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Nr. 86

Der Gießener Mnjeiaer erscheint täglich, außer Sonn- und Feiertags.

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Dienstag, 15. April 192fr

170. Jahrgang

Annahme von Anzeige« für die Tagesnummer bis zum Nachmittag vorher ohne jede Verbindlichkeit. 5reis für 1 mm höhe für nzeigen 0.34 mm Breite örtlich 35 Pf., auswärts 45 Pf.: für Reklame. Anzeigen von 70 mm Brette 150 Pf Bei Platz» Vorschrift 20'' f Aufschlag. Hauptschrif Netter: Aug. Goetz. Verantwortlich für Politik: Aug. Goetz: für den übrigen Teil: Dr. Reinhold Ienz: für den Anzeigenteil Sy Beck, sämtlich in Gießen.

General-Anzeiger für Oberheffen

Drutf und Verlag. vrühl'fche Univ.-Vuch- und Stcinörudcrel H. Lange. Zchnslleitung, Geschäftsstelle und Druckerei: Zchulstratze 7.

M. abgehen.

a.

mit, daß di.' f)ka-

gelegen feiten erschein en, um Aufklärungen zu

Wolffl chc

(Sine Erklärung Bonar Saws.

vom Rat der Völkerbünde;.

des

Er-

ein und bitte die Schritte zu tun.

Er-

Ge­

ich ben allerschcrrfslen Protest Negierung, sofort die nötigen «Beifall.)

Ter Präsident teilt ferner

berlrtntgtten, abtemten.

französisclicn Militärvvlizeigrricht $u je---

Geldstrafe verurteilt, ueil ifa-en t>or<jcnx>rfen mürbe, baf. sie über die Zal;l der Toten und sIkx» muuteten falsche Berichte g.geben batten, obnwW dic« Notizen von zustäichigen otetten der deut­schen Behörden ausgcgeben imrren: in einem Falle mar der Wortlaut sogar von der französische Zensurbehörde genehmigt ivord.'n. Ter Frank-- ruiter Generalanzeiger raurb: insbesondere bc-> halb verur.eilt, n*eil er angeführt hatte, daß ein Kind getötet morden fei.

Der Verein Fran ki urter Presse hat

Die tage im Ruhrgebiet.

Elberfeld. 13. ?lprll. (WTB.) Der tionsausschuß. der nad) dem Kapp Putsch aus den drei sozialistischen Parteien gebildet wor­den war, loste sich gestern auf und wirb durch einen Ordnungsausschuß ersetzt

Ter Z c n t r a l r a t, der seinen Sitz in Bar­men hatte, löste sich ebenfalls auf und betraute den geschästsführenden Ausschuß mit der Erledigung der vorliegenden Angelegenheiten.

Mitteln. (Beifall.

Präsident Ftehrenbach schlägt vor, in die örtenmg morgen einzutreten und di? übrigen genstärche von ter Togrsordnung abzu etzm.

Morgen: Anfragen, Bcsprechamg der flänmg der Regierung u. a.

Schluß nach 4s, Uhr.

disch' Forscher Nansen sei. Die nächste Sitzung des Rates des Völkerbundes findet im Mai tn Rom statt

und Panzerautos, die seit der Besetzung bet* Stabt auf bem Bahnhofsplatz, im Vorgarten des Frankfurter Loses usw. aufgestellt waren, zurückgezogen. Im Laufe des Nachmittags burchzogen große Trupps französischer Sob baten die Straßen, um die Stabt zu befid> ligen. Von heute ab ist die Polizeistunda von 9 Uhr auf 10 Uhr abends festgesetzt worden.

Belgische Truppen für Frankfurt.

B r ü s s e l, 12. April. (WTB.) Ein Bataillon des 10. Linienreg:rnents rotrb, sobald die Trans portmögtickkeit vorhanden ist, nach Frankfurt

gegen dieses Urteil Protest er oben und an den kdmmandverenden General ein Schr iben gerichtet, in dem .'s heißt, daß eine solche Nichtlxachtung der zuständigen Stellen eS der Frankfurter Presse un­möglich mache im Sinne der Aufklärung der Waluheit tätig zu sein. Ter Verein ersucht die sran- jöiilcte Behörde um eine Zu idyrung, die ihn von dem Empfinden der Rechtlosigkeit befr.it und eine Wiedertolung solcher.le au.schließt. Der Gene- ral-An-'igcr ist völ i) zu Unrecht verurteilt worden, da tatiächlich an der Dauptwackic der 11jährige Karl K u h l o w. Großer Hirschgraben 14, durch zwei französische Kugeln in die, Brust gerrvffm und so schwer verletzt wurde, daß er bereits auf dem Wege nach dem Krankcnhausc verstarb, liebet den Tod des Knaben sind von amtlichen deutschen Stellen protokollarische Ausnahmen gemacht wor­den. Man darf gespannt lein, wie |id> nunmehr das französische Gericht verhält, da die Verurtei­lung in beiden Fällen zu Unrecht erfolgt ul, denn das französische Gerichtsurteil hatte nur von 4 Toten gesprochen, während die Zeitungcu 6 Tote angegeben hatten. 3n Wirklichkeit smd aber 6 Per­sonen getötet worden.

Die französische Militärbehörde hat die Ab­haltung öffentlicher und privater Versammlungen unter der Bedingung^ge­nehmigt, daß ihr vorher Tagesordnung und 4,etl- nchmerzahl mitgeteilt werden. . ,

Tas hiesige französische Militärpolrzetgeruht verurteilte wegen Ueberschreitung der nächt­lichen Polizeistunde am 1. Tage 19 Personen zu Geldstrafen von 580 Mark am 2. Tage 20 Per­sonen zu Geldstrafen von 580 Mark und geltem 30 Personen zu Geldstrafen von 525 Mark.

Ablösung der schwarzen Truppen.

Paris, 12. April Wolfs) Der Sonder­berichterstatter desMotin" in 9R a i n 5 beitätigt, daß die 11. Division von Ranch die schwarzen Truppen in Frankftrrt a. M. ablösen werde.

Frankfurt a. M., 12. April. Die s Franzosen haben seit heute früh die Tanks

mußten wir Mr mußten

Protest der Nationalversamm­lung gegen die Besetzung des Maingaues.

Berlin, 12. April.

Daus und Tribünen sind gut besucht.

Präfüient Fehre nbach eröffnet bi: Sitzung um 3,20 Uhr imb teilt zunächst mit, daß ein kelegramm d s Abgcordnetm Ulitzka erngelaufen lei, daß die Abgeordneten aus Obn^fchlefien von der Entente an Der Ausübtmg ihres Mandats g> hindert werden. (Dort, hört! Unerhört!) tiin gleiches Telegramm ist von dem Abgrovdneten frnrtmann eingegangen.

Gegen diesen unerhörtm Eingrift der En­tente in die >Ked)te des beutfdien Voltes leg"

sein. Tos Tuell Frankreich-Deurschtrnd muß rrut- bören. Frankfurt, das Derz EuroprS, iit getrosten. Ebe Frankfurt nicht frei ist, werden alle schäum Sorte der Verständigung verhallen Fvankrnch bat alle nationaliüi-chcn Instinkte wieder -erweckt. Tie Nattonalisten aller Länder leistem sich dv besten Tteufte. Mapp unb Fock? Wir erlaubm item Militarismus lein Zurücklelren. Die milttärifche Aktton tm Nubrgebiet gebt i wem Ende Mg-gen. damit ni.d hoffe, tlick auch - te Besetzu: gdsMain- gaues ihr Ende erreichen. Wir wollvi abßhren von allen Kriegsanschuumgen und alten Kriegs-

txrrgebcn ober

London, 12. April. lWTB.) Bonar Law gab m Beantwortung der Anfrage zweier Depu­tierter folgende Erk:ärung ab: Wie das Unterhaus erfahren hat, ist zwischen der britischen und fran­zösischen Negierung eine Meinungsverschie­denheit entstanden, welche die brit schc Re­gierung tief bedauert. Der Notenw.ch'el, der zwi­schen London und Paris ftattgefunten hat, recht­fertigt aber den Glauben, daß die beiten Regie­rungen mehr denn je die Notwendigk.nt aner­kennen, bet der Regelung der ernsten Fragen ein enges und herzliches Einvernehmen zu bewahren. Tie nächste Konferenz der alliierten Regierungs­häupter wird zweifellos dos lige Einvernehmen der beiden Regienmgen beftätigen und befestigen.

Eine englisch-sranzöfische Besprechung.

Paris, 13. April. (WTB.) Der Prä­sident der Republik und der englische Kriegsmini st er hatten gestern eine Be­sprechung, der Marschall Fach beiwohitte.

Sympathiekundgebung Belgiens für Frankreich.

Brüssel, 12. April. (Wolff.) In der belgischen Kammer wird angesichts der Beteiligung Belgiensander Besetzung deutscher Städte eine YNvtion eingebracht werden, die. Anlaß zu einer Sympathiekundgebung gegenüber Frankreich geben wird.

Der englisch franzöMche NonfliN.

Paris, 12. April. (Wolff.) Daoas meldet, der englisöfe Botschafter habe dte Antwort der englischen Regierung auf die letzte franzö­sische Rv!e »erhalten. Es habe den Anschein, daß der Zwischenfall damit seiner Erledigung ent gegen gelte.

Paris, 12. April. (Wolfs.) Davas. Nach dem .Lntransigeant" soll die Note der bri­tischen Regierung nicht ve r offen f- l i ch t werden. Das Blatt glaubt, daß Lord Der­by trotz des versöhnlick-en Tones der Note seinen Sitz in der B01schaiterkonferenz in den nächsten Tagen nicht ivi.bcr aufttehmen werde. Man glaubt, daß Millerand eine neue Note an die englische Regierung senden wird.

Paris, 12. April. (Wolff.) Wie eine Note der Agence Davas meldet, empfing iNinist.rpräsi- deut Millcrand gestern abend den englischen ^Botschafter Lord Derby und überreichte ihm die Antwort der französifäten Regierung aus die letzte englische Note.

Pettt Parisien" will wissen, der englische Botschafter I>abe den französischen Mnifterpräsi- deuten gefragt, ob er sich nach San Remo zu begeben gedenke. Miller and habe seine Antwort von der Aufnahme, die seine Note in England finden werde, abhängig gemacht: denn es sei von Inter­esse, daß der Zwischenfall beigelegt werbe, bevor die Wer Handlungen in San Remo beginnen. Im Grundsatz aber habe Millerand den 19. April als Datum der Zusammenkunft in San Remo an­genommen.

Dieser Meldung steht eine Nachricht des Lon­doner Korrespondenten des gleichen Mattes gegen­über, der von autorisierter Seite erfahren haben will, die englische Regierung sei entschlossen, dem Obersten Rat in San Remo die Lösung des Kon­fliktes zu überlassen.

Wie die Morgenblätter melden, ist es fraglich, ob Ministerpräsident Millerand schon heute in der französischen ftammej eine Erklärung über den englisch französischen Zwischenfall mögen der Be­setzung ber Mainstädte abgeben wird. Es sei dvahrscheinlich, daß dies erst am Dienstag ober Mittwoch gescheh:. Deute soll der Ministtwpräsitent vor dem Kammerausschuß für auswärtige An-

Paris, 12. April. (Wolff.) Davas. Der Rat ___ Völkerbundes lehnte in seiner gestrigen unter Leon Bourgeois abgehaltenen vierten ^rit-ung das ihm angebotene Mandat über Armenien ab und sprach die Ansicht aus, ein bestimmter Staat muffe den Schutz übernehmen. Es sei aber notwendig, vorher die militärischen imd finan­ziellen Fragen zu regeln. Ueter den der Minderheiten in der Türket will >tch der Völkerbund endgültig erst ausspoecken wenn ber Friedersrertrag mit der TLtet abgnchlo en ist. Dann wurde einem Antrag stattgegeben, über d e Kommunal wählen in Danzig den Vorschlägen des englischen Cbertommii.arä Sic Reginald T 0 - wer zuzustimmen. Endlich ernannte der Völker­bund eine Per önlichkeit, du den Auftrag erhalten soll, dte Verpflegung und den Rücktransport der

mrmarschieren, ohne dir Einwilligung Frankreich:' erlangt zu haben, das die Mion für unnötig und gefährlich erklärte. Die Notwendigkeit zu beurteilen war Sache der deutschen Regierung. Beifall.) Frankreich hatte den fühlt, sich durch unser Vorgehen in feiner geographischen Lage be droht zu erklären, trotzdem die 19 000 Mann in ber neu traten Zone gegenüber der Waffen starren­den Besatzungarmoe fast verschwinden. Wir haben eine form nie Unter Innung begangen. Den Welk- fricten haben ivir nicht bedroht. Wir erbeten gegen die französische tHrgterung Anklage, den Versailler Vertrag verletzt tutb den Völkerbund, noch eh? er in Kraft trat, um jeden Kredit gebracht zu haben. Die französische Note wurde uns in Paris über­geben drei Stunden nach dem Einrücken in Frank- nirt. Dee militärische Vergewaltigung Deutschlands ist eine Versündigung gegen Europa wie gegen das stanzösische und das deutsche Volk. Krieg oder Frteven' Ein drittes gibt es nicht, wenn «ächt Anarchie altes verschlingen soll. England und Italien scheinen das emzuseben Aller­dings würde es naiv sein, daraus zu |chltesten, daß der Bestand der Entente gefabrtet lei. Wir wollen die Waffen tm Prwatbeftv tm RulL- pebiet cinfamnieln. Fran k eich bi- d rt un.7 daran. Tie Einwvlmentehven, die Crine milttä t chc Lr- qauisatton find, richten sich gegen fcte Plünderung, «gen die Anarchie. Die R^iemng hatte mu den Ländern über die Auflösung ber Etn<oohnerwchren nur verbandelt auf Grund der Entente, nicht tut Gnmd der Gewerkschaften. Eine N ch-nregtemng der Gewerkschaften lehn: ich ab. (B t all. Mn- rtgieam kann nut der, ber bi* Devantwvrttrng mit übernimmt Die Gewerkschaften hatten Mneriet Forderung ulttmativen Ehavak.ers gc'.eflt.

dings legte ich grölten Wert darauf, d e Wünsch' der organisierten Arbeiterschaft zu börm. Nach dem Stur; her Machtpolitiker wird das deutsche Volk eine Demo (rate sein oder cs wird nutzt

lionalversammlung voraus ichtlich bis nöchsteWoche tagen werd.-. Tie Ausschüsse möchten dal-er ihre Arbeiten beeilen.

Auf der Tagesordnung steht zunächst die Ent­gegennahme einer Erklärung ber Regierung.

Reicliskanzler M üller: Der Präsident hat soeben mit Neckt Protest erhoben gegen das Völker- reckte ^widrige Verhalten der Entente. Aehnlickie Meldungen liegen aus Masuren vor. Die Regie­rung wird energisch dagegen Vvrge'heu Dem übcr-= mädtigen französischen Militarismus fjnnen, wir nicksts entgegewetzeu, als unter gutes Recht. Senc lalneger liegen in der Frankfurter Universität, die rntoL-vre flattert über dem fOZaingau. Der ßutsci war eine Offizierrevvlte. Tie Reichsw:l)r lattc das Vertrauen bei der Arbeiterschaft vor- xircn. Tie Arbeiterschaft des Ruhrreviers tonnte 'iridit mehr crCatnen, ob sie verfassungstreue ober -reaktionäre Truppen sich gegenüber hatte. Tas ist die Schuld ber Kapptage. (Widerspruch und Lacken rechts.) Däne Zöapp ttin Generalstreik, !.'stie diesen teine rote Armee im Ruhrrevier. Die Arbeiter sind *u ihrer ?(rbeit rurückgekehrt, aber der Janhagel des ganzen Ruhrveviers macht sich bic öiluaiian zu stantze Ta gegen mußte die Ne­uerung cintoreiten unb |b marschierte die Reichs- oTflr ein Selbst die Unabhängigen fbrbertcn ben Lmmarsck. Wir wollen die Rcichswt'tzr nur da ein-

Entscndung eines Reichskommissarö nach Lachfen-Goltza.

Berlin, 12. April. (WTB.) Die Ber- hältnisse in Gotha haben es erforderlich er­scheinen lassen, unter BerlKngung des Aus­nahmezustandes itatf) Sachsen-Gotha einen Reickskommissar zu etttsenden., der für die baldiae Wiederherstellunc; verfassungs­mäßiger Zu stände Sorge tragen soll.

Dom Räubcrhauptmann HSlz.

Plauen, 13. April. (WTD.) In SXmgcxv thal wurden gestern abend große Veriauunl^maOr abgelalten, in denen gegen die Skrljaftung deS Dölzscken AntomvbilführcrS durch die Plauener; Polizei vrotcstiert und gedvöht wurde, daß gentie fo versa yrert werden solle, wie an anderen Orten, z. B. Falkenstein. Unter dem Truckc dieser Dv)h« ung ist bic von Dölz verlangte Summe v-m einer Million Diark von der Vogtländischen ®<tnf zur Verfügung gestellt worden und in einem von Dölz nach Plauen gesandten Stute mobil nach Klingenthal abgeschickt lOOTtxm.

Klingen thal in Sachsen, 12. April. (WTB.) Dölz, ber gestern früh mit 200 Rot­gardisten hier an tarn, verhandelte h-ute vormittag mit dem Bürgermeister und dem tschecho-slowchki- scken (vrenztommando über seinen Ucbcr tritt Nack der Tschecho-Slowak ei. Tie Ver­handlungen zerschlugen fick. Hölz forderte sämt­liche Fabrikanten und Geschäftsleute zu einer Ver­sammlung auf, um von ihnen Beträge von je 50000 bis 150 000 Mark zur Unterstützung der Roten Garde zu fordern. Wie verlautet, soll ein Teil des verlangten Geld's Dölz bereite audgeWro* bigt woroen fein. Wie die Ascher Ztg. meldet, erhielt Hölz bei den Uebertrittsverhandlimgen von der bölMischen Behörde den Bescheid, daß er als Internierter zu gelten habe und auf Verlangen Deutschland ausgeliefert würde. Da es der Plan Hölz ist, über Klingenthal und Bad Elster ins Böhmische zu ffücksten, wurden die Grenzwachen verstärkt. Von dem UeberwachungS>ienst der tsche­chischen Behörden wurde ein gewisser Schmincke aus Bad Elster feftgmommen, der im Verdacht steht, mit Dölz Verbindungen unterhalten M haben. Ter Verhaftete wurde am nächsten Morgen von Grenzsolba'.en nach Sach en zurückgebvacht. Er er­hielt die Weisung, nicht wieder nach Böhmen zurück-' zukehren.

Militärisches Vorgehen im Bogtlande.

Leipzig, 12. April. (Wolff.) Wie bem .Leipziger Tageblatt" von zuständiger Seite mit» geteilt wird, wurden einzelne Truppenteile von hier am Sonntag nach dem Bogtlande in Nlarsch gesetzt. Die 19. Reichswehrbrigade er» hält voraussichtlich heute Marschbefehl.

Ans dem Reiche.

Die Zuständigkeit für Zeitungsverbote.

Berlin, 12. April. (Priv.-TEl.) Nach ben Abendblättern hat ber Reichswehrntinv» ster bis zur allgemeinen Einführung der poli­tischen Kommissare, die künftig den militäri­schen Befechlshabcrn zur Seite gestellt we» ben sollen, angeordnet,daßZeitunysver- b 0 t e und Zeitungseinschränkungen in jedem! Falle ihm selbst vvrzulegen sind.

Landtagswahlen in Mecklenburg.

Neustrelitz, 12. April. (WTB.) Bei den gestrigen Landtagswahlen wurden der ,Landesztg." zufolge tm Landkreise Star­gard beide sozialdenrokrattschen Kandidaten zu Landdrosten gewählt. Die Wahl brachte in beiden Bezirken eine starke Zunahme der Sozialdemokratie.

Berlin, 12. April. (Wolff.) Der bis­herige Leiser des Bureaus beim Reichspräsi­denten, Gesandter Dr. R i e z l e r, wurde ge­mäß seinem Antrag zur weiteren Verwendung

Ausdehnung der besatzungszone.

D.anau, 12. April. Der Landrat und | Polizeidirektor gibt bekannt, daß nach einer. ihm gewordetten Mitteilung des französischen Kontrollofsiziers bis heute abend dec ge- a nit 'c Landkreis Hanau westlich den Bahnlinie HanauFriedberg, und außerdem die Pulverfabrik und ihre Umgebung von den ranzösischen Truppen besetzt werden. Es handelt sich hier um die zwischen Frankfurt und Hanau liegenden Orte des Landkreises Hanau: die Pulverfabrik liegt auf der Linie HanauFulda.

Erklärungen

der französischen Besatzungsbehörde.

Frankfurt, 12. Apnl. Auf Befshl ber ranzösischen Besatzungsbeihörden fall morgen die nachfolgende Erklärung der fransöftfdxm Behörden in allen Zeitungen betamtgeg?bcn werden.

I. Tie französischen Behörden erklären die Gerückte betreffs ber Besetzung Aschaffenburgs, so­wie der Gefechte, die zwischen der ZivilbevölÜ-rung und den franzöiischen Truppen dort sdattgefunden haben sollen, auf das entschiedenste für unwahr. Tie französischen BelHrden (yaben niernats die Ab- icht getobt, diese Stadt zu Metern. Sie stellen mit Befriedigung fest, daß in den Bezirken Frankfurt, Offenbach und Hm'nu Mz? herrscht, und daß das normale Leben überall seinen Fortgang nimmt.

II. Seit der Besetzung von Frarrffurt toben sich die franzöiffckien Behörden damii beßoßt, das Fortbeslelxm des- Wirtsckxtstslebms der Bevölkerung, welches unter der Kontrolle ber französischen Be< to-.be steh, sickerzustellen.

Trotz des BelagcrmrgszuÜMides steht es den beutfdien Lebensmittelstellcn vollkommen frei, mit Berlin unb bem unbesetzten Deutschland die Ver­bindung aufrcd)t&iier batten.

Die Zufuhren aus ber Schweiz, Holland usw. konnten unbelnnbrrt weiter vor sich gehen. Der größte Teil der .ibohlensendwrsen, die auf dem Main kamen, ist den Fabriken zur Verfücvmg ge­stellt tuorben, um ArbettSeinstellung vorzubeugen, die besonders die Arbeiterbcvölkerung hart getrof­fen hätte.

Die französische-i Behörden werden alles daran setzen, darnft hi? Kohlenzuftchren regelmäßig ein- treffen, aber es ist zu befürchten, daß durch die Operationen, welct« di-e deutsche Reichsregierung im Ruhrtohlengebtete unternommen tot, die Aus- beunnrg ber Bergwerke immer schwieriger gestalten wird. Sollte die Bevölkerung Frankfurts in Zu­kunft in dieser Hinsicht zu leiden haben, so möge sie wissen, daß die französffchen Behörden keine Verantwortung trifft.

Ein Protest dcö Verein» Frankfurter Preffe.

Frankfurt, 13. April. (WTB.) Aus An­laß ber Berichte über ben Vorfall an brr Daupt- ivnche, wobei bekanntlich vmr ben MaroklEnern nnc Anzahl Personen getötet und verätzt roirrten, wurde bei General-Anzeiger und txS

cesterreichisch.italienisckc Vefpremnngen.

Rom, 13. April (WTB.) Renner imb Nittl stellten in ilipen Be preänrng m bi lieber* cinfümmung der Zitteressen von Ztalten unb Oesterreich fest. Tic itili nisch.' Re.1 rung w.rd mit allen Mitteln am Söicteraufbau der Nacktoi- rcpulff Mitarbeiten. Nach Aufnahme cev wirt­schaftlichen B zicl-ungen ffnde.i v r d ietenc M011» feienzen ter DondelSiniittsier beiter Länder sowie von Sachverständigen statt. Die italen dr R> gienmg schreibt diesem Besuch; Wb-' Beteutung bei, da er zu bem Beginn iteuer freu bschast- licher B?zielmngen uub guter Nackcharschasl mit dem österreichischen Volke üb.rüite.

ietzen. wo es unbebtitgrt notroeirbig ist. Die Opfer der Reichswehr betragen, rund 600 Köpft Tics sollte sie Vvr Vorwürfen fckKhen. Solange es noch mte Möglich»kett ter friedlichen Verständigung gab, muhten wir zuwarten . Aber als alle den Einmarsch

zur Disposition gestellt. Zu seinem Nachfolger K!tegsgef^g^n,"^'die 7ick te>i ernannte der Rctchspräsitent ten bi&rigerv

fmbCT bur&uiüfjren. DasJournal" g.aubt, toß Referenten dreies Bureaus Gehetmen fRegie- der Vertrauensmann des Völkerbundes der nor-I rungsrat Dr. Meißner.

Telegraphenbureau vorn .......... je5 000M k i^'En.