suche, die Streitigkeiten beizulegen, gescheitert Waren, trat am Samstag im Reichsarbeits-- minifterium ein besonderer Schlichtungsausschuß zusammen, der nach elfftündiger Sitzung einen Schiedsspruch (fällte, in dem es heißt: „Es soll zunächst die Leistungsfähigkeit der Straßenbahn durch eine vom Schlich- tungsausschuß in Hannover eingesetzte Koni- mission nachgeprüft werden. Von der Wiedereinstellung sollen zunächst diejenigen ausgeschlossen werden, die sich strafbarer Handlungen schuldig machten. Soweit sich darüber biw- aus die Straßenbahn nicht die Wiedereinstellung Vorbehalten hat, wurde ihr aufgegeben, nach Anhörung der Betreffenden und unter Hinzuziehung eines vom Reichsarbeitsministerium zu bestimmenden.Unparteiischen nochmals eine gewissenhafte Prüfung vorzunehmen. Soweit hiernach von der Wiedereinstellung Abstand genommen werden muß, soll den Betreffenden zur Erleichterung des Ueber- qanges in eine neue Arbeitsstelle eine Abfindung von 5 00 Mark gewährt werden. Wegen der von der Arbeiterschaft gewünschten Ablegung der Mützennummern wurde den Parteien anheimgegeben, die Erlaubnis zur Ablegung an zuständiger Stelle zu beantragen.
Ausstand der städtischen Arbeiter in Chemnitz.
Chemnitz, 9. Oft. (WTB.) Die städtische Arbeiterschaft von Chemnitz ist heute abend wegen Lohnstreitigkeiten in den S t r e i k getreten. Infolgedessen wurden das städtische Elektrizitäts- tverk und das städtische Gaswerk abends stillgelegt. Die Stadt liegt im Dunkeln.
Angeberei bei den fremdländischen Üeberwachung-kommisfionen.
Von unterrichteter Seite wird uns geschrieben: Der französischen Ueberwackstrngskommifsion in Berlin ist vor einiger Zeit ein Schreiben au5 der Arbeiterschaft Lörrachs (Baden) zugegangen. in dem mitgetfift wurde, das Dersorgungsamt Lörrachs fahre fort, Leute zu rekrutieren. Die von der Ueber- nxuhungskommission angestellten Erhebungen haben gezeigt, daß die Verdächtigung unbegründet ist und dve Tätigkeit des Verforgungsamtes den Be- drnmmgen des Fnietensvertrages durchaus entspricht Ein Angestellter der Ueberwackmngskvmmis- sion äußerte gesprächsweise, daß bei der lieber* wachungskommission in Berlin fortwährend Briefe mit und ohne Unterschrift einlauftn, die ähnliche Angaben enthalten.
Wie würdelos derartige Angebereien sind, darüber braucht hier kein Wort verloren zu werden. Die gerade in letzter Zeit in der Oeffentlichkeit besprochene Finanzlage des Reiches und die überall l)crrschcnde Wohnungsnot sollten jedem Verftän- digm von selbst zum Bewußtsein bringen, daß alles daran gefitzt lverden muß, die ungebetenen Gäste fobald als möglich los zu werden. Statt dessen verschaffen solch gewissenlose Verderber unseres Vaterlandes den fremdländischen Osftziexen und ihrem zahlrcichen Anhang immer von neuem Möglichkeiten, sich zu betätigen.
Der sozialdemotratische Parteitag.
Kassel, 10. Oft. Der sozialdemokratisch e Parteitag trat heute abend unter Teilnahme von etwa 500 Delegierten zusammen. Oberbürgermeister Scheidemann wies in seiner Begrüßungsansprache u. a. darauf hin, daß, die sozialdemokratische Partei heute mehr denn je nicht nur gegen das deutsche, sondern gcp das internationale Kapital im Kampfe stehe, von dessen Geist der Vertrag von Versailles durchdrungen sei. Wir müßten in diesem Kampf, um die Sympathie und die Unterstützung der arbeitenden Bürger der ganzen Welt bitten. Wiler erklärte Scheidemann, daß das Ziel der sozialdemokratischen Partei nickst das Verbleiben in der Opposition sei, sondern die Gewißheit eines stärkeren Einflusses auf den Staat, als sie ihn in der vergangenen Regierungööoali von hätte ausüben können. Zu Vorsitzenden deS Parteitages wurden einstimmig die früheren Reichskanzler Hermann Müller und Scheidemann gewählt. Müller, der sodann den Vorsitz übernahm, sagte, nur dir sozialistische Arbeiterklasse trage dazu bei, oaß gemildert werde, waS in dem Versailler Frieden unerfüllbar und unerträglich sei. Was in Feindesland gesündigt sei, müsse wieder gut
gemacht werden, «der wir müßten auch
die Möglichkeit dazu haben. Der
Völkerbund müsse -um wahren Völkerbund
gemacht werden. Erfreulich sei, daß englische und belgische Sozialisten der Hoffnung Ausdruck gegeben haben, auf dem nächsten Parteitag anwesend sein zu können. Für Holland werbe Troelstra erscheinen. Unter dem Beifall der Versammlung wies Müller auf die Verdienste Brantings um den internationalen Sozialismus bin. Müller dankte insbesondere den dänischen Genossen für das Liebeswerk, das sie an deutschen Kindern getan hätten. Es gebe eine große Zahl deutscher Kinder, die dänische sozialistische Pfl'geeitem hätten und die diesen Liebesdienst ihr ganzes Leben nicht vergessen würden. (Beifall.) Müller fuhr fort: Mit tiefem Schmerze müssen wir feftftellen, daß die u r d e u t - s che n Danziger nickst mehr zu Deutschland gehören. Hier sind Deutsche gegen ihren Willen von Deutschland losgerissen. Hier gilt es zusammenzuarbeiten für ernten wahren Völkerbund. Wir weisen den Gedanken gc>va!ttätig-r Revanche weit von uns, wir wollen nur den Appell an das Reckst. (Lebhafter Beifall.)
Im Auft'age der dänischen Sozialdemokraten nahm, von lebhaftem Beifall begrüßt, S t a u n i n g das Wort und wies daraus hin, daß es bett Kampf gegen den Kapitalismus imb Militarismus gelte. Die Mrüstung müsse das Ziel ter Arbeiter klaffe aller Länder sein. Er freue sich, daß oaS Grenz- verhällnis zwischen Dänemark und Deutschland durch Bolki-entsch'idung geordnet sei. Die deutsche sozialdentekcaffschc Par'ei habe den Dänen immer Gerechtigkeit widerfahren lassen, die Dänen würden umgekehrt dasselbe tun. E n g b j 6 rg ütemiit tcltc d'e Grüße der schvedischen Genoffen, die alles getan- hätten und weitierhin tun würden um die mtemanonalen Beziehungen zu pffegen. Die schwe dische Arbeiterschaft habe reinen Tisch nut ter Bolschewismus gemacht und batte an den alter Grünffätz-n der Sozialdemokrat' feit Im Warne der Sozialdemokraten Dan z igs und des Laar- aebiels ettiärtien «vei Vertreter, baß fte fron ihrer Losrrißung von Deutschland, brr nur eine vo. overgehende sein dürfe, nicht aufhören würben, frr d-nlsch »u denk-.'n und zu fühlen.
*
Soziawemokratische Frauenkonferenz. I
Berlin, 9. Oft. (WTB.) Dem „Vor- wärts" zufolge ist in Kassel die sozial^ demokratische Frauen-KonsereuzH bei sehr zahlreichem Besuche eröffnet worden. J
Parteitag der hessischen Volkpartei. I rm. Darmstadt. 10.Oki. Der zweite ordertt- liche Parteitag ter Hessischen Bolkspartei (Landes- i verband der Deutsch-nationalen Bolküpartn) fand geftern und heute unter dem Borsitz von Dr.-äng. 8 K. Kling spo r bei guter Beteiligung statt. In S der geschlossenen Vormittagssitzung im fürsten- ’j saal erstatteten er sowohl wie die Prvrnuzialvor- sitzenden Berichte über die Lage und Haltung bet Partei. Frau Prof. H e r a u s - Offenbach sprach über die Tätigkeit der Frauen in der Partei, sind. Bossiu s-Gießen über die Ortsgruppe an der Landesuniversität Gießen. Landtagsabg. Brauer machte dann Mitteilung über die Landtagsarbeiten, woraus Staatsminister a. D. Helfferich- Berlin über den Reichstag und die politische Lage sprach, wofür er lebhaften Beifall erntete.
Heute früh wurden die VereinsangelegenheUen weiterberaten und nach lebhafter Aussprache beschlossen, auch für den hessischen Landesverband die Bezeichnung „Deutsch-nationale Partei" durchzufübren. Der Vorstand wurde Wiedergewählt und der Kassenbericht genehmigt.
Am Samstagnachmittag 5 Uhr fand im großen Orpheumssoale eine sehr gutbesuchte öffentliche Versammlung statt, in der nach Begrüßung durch den Vorsitzenden, Rechtsanwalt M e i sel-Darmstadt, der Staatsminister a. D. Helfferich einen IV2* stündigen Vortrag über die „Politische Lag e" hielt. Der Redner verstand eS, von vielen Zu- stnmmungskundgebungen unterbrochen, seine Zuhörer durch seine Ausführungen über die Regie- rungsverhältnisse, den Zusammenbruch und seine Ursachen und die Zustände bei und nach der Revolution und die parteipolitischen Machtverhälttnsse ufiu. recht fesselnd zu unterhalten. Er sparte nicht mit Vorwürfen gegen die verschiedenen, auch die anderen rechtsstehenden, Parteien und ging dann scharf mit ter sozialdemokratischen Partei ins Gericht. Der mit ter Regierungsbildung beauftragte Hermann Müller habe ein Doppelspiel getrieben, wie aus einem von Helfferich verlesenen Brief her- vorgehe. Der Redner bedauert dann, daß ter ein* aiae Ausweg, die Bildung eines bürgerlichem Blockes, durch die Haltung des Herrn Heinhe, der sich statt an die Deutsch-nationale Partei an die Mehrheitssozialiften gewandt und sich dort seinen Korb geholt habe, versperrt Worten sei. Die jetzige Haltung ter Regierung, die eine baDige Neuwahl verhindere, sei als Verrat an ter Einheit teS Reiches zu bezeichnen. Es fei kein Ausdruck des Volkswillens mehr, wenn die Regierungen von Preußen und Hessen an ihren Sitzen klebten. Er kritisiert weiter das Kohlenabßommen, den Notetat, ter das Tollste sei, was man für möglich gehalten habe, teim er enthalte trotz aller Mahnungen zum Sparen nahezu 25 00 0 neue Beamten- teilen im Reich. In ter heute nachmittag nieder im Orpheum abgchaitenen Versammlung prach zunächst Land- und Neichstvgsabg. Dorsch, der in seinen bekannten drastischen und scharfen Ausführungen das „Volk in Not" schilderte und Einigkeit empfahl, worauf Minister Helfferich in einer Ansprache einen Teil seiner gestrigen Rede wiederholte und lebhaften Beifall erntete.
Arrs Stadt nrrd lkand.
Gießen, den 11. Oft. 1930.
Amtliche LebenömittelPreise.
Für Lebens mittel aus den Neichsverpftegungs-- ämtern hat ter Reichsschatzmmister neu? Preise folge fefrt, die zum Teil von allgemeinem Interesse lütte Es kostet 1 Kilogramm Butter in Dosen ebenso wie Margaritre 21 Mk., Ochsenzungen, Schinken in Dosen oder Corned-Bees 20 Mk., Schmalzersatz, d. h. fettes Schweinefleisch inBücUen 15 Mk., Speck in Dosen 18 Mk., Wurstkonserven 12 Mk., Magermilchpulver 15 Mk., Gemüsekonerven 2.20 Mk., Büchsengemüse 4.50 Mk. bis 12 Mk., Speiseöl und Bienenhonig 30 Mk. AepfelmuS 11 Mk., Aepfel, Birnen, Pflaumen Stachelbeeren und Jvbannisbeeien als Konserven 9 Mk., Kirschen 10 Mk., Preiftlbreren 12 Mk., Süßstoff 480 Mck., Fleischertrakt 10 Mk, Pfesfer 75 Mk., Paprika 37 Mk., Nelken 52 Ak., ganzer Zimmet 68.80 Mk., Himbeersaft 21.60 Mk., Eier- vulver 40 Mk., Nährhefe 4.50 M Am bMigsten ist Puddingpulver, das nur 70 Pf. kostet.
Ber«xkkaltnnKen.
Montag: Sehießskand des Schützenvereins, ab 9 und 2Vt Uhr. Iaqt^chLeßen. — Caf4 Leib, 8 Uhr, Kvnyert und Äsrftelltmg ter Medick-Mei- dinger — Hotel Crih rn, 8 Uhr, Barier? und Ringkämpfe. — Lichtjpi.k Heater wie gtr rrn —
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** Volkshochschule. Man schveM uns: Das neue Semester, das am 25. Öftrer beginnt, umstlßt 16 Wochen. Tie Arbeitszeit totci> um Afohivachten durch 3 Wochen Ferien unterbrochen. Die lange Dauer erwögtickjt den Leljrern eine ein* gehende Belrmdllmg und »vi-rückffch? Vertiefung der eiu-elnen Stoffe, so daß Teilnehmer, die e r n st- haft mitarbetten, auch ohne besondere V.ir- btltemg erfolgreich die SCurle befwben können. Ter beste Beweis für diese erfolgreiche Arbeit tst ter Stamm von bleibenden Besuchern, ter mit jedem Semester wächst und ter die teste Empfehlung für die Volkshochschule ist. — Näheres über das neue Semester im Verzeichnis der Arofodsgemcrn- schäften, Vortragsreihen und Ebenen tarkurse, das in allen Buckchmrdlungen verkauft wird.
** Ausschußwablen zur Ortskrankenkasse. Die Wahl der Arbeitgeber und Arbeitnehmer zum Ausschüsse der allgemeinen Ortskrankenkasse findet am Donnerstag den 2. Dezember statt. Näheres siehe Anzeigenteil.
*♦ Freibank. Dienstag. 12. Oft., werten von 1—3 Uhr die Nr. 2601—2700 Mfcfert.
*♦ W arnung für Pilzsammler. Die Landwirte beginnen mit dem Ausstreucn fünft» lichen Düngers auf den Wiesen. Ta diese Düngemittel merstens giftig sind und durch Kochen ihre "ekilndheitsschädlichen Eigenschaften nicht verlieren, ässe man Pilze stehen, die am Wiesen wachsen, das graue Düngesalz noch an den Arasspttzen
in 12 Minuten. Heute findet ter Revanchekampf Schneider gegen Gehrmann statt. . w
** Einst und jetzt. Treffend hat ein Beamter des Frankfurter Wohnungsamts die veränderten Zetten gekennzeichnet, intern er einem Heiratskantedaten, ter sich als Wohnunysuchender cintragen ließ, sagte: „Liewer Herr, laste Se not des Heirate bleit«! Gucke Se, früher hat mtr zwa Jahr gebraucht, bis mer a Braut halt, tut an balwe Tag zum Wohnungsuche, int beut hawe Se im halwe Tag a Brant un in zwä Jahr noch ket Wohnung!"
Landkreis Gießen.
Großfeuer.
-m. Lich, 11. Oft. Heute früh nach 3 Uhr brach in ter hiesigen Ziegelei auf bis jetzt unaufgeklärte Weise Feuer aus, das nasch um itch griff. Benachbarte Wehren, auch das Gießener Feuerwehr-Auto, wurden telephonisch gur Hilfeleistung hertengerufen. Weithvt war der grelle Feuerschein am Himmel sichtbar. Gegen 6 Uhr war da- Feuer auf seinen Herd beschränkt und tee vollständig ausgebrannte Ziegelei mußte znstunmen- gerissen werden, so tech nur noch tteine UeLerrefte von ihr vorhanden sind. Viele Arbeiter sind durch das Unglück arbeitsfos geworden. ,
Zu diesem Brande erfahren wir Wetter folgende Einzelheiten: Die mit allen modernen Einrichtungen versehene Industrieanlage, die tee werte Umgebung mit Bausteinen und Ziegel versorgt, ist völlig niedergebrannt. Mrllionenwcrte sind dabei vernichtet. Der Feuerwehr ist es m angestrengtester Arbeit gelungen, die stark gefeinte ten Nachbargebäude zu retten. Der Rinaosen gehörte einer Aktiengesellschaft. Allem Anschein nach liegt B r a n d ft i f t u n g vor. Erne Verhaftung ist bereits vorgenommen Worten.
- Von de r Feuerwehr Gießen hnrb gemeldet: Heute morgen lief auf der Feuerwache am Oswalds garten die telephonische Meldung em, in Lich sei Groß feuer. Auf die telephonische Rückfrage, ob von ter Bürgermeisterei Ltch d« außerordentliche Brandhilfe verlangt werte, erfolgte 5.09 Uhr eine zusagende Antnwrt. Nachdem die Wache mit den erforderlichen Ersatz- mamischaften besetzt und Kreisstuerwehrinstektor Dickors zur Mitsahrt.geholt war, rückte bie Autv- spritze 5.36 Uhr aus mid traf 6.10 Uhr in Lich ein, wo Großfeuer in der Ziegelei ausgebrochen war. Tie Licher Feuerwehr hatte bereits tes Feuer in tatkräftigster Weise angegriffen und entgehet ft, so daß unmittelbare Geßthr nicht mdjr vor banden war und die Autvinobilipritze nicht in Tätigkeit zu treten brauchte. 6.40 Uhr trat deshalb die Gießen er Mannschaft die Rückfahrt an und traf 7.09 Uhr auf ter Wache wieder ein. *
-m. Heuchelheim, 11. Oft. Den beiden (Sfctfowi: GmdarmeriewachttneisteM Schwtffmann und Hofmann gelang es am Samstag zwei junge Leute aus Gießen als die Täter des am Dvnners- tag hier verübten Einbruchs bet Karl Volkmann feftzunehmen. Ten jugendlichen Einbvechern war eine beträchtliche Summe Geltes in die Hände gefallen, die bereits zum Teil verjubelt war.
Kreis Alsfeld.
X Zell b. AllSfeD, 10. Oft. DaS eiferne Kreuz 1. Klaffe wurde nachträglich Lehrer Ott» Roth (seinerzeit Leutnant in ter Ma- schinengewehr-K)Mpagnve des Jnf.-Regts. 116) verliehen.
Kreis Lauterbach.
0 Lauterbach, 8. Oft. Der plötzlich und unerwartet verstorbne Kreisarzt, dNedi-inalvat Dr. Schenk, war ein in seinem WrrkungAkrms äußerst bclieb'er Mann, ter in seinem Beruf sich stets von einem edlen so-valen Sinn Irren Itr und ter Bevölkerung des Kreises stets ein Hilfs«- bereiter Berater gewesen ist. Um dir öfßmtliche Gesundheitspflege im Kreise hat er sich hohe Vertiertste erworben. Politisch gehörte ter Verewigte ter Deutschen Volkspartei an. die in ihm einen b-g i^er en Anhänge, und eifrigen Förtercr ihrer Ziele verloren te1. i? hiesige Ortsgruppe der Partei widmece daher ihrem heimg^angenen Mitglied auch einen ehrenvollen Nachruf.
Kreis Friedberg.
Der Nachklan« zum Arrzte- rmd Natur- hsr-cherksugreß.
4 Bad-Nauheim, 8. Okt. In einer Sitzung sämtlicher Ausschüsse der Aerzte- nndNaturforscherversammlUng konnte gestern abend vom 2. Vorsitzenden des Geschästs- führrnten Ausschusses, RealsckMdirek'or i. P. Pros. Dr. Zimmer, ein erfreulicher Rückblick über die hinter uns liegende Taguna erstattet werden. Zahlreiche Schreiten maßgebender Persönlichkeiten sind bereits eingelaufen, ine alle darin übereinstimmen, daß ihnen die Nauheimer Tage unvergeßlich bleiben mürben. Und in zahlreichen Zeitungen tes In -und Auslandes, vor allem auch in medizinischen Fachzeitschriften ist unserem schönen Badeorte eilte An- e,k nnung ausgesprochen worden, auf die nicht nur intfere Stadt, sondern auch das ganze Hesfenland stoiz fein Mirfat, ist es ja gerate ter hessische Staat gmiefen, ter wesentlich zum Gelüweu des Kongresses teigetragen hat. Der Geschästsführente Ausschuß lieh deshalb affen Teilausschüst'en. ter Stadt und ter Einwohnerschaft einen besonderen Dank aussprechcn, vor allem auch dem wissens ch a f.t- lichen Beirat ter Nachbarh o chfchulen, der cm wesentliches Stück der Vorartetten über- tnommen hatte. Den Herren der Nachbaruniversitäten, die als Einführente oder Schriftführer der 30 facfai.sienschaft tchen Abte lungen tätig gewesen, wurde besonders noch mit herzlichen Worten tes Dankes gedacht. Bürgermeister Dr. Kayser sprach dem Gcschäftsfüh.enteu Aueschriß für die mühevoffe Arbeit, die er seit seiner Konstituierung im März dieses Jahves geleistet, den Dank aller Anwesenden aus.
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Q. Bad-Nauheim, 9. Okt. In ter am 8. dieses Manats abgehaltenen Stadtverord- neten-Versammlung ßam u. a. f-'gentes zur Verhandlung: In die städtische Pveisprüfungs- stelle »ourden 16 Perfnteu aus Hantel, Gewerbe und V«i:braucherkre:sen gewählt. — Ein Gesuch des Hotel Bristol um Äefürworttmg zur Errick>- tuns einer Smg'spi lba.ffe wurde mit ter Begrün- drncg abglehnt, daß Bad-Nmcheim sckvn genug Unt*rbal:uug bäte — Dem Turnrerein wird gesittet, die Turnhalle ter VolkSschw e für seine Hebungen zu benutzen. — Für bauliche Verän- dnungen im Krank-nhaus und Erichtung eines Anteues werten 130 000 Mk. bewll.igt. — Die Bürgermeistern ml sich bemühen, eme bessere Z ug verbindu n g für Bad-Nauheim im Venter fabrpban zu erreichen mtd zwar geht der Wunsckt dahin, raß zwei Personen züge, die tn telt Atendftunten von Frankfurt kommend tu Friedberg liegen bleiben, bi- Gießen
Idurchgcsührt werbenl
fd. Vilbel, 11. Oft. Der Gesamtvvr- an schlag für unsere Gemeinde schließt mit einem Defizit von 210 000 Marr ab. Zu ieüter Deckung hofft man Mit ter Besteuerung des steuerfreien Einkommens, der Hunte- und Vergnügungssteuer au^ubommen und für den Rest teil staat- lichen Aus-ckeichsßmds l)ercmzl»ziehen. — F-ür i>u Erbauinrg der elekirischen Lich amvago bewilligte ter Gemeinterat dnldntmig 500 000 Mark.
Starkenburg unv Nbeinliesscn.
fd. Bingen, 11. Okt. Der Verkehr auf der Hindenb u rg b rücke ist von den Besatzung-, behörden freigegeben worden.
Hessen-Nassau.
Milliouenmiterichlagungen bei edier Bank.
ft. Frankfu rt a. M., 11. Oft. Mr berichteten am Samstag von ter Festnahme bei 21iäbrtgen BanLmge^ell e-.t & ebn er, in dessen .Köster man über drei MUlionen Mark Paviergel^ iototc mehrere Kilo Feingold und tverttroUe Brillanten fand und bemerk en, Hetzner habe angegeten die Reichtümer durch Valutchp kuia^i n?n erworbeir zu haben. Während man zuerst aunahm. daß Hetz- ner im Auftrag von anderen seine Schätze ini Ausland schmuggeln sollte, haben die Ermittelungen rasch ein ganz a-nderes Ergebnis gezeitigt Hetzner, ter vorher in Nürnberg in S ellung war ist seit einigen Wochen in der Filiale ter PfäHischor Bank auf der Zeil tätig gewesen. Durch Buch- fälschungen von Gwßkunten mit Riesen- mnsatzen gelang es ihm, sich dort die bei ihm gc- ftmbnicn Summen anzueignen, von denen et außer den 200 000 Mark für ein Automobil noch verhältnismäßig wenig auSgegrten hatte. Die Untersuchung wird auch twd) ergeben, auf welche Weise Hetzner in den Besitz tes Fer.igiltes und ter Britz, bauten gelangt ist. Die Veruntreuungen bei der Bant wurden erst aufgeteft, als man durch die Veröffentlichung in den Zeitungen von ter Verhaftung, Hetzners erfuhr. Da .Hetzner, ter sein Fenrbleiben aus dem Geschäft mit Krankheit vn- fcfailHflt hatte, nicht mehr erscküenen war, bracht, man sein Fernbleiben und die Berhaf ung bei bet Bank in Zusammenhang und atng sofort an eine Nachprüfung der von ihm geführten Bücher. ES ergaben sich dann rusch tee Nieftnun:erschleifk, Durch dieses Vvrüommnis sind andere Beamte, die die Nachprüfung hatten, in sehr iman genehm Mitleidenschaft gezogen worden. Um die große Unterschleift zu ermöglichen, batte Hetzner ein fingiertes Konto angelegt, in ba3 er namentlich bedeutende Zahlungen eintnig; natürlich wurden hierdurch die ZahlungseingäE den richtigm Emps.btz gern nicht nrrbgeteilt, so daß sich schon nach nxntfltn Tagen die Verschleierungen und Desrarchativnnt hätten vstertboren müssen. Das wartete Hetzner jedoch nicht ab, stmdern er suche vorher zu ter- sckmiinden, nachdem es ihm gelungen war, sich Millionenbeträge an^uergnen. Anscherurno war seine weibliche Begleitung daran Schuld, daß er sich nicht rechtzeitig von Fvanlfutt trennen formte. In welck-em Zusammenhang mit ter Gescknchte fern ebenfalls verhaftetes Freund steht, bei dem man 60000 Mark und für eine halbe Miltfon Mark Brillanten gefunden hat, muß die Untersuchung ebenfalls noch ergeben.
Doppelftlbstnwrd.
fd. Marburg, 11. Okt. In einer hiesig« Heilanstalt hatten sich ein verheirateter Mam aus Michelbach und ein Dienstmädchen Fenner gelernt. Nachdem sie seit einigen Tagen verschmiß den waren, gelangte nun die Nachricht hierher, daß sich beide bei Fritzlar, wo das Mädchen beheimM ist, das Leben genommen haben.
Beim Drüchensteigenlassen yetötrt.
Rod heim a. d. Bieter, 10. Oft. Ein tau» riger Un fall ereignete ftch gestern mittag tu mrftrem Dorfe. Zwei lebensfrohe Knaben, bi< lustig ihren Drachen steigen liefen, kamen teilet tei Hochspannung zu nahe. WSlwend der eine mä erheblichen Brandwunten daton kam, mußte der rattere sein Spiel mit dem Tode bezahfen.
Der Hanauer Rachauskonflikt.
fd. Hanau, 11. Okt. Wir der „Han. Ans* ersähet, wird der Oberpräsident ter Pnumi .Hessen-Nassau anfangs nächster Woche hierher- kommen, um in dem Konflikt zwischen Magisft-t iinb Stadtverordneten einen Ausgleich zu versuchen.
X Gelnhausen, 9. Oft. Im benachbart« intterfrfl’nftkten Städtchen Kitzingen hatte fl» 27. August te:r 57jährige Georg Wagner amt Ahhousen giftige Knollenblätterpilze alt Champignon verkauft. Tie Frau tes Schrein«» Meisters Tietrich aus Kitzingen kaufte davon will rid'dete sie zu einer Mahlzeit her. Alle, die davm aßen, erkrankten schwer, vier davon mußM sterben. Die reine Geldgier hatte bett Wagner zu dem Verkaufe veranlaßt. Wegen fahr'.ässtger Tötung hat ihn die unterfränkffck-e Strafkammer $n 3 Aahveu Gefängnis verurteilt.
Vie frankfurter Meffe.
mc. Frankfurt a. M., 10. Oft. Der lest« Metztag brachte noch eine ganze Anzahl von (Sw kau fern nach Frankfurt, von denen leider etiu^ unverrichteter Dinge abziehen mußten, weil »I Aussteller schon eingepackt hatten. Namentlich U den Mittagsstunden setzte ein Hasten, Jagen uw Schaffen ein, wie man es kaum erlebt hat, da all» noch am Sonntag nach Hause kommen room-! Gegen Abend war die Fcschalle mit AuSnaM" ter schweren Maschinen, die natürlich nicht a. montiert werten konnten, leer. Die Züge nach aut- ■ wärt« Waren überfüllt unb namentlich die FE^ mußten bedeutend verstärkt werten. Rückbftüem auf die dritte Meffe muß noch einmal sestgeMtt werden, daß sie in allen Teilen ein voller utt- bestrittener Erfolg gewesen ist, von ein« Geschäftsflaue wie in Leipzig war kaum etwas bemerken. Das Meßamt wird bei der kommend« Frühjahrsmesse alle Branchen nach Mögttchk<"° auf dem Festhallengelänte konzentrieren, t«x>urtc die Frankfurter Messe an innerer Geschlossenhim noch weiter gewinnen wird.
mc. Frankfurt a. M., 10. Oft- Auf tg gestrigen Bibliophilentagung wmte nwt einem Vortrag von Martin Breslauer Über W Lage teS deutschen Anttguariates beschlossen, V« Verkäufen in das Ausland einen zufr schlag von 150 Prozent für AntiguariatsbÜcher nehmen und diesen Aufichlag zur Verbilligung M deutsche Käufer zu benutzen.
Die ttartoffelversorgnttg.
Die ReichSzentrale für Heimatdienst schveiAl- Um den ivTocn Gerüchen cntgegenrnttemu. daß die Kcn^vfftlvcrfaogung nicht hinlänglich refteHt wäre, sei daraus btng^mekn, daß d e duwo iri-fewerkräse und ivnsdnne sichergestellten W stäub e von insgesamt 55 Millionen Zariner NM , mehr als dir LÄfte dessen darstellen, was im vc^
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