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170. Jahrgang
Dienstag, 10. August 1920
Erstes Blatt
Annahme von Anzeigen für die lagesnuntmer bis zum Nachmittag vorher ohne jede Verbindlichkeit. Preis für 1 mm Höhe für Anzeigen v. 34 mm Breite örtlich 35 'Pf., auswärts 45 Pf.; für Reklame- A ^zeigen von 70 mm ‘Breite 150 Pf Bei Platz- vorfchrift 20u , Aufschlag. HauptfchriftleUer: Aug. Goetz. Bei antwortlich für Politiki Aug. Goetz! für den übrigen Teil: Dr. Neinhold Henz; für den Anzeigenteil: H. Deck, sämtlich in Diehen.
m. 186
Dec Sietzener Lazria« erscheint täglich, anher Sonn- und Feiertags.
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GiehenerAnzeiger
General-Anzeiger für Oderheffen
Dntd mb vertag. Vrühl'sche Umv.-Vmh nnö Stembntderd K. Lange. Sdfriftkitimg, Sefchäftrstelle und Vrnderei: Zchulstratze 7.
zu
Der
Englische Finanzkniffe
in
erobern.
Der polnische Heeresbericht.
Ans dem Reiche, Reichspräsident an die aufgelöste Nrl gade Döberitz.
gegenüber einem Mitarbeiter der Zeitung „Morgen", daß nur wenig Hoffnung bestände, den Ausbruch des Streikes zu verhindern, weil die zuständigen Ressortchefs nicht ui Wien an* wesend seien und die Zeit zu Verhandlungen zu kurz sei. Der Streik soll in Wien und gang Oesterreich gleichzeitig ausbrechen.
Berlin, 9. Aug. (Wolsf.) Seit heute vormittag ist der Fernsprechverkehr mit Wien wegen des Streiks der Telegrcr- phenbeamten in Wien unterbrochen.
Postftreik in Oesterreich.
Wien, 9. Aug. (Wolff. > Tie Montagsblätter bringen Einzelberichte über den Streik der Telegraphen- und Telephonbeamten, weicher heute mittag ausbrechen foll und dem sich am_ Dienstag auch die Postbeamten anschließen sollen. Die bisherigen Verhandlungen mit den Vertretern des Staatsamtes waren ergebnislos, da die meisten Regierungsmitgliedec nicht in Wien weilen. Staatssekretär Harnisch erklärte
Graf Ssorza über die Gewaltpolitik in Syrien.
Rom, 8. Aug. (Wolff.) Stefani Bei der Beratung über den Friedensvertrag von St. Germain in der Kammer führte der Minister des Aeußern Graf Sforza unter anderem aus: Die Besetzung von Damaskus und einiger anderer Ortsclzaften von Syrien durch die f r anz ö s is ch e n Truppen werde im Hinblick auf den immer noch in Kraft befindlichen Waffenstillstand mit der Türkei aufrechterhalten bleiben bis zur Unterzeichnung des Friedensvertrages mit der Türkei. Italien könne seinerseits nichts anderes tun als die internationalen 9?»rträge strikte zu beachten und dem Wiedererstehen des arabischen Volkes mit aller Sympathie seine volle Aufmerksamkeit zu schenken.
In bezug auf die Petroleum frage erklärte Graf Sforza, daß er darüber wachen werde, daß sich nicht irgendeine Monopolstellung bilden werde, die gegen die Interessen Italiens gerichtet sei.
Persien.
Paris, 9. Aug. Wie die Havas-Agen- tur mitteilt, dementiert die persische Gesandte schäft in Paris die Konstantinopeler Nachricht, der Schah von Persien habe abgedankt.
Vie Lage im Osten.
Berlin, 9. Aug. (Wolff.) Nach einer Meldung der „Vossischen Zeitung" aus Marienwerder sind die polnischen Land rate durch einen Befehl der Woiwodschaft Posens ermächtigt worden, alle für Deutsch land propagandatreibenden Deutschen sofort zu e r s ch i e ß e n.
Gegen die von der (Entente bcabfidrtitfte Abdrängung Ostpreußens von der Weichsel Hal die Landwirtschaftskainmer der Provinz Ostpreußen einen Protest an die Regierung gerichtet.
Wie der „L-okalanz." meldet, ist der Kreisoorsitzende des sozialdemokra tisch en Wahlvereins für den Kreis Putzig, Emil Gnadt, am Samstag früh 4Uhr von den Polen verhaftet worden.
Der russische Heeresbericht.
damit zu erzielenden Schiffahrtslinien zu l konzentrieren, und jede Zersplitterung in abwegige und unrentabele Seitenlinien zu verhindern.' B. I.
London, 9. Aug. (WTB.) Ein Funkspruck aus Moskau übermittelt folgendes Telegramm: Wir haben Tsche rnin eingenommen, Ö-tft^je Kämpfe fanden auf der Linie Zabasai statt. Bei Brody haben ivir die Polen bei den Kämpfen vom 4. und 5. August zurückgeirrorfen. Wir machten Gefangene und erbeuteten Maschinengeivebve. Die rassischen Truppen haben den Strypafluß 15 Kilometer südlich von Tarnopol erreicht. Aus der Krim wurde die Armee des Generals Wrangel nach heftigen zehntägigen Kämpfen bei Alexandrowsk zurückgeworfen.
Berlin, 10. Aug. Wie verschiedene 9Jlorgen» blätter l>erichten, haben die Ruhen gestern ine Bahnlinie Wa r s ch a u -- M1 a w a übers chrit- ten. Die polnischen Truppen, die zwischen Stro- lenka und 'südlich Ostrowo noch operieren, sind von Warschau so gut wie abgeschnitten. Die Russen stehen nördlich von Warschau noch ungefähr einen Tageinarsch entfernt.
Bo» der Roten Armee.
London, 10. Aug. (WTB.) „Evening Standard" erfährt von zuständiger Seite, es bestehe Grund für die Annahme, daß Lenin und seine Kollegen sich in den Händen der Führer der Roten Armee befänden, die zum größten Teil aus ehemaligen zaristischen Offizieren beständen und im Siegesräusche entschlossen seien, Warschau
Paris, 9. Aug. (Wolff.) Wie der Sonderberichterstatter der „Action ftaucaise" mitteilt, machten die Franzosen auf der Konferenz in Hythe positive Vorschläge, die darauf hmausgingen, die Besatzungstruppen vonOberschlesien an die polnische Front zu entsenden. Darauf hätten die Engländer erwidert, daß Deutschland dagegen protestieren werde. Ferner sollten Verstärkungen naa) Rumänien geschickt werden, um von dort aus unter französischem Kommando vorzurücken. Diese Verstärkungen sollten den ftan- zösisch-englischen Besatzungstruppen entnommen iverden, die sich in der Türkei befinden. Nach einer Radiomeidung aus Hytlre sol'eu zni'chm Gecgr und Mtlllra d Memungsver chw cnyetten entftaiiben sein über die Veru-endung von V: satzungstruppen von Oberschlesien und über die Rolle, die Rumänien spielen soll. Lloyd George sei nach Schluß der gestrigen Nachmittagssttzung offensichtlich schlechter Laune gewesen.
Paris, 9. Aug. (Wolff.) Wie die Pariser Ausgabe der „Daily Mail" aus London meldet, glaubt man dort zu wissen, daß Kamenew folgende Vorschläge macht, die der- Beratung der Konferenz von Hythe unterliegen: 1. Angebot der Sowjets, die Schulden der zaristischen Regre- rung bei Frankreich anzuerkennen, 2. Annahme der Konferenz von London zwischen'Rußland und oen Verbündeten, 3. Rückzug der Roten Truppen auf die ethnographischen Grenzen Polens, 4. Amnestie für General Wrängel und 'seine Truppen unter der Bedingung, daß sie Rußland verlassen.
Die Meinung des Marschalls Foch.
Paris, 9. Aug. (WTB.) Nach einer Havasmeldung aus London ist den Zeitungen zufolge Marschall Foch immer noch der Ansicht, Polen sei noch weit entfernt vonderNiederlage, und es könne durch eine rasche Reorganisation seines Heeres seine Grenzen mit Erfolg verteidigen.
Ein neuer .Konflikt zwischen Rußland und Frankreich.
London, 9. Aug. (WTB.) Havas. Ein Funkspruch Tschitscherins an Kamenew beauftragt diesen, die Intervention Englands in einem Konflikt, der zwischen den Marinebehörden von Odeffa und dem Kommandanten der französischen Flotte ausgebrochen ist, herbeizuführen. Tschitscherin beyauptet, daß die TranSpvrtdamp- fer „Alegretto" und „Batavia", die von Frankreich kamen, für General Wr angel bestimmte Kriegskonter- b and e enthalten. Aus diesem Grunde widerfetze er sich der Abfahrt dieser Fahrzeuge aus dem Hafen und suche zu erreichen, daß die englische Regierung ihren Einfluß geltend mache, damit der Konflikt gütlich geregelt werde.
Ministerrat in London.
London, 9. Aug. (WTB.) Lloyd G eorge berief für 6 Uhr abends einen M i- n i st errat nach der Towningstreet ein, um seinen Kollegen die Lage zu schildern.
Wie die „Bosfische Zeitung" erfährt, und England Bestrebungen im Gange, die auf eine Freigabe der im Kriege befchlagnahm- ten Privatguthaben der vormaligen Feinde hinzielen. Es handelt sick^dabei nicht um ein Entgegen kämmen gegenüber Deutschland und feinen Verbündeten, sondern um ein ganz nüchternes Rechenerempel. London war vor dem Kriege die Hinterlegungsstelle für Wertpapiere .ans aller ÄSelt. Tie englische Regierung befürchtet, daß die Konfiskation die Kapitalisten aller Länder veranlassen weroe, ihre Wertpapiere an einer Stelle niederzulegen, wo sie vor den Folgen der Kriegsverwickelungen sicher seien und daß London daturch seine Stelle als Zentrale des internationalen Geldmarktes verlieren werde.
Kopenhagen, 10. Aug.' (WTB.) Rach einem Telegramm aus Warschau meldet der polnische Heeresbericht: Ter Feind setzt mit Hartnäckigkeit seine Angriffe in der tagend von Ostrvlenta fort. Unsere freiwilligen Kaoallerie- und Jnfanterikabteilungen 'haben nicht allein alle Angriffe zurückgewiesen, sondern and) durch eine Reihe von Gegenangriffen mehrere hundert Gefangene gemocht und eine Menge Maschinengewehre erbeutet. Zwischen Ostrolenla und dem Bug halten unsere dlbteilnngen die Fühlung mit dem Feinde aufrecht, der sich zu n e u c n O pera t io- n en umgruppiert. In der 0'egend von Malkin wurden starke feinblidje Llbteilungen, die sich unseren Vorhuten näherten, durchs unser JScucr vertrieben. Oestlich Von Sokolow dauert der-'Kamps auf dem ivestlichen Bug-User fort, während der Feind weiter südlich mit schweren Verlusten auf das Ostufer Mcückgewvrfen wurde. Bei Brest - Lito'wsk wurde der Feind durch einen glänzenden Angriff unserer Truppen hart an den Fluß gedrängt. Wir mochten hier große Beute u. 'a. eroberten wir eine ganze Batterie GesMtze und 'eine Menge Train. Südlich von Brcst-LrWwSk wiesen wir feindlick)e Angriffe gegen unseren Brückenkopf Slawatycze zurück. Bei dem Kampf in der Gegend von Brody haben unsere Truppen den Feind in der Richtung auf Radzuvilow zurückge, rooricn und mehrere hundert Gefangene und große Beute gemacht, darunter die Fahne der zweiten bolschewistischen Kavalleriebrigade. An der Se- r e t h - L i n i e setzten die Bolschewisten den Kampf ohne Erfolg fort. Wir haben weitere 42 Maschinengewehre erbeutet.
3u den Beratungen in Yylhe.
Paris, 9. Aug. (WB.) dkach einer Havas- meldung aus Hythe tonferierten Millerand und Lloyd George heute vormittag von 10 bis 2 Ubr. Tie Verhandlungen werden heute nachmittag fortgesetzt. Dre Marschälle Foch und Wr l - o n und der Admiral B eat t y wohnten der Verhandlung bei. Sie war der Prüfung der Ansstcl lung von Maßnahmen gewidmet, die von den Alliierten gegen Sowjetrußland ergriffen werden könnten. Unter diesen Maßnahmen befinden sich auch tue Blockade und die Konstituierung einer Teen s i vs ro n t in Verbindung mit den Rand- taalen Rußlands, Lettland, Estland und Finnland usw. Tie Frage sei nur, ob ein von englischer Seite ausgehender Wunsch, die Aktion von der Bedingung abhängig zu ,machen, daß Polen die Bedingungen Rußlands nicht annehmen tonne, zur Durchführung gelangt. Ferner wurde die Frage erörtert, ob die Anwesenheit Kamenews und Krassins unter der Haltung der Moskauer Regierung noch angängig wäre. In englischen Kreisen glaubt man, Rußlands Handelsvertreter seien mit ganz bestimmten Bedingungen nach London gekommen, urtb die wirtschaftliche Mission könne nickst verantwortlich gemacht werben für die Haltung ihrer Regierung in politischen Fragen. Ihre Ausweisung könne nur dann genügend motiviert werden, wenn sie die persönlich übernommenen Verpflichtungen nicht einhielten, dies sei aber nicht der Fall. Bon französischer Seite wird noch bemerkt, wenn die Entente die Blockade Rußlands beschlössen, hätten die Handelsvertreter dieses Staates in London nichts mehr zu tun. Aber man könne nicht zu Zwangsmaßnahmen gegen eine Regierung schreiten, deren Delegierte gleichzeitig in friedlicher Absicht in England als Gäste toeilten. Man hofft, daß man diesen Nachmittag die ab- toeid^enben Gesichtspunkte klären kann. Millerand wird heute abend 8 Uhr von Folkestone nach Pans abreisen. Lloyd George will bereits heute abend in London eintreffen. Tie in Hythe auf» getauchten Gerüchte, Kamenew fei in Hythe angekommen, entbehren jeder Grundlage.
Die Main - Weser-Verbindung.
Wir erhalten folgende Zuschrift:
In Verbindung mit den gesamten Groß- kvasferstraßen-Projekten, die gegenwärtig.für Deutschland erwogen werden, muß auch immer wieder auf die Notwendigkeit einer Verbindung von Weser und Main hingewiesen werden. Angesichts dieser Tatsache ist es völlig unverständlich, daß die preußische Regierung gegenwärtig kurz oberhalb Hann. Munden eine Wehranlage mit einem Kosten auftvande von 14 Millionen Mark einrichten will, welche z. B. das Projekt des Werrakanal- Vereins gänzlich unbeachtet läßt, und nur eine Schleuse von 40 Meter Länge und 6 Meter Breite vorfieht, die nur kleinen Fahrzeugen von höchstens 150 Tons und Flößen die Durchfahrt gestattet. Für einen Großschiffahrtsweg ist diese Anlage ein Hin dernis, das, sobald man der Frage des Werrakanales näher tritt, völlig umgebaut werden muß. Also fortgeworfenes Geld!
Gänzlich unverständlich aber ist es auch, daß gegenwärtig Kreise aus dem Gebiete der mittleren Werra glauben, den Interessen der Werrakanalisierung dadurch zu dienen, daß sie ein thüringisches Kanalprojekt, eine Verbindung über Eisenach, Gotha, Weimar mit der Elbe damit verkuppeln. Einmal wird auch dies nur eine Linie sein können für Schiffe mit geringer Ladefähigkeit (höchstens 300 Tonnen), und dann auch darf man hier bei den geringen zur Verfügung stehenden Wassermengen kaum damit rechnen, daß aus- reichende elektrische Energiemengen gewonnen werden, welche zugleich auch noch die Rentabilität der wasserwirtschaftlichen Anlagen werden helfen müssen zu steigern.
Denn angesichts des uns drückenden dauernden Kohlenmangels — infolge der Lieferungen an das Ausland und als Exportobjekt — werden wir selbst in der stärksten Weise die Wasserkräfte uns nutzbar machen müssen.
Eine Anlage, die sowohl nach dieser Richtung hin voll allen Anforderungen entspricht, die aber auch zugleich der gegenwärtigen Weserschiffahrt einen günstigeren (vorläufigen) Endpunkt gäbe, und überdies zugleich weit hinauf in das, Stromgebiet der Fulda und Edder Vorarbeiten für die Verbindung zum Maine leistete, ist die von Senator W. Meyer-Hameln entworfene, die sich z. Zt. nach ihren gegenwärtigen Herstellungskosten in Berechnimg befindet und in einigen Wochen hoffentlich den maßgebenden Stellen als fertig berechnetes Projekt mit Herstellungs- und Rentabilitätsberechnungen vor liegen wird.
Um es no cheinmal kurz zu erwähnen, sieht das Programm an Stelle der sieben kurzen Staustufen zwischen Hann.-Münden und .staffel eine einzige Stauanlage bei Wilhelms- hausen vor, wodurch es möglich wäre, bis Kassel mit 1000 Tons-Kähnen Weser und Fulda zu befahren, — dazu kommt, um eine gleichmäßige Wasserhaltung der Oberweser zu gewährleisten, noch ein weiteres System von Staustufen in Fulda und Edder, wodurch die Schiffbarkeit dieser beiden Flüsse bis über Melsungen bzw. Gensungen hinaus schon gewährleistet wäre, was ebensowohl einen weiteren Ausbau der Fulda in der Richtung über Bebra-Hönebach zur mittleren Werra und weiter zum Mittel-Maine erleichterte, wie auch die Linie lüber die Schwalm (in bet bei Kerstenhausen eine Staustufe von etwa 100 Millionen Cbm. Wasserhaltung vorgesehen ist), Ohm und Lahn zum Gießener Becken und weiter Lahnabwärts zum Rheine bzw. durch die Welterau nach Frankfurt a. M. ermöglichte.
Daß gerade bei dieser letzteren Linienführung die Eisenerze des Gießener Beckens eine hervorragende Rolle bei der Rentabilitätsberechnung spielen, sei nur beiläufig erwähnt, — daß eine Verbindung von Bremen über Kassel nach Frankfurt a. M. auch für den künftigen Transitverkehr von ungeheurem Werte ist, sei nur beiläufig noch gestreift.
Der Hauptwert des erwähnten Meyer- schen Projektes für die Gegenwart aber beruht auf seiner Rentabilität, denn die hierbet SU erzielende elektrische Energie wird imstande sein, die B a u k o st e n d e r G c s a m t a n 1 a - 9en (Unkosten wie Ertrag auf heutigen Geldwert bezogen) in ein bis höchstens zwei Jahren zu amortisieren. Welche. Bedeutung also einem Werke zukommt, das imstande ist, allein, ohne Rücksicht auf feine, verkehrstechnische Wichtigkeit, nur als Kraftanlage mehr als 200 Millionen Kilowattstunden im Jahre zu liefern, dürste wohl auch dem Laten klar sein.
Auf jeden Fall wird es Aufgabe aller interessierten Kreise sein, die gesamten Kräfte auf die Energie-Anlagen ebenso wie auf die
Berlin, 9. Ang. (Wolff.) Der Reichs« Präsident sprach der aufgelösten Bri-^ gäbe Döberitz in folgendem, an den Generalleutnant gerichteten Schreiben seinen Dank aus:
Berlin, 4. August. Hochverehrter Herr General! Der Brigade Döberitz, die infolge der Verringerung der Heeresstarke in ihrer gegenwärtigen Zusammensetzung nunmehr zu bestehen aufgehört hat, danke ich für die treuen Dienste, die sie dem Vaterland« leistete. In unruhigen Tagen, aus Angehörigen aller Stämme des deutschen Volkes zu- sammengefaßt, hat sich die Brigade Löberitz unter Ihrem .Kommando und unter Leitung!, anderer bewährter Führer in kürzester Zeit zu einem einheitlicheti, stets verwendungsbereiten und vortrefflichen Truppenkörper herangebildet, der während der vier Monate feines Bestehens von treuer Pflichterfüllung und Hingabe an das Vaterland beseelt und eine unbedingt zuverlässige treue Stirtze iw der Hand der Reichsregierung war. Di« Truppe, die Sie, hochverehrter Herr General, in inusterhafter Weise ausgebildet und geführt haben, stand nicht nur militärisch auf einer hohen Stufe, soitdern war attch, wie ich mich mit Freuden selbst überzeugeti^konnte, von einer vorzüglichen, alle deutschen Stämme gleichmäßig umschließenden Kameradschaft erfüllt. Indem ich Ihnen, Gerr General, hter- für herzlichst danke, bitte ich Die gleuchzettig, allen Offizieren, Unteroffizieren und Mannschaften meinen herzlichsten Dank für bie treue Arbeit auszufprechen, die sie zum Wohle des Vaterlandes geleistet haben. Es war mir eine besondere Freude, gestern mit den Mannschaften, Unteroffizieren und Offizieren der Brigade persönlich beisammen fein zu können und bei dieser Gelegenheit den vor-, trefflichen Geist kennen gelernt zu haben, der alle Angehörigen der Brigade Döberitz be=. feelt. Ich wünsche allen Brigadeangehörtgen, daß sie diese Zeit gemeinsamer Arbeit mit Kameraden aus allen Ländern des Reichs in angenehmer Erinnerung behalten und dieses Bewußtsein der Zusammengehörigkeit and des Zusammenhalts mit hinausnehmen in ihre bisherigen Garnisonen und ihren fünf» tiqen Wirkungskreis. Mit freundlichen Grüßen und besten Wünschen für ihr persönliches Wohlergehen bin ich
(gez.) Ebert, Reichspräsident.
Die Frage einer Mietsteuer.
Berlin, 10. August. Zur Frage bec. Mietsteuer behält sich die Mehrzahl der Blätter ihre Stellungnahme vor. Dte /Fr eiheit" und die „Tägliche Rundschau"^ lehnen die Steuer ab.


