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Zreitag, <2. März 1920

Marfn»iiernngen.

Datum:

Zürich..................

Amsterdam...............

Kopenhagen ...............

Stockholm................

Wien..................

10.3.

8,75

6,75

295, -

11.3.

8,05

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9,50

7,25

295,-

(3ii einem Teil der Aussage wied.'rprtt.)

Aus brr hessischen Volkskammer.

R. M. K. Darmstadt, 10. März. Der (fünfte (Berfassungs)-Ausschuß der Heisischen Volkskammer trat beute vormittag zu­sammen und beriet über btt 'Vorlage des Staat** Ministeriums, nach der eine VerfassungSäuberung dabin cintrctcn soll, daß statt des efttcrftlich 1921 festgelegten Namens Volkskammer die Volkse Vertretung fdx>» alsbald Landtag und dem­entsprechend die bisherigen Bolkskammerabgeord* neten von jetzt ab wiederLandtagSabge* ordnete" beiden sollen. Nach kurzer Aussprache schloß sich der Ausschuß dem Wunsck>e der fHegie- rung an und soll dementsprechettd bte Vorlage dem Plenum vorgelegt werden.

Ter dritte Ausschuß beschäftigte sich beute früh mit dem Verlangen der Staateanroaltidtaft Darm­stadt, die Strafverfolgung deS Aba. Kaul (Soz.), der sich birrd) verschiedene Artilel in dem Offenbacher Abendblatt der "Beleidigung der Reichswehr schuldig gemacht haben soll. Gnt* sprcdiend früheren Beschlüssen stellt sich der Aus­schuß aud) diesmal auf den Standpunlt, daß loäb* rend der Kammertagung die Immunität der Ab­geordneten unantastbar sei und lehnte das Ver­langen einstimmig ab.

Der Finanzausschuß genchm igte in seiner Sitzung heute nachmittag die Regierungs­vorlage betr. die Beteiligung des Hess. Staates an einer Betriebsgesellschast für die Mineralwasser in Bad-Nauheim G. m. b H. mit 150 000 Mark. Ferner wurde die Teuerungszulage für iiinber entsprechend dem Vorgehen des Reiches auf 600 Mk. erhöht und zwar mit rückwirkender Kraft bis 1. Januar 1920.

Für die Vermehrung der Gendar­merie durch 2 Stationsführer und 30 neue Gen­darmen wurde einschließlich Ausrüstung ufiu. der Betrag von 65 044 Mk. entsprechend der Regie­rungsvorlage gutgeheißen. Ebenso wurde die Re- aicrungsvvriage betr. die Abänderung der Bil­le t t ste ue r grttgeheißen, nad) der die Abgabe 50 Pro;, des Eintrittspreises nicht übcrflngeit darf, mindestens aber 20 Pf.' betragen soll.

Endlich wurde die Erridstung einer h e ) J \ - scheu S i cherh ei ts po l i ze i, für bte 800000 Mark gefordert werden, Vorbehaltlid) des Ersatz^ von vier Fünftel des Betrages durch das Reid- genehmigt.

Ter Abg. Dorsch hat in einer dringt. An­frage die liebe mahnte aller SbaatSiagdm, wie bei­spielsweise in Unterhiltersllmgen usw. in staat­liche Bewirtschaftung angeregt.

Eine weitere eilige Anfrag; beschäftigt sich mit dem An kouf Von Edelmetall, Schmuckstücken, Gold- und Silber­münze n, Möbeln, Porzellan usw. durch Aus- Imitier oder beten Agenten unb forbirt Abhilfe durch die ReichSregierung. Wegen d'r fottgesetz- ten unerhörtem ausgedehnten Ko h ln f ch i e b u n* aen am Rhein, die als Austausch von rationierten Lebensmftteln in das Ausland sehen, stell m die Abgg. Schulte und Biegel an bte Regierung dringliche Anfragen.

Der Anschluß Kobuvgs an Bayern.

München, 10. März. Der Staatsver­trag zwischen Bayern und Koburg wird am Donnerstag in einer besonderen Sitzung des Landtages endgültig verabschiedet. Die Mitglieder der Kvburger Regierung und des Kvburger Land­tags trafen heute abend hier ein. Die einstimmige Annahme des Stoatsvertrages ist -u erwarten.

Die französischen Wilderer.

Berlin, 10 März. In Wernitz i. d. Morl ist eine französische Kommission eingetrofsen, um den beim Wildern erschossenen französischen Soldaten abzuholen, ferner Vertreter der Berliner Staatsanwaltschaft und drei Gegirrungswrtreter. Entgegen der Behauptung der französischen Sol­daten, daß ihr Kamerad am Auto erschossen worden fei, stellte die französische und beutfdy Kommis­sion fest, daß der Getötete 700 fUtet-T vom Auto entfernt auf freiem Felde erschossen wurde. Rich Beendigung des Lokaltermins wurde die Gmeh- migung zur Ueberführung des Toten nach Berlin erteilt.

Paris, 11. März. (WTB.) Hcwas meldet: Im Falle der Ermordung eines Endentemitglrches durch beutfdjc Bauern hat, so schreibt dasEcho de Paris", Geneval Mol'^t für den Zwischen­fall eine Untersuchung vor geschrieben. W-ttder werde die französische Regierung eine starke Ent­schädigung verlangen, wie es srinerznt un Falle Manheim geschah, üfxrkutnmit TbomaSohn schreibt imPetit Journal", daß man den Deutschen einen gehörigen Dampfer auf setzen könne, indem man ihnen damit drohe, den Kölner Brücken­kopf nicht in fünf Jahren, wie vorgesehen, zu räumen. Tie deutschen Bauern wür?en Irch abu auch bann sagen, daß bis dahin noch viel Mrssev ven Rhein hinunter fließen werde. Weiter schreibt das Blatt: Wird man von ihnen eine mehr t>Der we­niger starke Bestrafung der Schuldigen verlang-n oder wird man sich wieder mit den Entschuldi­gungen irgend eines Müller oder 5öau*r begnügen? DerFiga r o" schreibt: Zur Verteidigung tinxr Mörder schreiben bie deutschen Blätter, daß diese Sorten auf verbotenem Gebet g-jagb hätten. Sollte dies auch zutreften, so dürste ein Attird doch nicht die richtige Bestrafung für cm Jagtwerbrechm fein.

Em Kabinett Branling in Schwroen.

Stockholm, 11. Mär». Nach amtlicher Mitteilung ist dem König solgettde Ministerliste oorgelegt worden: Mintsterpräsident: 99 ran* ting. Auswärtiges: Palmastiega, Justiz: llnbus, Krieg: Haussen, Marine: Friksvn, Inneres: fRan- sen Finanzen: Torson. Unterricht: 6beton, Land­wirtschaft: Nils.ohn, ohne Portefeuille: Lantter.

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QUeS|eUe.QuLVi -J^ctbeüt, 31.

tellengesuch W Snfifln Itenogriwbieren,! [>en Treiben unb i- W ^urtauarbej titbten kann, not slbinetiimloiotic uritt Zeugnis 5 Lchr. «npfboifE ) an den M l

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6000 M HDrNd"!;

Nr. Os Zweiter Blatt Siebener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhessen)

versaffunggedende vottskammer der Freistaates Hessen.

Darmstadt, 10. Marz.

Am RcgicrungStlsch: Staatspräsident U l rrch, Minister d. I. Dr. Fulda, Justi^minister von Brentano, Finanzminister £> v n r i d), Präsi­denten Raab, Dr. Strecker, Landsorstmeister Tr. Weber.

Präsident Adelung eröffnet die Sitzung um VgH Uhr mit dem Bemerten, daß er l)offt, die Tagung noch in dieser Woche, spätestens An­fangs nächster Wock>e beendigen zu können, obwohl noch einige Gegenstände neu auf die Tagesordnung kommen werden. Voraussichtlich werde eine weitere kurze Tagung nach Ostern erfolgen.

Der Präsident gibt dann seinem Bedauern Über den Rücktritt des seit 27 Jahren der Kammer angehörenden Abg. Dr. Schmitt Ausdruck, der fast auf den Tag 20 Jahre die Geschäfte des Vizepräsidenten mit vornehmer Ruhe und Sachlichkeit leitete und bei allen Parteien geachtet und geschätzt war. Er hofft, daß fcerr Dr. Schmitt bald genesen wieder in das Haus zurückkchren werde.

Es wird dann auf Vorschlag des Abg. Eiß- ncrt zum neuen Vizepräsidenten der Abgeordnete Scher r (Zentr.) gewählt. Der Vorsitzende be­grüßte bann den anstelle des Abg. Dr. Schmitt neu in den Landtag eingetretenen 9lbg. Prof. Gg. Z i l ch - Heppenheim a. B.

Abg. (rifiltert teilt mit, daß für den Abg. Soherr der Abg. Herbert in den Finanz, rus-- schuf; ein tritt.

Abg. hler (D. Vp.) zur Geschäftsortmung führt Beschwerde, daß fast zu allen B e ra t u n g s- gegenständen nur m ü ndliche Berichte erstattet werden. Die einzelnen Wge>ordneten haben dadurch keine Gelegenheit, sich über die Stellung der Regierung und des Ausschusses zu unterrichten, da ferner viele Vorstellungen nicht mehr gedruckt werden, haben die meisten Abgeordneten gar feine Gelegenheft, überhaupt zu etfabren, was die Vor« steller »vollen. Es entspreche nicht der Würde der Kammer, über solche Gegenstände zu beraten, ohne daß man sie näher kenne. Es widerspreche dieses Verfahren auch der Geschäftsordnung. Insbesondere sei die sehr wichtige Eisenbahn- Vorlage den Mftgliedern erst in letzter Stunde §ugegangen. Er halte es für unter seiner Würde, über die Frage zu beraten, ohne daß ihm Ge­legenheft gegeben werde, sich hinreichend zu unter­richten und müsse man ein solches Verfahren für die Zukunft ablehnen.

Der Präfideift Adelung führt aus, daß in den Ausschüssen sribst bestimmt werde, ob die Berichte gedruckt werden sollen. Meist wurden die einzelnen Fraktionen vorher unterrichtet, was jetzt durch die Verkehrsschwierigkeften erschwert toerbc. In der Eisenbahnvorlage ist inzwlschen schriftlicher Bericht erstattet.

Staatspräsident Ulrich stellt fest, daß die Regierung in schwieriger Sage war, da vom Reich erst sehr spät der Vertrag kam. Man habe die Frage in möglichst kurzer Zeft erledigt. Er weist ferner darauf hin, daß auch früher schon mündliche Berichte erstattet wurden.

Abg. Dr. Osann (D. V.-P.) schließt sich den Ausführungen des Abg. Köhler an und erläutert, daß die Finanzausschußmitglieder in der Mehr­zahl nicht unterrichtet waren. Erft nachttäg­lich wurde die Begründung nritgeteilt. Er müsse hiergegen entschieden Verwahrung einlegen, daß aud) andere wichtige Dinge in solcher Weise be­handelt werden.

Nach weiteren Bemerkungen des Abg. Köh­ler, StaaiSmäsident Ulrich, Mbg. Dr. Büch­ner, Abg. Eißnert ist die Angelegenheft er­ledigt. Es folgt dcmn die Beratung der Regie­rungsvorlage bett, die Vereidigung der öffentlichen Beamten.

Abg. Schröder (Zentr.) erstattet den münd­lichen Bericht, in dem er aus führt, daß man in der Tveuegelobung im AussÄiv einen Anstand gefunden habe. Die Mehrheft des Älusschusfes halte die jetzige Eidesfvrrn nicht für bedenklich, da jeder Beamte das Recht habe, jederzeft eine Ab­änderung der Verfassung anzustreben. Im übrigen sei durch den Reichspräsidenten die Norm für den Eid des Reichsbeamten gegeben und festgelegt, so daß man daran nichts mehr ändern könne. Der Andruck Treue der Verasssung decke sich mit dec BezeichnungBeachtung". Eine religiöse Be­teuerung- werde damit nicht festgelegt, sondern sei jedem Beamten frei gestellt.

Abg. Dr. Osann (D. V.-P.) führt aus, von den Beamten werde durch den Eid eine weit er­gehende Verpflichtung, wie sie jeder Privatbeamte habe, nicht verlangt. Man dürfe nicht vergessen, daß gerade die jetzt schon tätigen Beamten dem Gwßherzog einen Treueid geleistet haben: es weide diesen durch den neuen Eid, den sie auf die Reichs- und Landesverfassung leisten, neue Gewissensbeugung gugemutet.

Juftizminister v. Brentano war mit der Regierung auch im Zweifel, ob man einen solchen Eid abverlangen solle, aber nach dem Vorgehen der Reichsregierung liege hierzu keine Veranlassung vor, bi? Bedenken des Abg. Dr. Osann seien nicht berechtigt. Die jetzigen Beamten seien durch den Großherzog von dem früheren Eid entbun­den und ein Gewissenskonflikt könne nicht ent­stehen, zudem der Beamte das Recht habe, die Verfassung zu kritisieren.

Abg. Dr. Diehl (L). V.-P.) ist, auch schon früher Gegner des Beamteneides gewesen und hat sich jahrelang persönlich gegen die eigne Verei­digung gewehrt. Man solle den Beamten in seiner Gesinnung nicht vergewaltigen.

Justizmlnislrr v. Brentano wiederholt, daß ein Vorurteil nicht in Frage komme. Zur Be­ruhigung farm er erklären, daß jeder Beamte das Gelöbnis ruhig ablegen könne. Eine Fest­legung der Gesinnung werde nicht verlangt and die Angst, daß die Geisftichkrit in Gewissenskonflikt gerate, fei nicht berechtigt.

Abg. Kaul (Soz.) ist ebenfalls der Anschau­ung, daß der Eid ebenso wie ixr früher? eigent- "lich überflüssig fei.

Abg. Schreiber (Dem. > weist darauf bin, daß die junge Republik von ihren Beamten den Treueid verlange, es sei verwunderlich, daß jetzt von einer Seite Einwand erhoben werde, die früher glaubte die Treue in Erbpacht zu besitzen. Ter Beamte habe auch Verpflichtungen, und es scheint fast, als ob man von feiten der Gegner eine Masche suche, durch welche die Beamtm zu sdilüpfen suchen. Der Beamte habe die Staatsversasfirng zu beachten. Das WortBeachtung" decke sich nicht mitTreue".

Präsident Dr. Strecker ist auch gegen den Eid, es drehe sich aber darum, mit den jetzigen

Verhältnissen beh Gridissenszwang zu erleichtern, sic dürfen den Weg der Veriaftung nicht ver- laffen. Es fdehe sonst dem Beamten auch frei, in feiner Anschauung sich für die Monarchie zu erklären.

i'lbg. Winzer (D. V.-P.) schlägt eine Aen- berung in der Weise vor, daß der Eid laute: Dtt Beobachtung der Verfassung bei der Aus­übung ihres Amtes. Selbfwersiäiidlich habe der Beamte innerhalb seines Dienstes die Verfassung zu beachten.

, Abg. Lenhart iZentt.): Jeder Eid hat religiösen Charakter und kann deshalb viele Be­amte in einen Gewissenskonflikt bringen.

Abg. Kiel (U.S.P.) spricht sich gegen die Eidesleistung aus, die ein alter Zopf fei.

Abg. Dorsch (H. V.-P.) wundert sich, daß die jetzige Regierung nicht ohne diese oeraltetc Einrichtung aus komme. Bei dem Pflichtbewußtsein der Beamten sei dies doch nicht mehr nötig.

Abg. Köhler (D. V.-P.) empftehlt die An­nahme des Antrages Winzer, da sich viele Be­amte durch die jetzige Form gedrückt fühlen.

Staatspräsident Ulrich erklärt, daß die be­sonderen Wünsche zu der Vorlage in der ange­regten Form infolge der Reichsversassung unzu­lässig seien. Außerdem habe ja jeder Deutsche nach dem § 18 der Verfassung volle Gewissens- fveiheft. Der Beamte habe ja nicht nötig, den Eid zu leisten.

Nach weiteren Bemerkungen des Abg. Dorsch und des Staatspräsidenten wird die Vorlage gegen die Stimme des Unabhängigen K iel angenom­men. Schluß V/4 Uhr. Nächste Sitzung Don­nerstag V-10 Uhr.

ZwölfMilliioncn Marü erhofft t>?r Hessi­sche Finanzmrinster aus der zur Zeft in Aiarnz ftattfinbenben DersteiMrung der Hess. Wein- baubomänen zu lösen. Es ist dies kein Wun­der, wenn man bedenkt, daß für ein Viertel Stücke (300 Liter) des dort gleichfalls zur Berskeigerung kommenden 1916er Oppenheimer Sackttägers der Betrag von 150 000, fdjreibc Lundertfünjzigtau­send Mark, durch die Kommissionäre geschätzt wor­den sind. Tas sind für den Liter 500 Mark. Jedenfalls gehl der größte Teft des edlen Ge­tränkes an das Ausland, das bei der herrschenden Geldentwertung immerhin noch sehr billige Weine trinkt.

Verschvchene dringliche Anttäge haben die Abgg. Dorsch und Fenchel von der Volkskammer eingereicht, in denen sie zunächst dafür eintreten, daß durck die Regierung die Erhöhung des Stallpreises pro Liter Milch von 80 Pf. auf 1 Mark 20 Pf. erhöbt wird. Sie fordern weiter die Erhöhung des Schlachtvieh- Preises von 2 Mk. auf 3 Mk. pro Pfund. In der Begründung wird auf die ungeheuerlichen Preise der Futtermittel und des Milchviehes hin- genriefen, so daß der ßanbroirt bei abgemolkenen Tieren bedeutende Verluste erleidet.

deutsche Nationalversammlung.

Berlin, 11. März.

Präsident Fahrenbach eröffnet die Sitzung um 12 Uhr 15 Minuten.

Die Anleihedenkschrift für das Reich toirb ohne Debatte zur Kenntnis genommen.

Das Gesetz über die Erhebung der Biersteuer wird in allen drei Lesungen debattelos an­genommen.

Es folgt die dritte Beratung des Entwurfes eines Landessteuergefetzes.

Zu 8 2 '(Inanspruchnahme von Steuern durch das Reich schließt die Erhebung gleicharttger Steuern durch die Länder usw. aus) beanttagt Abg. Schneide r-Franken (Bayr. Volksp.) Ablehnung wegen Verfassungswidrrgkeft. Ebenso sei die An­nahme dieses Paragraphen mit einfacher Majori­tät verfassungÄvidrrg.

In den 88 35 witt) bestimmt, daß das Reich seinen Ländern und Gemeinden die Einnahmen aus seinen ©teuetin in der bisherigen L>öhe garan­tiert. Äenderungen in der Höhe der Steuern nach dem 5. März bleiben außer Ansatz.

Unterstaatssekretär Mösle bittet, es bei der Fassung in zweiter Lesung bewenden nt lassen. Eventuell könnte nach dem Antrag der Mehchefts- parteien der 10. März als Stichtag fm Fraga kommen.

Der Antrag der Mehcheftsvarieien (Sttchtag am 10. März) wird angenommen, ebenso ein An­trag Drau n-Franken (Soz.) wonach Aenderungen des garantierten Bettages nur für Ausgaben er­folgen, die das Reich 1919 von den Ländern und Gemeinden übernommen hat.

Der Anttag des Abg. Dr. Becker-Hessen (D. Vpt.) betteffend ungerechtfertigte Aenderungen und bett. Zuschcebung der Beweislasten an den Reichs- finanzminister wird in namentlicher Abstimmung mft 174 gegen 63 Stimmen abgelehnt.

Der Rest des Gesetzes wird im wesentlichen nach den Beschlüssen der zweiten Lesung angenom­men, ebenso in der Gesamtabstimmung.

Sodann wird die dritte Beratung des Entwur­fes eines Reichsernkommensteurrgesetzes zu Ende geführt.

8 23 (Waldnutzungen) wird nach den Beschlüs­sen der zweiten Lesung angenommen.

In der Gesamtabstimmung wird das Gesetz angenommen.

Die Berichte des Ausschusses für Volkswirt­schaft und diejenigen des Ausschusses für soziale Angelegenheiten werden erledigt.

Morgen vvrmfttag 10 Uhr: Anfragen, kleinere Vorlagen.

Schluß nach 3 Uhr.

<fieridv*faaL

X banau, 10. März Das Schwurge­richt Donau hatte sich am Mittwoch mft einem am 18. Nov. v. I. bei Lützelhausen (Kr. Geln­hausen) vorgekommenen Wildererzusammenstoß, wobei der Jagdaufseher Wilhelm Geiger aus G'is- litz erschossen wurde, zu befassen. An diesem Tage hatte sich der 21 Jahre alte Arbeiter Heinrich Tönges aus:.el auf en gemeinsam mit ;w:i ihm befreundeten Arbeitern in den Wald b geben, um zu wildern. Alle drei gingen bis zur bayerischen Grenze, kehrten aber, da ihre Streife ergebnislos war, zurück. Ihr freimroeg führte sie am Rande des Hochwaldes entlang, wobei sie auf den Jagd­aufseher Wilhelm Geiger aus Gcislitz, der im Tienste des Jagdpäckrter Sxpne aus Frankfurt a. M. stand, streßen. Tönges ichoß auf den Geiger und ttaf diesen in die rechte Hüitgegend. Gn'g-r brach schwer vettctzt zusammen, gab einige Not­schüsse ab, die in Lützelhausen gebärt wurden und chm Hilfe brachten. Er wurde in das Kranken-

fcauß nach Gelnhausen gebracht, in dem er am folgenbeit Morgen gestorben ist. Er war fast bis zu feinem Tode bei klarer Besinnung und gab auch dem leitenden Arzte im Krankenhaufe einen klaren Bericht über die Vorgänge Im gleichen Jagdgebiete ist im März v. I der dort zur Jagd weilende Schwiegerwhn des Jagdpächter-.- veyne, der Major Greve, von bisher >rock> nicht ermittelten 23uberent erschossen worixn. Tie Ge schworencn ^bejahten die auf vorsätzliche Tötung lautenden Schuldsragen. Tas Gericht erkannte auf 12 Jahre Zuchthaus wegen vorsätz­licher Tötung und auf 3 Monate Zuchthaus" wegen der anderen Jagdvergehen.

Sport.

D Süddeutscher R uderverb and. Sonntag den 14. März vorm. 9 Uhr findet in Frankfurt a. M. ein außerordentlicher 91 über tag mit wichtiger Tagesordnung statt.

vermirchte».

Berlin, 12. März. Laut einer Meldung des Berliner Tageblattes aus Casablanca sind bei emem ungeheuren Sturm zwei große ameri* konische Dampfer gescheitert. Biele Ma­trosen sind dabei umgekommen.

* Tas verpönte Wort. Tie französifhe ZeftschriftEomoedia" erzählt eine kleine bezeich nenbe Geschichte, die sich bei den Proben zur Neu cinsludierung von Victor HugosHemani" an der Eomädje Frcrnyaise zugetragen hat. Am Ende des vierten Aktes dieses Tramas wird der bis­herige Don Carlos als Start V. Kaiser von Teutsch- land, unb seine Granden die Soldalen grüßen den neuen Herrscher mit dem Ruf:Es lebe Teutsch- land!" Ta Don Carlos nun einmal zum Kaiser von Deutschland und nicht zu dem von China oder der Sahara erwählt worden ist, kann diese Be­grüßung nicht gut anders lauten. Zudem folgt auch gleich ein Reim darauf. Indessen, als bei der Probe die SAlufif^ene daran kam, glänzten die betreffenden SchausMeter durch ein bedeutungs­volles Stillschweigen Man glaubte zunächst, sie hätten ihre Rolle schlecht gelernt, aber dem war nicht so, sondern sie erklärten, daß sie mit voller Absicht geschwiegen hätten, denn man könne es keinem guten Franzosen zumuten, .,es lebe Deutfd^- tand" zu rufen. Es fei eine Schande und Schmach, daß man von ihnen so etwas verlange, und ihr patriotisches Gewissen verbiete es ihnen. Es gelang dem Direktor und den Regisseuren erst nach langer Zeit und nach vielem Zureden, die Leute, die bessere Franzosen als Schauspieler waren, davon Lu überzeugen, daß das Deutschland, dessen Herr­scher Karl V. wurde und das sie hochleben lassen sollten, nichts mehr zu tun habe mit dem Deutsch­land, das nun einmal für die Franzosen ein ver­pöntes Wort ift Im Anschluß an diesen Vorfall fragt das Blatt, ob man nicht, um allen Patrioten einen Gefallen zu tim, nach Möglichkeit überhaupt das WortAllemagne" aus der foanzöftschen Sprache ausmerze und in den Dichtungen durch neutralere Ausdrücke, wieCampagne" ober Montagne" ersetze, ein Verfahren, das ja auch schon in den Lesebüchern der Mädchenschulen nicht unbekannt sei, wo man statt des gefährlichen Wortesamour" lieber vontambour" ober etwas Aehnlichem spreche.

Büchertisch.

Neue Bücherschau Verlag von A. K. Lang, München-Pasing, Mk. 1,50. Soeben erschien Heft 5: Kasimtt Edschmid über neue Prosa, Ro­bert Müller: Hermann Bahr, Start Pfister: Kunst­bücher eds Jahres u. a. Graphik-Reprvdukttonen von Bechstein, Kubin, Slevvgt, Dkarc, Aöenzel u. a.

Der Kleine Roman" (Preis des Heftes 50 Pf., vierteljährlich 6 Mark Verlag H. S. Hermann & Co. in Berlin) bringt in leinet zehnten Nummer die Erzählung:Wie wir einst so glücklich waren!" von Wfthdlm Speyer. Ter Dichter fdxlbert die Liebesgeschichte eines Knaben, der Jüngling wurde, und mischt aus Lokalfarben die Novelle spielt auf einem Landsitz und see­lischem Erlebnis die feinsten Töne. Di; Erzäh­lung ist von Josef Oppenheimer stimmungsvoll illustriert.

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Kirchliche Nachrichten

Israel. Religionsgemeinde. Gottes­dienst in der Synagoge (Süd-Anlage). Samstag d 13. März 1920. Vvrabd. 6.15. NLorg. 9. Pre­digt. Abds. 6.30 u. 7.10 Uhr.

DL, 12. März.

abg

1273,75 1276,25 1218,75 1221,25

1323,75 1326,25 1258,75 1261,25

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399,60

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75,10

565,60

Christiama. . Kopenhagen . Stockholm . . Helstngfors. . Italien.... London. . . . New-Pork. . Paris.....

Schweiz. . . . Spanien . . . Wien (altes) Deutsch-Oesterr Prag.....

Budapest. . . Bulgarien . .

Konstantinopel

400,40

2'5,30

69,10

545,50

Geld Brief 11. März

handel.

Frankfurt a.

Devisenmarkt.

Geld Brief

Datum: Amsterdam»Rotterd. Brüssel-Antwerpen .

1323,50 1326,50 1223,75 1226,25 1248,75 1251,25 1198,75 1201,25 1548,50 1551,50 1448,50 1451,50 ----- 379,10 379,90

10. März 2697,- 2703,- 2472,50 2477,50 604,40 635,60 549,30 550,50

Bekanntmachung!

Ab 1. 3. 20 erhalten im Interesse der Allgemeinheit Katarrh-, Asthma-, tungenkiöenöe die öchrift über die 5?lbstbehandlung der Schleimhäute Kostenlos zugestellt. Interesienten haben ihre genaue Adresse an die Wiesbadener Inhalatoren-Gesellschaft, Wiesbaden, Rheinstr. 34, Abtl. E, sofort einzusenden, da nur eine bestimmte Zahl zur Verteilung Kommt. ***D