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Nr. 237 Zweites Blatt
Gtetzener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberheffen)
Zreitag, 8. vttober (920
ist aber eine Aufgabe, bic alle Stände
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leisten haben.
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Mitte.-S: m.*n,
Vorträge das S rt8itbni3 für b.n Obstbau nrcfte
Lteichmbach ist cigonbrnb g von ihm angelegt
worden. Besond rs
tesiycn r iche Obstgärten, die ihr E iftehen de
9In I tarn er mit ei:ier geradezu ritterlichen Artig'cit en.1 e-'tijcgciL Wenn er, n>'.e es in der Regel nxrr, eü e
Nachdruck verboten.)
Fortsetzung 6.
Düngung ist tor.c ll heil, frische Erde von
lat man aber Gele,'S. i- dnem anderen Grund-
au gebrockten. Die Gemarkimgen . Sichni Haufen und Eicke sdori wur-
er das Pflanzen, B schneiden und Pfropfen der Däume und leit te zur Pflanzung von Bau schu en an. Die Obstplandig von Stvckh'im bis
1. April bis 1. Oktober, mit Rindvieh
daß die Arbeiterbewegung in Gefahr siehe, die Sympathie aller unbefangen Denkenden zu verlieren.
Falkner aus. , Ein 6 inder, t'richter Na r. i seinem Glück vorder ist er ins Un'ewiste g: anten. Abn das mag er nun in Gottes Namen vor sich selbst Derartfiwrtcn und mit 'ich selbst ausmacken. Gib mir noch einen Kuß, Mädel! Und ixrtn sieh
in Dorlar, Wetzlar-Niedergirmes und Braunfels (Kreis WO ar) ist etloschen.
Gefunden und verloren. In ter Zeit
nit ergebens! die Praxis /erstorbenen ।führt wird. Montell Be 75.
zu, wo die beiden stecken. Sie brauchen sich nicht länger rvr mir zu fürchten."
,Xt her, lieber Onkel Bernhard!" sagte Erika innig. Und dann huschte sie laut'os aus dem Zimmer. *
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Bittend legte sie die geVt-ten Hände auf stiae Brust. „Aber ich vergab ihm ja längst- Ich ’ttoöoc es dir, Onkel Bernhard I Und ich bin glück- .'ich, baß sich alles so fügte. Weil wir von äuld- '•et aut herzliche Freundschaft gehalten, weil mir un8 (vebten rme Bruder und ^chivester, darum Geübten wir — aber es war ein Ir.tum i ans hrben Seiten. Es hätte mir cknsowol.l geschehen 'Amen wie Achim, daß ich einen anderen lieber rnoonnen hätte als iX Und es macht mir heute m Herzweh mehr, ihn mit einer anderen glücklich
rnyrnv'g von tijm angeiegi ocunotn u n u uvuBirn. c“ <o^^ Bl ichrnbach urd Urng -ge.no vorn 15. bis 30. Septemb.r 1923 wurden in ine ihr Eitltehcn de-- hiesiger * £~"~‘ "* ^"r ~,r" 1 " *
Hunberttausende fließen | rttchen t»inun vu. Und wer auf * 1 äant
haken in ein Mädchenhem gedrungen noaren.
Ter im Nebenamt die SteLicig eines Sekretärs b klndende TxaterDieer Berent HLete in einem tlei <m sa b mnllei immer Die Pforte be5 Alerhciligstcn. las bis er wohl noch ftrier einem ll i en, ha b u.tUe.i ilior immer Die P orte vom Personal anders als mit Herzklopfen za betonen gewagt. Wie er ni.-mals jemand ohne besondere Ermächtiiung elliließ. so öffnete er auch an di fern Dorrn it ag nach brschndenem Anklopien X Vrrbindungstür, um zu mel en: .Fräulein G.'rda Fall tragt, ob sie den Herrn Ti e wr in einer briigXen Ang l.genleit ft? £■'e1 Lire"
„Wenn es eine dring.nde Angelegenheit ist — sehr gerne." lla g die sonore stimme des etc» malig-n Hell>ensp elers - freundlich zurück. Er er» hob sich beim Eintritt der Gemeldeten sogar um ein paar Zoll aus s.inem Schreibst sel, um die Bewegung des begrüX’-ben Aufstehens a'z:. deuten.
„Gutn Morgen, Fräulein Falk! Bitte, nehmen Sie Platz Mas verschalst mir das ungewöhnliche Vergnügen?"
Tas groß-, schöne Mädchen, dem müham bv» herrschte sckmier;licke Erregung anzuieten war, lieg sich auf dnn Stuhl neben dem Schr.-ibrisch mecer, den der Galgenhumor uccer Kollegin die „Marterbank" g<teu:t hatte. Bescheiden und mit unsicherer Stimme sagte sie: ,Lch möchte um Urlaub bitten, Herr Direktor."
„Oh, weiter nichts als Urlaub? Tars ich. fragen, aus welcher Veranlassung, Fräullrn Falk T *
vorigen Jahr eb n^alls ein gutes Obstjahr war. Besonders itn Kreise Büdingen waren die Aepi'e - ertrage richlich Aber gerade hie war auch sckion vor 63 uns 83 Jahren der Obstbau syst malisch i'c ßtbert woro n. Als es noch keine Ackerbau
vrr „aefutrttne Rechtrfinn".
Landgerichtsrat Kuhlemann
rima WW nd AbendtnO «r tziebigktr. OjX
tlitiMti*® ’T[oren.@flbhi»o^7 inberbebat^ F rjlsoninM L -
dieZalkner aufLinüenhöhe
Roman von Reinhold Ortmann.
r Stadt g sund:n: 1 Seselli fen, 1 Hals' alten Herrn verdanken. Lunberttausenbe fließen i stütchen mit AnhÄrg-r, ein Mädchenkinderfu: wohl auch heuer den Gemeinden zu. Und wer auf * 1 Handtäschchen mit Portemonna::, eine Gürte.-
Teil sehr b fribig.no. Auch die Ti-fro ir^aifc ist gut. Das Obst ist auch in diesem Jahr in an»
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Braunschweig, der -mit Recht von sich sagen kann, datz er seit 30 Jahren unter den fortp geschrittenen Sozialreformecn in der ersten Reihe gestanden und stets für das Recht der Arbeiterbewegung gekämpft habe, erhebt in einem Artikel in der Isoeben erschienenen ..Deutschen Juristenzeituna" laute Klage über die Rechtsverwirrung, die seit der Revolution in den Arbeiterkreisen ausgebrochen sei.
Er stützt sich dabll inSfefonbere auf die Erfahrung, die er als Vorsitzender eines Schlicbtungs- lusichus'es sowohl mit den Arbeitern, die vor diesem auftraten, wie mit den Arbeitnehmerbei- itzem und Gewrrkschaftsbcamten gemacht hat. Be- imderS tadelt er, daß die Arbeiter sich nicht 'ckxuen, die von ihnen und ihven Organisationen tmgcqangcncn B-.-rpslichtungen ohne Gewifsens- jebcitßai zu brechen. Der Unterschied zwischen einem erlaubten und einem unter Vertragsbruch
Landwirtschaft.
Das nrnfiraben oder Roden von Pftanz- gärten.
Selbst der bestens -ub.rei ete Gartenbvden rofd) eines Tages müde, unb man bemerkt, wie g.tvisse Pilanzen und Gvnüsesoren immer schlechten.' Re sultate liefern. Bekanntlich muß üb rchrupt mi dem Bes.and der einz Inen Gemüs bce e alljach.lich gewechselt weichen. Beispielsweise pslanKt man nicht in das gleiche Land Erbsen, Buhnen ustv. wie im Vorjahr, ins Erbsenscl) kommt Kvhl, ins Dohnenland Sa'at usw. Aus tiefe Art er%ii lt man ein besseres Gedeil^en der Sor:en Manchmal lohnt es sich auch, cm Quadrat, das bisher mit Gemü'e bepflanzt war, im Bommcnben Jahr mit Kartoffeln zu belogen. Das heißt man au§ntl)en lassen, denn twtz guter Düngung wird der Boden müde. Um ihn nun wieder ganz aufzuf.ischen und leisamgs- sähig zu machen, ist es notwendig, nach einem Zeitraum von 10 Jahren den Ga tm umzugraben oder zu toben. Dies muß recht gründlich geschehen. Die Erde ist 2 bis 3 Fuß tief auszubeben und berau^utoetfi’n. Eine gletchzei.ige au6gi-‘biy
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Zweifelnd schüttelte der alte Herr den Kopf. -5ü das nun ernst zu nehmen? Bei Geschöpfen vvn ^nem Schlag gcht die Selbsstverleummng leicht über alle Grenzen hinaus, warum nicht auch über l« Grenze der Dahrfaftigkeit."
,^Jch lüge nicht, Onkel, gewiß nicht. 2lls td> 26im gestern wieder sah, füllte ich nichts als streude. Und ich hätie fei:.e Frau in bet we- ^ijm Stunden unserer B.kanntschast nicht s j lieb» Rinnen können, wenn ich ihr nicht herzlich dank- «r Dafür wär:, daß sie ihn und mich vor einer sofern Enttäuschung bewahrte."
„Dor aus. Sonst mirkft du mir am Ende zu, ihn meinerseits um Verzeihung zu bitten, n*ü er so Diel klüger gewesen in als tch"
_ '.Nein, das sollst du nicht. Aber gütig und fortfi du zu ihm fein. Zu ihm und P2 ferner Frau. Die dir so gerne etne zärtliche, Tächter sein möchte."
„Ein Narr ist er gewesen," s
unb pflegt''. Schm lange bevor es die odlizato- Ober-Se.men, Nainrod und Eichtlsachen angc rische Fo:tbildungZschu'e und bi: Ackerbau'chu'' gliedert. In Ober-Schmitten (Kreis Schot- gab, nrurbe in Bleich mach eine landwi i'chnftstckx ten) ist die Maul- und K au nfeuche ausgebrochen. Fortbildung-schu e e öf n .t. L ^rer D'.e.)l n’ter- «1 «nm Sr*>rr,
wies aber auch pvakt.sch: in Q.inert Kur'e r leh t
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Bstp! abschlage-t mußte, g:f tä stets im Xxte l.'erzlichste.l Blauer s Und bk tteinm Nü en, di. er gerade bei s l sten G.legc hei en /*eric ^a 'z b:.läufig anbracht.', kaigen väteclih wohl.vo le id auch noch bann, nj.im sie wie mit schar e-i Wider-
dem Torfe macht sich nicht heute seinen Haustrunk: „Srodjaftbeimer". 93erben aber auch alle, dir jetzt diesen Segen genießen, des Urhebers g- benfen ? Als Znchm dMilbaver Erimre.-ung sollte am Schalhaufa in Bleich mbach von den Obschauern eine Taf A an geb räch' werden.
* Aus Der mittleren Wetterau, 6. Oft. Infolge der einigermaßen günstigen Dit- trrung hat der Bauersmann die Kartoffelernte bereits beendigt. Als eine gute Mittelernte kann sie bezeichnet werden. Gerade dieses Jahr hat sich die Wahrheit des BauTm pruchs bestätigt: Unter den härtesten Scholl'n die dickste Knoll'n. Die etwas »citia gepflanzten Spä.kartvffeln ergaben die aevtngttc Ernte, da Die Zeit des Ansatzes in die Trockcnperiode fvcll Als Durchschnittsertrag fann man pro Normalmorgen 60 Säcke = rund 70 Ztr. rechnen. Kartoffelknollen von 2 Pfund sind keine Seltenheit. Industrie, Hassia, Jwvel und Vater Rhein wurden als bewährte Sorten angebaut. Leider macht sich b mL starkle Preistreiberei in Kartoffe geschäft bemerkbar. Aufkäufer aus dem Industriegebiet bieten bis 38 Mk. für den Zentner. — Die Aussaat des Winterroggens ist bereits erfolgt. Man kann schon das junge zarte Grün erblicken. Begünstigt durch Die feucht^qvarme Witterung zeigt es einen prächtigen Stand und Der» fp.icht eine gute Bestockung. Die letzte Ernte, das Ernsahyen der Dickwurz und Zuckerrüben ist in oollem Gange.
Aus dem Amtsverkündigungsblatt.
** Das AmtsDerkündigungsblatt Nr. l45 Dom 7. Oktober enthält: Gebühren im Eichwesen. — Tas Bchüten der Wiesen. — Abänderung des Ortsstatuts üb.T den Bezug von Wasser aus der Gnneindewaiserleitung zu Wieseck. — Wiederzulassung zum Handel. — Vieheuchen. — Tienstnachrichten. — Fcldbereinigung Hausen — Gefunden, verloren.
Tas Behüten der Wiesen Insoweit es sich nicht um abgesondert gelegene Wielen handelt, dürfen ohne besondere Genehmigung des Kreis- amtes weder oon den Eigentümern selbst, noch mit deren Zustimmung Don anderen behütet werden: a) eimchürig? Wiesen: mit Schafen Dom
1. April bis 1. August; b) sonstige Wiesen: mit Schafen vorn 1. April bis Oktober, mit Rindvieh vom 15. März bis 15. September. Grund- ober Talwiesen, die mit Bewäsle ungsanlagen versehen sind, dürfen bei nasser Witterung überhaupt nicht behütet w.rden. Im übrigen ist beim Behüten Dort Wickm bZondcrs Darauf zu achten, daß die Weideti^re nick! Durch Zertreten vorhandener Be- ober Gmtwä Jenin gegraben Schrden verursachen : erforderlichrnfalls sind sie durch einfache transportable Umzäunungen Don Den Graben- I)ö:djungen fern zuhalten Tie Schafweide darf auf fremden Wi.sen nur vom 15. Oktober bis 22. Februar oder so lange harter Frost Dauert, ausgeübt werden. Weidebeiechtigungen auf Wiesen mit anderem als Schasvi.h Dürfen nur im Herbst, und zwar oom 1. bis 15. Oktober, ausgeübt werden. Schweine und Gänse sind von der Weide auf Wissen ansgesch'.o sen. Auf Wiesen-- Difrr.ften, insoweit sie künstliche Wä'serungs- milagen haben, darf keine Weideberechtigung aus- geübt werd.n.
Gemäß Beschluß deS KreiSauS- f ch u s s e s deS Kr. ises Gießen vom 2"). September 1920 ist der Meng r Heinrich Rühl m Utphe ab 1. Oktober wied.n zum Handel mit Vieh, Fleisch und Fleisck>wq§en zugela en.
Maul- und Klauens euch« ist in Lauter amt ich fest» stellt worden. Es wird ein Sperrbezirk g bildst, bestellend aus der Gemarkung Lau er. Tas B^bachtung.^.biet b eibt unverändert. In Obbornbojen ist die Seuche erlosch-m. Tie Gemarkung Obbornhofen wird aus Dem Sp?r g^i^ ausg.schieden und dem Beobach- tnng?gebiet eiagegnedert. In den Gemeinden Mittel-Seemen, Sichenhausen und E i che l s d o r f (Kreis Schotten) ist die Maul- und
Tie Gemarkung Obn-Schnitten ist zum Sperr- E;irk crlltrt roorbm. Tas Beobachtungsael'ict bleibt unverlmd-rt. Tie Maul- und K.a:ienseuch?
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zu Frankental war ein feister, glattrasiert.n H:rr von sehr verbi d icken Umga g5'o:men unb n.it ewig lächelndem Gesickst. Wesl<chb et trotzdem v.v feinen Mitgliedern mehr g'fürchtet als geliebt wurde, war eigentlich ein Rätsel, denn er lietz sich ni.rnals iu heftigen Zorn s.rulb.ü-er binreifeen, bei Den Proben auf Der Bühne so we lig wie oben in seinem Bureau. Er hatte iroch nie einem S<'a -> findet mit wütender Geste die Ro le aus der Ha' D gerissen und noch keines KünstliersEEhrgeiühl durch unzweideutige Vergleiche mit gehörnten oDer, ur-» g:bömten Angehörfgen des Tierreichs b l ibigt Seine tadcl '.den Tem tkungen hie ten, sich immer in begt Ausdrucksch'tmen der guten Gefellscka''. ja, sie pflegten um so höflicher zu 'ein, je empfindlicher sie treffen f Uten. Und w:nn trotzlem fckVN man» ck^er ergraute Komödiant nach einer freundlickien Zuvtchtwe sung aschfahl und mit zulammcngelisi - nen Zähnen in die Kulisse abgetreten war, wenn sich manche junge Tarstellerrn von Der Probe nyg bitterlich weinend in irgend einen Wirtel flüchtete, so würde beim Anblick des gütig lächellidan Herrn Taus feder Unbeteiligte sicherlich von übertriebener Empfindlichk it gesprochen haben. Nament ich den , weiblichen Mitg t^bern, die ihn aus diesem oder fuhr Bernhard | jenem Grunde in der Kanzlei auffuchen mutzten.
stücke anfahren und auffüILen zu lassen, so ist dies noch viel besser. Man wird er rrunt fern, wie Der frisch umgegrabcnc ober genote e Gar en die Müh'.' lohnt. Die Mcklirerträgnisfe an Gemüse und Obst werden den besten Beiveis li.sern, wie nölig die Verjüngung, des Bodens war. Am besten geschieht das Rooen im Herbst utck Frühjahr. Düngen mi! Jauche während des Winlers auf frifd)g:robctem Gartenland ist vortrefflich.
*
l Langsdiors, 7. Ott. Dte'reiche Zwet- schen- und Apfelernte ist boen^igt, der Ho-ndel mit Aepstl ist noch lebhäft. — Wenn man die Die en hochbeladenen Wagen mit Kartoffeln ins Dors rollln sieht, Farm man nicht gut verstehen, wie in der Stadt und sogar auf dem f achen Lande es zu .Dar off.-llmruhen" fontmen la m. Tte hie! gen Kartoffeler en'.er und Kartefelverb^aucher ha.en sich geeinigt auf einen Durchschnittspreis von 25 Mk. P o Zcn not*
JL Riddertal, 5. Ott. Wenn man jetzt durch unser Tal fährt, so sieht man überall Reihen von Kartoffckfäcken auf Den Aeckem. Tie Erträge fallen gut aus.
± Oueckborn, 5. Ott. Un'ere Gemeinde ist den Nachbarorten m Den Feldarbeiten immer weit voraus. Dio Kartoffeln sind schon fast 14 Tage eingebracht, die Dickwurzäcker sind bereits leer. Jetzt ist Der Landwict mit dem Einbringen des G.'müses beschäftigt. Die Roggenfelder st hon schon grün und Der Woizen ist auch bereits gefät. Die Ätcker, auf die im Frühjahr die Sommerfrucht gepflanzt wird, werden jetzt um» gepflügt.
n. Aus Dem mittleren Oberhessen, 6. Ott. Wir stecken jetzt tief in der Herbst- ernte. Di' Sa to f: ert äge sind u t große'i
vrutsche Dolfspartei und §»ziallfi<rung.
• Berlin, 5. Okt Tie Reichstagsfrakron der Deutschen B-olksparstei gela gte bei dm Betörungen in Weimar in bet Frag- der Sozr- alifierung zu folgendem Ergebnis:
Tie Stellung Der RrickrSrog erung zur So- .talisvnmigss-vog? ist im Reichstage von Satten brt R<ÄkKanzlers Fehrenback am 28. Juni 1920 unb ojn Seiten des Arbeitsministers Tr. Bvnm un 5. August Dahin festg.'legt worden: „Zweck md Erfol-I lebet Sozia'isierung mutz Steigerung -er Produkäon sein". (Fehrenbach.) — „Art intD $jrm brr Sozialisierung wird sich aus der Not- vmbigkeit ergeben, die deutsche ZVvhlennnrtschost <n der Richtung größter Produktionssteigerung uno -Nttschaftlickik.-it zu entwickeln" (B aun>. — Wir «hen aut dem Standpunkt b:efer Tarlegung, wenn •pir erklären, daß feber Vorschlag ef^er grmidsätz- lichen Umgestaltung unseres Wirtscha'tssnsems «ober einzelner Wi tscka'tszweige abzulehneu ist, rx-rtn nicht der Nacki-veis erbnadx wird, daß dadurck ans Steigerung der Produktion sowie eine Ver- ufnberung der Produktionskosten urd damit etne «rrhölnmg des Wirkungsgrades zu erwarten ist. — (frper mente am Wir fluf skörper, zumal solch', »je nicht aus wirtschaftlichen, sondern aus Polite- tarn Gründen erwachsen sind, mü'sen angesichts bt reßigen rtrirtfdxfili 'en Not unb bet aufien* polit sst>en Vage z urückgewiesen Ire ben. — Mr » kennen uns grmidsLtzlich zur U n e n t b e h r- llickkeit des Unternehmungsgeistes unb erkennen in bet Erhaltung der selbständ gen tzistenren in l!<mbnnrtfrt«aff, Industrte und Han- yt, Gewerbe und Mittels!<rid eine unserer bnn- ynbfien und vornehmsen sozialen Au gaben. B n xcfem Gesichtspunkte aus lehnen wir die beiten tt Die Sozialisierung der K hlenwirtlckiate <y- nackt-n Borsckiläge Der So-ia i ierw gsteministion ,ib, bn deren Zustandekommen überdies den Sachverständigen des Bergbaues ein be’immcrtber Ern- ssiltz nickst ein geräumt worden ist. Alle produkti^n?- ffcbernben Mafmahmen überlaut t und ins"'<c>n- tac der Kühlen wirtschaft werden der Unterstützung ter Fvaktem sicher sein. Im übrigen hält es d« "gaktion für zweckmäßig, mit ihren Vorschlägen so lange zurückzuhalten, bis zu der zu erwartenden gorlage Der_9tcgerung Stellung genommen werten kann Sic erwartet von der Regierung, datz bei Der Borbkvtetung Der Vorlage Die Sachverstck'- tigrn Der Kohlen wirtschaft von Domterein ui ausreichender Weise beteiligt werden.
Die Klagen Knhletnanns sind, so bemerkt dazu die „Boss. Ztg.", zweifellos nicht ohn< weiteres beiseite zu legen. Denn es handelt sich in der Tat um einen Mann von erprobter sozialer Gesinnung. Die Wiederaufrichtung des kategorischen Imperativs der Pflichv
arbeitet entgcgnfba t, daß das, loaS er getan orbe, gcgon das Gesetz verstoßt, so bekommt man litt Antwort: Gesetze gibt es heute überhaupt Mt mehr.
Den Arbeitnehmerbeisitzern wirst Üuhlemami vor. daß fie offmbareS Unrecht auf Der Seite des Arbeiters mit Der Begründung in rchutz nehmen, daß Der Arb.iter nur das Produkt einer Erziehung unb mangelhaften Bi dunz sei, !hb sie bei Di bstäblen, die zur Kündigung Ver- rtlaffung geiebcn haben, geltend machen, bei der gütigen Not ag: könne man die Begebung von Diebstählen einem Arbeiter nicht zur Schuld an- vnhnen, daß si: eine mit dauernder Gesundheitschädigung verbundene Mißhandlung durch einen Arbeiter nicht für cmSreichond anertennen wollen, m das ArocitZverhä tnis unter Einha tung der Gesetzmäßig n Kimd.gungs'M zu losen, w'il das „utibtllig? Härte" im Sinne des § 81 des ketriebsrätegesetzes enthalte. Auf Grund dieser Crrfa6iungen kommt Kuhlemann zu dem Schluß,
schu en unb Obstbaut chnik r hi.n .u ande gab, ix- war es der alt: Lehrer Ehri'wvb Diehl au3 .....
Bleichenbach, b r in hallo Ob nHessen durch 'eine den zu SD.r.g bi . tui erlläct. De.i beitebenden Beobachtunglgevi ten wurden die Gemarkungen Obe-r-'Se.men, Nainrod unb Eich^sach'en ange
begangenm, also unerlaubten. Streik wird h.mte no feiten Der .Arbeiterschaft schlankweg abgefeimt. „Richt allein bi? Brrträge mit bindender Kraft .. a— — —>. ...
werden nicht r.spettiert," ruft Kuh emm aus, sel.n ichcn Meiuten eingetümmen, , sondern auch die Gesetze." Wenn man entern
weste, 1 Mistgabel und 1 Portemonnaie mit Inhalt: verloren: 1 Handtäschchen mit 40 Mk. und 1 Spiegel, 1 Äinbcrbütcben, 1 schwarze Handtasche mit einigen Hundert Mark und 1 Messer, 1 Geldmäppchon mit 230 Mark unb Berlobungs- anjeige, 1 Bund Schlüssel, 1 ledernes Zigarrenetui, 1 schwarzes SebcrporTemomiaic mit 24 Mk., 1 schwarze Sammettasche mit Portemonnaie, Inhalt 3 Fünfmarkschrmc, Jtfcingclb unb 1 Postkarte, 1 Füllfederhalter „S. fRober" und eine Brillantbrosche itn Werte von 1500 Mark.
tzochschulriachrichten.
Marburg, 5. Ott. Tas Wintersemester an der hiesigen Universität nimmt am 15. Oktober seinen offiziellen Antang. Die 2m- matrikulativnen endigen am 6. November, wahrend die Vorlesungen bereits am 26. Oktober beginnen. Mit Soegtnn dieses Semesters wird auch das neue große Verwaltung^- - und Hörsaalgebäude. das gegenüber Der Universität, da wo früher das fog. Waisenhaus stand, feinen Platz gefuuben hat, in Benutz genommen.
Kirche und Schule.
na. Wetzlar, 6. Ott. Fo'gcnde Hehver unseres Kreises wurden in bei Ruhestand txTlefct: 5köster in Atzüach, Frey in Tillhetm, Hahn m Ehringshausen unb Rühl in Oberbiel, llechrer SVublc, bisher in Erda, wurde nach Volpertshausen an Die neu errichtete 2. Schul stelle versetzt. — Aus eine Eingabe der Kreislehrerschaft Wetzlar betr. Auf- hebimg Der Verpflichtung des Grabsingens hat Der Minister wie folgt entschieden: „Tas Bo- gräbnissingm Der Lehrer gehört nicht zu beui ruberen Küsterdienste, sondern zum Kantoicklenste'. es ist also von Der Ablösung der nebenan Küster-- dienste nicht betroffen."
# Wippen bach, 7. Ott. Noch 33jübriger Wirksam teit in hiesiger Gemeinde tritt am 1. November d. I. der Lehrer Wilhelm Diehl in bat Ruhestand. Tie hiesige Schulstelle wurde am 9. Januar 1721 g gründet. An diesem Tage begann ein Verwandter mütterlicherseits des ,etzt vi den Ruhestand tretenden Ile.'wers, Johannes Bergnes aus Frischborn bei llauteroach, in dem Hause des Waigand Volten mit 13 Schülern seinen Untemc^. Bergnes war sehr mufitalifd) und leitete in den Dörfern der Umgegend bci Veecdigunpen mid Tvau- ungen den Gesang. Sein SclZullohn betrug damals in hiesiger Gemeinde: 1 Achtel Korn, 15 Albus von ie einem Kind, 3 Gulden aus der Gemernde und von jedem Der 8 Nachbarn je 1 Zaib Brot. Vorher besuchten unsere Schüler Den Unterricht in Dem benachbarten Lelrers, wo am 1 November 1657 von Dem regievenden Gra en Frickrich Ea- simir zu Hanau die Schule ei-igcrietet unb erlaubt wurde, einen lutherischen Schulmeister uw» zunehmen, w'vauf die beiden Gemeinden Selter- und Wippni-ach den Geri.!ESsckmiber Hcuson von Ortenberg anivahmen, welcher jeden Tag nach Selters tarn und hier Schule hielt.
Xtanft und Wissenschaft.
— Der Richard-Wagner-Verein Darmstadt, der in der Dori xn Woche feine Win'ertätigkcit mit dem Kammermusikabend des Frankfurter Lange-Qur.r:etts so ei folgreich begonnen hat, wird bi: vier letzten Vereinsabende dieses Fahves sämtlich schon im Monat OLob.T veranstalten, um seine Mitglieder und Gäste vor kalten Konzertsälen zu bcwahven. Der Verein wird noch einen Violin- unb einen Klavierabend sonne zwei Liederabende für Sopran unb Tenor geben. Für ben Vio inabend am 1. Oktober wurde der Berliner G:iger Andreas Weiß terber verpflichtet, der unter den jüngeren Violinvirtuosen un.erer Tage zu Den vielgenanntesten zählt unb sich Dem Darmstädter Publikum erstmalig vorstellen wird. Ein Liederabend (am 21. Dfn5er) wird ausschließlich mode n r dcu scher Lyrik genxbmet sein und Lieder von Josef Tlarr, Jos.f Haas unb Julius Bittner in Ur- unb ®r flau ff üb armen bringen. In e.pret ist der hier schon vorteilhaft brannte Dresdener Tenorist Hcrmatm Gürtler. Mit aanz besonderem Ineres'e seht man dem ersten Auftreten eiter un- rxm>öf;u im fti mm begabten Darmstäder Sängerin, F au Ludov.ca o n Jssendors cn gegen, deren Deutscher L eberabend am 27. Oktober strt:findm 'oll. Im Mittelpunkt des Programms steht die Feier te5 300 Brr ein ^abends am 14 Oktober, für ten das Ehrennn glied des B.-reins, Frcw Frieda Kwast-^Hodapp, gewonnen wurde, die fite if) en achten ^laricrabenb ein erlesenes Programm (Händel, Btelhooen, Chopin, Liszt) auSgLvällt hat.
rm. Darmstadt^ 7. Oft. Im Landes- t h e a t e r kam am Mittwoch Bernhard Shaws vievak-ige Sbntcbie „Man fcnn nie wissen'" in recht guter Be'etzung zur TarsMung. das nach anderer Ueb-r>tzung auch „Der verlorene Vater"
„Ich erhielt heute früh bi? Na^wicht, datz mein Vater fcknver krank i t, Harr 2ir.<t?r; ich möch^' noch beute zu ihm irien."
„Nat r ich, !i bes Fräul.in! Aber es handelt sich bDffentltd. doch nicht um einen ganz aus- sichtslo'en Ial?"
„Mit Dolkr Deutlichkeit kann ich das aus Dem
Briefe nicht ersehen, kleine Pflegeschwe ter schreibt. Der Arzt hege sehr ernste BeÄrchtui'gen, wenn sich Die • — Die Katastrophe auch viellerchL noch qne 23eü« hinauszögern lassen würde."
Jhv- Worte waren voll unterdrückter Tränen. Herr Caietan Taus nickte ihr ermutig mb zu. „Tann sollten Sie sich nid# unnütz aurregen, m.ine Liebe: Ich !e ue diese Bne'e Ob, ich kenne sie sehr gut. Alle meine Mitglieder itnD sch»on einmal oder ö'ter von diesem herlen Mißgeschick betroffen worden. Die Vater und Mucker von Th.aterleuten sind oie häuckger plötzlichen fdro.ren E.k a kungen aus^e etzt, als di: Lnge- hörig- n g wShnlicher Menschen. AL r sie sterben glücklichemelfe nickst Da.at. Denig'tens bisher hatte ich nocr, immer Die Freude, meine Künstler und Künstlerinnen mit hck eren Mienen von solchem Urlaub zurückkehren zu fehen."
Verständnislos sah ihn Gerda mit großen feuchten Augen an: „Wie kömten Sie wissen^ Herr Direktor, ob meines Vaters KvLikhcit ge'Lhrlich ist ober nicht?"
„Wissen 'amt ich es freilich nicht 2lus Grund meiner ril; eurigen Er'a'wung aber glaube ich» Sie trotzdem beruhigen zu dür'en. Ich verbürge mich dafür, daß Si: Ihren Herrn Vater nod) am Leben finden werden, auch wenn Sie 3pren Besuch hiva usschioben, bis wir die ersten fünf oder sechs Ausführungen des neuen Stückes hinter uns haben."
(Fortsetzung folgt.)


