Drittes Blatt
flt. 292
Samstag, ft. Dezember 1920
Siebener Anzeiger (General-Anzeiger für Tberheffen)
unterer
Vorsitzender der Gießener Studentenschaft.
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berichtigt werden darf.
Fortsetzimg 57.
Nachdruck verboten.)
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so tue ich es, weil er einer der heften Partei ist."
Mit vorzüglicher Hochachtung
I. Fr. Zimmer,
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M dürfen, denn
1. Ich wollte behmben, botz es nicht angenehm war, bei der akademischen Gedächtnisfeier für die Gefallenen die politische Frage des
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vieKalkner aufLinöenhöhe
Roman von Reinhold Ortmann.
aber ging nicht im Leiclrenzuge. (fcr stand unter den anderen Zuschauern abseits zwischen den Gräbern. Und rnnm er seiner Umgebung irgend welche Beachtung schenkte, so formte es ihm unmöglich entgehen, daß er für sie ein Gegenstand besonderer Aufmerksackkeit war. Allerdings drängte man sich nicht an ihn heran: vier eher gewann es den Anschein, als sei hton bestrebt, in einem gewissen Ab- stand von ihm zu bleiben. Nur ein großgewachsener, stattlicher Herr, den niemand kannte, war dicht an lerne Seite getreten und folgte gleick iljm, ohne nach rechts oder links zu blicken, den Vorgängen an der Gruft. Tie beiden waren ei na nix r wohl fremd: denn es nnnbe kein Wort zwischen ihnen gewechselt, und die seelische Ergriffenheit prägte sich auf 'sehr verschiedene Art in ihren Gesichtern auS. Während GermeringL sonst so offene und heitere Züge heute düster überschattet und zu steinerner Unbeweglichkeit erstarrt schienen, arbeitete und zuckle es unablässig fn dem ebenfalls noch jugendlichen Antlitz des andern. Auch seine breiten Schultern erbebten zuweilen wie in verhaltenem Schluchzen, und wiederholt bedeckte er sekundenlang seine Augen mit der Hand.
Die Rede des GeiMichen war nicht lang.
hatte es bei der Tragik des Falles nicht schwer, an die>Herzen der Trauernden zu rühren, und nur den Neugierigen bereitete er eine Enttäuschung dadurch, dap, er von der Boraustetzung emes natürlichen Hmsä?eidens der Gnttchlafenen aisging und des gerichtlichen Eingreifens mit keinem Worte Erwähnung tat. Aber als er geendet hatte und bi» „Amen" des Gebetes verhallt war, ereignete sich noch etwas, das die nach Erregung lüsternen auf ihre Rechnung kommen lieft.
(Fortsetzung folflt)
ländischer Gesinnung auch nur anbentimgdrotifc Prof. A. Messer.
einig sind.
2. Seinem Hinweis darauf, daß die politische Frage des Völkerbundes auch eine „vaterländische" sei, stimme jch gern bei. Da es sich nämlich in der Politik um das'Geschick des Bater- landes handelt, so sind im Grunde alle politische Fragim auch vaterländis<l)L. Gerade darum erscheint es mir aucki als völlig unKulässig^ im politischen Kampf der Neigung nachzugeben, die vaterländische Gesinnung des politischen Gegners cnizuzweifeln.
3. Aus diesem Grunde hoffe ich mich mit Herrn Schian endlich Darin einig, daß nrdmairttX'txm denen, die den Glauben an die Verwirklichung eines echten Völkerbundes festhalten — seien es Lebende oder Gefallene — deshalb eines Mangels an vater-
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Offener Brief an den präfiöenten der (jßöesamtes für öas- Büöunasroefen in heßen, Herrn Dr. Strecker.
Herr Präsident!
Sie haben in der Sitzung der Volkskammer s—in 1. Dezember erklärt: „Als Parteiodvvkat I-7N man alle Anlässe benutzen, um Parteiintern fssen zu vertreten, aber als Pädagoge hat man die x flicht, Toleranz zu üben und versöhnend i*i wirken " Diese Auffassung von Ihrer Pflicht fitat Sie später noch unterstrichen. Am 3. Te- imber haben Sie gesagt: „Ich habe die Auf- »4be, die Interessen der Wissenschaft ^u schützen: i-C habe die Aufgabe, die Interessen des kslkes und des Landes zu schützen."
Wie Sic diese, Ihre Pflicht auffassen, davon litai Sie in Ihrer bisherigen Amtstätigkeit genug toben abgegeben. Ich lasse hier Ihren Streit mit sch Senaten der Hochschulen, mit dem Oberlehrer- t^etn und den anderen Akademikerverbänden, mit S vrm Pwf. Schian unberücksichtigt und besch:änke r tf) auf einige Aeufterungen über die Stute n t e n s ch a s t, die Sie an hervorragender Stelle r^an haben:
„Unter der Sttärentenschaft werde in uw ilhö rte r Weise gewühlt" (26.11. 20).
„Die Universität soll ein Gesarntspiegelbild rl!er im Volke vorhandenen Strömungen werden, eie wissen, daft an unseren Universitäten weite schichten unseres Volkes noch nicht rertreten sind. Es muß anders werden." (3. 12.20J
„Dir werden dafür zu sorgen haben, daft wir iffne Aufstiegsmöglichkeiten schaffen für die Jn- IIligen8>en aus itnserem Volk, baß wir nicht nur
men des Amtsrichters ihm auch den letzten Zweifel nehmen müssen.
Um bte sechste Mittagsstunde des folgenden Tages war halb Tiefenbrunn auf den deinen, und Scharen von Neugierigen strebten dem schöngelege- nen mit reichem, alten Baumbestand geschmückten Fnedhofe zu. Der ternpelarttge Aufbau des Falk- nerscheu Familiengrabes war mit Blattpflanzen und blühenden Gewachsen prächtig geschmückt, und der Sarg, der unter den ergreifenden Klängen des Ehopinschen Tvauermorsc^s zur Gruft getragen wurde, verschraub vollstandg unter der Iülle von Kränzen und Blumen, bte ihn bedeckten. Durch eine dicht GLdrängte Gaste von Gaffern schritten die Flrmttier'wigcckörfaen der Verstorbenen an der Spitze eines zahlreichen Gefolges von Leidtragenden hinter ihm drein.
Das gröftte Aufsehen erregte dabet das Er- schemen Bernhard Falkners, von dem alle Welt angenommen hatte, daft er tottrank bemteberhege. Jeden Beistand ablehnend war er aus dem Wogen gefhegai, und wenn er sich jetzt auch auf einen Stock und auf den "Arm fernes Sohnes Achim stützte, hielt er sich doch hoch aufgerichtet, so daft ferne Reckengestalt fast um Haupteslänge über die Menge der Neugierigen aufragte. Er hatte keineswegs das Ausfehen eines schwer Leidenden, und etn Uneingeweihter würde vier eher den müde imb bleich daherschreitenden jungen Maler für den Krönten gehalten haben. Bon lang wallenden schwarzen Schleiern umhüllt folgten Gerda und Erika, nebst dem Geistlichen die beiden Männer. 9tach dem jüngeren Sohne aber schauten bte Wift- begiertgen rm Publikum vergebens «rs.
Der Sanitätsrat Barenchrn hinkte an der Sette des Bürgermeisters, und er hätte kaum betrübter
Der Verfasser muh nichtsdestoweniger irgend einen Anl«lt für seine schlecht verhüllte Verdach- tiqung gehabt haben. Wenn er sich auf irgendwelche Ergebnisse der Sektion stützen sollte, ist also ihm gegenüber daS Geheimnis nicht so streng gewahtt worden wie gegen mich"
„Ich nehme an. Herr Doktor, daft Ihre Worte keine der an der Amtshandlung beteiligten Personen eines Bruches der ihnen auferiegten Verschwiegenheit beschuldigen sollen Woher der Berichterstatter seine vermeintliche Kenntnis hat, rann ich nickt wissen. Wenn Sie sich durch ihn ui Ihrer Ehre verletzt fühlen sollten, steht Ihnen der Weg der Beleidigungsklage offen."
Germering erhob sich ES foftrfe ihn Mühe, seine Erregung zu meistern.
Man hat, wie es scheint, einen Grund, mich wenig wohlwollend zu behandeln. Wer es würde wohl vergebliches Bemühen fein, diesen Grund zu kann Ihnen zuliebe nicht von den Vorschriften abweichen, die meine Worte unb meine SSanbhntgen bestimmen müllen, eeien Sie versichert daß in dem vorliegenden Fall durchaus mick Recht und Gerechtigkeit verfahren werden rrnri). Ich denke, das sollte zu Ihrer Beruhigung genugm. Deren bedarf es
nicht, Herr Amtsrichter; denn ich hniftte man. wodurch ich mich beunruhigt fühlen sollte sch ein Fnteresfe an der Sache habe, ist doch wohl ÜCr' (5bertt) hielt eine Antwort für überflüssig. Kühl abgewogen wie der (Empfang war auch die Verab- schiedung, und wenn Germering vorher noch tm Ungewissen darüber gewesen wäre, taft dmttei nxe eine Wetterwolke der Schatten emes Mißtrauens I über ihm schwebte, so hatte das veränderte Beneh-
dentenschast zu erfüllen und barmt das so bitter notwendige gegenteilige Verstehen der Bevöl- lerungskreise unmöglich zu machen, sowie darüber, ob ein Minister verpflichte ist, Behauptungen auf ihre Richtigkeit hm zu prüfen, bevor er sie an verantwortungsvoller Stelle m die Oeftenttichkeit setzt, allen loyal Denkenden, — ick überlasse es ferner der Oesfanttichkeit, zu entscheiden, ob Sie, Herr Präsident, als Kultusminister oder aber a l s Parteimann gesprochen haben, und verweise nur auf die Aeufterungen Ihres Parteifreundes Loos in der Kammersitzung vom 1. Dezember: „Herr Dr. Strecker ist viel zu bescheiden und zurückhaltend; mit Recht bat .Herr Kaul ihm 511 gerufen: Präsident, werde bart! Ich sage, je mehr Sie ihn bekämpfen, um so mehr wächst er mir ans Herz, weil wir misten, daft in seiner Brust das Herz eines echten Demokraten schlägt. Wenn ich die Angriffe Dr. Osanns gegen Dr. Strecker hier scharf -urückweise.
die Gefallenen die politische Frage Völkerbundes in ein ic tiger Weise und mit H gegen AndersdenSende za, besprechen.
Da Herr Sck)ian hierzu nicht- bpnerft, so daN ick amiHtium, haft wir über diesen Punkt
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Wir haben, unt die AuseinandersetzuNg nicht weiter in die Länge zu ziehen, die vorstehende Zuschrift Herrn Prof. D. Schian borgt legt, der dazu folgende Festslellung macht:
Um nicht Irrtümer sich feftfe£cn pu lassen, stelle ixfi gantz für; fest, das; jeder Satz dieses Eingesandts auf Miftversländnis beruht. Ich habe die Frage lediglich als vaterländische Frage angerühtt: und das war mein gutes Recht. Von Holm war gar keine Rede, sondern mrr von heiligem Ernst. Tie vaterländisckie Gesrnnimg der Völkerbundssreunde anzuzweiseln ist mir nickst eingefallen. Heri' Prof. Messer hat meine Rede sowohl wie meine gestrige „Erwiderung in allen Punkten falsch verstanden. Ein „Einverständnis" ist also keineswegs vorhanden.
Pros. D. M. Schian.
Bad-Nauheim imb Friedberg, nachdem Friedberg die Bedienung der Gnackschleiisen m der Ufa und Bad-Nauheim deren Unterhaltung übernimmt. — Ter Burg garten soll von jetzt an das ganze Jahr geöffnet werden. — Es wird noch beschlossen, eine Sperre für Wohnung so chende ein- zufühirn und eine entsprechende Veröffentlichung zu ertasten. — Es werden mehrere grosre Summen für Rötst an dsarbeiten bewilligt, um die Erwerb! ot en der Stadt Friedberg zu beschäftigen, so 170 000 Mk für die Aufstellung einer Wohnbaracke mit fünf Wohnungen, bann 20 000 Mk. für die Rodung der Piingstweide; ferner wird die Herstellung em er Staubentfemungsanlage de- cklosten — Für die städt Arbeiter wurde eine neue Arbeitsordnung awgefttllt. die gedruckt und jedem städt. Arbeiter ausgebändigt werden soll.
□ Friedberg, v. Dez. Der Begim'. bei Doch? brachte uns zwei größere musikalische Ausführungen, und zwar Händels Inda- Makkabiruo mit Orchesterbegleittmg durch den Mickikverein und „Das 2id> von der Glocke' durck den ovangelischm stirchengrsangverein. Beide Aufführungen standen aus künstlerisr^r Höhe und erfreuten sich einer zahlreichen Zuliörerschast. Mit Bedauern must sestgestellt iverden, daft der verdienstvolle imb um das musikalische Leben Frietstiergs hochverdiente Leiter des Musikvereins, Taubstummenlehrer U sing er, der länger als zwanzig Jahre dirigierte, van seinem Amte zurück- getreten ist; ein Nacksolger für ihn ist noch nicht bestimmt. — Der Geschickts- und Altertums verein Friedbrrq eröffnete die Reihe seiner Winter- l-dien Veranstaltungen durch einen Bortvag des Profestors Waas (Rfomz) über einen in Friedberg gebotenen Dichter Sieg'ned Schmid, der be sonderes Interesse dadurch beansprucht, daß er als Zeitgenoffe (Yoet^' und Schillers mit diesen beiden in persönliche Berührung kam und öfters in deren Brieswecksel erwähnt wird. Nachdem seine literarische Bedeuttmg dock nicht den gehegten Erwartungen entsprach, vettauichte er die Feder mit dem Sckuverte, kämpfte als wackerer österreichischer Reitersmann und Offizier in den Freiheitskriege« und verbrachte, nackdem er als Halbinvalide entlassen wurde, seinen Lebensabend in Wien, wo er, seinen literariscken Neigungen folgend, im hohen Alter von 84 Jahren verstarb.
Germering las den Artikel zweimal; dann zer- hetierte er die Zeitung und schleuderte sie in den $ Uriedotb. Eine Stunde später lieft er sich bei hei Amtsrichter Eberty melden. Er wurde vor- gdaffen, aber der ernste, feierliche Beamte, dem w fick gegenüber sah, war nicht mehr derselbe ver- ^-idliche und liebenswüickige .Herr, mit dem er 'fr oft freundliche Rede und Geyenrede getauscht fate. Förmlich und gemesten wie seine Haltung r.cr auch der Ton, in dem er auf Germerings ? ’agen Antnwrt gab. Er lehnte es ziemlich kurz ä Gründe für die Abweisung von Germerings 8such anzugeben und er verweigerte jeoe J.u§* brft über die Ergebnisse der Lcick)enöllnung.
„Eine Mittettung darüber wäre schon deshalb • drpllässig, wett die gerichtsärztliche llnteriuchung Dh keineswegs abgeschlossen ist. Sie findet in Rtuftabt chre Fortsetzung, und cs wird von den : llniständen abhängen, ob zu gegebener Zett eine ® tröffentlidjung des Befundes erfolgt"
i , „Ich muft mich natürlich mtt dieser Erklärung scheiden. Aber Sie werden begreifen, Herr Antts- ti hier, daft es mir nicht gleichgültig fern kann, i Mn man mich öffentlich zu verdächtigen wagt.
„Wann und wo ist das geschehen?"
„In einem Artikel des „Tiefenbrunner Anders" ist von einem ärztlichen Kunstfehler bte dessen sich nach Lage der Dinge doch kein anderer schuldig gemacht haben könnte als fch."
,^2ch habe den Artikel gelesen, aber soweit ich vrch erinnere, ist die erwähnte Andeutung keines- in die Form einer bestimmten Behauptung kleidet. Und Ihr Name ist nicht genannt"
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1096 Hesfan, 1012 Nichthessen, im ganzen ' 2108, darunter 123 Studentinnen. Hinzu kont- ' men noch 5 Hospitantinnen, 130 Hörer und , 119 Hörerinnen, so daft die Gesamtzahl der Studierenden 2362 beträgt. Davon studierten: Theologie 104, Rechtswissenschaft 260, Medi zin 389, Veterinär-Medizin 242, Philosophie 90, Pädagogik 4, Mathematik 65, Naturwissenschaften 61, Chemie 136, Pharmazie 17, Forstwissenschaft 68, Landwirtschaft 325, Staatswissenschaften 153, Geschichte 24, Klassische Philologie 31, Neuere Philologie 139. Die Staatsangehörigkeit verteilt sich wie folgt: Hessen 1096, Preußen 802, Bayern 19, Sach sen 11, Württemberg 14, Baden 50, Mecklenburg-Schwerin 2, Sachsen-Weimar 10, Meck- lenburg-Strelitz 1, Oldenburg 7, Braunschweig 4, Sachsen-Meiningen 2, Sachsen Altenburg 1, Sachsen-Koburg-Gotho 6, Anhalt 3, Schwarzburg-Sondershausen 1, Waldeck 4, Lippe-Detmold 1, Bremen 3, Hamburg 6, Belgien 1, Böhmen 4, Bulgarien 8, Danzig 1, Elfatz-Lothringen 7, Estland 1, Finnland 3, Griechenland 1, Holland 1, Kurland 3, Litauen 1, Livland 7, Oesterreich-Ungarn 11, Polen 5, Rumänien 1, Schweiz 2, Tschechoslowakei 2, Türkei 5, Ukraine 1.
•• Von den Staatsanwaltschaften.. Die dauernde Uederlassung der SloatSmNoaltschas- ten in ben drei Provinzen hat nach Vermehrung der Staatsanwälte nun auch zur Verstärkung ber Za bl Zahl der Beamten im Auftendienst, der Kriminal- fommifiäre geführt. Durch Verfügung des Ministeriums ber Aistiz wurden mit Wirkung vom 1. Dezember ab nach abgelegter Prüfungbei der Staatsanwaltschaft in Mainz ber Klüm.-Wachtmeistcr Fr. Mauer und ber Polizeisekretär Dörrsam, beide au3 Offenbach, mit der Verschling der Dienstverrick- timgen von Kriminalfonimissären beauftragt. Birci weitere Kommissärftellen wurden auch bei der Staatsanwaltschaft Darmstadt errichtet, mtt deren Versehung der schon 18 Jahre bei ber Polizei in Offenbach und davon neun Jahre bei der itriminal Polizei dort tätige Krim.-Wachtmeister Eberhardt und ber schon zwei Jahve hier als Hilfsarbeiter im Krimrnnalbienst tätigt K. Berz aus Nauheim beauftragt finb, während ber über 10 Jahre bei der Darmstädter Kriminalpolizei in Dienst gewesene Polizeioberwacktmeister Philipp die neu geschaffene Stelle bei ber Staatanwaltschaft in (Rieften übernahm.
** Oesfentliche Bücherhalle. Im November wurden 1533 Bände ausgegeben. Davon entfallen auf: Erzählende Literatur 983, Zeitschriften 136, Jugendschriften 85, Literaturgeschichte 7, Gedichte und Dramen 21, Länder- und Völkerkunde 62, Kulturgeschichte 15, Geschichte und Biographien v6, Kunstgeschichte 21, Naturwissenschaft und Technologie 66, Haus- und Landwirtschaft 8, Gesundheitslehre 2, Religion und Philosophie 35, Staatswissenscbast 5, Sprachwissenschaft 11, Fremdsprachliches 10 Bände. Nach auswärts kamen 43 Bände.
** Der Evang. A r beiterv erein veranstaltet am Sonntag abend im Johamiessaal einen Karnmermusi kabend, zu dem namhafte musikalische Kräfte ihre Mitwirkung zugesagt haben. Äußer ben musikalischen Darbietungen wird Frau Mendelssohn-Bartlwldn mit einer Reihe von ernsten und heiteren Rezitationen aufwartcn. Auch Nichtmitglieder haben zur Veranstaltung Zutritt. (Siehe Anzeige.)
Kreis Friedberg.
S Friedberg, 9. Dez. In der heutigen tverordnetensitzung teilte der Bürgermeister mit, daß ein ungenannter Friedberger 2400 Mk. zur Beschaffung von Brennstoffen für verschämte Arme und Kriegsbeschädigte gestiftet habe: ferner daft Hermann Bender aus Chicago (ein geborener Friedberger) 10 Dollar (745 Mk.) für Kriegsbeschädigte geschickt habe. Zu Punkt 1 ber Tagesordnung wird beschlossen, die Brückenwage nach dem städtischen Lagerplatze in ber Bismarckstrafte zu verlegen. Für Verbesserung der Wohnbarackcn werden aus gesundheitlichen Rücksichten 4500 Mk. bewilligt. — Auf ein Gesuch der Kriegsbeschädigten um Ueberlassung von Brennstoffen teilt ber Bürgermeister mit, daft bereits 1100 Mk. aus Stiftungen bewilligt worden seien, so daft städtischerseits wettere Zuwendungen vorerst nicht erfolgen könnten. — Die „Friedberger Maschinenfabrik" hat um Zuleitung elektrischen Stromes nachgesucht, die Kosten betragen nach dem Voranschlag etwa 13 000 Mk., wovon die Stadt die Hälfte übernimmt. — Der Vorsitzende des Rechtsausschus'eS verliest ben Vertrag zwischen
Gingesandt.
(Für F»rm und Judilt aller unter dieser Rubrik stehenden Attikel übernimmt die Redaktion dein Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.)
Zum „Ei'lgcfandt" dcS Herrn Prof. D. Schian
Als Ergebnis unserer Aussprache glaube ich ein völliges Einverständnis feststellen
Auf Ihre Aeufterung vom 26. November 'chickten wir Ihnen eine R i ch t i g fte l l u n g, bit ja auch in ber Presse erschienen ist, und in ber ick Ihren Ausspruch als unrichtig und unbeweis-
aufs tiefste bedauerten. Sie sandten darauf nem Aus schuft dec Gieftenec Studentenschaft unter ben 4. Dezember folgende Erwiderung:
„Aus Ihrer Zuschrift wird die Oeffentlich- fc’t gleich uns ersehen, wie sehr Sie das politisch?
fe über das wissenschaftlich; stellen. Andern- (18 hätten Sie nicht so voreilig nur auf b eines unvollständigen Berichtes in einem otteiblatt Beschlüsse gefaßt und diese auch noch
m in all Ihrer Kritiklosiq" t it (sic!) ber Oeffentlichleit unterbreitet. SB i r voll e n hoffen, daß Sie im Laufe )hreS ferneren Studiums nock zu ün e m etwas klareren Beg riss von ber ker an twortlichkeit bes Wissen- lchastlers kommen mögen."
Sie verstehen es nreistxrhast, Herr Präsibent, gegenüber den Ton eines Direktors imem Schuljungen gegenüber an u- Bgm, vergessen jedoch dabei, daß> sich in un
Studentenschaft Mmmer befinden, die jafoe- dem Tode ins Auge gesehen haben, Cie ktgeffen weiter, Herr Präsident, daft uns die Revolution das Wahlrecht gegeben hat, das einem rührigen Studenten als glttchwertig neben einen (Übrigen Minister und einen 65jahrig<m Pro- Hs or stellt ,. . .
Daft Sie mich persönlich m Ihrem totrlben „belehren", das berührt mich weiter t6t — wir sind ja alte Bekcmnte! Ich bin Ihren ton bereits aus Ihrer Antwort .vom i. April auf ein Schreiben des Ausschusses her tttoöftnt, in dem dagegen Vetivahruna eingeelgt nabe, daft die Regiei'ung die Angriffe, die da- he!8 gegen die Studentenschaft gerichtet wurden, rixbt nur nicht Kurückwies, sondern sie noch unter» hUte! —
Ich überlasse das Urteil darüber, ob Sie «Der föhn end gewirkt" und die Interessen hi Volles geschützt haben, ober ob Ihre mirich- hgm Dobauptung^m nur allzu sehr geeignet und, bie Bevöllerung mit Mißtrauen gegen die Ltu-
A«s StaM unö Land.
Gießen, den 11. le*. 1920.
Weihnachtöpakete.
Zur Weihnachtszeit wächst bekanntlich der Paketverkehr so riesenhaft an, daft mehr wie sonst eine sorgfältige und dauerhafte Verpackung der WcihnacktsPakete am Platze ist. Man sollte zu Weihnachten deshalb nur Packmaterial von bester Beschaffenheit verwenden, will man nicht Sparsamkeit am unrechten Platze üben. Einfaches Papier als äußere Umhüllung sollte man überhaupt nicht benutzen ober nur bei ganz leichten Gegenständen und auch bann mrr in genügend zahlreiche Sagen; auch in solchen Fällen ist aber festes Packpapier ober Pappe stets das richttge. Erfordert die Natur des Inhalts eine Holzkiste oder einen Korb, so beschränke man sich nicht auf eine Papier- oder Leinenumhüllung. Schachteln ans Glanzpappe sind, insbesondere bei großen Entfernungen, ganz ungeeignet. Man prüfe vor der Verwendung das Packmaterial auf seine aute Beschaffen beit, insbesondere bei Kisten, ob die Deckel httl, bet Körben, ob die Böden fest sind. Mtt Ruhe und Geduld packe man; die Nägel schlage man sorgsam, damit sie nicht daneben gehen; ist letzteres dock einmal vorgekommen, so ziehe man den Nagel wieder heraus, damit sich bte Postbeamten unterwegs daran nicht die Hände blutig reiften oder sich gar erheblichere Verletzungen zuziehen. Soll ein .Korb mit Sackleinwand zugenäht werden, so befestige man den Bindfaden gehörig und vergesse den Knoten nicht. Das Binden erfolgt möglichst mit ungefnotetem Bindfaden, andernfalls unterlasse man nicht, vorher die Festigkeit der Knoten zu prüfen. Die Umschrift muft festsitzen, auch deutlich und nicht ausgewisckt fein, Wwie alle erforderlichen Angaben, besonders Strafte und Hausnummer enthalten, denn die regelmäftigen Besteller reichen zur Weihnachtszeit nicht aus, es werden viele Hilfskräfte eingeftettt, bie natürlich nicht fo wie jene Bescheid wissen, und es gibt unnötigen Aufenthalt, wenn sie erst lange fragen müssen. Die Adresse schreibe man auf das Packmaterial selbst nieder, wenn dieses geeignet ist, z. B. bei Papier- Umhüllungen. Pappkarttons ober Kisten; muft sie besonders aufgeßebt werden, fo geschehe es mittels Klebswffs von guter Beschaffen bett, nicht mit schlechtem Mehlkleister, der nicht bindet. Sogenannte Jahnen sollten nur im Notfälle verwendet werden, wenn sich die Aufschrift auf ber Sendung selbst sonst nicht befestigen läßt; man nehme sie dann auch nur aus Lederpappe, mit Metallösen versehen, wie sie in allen einschlägigen Geschäften billig zu haben sind, nicht, wie es häufig vorkommt, in Form eines Stückes brüchiger, nicht widerstandsfähiger Pappe, das, noch dazu wenig haltbar an die Sendung befestigt, leicht abneiftt. Im übrigen versäume niemand, seinem Weihnachtspaket, am besten obenauf, eine mit der Außenseite übereinstimmende Adresse beizulegen. C'ä ist dies eine kleine Mühe, bie sich, im Falle die äußere Aufschrift verloren gebt, reichlich belohnt macht, weil dann bei der amtlichen Eröffnung der Sendung ber Empfänger sofort bekannt ist und die Sendung diesem ohne großen Zeitverlust zugeführt werden kann. *
*♦ An der LandeSnniversitSt waren im vorigen Semester aufgeführt 1097 Hessen, 1046 Nichthessen, im ganzen 1t-43 Studierende. Im gegenwärtigen Semester umfaßt die Zahl der immatrikulierten Studenten
ilb u.O2(fi75U8!
I ft. alt, ro.rn.iik.il.: ). ®roe. lauft) m. t- ’t ju werb, jw.tn >chr.Anaeboteunt.!M i ben Aehener lut.
Verlöre«
lolden. Stäbchen !M Aufschrei
nfl, ftrantl. Satt ZsMsi
19L-9lnbtn en Mtbcrbr. erbtit lerlSMUay
lelche Studierende an Misere Hochschulen deform inei, die auf Grund eines wohlgespickten Geldbeutels bafjin kommen und deshalb mit km elementaren Schwergewicht der materiellen ; ntrreffen an eine geroifje Richtung politisch und - sellschoftlich gebunden sind. Wir brauchen solche snfchtBriemck'i' ktudierende, die auf Grund von Freistellen die mb. anäbtb. ' krlegenheit zum Aufstieg der jungen ilril. ®iw.nittw Ubeutschen Republik verdau ken und di' lOnfurotntu:^ e^genüber ben vielen häßlichen Angriffen auf diese 'lb, u.tBöffi! ti j! ' epublik auch einmal pvsittv zu würdigen wissen, üüderGiTC» rai für neue Werte und für neu-, schöne Zu
mit ur^| b^ftsmöglichkeiten in dieser Republik liegen. Wir infommtn, eom I Fleuchen an unseren Hochschulen einen Ost ist, der 5t e*t geistlose Rallentheorie ablehnt, die sich heust
1= Ä* in den Schichten unferrr atnbennto eirot^tr Gebildeten unbegreiflicyerweise so vielfach breit»
mefld). Stbr.amlii nacht: eine Schmach unserer Zeit, nach meinem


