swettes Blatt
Nr. 266
verschiedene.
Fortsetzung 32.
Druck verboten.)
ik
Verei’ RiiW gM
cm.. ,a"* Döbeln,
An- Stadt nnd Land.
(Sieben, den 11. Noo. 1920.
•* Ueberwachung des Handels mit tenS- und Futtermitteln. Nach § 1 Verordnung des Reichskanzlers vom 24. Juni 1 Mr. „den Handel mit Lebens- und Futter -du und rar Bekämpfung des Kettenhandels" der Handel mit Letens« mid Futtermitteln nur n Personen gestattet, denen eine Erlaubnis ' betriebe dieses Handels erteilt ivorden ist. Die
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sie Falkner aufLinöenhöhe
t) Vornan von Reinhv ld Ortmann.
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Leine Rede klang hart. Wieder rmirix1 Gerda ör große i'lehnlichkeit »wischen ihm und Erich pr.Trct, und sie kannte auch hier ein Gefühl bitte
irnttäuschung nickst meistern. Llber als sie Blick Erikas begegnete, faßte sie wieder Mut;
13 in ihren Auaen eine ermutigende Wieder« dessen, was sie ihr vorhin au, der Mageu- bom "Jahn Hof gesagt hatte: „Latz dich durch Zchmssh^iteu des O-ilels nicht beir-reu. Ich ihn und rrrib, daß sie nicht der wirklicke mck seines Fühlens sind. Er will bei leiner sur'g nickst ten Eindruck Hervorrufen, enb lankheit ihn zu einem schwachen, alten Manne babc. Darum sträubt er sich auch gegen r?r.iDa§ ihni als Herzensweichheit gsteutet wer- ^^nnte. Man muß ihn nach tem beurteilen, ^cr tut, nicht nach dem, was er spricht."
Eerda teckste daran, daß er sie zurückgeruten mrd daß er letzt bei ihrer Heimkehr keinen * J?tid)en Vorwurf für sie gehabt. Das mußte Bffi, sie an ErikEs Werte glauben zu macheii: »kMip^ gegen die Betrübnis und mühte sich !JA. zufrieden und unbefangen zu scheinen. ?M nner l>albeu Stunde, während der nur wrmig ihnen gesprockieii worden war, schickte . inrö Falkner sie aus dem Zimmer.
. sch berr die Freuden der Ge'elligkrit nur ami Ui homöopatischen Dosen genießen," sagte ivehr Freundlichkeit a.s bei ter ersten Bc- - r.'ütg. „Aber ich habe nichts dagegen, daß du
1 nit den anderen in die unerfreuliche Aus-'
u> und Ikb, iniiflD Tchlosserei 6» » Jtelcpjon Kl Striimpfe’U werden nn nnüwU S"'M| Wictifliilai imqe WiMen lös itiüuMuuii bild. Wnwk. Illi leichiira«? iq (\ t
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Marrinrumzüge und Mattmrseuer.
Ter 11. November, der Tag des heiligen Mar« n«iS, hat im deutschen Volks brauch seine besonne Bedeu img, und wenn wir ihn auch leider nicht •vrfjr wie früher mit MartinSgans und Martins- ; -etzel feiern können, ohne dabei allzu tief in den l«utel a eifen zu müssen, so sind doch noch mannin ■ Sitten lebendig. Der Martinstag galt als : eigentliche Anfang des Winters, und die Jiebtfxit» die Martin als Schutzpatron vor der Formation besaß, blieb auch in protestantischen fern erhalten, da ja der Geburtstag Luthers dem Fest seines Namenshei'igen gefeiert wurde. _ unh.ir.'.liÄe Zeit des Dunkels und der Kält:, • mit t>:m Martinstag hereinbrach und in der t a *: Gk-rmane sich von bö en Gewalten tedrolst cubie, führte dazu, auf diesen Tag Zeremonien rcrltgeu, die zur Abw-k'r der llnbolde und -noiuin bienen sollten. Lärm imo Licht hielt mau L- die besten Waffen gegen dies-; in Nach, und Zweigen lauernden Geister, imbfo haben sich d'uu !nmimzüge mkd Fi'uer bis aus den heu'igcn Tag
Mdrtiui erhalten, wenngleich der alte Zweck - ,'ach verdunkelt ist. Der Martinstag wurde izr besonders ein Fest gewaltiger Schmaus; und reien, und da auch die Kinder an diesen Gelten teilnehmeu in.H'cn, ziogcn sie von Haus zu ;i5, fangen Martinslicder und bettelten um .xn In früheren Zeiten führte man in dies.'n §en a lulei Svmbole mit, so ein Martinsvögel- n, das man als Verkörperung des Heiligen selbst i-ef.ißt hat, das sich aber auch durch die Stellung . heiligen Martin als Schutzpatron der Vögel tjiren läßt, sodann eine Kuh und bisiveileu auch e Strohfigur, die Martiuus darstellte. An Lärm kl es bei den Kindernrnzügen nicht, denn bi* engens sind mit tem „Rummelpott" ausgerüstet, rm mit einer Schweinsb'a'c überspann dm Topf, dem durch ein in die Blase geselinitteues Loch t Federpose auf- und abgezogen und >nn durnpf- enbcr Ton hervorgörufen wird. Viel mehr m wird noch bei den Umzügen der Erwachsenen rächt, in denen, namentlich in Osts.ieslaud, ceEcn und vermummte Gestalten ihr Westn tr ü- . Der „P e l z m ä r t e , eine Gestalt, bi? bem Mecht der Weihnachtszeit nahe verwandt ist, der Typus die'er MartinsmaSken: in einen 8 vermummt, geschwärzt, mit Kuhschellen be- gt, teilt er Schläge, aber auch Aepfel und Nüsse . In mandxm Gegenden Schlesiens reit ?t der zmärtel auf einen Schimmel und spendet A'pfel, ijt und Hörnerkuchen. Mit den Schellen macht in gewaltiges Getöse, und dieser Lärm ist über» ipt bei den Umzügen von größter Wichtigkeit.
Bei den Umzügen ist neben dem Lärm die Verdung des Lichtes das Charakteristische. Die r tragen brennende Laternen, papi.'me Sam« ü ober auch Lichter in aus gehöhlten Rüben, An und Kürbissen, in die wunderliche Gesichter ^mitten sind. Ebenso werben Fakeln mitgeführt, manchen Gegenben Deutschlands wirb am Mar- abend über Lichter gesprungen, die der Hauser im Wohnzimmer auf die Erde stellt: dies innen über das Kerzlein", das besonders bei
Sintern te iebt ist, diente offenbar ursprünglich tm reinigenden und schützenden Zaubw. lieber« wurde und. wird wohl auch jetzt noch am iftinsatend im Freien das Marti usfeuer «intet. Das Biemimaterial dazu mutzte er« hu sein ober wurde vielfach auch gestohlni. Wie Haupt das Stehlen an diesem Tage ein; Rolle t. In schwäbischen Gegenden kann am Martins- Jeter stehlen, was er kriegt, und in Kempen rach dem Schluß des Fackelzuges den Kindern „Kuctenstehlen" erlaubt. Ganz so wie bei den nr.endfeiein werden entweder brennende Rä- oou ten Höhen herabgerollt ober an Stangen tigte brennenbc Strohbündel werden im Um« !• auf den Hüg'ln terurngelragen. ÄLan fam« e auch zum Zeichen der Freude, daß di.' Ernte Aber sei, mlbrauchbar gewordene Körbe und
>ie sie an: der größte Korb tourbefniit Stroh Reisig umwickelt, angezündet und den Berg bvrollt. B im Anzündern erheben die Bursch?n Di!des Geschrei. Daß auch hier uralte Vofstel- en vom Tote 'des Sommers m'itsprechen, gebt ■ lr5 I)ertxjT, daß man diese Sitte, besonders auch Lpringen durch das Feuer, „den Sommer oer- nen" nqnnlc. Im Harz pflegte man am Mar- äiocnb Sich er in die Fenster zu stellen, um durch
Illumination das Treiben der bösen Geister vause fernzachallen.
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Lietzener Anzeiger (Tenttal-Anzeiger fürGderhefsen) Donnerstag, fl November 1920
| Erlaubnis wird auf Antrag von den hierzu er» | richteten besonderen Stellen erteilt und iroac für Stadt Gießen beim Cber5ürGcrnie;l‘ivr, für die j Landgemeinden des Kreises bet dem Kr eisamt Verso neu, benen die Handelserlaubnis erteilt ist, I haben auf Grund des ß 8a der angezogenen Ver ordimng in der Fassung vom 16. Juli 1917 auf Ichnttlichen ober gedruckten Mittelungen, Rech- nungen usw., die sic im geschästlick>-n Verkehr versenden, den Tag der GrteLung der Er'aubnis sowie die Stelle zu vermerken, die die Erlaubnis erteilt hat. Ist die Erlaubnis begrenzt erteilt, so imb auch die Begrenzungen in diesem Vermerk auijuiübren. Wer diesen vorgesch-iebenen Verme k aui Kmen G schäste-rapi ren weg äßt, teil ö t gegen die Vonchristen und wird bestrast.
** Aufhebung ber Verordnung über Höchstpreise für Nährmittel. Turch SJerotbnung vvm 20. Oktober 1920 sind die t tt-her in Ge timg g.w s.-nen Höchstpreise für Nähr- mttt.'l (Gr.etz, Teiawcrren, Graupen, Hasernähr- indtel) außer Kraft gesetzt worvan. Eine Festsetzung neuer Höchstpreise wird nicht mehr erfolgen, vielmehr sollen alle Preise für Näermittel nur durch vertragliche Bindung der Erzeuger sowie der Groß und Kleinhändler festgesetzt werden. Diese neue Regelung findet darin ihre Begründung, baß ter Absatz des größten Teiles der Nährmittel völlig frei beit Fabriken überlassen b'eibt, während lei denjenigen Nährmitteln, die noch amtlich verteilt werden, die v-ertragliche Bindung genügt.
** Befreiung vom Reichsnotopfer. Das Reichsnotopfer erstreckt sich auch auf noch nicht fällige Ansprüche aus Lebens- und Kapi alversiche rungen ober aus Rentenversicherungen, aus teiren ber Berechtigte noch nickst in b.m Rentenb zug eiu- getrclen ist. Steuerfrei sind nach ein'm Er aß des ^Reichsministers ber Finanzen nur so che Ansp ückw an Witwen-, Waisen« unb Pensionskassen, bei denen das Recht auf die Bezüge in Beziehung zu ein'm Dienst- ober Arbeitsverhältnis des Kassen- angehörigen steht. Es sollen Ansprüche geschont werten, die gewissermaßen einen nachträglich zur Auszahlung gelangenden Teil des GehaltS ober Lohns darstellen unb daher nicht anders bel>antelt roerben können wie bie ebenfa ls nicht steuerpflichtigen Ansprüche auf Pension ober Hinterblietennv- fürsorge.
**DieGerste-undHaferbewirt- s ch a f t u n g für das Wirtschstiftsjahr 1920/21. Die Gerüchte, daß im Lause des Wirtschaftsjahres spätestens im Frühjahr 1921 die öffentliche Bewirtschaftung von Gerste unb Hafer aufgehoben oder die Preise von Gerste und Hafer erhöht würden, enttprecheit nicht den Tatsachen. Wie das Reichsministerium für Ernährung und Landwirtschaft mitteilt, entbehren diese Gerüchte jeglicher tatsächlichen Grundlage. Es ist eine Aeuderung der öffentlichen Bewirtschaftung von Gerste und Hafer und die Freigabe dieser Frücyte im Wirtschaftsjahr 1920/21 von den maßgebenden Stellen ebensowenig in Aussicht genommen, wie eine Erhöhung der durch Verordnung vom 14. Juli 1920 festgesetzten Höchstpreise. Es ist daher bie Zurückhaltung der Gerste und des Hafers in der Hoffnung auf Aenderung der Äewirtsck)astung oder aus Erhöhunb ber Preise durch nichts gerechtfertigt. Bezüglich des Hafers ist den Erzeugern freigestellt, un beschränkte Mengen in ihrem eigenen Betrieb zu verfüttern. Diejenigen Mengen jedoch, die zum Aufkauf kommen, unterliegen gleichfalls oer behördlichen Regelung unb dürfen nur gegen Bezugscheine abgegeben werden.
Kreis Lauterbach.
= Schlitz, 8. Nov. Tvr amerikanische Pfr. Listmann, ein geborener Schlitzer, ker feit ewigen fD?ornaten in feiner Vaterstadt weilt unb sich in dieser Zeit auf oem Gebiete ter inneren Mission schon tüchtig betätigt hat, bat auf Grund feiner Diplome von ter hessischen Krrckienbebörd die Erlaubnis zum Predigen m allen evangelischen Kirchen Hessens erteilt bekommen. — Untere Volkshochs ch n l c wird ausxttza'b der schon laufenten Vortragsveiten als erste grölje t a.ltemeine Veranstaltung dieses Winters einen Lutyerabend am näd'rften Sonntag bringen. Als Festredner ist Prof. Sdjian lGießen) gewonnen ioorten, der über „Was ist Luther uns Deutschen?" sprechest wird.
Kreis Friedberg.
Q Aus der Wetterau, 7. Nov. Der Anbau der Zuckerrübe, der in den letzten Jahren etwas zurückgegangen war, hat wieder zugenom- men. Die Ernte ist noch nicht ganz b endet. Noch täglich werten auf ten Stationen große Mengen Zuckerrüben verladen. Die Aktien Zuckerfabrik „Wetterau" rn Frredterg-Fauerbach bat ihre Lager räume zur Zeit dermaßen überfüllt, daß sie ihre Lieferanten auffortern mußte, während die'er
Woche nur die Hälfte des aufgejebenen Wochen- quantumy zur Ab.i? emng zu bringen.
Hessen-Nassau.
0 Aus dem Kreise Marburg, 7. 9ioo. Wre aus dem letzt ersck)ienenLn Verwaltungs- bericht des Kreises Marburg vom te.gongeten Jtthre zu entnehmen ist, besitzt ter Kvcis ein Uaoitalvermögen von 104 370 Mk. und ein OZrunö- vcrmögen im GesamNverte von 1870 470 Mk. 'einschl ter K ei baln Adarburg—Treiiauser u i> tes Zbreisständelxmses. De. K^rei.-.auslxi.tK- voranschl.rg schloß ab mit 1 270 830 Mk. Die zur Deckung ter Bah.itaukosten au ge lomme ei Da - lehen betrugen am Eme les Jahres 1 060 163 Mk. Was die Steuern an belangt, so stellte sich das Stcuersoll auf 916 216 Mk., die höchsten Zusckilagc zu ten Steuern erhob von ten 88 '(te.n• ir.ten des Kreises Totenl^m e i, nämlich 470 Pro?c.U, 18 'Gemeinten einschließlich ter Stadt Wlarburg erhoben 300—400 Pvo-mt (Marburg 352Vs), 45 Eemeindm 200—300 Prozent, d e übrigen Gemeinten 103—200 Prozent. Nur fünf Gemeint an ivaren in ter glück ichni Lage, mit 100 Prozent auszukornrnen. Für die Unterhaltung te: La. b n<ge wurden 187 254 Mk. aufgementet. Aus dem V.^rlam tes Gerneinteobstes erzielten die Gemeinten 224 013 Mk. Im Kreise be inten sich 7 Wa d g.'nossensck-asten mit 154 Gen lösten unb 628 He.'tar Waldsläckc. An Krcisu terstützun et m.rci von 1914 -1919 insg-?samt 7 244 833 Mk. ausgeg beu, ter Zuschuß tes Kreises betrug hierzu 1 C65 928 Mark. Nack) Abzug ter Nückeritotiungen aus Reick>s- unb Staatsfonds betrug die Nestscheild tec Ausgaben an K veg-sunterstütz'.lmre.l Ente ies Rcck>- inmgszahves 1919 rund 3 995 000 Mk. Ter Kreis Marburg hatte am Ente des Jahres etwa 60 000 Einwohner g-.g -n 50000 vor 10 Ja',ren.
mc. Frankfurt a. M., 10 .Nov. Wie mit Wohnungen gewuchert wird, zeigt ein Fall in ter Hcmsa-Nee, wo zwei ä'te.e Danun für fünf vermietete Zimmer ihrer 6-Zirnmerwvhnung einem Herrn 30 000 Mk. jach', lich abnehmen, ivährcw) sie für tne ganze Wohnung nur 18(.O Mk j ährlich tem Hausbrsiter br-ahlten. Jetzt hat tes Wehnungs- amt die beiden 2Bud,-ertauben an die Lust gesetzt und die Wohnung tem Herrn zur alleinigen Benutzung überwiesen.
mc. Frankfurt a. M., 10. Nov. In allen Stadtteilen finden eien grafe Pvot?stvcrsamrnlun- ff'n gegen die beabsichtigte OOprozentige Mictpreiser Höhung statt. Tie Frmik- furtcr Mieterschaft erf aßt einstimmig, diese neue fiikanzstle Belastung nicht tragen zu können unb lehnt dieselbe von vornherein ab.
Ttütfcbe und Schule.
O Friedberg, 10. Nov. Im Kreis- lehreroecein wurde eine heimatknnd- l i che Bereinigung un'er dem Bor itz ten Rektor 511x6 gebit >et; ein besonder^ r Arteitöaus- schuß, zu dem Bettreter ab er ©dmlgnttunrei, soweit sie als H.-imatforscher in Frage kommen, he vangezogen werden, eine H eimat künde de r Wette rau zu schassen, die neben ter Heimatgeschichte vor allem auch die Landesttmde auf g.r-giaphisckier, naturroisfernsda tlick-er, wt tscka t- lich.-r und volkskundlickvr Grunda;e zur Darse> lung bringen soll. Mit der Sammlung des Nda- tettals soll sofort begonnen werden. Führende Männer ter Hrimatforscknmg, u, a. die Professoren Tvoher unb Blecker vom hie'igen ©t)mra tum, haben ihre Mitwirkung bereit)viLigfl ?,uce‘agt.
= Lauterbach, 10. Nov. Tas Dekmrat Lauterbach, tem in 22 Pfarreien mit 69 Gemem- ten zusammen 27 538 Evangelische angehören., lat kürzlich s inen Jahresbe.rckit für das Jahr 1919 veröffentlicht. Gegen das Jahr 1918 ze gt dieser Bericht eine Zunahme des Kirck»en- und i>lb<md- mahlbesuck>s, sowie der eingegangenen Kollekten und Gaben, ttotzdem konnte ixyn einer Hebung tes sittlichen Zustrndes ter Gemeinden n-ch mäst viel beobachtet ioerben. An Gaten und Kollekten für Werbe der Wohltätigkeit tourten 72911 Mk. (gegen 32 329 Mk. in 1918) aufgebracht. Tas Heilige dlbendmahl emtfvigen 24 728 Pers-omn: der Gotdesdienst war au ten drei Zählsonntagen von zu'ammen 16 683 Erwachsenen und 6367 Kindern besucht. Getauft wurden 409 (gegen 238 in 1918'.', konfirmiert 641 Kinder. Unter ten Ge Mitten befinden sich 44 miete.iche Kinder. Kirchlich getraut wurden 409 Personen (gegen 96 in 1918); kirchlich teerbtgt wurden 399 Personen <g»jen 558 in 19181.
* Lützellinden, 9. Nov. Am 1. Nov. feierte Hauptlehrer Frölich, der ctnxi 10 Jal;re an hiesiger Sck-ule wirkt, sein 25jähriges Amts- jubiläum.
Po hl-Göns, 9. Noo. Der hiesige Kirch e n v o r st a n d hat bescklosscn, die Org.'l in ter Kirche zum Ansck lagspreise ton 6074 Mk. reparieren zu lassen itnD hat die Arbeit der Firma FöNwr u dtt?olaus in Lich übertragen.
Nidda, 8. Nov. Unter tem Vorsitz des Telan Wiegel-Bingenheim tagte heute morgen
hier tm Gast.'xaw zur Traute eine Ptarrkon- fc re n z e: Te a a e. l'tt.'da. Die G istlicten n-aren fast voll m. lig erfchie..eu. P arrec Ant e,- Geiß-Nidda eröffnete mit w d Sckwi rlesung die Komcrenz und hielt soter cn nach kurzer Begrüßung durch ten Vorsitzend.rn einer Vorttaz über „Stehen wir in der lejten Zrft?" Von mmr 'j.kfincdnmg te, lehrv.ich.en Vo.t agrs wurde in Antetvacht stincs crbauliv-.at Eharai erd abje- Kten. Tes weiteren b f<l>ä,iigtc sich die Versamm-- lung u. a auch' mit ter Orgnnistcnfrage. Als Ergebnis dieser Be tn?e.1,u g leiu t agte He Konferenz die Llbgeordne e.i d r T<la. atssmude N^dte im Lantesftrctentag fo.'g.mten Ant.ag etrjubiln» gen: Ter Landeskirck/en.ag ivol e im.erzüg.'ich Mittel bereit stecken zur Errichtung von Orga- nistenfckmlen. Rach Er edigu g et t;cc seschäst- liclvr Mitteilungen wurde die in a le i T.ilen sehr anr.-genb verlan cnc Zusamme.iftmft g schlossen.
(; Watzenborn, 10. Nov. Eo loar ein festlick» tewegtec Tag, den wir am tergw grnen Srnntng in !m*?wr Gemeinde begingen. Er war ter B<ttx,ckttung der He ide n m issron grividim t Missionar Walther v»:i Beuern mar re am* iirrns von der Arb.it ter BuZler Mission, aber auch von seinen L'iden unb Freuden während seiner mehr als fünfjährigen fd ;te en Gefangenschaft unter den unm^nsch ichcn Franzosen zu erzählen. TXr K i n d e r g o 11 e s d i e n st am mittag war von mehr als 400 Ki-Ndern besucht, die sehr aufmerksam ten inte essan e i Taibütungeu tes Missionars folgten. Tie HauptgotteS- d te n ste am Nacknnittag und am Abend waren sehr gut besucht. Herr Walti-er veestanb es, lehr eindrullsvoll zu reoen und die graue 2adjc ins rechte Licht zu stellen. — Zur feftiidxm Ausgestaltung ter Gottesdienste trug we/.nt.ich bet di; Mitwirkung des hiesigen Posaunenck»ors sowie tes E^misch:eii Chors, was lneimiit la ifbar anerkannt werden solle. Tie Kollekte für die Basler Mission betrug 182 M7.
O Fulda, 10. Nvv. In dem auf tem Knüll bei Hersfeld gcl gmen Ertelungsheim ist eine christlick»e Banerntol.sstoch chule eriUjtet worden. — Hier wurde eine Bereinigung der evangelischen Sckmler an ten höheren Lehranstalten gegründet. In besonderen Arb. i sgemem ck-aftan, rote Mu ik, Literatur, Bibclstm i...n, Geschichte wollen Lehrer und SckKler )ich ygmicitig fördern und den evangelischen Geist psleg.n.
Eingesandt.
(Für Form und Jnl>alt aller unter dieser Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Redaktion bem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.)
Die Vezirkökasse.
Nach einer Nstiz ces Giesvner An^ei.sers wird tes Finanzamt in die alte Klinik verlegt. Was geschieht, nun mit ter Vezirkskasse (Fincm-bisse)'? Wo es sich ermöglickum ließ, wurden beide Behörden seicher schon zusammengelegt, we l sie im dienst- lickien Interesse und int Jnt. vesse ter S euerzabler zusammen gehören. — Nach icr Finanzkassew« orbirung ist die Derein'.guig beiter Beh rdm vorgesehen. — Seither ließen sich tue Ge ck-äfte mit bei «en Behörden rmm.-rhin exldyincn, weil die Ge- fdNäftäräume nicht wcü ent'cmi lagen. Wird jetzt das Finan-anrt in die Klinik verlöt unb Meibr bte Bezirks lasse in ihrem seil her igen Amtslvkal, dann entstehen für das Publikum sehr v ele Unannehm- lickikeitem Täglich üommt es t>:r, daß vom Fänan-- anti Personen an die Bezirksva'se geschickt roerbai und umgekehrt. Mitunter muß ter Weg sogar mehrmals gemacht nxtten. Bo enlt man, daß bei ten Behörden oft längere Zeit gewartet werten muß, bann ist es klar, daß mindestens ein halber Tag Zeit erforderlich ist. Fckr auswättige S euer- za hier ist das Zur ech' finden bei beiten Behörden dann doppelt schwierig, zudem das 9Imt.gr: Mute ter BezirlSkasse weder durch ein Amtssckstld noch durch eine Aufschrift erkenntlich gemacht ist. — Bei ter früheren Bezirkskasse II war ein Schild angebracht. Mit Rück^ickfl auf die Gesundheit ter Steuerzahler und ter bei ter Bezirks kaffe bc- sclüiftigten Beam en wäre es sehr zu begrüßen, tocim die BezirlsLasse in menschenwürdige Räume untergebracht würde. Die Räume ter Ka sc reidxn zur Zeit nicht aus, um das Personal unterzubringen, das in engnt Räumen, die nicht unter* kellett, dafür aber tom Haus chwamm durchzogen sind, zusammengepsercht arte.ten muß Es ist tv.rt** lich hohe Zeit, daß ton matg:beni>:r Behörde Stellung zu obiger Frage genommen wird. Es muß hier unbedingt Abhilfe g.-schaifen werden. Das Allgemein in icresse der Steuerzahler muß hier dem Einzelinteresse torgezogen ner en. Vielleicht läßt es sich ermöglichen, tic Bezirksk-as'e mit bem Finanzamt in ter alten K.inik unterzub. inzen. C.S.
(Es ist bedauerlich, daß die e 9ütr gung nicht früher gegeben tourte. 9?ach un'eren Erlündigmd- gen sind die Räume in ter Alten Klinik im borauS bereits so stark belegt, daß ^"ch '«v — „Platzmangel" einjutreten droht. Die Red.)
gab? teilst, mir bte Zeit au rertrxnten. Wsin bie Reihe an dich kommt, werte ich dich holen lassen."
Ihr Herz mar voll tiefer, wehmütig-freudiger Rührung gewesen, als sie die Lnktenhöte und das hohe Ziegeldach des Vaterhauses uzicber vor sich aufhiitdxm gesehen: wie einen nnrren und bedrückenden Traum hatte sie die Errnre.nmg an bte Erlebnisse der hinter ihr lie;enten Monate em» pfunten, und d.is liebste wäre ihr letzt ge.vesen, nx'im sie ganz allein hätte in Haus und Gatten umhergeben können, um an den rertrauten Stätten, die die unschuldigen Fre.ide.i ihrer Kindheit und ihrer ersten Mätetenialwe gesehen hatten, stille s-jwiegespräck-e mit der Vergangenheit zu 1-at- tvn. Aber ihre Schwägerin Sipie, die wohl fein Verständnis besaß für solche Wünsche, ließ sie nicht dazu kommen.
Ihr Vmehmen hatte vom ersten Augenblick an keinen Zweifel daran gelassen, daß Gerda in ihren Augen vor allem die Künstlerin, die Scttiusp'.elcnn nxir, die sich draußen im 3tratet tes Le e.5 getummelt hatte, und die nun mit einem mdvn Schatz von Erahrangen leimkehtte — von Er- fabnnigni, die sie meLeidü i r.ci nächftm AnM- Höngen Mr beim litten nuiß e, ans denen sie aber vor ihr kein Hehl zu mache:i bvauck/.e.
Mit all ter bezaubernden Liebenswürdigkeit, die sie zupften unwiten'tehckch macht-, war fie ter Dchweter ihres MaTmes be ;eg:v t; mit tem Bvr- vecht ter Aeiteren Patte sie lieb )of?rt tes idweiter- lidjcn , Du" bedient unb einen Ton ange wlag n, dessen VettraulichPeit gleichsam im Fluge alle Hinternisse gegensei i ei Verstehens ftmpcgriumen sollte Es wäre Gerda leichter gr.aUrn, aus diesen Ton einzugehen, wenn Wnms Aussehen und Wesen sie nicht tu so hohem Matze beamtet.
ja erschreckt hätte. Sie envartete, ihn froh und glück ich zu finden; statt dessen war er ihr als blcicter, müder und trauriger 9.i2xr.m enfgegenge» treten, ter se.bst in ter he-^ichstrn Miete riehen s- freute kein teueres 23ort zu ff«ten vermochte. Eine 2feränterung, wie sie in dieicn wenigen Jahren mit ihm vorgegangen war, ließ sich nur aus körperlichen ober tie'e i seelischen Leiten er- klären, imb in ihrer auftickstigen Liebe zu dem älteren Brater hatte sie sich trorgenommeii, die roabre Urfad?e zu ergrünten. Ihr weiblick-es Femgrfühl argwöhnte irgend einen verltängnisool e.i Ritz tn Ackftrns junger Ehe, und es erhob sich darum von Anfang an etwas wie Mißtrauen geget die sck^ne Sckpvägerin in ihrem Herzen. ^ig<e; übersttö- mente Herzlichkeit tonnie dies Empnted n nicht beseitigen, und es lag eine sehr nwhl fühlbare, wenn auch nicht.bsabsichtt'gte Zurückha.'ttmg in ter Freundlichkeit, mit ter Gerda sie erwiderte.
Tie goldhaarige Schwedin bemerfte das offenbar nicht oder wollte es nicht bemer’e.i; sie f?atte Gerda in ihr Zimmer genötigt, überschütte.e sie mit Neinen Auftnerksamlei en und p.a ite t^ mit ter Lebhaftigkeit eines te beglichen, mi.teilsamen Geschöpfes, das endlich Geege.ih it gefunten lat, sich für eine lange Entbehrung sck-chlos zu haltQi.
Familienverhä.'tnisse berührte sie nickst: mit einigen oberflächlichen Watten nur war sie über Bwnhard Falkners Krankheit und über die sck^rn- bare Besserung in seinem Bernden hinwegge- g an gen wie über etwas, das für sie nur noch von untergeordneter Be eutung war. Unb als Gerd; in biejem Zusammenhänge ten Namen tes neuen Arztes genannt, van tem Erika ihr mit so warmer Anerstmnung geschrieben habe, hatte sie leichthin erwitett: ,^Ja, ein sehr beslechender Mann. Aber
ein Blender, vor tem du dich ich acht nehmen mußt. Liebste! Ob er als Arzt wirk.ich mehr versieht als ber gute alte Sanitätsvat, scheint mir noch sehr ungewiß."
Tann war sie rasch auf anderes über gesprungen und hatte ein schier unericktöpfliches Ber angen ge» r-rigt, Aussührlickies über Gerdas Bulme ettebniste zu erfabrcn. Was das junge Mädcken wif khr Trängcn davon erzählte, nahm sie augenscheinlich nicht ernst.
„5fo, ja, das ist die Außenseite," sagte sie cm- mal im Lause der Unterhaltung. „Aber ich weiß red# gut, daß das, was sich auf ter Bühne und tm Thcaterbureau absp eft, nich; die Haurtsache ist — wcnigchens nickst für ein weibli tes Wesen. Für unser Geschlecht b’eibt doch nun einmal jex Kunst- Übung immer nur so etwas wie ein Borwand."
„Ein Borwand? Wie ist das gemeint?" Signe lachte.
„Willst du mich aufs Eis fühnm? Soll td> mit Gcitändnissen bcgiimen, weil ich doch auch eine Zeitlang Künstlerin genefen bin? Aber rch zähle da nicht mit. Erne Ma ettn hat es bitt schwerer als eine Schausplelerai."
„Schwerer? Ich weiß wirklich nicht, was du damit meinst, liebe Signe."
„Ach, du weißt es recht gut Und ich will mich auch gar nickst besser machen, als ich 5m. Wer weiß, was sich ereignet hätte, wenn ich länger tei meinen ehrgenigeil Plänen nmarrt wäre. Aber ich Farn über bie schüchternen Anfänge ja ergnttlich gar nicht hinaus. Ich war in jedem Wortsinn noch ein Neulftig, als ich Achim kennen lernte und bte Unklughnt beging, ihn zu heiraten."
(Fortsetzung folgt)


