Einzelbild herunterladen

Zweiter Blatt

Ur. 292

Siebener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhesfen)

Mn.

ANN

chefabrik

ibereitung ver­

spräche.

tättflTeit fort.

u I uiben Fall Augustin zu sprechen. Wir haben zum i ä rrniährmigSmmister weiter volles Vertrauen und Rl Vi en. daß die gerichtliche Untersuchung völlige

eich (Komm.) begründet dos von den

E Reichsernährirngsminister Hermes.

Ter An.

ftocitc öfsorit-

oirnkxö abend

liche Versammln die Liga jutt t u r. Jin aut <

ischine jeschenk truf isionsarbeit ideutscheArbot iahen bei: IwigslraM

wählt.

x Wieseck, 9.

Es folgt fodmin die.Weiterberatung desHaus- ttCi8 des ErnähnungsNiruiste'. rums.

_ Abg. Dr. Böhme (Dem.) kommt nochmals

: Sckutze der deutschenKul- geheitzten Saale von Braam wird

Lebensmitteln sind wir einverstanden. ES ist aber unflattbaft, wenn die Reich_'aetveibestelle die Aus- fuhr von Hafer begünstigt. Mucker darf auf keinen

Herr Heinz Wendel- ®iefien über den Friedens- Vertrag und seine wirtschaftlichen Folgen sprech n Nach dem Vortvag ist Gelegenheit zu freier Aus-

?er.N

lelfabril itraß* 66, M,* iel Aeterveg ilafzimmett A poltert Ä" Salon um poliert In, Leder eiw. . gchlafilee» und nitarUckte isen!

Dekeratiei«!

A«r Stadt Mttö ftand.

Gießen, den 11. Dez. 1920.

rffaX-S*^

AreiS Lauterbach.

= Angersbach. 10. De». Jnr Wter von 80 Jahren ist der Förster R o d e m e r gestorlren. Er hat vier Jahrzehnte in treuer Pflichterfüllung rm Dienste der Fveiheorlich Riedeselschen Forst-

Hoffe

Wäsche

-lalitäten

i 18.50;

Deckung

fuhr von Hafer begünstigt. Zoll ausgeführt oder »ur wandt .werden, ebenso wie der Verfütterung von Brotgetreide ein Ende bereitet werden muh.

(Berichts!aal.

Diebstähle nn Hanauer BeNeDuntzsamt.

X Hanau, 9. Dez. In dem Hanauer Be­kleidungsamte, das für das 21. ReservoArmee- korps errichtet worden war, sind im Jahre 1917 und 1918 von dort anaestel lten Lager­dienern protze Diebstähle von Kleider-, Futter- und Leinenstofien sowie Äollwaren verübt worden. Im April 1918 konnten mehrere La-erdiener und ihre Frauen in Untersuchungshatt genommen »tytben, für die sich aber bei Eintritt ber Rev»- lution die Türen der Haft wieder öffneten. Tann trat die militärische Amnestie ein, ixe für die be­gangenen Diebstähle Straffreiheit gewährte. Die Lagerdiener erhielten die bet ihnen beschlagnahmten Stoffe zurück! Nun wurde, da eine Verfol­gung wegen der begangenen Diebstähle nicht eii> treten konnte, ein Verfahren wegen gewohnheits­mäßiger Hehlerei gegen drei Lagerdiener und ihre Frauen eingeleitel, das zu einer Berbandlung vor der Strafkammer führte. In dieser Verhandlung wurden auch die begangenen Diebstähle ausgerollt jrnh hnrQrr/m düst bdl SRrfl am t utst

Verwaltung

O S ck l i d, 9. De-. Die hiesige Volks­hochschule setzte gestern übend ihre Vortrags­tätigkeit fort. In der staatsbürgerlichen Reche

Ihri einen Gießener Freund gerichteten Zrtiefe folgendes:

2Bte oft mrine Gedanken während der Kriegs- <i, wo aller Verkehr abgeschnitten war, und dann nb dem schmählichen Zusammenbruch bei den ^runden in der alten Heimat weilten, können Sie

** Option für Deuts ch-Oester- reich! Wic uns vom Bund der Deutsch-Oester reicher für Mitteldeutschland E. V., Sitz L^ank furt a. M., mitgeteilt nnd>, steht allen Staats­angehörigen der früheren Oesterreich-Unganscheu Monarchie das Recht zu, laut Artikel 80 des Staatsvertrages von St. Germain, bis zum 15. Jan. 1921 für Deutsch-Oesterreich zu optieren. Alle diejenigen Personen, die von diesem Recht Gebrauch machen wollen, das 18. Lebensjahr über­schritten haben, deutscher Abstammung und deut­scher Zunge sind und deren Heimattgi meinde sich auf dem Gebiete dec Nachfolgeswaten sich befindet, wollen ihr Gesuch sobald als möglich beim ört.ich zuständigen Konsulat unter Denüguirn wn^ Ge­burt s- und Heimatsschein, Schulzeubuisien, Trau­schein ober Familienstammbuch ein reichen Von der im Friedensvertrag vorgesehenen Verlegung des Wohnsitzes nach Cefterreub wird in der Regel bei stichhaltigen Gründeii Nachsicht erteilt, um welche in den Optionsgesuchen gleichjeitig angefuchl wer­den kann. Die Optionsgesuche sind gebühren- unb stempelfrei. Nähere Aujvärungen erfolgen durch den Bund der DeutschO)esterreich?r in der am Sonntag vormittag 10 Uhr ftottiinbenben Ver­sammlung im Eisenbahn-Hotel Hopelb.

** Der Oberhefsischc Kunstverein veranstaltet eine ordentliche Mitglieder-Bersomm- lintg Dienstag ben 21. Dez. Siebe Anjeisenteil.

** Der VereinGießener Kunst­freunde" eröffnet die Reihe seiner Vercmstal- ttnwen in diesem Winter mit einem Vortrag -mit Lichtbildern des Dlarburger Kmisthiitorikers Rich. Hamann über:Kunst u n d Kultur der Gegenwart". Sxnnann hat sich besonders eiit- gehend mit den fragen der Kunstpolitik beschaf- ligt, die gerade in Hessen weitere Kreise bewegen. Um allen den wichtigen Vortrag -ugänglich zu machen, ist die Teilnahme für jedermann frei. Beginn 81/« Uhr pünktlich am 16. Dezember in der neuen Aula.

Volkskirchliche Arbeitsgemein­schaft. Kürzlich hielt Pfarrer Sattler aus Wiese cf im Antrag derVolks kirch­lichen Arbertsgemernscha ft" im Ntorkus- saal in Gießen einen Vortrag über dieM11 - arbeit der Laien am kirchiichen Le- b c n". In interessanten Ausführungen zeigte her Vortragende, z. T. aus persönlichen Erscch-rungen und Erlebnissen heraus, wie das kirchliche Jnter- cf|e gesteigert und das kirchlich-religiöse Leben ge­hoben werden kann durch weitgehende Heranziehung der Gem«nrdemitgl»Ä>er. möbel andere auch der Ju­gend. An der lebhaften Besprechung beteiligten sich außer Landgerichtsrat Neuenhagen, der die Versammlung leitete, die Herren Pfarrer Becks- t o l S h e i m e r, Pros. Hepding , Glasermeister hieran, stud. theol. Müller und Prof. W e i ß- g e r b e r.

** D i e Warenausgabetabelle des Stadt. Labensmittelamts ist im Anzeigenteil unserer heutigen Nummer veröffentlicht. Die ©tobt verausgabt eine Weihnachts-Zucker zutage von ein Pfund.

Landkreis Siesten.

F. Lollar, 10. Dez. In der Genrerndcrnts- sitzung bemt 9 Dezember wurde für das verstor­bene BorstandSmll^Üeb Balth. Römer Mühlenbe­sitzer Heinrich Christ eingeführt und varpslichtrt. Der Sportplatz (Festwiese) ist nicht geeignet. Es sott rm Distrikt Boden ein anderer ongdagt werben. Die Erhebung einer Vergnügungssteuer .rnirbe be­schlossen. Die Geinein de Hundesteuer wird von 2,50 auf 10 Mark erhöht. In Beisitzern des Wohmmgs- anrteS wurde für die verstorbenen Mitglieder Balth. Römer und Ludw. Moos Lud.vig Rohrbach VII. für die Vermieter und Karl Hitz für Mieter ge­

führte unser SBÜDgermeifter Dr. Niepoth seine rechtsgeschichtlllchen Borlesungen weiter, indem er in äußerst fesselnder Dars^limg ÜberSteuern rm alten und neuen Deutschl«rt/' sprach Aus Amerika, wohin er im Jahre 1871 mrsgewandert war, ist zu dauerndem Aufenthalt unser Lands­mann Ehr. Saarn purückgetrhrt Er hat in 20ne- rrfa m einflußreichen Stetten gefamben unb trotz mancher Anfeindung während deS Krieges das Deutschtum energisch verteidigt Bor seiner Abreise hat er beim Hilfsfonds in Pittsbura für bedürftige hiesige Witwen noch eine crnsehnliou WeihnachlS- spenoe in Form von Lebensrnitteln erwirkt. Die Notspende für .die Angestellten der Inneren Mission in Hessen hat bis letzt nahezu 4000 Mk. eingebracht.

= Pfordt, 10. Dez. Anstelle des verstor­benen Beigeordneten Kaspar Nitz wurde der Land­wirt Leonhard Siebert mit 60 Stimmen friim Beigeordneten gewählt: der GegcrckaudÜ>at Johannes Ritz erhielt mir 13 Stimmen.

W bekennen, ob fie miß ihrer in Kastel geäußerten Entrüstung gegen ben Ernährun^ninister bie Stirn* seguenzin ziehen wollen. Freunde bat der Er- nahrungsmnister sich nur bei den Landwirten er­worben, denen er die Hände tret gemacht bat. Tas Proletariat wird die Vrckullron reytbi. An dieser ganAn verbrecherisä>?n ErnäbrunaSpolint trägt der NeicksiA»« mit bie Haupisckmid Ter Mi­nister will für Getreide unb Milch angeblich die Zwangswirtschaft beibehalten. DaS ist aber nütt der Fall, denn durch leine Zattralisationsmatz- nahmen Ixrt er reden Zwang |eSxi"t durchbrochen. Heber 33 000 Verordnungen sind während des Krieges erlassen worden, im vollen Bewußtsem, daß sie doch iTlemaud halten tum. Tie Ver­brechen Der Landwirtschaft an den Pranger zu stellen, ist unsere berbammte Pflicht und Schul­digkeit. (Protest und Jwischenru! des Abgeordneten Bruhn.) Tie wahren Scktuld.gni st.id die Groß­agrarier, deren Vertreter h.cr aus der Rechten sitzen. Die Rechtsiozialisten l-oben den Arbeiten, faß Kontrollrecht genommen. Sie tragen somit die Schuld an der Ohnmaclst des Bolles in der Emährungsfrage.

Reichsminister Tr. Hermes: Die Preste der Linken hat bislang die Berichtigung des Ernah- rungsmmisterrums niemals verösientlicht, sonst hätten sich viele Behauptungen des Vorredners von vornherein als falsch erwiesen. Das triflt ür den Fall Fürst gatmi so zu wie für den Fall Schween. Tie Vorwürfe sind in beiden Fällen als hinfällig erwiesen worden. Datz an der Zwangs­wirtschaft auf einzelnen Gebieten festgehalten wer­den must, darauf beharre ich. Wenn aber der Linken an einer Beseitigung der noch bestehenden Mängel gelegen ist, sollte sie mich in der Durch- fühnmg der gesetzlielron Mittei unterstützen.

Preust. Landwirtschastsminister Braun scbil bett die Sck>wierigkerten, bie einer raschen Förde­rung des SiedelungswesenS entgegensbehen und verweist namentlich auf die Kosdsn der Stcllen- »erwertung. P reutzen habe im Bor jähre 4938 An- iedler auf festen Sdellen unterg«bracht, eine Leistung, die trotz der Ungunst der Verhältnisse bedeutend genannt werden müse.

Abg. Ger au er (Dayr. Vpt.) nimmt die Landwirte in Schutz gegen die Borwürse des Abg. Reich Tausende von Zentnern Kartoffeln haben die bayerischen Landwirte kostanlos geliefert. Die Icrndwirtschw'tlichen Preise waren und find noch heute die niämgftrn der ganzen Welt. Ich glaube, daß Bauer und Arbeiter zusammen die Produktion soweit fördern Ohmen, dast die BolkSemährung gesichert wird. Die Entwicklung mutz aber von innen kommen. Wir brauchen mehr wahres Christentum und mehr nationalen Geist.

Aba Riedmüller (©.): Tie Erklärungen des Munsters können uns nicht genügen Kein Wunder, dast die Unabhängigen vie Einsetzung eines Unterfuchmi«s«liSscmifseS fegen den Ernäh- nrngsrninisler beanwagt haben Wir werden dem Antrag -ustimmen Jedenfalls handelt der Mi­nister nicht konfeguent Glaubt er, dast die Zwangs­wirtschaft sich überlebt hat, must er sie auch überall aufheben Wann hier wieder beute beton! amrbe, wir hätten jetzt eine viel beffene Ernährung als im Vonahre, so verweise ich auf bie Milch- und Fleischnot. A!uch die .Eartoffelprelse sind viel zo, hoch. Mit der Erleichteruns der Einfuhr von

** Schlafwagenplätze in Nacht­schnellzügen Nachdem es dnrch die Ein­legung neuer Nachtschiwiltzüge nvöglick grtmrrben ist, die Zahl der Schlafwagen auf den Haupwertebrs- st rasten erheblich zu vermehren, kann ber Nach­frage nach Bettplätzen int weiteren Umfange ait- sprochcn werden Es wird deshalb d« Uebertassung eines Bettes nicht mehr van dem NoclHoeis der Dringlichkeit der Reife und der Nokwent>tg»eit der Schlafwagenberrutzung abhängig macht. Ebenso nnrö darauf »Trzichtet, daß lut) der Schlluwagen- reisende während der Fahrt durch Renepaß oder dergleichen über seine Per an auswrist, wenn auch an der Ausstellung b$r Bettkarte auf den Namen nichts geänderi wird. Austerdent ist die Vorbestell­frist für Dettplatzbestellungeii von 3 axf 7 Tage erweitert Das biSber vielfach geübte Verfahren, Bettplätze durch Mittelborsonen su bestellen, hat «4>«. ai eia; tjcummj vegrunoer oas oim wn I nach diesen Erl »tchtaari Igcn j e de BevkchLigUNS ver- ^nmunisten emgabvachte Mißtrwicnsvotum gegen loren, zumal die unmittelbare Be,.I.ung vei Dm Ter An- amtlichen Stellen eine bllUgere mrö ichv-llere Er-

lal soll die MehrhellZsozialistal zwmgen, Farbe ledigmrg

Dom vötterbunde.

Man schreibt uns aus unserem L-eser- ! ^Die Frage nach der weltpolitischen Be r beutung des Völkerbundes und nach I bem Einflüsse- den er auf die Geschicke | ^utschlands ru üben berufen ist, beschäftigt I ^rade in diesen Tagen aufs lebhafteste die U-r-entliche Meinung. Unter diesen Umstünden Mürste es manchem willkommen sein, aus ®:-5n ^!flnbe des geistigen Vaters des Bölker- U:undsgedankens über die unter unseren cttscli-amerikanischen Landsleuten herrschen- m Auffassungen vom Werte und eigentlichen üinne des Völkerbunds eine Stimme zu her- rchmen. Einer der bekanntesten deutsch- vFrikanischen Universitäts - Professoren chreibt in einem vom 23. November d. I.

Dcuifc^cr rreielistttg.

Berlin, 10. Dez. 1920.

Ms erster Punkt der TageSordnimg werden fragen vor fast völlig leerem Hause erledigt.

Auf eine Anfrage des Abg. Luther wegen rrctfcflid'cr Verhaftung von 25 Mitgliedern

Sportvereins von 1911 in Köpenick unter Or- s'chverdaclst wird regierungsseitig er.vidert, die kkrhafMng sei nicht durch die Kriminalpolizei Beim Polizeipräsidenten von Berlin feien itteilimoen eingelaufen, dast sich unter dem men von Sportvereinen ein militärischer Ver- kib gebildet habe, der der Orgesch angeschlosfen E. Ermittelungen hätten ergeben, dast ehemalige itfreiwillige des Zeilftei.willigen-Regimcnts c.6 firi> in versclnedenen Sporkr^remen zusam-- vrgeschlossen hätten, ohne irgendwelchen Sport li treiben. Gleichzeitig seien dem Polizeipräsi- ritien Mschristen von Regimentsbefehlen zur k-rmtnis gebracht worden, die auf eine militärische Lreanifaton dieser Vereine schließen Heben. In- t'aMen habe ter zuständige Krmrinalkommiisar tii HilfsbemMer der Staatsawvaltschaft eine Un- 1 tch>chimg vornehmen lassen. Dabei seien 15 'Per- 1 tnm, inckst 2.5, -ur Vernehmung nach dem Ber- | ritr Pol^eipräsidiimi gebracht, nicht aber ver- t miet, vielmehr nach der Vernehmung 'roieber ent- i c!ßm worden.

Auf ehre Anfrage des Abg. Dr. .Rosenfeld :t®en des Ergebnisses der Besprechung des baye- -fdien Arinifterpräsidenten v. Kahr mit General :teilet, dem Vertreter der EMente, wird regie- ungdfettig auf die heute veröffentliche Note an kn General Rollet verwiesen.

irfiänmg schaffm wird. Die Verbilligung der ^iBimemittel ist eine zwingende Notwendigkeit.

sozialdemokratische ÄntraI auf Verstaatlichung Düngemittelsabrilation erscheint uns unbrauch- 'in. Dagegen smd wir mit dem Antrag Arnstadt Werstanden, ben Landwirten billigere Dünge- nitd entfpredxnb ihren Ablieferungen von Vrot- itrteibc, Gerste und Hafer zu entsprechend niedri- item Preisen zur Vertilgung M stellen, desgleichen -0 billige Futtermittel. Wo doch selbst die im tDchischen Landwirtschaftsministerium jhittge» »Ute Konferenz von Sachverständigen der Sozial- 'taofratie bie allgemeine Aushebung der Zwangs- »rschast mit Ausnahme von Brotgetreide und «ich verlangte, ist es um so bedauerlicher, dast ^5 auch von sozialdemokratischer Seite wieder der Zwangswirtschaft gerufen wird. Bei den «rtvffeln hat lich jedenfalls gezeigt, daß ber freie W>el im allgemeinen bie Verteilung besser be- t'tz hat, als die Zwangswirtschaft. Mit einer Kniffen Bevorzugung der Brauereien sind wir Dverstaudrti. Wir lassen es an Mahnungen an ! ^Landwirtschaft nicht fehlen. Der Kohlenmangel tLt bie Schuld, dast der Ausdrusch nicht ftüh I isnig erfolgen konnte. Zur Ausfülnmng von Kulti- ^ungsarbeiten müssen die Arbeitslosen mit ! *r:mgezogen werden. Die Siedelungssrage wird I J iögemb behandelt, die Anliegersiedelungen durch i «nu&en geradezu verschleppt. Der Rednec schließt - ip einem Protest gegen die Unmenschlichkeit der outbabliefenmg, welche die Entente von uns

Reichsernährungsminister Dr. HermeS: Iw Falle Augustin habe ich den Brres, dellen To tum gefälscht fein soll, dem Kabinett vorgelegt, das ausdrücklich bezeugt, Latz von einer Fälschvmg kerne Rede fein tonn. Ich wiederhole auch dast b<e)er Brief dem Herrn Staatssekretär am II. Mn nicht vorgelegen hat und auch nicht Gegenstand einer Beratung gebildet hat. Herr Augustin ist nicht von mir, fandern bom Minister Schmidt -uw Mmistertalrat ernannt worden unb hrt von mir überhaupt lerne Rangerhöhung erfahr en. Ich habe <ru<h selbst über ben Fall mit dem preußischen Lcmdwirtschastsministrr Bv-um gespaxben. 28crum legt man )o starken Wert auf W Bet-nung bei äufeerlwten Datums? Mir sbcht der Jnlalt des Brieses höher. Tie gerichtliche Untersuchung nnrb ja hoffentlich endgültige Garheit scimften. Drs Kccknnett ist bereit, Mittel arnyitertem zu enter Verbilligung des Fleisches. Die Kartvftelerzengung öst bei weitem aünstiger gewesen als unter der Zwurngswtrtschaft.

Abg. Diez (Ztr.): Tie gesteigerte Produk­tion ist die Borbedingung der Preissenkung.

Um 6Uhr macht Bizepräsident Bell darauf aufmerksam, dast noch acht Redner gtme&et lettm. (Bewegung.) Die Vorsitzenden der Fraktionen mochten den Rednern möglichst schonend nahe­legen, daß ihre Reden trotz der Bedeutung aller Parlamentsreben ooch nicht die Tmährungslage bestem könnten. Die Gei'chärislage erfordere aller­dings, daß ber Haushalt des ErnShrungSmimste- riumS erledigt werde.

Nachdem sodann noch .Abg. Bach meier (Bayr. Bauernbund) gesprochen, wird ein 23er- tagnngsanlvag Schiele angenommen.

' Dienstag, mittag 1 Uhr: Anfragen, Inter­pellationen imb Weiterberatung des Etats.

ScU^st 6V2 Ubt.

t gewiß vorstellen. Vielleicht ist es noch schreck- der, das Furckstbare in der Form zu erleben, 1 jede Regung der Sympathie als Staatsverbve-- lyn ausgelegt und mit unerhörter S&rutaHtät ge- j ibrbet wurde. Unb wie mir, so ging es mit ge- 1 -gen Ausnahmen dem gesamten Deutschtum hier, Md die dopp lie Tragik der Lage durchwsten mit fite, über man hätte das Schlimmste der grausamen | terfülgimg, ber jeder Deutsche, selbst der längst L uturalifierte 23ücger, ausgesetzt war, noch i-ne ertragen, wäre uns das scknnachvolle Ende er» Tart geblieben. Es ist schwer, nach allem, was über ic Einzell)eiten dieses Endes, bie jämmerlich.' Re- Elution ... bekannt geworden ist, den Glau- | Kn an fern Voll nicht zu verlieren. Für immer ie- Ifccfi wird es uns ein Rätsel bleiben, wie selbst s v.i5ere und kluge Männer den gleißnerischen 23er- i ?«chungen eines notorischen Lügners und Heuch- I trauen und sich enAoaffnen, ja ihren höchsten ; :ationnlen Besitz von sich werfen konnten, um dem j Dämon der List" willig zu werden! Wie selbst B fas ameritanifdye Volk über diesen Menschen heute i ruft, bat bie letzte Präsidentenwahl bver gezeigt. - tH Krone deutscher Dummheit unb deutschen [ ibelvuns erscheint es uns fchlietzlich-, wenn tpo r.fte Ihreije drüben ami die Ausnahme in den tn- 1 wen Völkerbund, d. h. in die teuflisch organisierte ?lliverei förmlich betteln! Welch herzerhebendkr ZiMirf dagegen das topfe« Irland Und das trotz- f-drnbe Rußland?"

Möchten die ernsten Wartmngen un- tA tapferen amerikanischen Freunves ^»t alaubseligem deutschem Micheltum, dessen erftieflencr Idealismus bereits so grausame iiittäuschungen erlitten hat, in recht weiten halfen Beachtung finden!

^defwarefl derneHand- mentascheo» arettenM n, Akt» jmltornisttf- Dort

ke, Fd* schlägef tf»

,ed6rfglt

Samstag, Ist. Dezember 1920

feinen Riefenvorräten eine richtige Kontrolle nicht ausgeübt werden konMe, da angeblich Mangel an Beamten vorhanden war Die Strafkammer tonnte nicht zu der Uebeneugung gelangen, dast geroobn* heitsmästige Hehlerei vorlag, infolgebefien das Verfahren eingestellt wurde Die began­genen Diebstähle fielen unter die militänftbe Am­nestie. Zwei Frauen von an genagten Lagerdienern wurden wegen Hehlerei zu vier Monaten und drei Wochen Gesänancs verurtellt. TaS Gericht be­dauerte, dast Derartige umfangreiche Diebstähle straflos bleiben müssen. Hierfür sei aber der Ge­setzgeber verantnwrtlich

e

(1 Marburg, 9. Tez. Die Zusammen- flöhe zwischen Studenten unb VI r b e 1 * lern, die im Jult hier rm Anschlutz an dre Prvtestverstnnmlimgen der Studemeuscha^t unb des Spartakusbundes aut dem Marktplätze imb in den angrcii5cnben Stratzen stattjaichen, hatten heute ein gertchtllct»ks Nachsprel. Ein bet dem ar osten Um­züge beteiligtet etubent war aTrtzettaai, eiunt Kriminalbeamten, der die au| die Studenten etn- bringcube Menge zurückhrelt, mit einem Stock Mu­tig geschlagen zu l«ben. Ta sich feine Täterschafd nicht nachweifen liest und die Zeugenauslagen aus- einandergmgen, mußte Freisprechung eriolgcn.

Schöffengericht.

Giesteu, 7. Tez 1920. '

Eine Putzfrau von hier war angellagt, ixt einem Casö, in dem fie bedrenstet mar, etnen ver­silberten Teebecher entwendet zu haben. Sie be­hauptete, ihn von der Wchin erhalten zu haben. Ta ihr das Gegenteil nicht nachgewiefen werde« konnte, erhielt sie wegen Helsterei mit Rückiichl auf ihre Vorstrafen eine Gefängnis strafe von einer Woche.

Ein Arbeiter und fein Sohn auö (Sieben wurden von einem Feldschützen dabei betroffen, wie sie von einem zum Hardthof gehörigen Äcker mehr als 2 Zentner Dickwurz im Werte poiv mindestens 28 Mk. entwendeten. Der Arbeiter er«1 hielt 1 Tag Gefar-sniS, fein Söhn die Strafe des geridtlicben Berweifes.

Gegen einen Bergmann cruS der Bieden­kopfer Gegend mar em Strafbefehl von über 60 Mk. erlaffen worden, weit er unbefugt Rom gehamstert hatte. Sein Einspruch hatte Erfolg, da die Strafe mit Rücksicht auf feine Nollrge auf 20 Mk. herabgesetzt wurde. Dazu kommt -illcr- dingS noch der Verlust, der ihm durch die ent- f chädigungslose Beschlagnahme des stvrns entstcochen ist.

Vor mehreren Wochen waren eine Frau und bereit Schwester aus Giesten zu 2 Wochen Ge­fängnis verurteilt worden, well fie an vergangenen Sommer auf dem Schliefpl0 tz des Ver­eins für HundesPort dochier eine treppe abgerissen und zu Brennholz zerkleinert hatten. Heute erhielt eine Genossin von ihnen, dte m der früheren Verhandlung nicht erschienen war und deshalb heute Dorgtführt wurde, dieselbe Strafe.

Tie Verband kirn g gegen einen früheren Reichswehr soldaten wegen Unterschlagung muhte vertagt werden, während 7 Privalllagen durch Vergleich ihre Erledigung fanirn.

Ein Landw 1 r» und Tagelöhner aus Staufenberg echielt wegen HolzfrevelS eine Geldstrafe von 15 Mk.

Im vorigen Jahr gab eS eine ganze Anzahl von gewissenlosen Burschen, die als sa liche Einzelheimkehrer aus französischer Kriegsgefangenschaft von Lager zu Higer reisten inw sich bie Gefangenen-Gebühr- Nisse in Höhe von 500 Mk. ersckpvtndelten. TaS Reich wurde hierdurch um viele Millionen ge­schädigt. Zu diesen Spitzbuben gehört auch ein arbeitsscheuer, vielfach vorbestrafter Tagelöhner auS dem Kreis Saarbrücken, der im hiesigen Durchgangslager eine Gastrolle gab. Auf bie Frage nach seinem Tun und Treiben während des ftricgeS gab er in der heutigen Verhandlung ixe zynische Antwort: ,^mmet, Wenns an bie Front gehen sollte, war ich verschwunden.^ Er must seinen Betrug mit 4 Monaten Ge­fängnis&m.

Trotz des bestehenden Verbots ist ein Land­wirt von R 0 dheim mit seinem Kuhfuhrwerk tn den totpen der Maul- und ICfauenleudK gebil­deten Sperrbezirk H e uche thelm gefahren. Etz erhält dafür eine Geldstrafe von 40 Mk.

Wegen Verletzung ihrer Unterhalt-.» pflicht erhalten cm Schlosser von hier eine Geldstrafe von 30 Mt. unb seine m Bad-Rauheinr bedienstete Tochter eine solche von 10 Mk. Tic Tochter, die minder]"ä8>ng ist und bi- zum Aprll. ohne Verdienst und im Haushalt der lÄtern war, hat etn uneheliches Kind, das aus Kosten der Armenverwaltung ber Stadt Gietzeir untergebracht ist. To der angebliche Vater beS Kindes seine Vaterschaft bestreitet, trifft bie Unter­haltspflicht die Mutter des Kindes, unb für die Zeit, wo diese verdienstlos war, die Grotzeltern. Lbwohl der Großvater und die Mutter des KmdeS nach ihrem Verdienst m der Lage sind, wenig­stens emen Beitrag »u den Unterhalts tosten zu -ahlen, hoben sie dies nicht getan. Sie gehen dabei von der irrigen Annahme aus, datz nur der Teil ihres Einkommens für das $rtnb zu verwenden sei, der nach Bestreitung chres eigenen Unterhalts übrig bleibe. Tas Gesetz schreibt sedoch vor, datz alle vorhandenen Mittel für Aftern und Kinder gleich zu verwenden sind. T«e Angeklagten mußten deshalb m Strafe genommen werden.

Ein junger Weißbinder von hier hat einem hiesigen Tagelöhner bei einem Streit mit dem Messer einen Stich in das Gesicht versetzt. Lediglich mit Rücksicht aus feine Ju­gend unb ferne bisherige llnbestrafcheit kommt er mit einer Gefängnisstrafe von 2 Mo­naten davon.

Ende 1919 betrieb emMetzger aus! Katzen- turt gemeinsam mit einem von dort stammenden unb rn Bad-Nauheim wohnenden Kauf­mann emen umfangreichen Schiebe r- handel mit Roh- und Schn irr-Tabaken aus dem besetzten Gebiec nach Gießen. Ta die Versendung mit der Bahn zu gefährlich schien, weil eine solche Sendung in Betzdorf beschlagnahmt worden war, verich ctte man Den oerfdfobenen Tabak in Postpaketen von verschiedenen Teckadrefsen tn Gietzen. Ber einer Haussuchmig wurden bei dem Sckjwiegervater ves erwäbnte.i llausmamis, einem hiesigen DcIn Händler, 20 Pakete mit zusammen 5 Zentner Ta­bak vorgefunden. Ter Metzger und der Kaunnann erhielten wegen unerlaubten Tabakhanc dels eine Geldstrafe von je 4000 während der Ort-Ludier wegerr Beihilfe an/