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m. 85 Zvettes Blatt Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhesfen)Montag, (2. April 1920

Var neue Kraftwagen- und veriehrsnetz der Reichzpost.

Durch die Beschränkungen unb häufigen Fal>r Konänftruitgen im Eisenbahnverkehr wird der sich immer stärk.'r entwickelnde Poswerse ndungsverkehr und damit der gesamte Postbetrieb schon seit ge­raumer Zeit in einem Masse ungünstig beeinflußt, - unser Wirtschaftsleben empfindlich darunter leidet und durchgreifende Maßnahmen unumgäng­lich geworben sind. Zahlreiche und sich ständig mehrende .'klagen aus Handels- und Industrie- Kessen, aber auch staatlicher unb kommunaler Be­hörden belegen die Notwendigstit einer energischen Diederailsrichtung unseres schwer darniederliegen- den Postoerkehrs. Daneben gilt es heute mehr denn je. Gebenden mit regen wirtschaftlichen Beziehun- -en, die aber der Eisenbahnen noch entbehren, mit -em neuzeitlichen Verkehrsmittel des Kraftwagens m erschließen. Auch nach dieser Richtung sind bereits mannigfache Einträge an die Postverwaltung ergangen. Die Reichsvost hat deshalb von langer Hand alle Vorbereitungen getroffen, um ihre bisher nut P, erde fuhrwerken betriebenen Ueberlcmdverbin- düngen durch Einstellung von ftrastwagen neu^it- lid) umzugestalten. Auf die Mitoenutzung der be­gehenden Linien der .s^raftwagenverkehrsgesell- chasten zur Postbesörderung mußte hierbei ver­richtet werden. Denn diese Gesellschaften befassen 'ich mit der Beförderung von Massengütern (Holz lbohle, landwirtschaftliche Erzeugnisse u. bergt) und können sich deshalb an Ankunft-^ und Abfahrts­zeiten nicht so binden, wie es der Postdienst er> jprbert. Außerdem sind die Arbeitsgebiete des faften unb Personenbeförderungsdienstes grund- -erschieben, so daß sich eine regelmähige Personen- kförberung, die die Grundlage für die Postbesörde- ning schassen könnte, nur mit erheblichen Geld- eftern einbeziehen liehe.

Mährend ferner tie ftvaftrerkel,'rss>ellschaft'M nur solche Linien unterhalten, die einen Gewinn alnoerfen, bat die Post die Aufgabe, innerhalb bcs geiamten Reichsgebiets dem Bertehr zu dienen imb mit 5>ilfe errvagsreicher Unternehmu gen we- ligrr ergiebige, verkel-rsbedürftige Gegenden an ft ausch ließen, soweit die Gesamtzrusaaben hierf ür in den EinnälKnen Deckung finden. Die Kraftwagen-- oriellschaflen entsprechen außerdem nicht einem Dauernden Bedürfnisse, da sie rar Bewältigung des Güterverkehrs gegründet worden sind und ihre Daseinsberechtigung beäbalb in benr-dben Motze zn- rüd-gegeben wird, tn dem die Eisenbahn tiyrt frühere Leistungssäl-igkeit wiedererlangt. Um daher nicht in ein Ml-ängigtertsverhältnis zu Privatunter- iteftnen zu treten, deren Jnteresien unb Aufgaben sich mit denen der Post nicht decken, ergab sich Tür die PosiKerwaltung die Notwendigkeit^ ihren ^vubrbetrieb mit Kraftsahrzeugen selbst in du fixtnb -u nshmen. Dah sich hierbei die Lnstung un Rebcrl-andverst'yr nicht auf fte Fortschaffung der reinen Posttabung beschränken Torntte, war schon aus finanziellen Gründen selbswerständlick>. Außer­dem Ixti bic Post, soweit ihr iricht bis zum Auf- Ibmmen der Eisen bäh.ren die PersoTrerrbesörderung überhaupt als Regal zustand, die Beförderung der eigentlichen Postgüter mit der von Personen von jeher überall da v»erguickt, wo ihr dies im öffent­lichen und eigenen Interesse nützlich erschien. Nun sind zwar jetzt schon des längten gewisse Kreise cm Werte, ich die Berechtigung zur weiteren Aus­übung di.-seS historischen Rechtes bei den von ich -wlanten L^rastomnibuslinien zu Gunsten jener f.raflverke'chsgeserlschaften abzustireiten mit der Be­gründung, daß ich auf diesem Gebiete xaheziu alle Criahruirgen fehlten, sie auch weder bue erforder­lichen Werkstätten noch das nötige geschulte Per- unal bejäch und ich ganzer Plan deshalb ledig­lich als ein kostspieliger Versuch mit Reichsg^ldern mzusprechen sei, bei dem die Steuerzahler die Leid- tBogenbcii bilden würden. Ein Derr Tr. Kes gebt sogar soweit, öffentlich zu erklären, daß die Lost eine Verteuerung ihrer Tarife zmn guten teil nur deshalb in S^ene gesetzt habe, um auf diese Weise die Mtoften für die geplanten Postkrast- »ogeuliiiien bcftirci'.en zu können. (Deutsche Tages- vitung "win 1. April.) Alle diest Behauptungen niti) ebenso scheuscl-einig wie ich Zweck durck>sichtig :nt Ter Post stehrn auf dem Gebiete des Zkraft- 'vagrnverl.-chs durchaus die nötigen Erfahrungen Tur Bersügiing. Sckwn vor dem Kriege Mter'hielt *ie ein geößwcs Netz von Kraftwagenlinien in Äiltcldeutsckchrnd, das 22 Linien von 530 Km. .Länge umfaß e Diese Anlagen mußten zwar mit Skgutn des Krieges aufgehoben werden, weil die Zachzeuge für das Heer und die Feldpost gebraucht Tourden Um so reichere Erfahrungen hat die P)st ikiTür iveiter während des Zrineges geiammelt, wo 1500 Kraftwagen zur Beförderung der Feldpost

benutzt nxTTben find Die Post unterhält ferner schon jetzt für iche im 5tabtbetnd> unterhalt enar Äachrwagcn Wertstätten, ixe fie t&tfng glruf*.-uij T*c ihre ll eberlandEra fnvckgcn nutbenutzen taut. jVftt die Einrichtung kleinerer Unterwegswer^stälten sowie auch zur Unterstellung der Wwxm bieten aber die zahlreichen Ps.'tgrundstücke t,rnv?ichende Möglichkeiten. Gefchul.es Personal für den Fültrer dienst W die Post ^derzeit zur vanb, sei es durch Wubereinstellung der bereits vor dem .'fnege bei ihr im Fahrdienste tätig gewesenen Personen, sei es durch Annahme von Privatkraftwagen fühvern, die sich bereu sm genugenber ÄrrzalL um Buchas- ti-gung im Posidienst beworben haben.

Tas *hi der Postverwaltung zunächst in 2lus- sicht genommene Omnibus-Kvaftwagermetz wird etwa 1OO Linien mit 3000 Km Läng»' umfassen, die sich über alle Teile des RerchsgehiQs erstrecken. Tie dazu erforderlichen 260 großen Wagen mit 12 bis 20 Sitzplätzen sind längst in Aufirag ge­geben. Auch alle übrigen Vorderertungim für bic Inbetriebnahme der gairzen "Anlage hatte die Post schon vor geraumer Zeit getrogen. Tie Verzöge, rung in der Eröffnung des Betriebes hängt ledig­lich damit zusammen, daß die Auto mobilfabriLen infolge von Ausständen nnb anderen Schwierig­keiten txe Wagen nicht rechtzeitig liefern konnten. Nfnrnehr sind jedoch die entert Wagen fertig ge­worden, ko daß bald nach Ostern einige Venen den Verkehr aufnehmen werden.

Hochsch«lnachrichten.

K Marburg, 10. April. Der durch das Ab- leben des Geh. Rats Pros. Freiherr v. d. R o p p erledigte Lehrsttchl für mittlere unb neuere Ge­schichte an der hiesigm Unioeriität wurde Prof. Dr. Brackmann aus Königsberg übertragen.

<ßcrid>t>faal.

)l Marburg, 10. April. Am 20. April tritt hier das S ch'vv rgericht unter dem Vorsitze des Landgerichtsrats Geh. Justizrats fixer zusammen. Für die Verhandlungen sind etwa adjt Tage vorgesehen. Das Wucherge richt verurteilte einen westfälischen Butterschle-chhänd- ler zu 14 Tagen Gefängnis und 1000 Ntk. Geld­strafe. Gestern beschäftigte sich bcJ Land­gericht in einer vis in die Abenditlmben dauern­den Sitzung mit einer Hinterländer Kirmes- prügelei, die bei der ersten Friedenskirmes in Oberdieten im Herbste ausgesochten wurde. Die Verhandlung, bei der es sich um 2 Angeklagte und 22 Zeugen handelte, endete mit der Verurteilung eines Angeklagten zu 300 Mk. Geldstrafe.

Handel.

Berlin, 10. April. B ö r sen st im m u n g s- bild. Der als Folge der fvrtgeletzten Besserung des Markkurses an der Börse bereits seit einigen Tagen ein getretene Umwertungsprvttß auf Aknen- Furie machte heute weitere ^ortidjrtte und kam besonders in neuerlichen, zum Teil crheblict«i Rückgängen in den iogmaraitrTt Valutapaprerm, also besv77ders ammBar.i d)en Bahnen, Kolonial- werten, Teutsch-Ueberirc-Elektrizttätsaltien und einigen anderen auSlänbisckien Balmakttm, ern- schließlich der merikanisckien Sdaat-sanleih: zum Ausdruck. Aber auch Montan-, Elektro- und Kalt- attien wurden hi>?rvon betroffen, unb bfjnberd in den ersteren letrugm bu Rückgänge bei ein­zelnen 15 bis 20 Proz. für Rlieinische Braun­kohlen sogar 70 Pvoz., wenn auch in einigen wenigen Papi?ven des Marktes Beverungen zu verzeichnen w.rven. Eine Ausnahme von der fast allgemeinen Ermattung der Bör.'entzmdenz machten Schifsahrtsaktien unter Führung von fixmfa unb Lloyd, die auf Meldungen von einer Jnt.'pessen- gemeinscha t dieser beiden Ge ellsch ften mit einer amerikanischen Schisfahrtsgeiellfchaft reckst fest la­gen. Bankaktien verrieten im allgemeinen feix Haltung. Be anders Commerz- unb Diskontobank- Aklien unb Mrtteldcutsche Krebitlxark hatten stark ft urdfl ei gerungen zu verzeichnen, (hr ere ist aui einen ang-blihen Uebirg-.mg der Mitteldeutsch n Privatbank an die Commerz- und Discanto-Bauk zurückzusührett. Tas Geschäft nahm heute eiu-n gröf-eten Umfang an L>eimi che Rentmwerte waren behauptet mit Ausnahme der alten R.ichs- und preußischen Anleilen, die nach den Steigerungen der letzten Zeit realisiert wurden. Oesterrrickstsckx und ungarische Anleihen lagen meistms etwas schwach.

Frankfurt«. M., 10. Aprck. Börf en- stimmungsbrld. Die Ruhe, die^.iend der letzten Tage vorherrschte, h-elt auch am Börsen-

Die Gräfin.

Roman von G. W. Appleton.

Wachdruck verboten.) Fortsetzung 20.

Als ich schwieg, bemerkte ich, wie fu üwe Appen »usarnmenpreße. Emen Aug.mblick herrschte Schweigen im Zimmer, dann sagte sie:

Das ist richtig: aber warum IenF|t du heute Las Gespräch aut ihn?

Weil Gründe dazu vorhandar sind, ant­wortete ich.

Welche Gründe?

Ick) werde sofort baixniT zu ipvechen kommen. Die alt itxrr ich, als mein Vater starb?

Acht Jahre.

Ich dachte mir's. Ich habe mich in meiner Lnnahme nicht geirrt. Und damals lebten wir tn Italien?

Jawohl. In Rom.

Er war dort Arzt, wie ich es jetzt in Lon­don bin?

(Vewiß. Du weißt es ja.

Unb eines Tages wurde er schwer verwundet rach vaufe gebrackn und starb

Er starb. Auch das habe ich brr erzählt.

Er wurde bei einem Duell verwundet?

Tas hab' ich dir nie gesagt.

Aber, Mutter, denk doch nach! Du hast >s freilich erzWt ganz gewiß. Dein: Worte inb mir allerdings nur noch bim Id in Errnnerung, ober ich ernt ne re mich nur zu gut daran.

Warum, aus welchem Grunde aber kommst - u .etzt aus meine Worte zurück? fragte st: mit 'tiner fixftigfeit, die mich ganz brunruhigte. Ich chaute, sie bestürzt an. Ste schien sich plötzlich erwandelt zu l)aben. Fhve stimme war in 'in fischen ausgeartet. Ihre Lmltung war beinah' -efehlcnb. Rede rede! wied-Trholte sie, warum dmmst du hierher, um die Vergangenh.'tt und die Erinnerungen an den Toten aufzurühren?

Ich mar zu einem festbestimmten Zw:cke noch Tunbrit>.»e Wells grbrhven. 9tur das erstaunlich' Benehmen meiner Muten? machte mich schwach m meinem Entschlüsse, die Geschichte jetzt und hier zu Ende zu führen.

Weil, sagte ich nach einer schicklichen Paus:, weil ich es für meine Pflicht halte, 9mau in Er­fahrung zu bringen, unter welchen Umständen m stn Vater seinen Tod fand. Es ist jetzt nicht mdjt an der Zeit, nur etwas verborgen halbm zu wollen, und ich gestehe, daß ich leinen Grund zu runter?r Zurückhaltung sehen kamt. Wenn mein Vater "in Ehrenmann gewesen ist, tote ich zu glaubm gute Gründe hwbe, bann nichts Unehvenhanes an f/tnem Tcstx gewesen sein. Ich möchk: einfach die Tatsachen kennen lernen. Ich bin lern Sohn noch mchr: sein einziges Kock> unb habe ent Anvteht birauf, erngemerbt zu werben. Kstne Mutter hat das Recht, diesen ganz natürlichen Anspruch abzu­weisen. Das ist meine Antwort.

Aber warum, warum, warum nach so langen Jahren, kommst du, Julius, mit diesen eigortümlitben Fragen zu mir? fragte ft: mtt be­bender Stimme. In ihrem Benchmen verrieten sich deuUich die Zeichen em^ bevorstehenden kbr-- perlicben Zusammenbruchs. Es muß etwas oor- gefaUen sein etwas mußt du ersah rm haben. Sag' mir das erst, und dann, melleicht aber erzähl' es mir erst, Julius, sag' es mir!

Sie hatte sich nun aufs Bitten verlegt. Ich wußte nicht, wie ich mir das erklären sollte, abre ich suhlte, daß ich, ganz ohne es zu ivissen, nun» mehr auf der Schwelle ein:r überrasck?cnden Ent­deckung stand. Noch zögerte ich. Ich wußte trieft recht, wie ich mente Antwort eirtkl.'ideu sollte. Ich -wollte von meiner Dtutter etwas» Bnttmmtes erfahren, eft ich von meinm Erlebnissen in Nummer 19 des Pontisex Square erzählt:. Ihre ungewöhnliche Erregung hatte einm großen Ein­druck aui mich gemackü. Es steckte mehr hinter dieser Angelegenhstt, als ich mir zuvor auch nur hätte träumen lassen, unb so sagte ich:

wochenschluß an. Unter den Werten, bi-: ewigem Interesse begegneten es waren nur wenig«: finb bei Beginn Otavi Dritten hervorzuhebm, die tedoch unregelmäßige Haltung zeigten. Die an­fangs festere Teitdenz ging, da 'Jlnq?bot vorlag, später wieder verloren. Otaft-Anteile fte.I:en sich auf 1125 bis 1060, (Yenußfchstne aut 755. Die schwache Haltung der auSländtuftn Temsen vteur- >achte eine Abschwächung m Cauadas, 1060, gestern abend 1040, Teutsche Ucberate Elektrische J22O, minus 25 Proz. otej'te Tendenz ftwahrten SchiN- fc-fttsoktien, besonders Norddeutsche Lloyds ft: zwischen 199 bis 204 gebandelt wurden, odjan- ttmgbahn lagen matt. Bei besch-idewm Umsätzen stellten sich Montanpafterie nidxig:r. Es ver­loren anfänglid) Deutsch Luxemburger 11, Ober* bebart 8, Wwnir 'Bergbau 18, Mann-Smann 8, Gelsenkirch. 5'/n Proz. AEG büßten lOPvoz. ein. Auch Schucken standen mit 220 im Angebot Stil­les Geschäft zeigten chem. Werte, wo tnc Kurse sich mit wenigen Ausnahmen nach unten fenften. Che­mische (^nesheim und fi»lzverü)hlung schwach. Ba­dische Anilin 3 Proz gebessert. Jnftolge der ge­ringen Unternehnrungslust blieben auch die übrigen Mäckkte nur toenig beachtet. Neben Nationalbank für Teutschland, die gesucht waren, stellten sich Mammen- und Tiskontobank mit 205 bis 15 Proz. Höher. Deutsche Anlechen lagen fester. 5prozentiae GoDmeriVaner gaben 40 Proz. nach Deutsche Petroleum schwach. Im Verlauf der Börse mürbe die Tvchenz allgemein sckrwächtr. Für Schiftahrls- aTtim bewohn r sich »ruftuft Tie Börse schließt schwach. Prioatbiskont 4'/. Prvz.

Frankfurt a. Tt, 12. April.

Devisenmarkt.

Geld Brief Geld Brief

Datum: 9. April 10. April

Amsterdam - Rotterd. 2152,75 2157,26 2018,- 2022,-

Brassel.Anttoerpen . 407,10 407,90 387,10 367,90

Thristiania 1148,751151,25 1084,- 1086,- stopenhagen 1069, 1071, 1014, 1016, Stockholm 1288,75 1291^6 1198,75 1201,25

Helsingfors 319,65 320,35 289,70 290,30

Italien 249,75 250,25 212,25 212,75

London 232,25 232,75 216,75 217,25

New-York 57,40 57,60 53,40 53,60

Paris 379,60 380,40 339,65 340,35

Schweiz. 1059,- 1061,- 979,- 981,-

Spanien 1049, - 1051, 964, 966,

Wien (altes) .... 22,97 23,03 22,97 23,03

Deutsch-Oesterr. abg. 27,22 27,28 26,72 26,78

Prag 84,90 85,10 80,90 81,10

Budapest 28,47 28,53 28,47 28,53

Bulgarien,,

Konstantinopel. . ..,,

Börsenkurse.

Datum: S'/.DeutKriegsanl. 4'/.Deut.Reichsanl. 3'/,Deut.Rechsanl. 4e/6 Preuß. Äonlols Darmstädter Band Deutsch« Dank. . . Disconto- Gesellsch. Dresdener D tnft.. Natronalbank f. D. vttitteld.Creditbank H.-Amerik.-Pakctf. NorddeutscherLloyd Doch. Gußstahlwrk. D.-Luremb.Bergw. Gelsenkirch. Bergw. Harpener Bergbau Oberschl.Tisenb.-B. Oderschles.Eisenind. Phönix-Brgb.- Akt. Bad. Anilin-u.Soda Höchster Farbwerke Itlehtr. A. E. G.. . Schuckert-Werke. . FeltenLGuilleaume Daimler Bud.-Lisenw.-Akt. Adlerwerke .... 4®/0 Hess. SaatsanL (Electron Griesheim

Frankfurt Berlin

Abenb- 1-Uft- Schluß- Anfangs-

Kurs Kurs Kurs ftUrs

9.4. 10. 4.

79,75 79,75

76^86

224,- -,-

187,60 -,-

148,-

209'- 209*50 193, - 199, - 368,- 360,- 352, 341,-

-,- 348,-

252,-

, 302,- 485,- 467,- 567,- 570,- 408,- 399,50 410,- 400,-

270,-

-,- 549,50

339,'- 335^

* 33a

J.4. 10.4.

79,75 -,-

76,60 -,-

76,50

79,10 143,- -,-

317,- 225,- -,-

187,- 146^0 -,-

1 +8, -,-

204, 193,75 -,-

374,- 350,- ,- 350,25 -,-

367,50 -,-

250,- -,-

302,- -,-

488,- 670,- -,-

412,- -,-

400,50 220,50 -,-

545,- -,-

325^0 -,-

330,- -,-

339,50 -,-

Martnoilernngen.

Datum: 31.3.

Zürich 7,95

Amsterdam 3,725

Kopenhagen 8,50

Stockholm 6,60

Wien 320,-

9.4. 10.4.

9,40 10,-

4,75 4,95

9,75 10,50

8,25 8,75

385,- 406,-

Gut, Mutter, bevor ich irgend welche Erklärun­gen oder Aussagen. über das Borgefallme mache, wie du es, unt> zwar ganz richtig, genannt haft beim es hat sich in der Tat etwas sehr Auffälligrs ereignet, möchte ich, daß du mich genau üb:r dte Beziehungen aufklärst, die zwischen meinem Barer und der Gräftn Frangipant bestanden haben.

Tie Wirkung dieser unerwarteten Worte aut meine Mutter war außerordentlich. Si: starrte mich für einen Augenblick mit offenem Ä/rimd: an, wobei sic krampfhaft nach Luft schnappte.

Die Gräfin Frangiparri! stammelte fr schließ­lich.

Jawohl, die Gräfin Fvangipcari, ernriberte ich.

Was m aller Welt Bararit du von beeter Frau wissen?

Bis jetzt noch sehr wenig. Ich habe aber meine Gründe, von ihr viel mehr in Erfahrung zu bringen.

'Sxr hast deine Gründe dafür?

Jawohl.

Aber du setzest mich in Erstaunen. Wie kannst du von de- bloßen (^istenz einer ftlchm Frau gehört haben?

Eine gewisse verächtliche Bttommg dieser Be­zeichnung mel mir auf.

Einer solchen Frau?! nnederholte ich.

Gewiß einer solchen Frau.

Ist sie denn so schlecht?

Ist sie? Du willst wohl sagen: war fte? Sie ist schon vor vielen Jahren geftorbm.

Ich glaube, darin irrst du ftch.

Wie kann ich mich irren, wenn ich es wetß?

Es tut mir leid, dir widersprechen zu müssen, Mutter, aber ich ha« aus sicheyter Quckle er­fahren, daß sie noch am Leben ist, in der all:r- besten Bertassung.

Unmöglich. Wer hat dir das gesagt?

Tie Gräfin selbst.

Ich sagte dies im wirkungsvoUsten Ton, der mir zur Verfügung stand, aber statt des erwarteten Aickes sprachtoten Erstaunens gewährte ich aus dmt

(In einem Teil der Auslage wiedtrhrlt.)

Die Dandhadung des Ausnahmezustandes.

Berlin, 9. April. (WTB > Der Reichs­wehr m i n i ft c r geht von der lieberwuguitg auS, daß die mUitänschen B.'feb!shalx'r von watifttoi Geschäften nach Möglichkeit entlastet werden müs­sen. Dtese Anschauung entspricht der vom R c i d» <5* Minister des Innern seit langem vertretenen Auffassung. Der Reichspräsident ordnete nunmehr auf den Vortrag der beiden Minister Irin an, daß die fi) a n d ha bun g d e s Ausnahme- zUstandes überall da, wo nicht osstmer Aufruhr herrscht, in die fixmd der Ztvilbehörden zu legen ist. Die deutschen Truppen in der neutralen Zone.

Washington, 10. Aprtt. WTB Einer drahtlosen Meldung aus Carnarvon ui folge soll Deutschland no ch eint W o ck) c Zeil er-- halten haben, um seine Truppen aus der neutralen Zone zurückzuztehen.

Lloyd George geht auf dem Seeweg nach San Remo.

P a r i s , 9. April (ATB.) Nach einer Pavas- Meldung aus London soll Lloyd George nach San Remo auf dem Seewege abrvuen, ohne, wie es anfänglich gemeldet war, nach 'Paris zu kommen.

Amerika gegen Frankreichs Vorgehen.

Washina ton, 10. Aprck. (WTB.> Reuter. Soweit in Erfahrung zu bringen ist, fußte die Aktiv n des Staatsdepartements in der Ruhrsragc aus der Ansicht, daß man der deutschen Regiertmg acstatten müße, in das Ruhr­gebiet eine angemessene Truppenanzahl zu ent senden, die notwendig ist, um die Ordnung wieder lierzustellen unb die Ueberlegenheit der Regie- runa zu wahren. Frankreich ist bezüglich der Stellungnahme Amerikas vo lkommen untemdftet worden. Man ist der Ansicht, daß die Stellung der Vereinigten Staaten im Verlause der Unter», rebung zwischen Wallace und Mcklerand keine Aenderuug ersahoeu hat. Die Anftcht Amerikas ging dahm, daß es sich bei der ganzen Frage um den Umfang der Unruhen unb daran l>an> beit, ob die Regierung Ebert in der Lage ift, mit den geringen, ihr durch den Versailler Vertrag gestatteten Stveitkrästen die Kontrolle zu bo- halten.

Die französische Antwort an England.

Paris, 10 April. (WTB.) Wie dasEcho de Paris" meldet, wird die Antwort Mil­le r a n d s aus die englische Note, di: gestern nach­mittag durch den eng.iicOen Gesandten mvg bilt wurde, durch Pairl Gambou Lord Curzon selbst überreicht werden. Sie iterfidxrt die Ergeben­heit Frankreichs 1 einen Verbünd.'ten gcgenüfxr und erklärt, Frankreich habe niemals die Msick^ ge­habt und nxTLc niemals daran denken, sich von feinen Alliierten zu trennm ES Hoist, das: der Vertrag von Versailles so schnell w.e möglich ausgesülwt werde. Anderseits :rklärte daSEcho de Paris", daß sämtlich Minister, fte am Mv uisierrat tctlgenomTre.i haben, einstimmig das (krv posee Millerands über den Inhalt der Antwort, die eine Stunde später dem engli'chen Bot schuster überreich wurde, billigten. Mi lerano gab zu er­kennen, wie mehrer.' Zeitungen, beftmberd der Petit Parisien", melden, das Parlamt-nt so schn-ell wie möglich über die Lage in Kenntnis I tzen zu 'wollen. Seine Erklärung im Parlamei.t wird ivachr- schinlich am Montag erio g n, falls die Unter­handlungen zwischen den Alliierten bi ö erlauben. Nach demEcho de Paris" wird Millerand am 18. April nach S t. Remo abreisen, wo er am 19. eintreffen wird. Tas Blatt bemerkt dazu, daß es von einem erfahrenen Polilistr über tic Beschlüsse dieser ftönfernij ans dem Lausenden gehalten werde. Aus Veranlassung Lloyd Georges roerben wahrscheinlich bi» Vertre­ter der Presse ausgeschlosltn ratr'oen. Tie Konferenz, die unter d:m Vorsitz N i l 11S ftattftnden wird, wird sich mit der Frage Dom Fiume beschäsrigen, gmiz be'onders ab»r mit dem Vertrag von Versailles.

Der österreichische Staatskanzler beim Papst.

Rom. 10. April. (WTB.) Die österreichische Mission teilt über die Audienz des Staats- k a n z l e r s beim Papste mit, daß der Staats­kanzler die Anerkennung der österreicknschen Re­publik verlangte und um die Bemühungen des Vatikans für die Kriegsgefangenen bat. Der Papst kündigte die baldige Errichtung einer Nunriatuv in Wien an und übergab ftm Staatskanzler eine Anweisung über eine Million Lire, welche Summe für wohltätige Zwecke bestimmt ist.

Antlitz meiner Printer nur die Spuren ncwochenoen Interesses und gefteigTter Neugier.

Tann, sagte sie, bin ich grab getäuscht wor* den, und letzt Fairn ich auch verstehen, warum du all diese unverständlichen Fragen an mich rich­test. Wenn du sie gesechm hast, so beschreibe sie mir.

Tas tat ich, so gut es mir möglich war. Sie schien die beschriebene Person wieder zu ertennm und nickte beiftimmenb, als ich im Verlauf meiner Beschreibung gewse Punkte erwälmte.

Jawohl, sagte sie, als ich damit zu Ende war, die Beschreibung scheint, toenn man ft: uv- zwischen verflossenen Jahre in Anv-cheumg bringt, ziemlich genau zu sein. Aber sage mir dock-, unter welchen Umständen du mit i r zwammengetroftm bist!

Nun war es mir ganz klar gewesen, daß meine Mutter nur nicht die volle Wahrhte ver­raten hatte: auch empsanp ich die Gewischnt, daß sie ferne rachsüchtigen Gefühl' gegen die Gräfin hegre; so beschloß ich meinerserts, ihr auch nicht alles zu verraten.

Unter rein beruflichen Umständen, lautete meine Antwort. Es war ein seltsamer Zufall von A bis Z. Ich wollte eines Abends gerate: mein Sprechzimmer verlassen, als ich zutner Tarne geben wurde, die mir völlig fremd mir. Es war an diesem Vorfall rein nichts Ungewöhn­liches, so etwas kommt in meinem Beruf: alle Tage vor. Ich ging also hin und beuchte die Dame. Durch die zufällige Erwähnung meines Namens kam die Sache ans Lirft. Ich kann noch hinzufügen, daß sie behauptete, ich sehe meinem Baker außerordentlich ähnlich. Stimmt das?

Jawohl und dann ?

Tann fragte sie mich über meine Erimrteungen txm meinem römischen Aufenthalt ans und erkun­digte sich, ob ich mich an fte näheren Umstände beim Tode meines Vaters Timterc.

Und du sagtest? Meiner yLutter Augen glänzten jetzt vor innerer Erregung.

(Fortsetzung folgt.)