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Freitag, |3. August 1920

170. Jahrgang

dessen).

Die Agentur

Paris, 12. Aug. (WTB

V«t riebe für die Wiederaufnahme bei Arbeit unb

Armee

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General Wränget stellte die Verbindung!

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beiten heute mittag eine Mitteilung feiner Regie­rung überbracht. Aus der Hnxvfyattung, die sicb

ft reiten bett Arbeitern gufagte, ben bocor im Juni MlSg^iviesenen Aaitawren die RückOchr in gestatten uan eine Unterfudianig g-.Yf.n ben Po ligcwicefhn VLigl einzulciicn und rcriinodicn

Die Lage in Menrcl.

Memel, 12. Aug. (WTB.) Nachdem fkLn-ösische Gouverneur Obrtz

Erfolge WrangclS.

Ko nstantin opel, 12. Aug. (TU.

hen Rußland und Großbritannien non abhä.ige, n>ie der Friedensschluß zwisck?n

Berlin, 13. Aug. Ten Blättern zuwlge Sowjetrußland gegenwärtig über eine Armee 21/« Millionen Platin verfügen.

tehende t'Nacht.

Tie Teilte Entscheidung über ein etwaiges Ein­greifen kann nur bei den verantwortlichen Re­gierungsstellen liegen, nicht aber bei unverant- wortlichcu Organen, die die Tragweite ihres Han­delns, besonders auch gemessen an den uns durch den J-riedensvertvag auserlegten Verpflichtungen, nicht zu übersehen vermögen.

Vor jeder Unbesonnenheit muß dringend ge­warnt werden. Nur im Einvernehmen mit den ver- antwonlichen <5teilen der Organisation und ent* brechend den Richtlinien der Getverkschaft Dcnt- ukt Eisenbahner ist in Cinzelfälleu vorzugehcn. <3ür das Verhalten bei größeren, umfassenderen Akiionen darf selbstverständlich allein die An­weisung der eigenen Organisationsleitung maß­gebend sein.

Nur wenn alle Kreise des Volkes, vor allem die cinslus.r.'ichen organisierten Vvikskräste, sich iljrcr Vevantwortung voll bewußt sind, besteht die Hoffnung, daß die drohende Gefahr gebannt wird.

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Uriegszilstand zwischen Sowfttiutzland und Zrankreich?

___Donkosaken her und nahm Alerandrowsk Giwschewik nach schwerem Kampf.

zwischen Ad e rsen uitb Paleologuc entspann, gebt hervor, daß die beiden Regierungen tm V.- grisf stehen, die Meinung.Wersckstedenheitcn, die fid- zwischen it-nen hcrausgebildot haben, tu freund­schaftlichem Geist »u prüfen. Sie bckhcnberten üb­rigens in keiner Weise ihre enge Zmammcnarl>eit

Am st er dam , 12. Ang. (WTB) Rach einer Londoner Meldung dos , Telegraaf" e L l o 0 d Geor ge gestern abend eine Audienz beim König Er wird ferne Reise nach der Scttwe^ währfchern- lich aufgeben.

Eine Zusammenkunft Lloyd Georges, Giolittis und Simons?

Berlin, 13. Ang. An der Zusammenkunft G i o l i t t i s mit L l o n d George in S u 3 c r n soll, wie jetzt auch italienische Blätter mit Vorbe halt melden, der deutsche Außenmini'ler Tr. Si­mons teilne!hmen.

Auseinandersetzungen im englischen Unterhaus.

London, 12. Aug. (WTB.) Im Un­terhaus führte Maclean aus: Wenn die Pariser Meldung über die Anerkennung der Regierung Wrangels tatsächlich den Beschluß der französischen Negierung wiedergibt, so ist eine neue Lage entstanden. Maclean sagte so­dann: Dann muß Frankreich seinen Weg allein weiter gehen. Er fragte, ob es die An­sicht der Regierung sei, das Haus morgen in die Sommerferien gehen zu lassen. Bonar Law erwiderte: So war es ursprünglich beabffch- tigt. Die Negierung hält jedoch jetzt dafür, daß es besser ist, wenn das Haus am Montag wieder zusammentritt. Ich hoffe, daß die Lage bis dahin klarer geworden ist und das Haus dann in die Sommerferien gehen kann.

Bo« der russtschcn Mission in London.

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sechs dagegen stimmten. Mittags wurde die Ar­beit größtenteils wieder ausgenommen.

Aus Ostpreußen.

Berlin, 13. Aug. Tie in den v stpreu ßi- scheu Grenzbezirken auf dem L'anbe zur Erholung weilenden Berliner Kin­der sollen ganz außerhalb jeder Gefahr fein. Grenzverletzungen sind nicht trotgekommen. Auch ist bei der deutschen Greuzbevölkerung leine Un­ruhe vorhanden. .

Eine Aeutzerung Millerand».

No von, 12. Aua. (WTB.) Davas. Beim Emsang im Stadthause anläßlich feiner Rund­reise durch die verwüsteten Gebiete gab der Mi­ni st e r p r ä s i d e n t eine Erklärung ab, in der er tagte: Die Alliierten sind einig und werden einig bleiben. Es bestehen unausbleiblickie Diffe­renzen infolge der nationalen Besonderheiten eines jeden, aber die Einigkeit, die zwischen uns herrscht, wird die alte bleiben. Wenn ich im Namen Frank­reichs zu Konferenzen mit den Alliierten gehe, bann schwebt mir stets das Bild ber Derwüftetcn Gegenden vor, und nie vergessen werde ich ben Gedanken an die Wiedergutmachungen, die wir denen schulden, die gelitten haben, damit wir siegen konnten.

Ei» rumänisches Dementi.

Paris, 12. Aug. Die rumänische Gesandtschaft dementiert durch die Havasagentur die Nachricht, Rumänien habe einem Armeekorps den Durchzug durch itu* mimisches Gebiet nach Galizien gestattet.

Serbien und die Tschccho-Slowakei.

Prag, 12. Aug. (WTB.) Der Minister des Aeußern Dr. Benesch ist heute abend nach Belgrad abgereist. Dr. Benesch wird diesen Aufenthalt zu einem Meinungsaus- tausch über die gegenwärtige Lage in Mitte» europa benutzen.

Eine deutschfreundliche Handlung Italiens.

Euglische HandclSftatistik.

London, 12. Aug. (TU). Ratter Tie Wertem führ in Vereinigten Königreichen betrug Sf3idi 163 342 351 Pfund Stertr^, dos rst eine Zunahme gegen Juli 1919 vvnlO 276 v91. Tie Wertausftrhr beüer fitfTauf lo7 451 904, Zu­nahme 72 136 213.

hie ,a «üböi ^t6ts vorr^

Disziplin und ruhig Blut:

. Berlin, 10 .Aug. Von der Hauptgesdxists- Mle des Tcutscheu Geiverffchastsbundes, dem die Affan-^erbände cer christlichen Gewerkschmtni, der ätschen Aiigestelllen-Gc.verkschrsten und der 'L'-e amten- und 51aatvang:ftcl11caaciwrFfaxij"tcn an- 9ttÄossen sind, luiri> dem WTB. geschrieben

Mit dem Zusammenbruch des für die Birede ber Gutentc entfachten polnischen Imperialismus treten die Auseinandersetzungen zivisÄ >i den Welt­mächten und der russischen Sowjetrepublik in das Stadium folgenschwerer Entschei­dungen.

Tie deutsche Regierung hat mit ihrem Stand- vunki strikter N c u t r a l i t ä t gegenüber diesen Auseinandersttzimg.n die uneingeschränkte Zustirn- wuiig des gesamten Volkes g-esunden. Feste Ncu- rraluät nach allen Seiten, fowoU dem Weston tore dem Osten gegenüber, entfpridjt allein unfenn

diebesten Kameraden der Welt'" geblieben, und die doch einander meiden. Die früheren Verbün­deten helfen Frankreich nur noch mit Beileids- be;,euguiigcn. Tie Ausbeutung Deutschlands fei für sie ib.nso angenehm, wie für Frankreich ver- bängnivDoll. Tie wirtschaftlichen imo kulturellen L>!chfelbezii'h'.mgen zwischen Frankreich und Te utsch l a nd beweisen, daß die Wieder­geburt beider Länder nur durch ihre Verbindung gesichert werden kann. Es gibt zwischen ihnen keinen Gegenstand des Wettbewerb'.', sondern nur Tauschobjekte. Ihre gemeinsame Arbeit würde ihre gemeinsame Bereicherung bedeuten. Ter Held des Romans legt endlich allen seinen Landsleuten die Pflicht auf, an der Versöhnung der beiden Länder mitzuwirken. Man habe heute nur die Wahl /wischen bi-iem Bündms und der Verewi­gung des e,:ropcuich n Kriegszustandes.

Es gibt i-icjeid:r, u- nn ranfreid. in ben Bahiiei'. Mil'.evands verharrt, nod] einen Weg zur Erreichung des ZielesBereinigte Staaten Eu- wpaS", nämlich unter Dorläungem Mssckstutz Trankreiäs

Rom, 13. Aua. (WTB.) Die Blätter ver­öffentlichen einen Brief, worin Graf Sforzs dem deutschen Geschäftsträger mitteilL daß die italienische Regierung, obgleich der Vertrag von Versailles Italien das Recht gebe, von der Bibliothek des Archäologischen Instituts in Rom Besitz zu ergreifen, in An­bewacht des kulturellen Charakters des Instituts beschlossen habe, ihr Recht nicht auszuüben, son­dern die Bibliothek Deutschland zu- rüdiugeben.

Bolschewistische Bevollmächtigte in Wien.

Paris, 12. Aug. tWTB.) Havas meldet aus London, daß bolschewistische Be­vollmächtigte in Wien eingetroften seien zur Wiederherstellung der diplomatischen Be­ziehungen.

Wien, 12. Aug. (WTB.) Wie der Vertrete, des Wolfsschen Bureaus erfährt, begibt sich der bisherige Leiter des Presseamtes im Ministerium des Aeußern, Pohl, demnächst in besonderer Mission nochMoskau. Der Chef des Wiener Korrespondenzbureaus Dr. Wirth wird neben ber Leitung des Telegraphen-Korrespondenz- frnrcauö auch die Leitung des Presseamtes tm Mi­nisterium des Aeußern übernehmen.

Die französischen Besorgnisse.

Paris, 13. Aug. (WM.) Ter .,TempS schreibt zu der Anerkennung ber Regr-rung des ß!cnetals Wränge l durch die srauzöjiiche Re­gierung: Als Mlllerand ton Hythc zurüdge kommen U>ar, habe das Verlangen der Regierung von Süv- rußland um Anerkennung vorgelegen. Es habe den Bedingungen enffpwchen, die Mlllevanb am 20 Juli in der Kammer gekennzeichnet habe. Erft nachdem der Ministerrai ben Beschluß der Anerken­nung gefaßt hatte, sei die Nachricht von, der De­marche Englands in Warschau eingefroren. ix£ Blatt sagi iveiter: Frankreich habe den Eindrud, England wolle mit Gewalt eine Konferenz zu s am me n brin g e n, auf der Teutschland und Sowietrutz- land vertreten sein sollen, eme Mon­ieren*, auf ber Frankreich gezwungen würbe, eine Revision des FriÄxmsvertrages von Versallles über sich ergehen tu lassen, sowie den ^Verlust seiner notwendigen Garantien sür seine ^icherhett, al,o vielleicht auch eine ganze ober teilweise Annu- licrung ber Wieder gut machungen, am eie es em Anrecht habe. Tie Engländer müßten verliehen, daß eine derartige Möglichteil alle Fran^ojQt ohne Unterschied der politischen Meinung m Erregung brächte.

in der russisch-polnilchm Frage.

Die Verzögerung der Verhandlungen iit Minsk.

Prag, 13. Aug. (WTB.) Aus Moskau ging nach einer hier eingetcoffenen Meldmig beim, polnischen Minister des Aeußern Sa Pi eh a am 10. August folgende dringende Depesdfe ein: Vertreter ber russischen Heeresleittmg erwar­teten Ihre Delegation auf ber Chauisec Siedlee- Mienbzvrozee am 9. August abends. Dbwvyl die polnisch: Delegation nicht eingetragen ist, werden Maßnahmen getroffen, um |ie beim Eisitreffen in Empfang zu nehmen. Wir ersuchen, uns den Zeitpunkt des Eintvfffens bekanntgeben zu wollen. Auch bitten wir, die Namm der Presseverweter cm- zugeben, die die polnische Telegat-on begleiten werden. Der Absendung Ihrer Korrespondenz und ber Uebermittlung Ihrer Fmtlsprüch: werben keine Schwierigkeiten in den Wen gelegt.

Daraus würbe nach Moskau an die Adresse des Volkskommiisars Tschitscherin so'genberFunk­spruch gesandt: Tie polnisch: Regie^utg sowie der Ausschuß für die nationale Verteidigung haben grundsätzlich beschlossen, eine aus Vertretern ber Regierung und der führenden Parteien des Land­tages bestehende Abordnung zu schicken. In An­betracht jedoch, daß der gestern abgeschickte Parla­mentär noch nickst zirrückgekehrt ist, wurde der Zeitpunkt der Abreise der Abordnung noch nicht bestimmt.

Außerdem wurde an Tschitscherin noch folgender von Sapieha unterzeichneter Funk- spruch abgesandt: Wir erwarten zuerst die Rück­kehr unserer Parlamentäre, bevor wir unsere Ab­ordnung abschicken. Wir werom Ihnen noch den Zeitpunkt der Abreise, die 3ab' der Mitglieder ber Delegation und des Personals und ber Jour­nalisten <m geben.

Ein russischer Funkspruch au Berlin.

Haag, 12. Aug^ (Holl. Neiiwsvüro.) Mos­kau entsandte folgenden Fmnksvn.ch: Sehr dringend. Berlin, Tr. Simons, rluswärnges Amt. Es i|t uns sehr dringend, zu erfahren, ob die polni­schen Truppen, bi: sich im Abstimmungs­gebiet zusammen neben, vv.emteri und e^nwaft- net werden. Wir bitten dringend deutsche Rcgie- nmg um sofortige Rückänferung Moskau, Volks­kommissar Auswärtige", Tschitscherin.

Die Armee Sowjctrnßlandö.

Paris, 12. Aug. (Wolff > DieHumanite" meldet aus London: Die Mi glieder der rufiidjen Mission in Lonoon Miljukin und Rothstein haben sich gestern abend an Bord eines englischen Torpedobootes nach Reval begeben, von wo sie im Flugzeug nach Moskau to"ileirei"en. Sie seien Ueberbringer einer nichtigen' Mitteilung von Kamenew an Lenin über die Haltung der Alliierten.

Paris, 12. Aug. (Wolff.) Havas berichtet: Nach einer Meldung desDaily Telegraph" aus London ging gestern in Kreisen, die mit denbol- schewistischeu Delegierte n in Verbindung stehen, das Gerücht um, die bolschewistische Antwort auf die Anerkennung der Negierung des Generals W r a n g e l durch die franzöiffche Regierung iverde eine offene Erklärung des Kriegszustandes z w i s ch e n S o w j e t - R u ß 1 a u d u n d F r a nk- sein. Das genannte Blatt hebt hervor, daß noch keine Bestätigung dieser Nachricht cingetroffen sei und daß sie daher nur unter Vorbehalt ausgenom­men werden könne.

Paris, 12. Aug. (Wolff.)O euere" mel­det: Ter diplomatische Vertreter der Regierung Südrußlands in Paris ist der ehemalige Bot­schafter in Rom, v. Giers.

DerExcelsior" veröffentlicht Erklänmgcn über die Absichten der Regierung des Generals Wrangel, die jedenfalls von Giers stammen. Ta­rin ivird geiagt, das Hauptziel, das di: Regierung Südrußiauds verfolge, fei, dem russischen Volk die SNöglichkeit zu geben, seinen freien Willen über die anzimehmende Regier ungsforrnzu äußern. Die Gleichheit und persönliche Unverletzlickt- keit aller russischen Staatsbürger ohne Unterschied ber Llbstarnrnung und Relgiou sollten sichergestellt werden. Der Grund und Boden solle denen als Eigentum übertragen werden, die ihn bebauten. Ferner sollten die Sitte reifen der Arbeiterklasse und der Handwerker gewahrt werden. Die Regierung Südrußiauds ioerbe alle internationalen Ve rp f l i ch t u n gen, die die ehemaligen Regie- rtingcn Rußlands gegenüber auswärtigen Regle- rungen übernommen hätten, anerkennen; sie werde auch die Verpflichlnng übernehmen, die Schulden Rußlands zu bezahlen.

Lloyd George und Millerand.

London, 12. Aug. (Wolff.) DieMorning Post" vernimmt von gut unterrichteter Ouette, daß der französische Hvtschifter in London gestern nach­mittag auf dem Auswärtigen Amt eine längere Unterredung mit Lord Curzon hatte. Wie das Blatt weiter mitteilt, wird ange.ichts der neuen politischen Lage eine neue Zusammenkunft zwischen Lloyd George und Milleraud als nottven- big erachtet. Sicher ist auf jeden Fall, daß Lloyd George am kommenden Montag tm Unterbanfe eine neue Erklärung abgeben wird.

London, 13. Äug. (WTB Havas. Lloyd George richtete an die Arbeiterpartei etn Schrei­ben über die russisch-pottttsche Lage. Der Mmister- präfibent erklärt barm, daß ber FrieLe -wz-

Havas veröfsen tticht folgend: Meldung: Trc bri- daß die Führer der 3litifbnvtgung nicht bei traft tische Geschäftsträger r«t dem General-1 r. -rben sollen, fand eine betrwdswei t 'Jlbuinuraing icfretari-at des Ministeriums ber öffentlichen Ar- über die Beeiidigung des Streiks i'Mtt, nxirin 38

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Die vereinigten Staaten von Europa."

Während Frmikreich durch sein eigenmächtiges fiZorgeheu in Europa immer mehr vereinsamt, ge- winnen bic Stimmen einzelner Franzo en anIn'er- esse, die die augenblidlicpe Lage vorausgesehm und in FrankreickfS Interesse andere Mütei empsohlen haben als die Herren Clcrnenceau und Mille rund amvcmdten. Adrien Veber legte berFrance libre" am 24. Juli die Ursachen der europäischen Dauer­krise dar und tarn zu dnu Schluß, daß das alte Europa nicht regierbar fei. Ec beschreibt die Be- mütyungen auf den abgehalten en Kvnferetizen um bic Schaffung derVereinigten Staaten von Eu- wpr", und er teilt mi1, warum diese Bemühungen ichcilem mussten.Lloyd l^eorge", so begründet Veber,würde gern Europa regieren. Äon ber persischen Grenze und von Jerusalem bis zum SBaiVort Spaa läßt es sich immer so einrich cn, daß England ganz offen sicht lick) den Löfvenantci! gewinnt. Von allen Koufcrmzen trägt cs einen größeren Nutzen davon, ivahrend das malte Fiaat- reich immer weniger erntet, als man Dörfer ge dacht oder crlyofit Ixtt " Veber versichert, daß Frank­reich tv)tz Liefet Enttäuschungen unö Verdr!cs;- lidrfciteu Der allein ausridst'gc Fürsprecher der Vereinigten Staaten von Europa" sei.

Debers Politisches Ziel ist jedem ersichtlich, der zwischen den Zeilen lesen kann. Er erstrebt die Beseitigung der englischen Vormachtstel­lung in Europi, well diese ben europäischen Frie­den weder herzustellen noch zu sickfern imstande ist. Vr will ti se >xis euwpäisd/e Scknckfal bestimmend: Stellung nicht ti .cim Einzelstaa t, s'n ern ei er zusaminenee ö ig n Mäch egruppe anverkaaut w.l- sen, deren Interessen diejenigen Europas sind. Tast aber England mit diesen Interessen nicht ver­bunden in, tat erst Keynes in seinem Friedens buch beklagt. , Englan:", so tdnrcibt dieser un: uic Wirr­heit bcmüljtc Engtänoer,sich noch immer auf er halb Europas Euvopas nll.es Beben oringl nicht bis zu ihm. Europa ist ffrn, ist nickst seines Fleisches und Blutes. Aber Europa ist eine Ein­heit in sich."

TieRevue Mondiale" veröffentlicht in einem Auszug aus dem in Vorbereitung hefinölidjen Ro­manTic Fahnen" von Paul Reoour. Ter Verfasser, von dem man bisher nur schöne Romane und literarische Studien nach groben Vorbildern kennen gelernt bat, tritt in seinem neuen Werk als politischer Tendenzdichter auf. Jaques Peal, ber Held seines gtomans. Weilt dem fratrzöslschen Volk seine politische Vereinsamung und).

Ich Ivill hier," so ruft er aus,die schüch­tern unterbrüdtc Meinung von Menschen aller Klassen aussptx:chen Haben wir den Mut, den echten ober unechten Unwil en zu unterdrücken. Lassen wir uns nicht durch die inftinltibcn Empörungen der überlegungslos Urtcilenccn be­weg n! Man wird mich einen schlechten Patrioten schelten. Schadet nichts! Ich spreche als Fran­zose, der das Wrhl Frankreichs will und nur mehr diese Rötung sieht: ein französisch- deutsches Bündnis."

Tie Mitwirkung ber Verbündeten, so meint Real iveiter, habe zwar zu einem militärisch ve- friedigendeu Abschluß geführt, doch sei Fraul'rcich schwächer denn je aus dem Kriege beworgegangen. Es müsse fid) deshalb mit einem der drei großen Weltvölker Amerika, England oder Teutschland) verbinden. Tie beiden ersten Mächte kommen nicht

weil Frankreich bei deren weit* Interessen leicht zum Unterpfand künftigen Streitigkeiten würde. Mit England und Frankreich sei es jenen in Freundschaft geschie­denen Gatten, oie öffentlich behaupten, daß sie

Lebensinteresse. Jede andere Haltung würde unser

Vaterland unrettbar aus ber au genblid-,------- ....

lichen Gesa hr in die Kat astr opHe f üh-1Polen und der Sometregicru^g aiwwlle. ren, würde ben deutsche Boden nim kriege 07 ~3 10 ^**

rischen Operationsgebiet machen und ben Zu sammenhalt ber einzelnen Reichsteile aufs schwerste gefährden. Unsere Zukunftshoffnung liegt nicht bei irgend einem außenstehenden Machtiattor, sie beruht allein in unserer inneren Geschlossenhell und in dem festen Willen, uns durch ernste Arbeit und sittliche 5kraft wieder aufzurichten.

Tie Regierung muß tatkräftig in chrer neutralen Haltung unterstützt werden. Tie ser Pflicht können sich die organisierten Volks- kräste umsoweniger entziehen,,als die sonstigen der Regierungsg.lvalt zu E^eboie stehend'-M Machtmlllel durchaus unzulänglich sind. Bon den nächstbeteilig len Organisationen der Arbeiter, Angestellten und Beamten im Teutschen Gewerkschafts­bund ist schon frühzeitig der Ernst ^der Sach­lage erkannt und gewürdigt worden. So hat die Gewerkschaft Deutscher Eisenbahner berritd zu An­fang vorigen Väonats als erste deutsche Arbell- nehnierorganisation ihre Mitglieder angewiesen, bei etwaigen Versuchen zur Beförderung von Entente- truppen für Polen gegen RuUand den Tienst zu verweigern. Später hat dieselbe Gewerkschaft ge- mchnsam mit anderen Organisationen des Ver- kehosg.-werbes unter Bezugnahme auf die Neutrali­tätserklärung der Regierung erneut erklärt, daß sie unter feinen Umständen eine Verletzung der Neu­tral llätspflichtigen zulassen werde, daß jede Hilse- leistunq in anderer Richtung Verrat am Vater- landc sei. Tiese Stellung unserer Eisenbahner- orgauiiation findet die volle Billigung und Unter­stützung unserer Bewegung.

Ter Ernst ber Lage und der unbesonnene Uebereiser bestimmter linksradikaler Kreise machen aber andererseits ein mahnendes Wort zur Kalt­blütigkeit und B-esonncnh.it notioendig.

vdlc Maßnahmen sür die Walnung berJ)?eu= tralität dürfen nur diktiert fein von der Sorge um das Wohl des eigenen Landes, mcht von ber Zu- und Abneigung für ober gegen eine außen-

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nöofiirafte 13.