Nr. 61
14 Mai
1920
Inhalts Übersicht: Rcichsiagswahl. - Rückführung von Kriegsgefangenen. - Maul- und Klauenseuche in Holzheim.
Amtsverlsmdigmgzblatl
für die PromnzialdireUio« Gberheßen und für das «reisamt «Kienen tr^einl nach Be&grf; Diontg9, Pienslgg, Conncrsta9 und greilgg. Nu, durch di. Post zu b.zich-n gegen Mk 2.50 mrrlrljüh "ch.
Betr.: Reichstagswahl 1920.
An den Oberbürgermeister zu Gießen und die Bürgermeistereien der Landgemeinden des Kreises.
Nacktem die Reichs-Wahlordnung Vvm 1. Mai 1920 sich nun in Ihren Händen befindet, verweisen wir hiermit auf deren Inhalt.
Bezüglich der Wählerliste bemerken wir:
Tie beiden gleichmäßig berichtigten Stücke der Wählerliste sind am 31. Mai ds. I s. von dem Gemeindevorstand abzn schließen. Hierbei hat der Gemeindevorstand zu bescheinigen, bau und wie lange die Wählerliste ausgelegen bat, sowie daß eine Bekanntmachung hierüber und die in § 41 der Reichs Wahlordnung Vvrgeschricbencn Bekanntmachungen der Wahl erfolgt sind. Außerdem ist auf dem zweiten Stück der Wählerliste amtlich zu be scheinigen, das; es mit dem Hauptstück völlig übcreinslimmt, und es ist am Schlüsse derselben tveiter l-andschristlich beizujügen: In die Wählerliste sind .... Wähler eingetragen (siehe Anlage 1 zur Reichswahlordnilng).
Ter Gemeindevorstand hat Vas Hauptslück der Wählerliste nebst den Belegen sorgfältig ausznbewahren, das ztveite Stück dagegen dem Wahlvorsteher zu übersenden.
In den Vordrucken für die Wählerlisten sind für den Vermerk über die erfolgten Stimmabgaben vier Spalten vorgesehen, womit allen ettva vorkommenden Bedürfnissen Rechnung getragen werden soll. Für welche Stimmabgabe im einzelnen Falle eine Spalte Verwendung findet, «ist vorher von Fall zu Fall am Kopfe der Spalte einzutragen. Für die bevorstehende Reichstags- wahl ist zunächst Spalte 7 bestimmt. Wird später eine Stichwahl oder eine Wiederholungswahl erforderlich, so kommt hierfür Spalte 8 in Frage.
Tie für die Wahlhandlung benötigten Wahlprotovolle und die Wahlzettelnmschläge werden Ihnen in Kürze zugehen.
Gießen, den 10. Mai 1920.
Kreisamt Gießen.
Dr. U f i n g e r.
Betr.: Reichstagswahl 1920; hier: Die Wahlscheine.
An den Oberbürgermeister zu Gicße-l und die Bürgermeistereien der Landgemeinden des Kreises.
Bezugnehmend auf unser Ausschreiben vom 9. d. Mts. — Amtsverkündigungsblatt Nr. 62 vom 10. Mai — macken wir, nackwem die Reick)swahlordnung in ihrem endgültigen Text jeßt vorliegt, Sie auf die unten abgedruckten §§5—7 der Rcickisroahl- orbinntg aufmerksam, mit der Empfehlung, diesen Bestimmungen gemäß genau zu verfahren.
Die beiden Ihnen mit vorerwähntem Ausschreiben bekannt- gegebenen Vordrucke fallen fort. An ihre Stelle tritt ein neuer Vordruck, von welchem Ihnen ein Stück mit der Post unter der Empfehlung zu geht, den Mehrbedarf an Vordrucken von der Herbertsck)en Hofbuchdruckerei in Darmstadt in einem dem mutmaß’ jidxm Bedürfnis entsprechenden Umfang zu beziehen. Nur im Notfall sollen die Wahlscheine handschriftlich hergestellt werben. Heber Beschwerden (Einsprüche, gegen die Versagung eines Wahl- sckx'tnes entscheidet gemäß § 87 der Wahlordnung! der Kreisausschuß.
Gießen, den 10. Mai 1920
Kreisamt Gießen.
Dr. Hsing er.
Wahlscheine.
§ 5.
Ein Wähler, der in der Wählerliste (oder Wahlkartei) eingetra- geit ist, ist auf Antrag mit einem Wahlschein zu versehen,
1. wenn er in Ausübung des Berufs oder zur Erledigung persönlicher oder öffentlicher (Wahl-) Angelegenheiten am Wahltag außerhalb seines Wohnorts sich aushält oder ihn so frühzeitig verlassen muß oder an ihn so spät zurückkehrt, daß er innerhalb der Wahlzeit dort -nicht mehr wählen kann. Hierzu gehören namentlich
a) Schiffer und Schifssleute auf See- und Binnenschiffen einschließlich der mitfahrenden Angehörigen ihres Hausstandes,
b) Floßführer und Floßleute,
c) Bahn- und Postbedienstete,
di Gesckxistsreisende,
e) Wahlhelfer;
2. wenn er am Wahltag zu STur* oder Erholungszwecken außer halb lernes Wohnorts sich aushält;
3. wenn er infolge eines körperlichen Leideiis ober Gebreck>ens in feiner Bewegungsfähigkeit behinbert ist.
§ 6.
. Zerlegt ein Wähler nach Ablauf ber Frist zur Auslegimg der Wählerlilte (oder Wahlkartei) seine Wvlmung in innen anderen Wahlbezirk, so ist er berechtigt, sich einen Wahlschein ausslellen zu lassen.
8 7.
Zultändig zur Ausstellung des Wahlsckxins nach bem Vordruck iii Anlage 2 ist die Gemeindebehörde deS bisherigen Wohnorts . -ter Grund zur Ausstellung eines Wahlscl>eins ist auf Er fordern glaubhaft zu mackien.
Haben Wähler einen Wahlsck^in er halten, so ist in der Spalte „Bemerkungen" der Wählerliste oder Wahlkartei in ausfälliger Weile einzutragen „Gestricken, Wahlsckein".
Bekanntmachung.
Innerhalb eines Wahlkreisverbandes können mehrere Kreis wahlvoischläge miteinander verbunden werden. Tie Verbindung ist jedoch nur bann wirksam, wenn diese Kreiswahlvorschläge der lelbcn Reichswahlliste (Reichswahlvorschlag) angeschlossen sind. Der Unterzeichnete fordert hiermit zur Einreichung von Erkläriin gen über die Verbindung von Kreiswahlvorschlägen innerhalb des Wahlkreisverbandes 9fr. XI Hessen auf. Tie Verbindung muß von den auf deii^Kreiswahlvorschlägen bezeichneten Vertrauenspersonen oder deren Stellvertretern übereinstimmend, spätestens am 23. Mai 1920, dem unterzeichneten Leiter des Wahlkreisverbandes Nr. XI Hessen schriftlich erklärt werden.
Eine telegraphische Erklärung gilt als schriftliche Erklärung im Sinne der vorstehenden Aufforderung, wenn sie durch eine spätestens am zweiten Tage nach Ablauf der Frist eingegangene schnstlickr Erklärung bestätigt wird.
Tarmstadt, den 11. Mai 1920.
Der Verbandswahlleiter des Wahlkreisvcrbandes Nr. XI Hessen. L o r b a che r, Staatsrat.
B e t r.: Rückführung von Kriegsgefangenen.
An den Oberbürgermeister zu Gießen und die Bürger- mcistereien der Landgemeinden des Kreises.
Sie wollen dafür Sorge tragen, daß sofort sämtliche Gefangene lettischer und estnischer Staatsangehörigkeit aus Gebieten Kurland, Livland, Estland, den Inseln Oesel, Togo u. a. sofort in Begleitung ihres Arbeitgebers oder dessen Beauftragten zwecks Abtransport in ihre Heimat dem Gefangenenlager Kassel- Niederzlvehren überbracht lverden, auch wenn sich die Gefangenen unrechtmäßig bei denselben befinden.
Wir empfehlen Ihnen Beschleunigung, sowohl als auch genaue Durchführung der Angelegenheit. Wenn sich später Herausstellen sollte, daß Arbeitgeber entgegen, dieser Bekanntmachung Gefangene genannter Staatsangehörige it gar wider den Willen letzterer zurückbehielten, so wird die Tirek tion des Lagers Kassel die Arbeitgeber persönlich dafür verantwortlich machen und ein Strafverfahren gegen dieselben einleiten lassen. Nach erfolgtem Mtransport ist uns zu berichten.
Gießen, den 10. Mai 1920.
Kreisamt Gießen. I. V.: Dr. H e ß.
Bekanntmachung.
Bctr.: Maul- und Klauenseuche in H o l z hei m.
In Holzheim istl der Ausbruch, der Maul- und Klauenseuche amtlich festgeslellt worden.
Es wird gebildet 1. ein Spcrrbejirfi, bestehend aus der Gemeinde. Holzheim.
2. Ein Bcobad)tungsgebieL umfassend die Gemeinden Grünin- gen, Dorf-Güll, Eberstadt, Ober-Hörgern, Lang-Göns und Leihgestern.
A. Für den Sperrbezirk gelten folgende Anordnungen:
I. An den Haupteingängen des Sperrbezirkes sind Tafeln mit der deutlichen und haltbaren Aufschrift „Maul- und Klauenseuche. Sperrbezirk. Einfuhr und Turchtreiben von Klauenvieh sowie
besserer Ware, die heute wohl noch sehr teuer ist, läßt darauf schließen, daß man mit Bestellungen von Ausländern rechnete. Bei dem rapiden Sinken der Häutepreise ist aber wohl anzunehmen, daß auch ausländische Händler mit Einkäufen zurückgehalten haben. — Während die Messe am Dienstag geschlossen wurde, bleibt die Kunstmesse int Römer bis zum 20. Mai geöffnet. Darauf möchte ich besonders Hinweisen, da ein Besuch dieser Ausstellung jedem Kunstfreunde schon deshalb zu empfehlen ist, weil viele kostbare Gegenstände, die im Besitze von Kunsthändlern sind, wohl ins Ausland wandern und den Deutschen dann kaum noch zugänglich sein dürsten. Einige Bilder von Böhle, Moderner Schmuck von zwei Hanauer Goldschmieden, verschiedene alte Schränke, namentlich Varockschranke, erweckten mein besonderes Interesse.
Zu diesem Abend hatte der Werkbund den Reichskunstwart Dr. Redslob zu einem öffentlichen Bortrage eingeladen. Er sprach über die „Qualitätsarbeit als Grundlage der wirtschaftlichen Gesundung". Er sah die Lage, in der sich Deutschland eben befinde, für außerordentlich ernst an. Die einzige Möglichkeit, den Zusammenbruch zu verhüten und aus dem tiefsten Elend wieder herauszukonv- men, erblickte er in der Durchführung des Werkbundgedankens, in der unentwegten Schaffung von Qualitätsarbeit durch Befruchtung des Gewerbes und der Industrie seitens der Künstler.
Daß der Werkbund durch seinen Einfluß auf'die Industrie, namentlich aus seine werktätigen Mitglieder bestimmend eingewirkt hat, zeigte wohl die Kölner Werkbundausstellung vor Beginn des Krieges, sowie der Umstand, daß Frankreich und England noch während des Krieges ähnliche Einrichtungen ins Leben gerufen haben. Jetzt sucht auch Frankreich das Kunstgewcrbe, die Qualitätsarbeit zu be-
Durt vmjcriritueL ais w«, OOTQuigryanycitc Krieg mit den Waffen. Der gewollte Bernich- tungswille unserer wirtschaftlichen Feinde ist die v-ollbewußte Auswirkung seitens unserer früheren Waffenfeinde.
Die Bulgaren haben rechtzeitig erkannt, wie sie dem Untergang entrinnen: durch Einführung des Pflichtarbeitsjahres für die männliche und weibliche Jugend. Sollte der intelligentere Deutsche nickst zur Ausführung dieses naheliegenden und schon mehrfach angeregten Gedankens schreiten, oder sind wir noch nicht tief genug im Elend?
Deshalb sollte jeder einsichtige Deutsche, gleich ob Kopf- oder Handarbeiter, Angestellter oder Unternehmer, von seinen Kandidaten (für den Reichstag eintreten für vev- längerte Arbeitszeit, Einführung des Pflichtarbeitsjahres, sowie Maßnahmen zur Wiederhebung der sittlichen und moralischen Zu- smnde verlangen, genau so, wie die Bauernvereine von ihren Kandidaten, gleichgültig, welcher Partei sie angehören, das Eintreten für ihre Forderungen verlangen
Das wäre d'er erste Schritt zur Gesun- dung. L'
Die Räumung öes Maingauer.
Paris , 15. Mai. (WTB.) General Rollet ließ bekanntgeben, daß gemäß den begonnenen Koni rotlarbeiten vorauszusehen ist, daß die deutschen Truppenbestände in der neutralen Zone als mit den am 8.8. fest- gelegten Zahlen im Einklang gehend anerkannt werden Infolgedessen ersuchte Marschall Foch den General Degoutte, einen Offizier seines Stabes nach Kassel zu kommandieren, mit der deutschen Regierung über die EinzelheitenderRäumung der seit dem 10 Avril neu bejefcten Zone | seitens der franzvjijcheu Truppen ju ujUcx*
land 1600 Stück Rinoviey angetum- m e n. Es suchen noch aus 2(XX) Rinder und 600 Zuchtstuten und Hengste.
Schleswig-Holstein.
Paris, 15. Mai. (WTB.) Der Botschafter r a t hielt gefirrn unter dem Vorsitz von Jules Cambon eine Sitzung ab. Der englische Vertreter in der Kommission für S chles wi g-H ol stein, Sir Charles Marling, und der französische Vertreter, Paul Claudel, wohnten ^er Sitzung bei. Nach dem „Temps" scheint es, oaß man bei ber Verwaltung ber Wasserstraßen die Interessen ber Bevölkerung der ersten Zone sicherstellen will, die für den Anschluß an Dänemark gestimmt haben.
Berlin, 14. Mai. (WDö.) Gegen die Internationalisierung der zweiten Zone protestierten in Südschteswig 31 816 Personen durch ihre Unterschrift unter folgenden Erklärung des Sch' eswig -Ho I firm - Bundes: Die Un» terjinditetoi protestieren gegen alle Bestechungen, die pveUe und dritte Zone $u internationalisi^rat ober zu einem Freistaat yu machen. Noch dem Friedcnsvertrag ist durch die Abstimmung am 14. März über das Schicksal der zweiten Zone und damit Flensburgs enbgiHtig entichieden. Jede andere Regelung (ebnen wir Schleswig-Holsteiner als lRech:sbruch und Bergewaltigmrg ad Die Uarterzeichneten erklären, daß sie bei Deutschland bleiben wollen.
Der Streit in $rantreid).
Paris, 13. Mai. ^Wolff.) Die DireV- tion derStaatsbahnhat folgende, an das Personal der Staatsbahn gerichtete Bekanntmachung erlassen: Die Staatsbahn fordert ihre Angestellten zum letztenmal auf, die Arbeit wieder au^unehmen. Die susgeiprochö- nen Aussperrungen und Streichungen bleiben bestehen: desgleichen die getroffenen sonstigen Maßregeln. Was die Disziplinarmaßnahmen anbemfft, so verschärfen sie sich je nach der Dauer der Abwesenheit von der Arbeit.
Pans, 11. Mai. <35233.: Der Untersuchungsrichter Ivusselin empfing beute die iÜLüilkbtt les VechaudsausützuZeS
Samstag, 15. Mai 1920
hulstrahe 7-
Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer vis zum Nachmittag vorher ohne jede Derdindlichdeit. Sreis für 1 mm höhe für »zeigen v.34mm Breit« örtlich 35 Pf., auswärts 45 Pf.; für Reklame. Anzeigen von 70 mm Breite 150 Pf Bei Platz» Vorschrift 20"Aufschlag. Hauptschristl-lt-r: Aug. Goetz. Verantwortlich für Politik: Aug. Goetz; für den übrigen Teil: Dr. Reinhold Zenz; für den Anzeigenteil: tz. Beck, sämtlich in Gi-Hen.
meinen Arbeitcrvcrbcnidcs, um ihnen von Justi-minister angcorbnetm Verhaltung zu geben imb sie zu verhören. Joudaux amenS seiner Kollegen, baß er nicht clcr Aussagen madjen werbe, als bis die volle Einsicht in die Slrasakten genommen tb protestierte gegen das Verfahren.
e Minifterkrisc in Italien.
it, 14. Mai (WTB.) Ter Kö-nig patte ell i. Gio l i 11i unb Sala ndra twv er Ministerkrise Besprechungai.
)ensvertrag zwischen Rußland und Georgien.
ris, 14.Mai. (Wolff I Nach einer ; aus London wurde nad> einem ich aus Moskau der Friedens- * g zwischen den Sowjets unb der ' Georgien unterzeichnet.
ionaliftische Bewegung derTnrkei. nstantinopel, 14. Mai. ((WTB.) Es wird mitgeteilt, daß der natio- e Führer Mustafa Kemal Pascha in eine Regierung gebildet und an die ikonferenz telegraphiert habe, daß die e der Friedensbediutsungen ourch die rtige Delegation null und nichtig sein
sterdam, 14. Mai. (WTB.) Der inopeler Korrespondetct der „Times" daß die Natiorialversamm- Nustafa Kemals zu.m Teil aus :n Vertretern, zum Teil aus Abgeord- rs aufgelösten turkisckieu Parlaments Die Nationalversammlung beschloß, rüge und Abkommen, die die türkische ig seit dem Waffenstillstand mit einer igen Macht abgeschlossen, hat, nicht imen und jeder nicht durch die Nativ- mmlung ermächtigten Person das zusprechen, das türkische Reich auf der ldonferenz zu vertreten.
Die tage in Mexito.
ris, 13. Mai. (Wolff.) Havas be» ms El Paso: Än Telegramm des Z Obregon meldet, daß die den
Carranza auf seiner Flucht be- >n hohen Beamten im Verlause eines 3 zwischen Apiraco und Apam getötet
sterdam, 14. Mai. WB.) Luu aus Mexiko ist eine vorläufige Re- g gebildet^worden mit be la Huerva Staate Sonora als vorläufigen Präsi- r Republik, General Callos als Krtegs- unb Juan Sanchek Assona als Minister lern.
Aus Oem Ueidyc.
derger doch Reichstagskandidut.
attgar t, 14. Mai. (Wolff.) Der ben- rteitag der württembergischen Zew- :rtei wählte Erzberger mit 356 7 Stimmen bei drei Enthaltungen zum Kandidaten für die Reichs- ahl.
Der Miethöchstpreis in Preußen.
B e r l i n, 14. Mai. (Wolff.) Die durch die Presse gehende Nachricht, daß der preußische Minister für Bolkswvhlfahrt sich bei Einführung der Höchstgrenze für Mietzins- fteigerungen mit einem Zuschlag von 40 Proz. einverstanden erklärte, beruht auf Erfindung. iDer Aufschlag auf den Wohnungspreis bei Kriegsausbruch beträgt 20 Proz.
Die Bonkbeamtendewegung.
Berlin, 15. Mai. Tie Eimgungsoerhand- hingen in ber Bankbeamtenbewegung sind gestern gescheitert. Indolgebessen ist es bereits in einer großen Anzahl von Süidlen im Reiche zu ÄusstLidch geb)mmen. Heber 50000 Bankangestellte sollen sich schon im Streik befinden.
Die Einwohnenoehren in Bayern.
Berlin, 15. Mai. Wie ber „Tägl. Rundschau" aus München berichtet wirb, teilte der stellvertretende Landeshauptmann ber Einwohnerwehren Bayerns in einer Sitzung mit, daß an zuständiger Stelle die Nachricht vorliege, daß man sich in Paris mit dem Weiter bestehen ber Einwohnerwehren in Bayern abgefunben habe.
« Ein Todesurteil vollstreckt.
Wesel, 14. Mai. lWTB.) Das Tcdesurleil gegen den Eisenträger Christian Köpp aus Tuis- tnrrg wurde am 12. Mai abends durch Erschießen vollstreckt. Köpp war oom außerordentlichen Kriegsgericht wegen Aufruhrs und Mordes an einem Leutnant der Reü^wehr zum Tode verurteilt worden.
Aus Hessen.
Tagung -er Volkskammer in Darmstadt.
rm. D a r m st a d t, 14. Mai. Entgegen anders lautenben Nachrichten steht unzweifelhaft fest, baß der Zusammentritt des Hess. Landtags am kommenden Mittwoch in Darm stabt erfolgt. Wohl war vom Präsibium eine Tagung der Kammer in Oberhessen erwogen worben, im Falle rott noch mit ber französischen Besetzung xu rechnen haben werden. Da indessen eine solche Tagung mit Schwiengkeiten verschiedener Art verbunden


