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äonen vor: Der Vormarsch vom Dongebiet tr.iS ins Herz Großrußlands nach Moskau uib ein Stoß von den Küsten des Asowschen u:ib Schwarzen Meeres in die Ukraine hin­ein, um Fühlung zu gehmmen mit den anti- st'lschcwistischen Bewegungen der westrussi- fyn Randstaaten. Frankreich ging jetzt mit Begeisterung auf die Wvangelschen Pläne ein itb unterstützte sie durch diplomatische An­erkennung derSüdrussischen Regierung".

England war klüger. Es opferte den bal- ischen Baron schon im Anfangsstadium sei-

Vormarsches der Verständigung mit Ruß­land. Uni) es kam, wie es kommen mußte. Drängel, der, um vorwärts zu kommen, truppen und Zufuhr im Stile der Saloniki- erhiedition gebraucht hätte, konnte sich mit fetnen 15 bis höchstens 20 000 Mann, ohne Ifabe, ohne besondere Ausrüstung, ohne ^eldartillerie, in dem Augenblick nicht mehr rrsbreiten, als die Sowjetregierung ihm eine Kavallerie von allein 25 000 Mann entgegen»

rorf. Dazu kamen 75 000 Mann rote Linie. thangel mußte den Moskauer Plan sehr u|cb fallen lassen und sah sich auch außer- MiiMde, den sehr wichtigen Vorstoß nach Mord- K^ten, der ihm den Zusammenschluß mit Meiljura bringen sollte, fortzusehen. Die Wkolschewisten erlitten zwar durch dre ukraini- fcn Banden erhebliche Einbuße an Auf- Miarschgebiet urrd damit an Lebensmitteln. Mber sie rückten auf enger Straße unauf- Wrltsam vor und zwangen Wrangel, sich auf Wie Perekoplinie zurüc^uziehen, das Mißt, sich auf die Krim zu beschränken. Die kfertigte Linie Siwasch-Perekop bot alle Vor- üge der Verteidigung. Aber auch dafür er- tf?3 sich die Armee der Gegenrevolution zu Mhvach. Die roten Truppen haben die Land- titge von Perekop besetzt, die östlich der Krim Wiegende Stadt Siwasch genommen und drin- xrn in die Krim ein. Rach einer letzten russi- Mhen Meldung ist die Linie Karad-Schanaj laicht Trotzki soll persönlich die Leitung ter militärischen Operationen gegen Wrangel dl die Hand genommen haben. Sein Haupt- W Mrtier befindet sich angeblich in Cherson. M.!«mit wäre, wenn man den Nachrichten der Miwjetpresse Glauben schenken darf, das Möicksal der Gegenrevolutionäre besiegelt. IW'angel müßte die Krim räumen und ber» Mhen, die Reste seiner Armee auf französr- Mhen Schiffen nach dem Kaukasus zu bringen. |i|tter es ist sehr fraglich, ob ihm dies noch 81 F'inflt. Denn, wie es in Moskauer Funk- zr'pmchen heißt, sind seine Leute bereits von l|tai roten Truppen umzingelt. Die Well wird

4lv vielleicht das traurige Schauspiel eines 'tÜlen, sang- und klanglosen Abzuges etner Hainen tapferen Schar erleben, falls es bieje Mne Schar Verzweifelter nicht vorzieht, sich der roten Uebermacht erbrücfen zu Ia|» p. Deutschland ist bei diesem Drama jetzt ein unbeteiligter Zuschauer geblie» Die Abhängigkeit Wcangels von Frank­sch verhindert bisher jede Verbindung mit Ja, es soll ein Geheimverrrag zwischen r-ankreich und Wränget bestehen, der den

^nerai verpflichtet, jede Beziehung za y iU

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Wrangels Ende?

Im vorigen Jahre las man eine Zeit «eng taalich von Koltschak, Denikin, Jude- i-.tsch in Verbindung mit geographischen fiamen in Sibirien oder Ostrußland, bei Petersburg, am Don oder Dnjepr. Es wurde vorgerückt und zurückgegangen. Bolschewisten iah Antibolschewisten meldeten Gefangene, iioberten Geschütze und so weiter. Ganz wie n den vier Jahren des Weltkrieges. Nachdem iid) das Schicksal dieser gegenrevolutionären Verführer aus aussichtslosen Posten erfüllt totte, tauchte der baltische Baron Wrangel in der Krim auf, unterstützt von englischen Zchiffen und französischen Versprechungen. General Wrangel war längere Zeit Stabschef Denikins und verstand sich auf den Krieg lit den Roten. Er bedrohte, indem er aus iriner natürlichen Festung, der Krim, einen Fiisfall machte, der überrascheitde Erfolge ?cacyte, Sowjetrußland an der empfiudlich- i:en Stelle. Donkohle, Kubankorn und Da- trnaphta kamen in Gefahr. Den Sowjet- Herrn erschien der Angreifer im Süden bald ^esährlicyer als der Polenmarschall Pilsudski, unb sie beschlossen auch diesen Krieg. Es fang wie ein Aufruf an den letzten Mann, her seine Flinte tragen kann, als von Mos- liu die Arbeiter aus den Werkstätten alar­miert wurden, um Wrangel entgegenzutre- >m. Dessen Donübergang hatte sich unter»

. rar. Die Reste der Denikinschen Truppen

m" Äffl i6m. d-uu Donkoiakm und Kuban-

[13 teste. Mit deren Waffenhufe hoffte er wer- ne Strecken des Schwarzenmeeriifers zu be- ify UBeSSGl ictzen und seine Herrschaft bis zum Asowschen Telephon fitere zu erweitern. Zwei Ziele schwebten ihn bet den nächsten militärischen Opera-

rrssen zu einer strategischen Bedeutung aus- Zorraiig In allen Machsen, die anfänglich nicht anzunehmen

Deutschland aufzugeben. Das paßte zwar durchaus zu der deutschen Neutralität im polnisch-russischen Krieg. Aber andrerseits darf es uns doch nicht gleichgültig sein, was nun aus der Ukraine wird, einem Lande, mit dem wir die besten Beziehungen haben müßten, wenn wir wirtsck-aftlich gesunden und vom Westen unabhängig werden wollen. Wir haben zwar nicht mehr die Kraft, weit­schweifende Pläne zu verfolgen. Aber wir müssen uns doch endlich eine eigene Politik in südrussischen Fragen zurecht legen.

London, 13. Nov. (Wolff.) DieTi­mes" meldet aus Konstantinopel, die roten Truppen seien auf der .Halbinsel Krim ae- landet, indem sie das hinter den Verteioi- gungslinien des Generals Wrangel gefro­rene Meer östlich der Landenge von Schon­gar ü b e r f cf) r i 11 e n hätten. Es fänden ver­zweifelte Kämpfe statt. Schiffe aus Konstan­tinopel seien unterwegs, um die Bevölkerung der Krim aufzunehmen.

Ein Amnefticangebot der Sowjctregicrnng.

Moskau, 12. Nov. (WTBst Der Kom­mandierende der Süd front hat an den Oberkommandierenden der Streitkräfte von Südrußland, General Wrangel, folgenden Funkspruch gerichtet: Die Zwecklosig­keit eines weiteren Wider st and es ihrer Truppen liegt klar auf der Hand. Da­durch würden nur neue Ströme von Blut vergossen werden. Ich schlage Ihnen daher vor: Stellen sie den Kampf sofort ein und legen Sie und alle Ihnen unterstellten Trup­pen der Armee und Flotte die Waffen nie­der! Wenn Sie diesen Vorschlag des Revo­lutionskriegsrates der Südfront annehmen, so wird auf Grund der ihm von der zentra­len Rätegewalt ausgestellten Vollmachten Ihnen und allen, die mit Ihnen die Waffen niederlegen, Amnestie zugesichert für alle Verbrechen, die im Zusammenhang mit dem Bürgerkrieg uctüui mürben. Allen, die nicht in Räterußland arbeiten wollen, wird die Möglichkeit gegeben, ungehin­dert ins Ausland zu reisen, unter der Bedingung, daß sie sich ehrenwörtlich verpflichten, an weiteren Kämpfen gegen Räterußland 'nicht teilzunehmen. Wir er­warten eine Antwort'durch Funkspruch in­nerhalb 24 Stunden.

Die Haltung Englands.

London, 13. Nov. (Wolff.) Auf die Nachricht von dem Eindringen der roten Truppen in die Krim haben die briti- jchen Seestreitkräfte im Mittellän­dischen Meere den Befehl erhalten, sich neu­tral zu verhalten. Außer der Hilfeleistung bei dem Abtransport von Flüchtlingen sollen keine Interventionen vorgenommen werden. General Wrangel soll gegenwärtig noch über 300 000 Mann verfügen. 30 000 gefangene Russen befinden sich in seinen Händen.

Zurückziehung der amerikanischen vejatzungstruppen vom Rhein?

Paris, 13. Nov. (WB.) Wie demNerv York Herold" aus Baltimore gemeldet nrirb, be­absichtigt ter Prmitent tes Heeres au kau Zchuf. s im Nepräsentai tenhaus. ft ahn, sofort nach Ein- terufung des Kongreses die sofortige Zurück­ziehung der amerikanischen Be­ tzun g struppen vom Rhein zu ver­langen.

Reden der Reichskanzlers und der Ministers des Auswärtigen.

Düsseldorf, 14. Nov. (WTB.) Im hie­sigen Apollotbemer sprachen Herste vormittag vor Tausenden Bürgern Düsseldorfs aller Parteien die heute hier eingetrofsenen Mitglieder der Reichs­regierung Reichskanzler Fehrenbach und Reichs­minister des Aeußern Tr. Simons. Nach einer Ansprache des Oberbürgermeisters Dr. Kosgen ergriff

Neichskanrler Fehrenbach

von lebhaftem Beifall begrüßt, das Wort. Ter Reichskanzler mies zunächst darauf hin, daß in seiner süddeutschen Heimat und am Niriierrhem ter gleiche Geist deutscher Treue herrsche. Gern wären er und ter Minister des Aeußern schon früher hergekommen, aber Arbeit und Sorge hätten die Reise bisher unmog ich gemacht. Der Reichs­kanzler wies darauf hin, daß der Zweck der Steve in erster Linie sei, seitens ter Reichs reg ierung Fühlung mit dem Rheinland und seiner Bevölke­rung zu nehmen und aus ter Aussprache mit den rheinischen Vertretern Mut für die weitere Betätigung in ter Regierung zu gewinnen. Der Reichskanzler betonte, daß aus der Herfahrt durch das Ruhrgebiet die Erinnerung an die schweren Ereignisse ter Märztage ihm vor__ Augen ge­treten sei, 'daß er aber auch dessen gedacht habe, was das deutsche Volk von der j Leistungsfähigkeit seines Industriezentrums er­warte. Düsseldorf sei durch den unglückseligen | Krieg und die Härte des Frsttensvert'-ag^Z ganz

besonders getroffen, da es von seiner westlichen Umgebung abgeschnitteu sei. Ganz beonters bäte die Stadt auch durch die Unruhen des Frühjahrs gelitten, die sich im Anschluß an den Unglück seligen Kapp Putsch im Ruhrrevier ereigneten. Der Reichskanzler richtete besondere Worte an die Arbeiterschaft und betonte das volle Verständnis der Rcickssregicrung für bereit Bestrebungen au» materiellem und ideellem Gebiet. Die teut'chr Arbeiterschaft habe sich ciii.it hervorragenten Platz im teutselfen Wirtschaftsleben gesichert. Es gelte, ihn in ernster Arbeit au-S^ubauen. Ueterle;t?nb auf die Sozialiserunflsfrage betont- der Reichskanzler, daß die gerate letzt in ter Rcichslxmptstadt zu­sammen getretene Kommission diese Frage einer tefriebigenten Lösung eutgegenfüßren würde. Weiterhin gedachte der Reichskanzler der Beamten. Ohne ihre finanzielle Notlage zu verkennen, richtet die Reichs reg ierung an sie die Aussorderunif, immer auch an das Gesamtinteresse zu denken. Die Be­amtenschaft werde, wie er hoffe, einverstanden sein, daß di? Reichsregierung einen guten Ausgang der Gesamtinteres eit als Ziel l-abe. An die Spaareiic erimternd, betonte ter Reichskanzler, daß seit jenen Tagen merkliche Fortschritte in Deutschland zu ver­zeichnen seien. In erster Linie wi?s er auf die Erfüllung der Kohlenverpflichtun.ien hin und dankte den Bergarbeitern, die sich in dieser Sach' in den Dienst teö allgemeinen Vaterlandes ^'stellt hätten. Ihnen sei die Abwehr schwerer Gefahr zu verdan­ken. Der Reichskanz'er erinnerte auch an bi? For­derung der Entwaffnung und Mrüstnng, die ohne besondere Schwierigkeiten bisher burchg-'führt nNurbe. In bezug auf die fortwährende Drohung unserer Gegner mit dem Einmarsch sagte er, daß srurfere früheren Feinde dies.» Drohung doch wohl nicht so leicht in die Wirklichkeit Umsetzer! Lunten, da der Untergang Deutschlands auch für sie ver­hängnisvoll werten mülle Das beu sch? Volk habe im Laufe ter Jahrhunderte sich immer wieder ?m» porgerofft. Er glaube fest daran, daß auch diesmal «unsere Nachkommen einen schönen deutschen Tag des Friedens und der Sicherheit ohne di-: mili­tärische Eroberung erleben würden.

Die Rede Dr. Simons.

Düsseldorf, 15. Nov. (WTB.) Im An­schluß an den Reichskanzler nahm ter Minister des Aeußern, Dr. Simons, das Wort Auch er wies auf die Härten hin, die gerate für Düssel­dorf noef) mehr wie für manch- andere Stadt, die im besetzten Gebiete liege, aus dem Friedens­vertrag und seinen Folgen entständen. Der Reichs­minister erinnerte vor allem an die Erschwerung des Hantelsverbrhrs mit Hollante ter durch die Valutaschwierigkeiten und dadurch aufs äußerste gefährdet ist, daß uns ter Fried-nsvertraa die Verpslichtung ter Meistbegünstigung fast sämtlich r unserer ehemarigen 27 Gegner auferleit habe. Selbst die Hoffnung, die wir an die Durchfüh­rung des ims so belastenden Kohl en ab kommens von Spaa knüpfen konnten, baß uns die zuge­sicherte Golbvrämie von 5 Mk. für die Tonne und ein Vorschuß in Höhe ter Di'ferm; zwilchen Inlands- und Welttnarktsp eis für die Lebens­mittelversorgung ter deutsch n Bevö'kerung, ins- tefontere ter b utschen Berfarteiter, zur Ver­fügung stehen sollt', ist zunichte geworden, weil andere finanzielle Berpfichtungen des Frietens- v»rtrages eine solch? Verwendung verhinderten. Nicht mir aber, daß diese einzig? Hoffnung von Spaa nicht verwirklicht ist, es ergeben sich auch ernste Sorgen für die Kohlenbeliese- rung der deutschen Industrie und der deutschen Haushaltungen. Die bekannten dtotsckreie ter rheinisch w'stsclli'chen Hütten­industrie und bet rh?inisch-westsLischen Klein­eren in dustrie sind ein B w?is dafür. Von gegnerischer Seit- wird behauptet, bi? Schwierig­keiten ter deutsch n Jndui'tti? beständen nicht -n dem Mangel an Kohftm. sondern in dem Mangel an Aufträgen. In WirklichLit sind auch da, wo ein solcher Mangel an 'An'trägen wirklich vorliegt, di? Ur arten ganz wesentlich in ter ungenügenden fttfjknb. Le erung und ter damit verbünd nen Er­höhung ter Genera unko'en und de? un'.virt'chast- lichen Ausnutzung ter B triebe zu fachen. Tater zeige ein Vergleich mit ter KLH'enbslre.erung rn ben Läutern unserer frühe et Gegner deutlich, wi? stark wir dve Leidtraee idet sind. De? Mr- nister des Aeußeren berief sich hierbei auf überein­stimmende Urteile er.te: aus.'än' i"ch?r Autori­täten, so des fvanzö'istM Handelsmi if'ers Le Troauer. Dr. Simons wies terxtui hin, daß ent doppelter Druck aus Deutschland laste, nämlich rin wrrtjck'a't-er und ein seelisser. L-- lange dieser nicht vcm tern Lande gectummen fei, sei eine Steigerung ter Lri'tungsiähigreit nick/ zu prrlanr.en. Ter Druck de tänte zunächst darin, daß wir noch immer nicht wüßten, wieviel Lasten durch den F icdeus e*t ag zu e fül en sind unb ob die von uns geror erten auch erfüllbar leien. Ein wnderer Truck Ee,":iie rn ter dauernden Trohun g mit ebem Ein mar sch m die ti> her unbefeFten (geriete. Ter Reia-sminister fam in dst-sem Zu'mnme ^nta auf die be;orfie e bei Verlandlut gen von Brüssel und Genf za sv-re- die;i. Er e:ännerte an die uns ge nachten Vev- fprcdnnigen in <rpaa des Inhalts, daß bc dort von ter Tagung abge'rtzteSie e guttnachungs- frage in Gens lix-iier verhau e't werten solid?. TeutsäLand hatte in Svxia Denk­schriften zu dieser Frage ei'ga-cicht und es müsse nach den gemachten 6rf.ärun?en amiehmen, daß über biee (jrage in Genf verhandelt würd'. Frankreich war geren die Genfer Konfermz und wollte bie ganze Dietercutmachungsangelegmheit nur einseitig ohne gegenseitiges Vn:hante.n burch ben Wiede gutmachungsaus'chuß en.sch.iten las'en. Deutsch?rseits würbe in dieser Frage ter Vorschlag gemacht, zunächst einmal di? einzelnen Wieb'c at- machungspcobleme ganz objektto durch Sachverstän­

dige der jeweils beteiligten Mächte besprech.m za lassen. Leider ist es dazu nicht gekommcii. Jetzt scheint es aber dazu zu kommen, daß in B r ü f f c l Vorverhandlungen zwischen ben Sachverstandi>.en a.ler b?leilig1en Einzelstaaten stattfmden. D'r Mi­nister bes Aeus)ern wies baraus hin, baß Einla- oungen nach Brüssel zwar noch nicht eiiwgangm sind, ron ihm jedoch für bie nächste Jeil ermartet würben. Er betonte, baß sich die NeichZreiie'nng auf bie Verhanblungen vorberri et. Die Aufgabm von Brüssel müssten da in geiete.i i erteil, bort Voraussetzungen k.ar zu legen, aus Grund deren überhaupt nur deutscherseits Verpflich­tungsangebote in ter Mietergutmo chungs- frage abgegeben inerten könnten. Dd'se Vormis­se tzungen se.en dreifach: 1. daß Deutsch ands Wirt­schaftskörper nicht UKiler verstümmelt werte, also besonders daß uns Dberfdiiefien nicht genrnt- men werd?, 2. intern wir nicht länger in unserer wirtschaftlichen B tätigung in ter Welt bebintert gierten unb 3. daß die ungeheuren Kosten für bi? Besatzung ter besetzten Gebiet'? berringert umrb n. Tcr Reichsminister sprach bie Hoffnung aus, daß Brüssel diese Vormissetzungen schassen werde, die allein in Genf zu Ergebniisen fuhren könnten. Er betonte, daß Deutschland lieber eine fort­dauernde Unsicherheit a ( 8 bie Bin - bung ber Verpflichtung unmöglicher Leistungen aus sich liest,,.?. Ter Reichsminister ging dann auf ben zweiten, ben seelischen Druck, näher ein, ber in ber Drohung mit dem Einmarsch in das Ruhrgebiet bestehe. Tiefe Dwhung sei inu Friedensvertrag nicht begrüntet, sondern auf Frankreichs Veranlassung nach dem befmnrten Ein­marsch in Frankfurt unb Darmstadt aus ter Kon­ferenz von San Remo zugelassen worden. Die deutsche Vertretung habe in Svaa dieser Drohung sowohl bei dem Enrwasfnungsabkommen als auch bei tem Kohlenabkommen nachdrücklichst wiver- sprochen, aber nur eine protokollarische Feststellung durchsetzen können, daß Deutschland eine sollte Drohung nicht als verbindlich anerkenne. Daraus folgt, daß die deutsche Regierung berechtigt sei, einen weiteren Einmarsch in deutsches Gebiet für das zu betrachten, was ein so schwerer Eingriff! in das erste Doheitsrecht jedes Staates bedeute, nämlich als eine feindselige Handlung^ Bei ter Rechtslage halte er aber eine solch? Hand­lung für ausgeschtosen, selbst wenn fi? mit den Verträgen in Einklang stehe,, denn bie Voraus­setzungen, die von ter Gegenseite ge'tenb gemacht wurden, träfen nicht zu. Deutschland leistete in ter Entwassnungsfrage soviel durch bie Her gäbe ber Kriegsflotte, ber Luftflotte, ter schweren Ar­tillerie und ter.Reduktion b?r Mannscha tstestante usw., baß jede militärisch; Gefahr d uticherieits. ausgeschlosfen ift Wenn noch nickst alle in ten Hänb-n ter teutschen Bevölkerung te'inblichn Kleinwaffen ausgeliefert sind, so liege das Mi unserer inneren Lage, bie auch bie Gegner nickst außer Acht lassen können. Schwierigkeiten auf diesem Gebiet? beständen hauptsächlich in Ost­preußen, bas noch vor kurzem durch ben Einmarsch fremder Truppen bedroht gewesen sei. Für Bayern, helfen Bevölkerung die Herrschaft ber Kommunisten noch nicht vergessen hate, sei mit Sicherheit aniunehmen. baß im Lauf? ber Zeit sich auch diese Sd^oierigfeit üterwöüeu lafjcn, , ba alle Instmizen über bie Notw ndigk. it einig srien, daß k'in? Regierung auf di' Dauer ten Bestand einerWafsenmacht in terBevö k rung dulden könne, bi' ihr mit Gewalt zu widerstehen in ber Lage fek, Nack gliedern sei fein Anlaß vorhanden, d e Lac-e zu schwarz zu sehen. Freilich bestände die Qk-fabr,1 die das alte Sprichwort dahin kein eickr et: Wenn, die Krippe leer ist, beißen sich die Pferde Krieg und Blockade baten die Krippe Europas 'eer ge­fressen. Noch streiten sich mmiche Völker Europas miteinanter, noch ist in vielen Völkern noch her innere Zwist im Gange. 9Iber schon e heben sich die Zeichen einer Be'seeung. Nicht nur baten in letzter Zeit Friedensschlüife mit Ausg eichs' e ha'dli ngen ftattgefunten, die die Streitt'gk-.i en aus tem '.'"ege räumten wie z. A. die setzt im Gauge (e'inb* liehen Verdaublungen zwii'ckLn T^it'ch'and und Polen, fonbem auch im Innern sinket sich ter Wille zu größter Einigkeit Es toerte besonders Deutschlands Aufgabe seiden Gedan­ken der Einigken unb ten wahrha »» so­zialen Gedanken le Xt: ge o's-e schäft scheu Zusarnm narbest ter Stände im Inn am und nach außen hin hochzulalten. Bei bie e Au'g-te wird' die nieterrbeirtilcte Bevölkerung mit ihrer Schaf­fenskraft eine führende R-'l'e spielen, tet tem Aufbau des neuen deutschen Vaterland s wird ber Nreterrhrin und die rheinische B'völferuug em Etelstein in ber deutschen Krone sein.

Rus dem besetzten Gebiet.

Wiedereinsetzung des Regiernngspräsidenten.

fb. Wiesbaden, 14. Nov. Wie mit* geteilt, wurde ber im Juli aus Anlaß ber Verhaftung Dr. Dortens seines Amtes enthobene Regierunaspräsideni Dr. M o m m wieder in seine Stellung eingesetzt. Tie In­teralliierte Kommission hat, wie sie begrün­dend dazu ausführt, von der deutschen Regie­rung diejenigen Genugtuungen erhalten, welche sie nach dem gewaltsamen Eindringen der Frankfurter Pori^i in das besetzte Ge­biet und nach der Verhaftung Törtens im Juli verlangt hatte, nämlich die foforttae Rückkehr des Festgenommenen, die amtliche Entschuldigung des Reichskommissars im Na­men der Regierung und die Bestrafung der unmittelbaren Urheber des Fehlers. An­dererseits haben bie Untersuchung durch die

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Erstes Clatt

170. Jahrgang

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General-Anzeiger für Oberhessen

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Nontag, s5. November 1920 rinuahme oon Anzeigen für die Tagesnummer bis