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blieb er wartend stehen, bis die Haustür hinter ihr zugerällen nxrr.

Ter Flureingang der Apotheke nxrr, wie Oraner, unversihlosten, aber Brandt hielt ftd) nicht cm Laden auf: der Raum war bei Doktor Germerings Ein­tritt an beleuchtet. Mit allen Ernrickstungen ter* toau, drückte der i'unge Arzt auf den neben der Tür befindlichen Kn,pf, der das e'ektrisck« Licht ein» schaltete. Er war hier gewisiermatzen zu Hause, beim er war ftbnraö Brand, der keinen Gehilfen oder Lehrling hatte, seit der Uebernahme der 21jj> tbefe um ihrer alen Belanntj d«t Wille, i sch u oster hilfreich zur Hand gegangen. Ta er vor fer­ner Uebersiedlnng nach Tielenbrunn an einem iehr kleinen Ort praktiziert hatte, der Feine Apotheke besaß, und er deshalb gezwungen gewesen war, in eiixr Handap dH-fe selbst zu dispensieren, waren ihm die gewöhn.ick-en Berrichtungen durchaus ge­läufig, zumal er sich schon in feinen Unriersitäts-- lahvcn aus Liebhaberei über die Grenzen des für einen Mediziner Notwendigen hmaus mit chemi­schen Stühlen beschall: gte Er wußte rwH);erö trr etTaen 'Döcke.i von B andts gleit tu der Ape-- thcve viel bef'er Besäxid als der Inhaber selbst, und noch seht kam es nicht selten vor, daß er sich drffe oder jene Arzne", trren er schnell beburfte, selbst berftellte, wenn Brandt eben mit einer drin­ge noen Arbeit beschäftigt war. Heute freilich lag das nicht in ferner Absicht, und er rief, um bei Mann aus der (Strafte nicht länger als nötig! warten zu lassen mit lauter Stimme den Namen les Apo­thekers. Ter mußte draußen im Borgarien das Hcllwerden der Fenster bereits wahr genommen haben, denn er erschien nun gerade unter ter Laden tür.

Guten Abend, £xrr Braiidt!" riei ihm Ger­mering zu.Ich bvcmchc ein paar Tropfen Tmc- tura opii benzoica in einer wässerigen Lösung. Warten Ste ich schreibe Ihnen der Crtnumg halber das Rezept. Aber es ist eilig."

Ter Apotheker sprach kein Wort, wie er auch den Gruß nicht erwidert hatte. Als ihm der Arzt das von seinem Notizblock gnrissene Blatt reichte, stand er schon wieder an seinem gewohnten Ar­beitsplatz zwischen dem Rezepturtifdse und bat Wandregalen. Mit gesenktem Kop e warf er einen Blick auf die Vorschrift und drehte sich dann, noch immer stumm, nad) dem hinter ihm an der Wand befestigten Sdjränfdjen um. Tie Tür tesfelbcn war verschlossen, aber der Schüssel reite im Schloß. Beim Oeffnun Tarnen zwölf mit Schiebern versehene Fächer zum Vorschein, deren jebeg ein Poe zellanschildck:en mit einer Au'schrist trug. An den Ladentisch/ gelehnt, sah Tott-.r Germering in merklicher Ungeduld den au'fallend langsamen Han­tierungen des Apothekers zu.

Was baten Si? denn, Brandt?" fragte er. Tas Tyad), das Sic da aufgezogen haben, enthält doch die Arsenikalia. Tie Opiate fteten auf ter anderen Seite im zweiten Fach rechts unten. Finden Sie sich denn in Ihrem eigenen Giftschranf nicht mehr zurecht?"

Brandt murmelte etwas Unverständliches,- aber er folgte dem erhaltenen Fing-rzrig, indem er das irrtümlich aufgezogene Fach wieder schloß und das von Germering bezeichnete öffnete, um ihm tue benötigte Flusche zu entnehmen. Aufmerksamer als an ter betrachtete ihn der Arzt und bemühte sich nickt, sein Befremden über das Ausfehen des schweigsamen Mannes zu verbergen.

(Fortsetzung frMflU

Zweiter Blatt

Mr. 263

Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheffen)

Montag, 8. Noveinder 1920

Steitiackj,

eb. Schwalb

gen.

sricchliche Verständigung mit dem

1179/D

Es folgt die Interpellation Arnstadt

(D.-Natl.) über

die KartoffcHiefrningsvertröge

Abg. Schimmel Pf eng (D.-Nal.) führt

Fortsetzung 30.

kiochdruck verboten.)

fern, schwerem Vater, Bruder,

Dbcrfobren (D.-Natl.) nennt der Eiitcnte im Rheinlcnchc eine

irbliebenen:

. und 3 Kinder.

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Garantie, miitaa

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sind für eine Ausland.

Abg. Dr. das Vorgehen

ivember nach- nss;:

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die für das Deutschtum gelitten haben, schulden wir Dank. Wir muffen ine,en mögsichst bald eine auskömmliche Stellung verschaffen. Wer aber die Hoffnung auf eine Verständigung nicht ausgcbcn will, ter muß mit lauter Stimme reden, damit den Völkern endlich die Augen geöffnet mitten. Keine Macht der Welt kann die deutsche R'giecung innngen, die Rheinlande aufzugeben. Wir wollen ten Frictensverlrag halten, erwarten ater auch von der (Siuenle, die Innehaltung der übemomm:nrn Kerpslichlungen. Er protestiere dal-er gegm MU- lerands Ansicht, als laufe die Besatzungsfrist im Rheinland.' erst vorn Tage der Erfüllung unserer Verpflichtungen an. ErfrQckich sei es, daß die Be­völkerung der Rl-einlande so fest in der Betonung ihres Deutschtums dastehe. Eine nationale Propa­ganda ist deshalb im Rhtintand nicht e.forderlich. Wir fördern den deulschen Gedanken am befhn durch Unterstützung von Kunst und Wissenschaft, Sport und Geistesleben.

Tas Haus beschtießc

Die Vcsprcchut.g der Interpellationen

Abg. Sollmann (So.) betont das schwere Unrecht, das uns mit Euw.n-Malmedy zugefügt witt>, gibt aber zu, daß auch Belgien 1014 schweres Unrecht angetan wurde. Die Eupen-Malmedh- Frage darf nicht ter Grund zu einer andauernden Verstimmung zwi.chen uns uüd Beigen werten. Tie Artei.erschaft rocier Kreise ist für Teutsch- land. Für Belgien sind nur die Schieber treffe, die stets zu finden sind, wo die niedrigsten Steuern erhoben ro_T.cn. Erst wenn der richig: Böller- bunb, der die Versöhnung der Völv.w ro.rflid) an» strebt, in Attion tritt, wich das uns zugeiügte wieder gu'gmiacht werten. Die .Abrüstung ter Entente muß mit ter Herabsetzung ter Truppen im Rheinland beginnen und zwar sofort. Sonst können wir die Kosten der Besatzung nicht aus­bringen. Die Beetzung ist ein Unglück für Europa, weil sie ten Chairvinismus stärkt. Die Rhein­länder sind gute Deutsche. Wir bauten den Ge­sinnungsgenossen in Frankreick». Die hochverräte- riche Rich.ung Dorten hat mit der in ter Wei­marer Versa'sung ausdrücklich sestgtiogten größe­ren Bes.Lndigkeit einzelner Lautes teile nichts zu tun. Auch iiie Sozialdemokraten des Rhtinlandes

achmittags2Uhr

OI«I4

Klos

»Leiden am rufen.

bic Falkner auf Linüenhöhe

Roman von Reinhold Ortmann.

Es ist nreine Ueberzeugnng, daß Sie sich täu- ' 6m. s^tetrfalls sollten Sie sich mit ihm darüber yA'prcchen."

Nein. Wozu auch? Was er mir auch mtt- i knien würde, er könnte damit nicht wicherher- |1 Iden, was rettungslos zerstört ist Für eine Vcr- fhrung, rote sie Ihnen Dorfdjroebcn mag, ist es

(flericbUfaal.

Eisendahnvirbe vor Gericht.

FD. Wetzlar, 7. Nov. Tie uinfangvtichea Eisenbahndlebstät,le, die während der Zeit vom Dezember 1918 bis Frühjahr 1920 aus Tem D i l- lenburger Bahnhof vorlauten, leschostitten in lang stündig w Verhaidung di ly'esrge Straf­kammer. Aus der Anklagebank saften in erster Linie Ei'enLahnangeistel te. Assietten, Zugnbfev- tiger, Rangierer, Weick>eisdcllcr, dancben ein Kauf­mann, ein BäÄermtisler, ent Gastwirt und ein Dillenburger Lehrer. Die AngAlogten waren be­schuldigt, alle möglichen Gegenstände, von der Zv» flarette bis zu El -ktrmnvw.-en, gestoh e.t und gc bclflt zu haben. Besonderes Inden sie erweckte ba der Verhandlung das Sckncksal zwier Motoren, dv zunächst geflöhten, dann für 890 Mk. getauft, für 1600 Mk. Dcrtauft, dann versteckt, bann aber­mals für 600 Mk., teum für 1200 Mk tertauftl wieder versteckt und endlich für 1990 Mk. ve.taust wurden, bis sie ter Eisenbahnbehörde wieder in bte Hände fielen. Während die Bcritidnger der An­geklagten Milterungsgrünle für die Angela-ten ins F>ckd führten und in erster Liste die Revo­lution verantwortlich machen wollten, aber auch ten offenbaren Schlendrian bei dec Eisen bahnveo» roaftung haftbar zu tnadxm suchten, plädierte der Staatsanwalt für em scharfes Zupacken. Sein« Anträge lauteten ckuf Gesang isstrasm von einer Wocte bis zu drei Jahren. Tas Gericht verurteilte 18 9lngeklagte zu Gesängnisstrasen von drei Tagen bis zu 30 M onavm; sieben wurden fretgefbo die übrigen wurde das Verfahren em-

'g, daß e$ Gott :licbten, herzen-

uns, daß wir für die Wiedergutmachung Mittel frei bekommen. Der Oberingelhtim-w Fall bietet uns Anlaß einer Protestnote und Sühneforderung. Da gut zwei Drittel ter Mannschaften der Be­satzungstruppen ber französisckien Armee angehören, ist es fein Wunder, daß die meisten Meldungm von Uetergriffen sich auf die Franzosen bezieh'n. Die französische Propaganda bat keine Erfolge gc- Mrihgt, ater ein ständiges Mißtrauen in unserer Bevölkerung erroedt. Hinzu kommt das rigenmach- tige Vorgehen ter 98 französischen sogenanntett Verbindungsoffizieren, die sich ein Ucberroadp ungs- und Aufsichtsrecht gegen die deutschen Beamten und Richter an- imaßen. Die Militärgerichte haben ihren Wir­kungskreis auch auf die Zivilgerickffsbarkeit aus­gedehnt. Auch die Rheinlandskommission trifft Ent- schridungen, die oft im Widerspruch zu unserer

-H spät/'

Mit aufgestützter Stirn sann Germerrng über i eint Antwort nach. Dann schrillte etn kurzer, lafcr «lang in die Stille. Gr erhob sich >J- - to.

*Verzeihen Sie, Frau Falkner es ist mente &xfe."

V Er ging zum Fenster und stieß es auf. Eine ?'idc Stimme tönte von drunten empor. 2.Te konnte Signe nicht verfielen, denn sie rour- km im Dialekt ter Gegend gepnxfcn. Mit fest iwmmcngebißenen Sühnen saß sie da, ihr Taicken- A zwisch n ten F-ingern zerknül end. Lrte oer- daß Grmering einige rasche Fragen stellte:

*aiJn hörte sie ihn sageit:Warten Sie mich. Ich komme so rasch wie möglich. Aber $ chwte zuvor in der Apotheke eine Arznei an* «igen lassem"

Als er sich ins Zimmer zurückwandte, stand st sne aut unü trat auf ihn zu. Sie war so erregt, «1 thve Stimme bebte:Ich will Fhnen keinen '«iwurj madien, daß Sie setzt sortgehen daß cnc Leidende Ihn« wichtiger sind als ich Aber

)er 1920.

-^vembe, W statt.

Erpresserpolistk. Mit der Enlsd-cidung über Eupen und Ma'medy habe ter Bolkerbcundsrat eine brutale Gewalttat begangen. Die Regierung hat nicht ener- gi'ch gegen die UngesetzlichDtit ixt Abstimmung Front gemadit Der Völkerbund hat sich damit selbst das Ur leit gefbrodjetL

Abg. Dr. Mvldenhauer sD. Vpt.) meint, es müi'ieit im Interesse einer Verständigung auf beiden Seilen Abstriche gemacht werten. Der Belitz des Rheines ist Frankreichs Ziel seit ten Tagen Rickvlieus. Die Me.halen ter Gewalt sind die gleichen geblieben feit ter Wegnahme Frankreichs. Zur Eiittchüchterungspolitik gehöre auch die Droh­ung Millerands mit der unbestimmten Besatzungs­frist. Den Beschuß des Völterbundsrcrtes bezüg­lich Eupens und Malmedys werden wir nie aw erkennen, auch wenn ihhi ber Völkerbund stibst bestätigen sollte. Die Pvlittk des Reiches muß dahircgehen, uns die Lasten zu erleichtern. Bei den Entsdä'wwngen sollte nicht TTeinlid) verfahren netten. Wir am Rhein haben die Last für ganz Deutschand. (Sehr richtig.) Es g'bt im Ryein- lante keine Benegung, tec das Rheinland vom ReickZe trennen .will

?lbg. Dr. Breitscheid (USP.): Auch wir verwahren uns gegen die Gewalttnaßnahmen gegen die rheinische Bevöltzwung Mit ter Annahme, die Nheinlante von Deulschand btereiften zu kön­ne, befinden sich die Franzosen auf dem Holzwege. Wir Rheinlänter fühlen uns als Glied des deut­schen Volkes. Es ist unerträglich, daß Frankreich die Besatzungsarm« nach Belieben vergrößern kann. Der Fall Eupen-Malmedy zeigt, wie die Entente das MLntelcben ter Selbstbestimmung nur dazu benutzt, um möglichst gesichert ihrem Raub­gelüste zu fröhnen.

Abo. Fries (USP. Links): Bei ten rhein­ländischen Arbeitern besteht keine Meinung nach einem selbsÄndigen Rhtinftaat ober gar zur Los- IS üng vom Reiche. Wir verurteilen ten franzö­sischen Imperialismus gerade so roie den deutschen und roi fen, daß von dem kapitalistischen Vötker- bunb nie eine Befreiung 'ter Völker kommen tarnt.

Abg 3) e ermann (Bayr. Bolksp): Eupen und Malmedh werden in Treue zum Deutschtum Mrsharren, wenn ihnen auch unerträgliche Lasten aufgebürtet .perlten. Die Rheinlante waren deutsch, find deutsch und wollen deutsch bleiben.

Die beiten Interpellationen sind damit er»

ich mutz Sie sprechen. Ich habe Ihre Zusage, datz Sic mich anhören wollen."

Gewiß, Fran Falkner! Hier aber fd)dnt es sich um einen Fall zu hanteln, der schleimtge Hllte fordert. Und bis zu dem Häusckren des Mannes ist es fast eine halte Stunde. An teejem Abend wenigstens werden wir unsere Unterredung kaum fovtsetzen können."

Nein das will ich auch nicht. Und tch kann Ihnen setzt noch nicht sagen, wann ich nnticrfom» men werte. Ater Sie verbitten mir nickst, roteter- zukommen nicht wate?"

Sie werten mich immer zu Ihren Drensten finden, gnäbig: Frau!"

Und das Morphiumrezept Ste wollen es mir wirklich nicht geben?"

Ich könnte es nicht vor meinem Gewrs'en ver­antworten. Sie müssen es noch einmal mit dem bereits verordnetet Mittel versuchen. Nehmen Lte zwei Pulver statt des einen; dann wird, w.e tch hoffe, die gewünscht« Wirkung nicht ausbltitet."

Signe mochte etnsehen, datz nxntrre Bitten ver­geblich fein würden: bte Hast, mit ter Germermg sich zum Ltesbruch sertigmachte, trieb fe zum Gehen.

Lassen Sie mich vor Ihnen das Haus ver­lassen," legte sie.Es wird besser sein, daß man uns nickst zusammen sieht.' .. ..,

Gr wLersprack nicht. Rackstem Jte den tedteen Schleier wieder über das Eesicte teravge-ogen hatte, reichte sie ihm die Hand. , . v

Gute Nacht! Wenn mir auch m einer e tunte das Glück nicht günstig griffen ist, ich nehme doch eure Deine Hoffnung mit mir/7

Er erwiderte ihren Abschtedsgrntz und gticüete fie ach ba Vorplatz bätaui bis zur Treppe. Tort

1Jg 'M Uh, I

Deutschem Neichstcrg.

Berlin, 6. Nro. 1920.

2TuY der Tagesordnung stehen Jnterpellatione-n \a Eupen und Malmedy und eine In'ecpellatio» llircll iTemokrat) über Kostcnfragen und Behanv jng der Beoöltarung in den te etzlen Gebieten.

Dr. Bell (Zentrum) begrüntet die Inter- -Üati.'n, mtem er auf d« flagranten Rechtsvet Kumten, cie Vertragsbrüche und die Verge.val Zungen hmwtist, die in der Annektion der Kreise

Eupen uno Malmrdy

tge. Sic fei ein würdiges Sei enstück zur geroalt -,rncn Fortttahme im.erer Kolonien, sowie der ! xtb'.Sb üdr und Vevgovattigungen im Saar gebiet, i j erk te heule offen am ter Tribün: Protest gegen

Entente wegen Dcr.ragSverletzungen und 53er KI icungen und erwarte von der Enlent? eine Jitnrrt. Wenn keine Antwort erfolgen tourte, röücbe er vor aller Welt laut erklären, keine r/.y.hvort sei auch eine Antwort. Die Verhältnisse yt ten Rhtinlanten seien nicht mehr zu ertragm. 1 a Friede haenurder EntentedenFrie- _ en g e bracht, uni aber unerschwing- liHe Lasten. An den Kosten der Besatzung ; i fc Teulsckstand terWuten. Zu welchem Zwecke -1 je die De atzung größer fein, als die ganze : itirfx Rcichsmacht? Zu tun habe die Besatzung -usts, daher die Klagen über Uetergriffc und tergewal igimgen in den teetzien Gebieten. Dazu Imme die Requirierung grate des testen Acker- MbtS für l'e ungsplatze, Schicßpläte und Plötze ir die Luftschiffahrt. Das gairze 23erbatten ter I nur en und besonders ber O ffiziere forber-' zum Triften Protest heraus Die Tätigkeit ter Rhein- Lrtötommi fion errege ebenfalls Anstoß. Sie ver­borge für iich ein Bestä igungsrecht für neu er- kernte Beamte und nehme das Ausweisungsrecht für sich in Anspruch. Die amerikanischrn Soldaten litten besonters rücffichtsbos. Sie requirierten 2Doh- tangen und rid)tetcn sie furchtbar ju. Die Ameri- ftitr roürfen mit dem Gelte nur so um sich «und rrurfadr.en eine beispiellose sittlickie 23ecvohung. k>n ter Loyalität bet amerikanischen Regierung hi er v-'llDmmen üterz-ugt; je enfalls könne f.e hc Zustä rte nicht und das auswärtige Amt müsse her ame. ikcmijchen Botschaft in Berlin die Augen rinnt. Zn ten anderen Gelietstcilen des besetzten Iffbietcv fei es aber etwa nicht besser. Noch heute [itebcn dort farbige Truppen zur Besatzung- ver- Iztntet. Es sei dies eine Külturschande uno eine mslöndige Frau könne sich dock) nicht mehr auf ikr Sttastc sehen lasen, ohne den empfindlichsten FcMfLugintgnt ausgesetzt zu fein. Dazu komme la> Bestreben ter französischen Regierung, die Sbrtnlante allmählich mit französischen Znteressen ki hr dibrängett. Theater und Vo'kskückxn würden r französischem Sinne geleitet. Die Jdee,Teutsch- Intb plane einen Rckvanchezug, sei zu einer fixen Stee tew rten, bi- bet unser em westlichen Nachbarn tnmer mehr an Boden genrimte. Jedenfalls wür- |kn aber alle Versuche fehlschlagen, die Rhtin- iBiiber von ihrer deutschen Gesinnung abzubringen. Sn ber Frage von Eupen uno Malmedy habe der i »cietensvertrag ernt Volksabstimmung in einer iiie Freihrit ter Abstimmung sichernden Weise bc- imtmt. Die telgi'che Regierung habe aber nur eine klgifcte Propaganda zugrlasen, einer deutschen kiopaganda aber gnvfx Schwierigkeiten in ten Sri gelegt. Daß die Abstimmung von Eupen und ilalm eM) eine Karrikatur des Stibstbestimmungs- lechtes sei, gehe schon daraus hervor, daß im tlreiie Eupen auf 20 000 Cinroohner deutsckrer Ab- tu ft nur 90 Wallonen tonttn, währenld aus 35 000 Bniticte Ei'rwn Huer in Malmedy 9000 Wallonen Dimmen. Außerdem hatten sich von 3000 Wahl- llnetbti-gttn mir 272 in die Listen ein tragen lr en. Im übrigen teile Has neutrale Ausland

6 trerc Auffassung imb bezeichne das Verhalten & Völkerbundes in der Ab stimm ungsfrage von stpen und Malmedy als ein Gautelspi l Den cruifdien in Eupen und Malmedy müßten wir ffe Treue mit Treue vergelten. Der Redner tust mit einer Anfrage an die Regierung, ob >'kerbundsrat überhaupt berechtig getocftt töre, dne Entscheidung in dieser Frag^ zu treffen Etn) ob nicht vielmehr das Plenum des Völker- hntbed allein dieses Rech: besitze. Die Valuta des tigen Völkerlmntes finTe. Es müsse ein neuer ^ßcrinnti) geschaffen werten.

Minister des Aeutzern Dr. Simons

! iront, nickt nur das Mitgefühl des deutschen ^iclkes, sondern auch des Auslandes an dem Schick-- |ü von Eupen und Malmedy. Auf alle Pwteste kmb Eingaben der deutschen Regierung sei knne llntoort erfolgt. Man wiffe hier überhaupt nicht, li unsere Eingaben dem Völkerbund zur Kenntnis Itrlcmmcn seien. Der Redner vnliest eine Reihe ^'äitbifcfter Pressestimmen, die das Verhalten des M8erhmbe§ nenn teilen. Die Grundlagen, auf bit i Belgien die Souveränität übertragen toorben , ivibeispreche dem Rechtsgefühl. Das Einträgen die Listen roar mit den größtett Schwiertgketten

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verbunden. Wer sich ein tragen lassen wollte, kam mehre rem al vor verschlossene Türen, verlor nacfr- träglid) feine Lebensmittelkarten und musste d sl a b schließlich das Land t>er.a,,c?i. Ter Ve.knbmcd loar uncichlig informiert, als er seine Entsch-iAing traf. Auch ter Wunsch eine Lvmmission des Völker­bundes in die beiden Sterile zu entsenden, wurde nicht erfüllt, lieber die Abgrenzung der Kompe­tenzen zwischen.kerbund und Völterbundscat be­stellen keine genauen Vorschriften. Der-kertemd ist zur Zeit nicht vollständig, da Amerika nicht vertreten ist. Die Regierung ist somit nicht über­zeugt, daß die Entsck>tidung des.ke buntes nicht als rechtmäßig anzuielen ist und hat bei dem Völ- -kerbundsral die Entscheidung durch das Plenum des Völkerbundes beantragt. Die Antwort des (Verbundsrates ist höchst untefriedigend aus­gefallen. Die beiden Kreise baten nie zu Belgien gehört und bantnr kann von einer Wiedervereini­gung mit Belgien keine Rede Tein D.'r Minister fdjlicftt mit dem Ausdruck ter Hoffnung, baß der Völkerbund schließ ich doch noch y.i einer eingehen­den Prüfung unserer Rechtsaufsassung komme und daß er sich dem Interesse der Ger'chtigkeit an- passen werte.

Abg. Korell (Dem.) schließt sich ten Aus- führwrgen des Abg Bell an und schi.dert die Zu­stände, die in Eliaß-Loth ringen unter französischer Herrschaft entstanden sind und Hmr- tertc wieder zu uns über bte Grenze getricbe:< haben. Er plädiert für eine roeitgebenbe barmherzige Unterstützung dieser Flüchtlinge und tritt sodann für das Saarland ein, dessen Not nickst hinter ter des Rhtinlandes zurücksteht. Nack) Art und Sitte sei der Rheinländer ein teutfeter Stamm. Dazu komme der gesunde benwlratiftfa Sinn, der in seinem Kern echtteutscher Art entspr-td^. Was aber Frankreich vielleicht noch an Sympathien in den Rhtinlanten besessen habe, das hite es durch seine Behandlung ter Bcvölkeoung verscherzt, w nngltich man einzelnen Offizieren und Mannschaften eint Ausnahmestellung jubillicen könne. Das Rhein­land kämpft um sein gutes Reckst, um die Wahrung des Menschenrechts, lehne aber f?bc tendenziöse Propaganda ab und wehre sich gegen jeden Natio­nalismus. Im Namen des Rheinlantes appel­liere et an das schlecht unterrichtete frantzösischeVolk. Der Redner schildert dann Die Kosten ter Besatzung. Frankreich werde vor bi* Wahl gestellt werden, ob es ten Wied'raufbau wolle ober seinen'Offizieren und Soldaten ein gutes Leben auf htzutsche Kosten rinräumen wolte. Eines von beiten sei nur möglich. Der Troß, den das französische Heer nach sich ziehe, vermehre noch die Not. Lebensrnittel und Kohlen reichen nicht aus. Die rationierten Lebensrnittel wertem der Bevöl­kerung einfach roeggenontmen zum Besten dw Be­satzungsbehörden. An der Wiederaufnahme wirt­schaftlicher Beziehungen zu Frankreich habe auch das Rheinland Interesse, nicht aber in einseitig't Weise zu Frankreichs Gunsten. Der Redner schil­dert die Spitzelwirtschaft im Rheinland und bedauert, daß die teutsche Hohmt auch in der Recht­sprechung nickst nach Wunsch geübt wertet könne. gn ter Frage. ter Beamtenbesetzungm habe die berkommission schon ictzt die Zügel ganz cm sich gerissen. Die Freiheit der Presse wird nicht ge­wahrt. Ein deutsches Lied darf nicht erkltn- gen. Keine Fahne darf ohne Erlaubnis cruSgesteckt werten. Die llebcrgriffe der So Ida dm nehmen zu. Unsere Regierung muß energisch Sühne verlangen.

RcichSminister Dr. Koch:

Wenn sich unS m dem trüben Bilde ein Licht­blick bietet, so ist dies ber, daß sowohl in Deutsch­land, wie hier im Hause bas Nationalbewußtstin in tiefer Frage sich gehoben hat. Die Kosten dw Besatzung seien allerdings ungeheuerlich. Die Ein­richtungen für das Heer fteben in keinem V.'rhält- nis zur Truppenzahl. Die Kosten bürf'en insgesamt 27 Milliarten jährlich betragen und verhindern

laut, daß von den auf 2icimmg5bcrträy abzu­nehmenden Kartoffeln iroch gvotze Meng.m un* abger.ommcn find Trotztem roci.e Ostbiete Mangel hal>en, können die Lanlw r e nv3.1t ter Nrckstiimc- Haltung ter Vertrag, durch Reich, S.ädte und .stommunalverlände über thte Kartoffeln nickst ver­fügen An vielen Or eit rocrien ten Landwirlen die Kartoffeln gewaltsam abgennntmen U'berall mangelt es an ter Wagmgtitcllung ber Eisen­bahnen. Was wird die R^gstiung zur B?seitigung dreier MißfLnte tun? An feine Bemfsqenossm richtet ter Redner ten Appell, in ter Belieferung ber ftäbti.dm Bcv^llerung mit Kart.'ff ln das Menschmög.ichste zu leisten. Brifall, recksts '

Rclchcernähtungsminiftcr Hermes:

Nach den getrrficne.t Abmachung n sollen 60 Pro­zent ter Kartoffeln im Herbst, ter Rest im Früh- jabr abgennrnmen werden. Zunächst bat diett An­nahme Schiffbruch gelitten. Sei' Ente Oktober ist aber ter B.^zug roicter re«lmäßig gerojrbcn. Auch die Reichsreierve ist in Ordnung, mit Aus­nahme Schlesiens, wo die Abnahme nickst ganz wunschgemäß vonstatten ging Der jüngste Fm'st hat aber ten Transport er'chwert. Die Abgabe billiger Kartoffeln ist aber t»n ter Landwirtsckaft in dankenswer er Wei e gefördert roorten. Wegen Transprrtschwierigcitten ist die Li.ferung dieser Kartoffeln nach dem Westennietet auf Schwierig" Feiten gestoßen, und es ist bedauerlich, daß es aus bte)em Anlaß vielfach zu Unruhen und Ge­waltakten gekommen ist. Die Liefcning bedeckter Kartoffeln für den Kartostellransport roar auch nicht immer nsitzsick). Die Pre.sestetzung im Früh­jahr erfolgte in ter 'Ab'icht, auf den Kartostclbau bcfrvck'tenö jtu wirken, was auch gelungrn ist. Durch die Lirierungsverträg.' .mitte fcv Abnahme ber Kartoffeln sichergestellt. Nun Halen di: Kom­mun alter bände viel .veniger Kartzosteln an­gefordert, als seinerzeit abgemacht .vurde. Hätten die Städte otr KarLffeln regulär angenommen, so wären uns viele Unruhen erspart geblieben. Die Ernte ist gut ausgefallen. Du Hek- tanertrag ist von 110 auf 125 Doppelzentner ge­stiegen. Zubern ist die Ernte fast ganz unter Dach und Fach, und unter dem Frost hat sie wenig ge­litten. Zu Besorgnissen liegt also kein Anlaß vor. Die Regierung bereitet rin Gesetz gegen W u- ebe r e r und Schieber >or und erwartet im übrigen, daß die Landwirtsckwff selbst die Elemente *im Zaume halten werde, die die Zeit für eine Preis­schraube als gekommen erachten. $n gemeinsamen Beratungen seien übrigens Richtlinien versiirbart worben, die jeden Wucher verhindern. (Bsisall.)

Ein Vertagungsantrag Trimborn wird an* genommen. Nächste Sitzung 16. November, nach­mittags 3 Uhr. Sozialisierungsinterpellation, Fortsetzung der heutigen Debatte, Kein? Borlaaerr. Schluß nach 6 Uhr.

ironinmgvn, mc vji un «iwiivnu« »u uuiun f . Anschauung stehen. Die Kommission hat sich auch rin Vetorecht gegen die Bestätigung nmer deut- *- ~-r- scher Beamten angemaßt und Ausweisungen ver­fügt, ohne daß uns eine Aufhebung tiefer Maß- ................ . - . .

nahmen möglich war. Den ven chic denen Mannern, zur Begründung aus: Es werten viele Klagen