Hebel seien, von denen die Menschheit überhaupt betroffen inerden könnte. Aus dieser Erkeitntnis heraus sei auch der Gedanke des Völkerbundes entstanden, dessen Wirken dauernd die Entwicklung der Staaten beeinflussen werde. Der Völkerbund sei nunmehr eine unbedingt notwendige Einrichtung geworden, trotz aller Mängel, die ihm aegenwärttg noch anhaf- teten. Selbst wenn das gegenwärtige, von so vielen Staaten errichtete Gebäude zusammenstürzen sollte, würden seine Fundamente rwch sorlbestehen. Ohne den Völkerbund seien 23er» träge, die dem Frieden dienen sollten, nicht mehr möglich. Die erste Vökkerbundsoersamm- lung dürfte nicht auseinander gehen, obne einen ständigen internationalen Gerichtshof geschaffen zu haben, der der friedlichen Lösung von Streitigkeiten zwischen den Staaten dienen solle. Der Völkerbund würde in seiner Autorität und seiner versöhnlichen Wirkung sicherer sein, wenn die Sieger nicht mehr auf die Mitarbeit der Besiegten verzichten würden. Tie Völker müßten verzeihen können, und sie feien nur dann groß, wenn sie dies täten. Der Tag werde kommen, an dem ein am Zaum gehaltenes und vom Elend verfolgtes Rußland beim Völkerbund Ordnung, Sicherheit und wechselseitige Hilfe suchen werde.
Genf, 15. Nov. (WTB.) Fn der Nachmittagssitzung der Völkerbunds Versammlung wurde auf Vorschlag der englischen Delegation beschlossen, dem Prä identen Wilson, dem hervorragenden geistigen Urheber d.'s Völlerbun- des, ein Telegramm M senden mit dem Wun ch1 auf baldige Genesung. Nach längerer Geschästs- ordnungsdebatte wurde das prvo-isorisckie Rogle- ment en Mot angenommen, hlbach längerer Debatte wurde der Anttag des Präsidenten angenommen, die auf der Tagesordnung vorgesehenen Geschäfte an sechs Kommissionen xur Verarbeitung zu überweisen. Die Versammlung bat darüber zu entscheiden, ob die Anfnahmegesuchr von vinr Staaten. die ihre Anmeldungen nicht innerhalb der im VölLrbuudpakt vorgeschriebenen vier Tbochen vor Beginn b;r Bersamm ung eingereicht haben, auf die Tagesordnung gcrsttzt werden so'lm. Lord Robert Cecil (Südafrika - erklärte sich unbedingt dafür. Tie Aufnahme neuer Staaten gehe a(Im anderen Fragen vor. Bourgeois sagte, es müsse darüber eine Mstimnnma ftatifinden, die aber feine Präjudiz für die Zulassung der betreffenden Staaken bedeuten dürfte. Tittoni unterstützte Lord Robert Cecil, hierauf wurde beschlossen, die An- Kielbimg der vier Staaten einer Kommission zu überweisen. Um 6 Uhr 30 wurde die Sitzung aufgehoben.
Englisch-deutsches Schiedsgericht.
L o n d o n , 16. Nov. (WTB.) Das „Board of Drade" meldet, daß das gemischte Schiedsgericht zwischen Großbritannien und D e u t s ch l a n d , das auf Gruiw des Artikels 304 des Versailler Friedensvertrages eingesetzt wurde, demnächst in London seine Arbeiten unter dem Vorsitz des schweizerischen Professors Borel beginnen werde.
Englisch-frauzvsische Auseinandersetzung.
Lonbon, 15. Nov. (Wol'f.) Gardiner erwidert in der „Dailv News" aus'Poincares AnM»ort im „Temps" auf rmm offenen Bmer, ivorni ihm der ehemalige Prwident von Frank eich .^andelsgeist und Ideolog e iiiy Vorw rf m«ht- 3u der (SrMänmg F-ocks, tag das^ fra. zonichc Vo i nie verstehen werde. La’> dr Sieger im Dnege bankerott fein solle, sch eim Gardrner, ganz Europa sei bankcrot . Si e e-zige knegwb- D-itle Na ion könne beire ihren Verpachtungen nach kommen. Gardiner fährt dann fort: Tie französische Politik sei orten militaristisch und reaktionär und fr ebe nicht nach Benohnung, sondern rtodi Beherrschung Europas durch em M - litärbündnis. Gardrner wied.ncholt bann den Vorwurf gegen bie französische Politik, bag \xe Ttu [aitb entwaffnen und zu dauernder^nnrpcka tin-er Vm:'klaoung rein tri en wol e Die Ent chaoi- qui'gzsumme fei nickt festgesetzt werden, weil die 5taflt^männ<r Frank.eichs und Englands es Ni-rt rragt-.m, ihnen Völkern die Walw:«: zu lagen eie hätten Erwartungen erzeugt. ve;cn Uncrsul - f-arf’it sie kannten. Ter Bölleröund werde solange ein Lohn sein, als die französische Prstüik F«ld bebauvie. Gach-iner tritt ia>.ie.<tch bafür ein, bau Giern den Schaden wieder gutmachc, den Paris an richtete.
Tie Militärdienstzeit in Frankreich.
Paris, 15. Nov. (Dolfs.) Nach einer Meldung des „Echo dc Paris" hält der französische K r i e g s m i n i st e r daran fest, daß die Mililärdienstzeit rn Frankreich nicht unter zwei I achr e herabgesetzt werden dürfe, so lange man noch Truppen am Rhein be-
1 nötige. Es müsse damit gerechnet werden, daß
der Kriegsminister seine Demission gebe, wenn sich die Mehrzahl der übrigen Minister gegen diese Ansicht aussprechen sollten.
England und Rußland.
Paris, 16. Nov. (WTB.) Nach einer Meldung des „Journals" aus London ist es jetzt sicher, daß das englische Kabinett noch in dieser Woche die Frage des Handelsabkommens mit der Sowjetregierung diskutieren wird.
Die Not WrangelS.
Paris, 16. Nov. (WTB.) Nach einer „Times"-Meldung aus Konstantinopel sind bereits gestern an Bord von sieben Dampfern 13 000 Flüchtlinge aus der Krim eingettosfen. Es ist jedoch unmöglich, für sie eine Unterkunft zu finden, da auch Konstantinopel mit Wohnungsnot zu kämpfen hat. 80 000 weitere Flüchtlinge warten in den Krim auf den Abtransport. Aber es fei nur möglich, die Venvundeten Soldaten, Frauen und Kinder unterzubringen.
Paris, 15. Nov. (WTB.) Wie der Agenee Havas abends 9 Uhr aus Konstantinopel gemeldet wird, haben die Bolschewisten gestern S e b a st o p o l erobert.
Konstantinopel, 15. Nov. (WTB.) Die liebten Nachrichten besagen, daß die Kämpfe an der Perekop-Linie sehr heftig waren. Die Bolschewisten geben zu, 30 000 Tote verloren zu haben, behaupten aber, 40 000 Gefangene gemacht zu haben. Sie verdanken den Erfolg hauptsächlich ihren Gasangriffen.
London, 15. Nov. (Wolff.) Die Blätter melden aus Konstantinopel, daß die Blockade der russischen Schwarzenmeerküste erklärt worden ist. Britische Z e r st ö r e r begannen das Schwarze Meer abzupattouillieren, um die Bolschewisten daran zu hindern, mit den Türken Fühlung zu nehmen.
(Eine Wahlniederlage venizeloz'.
Paris, 16. Nov. (WTB.) In Athen ist folgende offizielle Note veröffentlicht worden: Die Erwartungen der Regierung hinsichtlich der Wahlen sind getäuscht worden. Die Regierung wird das Endergebnis der Wahlen abwarten und dann zurücktteten.
Athen, 16. Nov. (WTB.) JmEpirus- Wahlkreis hat die Liste Venizelos eine große Mehrheit erhalten.
Paris, 16. Nov. (WTB.) Nach einer „Mattn"-Meldung aus Athen von gestern nachmittag 5 Uhr bedeuten die bis jetzt bekannt gewordenen Wahlergebnisse eine Niederlage Venize los. Alle Mitglieder seines Kabinetts scheinen bis auf einen Minister unterlegen zu sein. Tie Regierung hat beschlossen, sich der Volksabstimmung zu unterwerfen, wenn sie sich gegen die Negierung entschieden habe. Der „Matin" bemerkt zu dieser Nachricht: Die bis jetzt bekannt gewordenen Ergebnisse der Kammerwahlen haben inParis lebhaftes Entsetzen hervor- gerufen. Alle Diplomaten in Athen, ohne Ausnahme, haben eine Niederlage der Regierung für sehr unwahrscheinlich gehalten. Das Blatt glaubt bestätigen zu können, daß die alliierten Mächte, selbst wenn die Niederlage Benizelos sich bestättgen sollte, eine Rückkehr König Konstantins nicht dulden würden.
Gberschlcsien.
Berlin, 15. Nov. (Wolff.) Der deutsche Schutzbund teilt mit: Die Sonderzüge, die die abstimmungsberechttgten Oberschlesier aus dem Reiche in das Abstimmungsgebiet bringen, werden geheizt sein. Um eine gute Beheizung unter allen Umständen sicher zu stellen, werden die Sonderzüge mit Heiz- wagen versehen. Die Züge fahren mit einer Geschwindiakeit von 60 Kilometer in der Stunde, also annähernd mit D-Zugsgeschwindigkeit. Für alte, kränkliche oder kriegsbeschädigte Stimmberechtigte stehen Wagen 2. Klasse zur Verfügung. Alle Vorbereitungen für die Reise und die Unterbringung der Sttmmberechtigten sind so getroffen, daß niemand von der Teilnahme an der Volksabstimmung zurüotzustehen braucht, selbst wenn der Termin in die kältesten Wintertage fällt.
Aus dem Neichr.
Fehreubacki und Simons in Köln.
Köln, 15. Nov. 'WB.) Beim Emp'ang der Ministtr Fehr en back und Srnons irnMu- l'drLoi'e des Rachau es hielt £be.<fr grrmeiftcr Tr. Adenaue r ei e.i Borr-ag frei die rvtr.» Kfxrftlidrn Au'^rlen der Stabt W(n. Er ging auf die öainXäne im inneren und äufee.m Ravon- gclänbe forme im °Jnbnstrfe,e ände cri k 6 V» tonte, baß die Stüde Köln sich dreser gvo^n fimuv=
stellen Ausgaben nicht wegen rein örtfidyr Interessen, sondern im Interesse des Reiches irnb bet Allgemeinheit unterstehen wolle. Reich kanzlet Fctwenbach danke für bie l^rzlick-e Begrüßung und beit ausklärenden Bo, trau des Ocerbürger* meislerS und gab seiner Meinung tabm Ausdruck- er sei überzeugt, bah die Stadt Köln die vasen^ bauten und ihre sonstigen großen Baupläne in hohem Grade im Jnteies e de R'ick)e > rvnie!>- men wol.e. Er glaube, namens des güii’ei R< ichS- vabinetts versickern zu büren, daß c5 b c Stibt Köln ht dieser Hinsicht nach bat besten Kräften fördern würde.
^rantnredit in Preußen.
Berlin, 15. Nov. (WTB.) Die Preußische Landesversammlung hat einen Mwi trag der Sozialdemokrat en angenommen, bat Frauen bei den Wahlen zu den * eiyrbe*,' KstusmannS- und ArbritSgerickfrat dis aitue imb passive Wahlrecht zu genxflnen. Nach lei Be» ftiAlüilcn teö Arite e ioals re tagt sich bi ßisa> Lantesvnrsanlmlwig am 16. 11 bis 22, oder 23. 11. Für die dritte Lesung der Vergasung wurde der 25. 11. in Aussicht genommen.
Au» Hessen.
Vom Landtag.
NN. Darmstadt, lo. Nov. Präsident Adelung hat die Mitglieder be5 Vorstandes und des Aeltestenausschus es zu einer Berattmg vor Beginn der Kammerverhandlmtgen bc5 2a’ibtag-5 auf Dienstag vormittag 9 Uhr eingeladen. ES soll lt. a. auch über die GeschistSlage beraten nxnbcn. Wie wir erfahren, wird beabsichtigt, für Mittwoch oder Donnerstag eine ErnährungSdebatte Zu veranlassen, bei welch-r alle Amrä.Te, Anfragen: usw., insbesondere auch die Kaitofsclver- s o r g u n g zur Sprach' kommen sollen. Diese Debatte dürfte wohl mchreoe Tage in Anspruch nehmen.
Die Regierung hat dein Landtag eure Vorlage betr. die Rul?eüandSversetzung der etatSmähigcn. oidenttichn und außerordentlichm Professoren der Universität Gießen und der Tech- nisckyn Hochschule in Darmstadt eingereicht, nach der ein ktatsmäßiger Professor, der in den Rul>e- stand versetzt ober entlassen wird, die vollen jx-m» sionssähigen letztm Diensdbezüge (Grundgehalt und Ottsm^chag), sowie Kinder- und Teuerung^» zuschäge in der gleichen Höh.' und nach den gleichen. Gniiwsätzen wie bie im Dienste befindlichen Beamten erhält. Das Witwengeld wird aus tert vollen pensionsfähigen letzten Bezügen errechnet. Das Gesetz tritt mit dem 1. April b. I. in Kratt und findet mich auf die Rechtsverhältnisse her vor diesem Zeitvunkt angeiMlten Pw'essoren statt. Um die Durchführung dieses Gesches zu ermöglichen, d. h. die RuhestandSversetzung usw. miti dem vollen erbtenten Gehalt zu errnöal'ch'N. ohne baß dem Slaat Mehrausgalvr enoachsen, sollen nach Vorangehen her toeuß schm Un errichtsver- Wallung von dem den Professoren nach einet be- svndecen Beeeckmung znstel>enden B'ttag für hie Borlesungsg-ebühren usw nur 3000 Mk unver- kü-zl «ufte^n Bon den nächsten 7^ OD Mk Kollege gelbem empfängt der Professor und bie Staatstasse je die Hälfte. Der 10000 Mk. übersteigende Beirag fließt mit V5 in die Staatskasse, Vr, fä£Ü an den Doz nten.
Dem Land ag ist lixiter zugegangen: Eine Re- tzrierungsmitteilung bett, die Nachforderung von 42 000 Mk für einen Stallban für 20 Milckfrühe in der Landksl<il- und Pflegeanstalt in Goddelau, eine Ne>7ierungsVorlage bett, die G'Währung einer Bürgschaft für ein Üinounternrhrnen in Bad- Nauheim, die Regierungsmittei ung bett, bie Diensttäume der Provin^-aldirektton in Gießen, ein bringt. Anttag des Abg. Kiel betr. ein Wiv- brraufnahmeverfahren gegen I. Schweiger in M>b- stadt, verschiedene dringt. Anfragen der Abg Tin- ^eld'v unb Gen. betr. die Preisttribwei bei der .slattosfetVersorgung ustv., mehrere Negiemngsant- wvtten auf bringt. Anfragen des Abg. Kiel.
Eine kommnnalpolitifche Organifation der dentschcn VolkSvartei.
D a r m st a b t, 15. Nov. Am Sonntag bett 14. Nvvew'-er waren in Darmstadt ine S adtver- orbnetenfraf.ioneu der 2kutfdm Bollsvariei au5 den fünf größeren hessischen Städten unter dem Vorsitz des ALgeordne en Dingeldeh ver'ammclt, um tie L>mm inalpolitische unb steuer- p.üi:i'che Lage her S ädte zu beraten imb möglichst einheitliche Rich:'.inien für das Verhallen der Stadtverordneten der Deutschen Volkspartei in bie* 'en großen Fragen ju schaßen. Es tourte der 58:« schuß gefaßt, die Stadtverordneten des brififdynt Landesoerdandes zu einer engeren Vereinigung innerhalb des Landesverbantes zuiammenzufassen, ein Vommunalpolitifckes Pvogranrm aus^uarbei en unb alle Fragen statischer 58erw^ ung, soweit möglich, nach einheit'ichen Ge'ichtc-punkt n zu be- ban.eln. Zum Vorritzenden dieses neugegründeten lpmmunalpolitischen Landesausstchusses der Teut- sckwn Volkspar ei in Hefen ttnrt e S abtoenrrbnctec imb flanbt ageabgeyrim et er Dr. Osan n, zu seinem Stelivettreter der Vvrritzende bet Stactt-erorbneten-* fraf ion in Mainz, Lawdgerich srat Alten dorf gewählt. Zu den sinanzpoliti'ckren Fragen gelangten ferner nach ben mit g-irrm Beifall auf genommen en Vvrttägen bes Land'.agsabgeordneten Dr. Osann und des Stadverordn-tt-m Regier ruwgsrat Meyer aus Mainz nackifolgende Entschließungen einstimmig zur Atrnahme:
1 Tie in Darmstadt ver ammel en Stadtverordneten der Deulschm Volkspartei Les ens sehen in der jetzt in ihren Wirlungen hervorge.retenen Finanzform Des Reiches eine schveve 5tze- einträchtigung, ja eine Vernichtung bet ,i- -anstellen Unterlagen der Gemeinden. Die Wegnahme der eigenen Besteuerung insbesondere auch des EinDatmeuL raubt ben Ge-


