Einzelbild herunterladen

Mittwoch, 9. Zum 1920

170. Jahrgang

Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis zum'Nachmittag vorher ohne jede Verbin dlichkeit. Preis für 1 mm höhe für Anzeigenv. 34 mm Breite örtlich 35 Pf., auswärts 45 Pf.; für Reklame» Anzeigen von 70 mm Breite 150 Pf Bei Platz» Vorschrift 20% Aufschlag. Hauptschristletter: Aug. Goetz. Verantwortlich für Politik: Aug. Goetz; für den übrigen Teil: Dr. Reinhold Zenz; für den Anzeigenteil: H. Deck, sämtlich in Gießen.

Nr. 135

Der Siebener Anzeige, erscheint täglich, außer Sonn- und Feiertags, vezngspreis:

Monatlich Mark 3.60, vierteljährlichMark 10 80 einschließlich des Bestell­gelds ; durch die Post vierteljährlich Mark 9.75 ausschließlich Bestellgeld. Fernsprech-Anschlüsse: sürdieSchrifllrittuig 112; Verlag,Geschäftsstelle 51. Anschrift für Drahtnach­richten: Anzeiger Giehen.

Postscheckkonto:

Zransfurt a. M. U686

ietzenerAnzeiger

General-Anzeiger für Oberhesien

vrnck und Verlag; Srühl'sche Univ.-Vuch- und Aeindruckerei N. Lange. Schrlstleltnng, SeschästssteUe und vruckerci: Schul,ttahe 7.

vcmi'sion de; Rcichstabinett;

Bei der Berechnung ergab M, datz

von

Abgeordneten

Unser Hinzurechnung Der

fol­

gende bekannte Per'önlichk it-m: (53?.totb"m> f a*en:: ebe so unsä Staatsrninisaer Stelling, M-inister Seherin g, Huö, deutsche Volk Meerfeld, Auer, Reichskanzler Müller und Reichs- ist der Anfick

Minister Schmidt, die Unabhängigen Tont Sender,

zialismus.

5531 157

4 809 862 3638 851 3456131 3560 800 2152509

aus den Absttrnmungsgcbseien ergibt sich, oatz der neue Reichstag insgesamt 460 Abgeord­nete zählen wird. Die Mandatsverleiluug er­gibt mit dieser Hinzurechnung folgendes Bild:

den Restftimmen Mer 30 000 je ein Mandat auf die Demokratische Partei, die deutschnatio­nale Volkspartei und die christlichl-förderalisti- sche Liste entfallen. Im übrigen verteilen sich die Restftimmen folgendermaßen:

sind mit Berücksich igung der Verteilung der Reststi-umen auf die Vcrbar.dswahlkceise und die Reichslisten 418 Abgeordnete gewühltwor-

Mehch isoziaidemokraten Unabhängige Deutsch nationale Deutsche Voik^partei

Berlin, 8. Juni. (Wolff.)

N e i ch s k a b i n e t t hat fiel) heute mittag um 12 Uhr versammelt und dem Neichspräsiden

110

80

67

65

61

45

21

4

5

2 sick noch

Der neue Reichstag.

Bersin, 8. Juni. (WTB.) Wie wir von zuständiger Stelle Zerfahren, sind bei den Wah len zum Reichstag nach den vorläufigen amt­lichen Meldungen, die beim Reichstvahlleiter eingelaufen sind, insgesamt 25 719067 Stim­men abgegeben norden. Davon entfallen aus die einzelnen Parteien folgende Stimmen:

Paris, 8. Juni. (Wolfs.) Die Pariser Presse berfolgt mit gespanntester Aufmerkiamkeir die Er­gehn sse der Reichstagswahl.Echo de Paris" glaubt, datz Deu.sch and eine starke Regie­rung brauche, die sich Gehorsam erzivurgen könne. Das deutsche Volk von morgen sei aber 'ebenso unfähig, eine solche zu bi.den wie das ' " «*** .Petit Parisie n"

Ans dein lUicbe.

Berlin, 8. Juni. (WB.) Amtlich wird bo- stätigt, dch die Einfuhr von Gemüse u <b f r r- ichem Obst mit Ausnahme von Lurusobst fr.r- gegeben worden ist.

Berlin, 8. Juni. (WB.) Ter ameriLruisrhe Aastvmobilsabr'ikant und be'vrnnte Fi.denssre^ud Ford stiftete d rd) die Bermit e'ug t<r but­schen Geandtschast in Kvsxn -agon 10 0 0 Kr st e n kondensierter Milch für die de itschm Wöck>- nernmen und Säuglinge. Tie Veri- i nng der lock>- lerzigen O'abe i benrchm der tu erlä discke Frauen- verein. 200 Kisten wurden nach Wie, übrs.rw>t.

Pirmasens, 8. Juni (WTB.l Wie nstr hören, trafen vier Delegierte des Michsmmiite- linms ein, um mit den städtischen Behörden und beit Industriellen über die Verminderung der Arbeitslosigkeit und die Wieder­aufnahme der Arbeit zu verhandeln. In der leßten Woche stieg hier die Iaht der Arberts-. losen aus 6000 Mamu

I tagswahlen im Wckhffrcise Hessen-Nassau wee.eir zchloer for e er B r öi e dtvie w.gen Das I behauvieler ges-tziv driger Beei.glus.ung.n äuge-

SoziaMmokrat'en

Unabhingige

Jen'Nlm

Dmt chnationaK

Dmtftl)' Volkspartei

Demokraten

Christ ich? ^örderaliffen Bay^richer Bauernbund Dmtsch-Hannoveraner Kommunisten

Unter den Gewählten befinden

92

80

61

59

58

36

21

5

4

2

den und zwar:

Mchrheitssozialdemo traten UnabhingiM

Dcutschnmionalr

Deutsche Volkspartei

Zmiru 'n

Dev'o n en

Ch ist. ch: Föderalisten

Dru.ch Hannoveraner

Bayeri cher Bauernbund Kou-.muuiftische Partei

Zentrum :

Demo ra^cn

Christl.- Deral stische Lifte (Bayer.

Vollspar ri und Ch iftl. Volks- rmr^ei) 1254963

Kommunistische Partei 438199

Deutsch Hannover ner 318 104

Aufgrund bi s's S.immenverhäl nissts

fochten loerden wird.

Köln. Vollständiges Ergebnis in: 23. Wahlkreis Köln-Aachm: DN. f in n Sch, Sich 35 919, TV. 1 Sitz, 17 919 Nest, Z. 7 Scho, 23 231 Nest, Ehr. Vp. teilten Sitz, 54 871 Rest, USP. 1 Sitz, 11050 Rest. . .

Koblenz. 24. Wahlkreis(Koblcnz-Tner Birl'enfeld. Cndg'l igs Waslergebr.is: Deist ck.' Dolksvarei 66910. De tch-atima'e 2b0 6, Christl. Vo ksp. 29 629, Zerttum 296 377, Teir.o^ traten 15 623, Mehsth.itsv ia i'eu 61C5j, Un­abhängige 29 663. Es entfallen also auf Teutsckie Vo'ksparti und die Metzsth itssozralt^e je ein, auf das Zentrum 4 Abgeordnete. Es be­teiligten sich an der Wckhl int Durch! chnttt 60 bis 65 Prozent der Wühler.

Nürnberg. Eitdgültiges Ergebnis int ~9. Wahlkreis Franken: Unabhängige 2 Sche, 54 886 Rest, Sozialdemokraten 3 Sche. 3630 Rest, Deutschsozialisten keinen Sitz. 2972 Rest Bayerische Bolkspartei 5 Sitze, 9257 Rest. Bayetrisd>e Mittel­partei (der deutsche atioimlen Partei angeschlosteatt 3 Sitze, 31 336 Rest, Demokraten 2 Sitze, 1170o Rest, Deutsch' Bolkspartei keinen Sitz. 30 537 Reit, Kommunistisä-e Partei keinen Sitz. 10973 Rest.

Wiesbaden. Amtliches Wahlergebnts des Regierungsbezirks Wiesbaden: TV. 101 857, TN. 57 649, Z. 123 681, Dmt. 70 680, SP. 151 836, USP. 89 855, Kom. 1355.

den feine Demission angebolen. Der Reicl)spräsiden1 hat sie angenommen und die Minister gebeten, bis aus weiteres ihre Ge- chäfte lveitcrzusühren. Außerdem hat er den Reichskanzler ersucht, darauf hinzulvirken, daß eine nwglichst beschleunigte Feststellung des Wahlergebnisses erfolgt und die Einberufung des R e i ch s t a g e s Möglichst bald stattfinden möge.

Die MgliHkeitsn eher Regierungr- biiöung.

Berlin 9. Juni. DerV o r w ä r t s" stellt fest, datz der Reichspräsident bisher noch mit keinem führenden Politiker über die Frage der Regierungsbildung verhandelt hat. In sozialdemokratischen Steilen wiege die Ansicht vrr datz der Schlüssel der Situation jetzt bei den Unabhängigen liege. Nur die Unabhängigen könnten, indem sie sich zur positiven Mehrheits- bildung bereit erhärten, die Olottvendigtzett, euic Regieruug der Rechnen zu bilden, beseitigen. Ver­sagten sich die Unabhängigen der Mitwirkmtg zu dem Zweck, eine Re chts regierung< zu ver- hindern, so bleibe bie V-iboung enter solck-en der einzige Ausweg aus der verworrenen Lage. Die Sozialdemokraten werden sich an einer weiter nach rechts neigenden Regierung nicht beteiligen, son­dern in Opposition zu ihr sich stellen. Die neu- gewählte sozialdemokratische Reich stagssraltion mib der Parteiairsschutz treten am Sonntag zu eurer gemeinsamen Beiprechung zusainmsit.

Wie demLokalanzeiger" von maß­gebender Seite mitgeteilt wird, dürfte dieD e u t sch nationale Volkspartei bereit sein in eine Regierung einzutreten, an der auch die Mehr- 'lMtssozialistien teilne'hinen. Voraussetzung sei, dasi die Deulschnationalen nicht gezwungen würden, von chren Hauptgrundsätzen abzuweich.m. ?luch die Deutsche Volks Part er sei bereit, einer Koalition beizutreten, in der auch die Mehrheits­sozialisten sitzen. Vorbedingung seien jedoch einige Forderung en, von denen sie unter keinen Um- Mnden abtveichen würden. Sie würden vertan/en, daß nach Spaa wirkliche Staatsmänner und keine Parteimänner entlaubt würden, daß nach wirtschaftlichen Gesichtspunkten regiert, ioerbe, baß das Beamtentum von ber Politik verschont bleiöe unb baß bie Stnatsantorität wi der her gestellt und die ZuverlÜsstgLstt imicm: Rrick-s'w^hr gesichr.irt bleibe. Ans Z e n t r n m s kr eis en wird versichert, daß das Zentrum es gern sehen würde, wenn eine Koalition von den Deutschnatioaalen oder min­destens von der Deutschen Vottspartet bis fru ben Mehrhritssozialisten grschnf en werden könne. Nach derTägl. Rund sch." sei bie Deutsche Vo.ks- partri aus Pflichtgefühl unb Op ersinn zur Mit­arbeit unter sehr bestimmten VmUmsetzungen be­reit. Sie könne aber auck außerhalb der Regierung wirken. ,, . . _

DieDeutsche Allg. Z t g." schreibt, daß es scheine, als möchten bie Mehrheitssozialnden jetzt bi? Folgerungen aus bem Wahlergebnis jicljen unb, hierin solibarisch.mit b?n Unabhängigen, den Recht? Parteien mit bem Zentrum bie Regierungs- möglichkeit gewährleisten. Die Denlbarkeit einer solchen Rechtsregierung sei fraglich.

Fran ösische Presfeftimme«.

Die Uanseren; von Snaa am 5. Juli.

Brüssel, 8 .yuni. (WTB.) Havas meldet, datz, nack-dem Millevanb der Verschiebung der Komevenz von Spaa zngesttmmt hab', diese nun­mehr am 5. Ju l i stattfinden wird. Ihr wird ein? Konferenz der Pvemirrminii'i>er der altüerten Staa ten voran gehen, die am 2., 3. und 4. Juli in Brüssel abgehalten wird.

Die Finanztonferenz in Brüssel.

Paris, 8. Juni. (Wvlsf.) Havas. Tie alli­ierten Regierimgen sind re' ern o fiziell b nack>- richtigt nw-rdei, bist Amerika an der Frnanz- konserrnz in Drüchl teilnehmen werde.

Der Gläubiger Vmerika

Paris, 8. Juni. (WTB.) Nach einer Havas- meldung aus Washington teilt das K i gsdepartr- ment mit, datz die Ber inigten Staaten an Eng­land bezah t haben 112997 Dollars unb an bic anberen alliiert n Staaten 8^3 716 003, von denen Frankreich 7-18 392 000 schulde. Durch Verkauf von Kriegsmaterial im Ausland bade Amerika erzielt 822 923000 Dollars,

deu sche Volk von geifern.Petit Parrfren ist der Ansicht, daß die jetzige deutsche Regierung wohl mit einer schwachen Mehrheit ihren Platz behaupten könne und so die alten Minister auf ihren Posten blieben. Ihre Lage sei aber auf alle Fälle durch das starke Anwachsen der Opp)sttton äußerst schwankend.H o m m e 21 b r e" Jagt, daß die neue Regierung ebensowenig in der Lage fein werde, die Forderungen des Friedensttw- trages zu erfüllen wie die bisherige. Die Z:it arbeite nicht für die Verbündeten.H u m a u i t e meint, die Abstimmung sei wieder eine Bestcttrgung der Macht des Proletariats mit) des wahren So-

weitere Teilerge-misse im Reiche.

Dresden. Auf Grunb nachträglich ein- gegangener Berichtigungen stellt sich das Wahl­ergebnis im 31. Wahlkreis Dresden-Bautzen folgendermatzen: SP. 222 498, TV. 159 729, USP. 165613, Z. 13 869, DN. 128 861, Dem. 88 598, Lausitzer Vpt. 3022. Koni. 8739. Demnach sind gewälstt: 3 SP., 2 DB.. 2 USP., 2 DN., 1 Dem. Die Zuteilung der Mandate, im Wahlkreis- verbande des Fveistwttes Saclisen ist daher folgen* bermafeax richtigzustcllen.: 9 SP., 9 USP., 1 Korn., 3 Dem., 7 DV., 6 DN.

Hannover. 16. Wahlkreis Wescr- Ems (Niedersachseni. DB. 2 Sitze, Rest 25 150, Zentrum 2 Sitze, Rest 11861, SP. 1 Sitz, Rest 53 537, USP. 1 Sitz, Rest 41238. Dem. 1 Sitz, Rest 21254, DN. E.'iucu Sitz, N st 31349, Welsen keinen Sitz, Rest 22 030 Stimmm.

Hessen-Nassau, 8. Juni. (WTB0 Amt­liches Gesamtergebnis von Hessen-Nassau: TV. 189 185, DN. 171 080, Z. 180111, Dem. 111984, SP. 297 883, USP. 139937.

Verlin, 9. Juul. TeinLok^auz." wird aus Kassel berichtet, daß das Ergebnis der Rcick-S-

bte Kommnnisttn Klara Zetttn, die ZentrumKabge- orbneten Herolb unb Stegerwald, die Demokraten Dr. Pachnicke, Rektor Kopsch unb Freiherr von Richthofen, bie beut scheu Volksparteiler Hofbesitzer Dusche und Westermann, die Deutschnationalen Dr. Semmler, Dr. Hugenberg, Delbrück und Dr. Hötzsch, der Welfe Golshorn und bie Mitglieder ber Bayrischen Vvlkspartei Geschäftsträger in Paris Dr. Mayer unb Domkapitular Leicht.

Die Entschädigungssumme.

Berlin, 8. Juni. (WTB.) Die ousläubische Presse beschäftigt sich in letzter Zeit wiederholt mit der Entschädigungssumme, bie Deutschlanb an bie Entente zah en könne. S:e hat dabei als feststehmd angenommen, daß die deutsche Regierung bereit und in bei Sage sei, 100 Milliarden Goldmark zu entrichten. Dazu chreibt dieDeutsche Allgem. Ztg.": We in Deutschland sich bereit erklärt hat, Zahlungen bi- zur Höchstsumme von 100 Milliarden Goldmark zu leisten, so ist dies, nur unter ber Voraussetzung .eschrlhen, dost die territorialen Opfer Tei.t.ch.a.' >s über bie Abtretung von Elsaß-Lothringen, ber un­bestreitbar polnisch besiedelten Gebiete der Provinz- Posen und der vorwiegend dänischen Gebiete SÄeswigs nicht hinausgehen würden. Durch die weiter geforderten Abtretungen sind die wirtsck-ast- licl-en Voraussetzungen der Erklärung vom 29. Mai 1919 grundlegend verschoben worden. Das Deutsche Reich, das der Versailler Friedensd legation vor- schrvebte, besteht nicht mehr. Der V rsailler Vertrag (jat die Wirtschaftskraft Deutschlands entschttdenb gesck^vächt. Infolgedessen kann auch von einer Auf­rechterhaltung ber seinerzeit ang &oteilen Ent- sck-äbigungssumme nicht mehr gesprochen werben.

Wenn später in den Abstimmungsgebie­ten nach gewählt werden wird, wird der Zug nach rechts noch stärker in die Erscheinung treten. Die bis^rige Koalitiion wird sich, so viel steht fest, in der Regierung nicht halten können. Von den gewählten 418 Abgeord­neten hat sie, auch wenn man die vom Zen­trum in Bayern los getrennte Gruppe hinzu­rechnet, nur 207 für sich erlangt; int Reichs­tag, wie er sich unter Hinzurechnung der bis­herigen Abgeordneten aus den Abstimmungs­gebieten zusammensetzt, besitzt die Kvalition nur die knappe Mehrheit von 243.

Den größten Gewinn von den neuen Wahlen haben die Unabhängigen zu verzeich­nen, die ihre Mandate vervierfacht haben. Dann folgt die Deutsche Volkspartei, die mit etwa dreimal soviel Abgeordneten als bisher im Reichstag vertreten fein wird. Die Deutsch- Nationalen sind von 42 auf 65 gestiegen. Die Demokraten sind nicht, wie irrtümlich geschrie­ben wurde, auf ein Drittel, sondern auf bei­nahe die Hälfte ihres bisherigen Besitzstandes herabgesunken.

M Alsfeld, 8. Juni. Das Wahlergeb­nis hat gezeigt, daß auch in unserem Kreis die äußerste Linke unb Rechte gewaltigen Stimmen­zuwachs erhalten haben. Emp'indliche Niederlage ttrlitten die Mehrheitssozialisten und die Demo­kraten. Beide Parteien erhi.lten bei^der Wahl zur Nationalversamnilung 6662 bzw. 3736 Stimmen, jetzt nur noch 3137 bzw. 1024 Stimmen. Somit erreichten die Mehrheitssozialisten noch nicht ein­mal die Hülste, die Demokraten noch nicht einmal ein Drittel ihrer damaligen Stimmeitzahl. ein Be- rveis dafür, wie man auch in unserem Kreis mit Mißtrauen gegen diese beiden Parteien erfüllt ist. Einbu^n an Stimmenzahl erlitten auch Zentrum lunb Rutsche Bolkspartei; erstere ging von 934 auf 834 letztere von 2649 auf 1745 Stimmen zu­rück. So verloren also die drei Koalitionsparteien in unserem Kreis 53 Proz., 72 Prvz. und 11 Proz., ihrer vorjährigen Stimmen. Einen, gewaltigen Stimmenzuivack)s erhielten Unabhängige (Don 23 auf 1689) und DeutschnatioiuUe (von 4587 au 7395). Wie stark der Ruck nach rechts auch in un­serem Kreis geioorden ist, geht daraus h:rvor, daß im vorigen Jahr die Linke mit 10 421 Stimmen, die Rechte mit 7236 Stimmen, in diesem Jahr da­gegen die Linke nur mit 5853 Stimmen, die Reckst« mit 9140 Stimmen aus dem Wahlkampf hervor­ging. So hat also oie Linke seit voriges Jahr rund' 4500 Anhänger verloren, von denen etwa 2000 t.ach rechts gewandert sind, die übrigen sich der Stimme enthalten haben.

Die £cnMagswa!ikn.

Bayern.

Mün chen. Vorläusiges Ergebnis für den bayrischen Landtag. Die Mandate ver­teilen sich für den komm.nden Landtag wie folgt: SP. 19, USP. 16, Komm. 1, Bayr. Vp. 64, DV.' unb DN. Vp. zusammen 17, Bayr. Bauern- bunb 10, Demokraten 8. Außerdem sind noch 15 Sitze aus Grund der Restziff.rn und 15 Lan es­st tze auf die Parteien zu verbäten. Dte sozia'iitt- leben Parteien vereinigen demnach auf ihre Par­teien 36, die bürg reichen Parteien zusammen 89, ohne die vorerwähnt.m 30. Die Stimmenzahlm verteilen sich folgendermaßen: Bayr. Vp. unb DN. zusammen 404 611, USP. 388 613, Dem. 235 494, Bauernbunb 235 435, Komm. 51174.

Draun'chwng.

Braunschweig, 8. Juni. .Heute nachmittag ist ber neugewähtte braunMvst tisch; Landtag zusamme.'-gep ton, um zur Wahl des Prä r enten zu schreiten. Wie bi'Braunschv. Neuest. Nachr." melden, gingen nach d?m Vorgänge in Got'a auch im braunschveigischen Landtage die Unab- bängigen, die Mchrhiitssozialißen und die Demo­kraten zusammen und wählten mit 35 Stimmen gegen 22 des Landesmahlverbandes, in wetchrm die rechtssteh.nben Parteien vereinigt sind, den Unab! ängigen Wesemeier zum Pr'isident.m des Landtages. Die am Mittwoch sbattsindende Re­gierungsbildung wird sich ooraussicht.ich auf der gleichen Basis abspielen.

Französische Eisenbahner für Nußland.

Paris, 8. Juni. (Wol s.) Nack) einer Radio- Meldung aus Bordeaux i.abcu 640 enttas en« Eisenbahner b.schlvsen, sich nach Rußland zu Gegeben, um an den Wiederausbauarberten ber russischen Verkehrswege mitzuarbchten.

Aburteilung

flämischer Hochschulprofessoren.

Brüssel, 8. Juni. (Wvl7.) Bor dein Schwurgericht in Genf lvrrden am 5. Juli 35 Pro- feiiOren brr ehemaligen flämischen Hoch­schule abgeurteüt. Einige werdm verteidlgt Ion den bciix.it Abgeorduelen von Cauwolaert und Borginon.

P a r i s, 8. Juni. (Wolff.) Nach Mitteilungen desMatin" wurde durch den Tivektor der Mi­litärjustiz angeordnet, sofort alle beutüfcn Staats­bürger, die nach dem 10. Januar 1920 verhattet wurden, in Freiheit zu setzen, einerlei, unter welcher Anklage sie ständm, und nnemeit die Borunter- fudjungen fortgeschritten leien. Eine Revi.ton bcS Strafverfahrens grgeu d'e vor dem 10. Januar verhafteten deutschen Staatsbürger soll später er­folgen.

Die Mission Krassin».

London, 8. Juni. (ME) Unterhaus. In Besprechung der Verhandlungen mit dem russischen Vertreter und Lloy j George in Bezug au? die an dem Borg>st>m. der Regierung gr?übte Kritik, die gegenwärttgens Verhandlungen seien das (Ergebnis einer Anzal-l von Besckstüssen der Alliierten, an denen sMoohlj Clemcnceau wie Millerand beteiligt gewesen seien. In San Remo seien die Müerten einstimmig zu dem Entsckstuß gekommen, daß es im Interesse der Mclt von Wichtigkeit sei, daß die Handes-, bo§iebungen mit Rußland wieder aufgenommi-ani 1 würden. Er übernechme die volle Vevantwortung für das ein geschlagene Verführen. Tie Regien- i habe Beweise dafür, daß in Rußland Getreide vorrätig sei. Lboyd George verlas ein Telegramm: ans Polen, in dem mit geteilt wird, daß allein! in der Ukraine eine beträchtliche Menge Weizetr zur Ausstthr vorhanden sei.

London, 8. Juni. (WTB.) Reuter. Lloyd George führte im Unterhause noch aus: Tie Alliierten sind sich darüber tar, daß die Welt einer Periode der Knappheit entgegengeht. Sie halten cs für nötig, die Bezielgungen zu einem Lande wieder herzustel^en, das früher 25 Prozent bei Lebensmittel Europas ausgesührt hat. Zweisel-- los sind Oel, Flachs unb Nutzholz in Nuß land vor­handen. Eines ber Ziele ber Besprechung mit Krassin ist bie Verbesserung ber Transportbedin-i g ungen.

Paris, 8. Juni. (Wolff.) Nach einer Mel­dung ans Lontvn ü'saben gestern an den Veihanb-i hncen Lloyd Geo rg es mit dem Vertreter Sowjettußlaaids, Krassin, alle Minißer, mit Ausnahme Churchills, und der italienische Gd- sck>äststräger teil genommen.

Amsterdam, 8. Juni. (W.ffff.) Wie ans London gemeldet wird, empfingen Lord Cur­zon, B o n a r L a w iunt) Mideve Mitglied-er der Regierung Krassin zum zlveilen Mal:'. Kvassin gab auf An frage ber engilisck)en ^Minijoer bezüglich der Kriegsgefan.grnen und brffsckelvisliischen Pro-, paganda Auffchlüsse. Walstlcheinlich 'wird eine neue Zusammenkunst veranstaltet.

Kontmunistnn

318199

Dtzu'sch?r WirlfchastSbund

87 518

Deu o raten

22 5-p9

Jen rum

20 800

Den ,ch Hannoveraner

18104

D.n 'ch' Vo"soanei

16131

CH ist 'ch' s o de 'alisten

15 76-3

Vo'.h- h i s oziaffsten

11157

UnabhingigL

9 862

Deulschuattonale

8 851