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Erstes Blatt

Montag, September 1920

170. Jahrgang

Sus dem besetzten Gebiet.

st a. M., 12. Sept. Der Ge­

rne.

schäftssührer der hiesigen mehrheitssozialisti-

-neiderei

tephon 406

Gq1£V 1

Schwere Unruhen in Petersburg.

Paris, 11. Sept. (WTB.)Informa­tion" veröffentlicht eine Depesche aus Kopen­hagen, daß nach Meldungen finnländischer Blatter schwere Unruhen in Peters­burg ausaebrochen sind. Die Kommis­sare wären ermordet worden. Sechs von ihnen seien ertränkt worden.

l die verschiedenen Vorschläge jung der Krise erörterte, schließt die "Iribuna", daß Hoffnung auf Bei­legung der Streikbewegung bestel-e. 22Schuhfabriken sind gestern v o n d e n Arbeitern besetzt worden, um, wie es heißt, zu verhindern, das; die Besitzer der Be­triebe die Rohmaterialien beiseite schaffen. Das gleiche ist bei ungefähr 200 chemi­schen Betrieben durchgeführt worden.

Trieft, 11. Sept. (Wolff.) Trotz der Be- schwichtigungsbemühungen seitens der sozia­listischen Führer ist die Ruhe noch nicht wiederhergeftellt. Die Z ihingen stel­len eine italienfeindliche Agitation durch sla-

Reparaturen ie Neulie^erQD9 und Zubehör

Vie Lage in Italien.

Paris, 11. Sept. (DTB.) Nach einer Havasmeldung aus Rom sind gestern von Manifestanten in Triest Barrikaden errichtet worden, die jedoch sofort von der Infanterie zerstört wurden. Un­gefähr 100 Verhaftungen wurden vorge

Gberschlesien.

Berlin, 11. Sept. (Wolff.) Auf die Note der deutschen Regierung vom 4. Sept-, in der unter Hinweis auf die von polni­sch er Seite begangenen Gewalttaten die Einsetzung einer neutralen Unter- suchungskvmmission vorgeschlagen wurde, ist dem Präsidenten der deutschen Friedensdelegation in Paris nachstehende Antwort de rBotschafterkonferenz zugegangen: Sie haben der Konferenz am 4 September 1920 eine Note der deutschen Regierung übermittelt, in der die Einsetzung einer Kommission zur Untersuchung der Er­eignisse in Oberschlesien vorgeschlagen wird. Die Kommission soll sich aus Ange­hörigen von Mächten zusammensetzen, die nicht Signatarmächte des Vertrages von Ver­sailles sind. Ich beehre mich. Sie davon in Kenntnis zu setzen, daß die alliierten Mächte einstimmig der Ansicht sind, daß die Bildung einer derartigen Kommission sich nicht recht- fertigen läßt, und daß der Vorschlag Ihrer Regierung infolgedessen nicht angenommen

übernimmt

Arnsberg

98. 71720

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nr. 215

Dec totBtwer erscheint täglich, ait^er Seim, und Feiertags.

Et;ug$pr<ife.

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Der Völkerbund.

Amsterdam, 11. Sept. (Wolff.) DerTele- graaf" meldet aus London: Die vorläufige Tages­ordnung der ersten Sitzung der Versammlung des Völkerbundes ist bdtmntgegeben worden. Es sind daraus folgende Punkt: hervorzuheben: Zu­lassung der Staaten, die in der Beilage des Vötker- bundsVertrages g-mannt sind: vorläungeFestsetzung des Sitzes für 1921; Pläne für die Errichtimcß einer permanenten Gesundheitsorganisat'.on; Er­richtung einer permanenten Organisation, um die Frage betr. internationale Verbindungen und Ver­kehr, die nach dem Friedens vertrag von Ver­sailles zu den Befugnissen des Bundes gehört, zu behandeln; Gerichtshöfe zur Beilegimg der Streitigkeiten, die in den ArtikÄn 336, 337, 376 -und 386 des Versailler Vertrags und gleich­lautenden Artikeln anderer Verträge vorgesehen sind; Vorschläge der internationalen Finanzkonse­renz; VorschLägc für die wirtschaftliche Waste des Bundes, bic im Notfall gebraucht werden soll; Oberaufsicht über die Ausführung der Abkommen über den Handel mit Frauen und Kindern; An­träge mit Bundesbeiträgen, Vorschlägen der dänr- schen, norwegischen und schwedischen Regierung, allgemeine Oberaufsicht über die Ausführung der Abkommen über den Handel mit Qp-mm nach Artikel 23 des Friedens Vertrages.

4hs öem Reichs.

Aos demBolkswirtschaftSausschuß des NeichstaqS.

Berlin, 11. Sept. (Wolff.) Laut Mell-, düng desVorwärts" lehnte der Volks-. Wirtschaftsausschuß des Reichs­tages den Antrag auf Erhöhung der Ge­treidepreise und auf Weitergewährung einer Frühdrusch Prämie ab. Angenommen wurde ein Antrag, die Ausmahlung des Brot­getreides auf 85 Prozent herabzusetzen und höchstens 10 Prozent Streckmittel zu ver­wenden. Ferner wurde eine Entschließung an­genommen, worin die Regierung ersucht wird, ab 15. September die tägliche Mehlration auf 260 Gramm zu erhöhen. Außerdem wurde be­schlossen, die Regierung zu ersuchen, das Aus-' landsgetreide so zu verbilligen, daß die bis­herigen Mehlpreise beibehalten werden kön­nen. Der Ausschuß beschloß ferner, den ameri­kanischen Spendern für das Angebot der amerikanischen Milchkühe dankbare Aner­kennung auszusprechen, lieber die Aufhebung der Fleischwirtschaft teilte der deutsch­nationale Abgeordnete Schiele mit, daß ein Uebereinkommen zwischen den drei größten Verbänden der Landwirte und Fleischer abAe- schlossen worden sei, wonach der Preis für Rindfleisch mit 10.50 Mk. per Pfund, für Schweinefleisch mit 12 bis 15 Mk. per Pfund auch nach Aushebung der Zwangswirtschaft garantiert werden soll.

Ein Avgriffsplan der Liuksradikaleu?

Berlin, 12. Sept. (Wolff.) DieDeut­sche Tageszeitung" veröffentlicht in ihrer heu­tigen Sonntagsnummer einen ausführlichen AngriffsplanderLinksradikalen, dessen Ziel Kottbus sein soll. Er enthält genaue Angaben über Einteilung, Stärke und Befehlseinteilung der Kampforganisation und die Nachricht, daß Mitte September mit Le- bensmittelkrawallen eingesetzt würde. Nach den Erfahrungen, die in letzter Zeit mit der­artigen Nachrichten gemacht worden sind, deren Nachprüfung oft das Ergebnis völliger Haltlosigkeit oder übertriebener Aufmachung hatten, wird auf die Gefahr hingewresen, dre die Verbreitung derartiger unkonftollrer- barer Nachrichten hat. Bon den zustturdmeir Beerben wurde eine Untersuchung dieser An­gelegenheit eingebettet.

Die Begegnung in Aix-lez-vains.

Pa riS, 12. Sept. lWB.) Wie Havas meldet, ist M i l l e r a n d heute früh um haL» 9 "Uhr in A'rr- les ^Bains eingefroren. Er beg.rb sich sofort ms Hotel Mirabeau. Um 11 Uhr sand In er die erste Zusammenkunft mit Giolitti statt. Dre Unterhaltung der beiden Ministe.p.äfi.en en, dte unter vier Augen statt fand, dauerte eine Stunde. Al s Mil le ran d nach der B-spre Inmg von Jour­nalisten befragt wurde, beschränkte er sich daraus, zu erklären, daß die Unterhaltung durchaus herz­lich gewesen sei. Um 3 Uhr nackMiittags fand ernt neue Zusammenkunft statt, an ivelcher der ita­lienische Botschafter in Paris, der auf 'Wurstch ö>iolittis hier ein getroffen war, der französische Botschafter in Rom, sowie Bert Helot und Mlwtti teilnahmeir.

Paris, 13. Sept. (WTB.) Nach der zweiten Unterredung, die in Aix-les-Bains zwischen Millcrand und Givlitti geflem von 31/: bis 6 Uhr stattfand, empfing Millerand die an­wesenden Journalisten und betonte ihnen gegen­über insbesondere den vertraulichen und berslicten Charakter der Unterhandlnngen. Er beantwortete dann die an ihn gestellten Fragen über die Gen­fer Konferenz und erilär'.e, Lloyd George 'habe auf den belgisch-französisäien Vorschlag noch gar nicht antworten können; Giolitti habe nicht die gering7ien Einwendungen gemacht, lieber die Sv wj etfrage erÄärte der Ministerpräsident, das', nach wie vor das Abkommen 'zwischen den Alliierten bestehe, das vor acht Monaten abge- stllossen worden sei: Handelsbeziehungen, keine politischen Beziehungen. Das Han- delsabkönmren sei bisher loyal ausge­führt worden. Er glaube aber, daß der einzige Ar­tikel. den Rußland au5führen könne, die Propa­ganda sei, und an deren Einfuhr nach Frankveich habe er nicht das geringste Interesse. Nach .dem .Journal" habe Millevand gesagt, um endlich zum Frieden xu kommen, mülle man Polen den Rat zur Mäßigung erteilen sowie alle Verträge im Geiste der Mägigtmg und der Loyalität an­wenden, wie dies schon in Luzern abgesprochen» worben sei. In ter Adriafrage verbleite es bei ter eng isch fran ö i chm Po.itik ron San Remo: also, leine Interventionen irgendwelcher Art.

Aix-les-Bain, 12. Sept. (WTB.) Ha­tz as. G i o l i t t i wird am Dienstag Aix-les-Bains verlassen, während sich Millerand am Mitt­woch nach Genf begeben wird.

Paris, 13. Sept. (WTB) Wie Perttnax.im Echo de Paris" mitteilt, hat ihm G i o I i 11t ein Communiquß vor gelegt, das morgen be­sprochen werden soll. Nach Pertinax scheine das WortAktionsfreiheit" in dem ita.imischen Text sehr unglücklich und geeignet, gewisse Zusiche­rungen in Frage zu stellar.

Die Verschiebung der Genfer Konferenz.

Paris, 12. Sept. (Wolff.) Nach einem Havasbericht ist über die Beteiligung Frankreichs an der Genfer Konferenz noch nichts Be­stimmtes festgelegt. Frankreich hat gegen den Zeitpunkt der Konferenz formelle Einwände er­hoben, da diese mit der Brüsseler Finanzkonferen- zeitlich zusammenfällt

London, 12. Sept. (Wolff.) Reuter erfährt aus gut unterrichteten Kreisen, daß die Vers ch ie- bung der Genfer Schadenersatzkonfe­renz bis nächsten Monat als fast unvermeidlich angesehen wird, da sie der Brüsseler Konferenz zusammenfällt pwran mehrere der Delegierten ebenfalls teilnehmen.

wische stadtfremde Wühler fest.

Paris, 12. Sept. (WTB ) Wie Havas aus Rom meldet, istItea Nationale" zufolge in Nom eine metallurgische Fabrik ohne Zwrckr'n- fall von den Arbeitern besetzt worden. Die Ar­beiter der chemischen Fabriken treffen Vorbereitun­gen, iich der Bewegung cmzuschlicßen. In ihrem Manifest spreäien sie von der Eroberung der Fa- brilen. Wie dieEpoca" meldet, buben die Koh- lena rdeiter von Falonaia die Gru­ben besetzt und die rote Fahne gehißt. Nach demGiornale d'Jtalia" besürwortere die auf dem Kongreß des Arbeiterverlxmtes ange­nommene Tagesordnung eine Verständigung mit den Industriellen aus der Grundlage fofertiger wirtstlpaf licher Aufbesserungen. Tie ntaftmalisti che Tagesordnung, die von der Leitung der sozia­listischen Partei etugebraeßt, aber a'g> bHut wurde, befürwortete, daß bi: Besetzung seitens der Ar­beiter auch auf die Werkstätten und Fabriken aller Art ausgedehnt werden sollte.

Paris, 13. Sept. (WTB.) DasJournal" meldet aus T u r i n, daß gKftiern von einer Fabrik aus, die von Rotgardisten besetzt ist, auf den Besitzer einer Nachbarfabrik, die noch regelmäßig arbeitet, geschossen worden ist. Der Angeschossene erwiderte das Feuer und tötete zwei Rot­gar d i st e n.

Mailand, 12. Sept. (Wolff.) In einer Versammlung der Vertreter der Arbeiterver­bände wurde gestern die vom Sekretär des all­gemeinen Gcwerkschaftsbundes, Duaragona, vor­gelegte g e m ä ß i g t e T a g e § o r d n u n g, die sich gegen jede Diktatur des Proletariats und bolschs- wistische Tendenzen aussprick)t, mit 185 000 Stim­men Mehrheit angenommen.

Rom, 12. Sept. (WTB.) Stefani. Dre sozialistische Kam m e rfraktion rich­tete an den Ministerpräsidenten und den Kammerpräsidenten das Ersuchen auf Ein­berufung der Kammer.

zranzöfifche Pressepropaganda in Deutschland.

Nach Pariser Blättermeldungen macht die französische Negierung mit der belgischen zu- jammen den Versuch, Deutschland von der Teilnahme an der entscheidenden Genfer Kon­ferenz aus-uschließen. Deutschland soll nach diesem Plan vor der Genfer Konferenz in Paris nur unverbindlich über seine Vor­schläge gehört werden. Hierzu bemerkt die B o s s i s ch e Z e i t u n g":Der Schlüssel zur Lage ist nach wie vvr in der Hand der deut­schen Regierung " Das genannte Blatt bleibt also auch in diesem für Deutschland lebens­wichtigen Punkt bei seiner Methode, die Ver­antwortung für die deutsch-französischen Be­ziehungen Deutschland zuzuschieben und so zu tun; als lstinge es lediglich von uns ab, in ein erträgliches Verhältnis zu "Frankreich zu tommen. Diese Tendenz zieht sich wie ein roter Faden durch die ganze außenpolitische Haltung, derVossischen Zeitung". In.dem erwähnten Fall bezieht sich dieVossische Zeitung" auf die Zeugenschaft des j,Temps", b. h. eines Blattes, das an gehässiger Feind­schaft gegen Deutschland nichtzu übertreffen ist. DerTemps" schreibt, day eine Unter­haltung unter vier Augen zwischen deutschen und französischen Vertreterin mehr Wert habe, als eine Besprechung in Genf. Ganz sicher meint er, daß dieses Verfahren für Frank­reich größeren Wert haben würde, denn auf den Vorteil Deutschlands ist das französische Organ sicher nicht bedacht. Es würde ganz der bisherigen französischen Politik entsprechen, sich vertraulich über Deutschlands Anträge und Vorschläge zu unterrichten und dann tn rtSenf unter den vier oder mehr Augen der Entente die finanziellen Leistungen Deutsch­lands ans dem Wege des Diktats festzusetzen. Eine andere Pariser Zeitung gibt dies auch aanz offen als die ausgesprochene Absicht der französischen Regierung zu. Es ist schwer verständlich, daß ein deutsches Blatt unter diesen Umständen behaupten famt, es sei in Deutschlands Hand gegeben, ob es sich mit Frankreich verständigen wolle oder nicht.

Wie hier, so geberdet sich dieVoss. Ztg." überhaupt bei der ganzen Behandlung der deutsch französischen Beziehungen weit mehr als Amvalt der französischen als der deutschen Seite. Kürzlich hat ihr dieFrankfurter Zei­tung, also ein demokratisches Bruderorgan, den Vorwurf einseitiger Untersetzung der ftanzösisck-en Politik im Saargebiet gemacht. In der Tat läßt dieVossische Zeitung" hier jedes Verständnis^ die deutsche Sache ver­missen. Auch über t^c Haltung derBossischen Zeitung" in der oberschlesischen Frage braucht sich die ftanzösische Regierung wahrlich nicht zu beklagen. Die deutsche Presse ist ohne Unterschied der Partei tagtäglich angefüllt mit den berechtigsten Beschwerden über die sriedensvertragswidrige Politik Frankreichs m Oberschlesien. In demVorwärts" kann man fast in jeder Nummer immer Klagen oberschlesischer Arbeiter lesen, die Frankreichs Haltung as bewußte Förderung des pol­nischen Terrors brandmarken. Auch dieVoss. Ztg." gab kürzlich Arbeiterklagen aus Ober- schlesien wieder. Diese Auslassung war ein Zitat aus dem gewerkschaftlichen Nachrichten­dienst und richtete sich gegen denkommu- nisttjchen Theaterdonner"", der in Ober­schlesien öoit deutschen Kommunistenin ge- toeucr Verbrüderung mit polnischen Aai- Üonskomibees" verübt worden sei. Hierru be­merkt der gewerkschaftliche Nachrichtendienst, ,Mr Toven Türmten glauben, die oberschlesi­schen Ereignisse und Verhältnisse mit Macht und Bluff meistern zu können". Franzosen und Polen hätten eben in Oberschlesien zur Zeit eine stärkere Position als die Deutschen. Soll daraus etwa von derVoss. Ztg." ge-

werden kann

K a t t o w i tz, 11. Sept. (Wolff.) Vor dem außerordentlichen interalliierten Ge­richt für Kattowitz Stadt und Land wurde in den letzten Tagen eine Reihe von Aufruhrprozessen verhandelt. Ein An­geklagter erhielt 15 Jahre Zuchtbaus, weil aus seiner Wohnung aus ftanzösische Trup­pen geschossen wurde. Weiter wurde von dem Gericht erkannt wegen Teilnahme am Auf­ruhr mit Waffen auf 2 Jahre Gefängnis, wegen Plünderns auf 2 Jahre Zuchthaus, wegen Besitzes geraubter Gegenstände auf 6 Monate Gefängnis, wegen Uebertretens des Waffen Verbotes auf 4 Monate und wegen Paßvergehens auf 1 Jahr Gefängnis.

tenen Aushängens desWahrep Jakobs" zu 6 Monaten Gefängnis und 5000 Mark Geld­strafe durch die Besatzungsbehörde verurteilt worden war, ist nunmehr aus dem Wies­badener Gefängnis entlassen worden, nach­dem er erst einige Tage abgebüßt hatte. Die Geldstrafe wurde auf 6000 Mark erl)öht, wäh­rend die Freiheitsstrafe erlafsen wurde.

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Die Kieler Herbstwoche für Kunst und Wissenschaft.

Kiel, 12. Sept. (WTB.f Die.Kieler Herbste wochc für Kunst unb Wissenschaft", bk mrn alljähr­lich eine künstlerische imb wissenschaftliche Heer­schau darstellen soll, begann brate. Zahlreiche leite nehmer aus dein ganzen Deutschen stieich und tent Ausland find hier eingetroffen. Das vielgestaltige Programm umfaßt unter Mitwirkung h rvorragen- der Künstler und namhafter Ge"ehrtet', ncftiwh' in den städtischen Thoaer.', Kvrzer e tviiVn dxiftlicte Vorträge und Ausstellungen, inson'.erhrit leunrte sicher Kunstschöpfungen. Auf dem gestrigen L4e- grüßuugsabend im Hotel Bellevue war auch Kul­tusminister H a e n i s ch zugegen, der in einer An­sprache ausführte, daß es ihm eine ganz beiontete Freude sei, im Namen dre preußischen Staatsregie­rung der großen Kieler Veranstaltung von ganzem Herzen Erfolg wünschen zu dürfen. Tas alte Kick mit seinem stolzen Kriegshafen und seiner glän­zenden Flotte sei das Wahrzeichen des alten Deutschland, des Deutsch änds der imperialistischen, völkischen und mlit arischen Machtentfaltung gewesen. T eses Deutschland, daS wir nicht verleugnen wollten, das zweifellos Ofewaltiges geleistet und Großes in der Welt bedeutet habe, sei nicht mehr. Mit dieser harten aber unabänderlichen Tatsache müßten wir uns ab finden, so schwer es uns auch werden möge. Er, der Minister, habe volles Verständnis dafür, daß gerade das Herz der Kieler sich nur schwer und unter Schmerzen von der Erinnerung an dieses alte Deutschland lvsreißen könne, aber es müsfe ge­schehen. Es gelte, die Blicke nicht dauernd aur der nun einmal toten Vergangenheit ruhen zu lassen, föntem sie entschlossen vorwärts zu rirfticn auf die Zukunft unseres Lautes und innere? Volkes, Diese Zuffmft aber Eömie nur von innen her­aus erschaffen werten, aus den testen Kräften ter deutschen Seele und des butschen Geistes. Die Kieler 2Bodx bedeute in diesem Sinne ein Cultur» und nationalpolittsches Programm für nufer g-mfreä Volk, ein Wahrzeiciien, mit dem wir stolz erbotenen Hauptes auch vor die gan*e Welt blutroten könn­ten. So sehr wir dem alten verterblicl>en Wahne eittsagen müßten, day am deutschen Wesen die ganze Welt genesen solle, so ungebeugt dürfen wir doch vor aller Welt bekennen, daß sie jämmerlich verarmen würde, sollte ihr jemals ter wimteroolle Einschlag deutschen Weie.ls, deuts.ler Kultur, deute ]d)er Wrstenschast und Kunst fehlen.

z ln all. körten an<* Formen ibst lartlkel bietet ai archen-Sieq?

deutsches Blatt gibt, das für deutsches Recht l gemeinen Arbeiterbundes bis in die frühen und deutsche Würde in dieser schweren Zett Morgenstunden überhaupt keinen Sinn hat. zur Lösung bei

a. y*-v hnnaijwe DOM XHjtiucu

Ml bte lagesnommer bis

Gles' erAnzeiger s

^auptf^rif tieitcr ?lug.

General-Anzeiger für Gberheffen MZZ

V ® 1 1 Anzeigenteil: H. Deck,

Druck nn> Verlag: vrühl'sche Umv.-Yuch- und Steinbrutferei R. Lange. Zchriftleitung, Geschäftsstelle und Druckerei: Zchulstratze 7. sämtlich in Dieh-n.

folgert werden, daß die deutsche Bevölkerung die Pflicht habe, sich den gegebenen Macht- Verhältnissen einfach zu unterwerfen?

DieVoss. Ztg/' braucht die deutsch-ftan- Msche Verständigung, weil sonst ihre ganze «mtinentalpolitik in der Luft schwebt. Was aber befürwortet, ist nicht eine Verstän- d'--ßmg, sondern eine glatte Unterwerfung Deutschlands unter die ftanzösischen Vor- /krrschaftsgelüste auf dem europäischen Fest­land. Das geht soweit, daß dieVoss. Ztg." ihren Pariser Vertreter neuerdings im önnte Frankreichs dafür Stimmung macht, das deutsck)e Volk müsse zum Zweck derLuft- ^üiigung" feine Meinung über die Haltung Frankreichs vor dem Kriege ändern, es müsse aufhören, von französischer Revanchepolitik 8u reden. Erst dann rücke die gesamte Schuld- ttage und damit auch das Wiedergut-- machmigsproblem in die richtige d. h. in ote Frankreich angenehme" Beleuchtung. *8eim wir in allen Punkten Frankreich nach-i nommen. .... .

9ben, so ist in der Tat dieVerständigung" Mailand, 11. Sept. (Wolffs j X 7? u

nicht schwer. Es ist kläglich, daß es ein großes > Aus der Tatsache, daß der Ausfchuß des W-l scheufreien Presse", der wegen des verbv^