Regierung .und die Ermittlungen her Hohen Kommission erwiesen, daß Regierungspräsident Dr. Momm in Wiesbaden, der durch die Entscheidung der Rheinlandkommission wegen der Beschuldigung stillschweigender Beteiligung oder erheblicher Pflichtverletzung des Amtes enthoben und ausgewiesen war, an dem Tatbestand persönlich unbeteiligt war. Trotzdem glaubt die Kommission, dem Präsidenten den leisen Vorwurf, daß die Wiesbadener Polizei nicht aufmerksam genug war, nicht ersparen zu können. Die Maßnahmen gegen Polizeirat Str erbe lein hält die Rheinlandkommission jedoch aufrecht, so daß es bei der Ausweisung aus dern besetzten Gebiet verbleibt.
Ententeansprüche.
mc. Co b lenz, 14. Nov. Die interalliierte Rheinlandkommission hat angeordnet, daß alle Züge, in denen sich Abteile für Angehörige ' der Entente-Armee befinden, geheizt' werden müssen.
Gberschlesien.
Berlin, 13. Nov. (Wolff.) Korfanty hat einen Aufruf an d-ie oberschlesischen Jnduftriebeamten erlassen, worin er sie aiiffortett, dem polnischen Plebiszitkommissariat mitzuteilen, ob sie bei der Zuteilung Oberschlesicns an Polen das Gebiet verlassen oder im Lande bleiben wollen. Dieser Aufruf Korfantys, der glauben machen will, daß die Abtrennung Ober- Schlesiens vom Deutschen Reiche außer Frage steht, »st eine unerhötte Anmaßung. Die oberschle- fische Bevölkerung und mit ihr die deutschen Beamten der oberschlesischen Industrie, deren Wohl *unb Wehe unlöslich mit dem Deutschen Reiche verbunden ist, werden wissen, wie sie sich dieser Zumu.sung gegenüber zu verhalten haben. Es ist nur bedauettich, daß ein deutsches oberschlesisches Blatt sich zum Sprachwhr Korfantys macht.
Dar Slldmevt am Völkerbund.
London, 13. Nov. (WTB.) Lord Sel- b o r n e, Lord Grey und Minister Barnes veröffentliche eine Denkschrift über die Aufnahme, der ehemals feindlichen Länder in den Völkerbund, in der es heißt, diese Frage sei von höchster Wichtigkeit und müsse tei der bevor- stehenten Völkerbundversammlung in Gens besprochen werden. Der Weltfriede könne am besten durch die Aufnahme aller Völker in den Bund gesichert werden. Je länger die ehemaligen Feind aus dem Bund ausgeschlossen blieben, um so schwieriger würde es für den Völkerbund sein, seine Aufgaben durchzuführen. Die Brüsseler Finanzkonferenz wäre ein Fehlschlag gewesen, wenn die Delegierten der ehemals feindlichen Länderi nicht daran teilgenommen hätten. Dasselbe gelte auch für die Erörterung der europäisch«! politischen Fragen. Die Unterzeichner erklären, daß sie nicht etwa zugunsten Deutschlands, sondern^ zugunsten Gesamteuropas sprächen.
Die Genfer Bölterbundverfammlung.
Genf, 14. Nvv. (WTB) Die Vorbereitungen für die Eröffnung der Völkerbundversammlung in Genf geben ihrer Vollendung entgegen. Die Stä t ist r.ich beflaggt. Zu Ehren der Eröftnnng der Völkerbuntverämmlung fanden beute vvrmi tag feierliche Gottesdienste statt. Eine bewegte Menge versammel e sich nachmittags 4 Uhr in den großen mit Blumen geschmückten Empfangs- raum des .Botels Bergues. Die nach Hunderten zählenden Vertreter der ausländi'cten und Schweizer Presse traten zu einem Dom Genfer Staatsrat bereiteten Empfang an. Gignioux, der von brr Genfer Regierung mit den Angelegenheiten des Völkerbundes betraut ist, begrüßte in einer Ansprache die Vertreter der Presse und er Härte, daß t'ie gesamte Genfer Bevölkerung sich dem herzlichen Willtlommengruß anschieße. Die Genfer Devoll'e- nmg habe Vor 18 Monaten mit großer Freute Kenntnis genommen Don der Wahl Genfs als Sih des Völkerbundes, und die Genfer wären imtröst- Uck, wenn dieser Völkerbund sich nicht entwickeln und der Welt den Finten sichern würbe, den die ganze Menschhttt so sehr herbeisehne. Als zweiter Redner bogttißte E. Chapuisat, der Präsident des Cercle de la Presst und Direktor des „Journal de Genöte", die Vertreter der Presse. Er erflirrte, da-; die Genfer Pressevrganisativn sich naef> Kräften bemühen Ivette, den Vertretern der auswärtigen Presse ihre schwere Ausgabe zu er- leichitern. — Der Empfang gab den Vertretern der Presse, die aus fast allen Ländern der Welt lin Genf zusammengrströmt sind, Gelegenheit zu gegenseitiger Aussprache.
Die Ablieferung von Milchkühen.
Berlin, 13. Oft. (WTB.) Zu den Verhandlungen in Paris über die Abgabe vonj 810 000 Milchkühen wurde als Vertreter des Deutschen milchwirtschaftlichen Reichsverbandes, Landwitt Seidler (früher Cassel- Philivpinenhof) von der deutschen Reichsregierung zur ^teilnahme bestellt.
Eine Rede Harbin-».
Amsterdam, 13. Nov.'(Wolff.) Der „Delegraaf" meldet, daß Harding bei der Feier des Waffenstillstandes in Browns Ville an der mexikanischen Grenze vor einem zahl
reichen Publikum, unter dem sich viele Mexikaner befanden, eine Rede hielt, worin er sagte: „Wir wünschen überall freundschaftliche Beziehungen und'wir fördern den Frieden, doch wünschen wir Freiheit für unser eigenes Amerika. Ich glaube, daß die ehrenvolle Stellung Amerikas auf dem Meere und die Achtting, die es auf dem Gebiete des Handels genießt, dann sicherer in der ganzen Welt größeren Einfluß haben." Zum Schlüsse erklärte Harding: „Amerika kämpfte, wie es einem freien Lande geziemt, indem es allen Haß und alle Habsucht auf» gab, sobald der Sieg errungen war".
Der Entwurf einer neuen Sd)!iii}tung$orönmtfi.
Berlin, 13. Nov. (Wolff.) Vorn Reichs- arb itsmini'eriun wird uns mitjrteilt: Nachd m bi? Beratungen teendtt sind, die von der 18glied- rigen Kommission, bestehend aus Vertretern der großen Arbeitgeber- und Arbtttnehmerverbände im Reichs arbe t miiifte iu n ü er bin vor lausigen Ent roitrf der Schlichtungsordnung geführt worden sind, werd zur Zeit der endgültige Entwurf unter weitestgeh nder Berücksichtigung der Ergebnisse der Kommt sionsberatungen ausg arbeitet. Dieser wird nach Fertigstellung entsprechend der Bestimmung ter Reichs versa sung zunächst dem Dorläufigen Reichswirtschastsrat, alsdann dem Reichsrat und sch'ießlich dem Reichstag zug^hen. Mit derEirb.in u.ig des Gesetz ntwurss im Reich - tag Fann für Anfang nächten Jahres gerechnet werden. Was den Inhalt des Enttvurfes der Schlichtungsordnung anbelangt, muß gegenüber anderslautenden Notizen betont werden, daß die Schlichtungsordnung nicht ein Polizei- ober Zwangsgeietz werden soll, sondern dazu bestimmt ist, auf der Grundlage des freien Selbstbest i m m u n g s r e ch t s der Par eien eine gütliche Einigung in Arbeiterstr-itigk iten in einer für beide Teile versöhnlichen Weise herbeizuführen. Diesem obersten Gesichtspunkt werden sich alle Bestimmungen des zur Zeit in Arbeit be- si.idlichenEntnurss terSchichtungsormung unterordnen müssen.
Aus dern AeSche.
Beschlüsse des Ncichsrates.
Berlin, 13. Nov. (WB.) Ter Reichs- rat tat den Gesetze itwurf 'zur Sicherung eirer einheitlichen Regel ung ter Be am ten bes o l - düng (S p rr g s tz) gegen die Stimme Baverns und Den Ges tzentwurf zur beschleunigten Erhebung des Reii>s.iot> Pers und der Krieg: ad gebe von V rm gens uwa..,s ei ifrimn.ig ante.irmme i. Für die Stnegiabgabc wird die Frist von neun auf drei Monate verkürzt, vom Reichsnotopfer wird mindestens ein Drittel t.i ycet gleisten Teilen vom 1. 2. und 1. 8. 1921 eiw- gefortert und die vorläufige Beoacklagung des Reichsnotopfers angeo ebnet.
Eine Versammlung von Betriebsräten und Arbeitslosen.
Berlin, 14. Nov. (WTB.) Die Betriebsräte der Alt- und N e u ko rn rn u n i st e n, etwa 180 an der Zahl, hielten heute vormittag im Spottpalast eine Versammlung ab. Nachdem mehrere Redner gesproeten hatten, erschienen Plötz- lich in großer Zahl Arbeitslose vor dem Gebäude. Eine Deputation begab sich in den Saal, um für sich ebenfalls Redefreiheit in Anspruch zu nehmen. Nach längerem Parlamen- tieren gab der Vorstand angesichts der drohendenj Haltung der Arbeitslosen nach und gestattete, daß die Arbeitslosen ebenfalls zu Wotte kamen. Sie ergingen sich in wüsten Angriffen gegen die Betriebsräte, verurteilten die vapiernen Resolutionen! und verlangten, baß man sofort zur Aktion übergehen sollte. Der Vorstand der Betriebsrätever- iammlung wurde von den Arbeitslosen, die inzwischen in erheblicher Stärke in den Saal ein» gedrungen waren, mit den wüste ft e n Schimpfworten belegt. Der Tumult steigerte sich derart, daß die weiteren Redner nicht mehr zu verstehen waren und die Versammlung geschlossen werden mußte. Beim Hinausströ- men der Versammlungsteilnehmer kam es nach heftigen Wortgefechten zu T ä t l i ch ste i t e n , wobei mehrere Personen übel zugettchtet wurden und zum Arzt gebracht werden mußten.
Eine deutschnationale Streikinterpellation.
Berlin, 13. Nov. (Priv.Lkel.) Der Vorsitzende der deutschnationalcu Reichstagsfraktion, .Herg t, hat im Namen der Frattion folgende Interpellation zum Berliner Eleftrizitätsstteik eingebracht :
3U ter Nacht vom 5. zlum 6. d. Mts. sind die Arbeiter ter Berliner Elektrizitätsnvrk' unter Bruch aler gewerkschaftlichen Grundsätze in einen ^genannten wilden Streik getreten, dw bis zum 11. d. Mts. gedauert hat. Durch den Streik, von dem die ganze Elektrizitätsversorgung Berlins betroffen wirrte, sind die schwersten Schäden und Gefährdungen für das ganze Wirtschaftsleben, für den Verkehr, und zwar auch der Staatsbahnen, für bte öffentliche Ordnung und Sicherheit und für ßebni und Eigentum der Bevöikerunr herauf- beschworen worden. Was gedenkt die Reichsr:gie- numg zu tun, nm künftig älm ichen Streiks wirk- tarn zln tegeguen und die Staatsantorität auftecht-
Eieße-.er Nonzertoereln.
Gießen, 14. November.
Georg A. Walter (Tenor) und Elsa Walter (Klavier): Bach—Schumann.
Es lag etwas wie trübe Novemberstimmung über dem Beginn des Konzetts. Die Unbill der Witterung hatte den Sänger erfaßt und eine Programm änoerung erzwungen. Tie dadurch herbei- geführte Beeinträchtigung des Gesammeltseins iwüte erst überivimten werden. Bald aber »sandelte sich unter der „ganz überweltlichen Musik" ter Arie „Die Seele ruht in Jesu Händm", '-lüs der Bach-Kantate Nr. 127 und den dumpl hallenden Glockenklängen im Andante von Bachs Italienischem Konzert die trübe Stimmung in die weihevoll-schwere ter Toten feier z it. Das Presto des Konzetts half über das Trübe und Schwere hinweg. Auf Bach (außer den genannten Wetten - Tokkata C-Moll, und Rezitativ mit Arie: „Setz was die Liebe tut" aus Kantate Nr. 85) folgte Schumann. Ein größerer, aber auch reizvollerer Gegensatz als zwischen der strengen Männlichstit des Thomaskandors und der bis zur Sell"?auf-, Lösung hingehenden Weichheit des musikalischen.'
Poeten läßt sich kaum denken. Nur die grafte Verehrung des Jüngeren für den „inkommensurabeln" Aelteren schlägt ba eine Brücke. Schumanns „Da- vidsbündlettänze" op. 6 sind eine Sammlung kurzer Charakterstücke, die weder durch die Idee einiger im Tavibsbunide gegen die Philister geeinten Phantasiegestalten von leidenschaftlicherem (Florestan) oder milderem (Eusebius) Wesen, noch durch die in einem Briefe Schumanns angeführte eines „ganzen Polterabends" innerlich zusammeu- geb alten werden, sie lassen in den verschiedensten Stimmungen eine nicht immer gesunde männliche Empfindsamkeit sich mit verstehender, verzeihender, mahnender weiblicher Güte anseinantersetzen. In dem unvergänglichen Liederkreis „Dichterliebe" hat Schumann Heineschen Gedichten Inhalt und Adel gegeben.
Die Pianistin Elsa Walter (Haas) trug die Hauptlack des Abends mit einer bewundernswerten ■Sütei tiiier. Ihrer künstlerischen Natur ist aufs gluckl'chi'e ein Zug von herber Energie beigemischt, zier ne befähigt,, die gewaltigen s2£ufgaben de«
—ipottionen zu beiuäüigen. Besonders eniirfjen Konzert erfreute sie durch ol ltling nten Anschlag, taubere und
• r’,t<K ^^alcit. Ganz be- erscheint fte berufen, Schumanns
Wirer batten? Ist die Reichsregierung bereit, die Technische Nothilfe, falls dies erforderlich sein sollte, zii'eckentsprechend zu ergänzen und aus- yttefialten, insbesondere aber die zu treffenden Vor- Üehiungen dahin auszutelmen, daß nttbt, nur die fßerforgnnwj der sogenannten lebenswichtigen B?- triebe, sondern auch die der gesamten Bwölkerung mit Elektrizität, Gas und Wasser fitfergefteHt wird? Ist die Reichsregierung ferner bereit, zur bmreimten Erreichung dieser Zwecke 'einen Gesetz- enthrnrrf vorzulegen, ter die am 10. d. Mts. zum Sckmtze gog«n wilde Streiks und wilde Aussperr- imgen in lebenswichtigen Betrieben -nlaftene Verordnung tes Reichspräsidenten ersetzt und ergänzt imd desen Schutz ter lebenslvichligcn Bettvwe auf den öffcntMjen Verkehr und die Landwirtschaft aus dehnt?
Ncichstarif der Banken.
Berlin, 13. Nov. (Wolff.) Der Reichsverband der Bankleitungen ermäch- ttgte in der Hauptversammlung am 9. November die Geschäftsleitung wegen Verlängerung des Reichstarifvertrages bis zum 31. März 1921 mit dem Deutschen Bankbeamtenverein und dem Allgemeinen Verband der deutschen Bankangestellten in Verhandlungen e nun treten und hierbei die Erhöhung der Verheiratetenzulage auf 3600 Mark sowie des Gesamteinkommens um 10 Prozent für die ganze Dauer seit Beginn des Reichstarifverttages vorzusehen. Außerdem sollen die bezahlten Sonderzulagen nicht angerechnet werden?
Aus Stafrf und Land.
Gießen, den 15. Nov. 1920.
Fahrptanänderungen am 15. November.
Wichtige Fahrplanänderungen treten mit dem 15. November ein. Die Seeverbindung zwischen dem Reick und Ostpreußen wird verlegt. Die Züge Berlin—Swinemünde und Pil.au —Königsberg Wirten tt-Züge, ab Berlin 6,32 nm., in Königsberg 6,15 nm., zurück von dort 9,25 vorm., an Berlin 9,00 vm. Ndontag und Donnerstag ist in Swinemünde 10,30 nm. Anschluß nach Danzig, an gegen 3,30 nm., zurück von dort 11,00 vm. am Mittwoch und Samstag. Von Karlsruhe wird eine durchs heute Verbindung über Franksutt und Hamburg nach ©Ban. intimen eingerichtet, ab Karlsruhe 646 nm., von Fr-an ksurt 9,47, Gie ßen 11,30, Kassel 1,52, an Göt in gen 3,04, Hannover 5,05, Hamburg etwa 8,20 vm., ab 8,27 Lübeck 9,30, Rostock 12.16, an Kopenhagen 7,59 nm., Stockholm 9,40. Christtania 4,10 nm. Aus Wiesbaden ist Anschluß 7,17, aus Mainz 7,30. Von Hannover ist auch Anschluß nach Bremen 5,40 trüb, au 7,42. Zurück fährt man von Hamburg 10,24 nm., Hannover 2,00, Göttingen 4.12, Kassel 5,38, an Gie ßen 8,04, Frau ksurt 9,42, Karlsruhe 12 55, an Mainz 10,10, Wiesbcwen 10,30 vm.; ab Bremen 11,40.
*
** Raub mord. Am 12. November vormittags würbe auf einem Feldweg zwischen Orleshausen und Kalbach bei Büdingen ein unbekannter Mann töt aufgefunteu. Er ist durch vier Revolver- schüsse in den Kopf, Hals und Brust evschosseu worden. Anscheinend liegt R a u b m v r d vor-. Ter Gelötete tvar efcua 26 Jahre alt, hatte sckstauken, muskulösen Körperbau, volles, dunRes, zurückge- kämmtts Haar, kleinem bimtei Schnurrbart, mache einen sehr iutellsgatten Eindruck. Bemerkenswert war die sehr saubere Körperhaltung und der Umstand, daß er frisch rasiert war. Er war bekleidet mit brauner Manchesterhose, wollenem Wams und sog Kümmel und Salzrwck, und guten, hohen, frisch gesohl en Poleustiefelu, Un erwäsch einfach, aber sehr sauber. Unter der Manckiesterhose eine sckwarze Tuchhose, die mit Gür el und rusfisck)em Kopp.lschlvß gehalten warte. Ter Ermor'ebe tette uich s bei sich, was über seine Per'önlick,Leit Auskunft geben könnte. In ictncr Weste unter dem Wams fand fidj eine silberne Remiin o.ruhr ohne Numincr, aber mit rinem Uhrmack er. e arattirzir- ck,e>i 7597 K., an silberner Kette mit Medaillon, das zw.i russisckx Kttersgesuuge e darsdellt, vLU denen der eine Aehulick)Leit mit dem Toten hat. Tie Uhr war in einem Uhrsckmtzgehäuse, das auf der Rückseite als Verzierung ein eisernes Kreuz mit zwei Fahnen, oben die Zollst 1914, unten d.e Aufschrift „in Treue fest" hat. Im Gehäuse Ausschnitte aus einer landwirtschaftlichen Zeitung. Ferner wurde bei dem Dolen ein Stück einer russischen in Berlin ersckieinenten Zeitung grfunten. Es hat den Anschein, als ob der Ermordete frü'Ler russischer Kviegsg.'fangener in Deutschland wat. Tie StaalsanwaltsckiQft Gießen ersucht um Ermittlung bei noch in Deutsckstand lebenden Polen und Rmsen, bei Landw rten, die Nusscm ober Polen besckMtigleii oder tesck?äftigt hate.r, an te.i Ba^stn- Höfen, in früheren Russenlaaern und wegen der Uhr bei Uhrmachern um Nachricht, damit zunächst einmal die Persönlichkeit des Toten festgestellt werden kann.
** Aus dern Stadttheaterbureau. Oskar Miltes Komödie „Bunbur y", die in der morgigen Abonnemenlsvorftellung hier- zum ersten Male gegeben wird, ist in letzter Zeit von nner gröberen Anzahl Bühnen neu einftubiert Worten imd zwar überall mit starkem Erfolg. An einer Berliner Bühne fand im Heichst bereits die him- teittste Wiederl-olrmg statt. Das Berliner Tageblatt
Etgenatt gerecht zu weiten. Sie ist Florestan genug, um Eusebius schatt belichtet heraustreten zu lassen. Der Farbenreichtum, den sie in den Tavidsbündlem verschwenderisch ausstreute, war erstaunlich. Hier gab ein tiefes Frauengemüt von seinem Besten.
Georg Walter, von ter Gattin in vollendeter Weise begleitet, mußte es sich versag, feine herr.ichen Stimmittel twll zu ente tem Staute 2:1 für Ballspielklub Merkur 1904. Hörer zum Entzücken hinttß. Vom Technischen müssen die vorzügliche Aussprache, die glockenreine Tongebung, die fabelhafte Atemkunst erwähnt tperben. Allem voran steht aber die im Tiefsten ergreifende Innigkeit des Vottrags. Unter diesem Vortrag wuchs das Schlußlied der „Dichter- liebe" zu unl-eimlicher Größe an. Den Eindruck dieses Liedes roirb mancher Besucher noch lange Zeit mit sich Herumtragen. R.
s.n^. Darmstadt, 13 Nov. Sern vierzrg» jähriges Bühnenjubiläum feiert in der ersten Dezemberwoche Regisseur @eorg Heinrich Hacker. Der JüLiiar wird an seinem Ehrenabend int Lautestheatec den Faust spielen. Hacker ist! Ehienmitgckcd tes Landesthoaters. ।
rriw;
Men u
mc. Frankfurt a. M., 14. Nov. Im ianyj „Offenbach" wurde heute die große bis zum kÄM des Jahres währende Ausstellung derZM samten Frankfurter Künstlers eröffnet. Bei der Vorbesichtigung am SaEM wies Maler Nußbaum aus die bedeutsame latetdfrf hin, daß es zum erften Male in Franksutt 1 lungen fei, alle Künstlergruppen zu einen. Sted' rat Tr. Landmann gab im Namen der Stadt uut der Bauleitung feiner Freute Ausdruck und b-> tonte ausdrücklich, daß es sich die Stadtverra' tung immer angelegen sein lasse, Kunst und Kmi!< ler zu schützen und zu unterstützen. Tie stellung, an ter Malerei, Plastik. KunstgeMÄtr und Graphik beteiligt sind, zeigt 800 Objekte
fb. Herchen, 13. Nov. Einen interefsattü Müuzensund mach en einige Sckftiler tes Cß bagogiumä in Herchen. In einer DetgrabtTC Urne fanden sie eine Reihe von Münzen, >r unter mehrere Taler von Augsburg, Köln, Brai^i und Spanien. Die Münzen, die gut erhaben ’üt' scheinen während tes dr.ißigjährigen Krttges *o- vergraben worden zu sein.
Zah
iansK früher A Groß ketnHnd-in:
2-8 Uh nur in
(i
■itirev, tu. ^wnrntlie |i fc bei Hau-tt
H. Hanp Booimüblt
'•odernen . önicker Mrahe 6ä
in
bring hir qu5
WenSI
Hessen-Nassau.
mc. Frankfurt a M., 14. N?V. Mehic tausend Franlftur'er Mieter bn^tevierten btu im großen Börsen "aal gegen die beab ichtty^ 60tztt heutige MielpveiserhölTung und gleich« ttig ge.it die beabsichtigte Abwälzung ter Sxnil
steuer auf den Mieter. Es wurde beichlosfen- H einen Zahlungsstreik einzutreten, w mi man tii dem Willen der Mieder nicht willfährig -itzlN wolle.
X H a n a ü, 14. Nov. Verhaftet tourt» te Direktor der Haucnier K l e i nb a h n - A k t ien gesell sch ast O. Büfter, ter im Verdachte M Kettenhandels und die Schieberei ft'ht. Ec bat tooi ReichsvenrErfungsamte in Hanau in einem lagiembe Kisten mit angeblich minderwertigem LH halte für 500 Mk. angekaust. D eser Ankaun V
<5
’3Vm
V ]i(rii6^ 1 itt fct nfll Kitnj
v
kZtlldente fritdtrf kä te Ljjjbtr, o U feiner
W
S fr«?
L'ifSWx tecM
Kießcn
9 b -MH W »”■ atitr 3abrer i!nn Xretel jjgo&Ä
kiro.'lt. Unt M in tint
iBtnit sch.« lkiLlners. s tarfflii ei Ifriflantriru ^niidiadtn t nai feine u6 bambu: MItmtcniht ih Liebste hä ter Aus abe um btt
nannte in einer Besprechung vom 17. Septemb- 1920 diese „tttviale Komödie für ernsthafte LeiE das „bezaubernde Gipfelwerk Oskar WildesL- Lustspiele" und schließt der Artikel wie folgt: „Aich jede hundertste Vorführung desselben Stückes erwähnenswert. Oft entspringt sie tem G schatt seist eines Kulifjenmaniues. Hier entsprang sie ten Geist eines Dichters."
** Wohnu ngsnot und Eheschlie ßungen. Angels ter ülergvoftm Iahl Eheschließungen ha en die würc.cmb rg scke i Wtt, nunßsämter auf ihrer letz en Konftrcnz leck-los er den Paaren, bei denen ter Bräu igam noch ni 25 Jahre alt ist, keine Wvl/nung zu gtixn. Aef Maßnahme dürste auch für die Wohnungsäntte anderer Städte erwäg-nswett sein, da dadurch d älteren Paare mehr Aussicht haben, zu einer Wck> nung zu gelangen.
** I m Allg. Deutschen Sprachvev ein hält am Mvnbag, den 22. November, u 873 Uhr Privabtezewt Dr. ,8L b Grolma einen Ävrting über „Die spvachlite Cestaltu von Goethes Nov.ckck".
*’’■ Uebernahmevvn Kosten türmet beHandl ung. Es wird trirber'Io t daraus hi gewiesen, daß Anträge aus Uele.nähme von Kost für Heilbelandlung, insbesontere Kli ik.'-- u Zahnersatzkosten, für die Folge von ter Slät tisck Fürsorg'stel.'e für KiiegsbesttMigte und K tif Hinterbliebene nur l'erücksichtt'gt werten könne, nxrrm sofort bei Beginn ter ävzttitei Vebandck entsprechende Anträge g^-stellt we.den. Nach-tro lich augeforterte Küste i n*er:<en zukünftig gnti sätzlich nich-t m.hr übernommen.
** Der Kriegerverein Gießen b» anstaltet Donnerstag, 18. Nov., abends 8y2 U eine Versammlung im Veiemsckkal „Zum feiler". (Siehe Anzeige.)
** Der Henker von St. Marin, b:«rc mittelaltettiche Mysterienspiel, w'n) beute im Lick, spielhaus Bahnhofstraße zum letz en Male gege: e. Der Besuch ist sehr zu empfehlen, da das Spi sich, jeder blutrünstigen Sen a ion fembält und j Rahmen eines entzückerten mi.telalterlickieu Stc chens sowie einer Burg ergreifende Legcntei zeigt.
Starkenburg und Rheinhessen.
(?in Einbruch im Jnstizvalaft.
R.M.K. Darmstadt, 14. Nov. Die Di^ stähle in den Gerich'sgebänten sind bei der h'> tigen Frechleit ter Diebe ja nichts settmes meh, weniger häufig dürften dagegen wirk iche Einbriiis« zu verzeichnen fein, wie wir einen so chen aus bei hiesigen Gerichtsgebäute me.’ten können. Der sictz tritt den Verhältnisfen gut vertraute Dieb brq durch Einschlagen einer Scheibe tes Zimmers tz Kriminalkommissärr im Parterreswck in das M bäute (in ter Nacht zum Samstag), legab sich burj die Treppen tes ganzen Hauses nach der im Di» stock befindliche n Ge.ichlsschreiberei des Ani!^ gettchts I, erbrach tert einen Tisch und en'wendq daraus etwa 4000 Mark, die als Gerichtskoste^ Strafgelter eingegangen waren, sowie vnschiedtz Ringe und Wertsachen. Auf jeden Foll ist es eizl Persönlichkeit gewesen, die genau mit dm Gewvt« teilen tes Gerichtsschreibers bekannt war. Jidci< falls wurden andere Zimmer nicht erbrochen. M«I ist eifrig beschäftigt, die hinterlassenen Spuren bi Täters zu verfolgen.
Beilegung des Streiks bei der SüddeutM Eisenbahn.
Darmstadt. 13. Nov. (WTB.) Nachts die Forderungen der Angestellten und Arbeit« der Süddeutschen Eisenbahngefellschaft bereinig wurden, hat ter Streik ein Ende erreicht. Betrieb wird vom 14. d. M. ab in vollem Umfaii wieder ausgenommen.
rm. Darmstadt, 14. Nov. Die Darmstädr Luftschiffhalle, die im Jahie 1914 M zweijähttger Bauj-eit unter Leitung tes Regi^ rimgsbaumeisters Linke (Darmstadt) fertiggcstcl wurte und etwa zwei Millionen Matt kostete, ii nunmehr auf Grund des Versai ler Vertrags uu Abbruch an einen Un einehmer verkauft nrora; Der Abbruch hat schon be;wnnen.
s.w. Darmstadt, 13. Nov. Der B u n d i<k technischen Angestellten hatte für heü Vormittag zur Streikabstimmung aufgew tert. In ter letzten Minute fanden sich jedoch tii| Arbeitgeber bereit, am Nachmittag die Verhaiv! lungen wieder aufzunehmen, die zu ctuir Eini-vy führten.
im August v. I. erfolgt. J^tzt hat sich ergeben, M". 711 u, diese Gegenstände einen Wwt von 2 0 000 Ml j
sitzen. Die Angelegenheit kam ans Licht, als BWWNli e< große Poften Stemm- und Stecheisen, Lochte^ti '•) Holtz- und EisenLvhrer usw. in ausivättism Zs L. ' timgen antet. J ÖQj
OHt )


