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Zweites Blatt

lv. 289

Mittwoch, 8. Dezember 1920

Siebener Anzeiger (General-Anzeiger für (Vberheffen)

ife5 nnirbc der Vorsitz im

den Orlen des

er­

mordete

Tie gestrige Debatte

Ramm keine Beleidigungsklage erngeleitet

Wob M-

,Sre ermähnen, daß btc Verstorbene vermutlich

Dennifcbtei.

Ein Muttermotü.

vor ihrem Hinscheiben ein M^tkcrment zu sich i eewmmcn habe. Warum he itzt eS: Dcrmutluo (I

Zordwittschaft.

Abg. Bi um

[er-unser

Angebot dadurch ohne wesentlichen Schaden ver­mehrt werden kann, nffe bei Obst und Gemüse. Mit der beschränkten Wiederbelieferung der Brmi- erctm zur Herstellung eines besseren Bieres haben mir dem Schnapskonsum steuern wollen, der dem schlechten Bier vorgezogen wurde. Die Aufhebung der Zwangswirtschaft für Kartoffeln war bereits vor der Errichtung meines Ministeriums m die Wege geleitet worden.

Donnerstag, 9. Dezember. 2 Uhr Fortsetzung, außerdem Abkommen zwischen dem Deutschen Reiche und dec <schweiz.

Schluß ßi/i Uhr.

gegen habe, mutz.

Und warum ist das Medikament nicht näher be­zeichnet?"

Ob sie die angeblichen Beruhigungstropien. um die es sich handelt, wirklich genommen hat, heb sich nick-t mit Sicherheit seststellen. Ebensowenig ihre Beschaffenheit. Darüber müßten Sie übrigens am besten Auskunft geben können, Herr Kollege! Tenn Sie haben sie ihr verordnet."

Lch habe ihr nichts verordnet nutzer einem harmlosen Schlafmittel m Pulverform. Tas gc- schah schon vor etlichen Wochen. Und ffe hatte meines Wissens die Pulver inzwischen vollständig

nen-, «mandt Trigen.

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lillMite frcitaa ben IO.:, ünktl. nbtnbi '\ i Vereinsadkk Poslkeller. &rc. erDivlome weite jezttksweulchrtiiv

Das Wertin# It chrriben erfolgt kieoslaa ben 1C lünktlich?/, lldtv gemksschnle St-11 2982v Tie Bolb

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hegt daran, daß.ich mich erst vergewissern

ob dieser Vorwurf der Verleumdung sich auf ver­gangene Tange beziehen soll. Ist dies der Fall, so werde ich unverzüglich den Weg gehen, der notig ist. Mit Theorien über die Valutabeeinflus­sung kommen wir nicht weiter. Die freie Emsuhr von Lebensmitteln ist überaN da zulässig, wo das

Kirche rrnd Schule.

e. Büdingen, 7. Dez. In nachstehend

Schulvorstande dem Mehrer übertragen: Aulen-Diebach, Blo'eld, Bös-Gcsäß, Düdelsheim, Hain-Gründau, Michelau, Nieder-Mockstadt, Or­tenberg, Rinderbügen, Unter-Widdersheim und Vonhausen. e

sd. Frankfurt a M., 7. Dez. Tas Pro­vinzialschulkollegium hat die von dem Magistrat beantragte Verlängerung der Weih­nachtsserien auf vier Wochen abgelehnt. Es werden deshalb Zusammenlegungen von Schulen stattftnden müssen. Dagegen werden die Klein- kinderschulen überhaupt nicht geschlossen, da man die kleinen Kinder nicht der Gefahr auss'etzen will, daheim in kalten Stuben Not zu leiben.

e. VolkartShain, 7. Dez. Zur Wieder­beschaffung einer neuen Glocke findet hier zur Zeit eine Haussammlung statt. Man hofst aus ein günstiges Ergebnis.

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n' 2 Uhr, «1*1

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nister wurde, weil er den Forderungen der Agra­rier rücksichtslos nachzukommen versprochen hatte. In der Düngemittelfrage stimme ich dem Abg. Braun bei.

Minister Dr. Hermes: Warum ich

verbraucht."

Tann hätte also Frau Falkner ihrem Dienst­mädchen die Unwahrheit gesagt Gestatten Lee mir übrigens die Bemerkung, daß ich un Augen­blick sehr beschäftigt bin. In memem Vorzimmer warten mehrere Patienten."

,^d) bin schon fettig, Nur eine Frage noch: Angenommen, es läge wirklich Tod tnng vor, sind Sie nicht überzeugt, datz dann ein­zig an Selbstmord zu taffen chare r "Und glauben Sie, daß es im Interesse de,: Familie lag emen so traurigen Fall durch übereilte Heranziehung der Behörden an die große Glocke zu hangen/

Sofern das eine Krftik meiner ^rndlungs- weise'sein foU, lehne ich sie entschieden ab. Außer- tan rann ich Ihnen versic^rn, ^ß nienmnd im Falknerhause an emen -Selbstmord glaubt. Ent- fchuIDtgen Sie mich letzt. Guten morgen.

Germering legte den Hörer hin und wandte sich wieder an seinen Besucher.

Ich schließe mich dem Arrttage des Derrn T-r 'Barenthin nicht an, da ich ia die seiche noch m nicht gesehen habe. Das er unternimmt mutz & sXe «Tleine ei^ie SenrnfinortW tun.

xer Amtsrichter erhob sich.

angfuhr der 22jahnge Kaunnanns- lehrling Erich Lange, der Sohn eines Eisen- bahnoberfekrrtärs, seine Mutter in der elterlichen Wohnung butd) Erdrosseln mit einem Handtuch.

gezwungen und stockend von Germerings Lippen kamen, lind Erikas Erwiderung klang kaum an­ders. Sie bat den Doktor in das Familienwohn­zimmer und lud ihn ein, Platz zu nehmen.

Ich werde Herrn Achim Falkner rufen," sagte sie.Gewiß haben Sie doch den Wunsch, zu- nächst mit ihm zu sprechen."

Später wenn ich 1 einem Vater meinen Besuch gemacht habe. Wie befindet sieb Herr Bern­hard Falkner?'Wie hat er die erschütternde Kunde ausgenommen?"

Mit mehr Fassung und Standhaftigkeit, 114 wir es zu hoffen gewagt hatten. Er bestand sogar davaus, angelleidet zu werden und hat sich ohne lebe Hille in das Sterbe zimmer begeben, wo er länger als eine Stunde verweilte. Jetzt ist er im Lehnstuhl eingeschlasen."

Er ist also in seinem Arbeitszimmer?"

Ja. Aber vielleicht verschieben Sie beit Besuch bei ihm doch, bis Sie mit Herrn Achim ge­sprochen haben. Ich ich habe den ausdrückliche« Auftrag, Sre darum zu bitten."

Germering drückte die Zähne in die Unterlippe: aber er sagte nichts, sondern gab durch eine schwei­gende Verneigung seine Zustimmung zu erkennen Erika ging, und erst nach Verlauf einiger Mrnuten trat der Maler über die Schwelle, blaß und ge­beugt, mit den zerstreuten Bewegungen und dem wirren Blick eines Mannes, der sich trotz ver­zweifelter Anstrengung noch nicht in der Wirklich­keit zurecht zu finden vermag. Schlafs, ohne Druck, lag seine kalte Hand in der des Arztes, llnd er pickte nur, als ihm Germering sein Beileid aussprach Taim deutete er mit stummer Geste auf emen Stuhl und ließ sich dem Anderen ge­genüber meüer.

(Fortsetzung folgt,]

,eh Ruhe und Würde vermissen. Die Minister jlltrn ihre Streitigkeiten unter sich und nicht tat dem Hause ausmachrn. Das dient nicht der kAtzung der Autorität der Regierung. Der vor- stndene Kulturboden muß mit allen Mitteln ver- Hibert werden. Tue Ausschließung der Oedlmider mmt erst in zweiter Linie. Es ist in diesem s>chre rund ein Drittel weniger abgehefett wor- l-n als im Vorjahre. Es ist aber auch noch lange richt alles gedroschen wegen Kvhlennrangel und td8 anderen Gründen. Ein württembergischer tcmbfctrt hat nicht mit Unrecht behauptet, daß H ju 50 Prozent des Getreides durch Hamsteret 'M hohe Preise und durch Abgabe an Vettern :nb Basen bis in den 30. Gvad einschließlich neweg abgingen. Die Einschätzung der Ernte sollte

Bauern selbst überlassen bleiben. Der An- nz zur Ablieferung muß gehoben werden. Tte :it<i86rige sehr gute Welternte Bannt hoffentlich mürr mangelhafte Ernte ausgleichen. Selw dank- tar sind nnr dem Minister für dte Auflösung von

-riegsgeselllchaften. Ter Ueifchbedars muß in \nm notwendigsten Grenzen unter Verbilligung ter derzeitigen Preise sichergeftellt werden viel- t(tf durch eine frerivilltge Aktion der Landwitte e Viehhaltung hat sich gehoben, aber eine grotze ruhigtmg wird unter die 1enbnnrte getragen cch dte Furcht, daß ihre Qualitätsttere zu un- listigen Preisen an die Entente abgegeben wer- müssen. Dte Rot unserer Kinder übersteigt eS Maß. Die Abgabe von Milchkühen einzu- Snken mutz der Regierung gelingen. SEAe Rüben- ttschaft muß fteigegeben werden. Unsere gut Iwickelte Deltnbuflrie mutz geschützt werden, weil rch der Futterverbrauch herabgesetzt und mehr Ich frei wird. Im Frieden haben nnr 200 000 onnen Stickstoff gebraucht gegen 300 000 Ton­ten letzt. Was wtr darüber hinaus produzieren, bitte auSgesühtt werden, aber eben nur, wenn ter Inlandsbedarf gedeckt ist. Erne Svztalisrerung ter Düngemittel ist nicht angängig. Bet der Bro- . dstschen Reichsanftalt darf nicht gespatt werden.

die Kleingärten müssen Summen in den Etat engestellt werden, da hier jährlich tausende kör- Miche und seelische Erholung finden können. Tik lnsiedelung ländlicher Arbeiter mutz in Zusam- vcchang gebracht werden mit der Frage der beut- I 'fsM Rückwanderer. _ _ _.

Abg. Krüger-Hepvenrade (D.-R.): Dte ter Ische Landwittschaft darf nicht über einen Kamm tlchoren werden. Oestliche tntb westlrche. Größ­te» Kleinbetriebe hoben verschiedene Existcuzb-?

neu. Daß die Zwangswittschaft abgebaut n muß, darüber sind sich wohl alle klar.

reigabc wird eine Verbesserung und eine illtgung der Lieferung zur Folge haben, aber , wenn die neuen Verhältnisse sich ausgewtrtt tot. Die Ernährungsschwierigkelten werden sich .^chft noch steigern, was auch mit der Dunge- ttelknappheit und der TrockenheÜ zusammen- t. Bet der Erfassung des Brotgetreides emp- t sich das Umladeverfahren. Die Haferpreise gestiegen, aber der Landwirt hat nichts davon.

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die5alkner aufLinöenhöhe

Roman von Reinhold Ortmann.

kstchbruck verboten.) Fortsetzung 54.

Welche Angehörigen der Frau Falkner waren 1*6, die sich Fhnen ge^nüber in diesem Smne ge- ' ^Ohne^datz ich verpflichtet wäre, auf diese liege zu antworten, will ich Ihnen doch mff> kilm, daß ich nicht nur im Smne des Gatten und ierSchägerin des Verstorbenen gehandelt habe

Auch ihrer Schwägerin, des Fräulein Gerda ncr?"

.^Jawohl. Sie vor allem ist es, dte mir etner --.^Öffnung besteht. Außerdem aber hat auch Den Bernhard Falkner, der noch tm Verlauf der ___ durch mich von dem Vorgesällenen unter- Met wurde, dem gleichen Verlangen sehr energisch ÜLdruck gegeben."

Germering vcvhartte ein paar Sekmü>en lang "chveigend. Dann fragte er werter:

Sie glauben an eine Dergifttrng f .

Ta Spuren äußerer Gewall an der ^euye 'ittt zu ffntat waren, ist dies wohl dte etnjtg nogliche Annahme."

Tie von Ihnen in Fhrem Schnftsatz rftot Anhaltspmffte erscheinen mir sehr meweuhg intb unzulänglich. Ste tonnten ebensowoyl mit 6ne auf natürlichem Wege erfolgte Herzlohmung ^«deuten."

Darüber Klarheit zu schaffen, ist eben dte ärfgabe der Sttttou."

Turnen, Spiel und Sport.

* Bad-Nauheim, 6. Dez. Der Männer- tt'rnverem bot gestern der Allgemeinheit einen wohlgelungenen Unterhaltungsabend im SaalbauThalysienhof" der die zahlreichen Be­sucher kaum f aff en formte. Im Vordergrund stan­den turnerische Vorführungen der Turner und Turnerinnen, die viel Anllang fanden. Flott ge­spielt wurden auch zwei Theaterstücke:Die schwarze VIfra" undDr. Kranichs Sprechswnta', ebenso em musikalisches GesamtspielDie musi­kalische Kvckffchule". So konnte der noch junge Verein einen schönen Erfolg buchen, trotzdem ihm vomKonkurrenzoerein" dem Turnverein 1860, der sein großes Vereins Haus bisher allen hie ff gen Vereinen, auch dem Sportverein, für festliche Veranstaltungen zur Verfügung gestellt hat, die Benutzung der Turnhalle verweigert worden war. Diese Wlehnung durch den , Bruder- verein" hat den Männetturnoerein veranlaßt, alte Beziehungen zum Turnverein 1860 abzubrechen und m turnerischer Beziehung nunmehr seine eigenen Wege zu gehen. Da ein solches Verhältnis zwischen zwei denselben Verbättden angehörenden Turnvereinen in einer kleinen Stadt dem An­sehen der Deutschen Turnerschast nur schaden kann, wäre es im Interesse unserer Turnsach? nur zu wünschen, wenn die -wischen beiden Ver einen bestehenden Differenzen baldigst befestigt würden. Vielleicht kann die Gaulestung einmal klärend eingreifen.

= Waltenrod, 5. Dez. Der 4. Bezirk (Alsfeld-lfoitterbach-Schlltz) im Turngau Hessen hielt heute hier eine gut besuchte Bezirts- vorturnerstunde ab. Im Bezirk bestcht all­gemein Der Wunsch, daß auch in dem vom Ver­kehr abgelegenen Gebiet des nordöstlichen Ober» IHessens möglichst bald ein Lehrgang zur Aus-

bildung von Vorturnern und Turrawrrtcn abgetzal- ten werden möge, nne er im vergangenen Monat in Gießen staltiand und für den Januar auch für die nöiblichen Vereine des Gaues in Pkarburg geplant ist. Ter Kursus m (Sieben konnte aus unferem Bezitt ?aum besucht werden, Marburg ist aber nockr schwerer zu erreichen. Gerade für untere Gegend wäre die Abhaltung eines solchen l'ohrgangs eine dringende Notwendigkeit, da nadi dem Kriege tm östlichen Vogelsberg eine ganzc Anzahl neuer Turnvereine entstanden sind, bet denen das Geräteturnen im Verhältnis zu den volkstümlichen Ucbungcn noch viel zu wenig ge­pflegt wird. Wegen feiner Lage alS VcrkehrS- mittelpunlt käme als Ort einer derartigen Ver­anstaltung Lauterbach in Frage.

Bcreiuc und Veranstaltungen.

* Watzenborn, 7. Tez.^Der Gesangverein Germania" begeht kominenden Sonntag Ülbend dst Feier fernes 52jährigen SttftungSfeftes. Rebe» Gesangs- werden rhcatralische Votträge fcur Ver- fchönerung der Feier beitragen.

Natürlich geschieht vorläufig alles unter Dem I Siegel der Amtsverfchwtesenhest Damit, daß ich zu Ihnen kam, tat ich ja eigentlich schon mehr als ich durfte. Aber auch ich bin eben überzeug^ daß h,er von einem Verbrechen, wie es der Herr Sani- tätsrat allen Ernstes zu vermuten scheint, nicht die Rede sem tarnt."

Er wollte sich verabschieden, doch (Sermermg bat um Die Erlaubnis, sich ihm anxuschlietzen, da er fogleich zur Lintarhöhe hinaus wolle. Als sie die Treppe hinabstiegen, stand der Apotheker Brandt in der offenen Haustür. 'Sr war aschgrau im Gc- subt und hatte fast das Aussehen eines alten Mannes. Um den beiden Herren den Turchgang freizugeben, trat er einen Schritt zur Teste. Er grüßte den Vorangehenden Anstsrichter mit einer ' Verbeugung. Tr. Germerings stummen Gruß aber erwidette er nicht.

*

Daß das Landhaus auf der Lintarhöhe Über ' Nacht zu einem Haufe der Trauer geworden war, mußte sich schon dem (Emtretentat offenbaren. Tie Dienstboten gingen mit verstörten Gesichtern und auf teisen Sohlen umher: Gespräche wurden nur mit gedämpften Stimmen geführt, und ern süß­licher Blumenduft erfüllte die Vorhalle. Als Tr ' Germering die große Wohndiele betrat, sah er tn ihrer Tiefe die schwarz gekleidete Gerda in leiser Unterhaltung mit Erika Neuhoff. Sie blickte auf, ' als er sich ihnen näherte; aber sie beantwortete fernen Gruß nur mit einem kaum merklichen Nei- > gen des Kopses und versckxvand, ohne feine An­rede abzuwarten, in der Tür des nächstgelegenen i Zimmers. Erika aber kam ihm um einige Schritte j entgegen und reichte ihm, wenn auch in sichtlicher l Befangenheit, die Hand. So ttef war der Eindruck, ' den Gerdas sellfames Benehmen aus ihn gemacht hatte, i>Jj die unerläßlichen Worte bet Teilnahme

Aus dem Amlsverkündiqungsblatt.

* Das Amtsverkündigu na-blatt Nr. 178 vom 7. Dezember enthält: Nacktrag zur deutschen Arzneitaxe. Das Schulinventar. Unfallverhütung. und den Arbeiterfch-utz bei Hoch- und lief bauten. Höchstpreise für Obst. Ein­sendung her Gemeinde-, Mark- und Stiftungsrech­nungen für 1919. Feldbereinigung Ettings­hausen. Dienstnachrichten.

Höch st preise f ü r Ob st. Unter Bezug­nahme auf die Verfügling vom 13. September 1920 tm Aintsverkündigungsblatt Nr. 132 werden bie Höchstpreise für Obst wie folgt geändert und feft- gesctzt auf: Taseläpfel 1. Sötte 90 Pf., 2. Sötte 75 Pf., Tafelbtrnen 1. Sötte 100 Pf., 2. Sorte 75 Pf. .

Dienst Nachrichten des Kreisamts. Wcgeii der in drei Gehöften der Stadt Wetzlar herrschenden Maul- und Klauenseuche fällt der am Mittwoch den 15. ds. Mts. stattfindendeV i e h- markt aus. In der Stadt Wetzlar sowie in der Gemeinde Re i s k i r ch> e n Ereis Wetzlar) ist die Maul- und Klauenseuche amtlich sestgestollt worden. Die Schutzmaßnahmen sind angeordiiet. In Eichelsachsen, Ei na r t s h a u s en und Eschenrod (Kreis Schotten) ist die Maul- und Klauenseuche ouSgebrochen, ferner in Ilsch­hausen und Wetter (Kreis Marburg). In Ronhausen, Heskem, Oberweimar^ Nordeck, Warzenbach, Sandmühle bei Hachborn (Kreis Marburg) ist die Maul- und Klauenseuche erloschen.

Lotterie. Das Dkinisterium des Innern hat dem KaninchenTuchwerein Gernsheim die Er­laubnis erteilt, zum Zwecke der Hebung und För­derung der Kaninchenzucht eine Verlosung von Zuchttieren ufw. zu veranstalten. Ziehungstermsti: 12. Dezember 1920.

Der Mllchmangel beruht zum größten Teil auf dem Mangel an Kraftfutter. Dst Mstchpreist sind noch viel zu mcorig, wenn man den Nährwett der Mstch mit dem des Bieres vergleicht. T« Antrag der Sozialdemokraten unb die Rede Brauns zeigen, daß die ^Sozialdemokratie auf agvarpolitischein Gebiet Fortschritte gemacht bat. Es ist richtig, daß die erhöhte Anwendung der künstlichen Tüngemittkl die Ertragssähigkeir Stei­gert, doch sie allein tut es nicht. (Sehr ttchtig! rechts.) Andere Dinge spielen mit. Auch meine Freunde beantragen eine Verbilligung der Dünge­mittel, aber nicht aus dem Wege der Verstaat­lichung. Die Verwendung der Erwerbslosen für Saisonarbeiten ist sehr schwiettg. Sie . verstehen die Arbeit nicht.

Abg. D u sche (D. Bpt.): Wir müflen unsere landwittschaftlichc Produktion steigern, um un? vom Auslande unabhängig yu machen. Innerhalb des Düngerjahres sollte inan den Preis nicht ändern, aber man sollte davon denken, ihn Mich dem 1. Mai zu senken. Phosphorsäure muß ein- geführt werden. Erfreulich ist es, daß die Reaio- mnq hierbei ihre Unterstützung zugesagt hat Die Sozialisierung der Tstiigemsttel nach Herrn Braun würde eine Verminder-.mg und Verteuerung derselben herbeiführen und bis dahin würden wir alle verhungern. (Zwischenrufe bei oen Soz Glocke des Präsidenten.) Jeder Landwirt, der nicht feine Schuldigtest im Interesse der Ernährung des Volkes tut, muh an den Pranger gestellt wer­den. Freststh ist die Ernte an Brotgetreide eine schlechte, aber der letzte Zentner an überflüssigem Roggen muß abgefiefert werden. Wir sind bereit, in Erwägungen über das Umlagcverfahren ein lutreten. Der Zucker muß unter Zwangsbewirt schaffung bleiben, west man die Zuckerrndustrst noch nutzt ben Schwankungen des Welttmrtttes ausfetzen darf. Der Reichstaa muß über die Mst- lionengewinne der Kriegsgestllschaften verfügen zum Nutzen der Allgemernyeit. Ein Neichs-Land- wittschastSfaNrmergesetz muß geschaffen werden, ebenso fordern wir eine Novelle zum Reichsvsth- seuchengesetz. Der Landwitt muß entschädigt wer­den für den Schaden, den uns die durch tat Krieg einaeschleppten Seuchen gtt»racht haben mit rück- mitten der Kraft

Abg. Herz (USP.) legt Verwahrung gegen das Auftreten des Reichskanzlers ein, der in die Rechte der Abgeordneten eingegriffen habe Der Abg. Braun habe als Minister nur seinen Staatssekretär Ramm in Schutz genommen. Der Reichskanzler hätte seine Ansicht im Reichskabinelt ober im preußischen Kabinett äußern können. Die Autorität des Reiches ist durch nichts so unter» graben worden, wie durch die Haltung der Re­gierung in dem vorliegenden Falle und durch die Haltung des Ministers Hermes. Die Aufllärung der Angelegenheit im Ausschuß svar einseitig. Wir beantragen einen Untersuchungsausschuß, der die gegen den Minister Hermes erhobenen Vor­würfe zu prüfen bat. Minister Hermes hat den Brief Ramms nicht vollständig zitiett unb nicht in fernen entscheidenben Stellen ausgefühtt. Ramm war es ernst mit der Aufdeckung der Korruption. Warum erhebt Dr. Hermes nicht Klage gegttt Ramm wegen seiner Aeußerung von niederträch­tiger Verleumdung. Die Zwangswittschaft muß bestehen bleiben, solange die Nachfrage das Ange­bot nicht übersteigt. In Pommern, in Preußen, in Bayern wird der Drusch hintongehalten und dst Ablieferung unterlassen. Ebenso weigern sich die Müller, ihre Pflicht p tun. Alle Angriffe gegen den Minister, dst fetzt die linken Blätter bringen, haben schon vor einem Jahre in der Poftt" gestanden. Die rechten Mütter schwiegen von tan Augenblick an, wo Dr. Hermes Mi-

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Der Täter lebte mit den (Eltern in Unfrstden. Er wollte die 9lbwesenhest des nach Berlin ver­setzten Vaters benutzen, um von der Mutter Geld zu erhalten, das sst verweigerte. Nach der Tat legte er dst Leiche Der Mutter >aus bad Bett in her Mädckenkanrmcr, fesselte ihre Hände, steckte ihr einen Knebel in den SDhmb, um einen Ucberfall vorzutäuschen. Bis Mitternacht trieb er sich in der Stadt imb auch in einem Kino umher Als er gegen Mitternacht versuchst, in Der elterlichen Wohnung zu übernachten, wurde er fest genommen Er ist geständig.

Eingesandt.

(Für Form unb Inhalt alter unter dieser Ruvttl stehenden Attikl übernimmt dst Redaktion bem Publikum gegenüber keiwrlei Verantwortung.)

ZurAbwchr des Herrn Prof. D. Dchkui

(in Nr. 287, 2. Bl.)

Herr Prof. Schian spricht in der von rhm angeführten Stelle seiner Gedächtnisrede von einem Bund, der geschaffen ist, um und nieber- zuhalten". Nach dem gaiizen Zusammenhang tarnt damit nur Der l kerbund gemeint sein. Es gibt nun Teutschc, die an dem Glauben festhatten, daß dieser Bund vielleicht doch einmal umge­bildet werden könne zu einerVöllergemetnschaft. in der ein Volk gleichberechttgt neben tan andern leben werde".

Sie halten an diesem Glauben fest, weü fte tn die,ec N>ee eines echten Völkerbwides eine, vom FrlÄmns- und Liebesgeist des Ehnften- t um d geforderte Idee sehen, unb weil fte rat Kennzeichen echt deutschen 3tarhdimi4 dann erblickrä, an Ideen, deren Wett einleuchstt, fest- zrchalten^auch wenn deren Verwirklichung ichern- bar umiberwindliche Sck-mettgkeiten entgegen stehen. Alles Große m der Wett war zuerst ,^möglich"^.

Ich frage nun: 1. Ist die Stellungnahme zum Völlerbund nicht eine wichtige Frage unserer aus- wättigen Politik? 2. Deckt sich nicht btt Hal­tung des Herrn Schian tn dieser Frage mit Der­jenigen bet rechtsstehenden Parteien? 3. Ist eine akademische Feier der Ott, parteipoli­tische Ansichten zu vettrestn und dazu mit den höhnenden Worten:Wir werden nicht satt von den Träumen in den Köpfen der Seit» beglückt"?!"

Tas Urteil darüber, wer mit deragreffwen Patteipolitik" an gefangen hat, Herr Strecker oder Herr Schian, kann meines Erachtensallen loyal Tenkenden" überlassen werden.

Ich frage endlich: waren jene höhnenden Worte am Platze in einer Gedächtnisrede für die Gefallenen am Tostnsoimtag? Sinh nicht unter diesen Gefallenen manche gewesen, die mit dem Glauben an eine Völkergemeinschaft tn Den Tod gegangen sind? Unb sind nicht unter Den .Hinterbliebenen viele, dst m dem Glauben an diese Idee ihren einzigen Trost finden? _________________________Mos A. M.

Werdende und stillende Mntter nehmen nach ärztlichem Urteil dauernd und regel- mäßig Capbolactin (miich-vboövborsaures Kalk- präonrat). In tbm find dte Stoße enthalten, bereu der werdende kindliche Organismus und der Säug­ling bedarf, und welche er bem Körper der Mutier entzieht. 252 Tabletten für eine vierwöchenUiche Stur Mk. 16. Erhältlich in allen Apotheken.

Deutscher Reichstag.

43. Sitzung.

Berlin, 7. Dez, 1920.

Präsident Löbe eröffnet dst Sitzung um 3V, Uhr.

Aus der Tagesordnung stehen zunächst kleine '/nfragen. Auf rare Anfrage von Seiten der Deut- (vn Volks Partei, betreffend Entschädigung der verh­üben en Elsaß-Lothringer wegen Verlust ihres '«tSrats, wird regierungsseitig geank«vottet, daß ' t betreffende Gesetzentwurf nächster dem '-ich-rat zugehen wird. Eine Anfrage des Abg. it Philipps (T.-Natl) über dst Art und Weise, :l< eine Eingabe eines Wiesbadener Burgers der rrnzösisetzen Besatzungsbehörde bekannt geworden ßk'. erklärt dst Regstrung für eine preußrsche An- > ikgenheft, da dst (Eingabe aus tan Gewahrsam iiußischer Behörden den Franzosen zur Kenntnis i bmmen sei.

Aus eine Anfrage von sozialdemofrattfcher tete antwortet

' 1 Staatssekretär Schulz, daß ein Gesetzentwurf Ihtr die Lehrerbildung nach Klarstellung der Frage ti Kostendeckung dem Reichstag unverzüglich vor- jfQgt werden würde

Auf Anfrage des Abg. Thiel (D. Bpt > wegen mgenügenber Unterstützung des Zentral-Nachweis- irnes wird regierungssettig ertfäxt, daß tm Er- Mungshaushalt eine Million Matt dafür äugt- ediert werden würde.

Ter Entwiirf erneS Rayonsteuergesetzes wird Kl Steneraussckjuß überwstsen. Der Gesetzentwurf , tett. weiterer vorläufiger Regelung des Reichs- pusHalls für 1920 wird dem Haushaltsausschuß rtnviejen. Das Haus setzt dst »wette Beratung y) Gesetzentwurfes bdr. den Reichshaushalt fort , sei dem Reichsmtuisterlum für Ernährung und

3uetirafltn

meine tÜbitfr-

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m 22. o. ObTi tT.8.-®ön»/9r..»*. ir»DV.:9on>ht8 ttLiiinb.ile'iflfur

irlWeuilL-Hu' nbemf.anj.erl hfc litBen, Vesjlin.te!