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Zweites Blatt

ft. 269

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öl'fMS nn hpP0'1 baß DTutscklcmd in Wirklichkeit nicht be» asn;T.-...1lJ! ^rigt ist, bi? Mosdstnen zur Verwe:rdung m bcr

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Bv Bericht übermitteln zu lassen, aus dem hd1

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Der Bericht must an-

i, iDCidx Moto re i in industtrelcn Betrieben

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Fortsetzung 34.

'ruck verboten.)

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genenLichkrbkKkj lidje annrboit w A an d-GievkiikiAiir

Die Antwort der Entente über die Dieselmotors.

Ansicht, daß. wenn daß diele Motovm

Beslrmmmigen en texten sein Mcrschvre hat.

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OWollii

Ifrrochrne Ansicht zu teilen, hrmad) das da? einen wefen'llchen Seftxmbtcil

rtchiiger, iiiHQtd ld)aiiGinQnn|ud)i|i-| fltöBcrung fein, feg

,1 Oft b?igefügte Tenkschrfft. Dort sriien sich 7 ter Tat nur 16 Fälle aufgeführt, in deren ii-dmotoren für industrielle Zweck erngestellt 7^11 Tiefe Zahlen bestärken die Bott'chafter-

kwitinr'g auf Unterseebooten chrgestellt wor- H Lf'j tommt also nicht darauf an, hast diese fefcr'cefawie selbst nicht mehr gebaut wurden, ütoegat, west die Motnre bestellt und heigestcUt 7. du, um n<e tickte Bestandlei'e etner .stricgs- ocKhtu- -ii werden, fallen sie unter die Besttrn» Incigen tev Brtrages. Tie alliierten Mächte fr er» -.stm ju± nicht die von der deutschen Neg-wrnmg

Schriiil. anothn,.

rlsticb ohn- jede Aenderimg in der Industrie enfe wer^e>, d'e Ta sackte, dast eine grosse ; l'n'dcr Masst» en in gutem Zustande auf r g Eilten wird, eine Berletzung des Ber­ts Von Versailles barstellt. Ihre Negierung ifcrt nun allerdings, dast es möglich, ist, die nt t re i wir s.la t ist nut anszunuten. D e ü.attrt.mferenz, die leineswegs den Usch lat, die wirtschaftliche K et» wss ähigkeit Den t schlands zu be- träd, t i gen , will die'e Be sick-erung gelten n, und ist daher bereit, die Maschinen bis aus des zur Verfügung der deutschen Regierung Oiicn, vovaustetetzt, daß sie nur zu Handels-

Ma­des des soll, De

r Vereine L**2tuÜÜt

ftäsnv k'euge? bT et den tilsti- 192 schon desba'b »es den Charakter er.ier leeren; ist ttielntehr der sich nicht beweisen läßt.

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heenbet werben imb welche nicht in dem Dtensl mit wirrten. 2. Tie deutsche Negierung er» Wert in der Zwischenzeit der interalliierten iloMekontrollkommisston in feder Weise die Kon- *1? nb r di- industrielle Berwendrmg der Mo- pm dieses Tyvs. Die Konfeenz ist bereit, an» dnehmcn. daß i -penig n Mo oren, die am 31.März I«1 tatsächlich in der Industrie verwendet wurden, ptn anderen als den im Artikel 189 des Ber- F$8 von Bersail.es festgesetzten Beschränkungen pTnrnfat sein sollen. Was die Mooren be- [idi- zu der angegebenen Zeit nicht unter k-Jfen cmgcgchenen Bedingungen verwendet roer» k muh die Konferenz sich das Recht Vorbehalten, Ml zu entscheiden, daß sie unter Artikel 192

' flÜtiljUrti* t .- rblichcm Zwecken verwendet werHm. Tiefe Onquip» ii- s?u"g rcirb an die beiden folgenden De- miiO'rl'1^fiiijigen gefiriW, die ich Ihnen namens auSwdS verlor». 1 mitzutesten die Ehre habe: 1. Tie

uhKiS Me Negierung trifft alle Maßnahmen, bte ? k.. nnfflhem (Vc ^erlist sind, um der intcralliirtcn Marine- Sl** «pnrnnmifiwit Wetat« HS Hl. MLr» 1921

I^tzr Gichfanfall des Sanitätsrats velches chc.-- und hielt sich hartnäckiger alsrrgmd Truhe cer. Noch immer litt er dettge ^dmtei» 5.^ kam nicht über die Schwelle feines Ztm SLj? dem er hie und da unter Dechzem unb

7T7TH5HZ3 eoniiian (ibtnbtH im WidbauM hosltr.Iüone'eiM

ie Falkner aufLinöenhöhe

Roman von Reinhold Ortmann.

idung mitgeteilt, durch die die tnleoalliierte inekontrollkommission die Zerstörmig der lmoteien anordnete. Nachdem die Zstonferenz unD die ihr von anderer Seite mitgeteilten I t'Iück einer grü blickten Prüfung xm.eryr^n gcIoi'.gL* sie zu fo'genber Entscheidung- Tr der sto: t.ollkommi'sikin an gestellten Ermit­agen crgibm. daß, abgesehen von einem Bvrrat fjumgc dhr 29!> Unlerseebootsmvtoren, deren En- ter Marmekmtrollkvmmtssion befannt ist, vjf yaf)I der Motoren deses D)ps, die zur w» ,Ar. lei Berwe düng als Lnl'Smvt re umgebaut

Nerliu, 13. Nov. ^W^lsf.) D'e Boeschafter» gfca.'b übermittelte dem B rächenden irr trut= FriedClS' e e^ation in Taris po gacde vom

<A Ministorpräses Ley gues unterzcrch vj. Note vom 10. Nov.: Durch Ihre Schreiben 365 vom 19. 9. und Nr. 418 vom 30. 10. tin §i? der BctschafterVoiise enz den Stand kl der deutschen Regierung hinsichtlich der Ent-

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5Qröiecnlil"eit f. -5x5t <4 sich, ob die B.-stimmungen des Bertragcs L., Knxir Versailles grundsätzlich auf Untereebeo's- ; I fi 'lhrib kirnetn?cn Anwendung finden. Tie dutsche t u cierung bestreitet dies. Tie Bvtscl-astcrvonferenz üXi jhrn Standpunkt jdwf) n t d)t a l s be»

. ........ iuiin®!;i*tm> in der Ansicht, daß diese Motoren b-i

Sfliliflifflrmtne Stnrnlnnm in der Industr'e nicht wirtsdaftlich ^tbriiii * rftiten. Ds rechtfertigt andererseits die Aus-

(i ^Ulommen, wch als der AvocheLr Mmbi

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Iti ?ertx?n, " ibbcuteitb ist. Diese Feststellung nnrb 7 tzmgens bestätigt durch die Ihren Schre ben vorn

trolefeneooim ...

mettlBüUtkü h in bet '(rncr Flinten. Tie fraglick-en Motoren

-1 aus Bestellung der deutschen Regierung zur

Mit einer unmuttgen >lvpsbeioeglung nad) bet Glastür hm, durch bte sie den verlassen hatten. , . .

...«ersteht ihr das? Bei federn iemer Bemche xtsie Gebnmnlsse mit Germersg. .Warum tragt r 'bn nicht hier in unserem Beilern.

l. »Er ist dock ihr Arzt," ^nerE Einba mit Müdem Ernst.Ta ist es nur natürlich, datz U >:es und das unter vier Augen mit rhm zu ^^uck^f^veigend die Achfeln. Mtt nQier «rze betrachtete Gerda die herben r vorzeitig erfchlafsten Ge.icht. In tem ^en, ihm etwas Freundliches zu emeijen, fagl I »In es dir wirklich nur um eru, Mode-l f tun, Achim, uni» legst du aus dte ^chonhcrt Modells Fein befiortderrs Gewicht. I» will i*

sah tk au, und ein mattes

Ltzne Lippen.Willst du, datz ich bu emc ^uetttelci sage? Ist drr's ernst, so sangett wir ^2gen an."

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»erioreHö^ i« die am Tage des Waffenstillstandes Unter- r iihr Eckeeiwoteii zuiseteilt waren. T-?r B"ri^ HillebrnnM-

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IIIIIIIIIIIIIIIIIIUIIIUIIIIIHIM entlauf n. «btd Babubolltn» Lntlauj« Innger Doherne Abzugeben ncn. M er.

Lietzener Anzeiger sEencral-Anzeiger für Gberheffens Montag, so. November 1920

A«, Stadt and Land.

Gießen, den 15. Nov. 1920 Da» Elend der deutschen Liinder. Ueber das in den deutschen Großstädten verbreitete Elend, das in besonders schwerem Matze die Heranwachsende Generation trifft,

Harry Keßler m der Mon-lsschristDie deutsche Nation" einen Aussatz, in dem er erschütternde Einblicke in dte Berliner Verhältnisse gewährt, die in Krer Bedeutung über den lokalen Rahmen ^tnausgrerfen und das allgemeine deutsche Interesse in Anspruch nehmen Er schildert dieses Elend, das heute schon Familien mit einem Wochenverdienst vsn 200 bis 250 Mk erreicht. Nach seinen Erfahrungen, die sich auf eigenen Anschein tnünben, sind heute mindestens dreiviertel beM Berliner Bevölke. rung unterernälsrt und in jeder der von ihm persönlich besuckiten Famiiien bis zu tausend Mark Monatsverdienst ist die Tagesbost gleich: Morgens ein oder zwei Schnitten Brot, dazu Kaffee-Ersatz, mittags an der Arbeitsstätte nneder ein oder zwei Brotschnitten, besten­falls mit Margarine, abends Kartoffeln, Weißkohl oder Mohrrüben, Fleisch nur bei den Wohlhabenderen und höchstens einmal in der Woche. Es gibt heute in der Charite fünf­mal so viel Kinder an Tuberkulose ober Rha chitis, als vor dem Kriege. ($raf Keßler ruft im Anschluß an feine Schilderung zu einer sofortigen Aktion auf, um noch vor dem Winter Hilfe bringen zu können.

Die Äohlenprodukuou in Hessen.

Die Monatsstatistik her Kvh'enproduktton Hessens weist für den Monat Otto brr 1920 fol­gende Zahlen auf: Gesarnlsorderung an Rohbraun­kohlen 44 165 Tonnen, davon wurden verkauft 16 327 Tonnen, der Rest wurde weiter verarbitet oder zur weileren Verarbeitung bestimmt. Aus dn verarbeiteten Rohkohle wurden erzeugt: 773 Ton­nen Brarmkohlenbriketts, 1096 Tonnen Naßpreß­steine. Ferner wurden 7 270 Tonnen Steinpr^ß- kohlen erzeugt. Unter Einschluß der aus den Vor­monaten übernommenen Bestände verb.'i;ben zum Monatsschluß abiaßbeixit 8191 Tonnen Roh­kohlen, 660 Tonnen Briketts, 2 760 Tonnen Naß- Preßsteine, zusammen 11 611 Tonnen Braunkohlen und Braunkohlenprodukte, die einen Gesamtwert von 1 634 600 Mk. darstellen.

** Flugpost Verbindung zwischen Berlin und dem rheinisch-westfäli­schen Industriegebiet. Dom 15. November an wirb von der Deutschen Luft-Reederei, Berlin, ein Flugpostdienst zwi:ck»en Berlin und Ge'sentir- dren (Flugplatz Röllhausen) eing.'richtet. Aislug in Berlin und (MienTirdrcn täglich um 11 Uhi' vorm. Flugdauer ctipa 4 Stunden. Zwisätenlandungen finden vorläufig nicht sta t. Erster Flug von Ber­lin am 15., ton Gelsenlirchen am 16. November. Unmittelbar im Ansck^ an die Flüge beider Rickttmgen werden m Gelsenkircheii zur Beför­derung der Flugwst Mo'vrradsahr en vvn und nach den Städten Essen iRuhr), Mülheim (Ruhr^, Duis­burg, Ruhnort, Meiderich Oberhausen, Matten- sdeid und Bochum hergestellt. Im Anschluß an den Flua BerlinGel enkirck^n besteht ferner gün­stige Eisenbahnverbindung nach Düsieldors an 6,10 und Köln an 6,40. Flugpost- sendungen mit Eilbestellung einschließlich bringen­der Pakete gegen Flugzusck»lag, die bis 9y2 Dorrn, beim Flugpostamt ht Berlin C. 2 eing-ttiesert wer­den, gelangen also in den erwähnten S.übten und deren Nachbarorten noch am selben Tage in die Hände bet Empfänger.

** Kaffcersatz, ein Lebeilsmittel. Lebensmittel sind alle Grundstoffe, bfe nicht nur zirr Herstellung von Sp.ch'e, sondern crud) zur Be­reitung von Trank verwendet )Der:rt. Insbeson­dre gilt dies für Kafseersatz. Tas Reichsgericht hat in einer Entscheidung ausdrücklich begründet, daß als Lebensntittel im Si ine ber Berordnung gegen den Schleidchandel nicht nur die zum G.- nuß fettiagestel!ten Nahrungsmittel ge ten, sondern auch die allaemein als Nahrungsmittel be-eicb-- ireten Gegenstände, bte zur Ernährung tes Men­schen oder als Geitubmittel hier en, nadHem fte eine bestimmte Zubereitung erfahren haben. Dazu ge­hören aitch alle Erzeugitisse und Sad)en, die als Grundstoffe für die .Hersel'uug von S^e'se und Trank verwendet werden, insbe onb ie Ka feer,atz, einErsatzlebensmittel" im Smne der ^rord- nung über bte Genehmigung von Ersatzleute-» Mitteln.

Kreis Büdingen.

la. Selters, 14. Nov. In einem benach barten Otte verkaufte kürzlich ein wohlhabender

Einwohner einen Schinken an einen gutgeklei-1 beten Herrn. Er forderte 1000 Mark bafür, worauf der andere einwilligte und mit einem fast neuen EintausenHmarkschein bezahlte. Tics verblüffte ben Bauer und et sagte:Für 800 Mark ist er auch bezahlt". und gab ihm 200 Mk. zurück. Am nächsten Tag mailte er ben Eintausend» Markschein weitergeben, bekam ihn aber mit dem Bemetten zurück, daß er falsch sei.

Kreis Schotten.

e. Schotten, 15. Nov. Der hiengeBol ks- bildungsverein erstand von dem Gießener Krnobesitzer Hof bcf'en Kirw mit allem Zubehör zum Prcise von 14 600 Mk. Am gestrigen Sonn tage veranstaltete br Verein in der Turnhalle die ersten Lichtspiel-Borsdellungen, wobei ein Teil be? hiefigen Phittarmonischeii Orchest.rs mitroirhe. Durch dic Beschaffung e rnte eigenen Kinos ist der Verem m die Lage versetzt, die Vorführungen für seine Volksbitdungöarbcit sruckstbringend zu gestalten und vor allen Dingen j'glichen Schund von dem Publikum sernzuha ten. Der hiesige Volks- bi'dungsverein Hal damit die Lösung einer Auf­gabe übernommen, wie sie sich das Lanbes- Wanderkino gestellt hat.

Starkenburg und Rheinhessen.

rm. Darmstadt, 12. Nov. Festgenom­men wurde eine Frau Christine Beck, Händ­lerin aus Ehingen bei Bepplingen in Würt­temberg, welche in hiesigen Blättern Anzeigen zur Lieferung von frischen Eiern, Honig usw. zu billigen Preisen gegen ein Drittel Voraus­zahlung anbot. Sehr bald stellte sich heraus, daß die zahlreichen auf die Anzeige Herein­gefallenen einer S ch w i n d l e r in in die .Hände gefallen waren, die weder die garaw- tiert frischen Eier, noch den echten Honig besaß, aber rasch in den Besitz einer Unmenge Geldsendungen gelangt wäre, die unterwegs waren, lvenn man sie nicht rechtzeitig hätte abfangen können. Sie gibt zwar an, baß bie Waren von Ulm aus verschickt werben sollten, doch haben Anfragen ergeben, daß sie auch bort kein Geschäft hat.

Kreis Wetzlar.

b. Dornholzhausen, 13. Otov. Am Mittwoch afrmb sand in ber tzfastwittschaft Rühl hier ein? Versammlung der Deutschen Volks- Partei statt, in der Parteisekretär Fischer von W?tzlar über bie Entwick ung ber politischen Ver­hältnisse nach ber Revolution, sowie üb:r wirt­schaftliche und finanzielle Fragen in mehr als ein» stündiger fHcbc sprach. Die sehr sachlich gehaltenen Ausführungen des Redners fanden unter den Der- sammlungsttt nehmern lebfa'ten Beifall.

b. Münchholzhausen, 13 Nov. In ber Nacht vom Sonntag auf Montag wurde bei dem Metzger und Viehhändler Isaak Rvstiuhal hier ein Einbruch verübt, bei dem den Dieben 7 Kalbs­häute und 5 Rindshäute im Werte von «nnäbernb 5000 Mk. in die Hände fielen. Die Diebe sind nach Eindrückung einer Schttbe durch bie Fenster in das Schlachthaus, wo die Häute lagerten, eingebrungtn und haben diese von dott aus vermutlich in Säcken »veggeschafft. Ihre Arbeit haben sie um so unge­störter verrichten fönnen, als in einer nebenan liegenden Wirtschaft aus 21nlaß einer Hochzeits­feier gerade eine Tanzbelustigung stattfand, bei ber es wohl nickt ganz lautlos zugegangen sein wird. Junge Burschnt haben nachts auf der Ottsstraße zwei fremde Personen betroffen, die auf Befragen angaben, auf einen von Wetzlar kommenden Wagen zu warten, der ihnen zwei Säcke Mehl mitbringen wolle.

b. Vollnkirchen, 13. Nov. Bei der hier veranstalteten Treibjagd wurden 8 Rehe unb 3 Hasen zur Strecke gebracht. Im allgemeinen zeigte sich auch hier, daß ber Wildbestanb nicht mehr derjenige ist, wie in früheren Jahren.

Hessen-Nassau.

Ein Millionenknnknrs.

fb. Frankfurt a. M., 12. Nov. In dem Bettcht des Konkursverwatters Justizrat Lazarus zum Konkurs des Weingrotzhändlers Adolf Bauer, bei dem die Passiva über 6 Millionen Mark be­tragen, bci&t es u. a.: Zunächst arbeitete Bauer ..berhcmpt ohne Großhant^lser aubnis. S ine Ge- schäit? betätigte er nur gegen Vorausbezahlung, wobei er bann bei inzwischen ei niet--''-nrn P reis­se gerungen in dec Lies rurg g vße Sc^vieri ketten machte. In den gegen ihn angestrengten Prozessen üb:c er Verschleppunatttt. An den Barauszah­lungen mit aitegeblicbener Lieferung sind etwa 80 Gläubiger mit über einer halben Million Mark Eeteiligt. Vor Eröffnung des Konkur'es sck)webten etwa 200 Zivilklagen gegen Bau er dessen Geschäfts­führung durchaus verworren war. Seine Privat- bebürfniife waren außerord-mtlich kostspielig. So faulte er u. a. für sich für 240 000 Mark Luxus- möbel, und sein Hausha't erfordette monat id) rund

60 000 Mark. Seine Frau trieb einen gewaltigen Toilettenau wand: der K eid.-rvcrb aucb bean­spruchte in wenigen Monaten 140000 Mark. Art eine Modesirma wurden in einem Monat 36 900 Mark, im nächsten Monat 11000 fOlarf bezahlt. Sehr bedenklich waren auch die eigaiilidxm Ge» schäitsprakOken: so wurde 1917er Burgunder untt anderer sranzösisd)er Rotwein aus A.pielwein mit Zusätzen, »lognaf auö Sprit mit ß-ärtiemittd in großen Mengen bergeftdlt. Bauer fei als Kriegs­gewinnler übelster Sorte zu betrachten. Er führte and) große 9)tengeu Weine aus dem besetzten Gebiet ein, ohne die Genehmigung zu besitzen, so daß ihm au, rinm Schlag fürzweiMiNionenMark aus ländischerRotwein beschlagnahmt wurden. Die Frau soll sich noch im Beiitze vor» Millionen befinden Diese Tatsach.m wurden m einem Beleidigungspro-.ß zur Sprache gebracht, ben ein früherer Angestellter gegen Bauer ango- ftcengt hatte, weit ihn Bauer der Untorschlagmrg von 30000 Mark beschuldigte. Die Verhandlung ergab, daß Bauer den einen Teilbetrag, wie er an­gegeben Hot, wahrscheinlich selbst vor einer Reise nach Berlin erhoben hatte, auf der er in 10 Tage» 45 000 Mark verbrauchte. Der andere angeblich von cem Angestellten untersch agene Betrag ist nie» mr, .ui das Geschäft bejah.t worden. Dauer, bei b:l,. irrtet hatte, diese arrgedlichen Unterschlagungen hätten seinen Ruin herb igesührt, wurde wegen Verleumdung zu drei Wochen Gefängnis ver­urteilt.

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nie. Frankfurt a. M., 12. Nov Tet HomburgerW underdoktor" Gustav Tldoltz Roderich Müller-Czernv ist hier wieder auf- getaucht und erklärt jedem, der es hören will, et fei jetzt Mitglied ber U. S. P. Noch vor einens Jahre hat der Gute sich alldcutt'ch gebärdet,fcew hingen" werde er keine mehr vornehmen, da ihn» die Welt zu ungläubig sei. Tie Warnung den Polizei hat also doch genutzt.

X H a n a u, 12. Nov. Die Pvli-eidivektion hat das Gesd-ä t lei Dietz ermeifte s Walds chmidt auf Grund der Verordnung über die Fernhaltung: unzuverlässiger Personen vom Handel geschlossen. Waldschmidt sitzt roegen Beteiligung an den Fleiid»- diebstählen in der Sammelwasenmeisterei in Untersuchungshaft. Es ist festgestellt, daß er Fleisch, das aus der Sammelwasenmeisterei stammt, angetauft hat.

tnc. Limbürg, 12. Nov. Der Bischof von Limburg, Tr. 91ugufHnu§ Kilian, erläßt einen sehr zeitgemäßen Hirtenbrief gegen dm Wucher- g e i ft. Der Bischof nrnbet sich an die Landbewoh­ner mit der bringtnben Bitte, die Versorgung b.T Städte, namentlich mit Kartoffeln, sicher yr stellen, denn wenn dies nicht gcidieb?, seien die Städte ein Herd von Unruhen. Wucher preise bürf» der Landbewohner unter fenen Umständen n'.hmen, während andererseits der Städter dem Bauern m'cht immer Wucher verwerfen dürfe, da es auch auf dem Lande noch ehrliche Leute in großer Anzahl gäbe, die für die Not der Großstadt VerstanbuiK hätten.

(Bericbtsfaal.

Ein Morbvro

U Marburg, 12. Nov. Unter grroalngfln Anboange trfdjäftigtc sich heute in einer umfang» reichen Sitzung das Schwurgericht mit einer rät­selhaften Mordsache, die sich in der Nacht txrm 11. zum 12. April in StettttHeri) im Kreise B o denfops ereigne c Tort wurde damals bett lairm aus der ©efange schuft zurückg l'ehrte 21j2 rigc Berg- maim Rein Hard Reichel in fettem Zimmer mit einem Schuß im Kopf als Leid» aufgehmten Der Verdacht der Tätersdiaft lenkte sich aut ten gleich­falls im Haus" wohl e:cken öerieirateten Maur« Christian Theis, der sich heute deshalb zu reranf* worl.m hatte. Ter Angeklagte be tritt ganz ent­schieden, den Mord begangen zu Halen unb gab an. Der junge Mann sei an dem Abend anscheinend betrunten nach Hause gekommen, denn er fei die Treppe henrufaepoltert. Später hätten er unb feine Frau ein Röcheln gehört unb frifatteUt, daß er vor dem Bette gelegen und l idjt geblutet habe. In ber Verlxuidlung nrurte mehrsadt angedeutet, ob trief# leicht (Siferjudit rnttstne'e, ferner war cs auffällig, dal; zwei Tage nach dem Vorfall im Bette des (Mötoten ein ause^TmntergAwmrnenes Ge.vohr ge­funden wurde, das ber ber ersten Bcsicht'gung^kcnn Mensch gesehen haben wol.te. Trr ärztlicke sach­verständige, Kreisarzt Dr Mahler aus D eden- kvps, bewies durch Borz i;en ie.t Sck lels tes Getötotm, daß Selbstmord wohl ausgeschLos en fei, der Schuß fei jedoch aus nächster Nähe abqetouert. Dic Geschworenen beiahteii nur dic Schuldfrage bett, vorsätzlicher Körperver etzung mit Tobes- crsvlg und verneinten Miderwigsgrünie Das Urteil lautete aus 4 Jahre Zuchthaus und 5 Jahre Ehrverlust. Tin: Verhandlung, Lei der etwa 45 Zeugen vernommen wurden, dauerte bis 10 Uhr abends.

an einem Sonntag abend vorsprack), um fid; nad) seinem Befinden zu erkundigen, nötigte er ihn dringlich zum BcrwcOen.

Der Besucher sttäubte fick nicht.

Ick habe Frau Lfahmitt g:fagt, wohin ick gebe. Wenn etwas vor kommt, wird sie mid> zu finden wissen."

Nun faßen die beiden Mmmer bet einer Flasche kickten Moselweins, dem einzigen Gettänk, das Der Sanitätsrat setzt zu sich nahm, beiemanier; sie sprachen von ben Zeie et ginnen und begeg­neten sich dabci m einer galligen Writanschauung, bie bei dem erneu nur der Ausfluß feiner augen­blicklichen, durch das lörcerttdv Gebiete.i hervor- gerufenen Stimmung sein mod'te, bei dem anberm inhe^ seiner ganjeii Charakter!.ecanl^gung ent­sprach. Aügemach glitt das Gesprad» au- -Liren- btunner Vvrk.nnmnisfe hinüber, und es ivahrte nicht lange, bis der Name Falkner fiel-

Ich höre ja sehr Erfreulids>s mi5_bein L'anö» häufe auf Lmdenhöhe," sagte der sanitätsrat. 9fad) ben hoffnungsvbl'.en Berichten te-2 ftzmegen 'dkrmering muß man wirk ick annehinen, daß da Zeichen und Wunder geschehen sind

Und Sie glauben an biCft Wunder

''Nachdem eine Autorität wie Pro enor Eer- siraTrn' fick auf feiten Germerings stellte, muß ick mich wohl bescheiden. Mir taaieben mein.: eigenen (^xmfen zu mad«i, wird mir allerMng^ nie» uWid vcrwchren."

Es ist nicht schwer, sie zu erraten. .Im icentg» ften für einen, der die ganze Komödie durchsckxutt."

Barcnthin stutzte. _

(fine Komodw jagen etc, ^rxatet r "-ich meine. G.rmering nxrrtete langst daraus, Sie 'auä iyun Lckknerhauje zu vechiLtgeu. -baß

Sic genötigt waren, sich von ihm vertreten zu lassen, machte ihm die Ausführung »eines Planes sehr leickt."

Es war das erste Mal, daß er iich dem <sani» tatSval gegenüber abfällig über feinen ärztlichen Dausgenossen äußerte. Und ter alte Derr beob- acksteto darum eine ge.uine mißttauisch: Vorsicht.

So möchte ich die Tinge doch nickst anfefcen: an fernem guten Glauben zwei'elte ich bisher nicht."

Ter Apotheker saß mit finiterem Gesicht.

Tas müsfen Sie besser beurteilen können als ich. Jedenfalls war es für ihn kein geringer Er­folg, Sie aus dem Felde gesck^agen zu haben."

Glauben Sie, daß ihm sehr viel daran ge­legen war, gerade bei den Falkners anzukommen? Seine Praxis ist doch schon groß gmug."

Vielleicht waren ihm der reiche Patient und das zu erwartende Honorar in diesem Falle nicht einmal die Hauptsache"

Sic drücken^ich rätselhaft aus, lieber Brandt; c-3 scheint, daß eie Vermutungen hegen, dic tch allerdings nickst zu erraten vermag."

Mehr als Vermutungen, Herr Saniiätsrat.' lieber das, was Germering nach Lindenböbe zieht, bm ich so ziemlich, im klaren."

Tie Neugier leuchtete dem Alten aus den Augen: aber er scheute sich noch immer, fte auch m Worten zu offenbaren.

Darum hab: ich mich ja eigentlich nicht zu kümmern. <xiti>em der Kollege alle Verantwor­tung aus sich genommen hat, gehen die Vorgänge im Haufe Falkner mich im Grunde nichts mehr an."

Tas schnür mir nicht so; ich glaube, birte Truge raecbei Sie fchou noch beschäfttssi. Das

Spiel begann für den Herrn Dokter Germering allerdings sehr ergötzlich, aber wie es enden wird, steht doch noch dahin."

Nun machen Sie mich wirklich gespannt. Ich verstehe rein gar nichts von Ihren Auceuttnigm: Sie sprechen von einem Spiel, das der Kollege treibt. Mtt wem denn? Doch nickst mit dem fronten Falkner?"

Vielleicht auch mtt ihm. Aber das ist höctz« stens Mittel zum Zweck. Herr Germering ist nickst bloß Arzt, sondern auch Mensch."

Natürlich. Wie wir es alle sind, mein guter Brandt.' Ich bemühte mich darum auch immer, ine Handlungcn derer, die mir Heb e3 zu fügten, auf Grund ihrer menschttchm Schwächen zu entschul­digen."

Ter Apotheker erwiderte ungti>uQ>:g:Tas war Ihre Sach:. Für Schurkereien aber, die gegen andere verübt werden, soll man nicht nach solchen Entschuldigungen sucken."

Sie gebrauchen da ein hartes Wort. Ich hoffe, es soll sich nicht auf den Kollegen Germering be­ziehen."

,13a. Uno wenn es Ihnen Vergnüge» machst, mögen Sie ihm meinet Deren nnrO* riefen, was ich gejagt habe: bei erster Gelegenheit tage ich's ihm ohnehin ins Gesicht."

,^Jch bin auf4 höchste trfanznt. Um GotteS willen, mein lieber Herr Brandt, hüten Sw Ihre Zunge: etwas, das einen so lfaßlnyen 'Jixrpwn ytiN diente, hat mein junger Sx>Liege dock 'ichcrttch nickst getan."

(Fortsetzung folac