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170. Jahrgang

Dienstag, 3. Juli 1920

en.

len.

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Weiten Hunde

: Kette zu führen

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itfen ohne Rück,ich! auf die Parterrichtung hat

Tem S'crrn Deutschen Bevollmächtigten Gra­fen Baudis in, Marienwerder (Westpr.).

Das einmü'ige Zusammew.rr',>eiten aller Deut-

Pvlizeiver- >fd, Dom 2. J-e- hnm:

niien aus öffent-

)e als bissig be- virksam verhin- ter kurzen Kette

Kn ^Verrmatz-

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Sei »m Steife

Zelters igeorbnet «M,,»

rsen Rasenplätze, en in den ößenl- iaffen.

Müde, in ®ru chnten Teile der :c oder in Räume l hergcstkllt oder en zu verbinden!, eheul ihrer Sunde Zeit von 10 Uhr [jt ans ösfmtlnM zu lassen.

SaEj!,ioe!l^br 'AeE KK

-rinde Groü- ' m 16 utlb Alen-, nte Lotterie zu o&e des vorge-

zu bringen bis zu 25000 -er Vertrieb t des Peririebs 11 -taatsktlerie i,nch gestalte.

polen in Not.

Spaa, 12. Juli. (Wolff.) Der polnische Mi- risterrat Grabs rc erkannte in einer gestern früh Journalisten gegenüber g iüä ,rten Unte re irig ben Emst dec po.nisch-n Lage an der Fconi an Die <.w.schewisien hatten mit b?d ut rrüe > Streit ten urd verbessertem Sri gsinate ia unter ter Füh- ung Denikins, Koltschak. und Jude- i i t s ch s angegriffen Jnoes en hab . ie veczw i- felte Lage an der Fron' groß: pat iot sch Ge­il h.e losgelöst und den Wunsch der Besiernng des Ländcrräubers überall im Lande wacl-g ruf n Der Ministerrat proklamierte nochmals die fried.irl-rn Absichten der poln.scheu R gi rung: er .eyoeifle nicht, daß die Al.iierten Polen b t seiner Rolle, die cs zugunsten der Zivi ifafon iin Osten zu Vielen habe, unterstütz n würden.

TerPetit Parisim" m Ixt. Grahsk i habe an General Pildudskr telograptnsch dir «?t lvendigen Weisungen z-uc Einstellung der Kämpfe und Einleitung von Was f en still­st andsver Handlungen übermittelt.

Spaa, 12. Juli. (WTB.) Havos-Reuter. Vormittags trafen in den Kreisen der Konferenz neue beunruhigende Nachrichten über die militärische Lage in Polen ein. Es srnd Be­sprechungen über diese Frage zwischen den alliierten Vertretern anberaumt.

Wie derBossifchen 3ritung" aus Breslau gemeldet wird, werden nach einer dort eingelanfe* nen Meldung die Ostfo rts von Brest-Li- towsk von schwerer bvlschewisttsd)er Artlllerie beschossen.

Ein BcrmittluugSplan.

Paris, 12. Juli. (WTB ) DemJournal des Debats" wird aus Spaa gemeldet: Der Oberste Rat habe sich verpflichtet, unter folgenden Be­dingungen zwischen Polen und Sowjet- ruhland zu vermitteln: P len solle tem Obersten Rat unter Verzicht auf jeden imperia­listischen Plan bedingungslos die Grenzscstsetzung überlassen, auch die Entscheidung hinsichtlich Dan­zigs und Teichen. Die polnischen Trup en sollen sich auf die Linie GrobnoBrest-Litowsk zucück- ziehen, die Sowjettruppen bis yi einer Linie, dir 50 Kilometer davon entfernt ist, borrüden. Du Alliierten würden jriwch die Polen unterstützet, falls die Roten Truppen die eigentliche polnische Grenze überschritten. Die Friedenskonserenz solle in London zusammentre^en. An ihr sollen teil­nehmen: Sowjctrußland,Volen, Finnland, Litauen und Westgalizien, das die Möglichkeit haben soll, sein Recht aus Unabhängigkeit geltend zu machen

Neue Sowjettruppen nm Kaspischen Meer.

Paris, 12. Juli. (WTB.) Nach e'ner Suvas- Meldung aus TLHcr.rn sind neue Sonri ttrup cn am Kaspischen Mecve gelandet worden. Damit habe sich die Lage Persiens noch verschlechtert. Die Bolschewisten halten Sari in der Provinz Ma- 'zanderan befttzt. Die neue persi ch: Reg er.ing ver­suche, einige Regimenter auszu-stellen und wich Ka- saken und russisch? Offizieve, die sich in Persien auchalten, anzuwerben.

An den Reicl^s und Stoatskommissar Frei- hicrrn von Gayl, Allensiein (Ostpr.st

Tas ganze Volk blickt voll Stolz aus das * lllasu ren- und Ermländer Land, in dem ein so gewaltiges Bekenntnis zum Festhalten am Dentsdren Reul) am 11. Juli abgstegt worden ist Zcl> bi.te Sie, allen Bewohnern les Absämmungs- zchietev Ostpreußen den Tank des Deutschen Rei- Hes zu übermütcln.

Erstaunen bei den Alliierten.

A l l e n st e i n , 13. Juli. (WTB.) Bei der estrigen Zusammenkunft der Vertreter der Alliier­ten im Abstimmungsgebiet zeigten sich die Ver­treter der Alliierten außerordentlich er- fcau n t über die geringe Zahl der polni- shen Stimmen. Der polnische Vertreter war stimm.

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; pter K.m selbst.

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festgesetzten Kohlen lieserun gen angesichts der deut­scherseits dagegen erhobenen Beden ten für die nSd> sten sechs Monate versuchsweise aus zwei Millionen Tonnen herabgesetzt verdau sollen. Reichsminister Tr. Simon er­klärte darauf nach Rücksprache mit den deutsche -sachverständigen, daß der t>entschen Regierrmg audi ein Versprechen, monatlich zwei Mlllioneu sonnen zu liefern, unmöglich sei. Z»cr Zeit könnten nur 11.1 Millionen Tonnen monatlich -eliefert werden. Es sei aber eher zu befürclsten, daß die Erzeugung zurücSsel.en würde, da bi.- Beleg­schaften wegvn mangeLjaf er Ernährung immer un- ivillii'er wüid.m.U-bersclnchten zu schon.Menn man die Lebensinit:eloersorgung besjere, so wer e sich die Erzeugung ntiierftalb iveniger Wochen fe fteigern las,en, daß den Alliierten etwa 300000 Tonnen im Monat mehr zu gesagt werden konnten. Eine weitere Hebung um 300 000 bis 400 000 Donnen werde durch die A n s i e d l u n g ateuer Bergarbeiter möglich sein, aber erst im Laufe einer größeren Zahl von Monaten lKs zu einem Jahr, so daß anu die Lieferung.m auf 1.7 bis 1.8 Millionen Donnen erhöht 'iverben würbe. Sofern ein Ab­kommen auf dieser Grundlage nicht möglich fein sollte, ziehe die deutsche Regierung vor, ie Festsetzung der liefernden Menge der Wiedergutmachungskommission zu 1 beritt f i e n, die alstoann die Verantwortung ür die Folgen und die 'Sorg? für die Durchführung ihrer Beschlüsse tragen müfte.

Tie aLiierten Regi-.rungsvertreter erllärten in der Bespreämng nochmals, daß es bei dem gemeldeten B schluß sein Bew.nden h.ben müsse, sofern nicht die deutschen Vertreter nochmals ilyrcn Beschluß in Erwägung ziehen sollten, was be­sonders Lloyd George dringnd empfahl. Reichsminister Tr. Simons ber prach roch ciiter nochmaligen Befragung der deutscl)e,t Sachversuän- oigcn. morgen dfe eiibgül'igi? Antwort zu geben.

Msdann wur e in die Besvrechuni der all­gemeinen Wiedergutmachungsfrage ein» Getreten Die allirtn 9t guringen matzten bei Voischlag, zur Prü ung ie - gesamten Komple es dec von Deutschiano g?machten Vorschlag' eine ge­mischte Kommission ein-ufefcn, bi aus den zuständigen Ministern der all i rt-n Staatm, enter aus den Botichasern F.ankr -ch- un ®- britanniens in B r in und den Mitg ie er i dec Wwd'rgutmachuiig^kommision als Emel erown gestehen sollte Die deutsa>.i Te.egiert n ftim.riten diesem Vorschläge zu uno üoerrichtm in Au- schlus e daran ein E7P0 6 des Reich.ernähru>gs- minisiers, in dem vorgeschlagm w r , auck^'üc di.' Ernährungsfrage einen besonderen Aus­schuß einzusetzen. Die Si.uing wurd? g-'gen 6 Uhr geschloßen und eine neu? Sitzung de. Regi-'rungs- hänpter auf morgen nachmittag l-ab 5 Uhr an­gesetzt. Die gemisckst-? Kommi iion tritt morg n bermittag 11 Uhr zum er'enma uiammen.

Spaa 12. Juli. (W !,(.) Naci) einer Havas- meldung scl-lug in ber gestern vormittag abge» I)ttltaten Beratung der Kr'hl nsacliverständigen S i- mons vor, daß die.Priorität der Alliierten in ber Kohlenlieferungsfrage von 2,4 Mil- lionen Donnen mrna lich auf 1 8 Millionen Ton­nen monatlich l)e abvesetzt iverbc.

Spaa, 13. Juli. (WTB.) Dr. Simons, ber ben Wunsch geäußert hatte, sich mit Millerand zu besprechen, würbe gestern vormittag von biesem empfangen. In be^ nachfolgenben Unterredung des Obersten Rates wurde von dieser Besprechung Kenntnis genommen.

Nach dem amtlichen Berichte des Verbandes über die gestrige Unterredung zwischen den Füh­rern der beiderseitigen Delegationen heißt es, daß bet den Mitteilungen der Deutschen über die Unter­ernährung ber Bergleute in Deutschlanb die Alliierten in spontaner Weise erklärt hätten, baß sie geneigt seien, ber Frage einer Verbesse­rung ber Ernährung ber beutschen Bergleute näherzutreten und baten bie deut­schen Delegierten um VorsOäge hinsichtlich dieser Frage.

Spaa, 12. Juli. (Wolff.) Die für heute vormittag angesetztr Vollsitzung ber Konferenz ist auf heute nachmittag vertagt worden und wirb bovaussichtlich um 5 Uhr statt linden.

Meldung unsres Son^e dienstes.

Spaa, 12 .Juli. Als die dentschen Deegia'.- ten feutc kurz vor 11 Uhr vor dem ScAo s be la Freineuse vor uhr n, wurb? ihnm mitgete.lt. baß bie Kons-war; vrrschob.n wvrde.t sei. Mau :e.a e e außerordentlich, daß sie sich habai herbemü.en müssen Die Beratungen b.r A.liierten seien jedoch noch nicht abgeschiosicn, und man habe sofort den Versuch gemacht, die deutsch? Delegation hiervon telephonisch zu unterricksten. jboch sei der Anruf zu spät erfolgt und man hab? bie Auskunft er­halten, baß die Herren b r?its unterwegs seien. Generalsekretär Rolland fügt- hinzu, ec sei au& drücklich ermächtigt, zu erklären, bi? Beratungen des Obersten Ratrs s.ien fruchtbar f n tu ). Der Reichskanzler erwidert', daß, wenn ein solches Ergebnis der Beratungen in Au sicht stände, er gerne mit ber Vertag mg emverstanaen sei

Im Vettaufe ber Kons r nz und vo allem in den Beratungen ber einzelnen Kommissionen kam es wiederholt zu per ön ichen Begrüßungen der leibcrseitigen Sachv rstan' gm So re r ßte und tauschte Händedrücke Marschall Foch mit Gene a! von Seeckt aus. Ebenso war es bei den Riitg ieber.i ber Luitkommis ion. Dag gen war das Ver ä tnis der französischen zu den deut ch n Seeoffizieren ein anderes. Bei brr Konf wen; reiht' man sich niemals bie Hände, sie begrüßten sich höflichst aus gemessener Entfernung.

Lloyd Georg an der Ruhr erkrankt?

Wie bem,Berl. Tageblatt" aus Spaa ge­meldet wird, istLloydGcorgean derRuhr erkrankt. Die Erkrankung wird auf das schleckte Triukwasser in Spaa zurückgeführt.

Kf'StoaS

tf. Pie LW?

Keine Einigung in der Kohlenlieferungsfrage.

S pa a, 12. Juli. (VLTB.) Heute nachmittag lll>r traten bie H äupter der auf der K o n- f^ren vertretenen Regierungen zu einer Bespneckfung zusammen, an der deutscherseits ^eichStenzler F ehrend a ch und Reichsminister Tr. Simons teilnckhmen. Zunächst wurde in der Dtzung die Men frage erneuert. Die alli- tertar Rogicrungen teilten mit, daß sie nach ein«3 gehender Prüftmg zu bem Beschluß gekommen seien, daß es g r u n d s ä tz l i ch b e i dec im Friedens- Vertrag vorgesehenen Festsetzung der deutschen Kohlenlieferungen bleiben utuff e, daß aber bie von der Wiederinitmaclnmgs- jplmnissiou auf mvnaüich 2Vs Millionen Tonnen

Er. 162

Dec Sictzener Anjeiaek erscheint täglich, cmtzer Sonn- und Feiertags.

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pssycha«»itto: jranffurt a. M. U685

Beamtenstreik in Wien?

Wien, 12. Juli. (WTB.) DieBeam - ten der städtischen Unternehmun­gen suchten wegen der ungünfticen wirt­schaftlichen Lage, insbesondere auch ge .enüber den bedeutend besser bezahlten städiischen Ar-i beitern* kürzlich um eine Erhöhung ihrer Lohnbezüge nach und verlangten minde­stens Gleichstellung mit der Arbei­terschaft. Da die Gemeinde Wien bei ben Ausgieichsverhandlungen einen ablehncnben Standpunkt einnahm, stellten die Beamten ein Ultimatum für die Erfüllung ihrer Forderun­gen bis Dienstag nachmittag, andernfalls sie in der Nacht zum Mittwoch in den Streik tre­ten würden.

Die Lage in Anatolien.

Paris, 12. Juli. (Wolff.) Nach einer Meldung derChicago Tribüne" aus Kon­stantinopel soll Muftapha Kemal Pa­scha an den Sultan geschrieben haben, die Lage der Nationalisten in Anatolien sei, entgegen ben griechischen Heeresberichten, günstig. Er habe breitaufenb Griechen, dar­unter zwei Generäle, gefangen genom­men. Sowohl die Kurden w.e die Mesopota­mier hätten ihm Hilfe versprochen. Diesr würben sogar den Arabern gegen die Fran­zosen in Syrien helfen. In einem Manifest sagt Kemal Pascha, die Engländer und Grie­chen seien die größten Feinde der Türkei: er empfehle aber Nachsicht gegenüber ben Fran­zosen und Italienern.

Smyrna, 12. Juli. (WTB.) Mittei­lung des griechischen Generalstabs. B r u s s o wurde nach kurzem Widerstand des Feindes von den griechischen Truppen besetzt. Es herrscht dort völlige Ruhe. Der Femd zog sich in Unordnung zurück, wobei er Gefangene, Geschütze und weiteres Kriegsmaterial ruruct- ließ. In der Gegend von Aid in mürbe bie Stadt Nazli, die den Truppen Kemal Paschas als Operationsbasis diente, von den griechi­schen Truppen nach kurzem Widerstand besetzt.

lMRvreiiß'ns des aufrichtigen Tankes des deutschen Lilles für das treue Bekenntnis zum Deutschen Weid) Versalien zu sein.

Aeußerungcn Millerands.

Spaa, 12. Juli. (Wo'ff.) Bei einem Emp^ sang der belgischen Jounrattsten betonte Mille cand als Hauptbedingiung das Einvernehmen zwi ichen den Alliierten. Wenn die Alliierten unte «ich vollkommen einig sind, werde das übrige schon von statten gehen. Millerand kam bann ans bie verschiedenartige Haltung der Alliierten gegen über Deutschland im Verlaufe ber Sitzungen de. >donferenz zu sprechen und sagte:Ztmächst ist es der wohlüberliegie Willen, beu Versailler Bei trag unversehrt ausfülwen zu lassen. Dami ist es in Anbetracht bessen, daß ber 5meg beendet ist, ber feste Entschluß, ben Deutschen weder Aus flüchte noch Kunstgriffe zu erlauben, bie den Geist oes Vertrages kompromittieren würden. Die Alli ierten haben fcin Interesse daran, Deutschland zi> schwächen und seien bereit? ihr Möglichstes zn tun, um sie in wirtschaftlicher Hinsicht zu unter stützen. Die Konferenz imrb heule abend zu Eitdc gehen Man bat niemals daran gedacht, das belgi sehe Recht auf 2% Milliarden anzuziveifeln. Dst Sachverständigen arbeiten an ihrem Bericht über die französisch-belgische Allianz, und ich habe allen Grund, äußerst befriedigt zu sein."

Auf eine Frage über feinen Eindruck von ben deutschen Delegierten bezüglich ihrer Aufrichtigkeit antnertete Rcillerand: Es ist immer schwierig, Nieren und Herz zu ergründen.

Die Nnterhaltungskoften der Okkupationsarmee.

S Paa, 12. Juli. (Wolff.) DieNation Belge" berichtet, baß man übereingekommen fei, daß zu­künftig die Untrihaltungstasden ber Okkupi - tionsarmee auf ber Grundlage von 16 ftan- »öHüben Franken pro Kopf unb Tag brredmet würden, lotfbrcnb sic bislier 65 Franken täglich für den amerikanischcn und 35 Schölling für den eng­lischen Soldaten betrügen.

Minister S monS über die Entwaffn« ng-srage.

Spaa, 12. Juli. (WTB.) Minister Simons erflärte einem Vertreter desJntransigeantt" in Spaa: Die Entscheidung der Alliierten in ber Demobilisierungssrage sei unausführbar. Die Zukunft werbe das beweisen. Ohne Gewalt kömr? Deutschland nicht demobilisienen. Die Mannschaf­ten, bie ihre Brüder demobilisieren sollten, selbst mit Gewalt, müßten kurze Zeit nachher and) demo­bilisiert iverben. Sie würd?n später keine Arbeit finden. Die Alliierten würden llar erkennen, wel­chen Fehler sie begingen, als sie Deutschland ge­zwungen lMb n in e ne Verminderung der Reichs­wehr einzuwllligen, denn Deutschland habe ja keine schwarzen Truppen. Deutschland werde den Ver­such machen, seine Berpslich'ungen zu erfüllen. Aber er sei absolut sicher, laß dies unmöglich sei. Minister Simons erklärte auch, daß er mit dem Verlauf ber Konferenz deshalb zufrieden fei, weil bereits vier große Kommissionen eingesetzt worben seien. Die Besetzung bes linken Rheinufers sei zu kostspielig. Weiler sei Oberschlesien für Deutsch­land unerläßlich, wenn bie Kohlen, bie verlangt würden, ben Alliierten geliefert werden sollten. Außerdem verhindere bie Wegnahme ber Kolonien die ausreichende Ernährung Deutschlands. Diese drei Punkte verringerten die Finanzkraft Deutsch­lands. Die Alliierten müßten, wenn sie wollten, daß Deutschland bezahle, ihre Bedingungen ändern. Minister Simons erklärte dann weiter, Belgien dürfe keine Kriegsschuld besitzen. Außerdem müß­ten seine verwüsteten Gebiete und seine Fabriken rote ber auf gebaut werden. Darüber hinaus könne es eben nichts verlangen, weil es sich schon ge­nügend wieder erholt habe.

Zur Rede des Herrn Stinnes.

Spaa, 13. Juli. (WTB.) Amtlich. Die von einer Nachrich enagentur verbreitete Mel­dung, daß ber Reichskanzler oder Reichsminü- ster Dr. Simons an ben Generalsekretär der Konferenz oder ein anderes Mitglied der Konferenz ein Schreiben gerichtet habe, in bem er sich wegen der Rebe des Herrn Stinnes in ber Sitzung vom Samstag morgen ent» schulbigt hätte, ist unrichtig. Es hat nur Reichsminister Dr. Simons gelegentlich eines Gesprächs mit bem Generalsekretär ber Konferenz auf bessen Frage wiederholt, was er schon vor der Rede des Herrn Stinnes in der Konferenz erklärt hatte, nämlich, daß diese Rede nicht mitihmverabredetseiund daß er deshalb für ihre Form keine for­melle Verantwortung trage.

Die Steuerpolitik in Frankreich.

Paris, 13. Juli. (WTB.) Der Ertrag der indirekten Steuern unb Mono­pole für das erste Halbjahr 1920 betrügt gegenüber bem Voranschlag 1634 (XX) 000 Franken mehr und 1 915 000 000 Franken mehr gegenüber dem entsprechenden Zeitraum von 1919. Die Steuereinkünfte von 1920 im Vergleich mit den Steuereinkünsten im ersten Halbjahr 1914 er­geben einen Wbrbetrag von 3 449 000 000 Frk., gleich 188 Proz.

Die Vorbildung zum Militärdienst in Frankreich.

Paris, 10. Juli. (Wolfs.) Der Senat nahm heute vormittag mit 288 Stimmen den Gesetzentwurf über die obligatorische körper­liche Erziehung als Vorbereitung zum M i l i t ä r d i e n st an und vertagte sich dann auf den 30. Juli.

ver Sieg in der Ostmark.

Wie ber 14. März einen ub^rwältigenben Sieg des Deutschtums in ber Norbmark brachte, st reiht fid) ber 11. Juli jenem Schicksalstage wür big an. Die Deutschen in ber Ostmark haben ein Bekenntnis ber Treue zur Heimat, zu unferm und ; Ihrem unglücklichen Vaterland in ber Stunde ber Niederlage, ber Demütigung unb neuer Gesah abgelegt, wie es berrlieber unb schöner nicht benf bar ist. Während die Augen aller Deutschen sorgenvoll nach Span gerichtet sind, wo sich unser ! @c)d>id für bie nächste Zukunft entfdjriben soll, fdüngen bie Herzen höher unb freudiger ob dc Mchricksteu. bie von ben Ufern ber Weichsel und ixn Masurischen Seen kommen. Der Keim neuer Hoffnung unb fester Zuversicht, baß es doch bald wieder einmal anders komm:n werbe, ist bermit tief in das deutsche Volk gesenkt und es bari mit neuem Mut ben fommenben schweren Tagen litt gegen sehn, bi es weiß, baß feine Söhne und Töcltter trotz allein erst recht mit inniger Liebe crn ber Heimat hängen.

Rad) erfolgter s?fbftimmimg wirb nunmehr ber mteraHierte Ausschuß ber (Entente ben Vorschlag über die Linie unterbrriten, bie, wie es im Ar tikel 95 deS Versailler Vertrages heißt, unter Be rücksichigung sowohl des durch bie Abstimmung hmbgegefiencn Willms ber Einwohner als ber gcogroph scheu wirtschaftlichen Sarge ber örtfdyaftcn , in dieser Gegend als Grmze Ostpreußens an genommen tortben soll." Uebrr den kundgegebene:! Willen ber Einwohner kann nach der Absttrnmung kein Zweifel mehr herrschen.

Das amtliche Ergebnis in Westprentze».

Berlin, 12. Juli. (WB.) Nach dem amt- 11ichen Ergebnis würben in Westpreußen für Deutschlanb 96 882 Stimmen, für Polen 7977 '' Stimmen abgegeben, zusammen 104 856. Für TeutschLond stimmten 92,4 Prozent, für Polen I 7,6 Prozent.

Dankknndgebung des Reichspräsidenten

Berlin, 12. Juli (Wolff) Ter Reichs- konzler sandte aus Spaa iMchstelxndes Tele- L gramm an ben Obrrprifi^enten ber Provinz Osb- | prnißen:T s Ergebnis her w b ' i m m u n g in I Ost- i> nd We st p reu ße n ist ein Heller Lich -.lick in fdürrerer unb ernster Zeit. Teut,'U-e Treue ßunntc I sich in diesen Tagen nicht üb?rzeug»mber edveifen. I Zch bitte Sie, der Bevölkerung ber deutschen Oft* nuiri, bie so eihebmb für bas alte Vaterlarck Zeug- I nis ablegte, den alleri>.wzlichsten Tank der Reichs- p regierung zum Ausdruck briwien zu wellen."

Berlin, 12 Juli. (WTB.) Ter Reichs- v r & f i b e n t hat an ben Deut dien Sd> utzbund in Berlin unb bie deutschen Abs.immllngskammis- | sirre in Westpreus-en und Ostpreußen nachstehende Telegramme g richtet:

An den Schutzbund, Berlin.

Ihr vorzüglich organisiertes Wirken ermög- l.chte es, viele Tausende ^lbstimmungs 1 erechtig'.er ' noch Ost -und Westpreußen zur Ausübung des Vo hl recht es zu befär>*m. Ich w:e.-ersvle Ihnen . ntrinen bereits müir lick) ausge^nückten Dank für alle f Mühen, denen sie sich im Interesse des Deutschen ; 9tddfCd unterz-ogm haben. Ich weiß, daß das ' ieitfd>e Volk auch bei ber mxl) bevorstehenden Ab­stimmung in O b er schl essen auf die tiligk1 Mithilfe Tcutfd.en Schutzbim^es rechnen kann, damit es auft. wtt allen Deutschen ermöglicht Iwrbe, ihre alte Heimat bem Teutschen Reiche zu erhalten.

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^rben der M»»» scken ohire Rüchfeh! auf bie Parteirichtung hat emttAbtn gew'l igm Erfolg ermöglicht. M ar ien- rstt» E« bürg, das Wahrzeichen ber deutschen Kultur im tttes sl', daß VE Osten, und bie zur Abstimmung aufgeriiferen west-

L.tfji ijt, kaM em preußischen Kreise müssen nach bem einmütig be-

cingetrE tenbden Willen der Bevö"k.>rnng deutsch bleiben.

L bflfi ba§ Ick bitte olle Bewohner des Abstimmungsgebietes

T,' roM Westpreußrns des aufrichtigen Tankes des deutschen

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