Linkradikaler Aufruhr in Berlin
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von 1,80 M. für tue piergeiDebeiäde iveröen lann n-id) 'l^rjügunj ipreifen folgende
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n em llebcrpreis von Zerner nimmt bei W Ldnahrne 10 Doppel I Mk. für 10000 kg, en LediMngen hinzu Mitteilung Des Deul- zur Zeit ca. 850 bis 1700 Mk. sür ge- Mk/sür Lpeziul-
. 25^o Ausschlag ündenen speien.
. be rur Stillegung zu bringen.
_________Betriebe sind alle öffentlichen Verkehrsmittel und alle Anlagen und Ettr- richtrmqen zur Erzeugung von Gas, Wasser, Elektrizität und Köllen.
Tie Aus.'elrmng der Perrrdmrng auf Bayern und Sachsen, wo Ausnahmrrvrschrif- tcn bereits beste hm, und auf Württemberg und Baden bleibt nötigenfalls Vorbehalten.
Zur LisenbahnerbeNeguna.
Düsseldorf, 12. Jan. Die Zentralftreik- leitung in Elb erfeld hat in später Abendstunde die Parole au »gegeben: Nachdem die Regierung hinsichtlich der Forderungen der Arbeiter
lsuisse ivcrben zur rtge Itood) die neuen Wuchst pce ui vor
ieitgejeßten Pieisr ) Mitteilung per jüö inblerfirmen den Ze linden zu 50 kg für Wssäde, ergewebejaden
Garantien gegeben hat, wird den Arbeitern e m y« fohlen, die Arbeit wieder aufzuneh' men. Nach Anweisung der Elberfelder Eisenbahndirektion wird den Arbeitern der gefordertc Vorschuß von 1OO Mark gezahlt werden.
Berlin, 13. Jan. (Prio.-Tel.) Wie die „Tägliche Rundschau" meldet, richtete der B u n d d e u t- scher Frauen zur Befreiung der Kriegsgefangenen einen Aufruf an die Eisenbahner, die Arbeit wieder aufzunehmen.
Frankfurt, 14. Jan. (WTB.) Die Lage in der Eisenbahnerbewegung spitzt sich auch im Frankfurter Eisenbahndirektionsb'zirt zu Die Eisenbahner der Bahnen Remscheid, Betzdorf, Dillenburg, Wetzlar und Gießen sind von ber gegenwärtig in Berlin tagenden Kommission in di dritte Lohntlasse eingereiht worden, während die Estenbahndirektion eine Einrückung in die erste Lohn klasse abs dringend erachtet hatte. Mit biesemEn scher) g den ich die Ei'enbah e • von Remscheid nicht yjfrie.cn und dwh n, f .l s die iBeschlüste der Berliner Kommission nicht zurückrevidiert w?r- den, mit dem Streik. Dadurch würde der Verkehr mit dem Rheinisch-Westfälischm Industriegebiet vollständig unterbunden. Auch die Handarbeiter der Frankfurter Werkstätten werden unruhig, da sic über ihre Einkommensverhältnisse völlig im Unklaren sind, während man den Handw-nckem bereits vor acht Tagen einen Stunden lohn von 3.55 Mk. zugestanden hat.
Zur Rückkehr der Gefangenen.
Paris, 12. Jan. (Wolfs.) Wie der „Temps" mitteilt, sei die deutsche Regierung verpslichtet, für den Rücktransport der deutschen Kriegsgefagenen zu Wasser und zu Lande die erforderlichen Transportmittel zur Verfügung zu stellen und die Kosten für die Heim- seudung zu tragen. Tie Kriegsgefangenen, die vor dem Kriege in den jetzt von den aftiierten und afioji.erten Truppen leerten deutschen Gebieten gewohnt haben, können nach dort zurück- teljren, vorausgesetzt, daß die Besatzungsbehörden nichts dagegen einzuwenden haben.
Englische Polenpropaganda unter den deutschen Gefangenen.
Berlin, 13. Jan. (Wolff.) In der Verbalnote, die oer hiesigen schw^ize- rischenGesandtschaft übergeben wurde, heißt es:
Die deutsche Regierung hat sich bereits zu wiederholten Malen in die Notwendigkeit versetzt gesehen, bei der britischen Regierung nachdrücklich Verwahrung dagegen cinzulegcn, daß unter den aus Ostdeutschland stammenden Kriegsgefangenen in englischer $«mb gewaltsame pv l - nische Prvpaoanbe getrieben und versucht wird, sie auf jede Weise an der Möglichkeit einer Abgabe ihrer Stimme zugunsten Deutschlands zu verhindern. Eine neue und unwiderlegbare Bestätigung haben diese Nachrichten in dem Bericht gefunden, den ber Beauftragte des Poliz?ipräsiden1en in Kiel über d e von ihm an Bord des englischen Dampfers „Santa Elena" mit oem Kapitän des Schiffes geführten Verhandlungen zwecks SxrbcitülTnmg der Ausschiffung von etwa 503 deutschen Deercsarrgehörigen erfatttete, aus dem mit zweistlsfreier Klarheit hervor geht, daß von dem auf dem Schiff befindlichen etwa 600 Deutschen, it: ;td>tn englilchcr Kriegs^fangenschaft lefmiden hatten, 5 21 gegen ihren Willen gegen den die Heimschaffung der deutschen Kriegs- nciangenen in engtifdxr Gewalt anordnenden Beschluß des Obersten .Kriegsrats ber cutterten und im Widerspruch mit der Besiimmung des Art. 22<> Abs. 2 des von dem Deutschen Reich und von England ratifizierten Friedensvertrages nachPo- len verschleppt toerben sollten, zu dem offenbaren Zwecke, sie enttoeber zwangsweise in das polnisckx Heer einzureihen oder ihnen die Möglich feit der Teilnahme an der Abstimmung in ihren östlichen öeimatgebieten zu nehmen.
Die schweizerische Gesandtschaft wird gebeten, bei der britischen Regierung mit tunlich r Bstcheu- nigung gegen die den in Betracht kommenden deutschen Kriegsgefangenen angetane Behandlung und die Verletzung deutscher Gebietshoheit in der nachdrücklichsten Form Einspruch zu erheben, dre bn- tische Regierung um Aufklärung zu, ersuchen und dabei auch darauf hinziüvei'en, daß bereits am 5. d. Mts. von ber deutschen Mannewaffenstill- standsrommifsion ein nachdrücklicher Einspruch er- lhoben worden ist und die Erl-bigwis dieses Ein- fpNrchs in Errnnermis zu bringst.
^Kreisaint).
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stimmig angenommen:
„Tie heutig-' inr StÄ»t. Saoldeu zu DarmItast von über BOlO Ci enbahnern besuchte Versammlung erhebt schärfsten Protest gegen di? ohne Anhörung ihrer Vertier festgtlegten Lvhnlätze. Zur brs- ferigen ablehnenden Haltung unserer Eiendapn- direklwn Mainz, mit der cechtmätzigen Verttetung der Eisenbahner zwecks Fest,etzung der WrrtschrNs- Nassen in VerlxuÄung zu treten, fee; rrnrr- teftc Verwahrung ein und
T°lnäs 'Sin « Akte, Lr-L Sfr“'
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drohlich gestaltete sich auch die Lage für die Si derlei smam schast am Bismarck enfmal Tie Menge fiel über sie her, raubte ihnen die Karabiner und schoß damit auf die Beamten. Ein Teil der Waffen wurde zertrümmert. Mehrere Sicherl)eils>amte Ironien ech blich versetzt. Den Offizieren wurden die Achselstücke be runter» gerissen. Gegen 4 Uhr war der Platz gesau- l»ert, u R nun rollten Sanitätsautos heran, die die Toten svwi.' die Schwerverwimdeten und einige Leichtverletzte in die Krankenhäuser brachten.
Warum von der Waffe Gebrauch gemacht werd n wn^te.
Berlin, 13. Jan. tWTB.) Heber die bedauerlichen Vorgänge vor tem ^teicysrugsge^au^ erhalten wir folgenden authentischen Bericht: Die Demonstrationen vor dem Reichstagsgebäube verliefen biS gegen 3/A Uhr verhältnismäßig ruhig. Zu dieser Zeit versuchten an der linken Seite des Portals 1 mehrere Männer in Matrosenuniform gegen die Ausfahrt vorzudringen, indem sie auf die steinerne Brüstung prangen unb den Sicherl>eitswehrleuten, die sie zurückdpängen wollten, Widerstand leisteten. Die nachfolgende Menschenmenge drang immer weiter vor. Sie besetzte die linke Auffahrt und machte An- talten, noch weiter vorzudrmgen. Die Sage der Sicherheitsmannschaften der linken Auffahrt wurde plötzlich sehr bedrohlich. Mehrere Mann- d?aften wurden von der Menge entwaffnet, mißhandelt, mit Füßen getreten und zum Teil weggeschleppt, wie von Abgeordneten bet Nationalversammlung, Beamten des Reichstags und von Pressevertretern bezeugt wird, sah man bann von dem Eingang ber Freitreppe aus, wie aus.einem Gewehr, das einem Sicherheitsmann abgenommen worden war, mehrere Male geschossen wurde. Zwei weitere Schüsse schlugen durch die doppelte Tür des Portals. Der Einschlag ist in ber gegenüberliegenden Wand der Rotunde zu sehen. Ein Sicherheitswehrmann, ber sich im Borraum zwischen ber Rotunde unb dem Hauptportal nach dem Königsplatz zu befand, wurde durch einen Schuß verletzt. Die am Königs Platz verlamme.' te Menge setzte ihre Versuche, in das Reichstagsgebäube einzubringen, mit größtem Nachdruck fort, wobei es zu wüsten Szenen kam. Den bedrohten Mannschaften von Portal 1 wurden Verstärkungen als $>;t e von den Seitenportalen gesandt. Die erste Verstärkung, die von Portal 2 vorgeschickt wurde, wurde von ber Menge angegriffen, entwaffnet und mißhandelt Als dann die Menge gegen das Portal 2 gleichfalls vorging und die Sichwlieitsmannschaften in ber Simsonstraße in höchster Gefahr waren, blick die Aufforberung des wachthabend en Offiziers, zurückzugehen, da sonst geschossen würde, ohne Gehör. Die Sicherheitspolizei sah sich alsdann genötigt, von der Waffe Gebrauch zu machen. Wenn sie noch wenige Minuten gezögert hatten, wären sie von den Angreifern überwältigt und entwaffnet worden. Da die Menge sofort auseinander stob, wurde das Feuer nach einer Viertel- m inute eingestellt. Um dieselbe Zeit wie am Portal 2, sah sich auch am Portal 1 die durch Portal 5 verstärkte Besatzung genötigt, von ber Schußwaffe Gebrauch zu machen.
Die Toten und Bcrwundcten.
B e r l i n, 13. Jan. (WTB.) Infolge ber Ausschreitungen gegen die Nationalversammlung sinb auf feiten ber Sicherheitswehr 2 Tote, 2 Vermißte, die anscheinend verschleppt worden sind, und 10 Verwundete zu beklagen. Auf feiten ber Angreifer wurden bisher 20 To te und 40 Verwundete gezählt. Der Ausnahmezustand über das Reich verhängt!
Berlin, 13. Jan. (WB.) Aus Grund des Artikels 48 Absatz 2 ber Reichsverfassung betreffend die zur Wiederlserstellung der öffentlichen Sicherheit unb Ordnung nötigen Maßnähmen hat der Reichspräsident für das Reichsgebiet mit Ausnahme von Bayern, Sachsen, W ürtternberg unbBadenund die von ihnen urnschlossmen Gebiete den Ausnahmezustand rerhängt Auf Grund des AiÄua-hmezusantes übernahm Reick^n^s.rmffiister Noske persönlich die vollziehende Gewalt für Berlin und die Mark Brandmdurg. Als Zivil- kommissar wurde der berliner Polizei prä ident Ernst bestellt. Umzüge unb Versammlungen unter freiem Himmel roetien verboten. Erneute Ver- [•udie, bi: Tagung der N'itionalverlammlung zu Uöue.T, werden mit rücksich.s.o.er Waffe:ianwrn- dung verhindert roerben.
Für den ganzen Geltungsbereich der Verordnung wird jede Betätigung in Wort unb Schrift oder andere Maßnahmen verboten, tie darauf gerichtet sind, lebenswichtige Betriebe zur Stitlegun ~ *" Lebenswichtige T ' "
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Störungen des Telegraphenverkehrs.
Berlin, 13. Jan. (Wolff.) Der orkanartige Sturm ber letzten Tage hat bas Tele- S:aphennetz nach Westen und Südwesten in solck>em ntfange gestört, daß heute und in den nächsten Tagen große Telegrammverzögerungen unvermeidlich sind. Es fehlen y B. zurzeit die direkten Leitungen mit Bochum, Aachen, Elberfeld, Duisburg, Dortmund, Essen, Krefeld, Herford, Kassel, Bielefeld, Oldenburg und Wilhelmshaven. Während ber Inlands verkehr im allgemeinen auf Umwegen aufrechterhalten wird, stehen für das Ausland nur wenige mangelhafte Leitungen zur Verfügung, die für den massenhaften Verkehr ganz unzureichend sind. Telegramme nach England, Italien und Frankreich erleiden zum Teck tagelange Verzögerungen. Es lagern z. B. in Berlin für Köln 1200, Holland 2400, London 2000 zum Teil schon recht alte Telegramme.
Deutsche Nationalversammlung.
135. Sitzung. Dienstag den 13. Jan.
Vvr Eintritt tn die Tagesordnung erbebt Abg. Geyer (Unabh.) Einspruch gegen Die Besetz zung des 5)auses nrtt Maschincnge^ roebren. Es sei des Parlamentes unwürdig, unter solchen Maßnahmen $u tagen. Tas bedeute bte Wiederausrichtung ter Militärherrschast. (Lachen bei der Viehrhcit.)
Prä i ent Fehr e nbacht Jchhatte w.'der das Recht noch einen Anlaß, die von der Regierung für notwendig erachteten Sicherlteitsmoßnahmen zu unterbinden.
Hierauf wirb in die Tagesordnung eingetreten Zweite Lesung des
Betrieb Srätegesetzes.
Während des Berichts, der txmt Abgeordnete« Schneiter-Sachsen (Tem.) erstattet wird, werben int Saale Gerüchte über die vor dem Sxtuje statt- stickenden Kämpfe lcmt,woraufüie Una bhän« gig en, von Tribünenbesuchern unterstützt, in wilden I ärmenben Zurufen Schließung der Sitzung berlangen.
Präsident Fehrenbach verläßt, als einr Fortsetzung des BerickM unmöglich ist, um 3s/< Uhr den Präsidenrensitz.
Um 4.10 Uhr eröffnet Präsident Fehrenbach wieder die Sitzung mit dem Ausdruck schmerz- lick-sten Bedauerns, daß die Unruhen vor dem Reichstagsgebäude Verwundungen, und zwar # auch so l che tödlicher Art gefordert haben. Die Schuldfrage lasse sich jetzt nicht feststellen. Es entspreche aber gewiß allseitigem Empffndm, wenn et bezüglich der Opfer die herzlichste Anteilnahme des L>auses zum Ausdruck bringe. Cs komme jetzt alles darauf an, wegen des Eindruckes im Reich und im Auslande die Ruhe zu bewahren. Das Wichtigste aber sei damit, daß das Parlament seine Arbeiten fort setze.
Abg Lenke (Unabh.): Ich toüxbtge dre Gründe des Präsidenten. Aber ich meine, es würde gewiß den denkbar schlechtesten Eindruck aus das Ausland machen, wenn wir jetzt in der Beratung fortfahren.
Präsident Fehrenbach: Es gehört aber 5um Leite der Demokratie, daß sich die Minderheit der Mehrheit fügt.
Mg. Geyer (UnabhO: In mentet Erregung bin ich nicht imstande, jetzt der Beratung beizu- wvhnen. Es verrät Roheit des Gemüts, jetzt zu verhandeln.
Ter Vertagungsantrag der Unabhängigen findet nur die unzureichende Unterstützung bet Antragsteller.
Abg. Schneidet-Sachsen (Dem.) versucht vergeblich, seinen Bericht fortzusetzen. Die Unabhängigen lärmen fortdauernd durch Schlußrufe und heftiges Aufschlagen mitBüchern aus dieTische.
Präsident Fehrenbach ruft dazwischen: I st JhrBenehmenAchtungvordemTode?
Es folgen zahlreiche, oft dreimal wiederholte Ordnungsrufe. Als der Lärm fortdauerte, erHärt Präsident Fehrenbach: Ich unterbreche die Sitzung um eine Viertelstunde und untersage den Abgg. Lankandt, Düvel und Geyer an der nächsten Sitzung teiteunehmen. .
Präsidcnt Fehrenbach eröffnet bte Atzung. wieder <m 5,10 Uhr (bie Abgg. Lankandt, Düvel und Gcher sind im Saale anwesend) mit folgenden Worten: Als ich vorhiin über die bedauerlichen Vorgänge sprach, konnte ich mit erwähnen, daß Verwundungen, vi lleicht sogar tödliche, rwrgekommen seien. Jetzt steht aber Oie betrübliche Tatsache fest, daß vielleicht 10 Tote zu besagen sind. Tas ändert bte Sachlage. Die Toten sind zum» Teil in unter Haus gekommen. Angesichts dessen schlage ich jetzt selbst vor, sich zu vertagen. Für bte Orrer haben wir das schmerzlichste Bexruern und sprechen den Angehörigen das tiefste Mitgcfuttder^ Nationalversammlung aus. (Tte Mitglieder hören stehend die Ansprache an.). .
Hierauf wurde bte Sitzung aus Mittwoch 10 Uhr vertagt. Fortsetzung der zweiten Lesung des Betriebsrätegesetzes.
Schluß 5*/2 Uhr.
Aus Hessen.
Die Eisenbach: erdew-tgtrng.
rm. Darmstadt, 12. Jan. Die Effenbahrter des Tirek.ivnsb.-zirtes Mainz btel.cn Hinte muh. mittag ini städtischen Saaloau eine mächtig bemchte Versammlung ab, in ber wohl über 30JO Et.en- tzahncr, darunter viele Beaiwe, ersch:enen waren, um Stellung zu nehmen gegen die neuen Lo hn- f'äbe, reit), die Bildung der neuen Lohwrtsgrup. üen ohne vorh.-rige Berstäntiiung. Es wurden tarte Worte g gen die Tirek-wn in und eueren Beamten gesprochen, so datz der Vorsitzen« Klenk roieberl>;It die Redner zur Rulx mahnen mußte, es rourcc rücksichtsloser Kampf verlangt, menn die Eisenbalindwektion bie beredjtiglen <yor .xrungen zu [rmilligen weiter verweigert. Wn-ber- wurde daslBer^al cn tec Pres e d r Mel.ah rts- fozialisicn ge.tcaxlt. Nach über dreistündiger Verhandlung, in ber etwa 20 Stebnet zum Wort Barnen, wirrte folgende Entschließung ein»
Mit einem furchtbar ernsten Vorspiel haben gestern im Reichstag die Beratungen über das Betriebsrätegesetz wieder begonnen. Vor dem Parlamentsgebäude halt'n , bie Unabhängigen unb die Kommunisten stür- , miidje Volksauftritte inszeniert. Die Folgen waren Mißhandlungen von Sicherheitspolizisten und oer Versuch eines Sturmes, um ins Reichstagsgebäude über die Sicherheitsmannschaften hinweg einzudringen. Es gab Tote und Verwundete. Die alleinige Verantwortung dafür tragen die Hetzer und Volksaufwiegler, die überhaupt nicht mehr wissen, was sie tun. Der „Vorwärts" schreibt mit Recht: „Es war ein politisches Verbrechen, es war eine S ch u r k e n t a t, die 50 uno mehr unschuldige Menschen mit ihrem Blut bezahlen mußten. Die schuldigen Verbrecher, das finb die Hetzer, die die Massen bis zur Siedehitze aufpeitschten und sic dann den dunkelsten Elementen überließen, die überall dabei sind, um sich führerloser Massen zu bemächtigen und an ihrer Spitze wilde Triebe auszulosen."
Eine Verordnung des Reichspräsidenten hat über weite Reichsgebiete hin diesem Treiben vorläufig ein Ende gemacht. Es war die höchste Zeit! Die Gesamtheit des Volkes will Ordnung, Sicherheit, At b:it und steigen Fortschritt zum Wiederaufbau; diese Ziele müssen verbrecheii'chen S.örungen gegenüber mit den «ntschiedensten Mitteln erreicht werden!
B e r I i n, 13. Jan. (WTB.) Der Aufforderung der Unabhängigen an bie Berliner Arbeiterschaft, zum Protest gegen das Betr iebs- ra tegesetz vor dem Reichstagsgebäude zu demonstrieren, wurde in erheblichem Maße Folge tzeleiftet. Um 3/i4 Uhr nachmittags versuchte bte Menge in den Reichstag einzubringen. Die Sicherheitspolizei versuchte bte Menge mit dem Bajonett zu zerstreuen. Da dies jedoch nicht gelang, machte sie von ihrer Waffe Gebrauch. Es kam zu einer lebhaften Schießerei, namentlich vor dem Eingang in ber Simsonstraße. Der vor diesem Eingang befindliche Rasenpla ist mit einer großen Anzahl Toten unb Schwer verletzten besät
In einem Ausruf ber Unabhängigen hieß es, die Nationalversammlung habe ben Auftrag, das Betriebsrätegesetz burchzupeitschm, in dem sich Verlogenheit mit Niedertracht paarten. Wirtschaftliche Demokratie behaupte man ben Arbeitern geben zu wollen, während man sie in Wirklichk.it fest an das kapitalistische Joch schmieden unb die Betriebsräte zu Mameluken des Unternehmertums machen wolle.
Dem gegenüber erließen im „Vorwärts" der Bezirksvorstand Groß-Berlins ber sozialdemokratischen Partei und bie Fraktion der mehrh.itssozia- listischen Arbeiterräte eine Aufforderung an die Arbeiter und Angestellten Gwß-Berlins, sich dem Kampfe, ber von unabhängiger und kommunistischer Seite von neuem zu Massenaktionen unb Straßenumzügen in immer gesteigertem Maße aufforber-e, nicht Folge zu leisten. Wenn jetzt im Plenum ber Nationalversammlung die Vertreter der unabhängigen Partei mit flammenden Redensarten sich entrüsteten, so sei das nichts anderes als erbärmliche Heuchelei gewisser Demagogen. Jetzt, wo bie letzten cntfcbeiicnbcn Kämpfe um das Lc- triebsrätegesetz im Parlament geführt werden sollten, fordere mit unverfrorenem Größenwahn die Partei, die in ihrem l.'tzten Borstandsbericht auf dem Leipziger Parteitag ben großen Mangel an geistigen Kräften zur besseren Führung ber Organi- sabwnsgeschäfte bitter beklagt habe, das volle un- erngeichräukie Kontrollrecht über die Betriebssüh- rung des tausendfältig komplizierten Wirtschafts- apparates von ganz Deutschlano. Dir Arbeiter, An- jgestellten imb Samten müßten dieses Manöver politischer Glucksspleler burchschauw. Erneut wolle man die Ma, sen unter falscher Flagge in den .Kampf mcht um bte Betriebsräte, sondern um die lpolitische Macht auf die Straße werfen
Berlin, 13. San. (Wolff.» Uejer die Vorgänge vor dem Reichsteg^ebäude wird noch folgendes berichtet: Wäl-reud sich ber größte Teil der Demonstranten, nachdem sie verlch.ed»?n: Abg- v d- ne'e ber unabhängigen Partei mit ihren Wletschen bekrmtt gemacht hatten, wiLer cntfmite, Hieben noch viele Tauseiche in den ZugMigsstrnßm wie die Mauern stehen. Es wurden Äugblätter verbreitet, die von ber kommunistischen Partei Deutschlands (Spartakusbund) unterzeichnet waren, bie ü.tcnruS s ch«rr fe Angriffe gegen Noske, Ebert unb Scheidemann en.’- hielten. Die Ueberschrift lautete: Ebrrt oder Luden- dorff! Zum Schluß wurde in großen Lettern aufg?forbcTt: Macht Euch bereit! Nieder mit ber Militärmonarchk! Es lebe die proletarische Diktatur! Es lebe die Räterepublik! Durch diesen Aufruf angefeuert, wurden Schmähreden pegen die Nationalversammlung und gegen die „grüne Polizei" gehalten, so baß sich schließlich eine Anzahl Demonstranten dazu hinreißen ließ, bas Portal nach dem Tiergarten hin zu stürmen. Trotz aller Warnungen und trotz ber ruhigen Haltung der Sicher- 'beitS camten war es nid# gditngcn, di- M-nge zum Aus.inanbergehen zu bringen. Da die Gefahr bestand, daß die Köcher hei tsbeam ter schaff überwältigt wurde, mußte zur Waffe gegriffen werden und man gab aus Gewehren uni) Maschinengewehten Feuer auf *bie Menge ab, so daß eine Än-.M Personen — die Höhe iteht noch nicht fest — getötet und verwundet tomtibe. Sehr be-
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